Deutschland soll Herero und Nama für Genozid und Landraub

25.03.2015
Pressemitteilung des NGO-Bündnisses “Völkermord verjährt nicht!”
Deutschland soll Herero und Nama für Genozid und
Landraub entschädigen
Übergabe einer Herero-Petition an das Auswärtige Amt und an deutsche
Botschaften weltweit. Launch der deutsch-namibischen Website www.genocidenamibia.net zum Völkermord 1904-08
Am Freitag, 27. März 2015 um 12:00 Uhr wird dem Afrika-Referat des Auswärtigen
Amtes in Berlin sowie den deutschen Botschaften in zahlreichen Ländern der Welt
eine von Herero-Vertretern initiierte online-Petition übergeben werden. Die
Unterzeichnenden des Aufrufs fordern die Bundesregierung zur symbolischen und
materiellen Wiedergutmachung für den bereits 2004 von Deutschland anerkannten
Völkermord an den Herero und Nama 1904-08 auf:
http://petitions.moveon.org/sign/sign-and-support-the
Die Übergabe in Berlin erfolgt durch das NGO-Bündnis „Völkermord verjährt nicht!“,
das aus diesem Anlass in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinschaften die
Website www.genocide-namibia.net angelegt hat. Die Seite gewährt einen Überblick
über die historische Forschung zum Genozid, die politische Debatte und den
anhaltenden Kampf der Herero und Nama für „restorative justice“.
Denn trotz ihrer Unterstützung durch das namibische Parlament in 2006 haben die
von der „Kaiserlichen Schutztruppe“ in die Wüste getriebenen und zu Zehntausenden
in Konzentrationslager ermordeten Herero und Nama bislang keinerlei
Entschädigung erhalten. Bis heute lehnt die Bundesregierung
Reparationsverhandlungen mit den Nachfahren der Opfer kategorisch ab. Vielmehr
erlaubt sie, dass die im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin gelagerten
Gebeine von Opfern des Genozids (Rudolf-Virchow-Sammlung) noch immer für
Forschungszwecke missbraucht werden.
Israel Kaunatjike, Herero-Aktivist vom Bündnis „Völkermord verjährt nicht!“ fragt: „Wie
soll es Versöhnung zwischen uns und den Deutschen geben, solange wir für unsere
Verluste nicht entschädigt wurden? Wie soll Vertrauen wachsen, wenn die
Bundeswehr den Völkermörder Lothar von Trotha in Hamburg noch immer mit einem
NS-Denkmal ehrt? Wie sollen wir mit Deutschland in Frieden leben, wenn an den
Gebeinen unserer Vorfahren weiter Forschung betrieben wird?“
Online-Petition: http://petitions.moveon.org/sign/sign-and-support-the
Mahnwache: 27.03.15, 11:00 Uhr, Auswärtiges Amt, Eingang Kurstraße 36, 10117 Berlin
Bündnis-Website: http://genocide-namibia.net/
Kontakt: Israel Kaunatjike, 01731035605, buero(at)berlin-postkolonial.de