Blatt2 - II. Institut für Theoretische Physik

¨ STUTTGART – II. INSTITUT FUR
¨ THEORETISCHE PHYSIK
UNIVERSITAT
Prof. Dr. Udo Seifert,
Dr. Andre Cardoso Barato,
Dipl.-Phys. Eckhard Dieterich, Dipl.-Phys. Eva Zimmermann,
David Hartich M.Sc., Sebastian Goldt M.Sc.
Statistische Mechanik (WS 14/15) – Blatt 2
Aufgabe 4: Einstein-Festk¨
orper
Ein Einstein-Festk¨orper (EF) besteht aus i = 1, . . . , N quantalen Oszillatoren der
Frequenz ω. Der i-te Oszillator sei mit qi Quanten besetzt. Die Gesamtenergie betr¨agt
dann
N
E= ω
i=1
wobei Q =
N
i=1 qi
1
+ qi
2
= ω
N
+Q ,
2
(1)
die Gesamtzahl der Quanten bezeichnet.
a) Warum gilt f¨
ur die Gesamtzahl der Zust¨ande mit festem N und Q
Ω(N, Q) =
Q+N −1
Q
(2 Punkte)
?
(2)
b) Berechnen Sie hieraus die Entropie σ(N, Q) ≡ ln Ω(N, Q) unter der Annahme
N ≫ 1 und Q ≫ 1. Diskutieren Sie dieses Resultat in den beiden Grenzf¨allen
N ≫ Q und Q ≫ N .
(2 Punkte)
Aufgabe 5: Polymermodell der frei verbundenen Kette
In diesem Modell wird ein Polymer durch N dreidimensionale Bond-Vektoren
ui = Ri − Ri−1 = b cos θi ez + b sin θi [cos ϕi ex + sin ϕi ey ]
(3)
mit der L¨ange b aufgebaut, wobei ex , ey , ez kartesische Einheitsvektoren bezeichnen:
1
0
0
1
R2
0
1
0
1
R
1
0
0
1
1
0
0R
1
11
00
RN
1
0
0
1
R
N−1
3
1
R0
Ein Mikrozustand α wird also durch die Angabe der 2N Winkel charakterisiert: α =
(θ1 , ϕ1 , θ2 , ϕ2 . . . θN , ϕN ). Jede Orientierung ui /b sei auf der Einheitskugel gleichwahrscheinlich, d.h. eine Gr¨oße h ({θk , ϕk }) wird durch die Integration
1
h=
(4π)N
N
2π
π
sin θk dθk
k=1
0
dϕk h ({θk , ϕk })
(4)
0
gemittelt.
a) Zeigen Sie ui · uj = b2 δij .
(1 Punkt)
2
b) Berechnen Sie hieraus das Quadrat des mittleren End-zu-End Abstands RE
≡
(RN − R0 )2 . Diskutieren Sie die N -Abh¨angigkeit dieser Gr¨oße.
(1 Punkt)
c) Warum ist die Verteilung p(z) f¨
ur die z-Ausdehnung des gesamten Polymers durch
N
die Gr¨oße p(z) ≡ δ(z − b i=1 cos θi ) bestimmt?
(2 Punkte)
d) Berechnen Sie p(z) f¨
ur große N mit Hilfe der Fourierdarstellung der Deltafunktion
(DF) und der Sattelpunktsmethode (SP).
(2 Punkte)
Hinweis: Im Rahmen der SP gilt folgende N¨aherung:
∞
−∞
ef (k )
dk f (k)
e
≈
2π
(2π|f ′′ (k ∗ )|)1/2
∗
,
(5)
wenn f (k) an der Stelle k ∗ ein Maximum hat.
e) Berechnen Sie p(z) mit Hilfe des Zentralen Grenzwertsatzes (ZG), indem Sie sich
zun¨achst u
¨berlegen, dass die ui unabh¨angig sind, und dann aus ui und (∆ui )2 ≡
(ui − ui )2 die Verteilung p(z) bestimmen.
(2 Punkte)