Rentenmarktbericht 11.03.2016 - National-Bank

11. März 2016
Ausgewählte Daten des Tages
Aktuelle Marktentwicklung
S&P Future
10Y US T-Notes, Tokio
Nikkei
Hang Seng
Öl (Brent-Future)
Gold-Future
EUR / USD
EUR / GBP
EUR / JPY
ggü. Vt.
12,80
0,01
86,52
160,73
0,70
-1,10
-0,0004
-0,00022
0,3
1.992,30
1,94
16.938,87
20.145,15
40,75
1.271,70
1,1173
0,78246
126,81
Zinsüberblick in % (Differenz in Basispunkten)
2J
5J
10J
30J
Bunds
-0,46
-0,24
0,32
1,10
Treasuries
0,93 (139 bp)
1,45 (168 bp)
1,93 (162 bp)
2,69 (160 bp)
Schweiz
-0,93 (-47 bp)
-0,76 (-52 bp)
-0,26 (-58 bp)
0,35 (-75 bp)
Gilts
0,53 (99 bp)
0,96 (120 bp)
1,54 (122 bp)
2,35 (125 bp)
Zinsdifferenz 10jähriger Anleihen zu Bunds in %-Punkten
4,25
3,75
3,25
2,75
2,25
1,75
1,25
0,75
0,25
4-Jul
4-Sep
Irland
4-Nov
Italien
4-Jan
Portugal
4-Mar
Spanien
10J Bundesanleihen und T-Notes
2,6
2,4
2,2
2,0
1,8
1,6
1,4
1,2
1,0
0,8
0,6
0,4
0,2
0,0
4-Jul
4-Sep
4-Nov
Bunds
4-Jan
4-Mar
10Y T-Notes
Bund Future
168
163
158
153
148
143
138
133
128
123
118
Mrz. 11
Nov. 11
Jul. 12
Mrz. 13
Nov. 13
Jul. 14
Mrz. 15
Nov. 15
Quelle: Bloomberg, 07:59 Uhr
Kontakt
Research
Dr. rer. oec. Jan Bottermann
Tel.: 0201 8115 553
Dirk Gojny, CFA, CAIA
Tel.: 0201 8115 765
email: [email protected]
Institutionelle Kundenbetreuung
Bernd Andersen
Tel.: 0201 8115 120
Marcel Kress
Tel.: 0201 8115 122
Frank Michelkowski
Tel.: 0201 8115 126
Zeit
Land Indikator
Periode Schätzung
letzter
8:00
GE
Verbraucherpreisindex (M/M / J/J, in %)
Feb.
0,4 / 0
0,4 / 0
10:00
14:30
IT
US
Industrieproduktion (M/M / J/J, in %)
Importpreisindex (M/M / J/J, in %)
IT: 2018/23/32 Bonds
Jan.
Feb.
0,7 / k.A.
-0,7 / -6,5
-0,7 / 2,1
-1,1 / -6,2
Quellen: Bloomberg, NATIONAL-BANK AG Research
Themen des Tages
 Die EZB überraschte und enttäuschte die Märkte zugleich.
 Das Interesse dürfte sich nun allmählich auf die FOMC-Tagung am
Mittwoch richten.
Marktkommentar
Mit den Beschlüssen zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik konnte
die EZB gestern wieder einmal überraschen. Sie gingen nämlich weit
über die Erwartungen der Marktteilnehmer hinaus. Der ersten Freude und
den teils ungläubigen Blicken auf die Absenkung des Hauptrefinanzierungssatzes auf 0%, der Ausweitung des QE-Volumens um 20 Mrd. Euro
pro Monat und dem neuen Programm, das ab Ende Q2 2016 den Ankauf
von in Euro denominierten Non Financial Corporates aus dem Investment
Grade-Bereich von Unternehmen mit Sitz im Euroraum erlaubt, folgte im
Laufe der Pressekonferenz Ernüchterung. Allmählich wurde den Marktteilnehmern bewusst, dass es das für einen längeren Zeitraum mit Lockerungsmaßnahmen gewesen sein wird. Nun geht es erst einmal darum, die Auswirkungen der neuerlichen Lockerung abzuwarten und dazu
sollten „eigentlich“ einige Quartale ins Land gehen. Dass Mario Draghi
im Rahmen der Frage- und Antwortrunde andeutete, dass bei der Absenkung der Zinsen nun eher Schluss sei, sollte man nicht auf die Goldwaage legen. Ähnliches hatte er bereits vor vielen Monaten nach der letzten
Absenkung des Satzes für das Hauptrefinanzierungsgeschäft gesagt.
Daher hatte es auch niemand auf der Rechnung, dass die europäischen
Notenbanker dieses Instrument noch einmal anfassen würden. Deutlich
wurde in seinen Aussagen, dass er hinsichtlich potenzieller weitere
geldpolitischer Lockerungsschritte die unkonventionellen Maßnahmen
präferiere, denn es dürften nicht verborgen geblieben sein, dass zu negative Leitzinssätze erhebliche Nebenwirkungen haben. Das kann man
bspw. in der Schweiz oder Dänemark beobachten. Ob diese Maßnahmen
jedoch tatsächlich die von der EZB gewünschte Wirkung entfalten können, muss bezweifelt werden. Draghi und sein Vize waren zwar bemüht,
die Erfolge ihrer Politik darzustellen. Doch überzeugend wirkte das nicht,
schließlich lässt sich der Preis für die lockere Geldpolitik erst bemessen,
wenn der gesamte Zyklus vorbei ist und in der Retrospektive betrachtet
werden kann. Eines ist jedoch klar: Trotz der Reaktion der Märkte – Gewinnmitnahmen in alles Assetklassen – ist der Anreiz für die Regierungen im Euroraum, die dringend notwendigen strukturellen Maßnahmen
durchzuführen, noch geringer geworden, denn das niedrige Zinsniveau
dürfte über eine lange Zeit zementiert sein. Ohne diese strukturellen Reformen wird der zyklische Aufschwung nur mehr oder weniger durch die
Geldpolitik aufrecht gehalten. Da die EZB auf die Euroländer kaum Druck
ausüben kann und wird, endlich aktiver zu werden, ist das Risiko hoch,
dass das Wachstum hierzulande sich in nicht allzu fernere Zukunft abschwächen wird und die EZB hat dann kaum noch Mittel, um wirksam
gegenzusteuern und fiskalisch ist angesichts der Verschuldungssituation im Euroraum kaum etwas möglich.
Der heutige und wahrscheinlich auch die kommenden Tage stehen im
Zeichen der Verarbeitung der Entscheidungen der EZB und allmählich
der Tagung des FOMC am Dienstag und Mittwoch. Die Marktreaktionen
sowie die US-Konjunkturdaten vom aktuellen Rand geben der Fed durchaus die Möglichkeit, Mittwoch an der Zinsschraube zu drehen. Mit Rücksicht auf die wenig vorbereiteten Märkte wird sie davon aber absehen.
Die Konjunkturdaten spielen heute eine untergeordnete Rolle. Die deutschen Konsumentenpreise und die Zahlen zur italienischen Industrieproduktion dürften wenig Einfluss haben.
Der Bund Future dürfte mit der Verarbeitung der EZB-Entscheidung beschäftig sein und kaum verändert in den Tag starten. Die italienischen
Staatsanleihen sollten sich gut platzieren lassen. Der Bund Future sollte
sich zwischen 160,50 und 162,00 bewegen. Die Rendite 10jähriger USTreasuries sollte zwischen 1,88 und 2,04% schwanken.
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