Umzug ins neue Domizil - Universitätsklinikum Leipzig

Das GesunDheitsmaGazin Des universitätsklinikums leipziG
06/2015 | 19.03.2015
Umzug ins neue Domizil
Blutspender gesucht
Vernetzte Struktur
Gefährliche Infektion
Konserven mit der Blutgruppe
A Rhesus positiv benötigt
seite 2
Zentrum für seltene Erkrankungen
am UKL etabliert
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Schutzimpfungen können vielen
Krankheiten wirksam vorbeugen
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Foto: Stefan Straube
Station der Strahlentherapie befindet sich jetzt
im sanierten Altbau in der Stephanstraße 11
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n
Der Augenblick
Foto: Stefan Straube
Kinderlieder-Klang im Atrium
Von Musik erfüllt war das Atrium der Frauen- und Kindermedizin Anfang März:
Der Spatzenchor der Schola Cantorum, des Kinder- und Jugendchors der Stadt
Leipzig, war an einem Nachmittag zu Gast am Uniklinikum. Die kleinen Sänger
und Sängerinnen zwischen sechs und acht Jahren stimmten bekannte Volks- und
Kinderlieder an, und auch im Publikum war der eine oder andere „Mit“-Sänger
zu hören.
Mangel an A-Rhesus-positiv-Blutpräparaten
Blutbank des Uniklinikums Leipzig sucht dringend Spender der häufigsten Blutgruppe
impressum
liebigstraße aktuell
Das gesundheitsmagazin des
universitätsklinikums leipzig
Herausgeber:
Universitätsklinikum Leipzig AöR
Der Vorstand
Liebigstraße 18
04103 Leipzig
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(0341) 97 109
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Redaktion:
Helena Reinhardt (v.i.S.d.P.),
Ines Christ, Frank Schmiedel
(Projektleiter LVZ,
Jenseits der Liebigstraße).
Universitätsklinikum, Leipzig AöR.
10. Jahrgang
In Kooperation mit der Redaktion der
LEIPZIGER VoLKSZEITUnG.
Druck:
Leipziger Verlags -und
Druckereigesellschaft mbH& Co. KG,
Peterssteinweg 19,
04107 Leipzig
LIEBIGSTRASSE AKTUELL
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„Dauerhaft erhöhte Abforderungen im Klinikbereich haben zu dieser speziellen Mangelsituation geführt“, sagt Elke Gille, Depotleiterin am Institut für Transfusionsmedizin
am Uniklinikum Leipzig und erklärt: „Normalerweise entspricht das Spendeaufkommen
am Institut in etwa der Blutgruppenverteilung, das heißt, wir können Spender dieser
Blutgruppe auch am häufigsten bei uns begrüßen.“ Mangelsituationen kommen somit
bei A Rhesus positiv so gut wie nie vor, aber
wie bei allem gebe es auch hier Ausnahmen:
„Bis auf die Universalblutgruppe 0 Rhesus
negativ, die aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften als einzige blutgruppenunabhängig
transfundiert werden kann und deshalb vor
allem in der Notfallaufnahme ständig sehr
gefragt ist, lässt sich der Bedarf an Blutprodukten einzelner Blutgruppen tatsächlich
kaum voraussagen“, so Gille. Dieser Bedarf
sei am Ende eben immer abhängig von der
jeweiligen Patientensituation in den Kliniken.
Wer bereits Blutspender am Institut ist, die
Blutgruppe A Rhesus positiv hat und in den
nächsten Tagen Zeit hat, wird daher jetzt
Foto: Stefan Straube
n
n Auch das gibt es: in der ukl-blutbank
mangelt es zurzeit besonders an blutkonserven der blutgruppe A rhesus positiv, der mit 42 prozent in der deutschen
bevölkerung eigentlich am häufigsten
vertretenen blutgruppe.
In der UKL-Blutbank mangelt es derzeit vor allem an Blutkonserven der Blutgruppe A Rhesus positiv.
Spender werden dringend gesucht.
herzlich gebeten, für eine Blutspende vorbeizukommen. Aber auch sonst kann sich selbstverständlich jeder, der zwischen 18 und 68
Jahren alt ist und mindestens 50 Kilogramm
wiegt, in der Johannisallee 32 (Haus 8) für
einen „freiwilligen Aderlass“ melden, schließlich werden auch Blutspenden aller anderen
Blutgruppen weiterhin benötigt.
Die Einrichtung der UKL-Blutbank auf
dem Medizincampus hat Montag und Freitag von 7 bis 19 Uhr sowie Dienstag bis
Donnerstag von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Bitte
den Personalausweis nicht vergessen und
vor der Spende viel trinken (am besten
Wasser, Saft oder Tee) und gut stärken.
Anja Grießer
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Station der Strahlentherapie ist umgezogen
Farbige Gestaltung und große Fenster sollen zum Wohlbefinden der Patienten beitragen
n Am 9. März war es endlich so weit:
Die Station für Strahlentherapie des
Universitätsklinikums Leipzig zog binnen eines Tages vom Containergebäude in der Stephanstraße 9a in den
frisch sanierten Altbau in der Stephanstraße 11 (Haus 5.1) um. Der normale
Betrieb lief währenddessen uneingeschränkt weiter.
Bezogen wurden zwei neue, schöne und
großzügig gestaltete Stationen im Erdgeschoss beziehungsweise der ersten Etage
des frisch sanierten Backsteingebäudes in
der Stephanstraße 11. „Das Pflege- und
Ärzteteam der Klinik hat den Einzug in die
neuen Räumlichkeiten mit viel Engagement geplant und vorbereitet, sodass der
Umzug für die Patienten möglichst reibungsfrei erfolgen konnte“, erklärt Regina
Kossowsky, Pflegerische Leiterin des De-
partments für Bildgebung und Strahlenmedizin. „Die Patienten, die sich gerade
auf Station befanden, wurden von den
Schwestern und Pflegern, mit der Unterstützung durch die Krankenträger, in die
neuen Räumlichkeiten begleitet.“
Auch Prof. Rolf-Dieter Kortmann, Leiter
der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie des UKL, freut sich für seine Patienten: „Die farbige Gestaltung, die großen
Fenster und die schönen Räumlichkeiten
werden maßgeblich zum Wohlbefinden
unter der Strahlentherapie beitragen. Es
gibt auch zwei große Aufenthaltsräume für
gemeinsames Essen und Fernsehen sowie
einen Zugang zum begrünten Innenhof
mit Terrasse.“
Damit ergänzen die beiden neuen Stationen den medizinischen Therapiebereich
der Stephanstraße 9a, der weiterhin im
angestammten Gebäude verbleibt, denn
Fotografin und Medienkünstlerin Sabine Prietzel hat mit ihren Bildern die beiden Aufenthaltsräume gestaltet. Das größte Werk – hier zu sehen – heißt „Herbst 3“.
Foto: Ines Christ
auch dort wurde viel Wert auf das Ambiente gelegt: In der Klinik und Poliklinik
für Strahlentherapie des UKL erhalten die
onkologischen Patienten eine professionelle Behandlung mittels modernster therapeutischer Verfahren – und können dabei
schon seit einiger Zeit in einen schönen
blauen Himmel schauen.
Möglich wird dies durch eine Art virtuelles
Deckenfenster, das durch ein hinterleuchtetes Deckenbild entsteht. Der Blick in den
Himmel und die aufeinander abgestimmten Farben und Lichter haben einen positiven mentalen Effekt auf die Patienten. Der
Ausblick wirkt beruhigend und hilft, die
Angst zu nehmen. Durch die Lichtinstallation wirkt der hoch technisierte und aus
Strahlenschutzgründen fensterlose Behandlungsraum zudem viel heller und
größer.
Sandra Hasse / Kathrin Winkler
Durch das denkmalgeschützte Treppenhaus
gelangt man in die Patientenzimmer.
Ein virtuelles Deckenfenster bietet den Patienten während der Strahlenbehandlung einen beruhigenden Ausblick.
Fotos: Stefan Straube (2)
6. Neonatologietag am UKL widmet sich
der Langzeitentwicklung von Frühgeborenen
Tagung setzt sich unter anderem mit der langfristigen Entwicklung des Seh- und Hörsystems auseinander
n Bereits zum sechsten Mal findet am
Uniklinikum Leipzig der Leipziger Neonatologietag statt – eine Fachveranstaltung
für Ärztinnen und Ärzte, die sich mit der
Wissensvermittlung zur optimalen Versorgung von Frühgeborenen beschäftigt.
Thema in diesem Jahr: „Erfolgreiche Neonatologie – aber was kommt danach?“
„Die großen Erfolge bei der stationären Versorgung von Frühgeborenen haben in den
vergangenen Jahren zu einer sehr guten Prognose für das Überleben und die Entwicklung
der Kinder geführt. Es ist das Ergebnis intensiver Forschung und enger Zusammenarbeit
zwischen Geburtsmedizin, Neonatologie, Kindermedizin und Kinderchirurgie“, sagt Prof.
Ulrich Thome, Leiter der Neonatologie am
UKL. „Dabei erkennen wir auch, dass neben
der medizinischen Versorgung die Betreuung
der gesamten Familie auch nach dem stationären Aufenthalt von großer Bedeutung ist.
Was dabei erreicht werden kann und was dafür notwendig ist, wollen wir auf dem 6. Neo-
Prof. Ulrich Thome leitet am UKL die Neonatologie.
Foto: Stefan Straube
natologietag mit den ärztlichen Kollegen anderer deutscher Kliniken und Praxen
diskutieren.“ Themen sind Ende März die
psychosoziale und medizinische Nachbetreuung der Familien im häuslichen Umfeld und
die langfristige Entwicklung des Seh- und
Hörsystems, der Lunge und der Psyche sowie
deren Überwachung. Darüber hinaus wird es
einen Überblick zur aktuellen medizinischen
Situation von Frühgeborenen in Deutschland
geben und einen historischen Teil zur Entwicklung der Neonatologie in den vergangenen 50 Jahren.
Die Neonatologie am UKL ist Teil des Perinatalzentrums am Universitätsklinikum Leipzig.
Es gehört zu den Zentren der höchsten Versorgungsstufe und bietet Schwangeren und
jungen Eltern alle Experten auch für schwierige Schwangerschaften, extreme Frühgeborene
und kranke Neugeborene unter einem Dach.
Jährlich werden hier circa 430 Frühgeborene
versorgt. Mit insgesamt 2549 neugeborenen
Kindern im Jahr 2014 ist das UKL die geburtenstärkste Klinik in Sachsen. Sandra Hasse
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LIEBIGSTRASSE AKTUELL
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Ganzheitliches Konzept für kleine Patienten
Neue spezialsprechstunde für Neugeborene und kleinkinder mit schädeldeformitäten
am uniklinikum Leipzig
n Am Universitätsklinikum Leipzig gibt
es seit Kurzem eine interdisziplinäre Spezialsprechstunde für Neugeborene und
Kleinkinder mit Schädeldeformitäten.
Hier werden Kinder mit Verformungen
des Kopfes behandelt und kleine Patienten, bei denen es zu einem frühzeitigen
Verschluss der Schädelnähte (medizinisch: Kraniosynostose) gekommen ist.
Dabei arbeiten am UKL die Experten der
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der
Neurochirurgie und der Kinder- und Jugendmedizin eng zusammen.
„Schon seit vielen Jahren betreuen die Kliniken für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie,
Kinderchirurgie, Neurochirurgie und Kinderheilkunde gemeinsam Kinder und später auch
Erwachsene mit angeborenen Schädelverformungen. Die Kraniosynostosen und der sogenannte Plagiozephalus, der Schiefkopf, haben
in den letzten Jahren an Häufigkeit zugenommen, sodass diese Sprechstunde dem vermehrten Beratungs- und Behandlungsbedarf
Rechnung tragen soll“, sagt Prof. Dr. Dr. Alexander Hemprich, Direktor der Mund-, Kiefer- und Plastischen Gesichtschirurgie. Gemeinsam mit Professor Jürgen Meixensberger,
Direktor der Klinik für Neurochirurgie, sowie
Oberarzt und Kinder-Neurochirurg Dr. Matthias Preuß behandelt er die kleinen Patienten
und berät deren Eltern. Die neuropädiatrische
Abteilung um Prof. Dr. Andreas Merkenschlager wird im Rahmen des ganzheitlichen Konzeptes mit einbezogen.
Prof. Alexander Hemprich und Dr. Matthias Preuß (r.) bei der Behandlung eines Kindes.
Foto: Stefan Straube
Die Ursachen für Verformungen des Kopfes
sind vielfältig. Bei einer vorzeitigen Verknöcherung einzelner Schädelnähte können sich
die Schädelplatten nicht mehr richtig weiterentwickeln – das Gehirn, welches sich ebenfalls im Wachstum befindet, dehnt sich
trotzdem weiter aus. Eine anormale Kopfform ist die Folge. Aber auch eine falsche
Lagerung eines Babys, das beispielsweise nur
auf dem Rücken liegt, kann die Form des
Kopfes ungünstig beeinflussen.
Nicht immer ist zur Korrektur ein Eingriff
notwendig. „Dazu beraten wir die Eltern
ausführlich und geben Empfehlungen, wie
eine Behandlung aussehen könnte“, erklärt
Prof. Hemprich. „Ist der Schädel beispielsweise durch Lagerungsprobleme verformt,
kann das Kind einen Helm bekommen, den
es für einen gewissen Zeitraum bis zu 24
Stunden täglich tragen muss.“ Neben dieser
Helmtherapie steht die operative Korrektur
der Kraniosynostosen im Mittelpunkt. Dabei
stehen die Mediziner der beteiligten Fachbereiche gemeinsam am OP-Tisch, um optima-
le Behandlungsergebnisse für die kleinen
Patienten zu erzielen. „Neben einem Eingriff
am Hirnschädel sind oft auch gleichzeitig
oder kurz nacheinander Eingriffe am Gesichtsschädel notwendig, weil es beispielsweise aufgrund der Schädeldeformität zu
Atemproblemen kommen kann“, verdeutlicht der Mediziner die komplizierten Operationen. Je nach weiteren Beeinträchtigungen werden auch Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
und Augenmediziner in die Therapie mit
einbezogen.
Diese interdisziplinären Operationen können am Uniklinikum auch bei hochkomplexen und sehr seltenen Schädelmissbildungen
wie zum Beispiel einem Kleeblattschädel
oder einer krankhaften Vergrößerung des
Kopfumfanges, dem Makrozephalus, durchgeführt werden. „Die behandelnden Ärzte
können auf diesem Gebiet eine langjährige
Erfahrung und wissenschaftliche Expertise
vorweisen“, so Prof. Hemprich.
Dazu trägt auch bei, dass die meisten Kinder
nicht nur in ihren ersten Lebensjahren am
UKL betreut werden, sondern bis zum Ende
des körperlichen Wachstums. Ihre Entwicklung wird dabei jährlich von den Experten
kontrolliert.
Ines Christ
Eine Terminvereinbarung für die Sprechstunde ist telefonisch über das Sekretariat
von Prof. Dr. Dr. Alexander Hemprich (Ilona Hörig) unter (0341) 97 211 00 sowie
über die Ambulanz der Kinderklinik unter
(0341) 97 262 42 möglich.
Wissenschaftliches Symposium zum Start des
Hyperbarmedizinischen Zentrums am UKL
Leitender branddirektor der Feuerwehr Leipzig informiert sich über Druckkammer
n Seit Anfang des Jahres arbeitet das
Leipziger Hyperbarmedizinische Zentrum
für Notfall- und Intensivmedizin – Anfang
März startete es auch wissenschaftlich
durch: Das Eröffnungssymposium widmete sich dem breiten Spektrum an intensivmedizinisch relevanten Erkrankungen und
Notfällen, bei denen eine Sauerstoff-Überdruckbehandlung zum Einsatz kommen
kann. „Dazu konnten wir renommierte Referenten gewinnen, die den Stellenwert
der Hyperbarmedizin bei der Behandlung
komplexer Notfälle dargestellt haben“, so
Dr. Karsten Kluba, Ärztlicher Leiter des
Zentrums und Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie.
Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie atmet
der Patient in einer speziellen Druckkammer
medizinisch reinen Sauerstoff ein. Durch den
Überdruck in der Kammer kann eine bis zu
20-fache Erhöhung des Sauerstoffgehaltes im
Blut erreicht werden. Damit stehen nicht nur
Opfern von Tauchunfällen oder Kohlenmonoxid- und Rauchgasvergiftungen, sondern auch
Patienten mit Gasbrand, mit diabetischem
Fußsyndrom oder mit Folgekomplikationen
einer Strahlentherapie neue Therapieoptionen
zur Verfügung.
Der große Vorteil des Leipziger Hyperbar-
Liebigstrasse aktueLL
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Leipzigs Oberbranddirektor Schneider (r.) informierte sich über die Behandlungsmöglichkeiten in der neuen
HBO-Kammer des UKL, deren Leistung während des Symposiums vorgestellt wurde.
Foto: Ines Christ
medizinischen Zentrums ist: Es ist im Gegensatz zu anderen Hyperbarmedizinischen
Zentren in Deutschland direkt in den Komplex des Universitätsklinikums integriert.
„Die Druckkammer, das Herzstück unseres
Zentrums, steht nicht irgendwo am Rande
des Stadt, sondern befindet sich am MedizinCampus“, betont Dr. Kluba. „Ob Hubschrauberlandeplatz, Zentrale Notfallaufnahme
und Radiologie oder Intensivstation und
Operationssäle – wir haben überall kurze
Wege, wovon gerade die Notfall- und Intensivpatienten profitieren.“
Von diesen Vorteilen überzeugte sich Anfang
März der Leiter der Branddirektion Leipzig,
Karl-Heinz Schneider. Bei seinem Besuch in
der Druckkammer informierte er sich darüber, welche Chancen die Hyperbarmedizin
bei Kohlenmonoxid- und Rauchgasvergiftungen bietet. Denn die Sauerstoff-Überdruckbehandlung ist die schnellste Möglichkeit, tödliches Kohlenmonoxid aus dem
Körper zu waschen und damit auch die gefährlichen Spätfolgen zu verhindern.
Das zweitägige Symposium hat deutlich gemacht, dass das Leipziger Hyperbarmedizinische Zentrum für Notfall- und Intensivmedizin
auf eine langjährige, fundierte wissenschaftliche Basis verweisen kann. Seit über 15 Jahren
wird am Universitätsklinikum unter Leitung
des Neurologen und Intensivmediziners Prof.
Dr. Dietmar Schneider geforscht, ob und wie
die Sauerstoff-Überdruckbehandlung bei akuter fokaler zerebraler Ischämie (einem Schlaganfall, hervorgerufen durch die Verstopfung eines Blutgefäßes im Gehirn) wirkt.
Acht Dissertationen, eine Habilitation und
eine lange Reihe wissenschaftlicher Publikationen zeugen von der wissenschaftlichen Expertise der Ärzte und Wissenschaftler, die sich
seit 1998 am Universitätsklinikum Leipzig mit
der Hyperbarmedizin beschäftigen. Auf Initiative der Leipziger Fachmediziner hin wurde
2011 zudem die neue wissenschaftliche Sektion Hyperbarmedizin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) gegründet.
Uwe Niemann
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Aus gelebter Zusammenarbeit
wird vernetzte Struktur
Neues Zentrum für seltene erkrankungen am UKL etabliert
Das Universitätsklinikum Leipzig ist seit
Jahren in vielen Bereichen Anlaufstelle für
Menschen mit seltenen Erkrankungen.
Jetzt steht diesen Patienten das neu etablierte Universitäre Zentrum für Seltene
Erkrankungen (UZSE) als zentraler Anlaufpunkt zur Verfügung. Hier wird das
Fachwissen von 22 in die Behandlung seltener Krankheiten eingebundenen Fachbereichen zusammengefasst: von der Kindermedizin und der Humangenetik über
die Rheumatologie und Endokrinologie
bis zur Virologie.
„Wir haben seit Jahren große Erfahrung
mit sehr seltenen Krankheiten wie beispielsweise dem Prader-Willi-Syndrom,
der Mukoviszidose oder der tuberösen
Sklerose, um nur drei Beispiele aus der
Kindermedizin zu nennen“, sagt Prof. Wieland Kiess, einer der Sprecher des Zentrums sowie Direktor der UKL-Klinik für
Kinder- und Jugendmedizin. „Mit der Einrichtung des Zentrums wollen wir unseren
Patienten eine weiter verbesserte Versorgung anbieten und vor allem auch die Erforschung und Entwicklung von Therapien
vorantreiben.“
Allein in der UKL-Kinderklinik wurden
Foto: Stefan Straube
n Am Universitätsklinikum Leipzig
steht den Patienten jetzt ein spezielles
Zentrum für seltene Erkrankungen zur
Verfügung. Hier wird das vorhandene
Spezialistenwissen für besondere
Krankheiten gebündelt und die Kompetenz zur Diagnostik und Behandlung seltener Krankheiten vereint. Die
Führung der Patienten durch das Labyrinth der verschiedenen Disziplinen
übernehmen dabei sogenannte Lotsen.
Dr. Skadi Beblo ist eine der Lotsinnen am Universitären Zentrum für Seltene Erkrankungen
(UZSE) am UKL.
im vergangenen Jahr Patienten mit 2000
unterschiedlichen Diagnosen aus dem Bereich der seltenen Erkrankungen behandelt. Insgesamt geht man für Deutschland
von 6000 Krankheiten
aus, die als selten bezeichnet werden. Das
bedeutet, dass nur
fünf von 10 000 Menschen daran erkranken. „Für uns als behandelnde Ärzte kann
das heißen, dass wir
nur einen einzelnen Patienten mit einer
bestimmten Erkrankungsform sehen, oder
aber Gruppen von Patienten, die 17 oder
24 Betroffene umfassen können“, erklärt
Prof. Kiess.
In die Versorgung solcher Patienten ist faktisch das gesamte Universitätsklinikum
mit fast allen Bereichen eingebunden. „Das
ist eine typische Aufgabe der Universitätsmedizin, die ein breites Fächer-Spektrum
und neuesten Kenntnisstand in einem
Haus vereint“, so
Kiess. Die Patienten
brauchen
oftmals
viele Fachrichtungen
für Diagnostik und
Therapie. Für die bereits gelebte übergreifende Zusammenarbeit bietet das Zentrum
nun eine vernetzte Struktur und für Betroffene einen zentralen Anlaufpunkt.
Hier stehen den Patienten jetzt drei Lotsen
als erste Ansprechpartner zur Verfügung.
Die Experten sollen insbesondere neuen
Patienten dabei helfen, gezielt die jeweils
individuell notwendigen Ansprechpartner
zu finden und, einen schnellen Zugang vermitteln. „Wir wollen auf diese Weise den
Patienten die lange Zeit der Suche nach
dem richtigen Arzt ersparen“, erklärt Prof.
Johannes Lemke, kommissarischer Leiter
des Instituts für Humangenetik und gemeinsam mit Prof. Kiess Sprecher des
UZSE.
Neben der Krankenversorgung ist auch
die Forschung auf dem Gebiet der seltenen Erkrankungen eine zentrale Aufgabe
des neugegründeten Zentrums. „Wir wissen oftmals noch viel zu wenig über die
Mechanismen der Entstehung und damit
auch über unsere Möglichkeiten einer
Vorsorge und Behandlung“, erklärt der
Humangenetiker Lemke, der seit Jahren
auf diesem Gebiet zu angeborenen Erkrankungen forscht. Die Wissenschaftler
hier noch besser zu verbinden, bestehende Projekte zu unterstützen und neue anzustoßen, ist eines der Ziele des UZSE.
„Wir stehen vor der großen Aufgabe, Menschen mit großen gesundheitlichen Problemen, deren Bedürfnisse lange vernachlässigt wurden, wirksam zu helfen und
künftig eine bessere Versorgung auch in
solchen Randgebieten der Medizin sicherzustellen“, so Kiess. „Mit dem UZSE haben
wir am Universitätsklinikum Leipzig jetzt
dafür auch die notwendigen institutionellen Bedingungen geschaffen.“
Helena Reinhardt
@ Mehr zum UZSE und Kontaktinformationen für Patienten im Internet unter:
www.uzse.uniklinikum-leipzig.de
Auf ein Neues: Leipzig hat (wieder) Sport im Blut!
Seit 1. März läuft die Sonderblutspende-Aktion des SC DHfK Handball in Zusammenarbeit mit dem UKL
„Die Begeisterung für den Handballsport
und gesellschaftliches Engagement lassen
sich mit dieser Aktion für uns hervorragend
verbinden“, sagt Karsten Günther, Geschäftsführer der Handballer des SC DHfK,
und ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir in
den nächsten Monaten erneut einen Beitrag
zu einer bedarfsgerechten Blutkonservenversorgung am Universitätsklinikum Leipzig leisten können.“
Ob Fans, Teammitglieder des SC DHfK,
Sponsoren oder einfach engagierte Blutspendewillige: Jeder im Alter zwischen 18
und 68 Jahren, der mindestens 50 Kilo-
gleich zweimal etwas Gutes“, ergänzt Günther, der schon seit 2008 Blutspender am
UKL ist.
Als Dank für die uneigennützige Geste der
Teilnehmer gibt es eine Freikarte für ein
Bundesligaspiel des SC DHfK und es winkt
eine Verlosung, bei der unter anderem zwei
VIP-Karten für das Saisonfinale am 7. Juni,
zwei Jahreskarten für die kommende Saison,
ein Gruppentraining mit dem Team und
weitere attraktive Preise zu gewinnen sind.
Anja Grießer
Foto: Stefan Straube
n Gemeinsam mit der UKL-Blutbank
organisieren die Handballer des SC
DHfK Leipzig erneut die Aktion „Leipzig
hat Sport im Blut!“: In erster Linie sind
die Handball-Fans und deren Familien
aufgerufen, vom 1. März bis 31. Mai für
die UKL-Blutbank und damit für die Patienten in Leipzig und der Region zu
sammeln. Alle Spender können an einer
Verlosung teilnehmen und zahlreiche
Preise wie VIP-Tickets oder eine Teilnahme am Mannschaftstraining gewinnen.
Das Blutbank-Maskottchen und Handball-Profi Lucas Krzikalla vom SC DHfK Leipzig freuen
sich auf viele Spendewillige.
gramm wiegt, kann sich beteiligen. Karsten
Günther betont, dass bei „Leipzig hat Sport
im Blut!“ der gute Zweck der Aktion wieder
im Vordergrund steht. So könne man nicht
nur einem Patienten in Leipzig auf einfache
Weise helfen, sondern zusätzlich die für die
Blutspende erhaltene Aufwandsentschädigung dem Handballnachwuchs des SC DHfK
als Spende überlassen. „Mit einem einzigen
freiwilligen Aderlass leisten Blutspender also
Die Teilnahme an der Aktion „Leipzig hat
Sport im Blut!“ ist einfach: Im Zeitraum
vom 1. März bis 31. Mai in der Blutbank des
Universitätsklinikums Blut spenden und
Teilnahme-Coupon für das Gewinnspiel
ausfüllen! Die UKL-Blutbank in der Johannisallee 32 (Haus 8) hat montags und freitags von 7 bis 19 Uhr, dienstags bis donnerstags von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Bitte den
Personalausweis zur Spende mitbringen.
Weitere Informationen zur Aktion „Leipzig
hat Sport im Blut!“ gibt es telefonisch unter
(0341) 97 25 393 sowie unter www.blutbankleipzig.de oder www.scdhfk-handball.de.
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LieBiGStRASSe AKtUeLL
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auch keuchhusten trifft nicht nur kinder. an Pertussis erkranken auch erwachsene, wenn sie keine schutzimpfung haben. „bei dieser krankheit sind
erwachsene oft das Hauptproblem.
Denn am anfang steht ein erkältungsartiger Husten, der von erwachsenen
nicht ernst genommen wird. in dieser
Zeit stecken sie die kinder an, die nicht
selten mit einer weitaus schwerwiegenderen ausprägung der erkrankung zu
kämpfen haben“, so Prof. schuster. Deshalb sei es für erwachsene, die ihre Verantwortung für die gesundheit ihrer
kinder und enkel wahrnehmen, ratsam,
alle zehn Jahre die entsprechende
schutzimpfung (Dreifach-Vorsorge gegen Wundstarrkrampf, Diphterie und
keuchhusten) zu wiederholen.
Windpocken: Am
ansteckendsten
vor den Bläschen
Die Windpocken sind so lange ansteckend, bis alle bläschen wirklich abgeheilt sind. „Das Heimtückische ist aber,
dass die krankheit am ansteckendsten
ist, wenn man sie noch gar nicht sieht“,
so Prof. schuster. „ein bis zwei tage vor
der ausbildung der bläschen ist die ansteckungsgefahr am höchsten. Man
kann das risiko also nur rückblickend
einschätzen.“ Das heißt: Wenn der
schulkamerad des eigenen kindes an
Windpocken erkrankt ist, muss man zurückrechnen: gab es ein oder zwei tage
vor den ersten bläschen einen kontakt?
Wenn ja, dann hat man sein kind hoffentlich schon mit einer impfung geschützt.
Masern: Impfen
noch nach der
Ansteckung
möglich
Haben die eltern eines kindes den Verdacht, dass es sich bei einem spielgefährten mit Masern angesteckt hat,
könnte die schutzimpfung noch helfen.
„Der impfstoff ist schneller als der Wildtyp der Masern“, erklärt Prof. schuster.
„Das heißt, der körper reagiert rasant
auf den impfstoff und bildet antikörper.
Damit wird die infektion mit den Wildmasern abgefangen; sie verläuft deutlich milder.“ Die Zeit für die nachträgliche schutzimpfung ist knapp: es bleiben
nur drei tage nach der infektion. innerhalb dieser Zeit können die Wildmasern
vom impfstoff „überholt“ werden. Das
macht man sich auch bei einer sogenannten riegelungsimpfung zunutze.
Ziel ist hier, die weitere Verbreitung des
erregers zu unterbinden, indem bei
kontaktpersonen eine schnellere antikörper-Produktion hervorgerufen wird.
Liebigstrasse aktueLL
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„Masern sind keine
Kinderkrankheit“
schutzimpfungen sind wichtigste und wirksamste Vorbeugemaßnahmen
für kinder und erwachsene
n Masern, Mumps und Röteln sind
nicht harmlos. „Masern sind keine
Kinderkrankheit und erst recht kein
Kinderkram“, sagt Prof. Dr. Volker
Schuster, Leiter der Kinderpoliklinik
des Universitätsklinikums Leipzig.
„Auch ungeimpfte Erwachsene können daran erkranken und dann andere anstecken. Deshalb ist es leichtfertig, den Impfschutz abzulehnen.
Zumal Impfungen heute zu den wichtigsten und wirksamsten Schutzmaßnahmen gehören, die in der Medizin
zur Verfügung stehen.“ Allerdings
sinkt in Deutschland die Bereitschaft,
sich impfen zu lassen, von Jahr zu
Jahr. Die Folge: Das Risiko wächst,
dass längst besiegt geglaubte Infektionskrankheiten wie die Masern wiederkehren.
„Jeder gesunde
Mensch sollte
gegen
alle
Krankheiten
geschützt sein,
gegen die eine
Impfung empfohlen wird“,
fordert
Prof.
Schuster. Deshalb verweist
er auf die beiden ImpfkalenProf. Volker Schuster
der, die die
Sächsische
Impfkommission für dieses Jahr veröffentlicht hat. Dort ist aufgelistet, wann
welcher Impfschutz erfolgen sollte. „Nur
Menschen, deren Immunsystem – wegen
eines angeborenen Immundefekts oder
weil sie sich gerade einer Chemotherapie
unterziehen – beeinträchtigt ist, sollten
erst nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt die Impfungen vornehmen lassen.“
Wie der Leipziger Kinderarzt sagt, sind in
armen Ländern die Menschen unendlich
dankbar für jede Impfung, die sie schützt.
„In unserer Gesellschaft aber ist vieles
ich-bezogen. Ich glaube, damit schleicht
sich auch die gesellschaftliche Verantwortung davon“, kritisiert Prof. Schuster. Natürlich habe der Mensch grundsätzlich
das Recht, selbst zu entscheiden, was er
tue und was er lasse. Wenn dies aber zum
Nachteil anderer sei, kehre sich die Freiheit des Einzelnen um – sie werde zur
Unfreiheit der anderen. „Die ganzen falschen Informationen der Impfgegner, das
ist alles wissenschaftlich widerlegt. Betrachten wir zum Beispiel diese Studie
über den angeblichen Zusammenhang
von Impfungen und Autismus. Sie war
eine glatte Fälschung. Und der britische
Arzt hat seinen Betrug damit bezahlt, dass
er seine Zulassung verlor. Dennoch berufen sich Impfgegner immer noch auf diese Studie, die aus Profitgründen gefälscht
wurde.“
In der Kinderpoliklinik der UniversitätsKinderklinik wurden jüngst drei Fälle von
Masern behandelt, eines der Kinder
musste auf die Intensivstation. Alle KinFoto: ukl
Keuchhusten:
Erwachsene
stecken Kinder an
Schon mit einem kleinen Pieks sind Kinder und Erwachsene vor vielen Krankheiten geschützt.
Fotos: Stefan Straube
der waren nicht geimpft. Doch die Masern sind nicht das einzige Problem. Auch
eine Reihe von jungen Grippepatienten
und eine gefährliche Meningokokken-Infektion zeigen, dass andere empfohlene
Schutzimpfungen nicht vorgenommen
wurden. „Bei dem Kind mit den Menin-
gokokken stand es auf des Messers
Schneide. Es gelang den Mitarbeitern der
Kinder-Intensivstation, sein Leben zu retten. Immerhin liegt bei dieser Erkrankung
die Sterblichkeitsrate bei zehn bis 15 Prozent. Dabei würde die Impfung wirkungsvoll schützen.“
Uwe Niemann
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BLuMEnStRAuSS DER WochE
Ein Dankeschön für Heidi Hantusch
Statt eines Reinigungs-Notfalls wartete auf Heidi Hantusch (r.) am 12. März ein Blumenstrauß der Woche in der
Zentralambulanz Innere Medizin. Schwester Rosemarie
Lohse bedankte sich damit für die tolle Arbeit, die Heidi
Hantusch seit 2009 in der Ambulanz leistet.
„Sie ist immer da, wenn wir sie brauchen, auch wenn es
schnell gehen muss oder es schon der dritte Anruf in Folge
ist“, so Schwester Rosemarie. „Und sie ist immer freundlich und extrem sorgfältig“, lobt die Schwester. In ihrem
Bereich sei es immer sehr ordentlich und „sehr, sehr sauber“.
Das Freundlichsein falle ihr nicht schwer, sagt Heidi Hantusch, die seit 16 Jahren im Auftrag der Reinigungsfirma
am UKL arbeitet und seit 2009 den Bereich der Zentralambulanz reinigt und dazu mehrmals täglich durch die
öffentlichen Räume geht. „Es kommt darauf an, schnell zu
sein“, so Hantusch. Aber das mache sie gern, denn sie arbeite sehr gern hier. „Die Schwestern sind sehr nett und
wir kommen alle gut miteinander klar.“
Foto: Stefan Straube
Mit dem „Blumenstrauß der Woche“ möchten wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universitätsmedizin „Danke“
sagen für ihre Arbeit und ihr Engagement. Wenn Sie jemanden kennen, der schon lange einen Blumenstrauß verdient
hat – sagen Sie es uns. Wir warten auf Ihre Vorschläge, bitte
per Mail an [email protected] oder per Telefon
(0341) 97 15 905.
Das Team der „Liebigstraße aktuell“
Reaktionen auf Nahrungs- und Suchtreize
im Gehirn können sich ähneln
Forscher des IFB AdipositasErkrankungen setzen sich mit typischen Verhaltensmustern
bei stark Übergewichtigen auseinander
n Im Gehirn von Menschen mit Adipositas und mit Suchterkrankungen ist
eine verstärkte Aktivität in bestimmten
Gehirnarealen als Reaktion auf Essensbeziehungsweise Suchtreize zu beobachten. Dabei steigt der Blut- und Sauerstoffspiegel in der Amygdala, einem
Gehirnbereich, der für die Wahrnehmung von Emotionen wie Angst, Erregung, Lust und Belohnung
wichtig ist.
Die als beglückend-positiv empfundene Reaktion auf Essen kann
langfristig zu einem gewohnheitsmäßigen Überessen führen.
Forscher des IFB AdipositasErkrankungen an der Universität
Leipzig stellten außerdem fest,
dass die Motivation, an bestimmte Nahrungsmittel zu kommen,
speziell bei adipösen Männern
auch nach dem Essen unverändert hoch war.
Deutsche und spanische Forscher
fanden Ähnlichkeiten in der Verarbeitung von Belohnungsreizen
bei Adipösen und Drogenabhängigen. Dazu werteten sie zahlreiche Studien mit Teilnehmern aus,
die entweder an Adipositas, einer
Suchtmittel- oder einer Verhaltensabhängigkeit wie Spielsucht
litten. In diesen Studien wurde
mit Hilfe der Magnetresonanztomografie die Verarbeitung von
Belohnungsreizen im Gehirn
sichtbar gemacht. Die festgestellten Reaktionsähnlichkeiten auf Nahrungs- beziehungsweise Suchtreize können helfen, die
Mechanismen der Erkrankungen besser
zu verstehen und effektivere Therapien zu
entwickeln. Erschienen sind die Ergebnisse der Analyse im Fachmagazin „Obesity
Reviews“.
Es ist verständlich, dass Menschen ange-
nehme
Empfindungen
wiederholen
möchten und dann immer stärker gewohnheitsmäßig handeln, um sie zu erreichen. Wer etwa regelmäßig Süßigkeiten
isst, um nach einem stressigen Arbeitstag
abzuschalten, läuft Gefahr, dass daraus
eine Gewohnheit wird. Die Hypothese,
dass es bei der Tendenz zu gewohnheitsmäßigem Verhalten einen Unterschied
zwischen normal- und übergewichtigen
Menschen gibt, überprüften kürzlich
Wissenschaftler des IFB am Max-PlanckInstitut für Kognitions- und Neurowissenschaften. Mit Hilfe eines Computertests wurde an 30 normal- und
übergewichtigen Männern im Alter zwischen 19 und 30 Jahren untersucht, wie
stark sie sich anstrengen, um ein bestimmtes Nahrungsmittel zu erhalten. Adipöse Teilnehmer waren auch nach dem Genuss des
Nahrungsmittels noch motiviert,
sich weitere Snacks zu erarbeiten.
Interessanterweise notierten sie
aber in der begleitenden schriftlichen Befragung, an diesem Nahrungsmittel eigentlich nicht mehr
interessiert zu sein. Aus dem Widerspruch zwischen Verhalten
und Denken bei adipösen Männern folgern die Wissenschaftler,
dass das unbewusste, gewohnheitsmäßige Essverhalten eine
Rolle spielt bei der Entwicklung
und Erhaltung von Übergewicht.
Die Schlussfolgerung lautet vor
allem, dass in Adipositas-Therapien nicht nur auf die bewusste,
kognitive Esskontrolle eingegangen werden muss, sondern verstärkt auch auf eingeschliffene
Essgewohnheiten. Ähnlich wie
im Achtsamkeitstraining muss
das Essen neu wahrgenommen
Ein gemeinsam zubereitetes und verzehrtes Abendessen kann viel zu einer gesunden Ernährung aller Familienmitglieder und ein neues Bewusstsein erbeitragen.
Foto: IFB Adipositas lernt werden.
Doris Gabel
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LIEBIGSTRASSE AKTUELL
SEITE 8
Liebigstraße – ein Ort mit Geschichte und Zukunft
Ein neues Denkmal für Bach
und studentischer Unterricht in 3D
Die Leipziger Universitätsmedizin blickt 2015 auf eine 600-jährige Geschichte zurück. Waren es zunächst Lehre und später auch
Forschung, die sie prägten, so bildet die Krankenversorgung seit dem Ende des 18. Jahrhunderts den dritten wichtigen Baustein der
universitären Medizin. Mit der Einführung des Unterrichts am Krankenbett werden 1799 in Leipzig die ersten Weichen für eine
Universitätsklinik gestellt – damals noch außerhalb des Stadtzentrums im Rosental.
Seit 1871 ist die heutige Liebigstraße wichtigster Schauplatz der weiteren Entwicklungen: Mit der Eröffnung des Krankenhauses
St. Jakob und dem anschließenden Bau zahlreicher Kliniken und Institute entwickelt sich das Medizinische Viertel.
Ein Ort, der auch heute im Wandel begriffen ist, um Krankenversorgung, Lehre und Forschung auf höchstem Niveau zu ermöglichen.
Ein Ort mit Geschichte und Zukunft.
Ist es Bach?
Der Anatom Wilhelm His identifiziert 1894
die Gebeine des Thomaskantors
n Das Bachdenkmal an der Thomaskirche gehört zu den Sehenswürdigkeiten in Leipzig schlechthin. Es zeigt den langjährigen
Thomaskantor Johann Sebastian
Bach vor einer Orgel stehend, die
rechte Hand zum Dirigieren erhoben. Das Besondere daran: So, wie
ihn die Bronzestatue zeigt, hat der
Komponist mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich ausgesehen.
Ende des 19. Jahrhunderts wird die Johanniskirche, an deren Stelle heute das
Grassi-Museum steht, durch den Architekten Hugo Licht grundlegend umgestaltet. Bei den Bauarbeiten wird 1894
das Grab Bachs wiederentdeckt, der
1750 im Alter von 65 Jahren gestorben
war. Der an der Medizinischen Fakultät
der Universität Leipzig tätige, international anerkannte Anatom Wilhelm His
wird hinzugerufen. Er begutachtet die
sterblichen Überreste, vergleicht den
gut erhaltenen Schädel mit einem zeitgenössischen Porträt des Komponisten
und kommt zu dem Schluss, dass es sich
höchstwahrscheinlich um Bach handelt.
Zu diesem Zeitpunkt wird schon seit
mehreren Jahren über ein neues Denkmal für den Musiker in Leipzig diskutiert, durch die Identifizierung seines
Schädels werden die Pläne konkreter.
Wilhelm His führt bei einer Gruppe
von Männern, die im gleichen Alter wie
Bach zu seinem Todeszeitpunkt sind,
Dickenmessungen der Gesichtshaut
durch. So kann der Bildhauer Carl Seffner das Gesicht des Thomaskantors anhand des Schädels und der Messungen
von His rekonstruieren und schließlich
die 2,45 Meter hohe Statue entwerfen,
die anschließend in Bronze gegossen
wird.
Enthüllt wird das Denkmal vor dem
Südportal der Thomaskirche im Mai
1908, die Gesamtkosten hatten sich auf
50 000 Goldmark belaufen.
Bachs Gebeine werden zunächst mit
denen des Dichters Christian Fürchtegott Gellert in einer gemeinsamen Gruft
in der Johanniskirche beigesetzt. Diese
wird im Zweiten Weltkrieg zerstört, die
sterblichen Überreste Bachs werden in
die Thomaskirche überführt. Unter einer bronzenen Grabplatte ruhen sie bis
heute.
Ines Christ
Das neue Bachdenkmal vor der Thomaskirche zeigt den Komponisten, wie er mit großer Wahrscheinlichkeit in höherem Alter aussah.
Foto: Volkmar Heinz
Zum
Weiterlesen
Neuroblasten
und Nervenkränzchen
Ein vielseitig interessierter Forscher und Mediziner ist der gebürtige Schweizer und lange Jahre in Leipzig wirkende Anatom Wilhelm His (1831 - 1904). 1872 tritt er sein Amt
als ordentlicher Professor für Anatomie und
Direktor des Anatomischen Instituts an der
Universität Leipzig an.
Mit Nachdruck engagiert er sich für einen
Neubau, denn die alten Unterrichtsräume am
Augustusplatz sind trotz mehrerer Umgestaltungen inzwischen baufällig. Universität und
Stadt Leipzig stellen Geld bereit – 1875 wird
das neue Anatomische Institut eröffnet, das
für ganz Europa Modellcharakter besitzt. Es
befindet sich an der Ecke Nürnberger Straße
im gerade entstehenden Medizinischen Viertel Leipzigs.
His‘ Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Histologie (Gewebelehre) und Embryologie. Bei seinen Untersuchungen zur
embryonalen Entwicklung des Nervensystems gelingt ihm die fundamentale Entdeckung des Neuroblasten – aus diesem Zelltyp
Der in Leipzig
entwickelt sich jede Nervenzelle des mensch- tätige Anatom
lichen Körpers. Damit beeinflusst er die zu Wilhelm His.
dieser Zeit weltweit intensiv geführten Diskussionen zur Verknüpfung von Nervenzellen. Leipziger Kollegen: Beim Leipziger „NerUm 1880 wird Leipzig schließlich zu einer venkränzchen“ treffen sich Wilhelm Erb
der Hauptstätten neurologischer Forschung. und Wilhelm His mit Julius Cohnheim
Der anerkannte Neurologe Wilhelm Erb (Pathologie), Karl Weigert (Neuropathonimmt einen Ruf nach Leipzig an, und neben logie), Paul Flechsig (Hirnforschung) und
der Zusammenarbeit auf offizieller Ebene Adolf von Strümpell (Neurologie) zum
kommt es auch privat zum Austausch mit wissenschaftlichen Diskurs in geselligem
Rahmen.
ic
den
Foto: Universitätsbibliothek Leipzig, Fotoalbum 11
LIEBIGSTRASSE AKTUELL
|
Leipziger Mediziner und ihre Werke.
Von Thomas Arendt, Cornelia Becker,
Katharina Spanel-Borowski und HeinzGerd Zimmer. Leipzig 2006.
575 Jahre Medizinische Fakultät der
Universität Leipzig. Herausgegeben von
Ingrid Kästner und Achim Thom. Leipzig
1990.
Professorenkatalog der Uni Leipzig:
www.uni-leipzig.de/unigeschichte/
professorenkatalog/
Leipzig-Lexikon:
www.leipzig-lexikon.de
Webseite der Thomaskirche:
www.thomaskirche.org
Seite 9
Ein Meilenstein der anatomischen Ausbildung
n Historisch und aktuell zugleich, vor allem aber faszinierend sind sie, die HisSteger-Gipsmodelle mit ihrer naturgetreuen Darstellung des menschlichen
Körpers. Heute sind sie Teil der Anatomischen Sammlung im Institut für Anatomie an der Medizinischen Fakultät der
Uni Leipzig am Eingang zur Liebigstraße.
Zu sehen gibt es beispielsweise Gips-Torsi
weiblicher Körper, anhand derer die Medizinstudenten die oberflächliche Gesichts- und
Halsmuskulatur, Blutgefäße oder die Lage der
inneren Organe studieren konnten. Andere
Präparate geben detailliert Auskunft über die
Form des Magens oder die Lage der Geschlechtsorgane der Frau bis hin zur kompletten Muskulatur der Extremitäten und des
Rumpfes.
Die Modelle gehen auf eine Idee des AnatomieProfessors Wilhelm His zurück: Als er 1872
nach Leipzig kam, unterrichtete er hier etwa
150 Studenten gleichzeitig. His war wahrscheinlich bestrebt, den Unterricht besonders
anschaulich zu gestalten. Gemeinsam mit dem
Künstler und Gipsmodelleur Franz Josef Steger entwickelte er unter anderem dreidimensionale Gipsmodelle, die Eingang in den Unterricht fanden. Es war eine Ergänzung zu den
Abbildungen in den Büchern und den auch
damals schon stattfindenden Präparierübungen.
Auch wenn sie heute nicht mehr im studentischen Unterricht zum Einsatz kommen: Die
Möglichkeit dafür gäbe es, denn die His-Steger-Gipsmodelle geben die menschliche Anatomie exakt wieder. „Auch die Kolorierung
entspricht der natürlichen Farbe“, sagt Dr.
Christine Feja, Leiterin der Anatomischen
Sammlung. Grundlage für Ersteres war vor allem die Modelliermethode, mit der His und
Steger arbeiteten: Zunächst wurde der Körper
mit Chromsäure fixiert. Auf diese Weise wurde
das Gewebe gehärtet, denn anschließend erfolgte die Präparation, bevor der erste Gipsabguss genommen wurde. Danach wurde Schicht
für Schicht präpariert und abgegossen. So sind
Serien entstanden, die die Anatomie von der
Körperoberfläche bis in die Tiefe der Körperhöhlen zeigen.
Ein Großteil der historischen His-Steger-Gipsmodelle ist bei den schweren Bombenangriffen
auf Leipzig im Dezember 1943 zerstört worden. Glücklicherweise hatte man zu diesem
Zeitpunkt bereits einige Präparate ausgelagert,
und auch die wertvollen Gipsformen blieben
im Atelier Stegers erhalten. So konnten später
Neu-Abgüsse anhand der Original-Formen
entstehen, die zusammen mit einigen wenigen
erhaltenen Modellen bis heute zu sehen sind.
Eröffnet wurde die Anatomische Sammlung in
ihrer jetzigen Form im Jahr 2001. Wenig später
meldeten sich Nachfahren Stegers, die davon
aus der Zeitung erfahren hatten, beim Institut
für Anatomie. Sie stellten der Sammlung zwei
besondere historische Kostbarkeiten zur Verfügung: eine Preisliste und einen Versandkatalog für die His-Steger-Gipsmodelle, beides
etwa aus der Zeit um 1900. Käufer gab es für
die detail- und naturgetreuen Präparate übrigens auf der ganzen Welt: „Überliefert sind
Anfragen aus Europa, Neuseeland und Australien. In wie viele andere Länder genau die Modelle noch gingen, entzieht sich heute leider
unserer Kenntnis“, sagt Dr. Feja.
Ines Christ
Alle Fotos: Stefan Straube
His-Steger-Gipsmodelle vermitteln bis heute ein realistisches und detailgetreues Bild vom Körper-inneren
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LieBiGStRASSe AKtUeLL
SEITE 10
Eintauchen in die Welt des Sherlock Holmes
Neues Sachbuch über den Meisterermittler erschien kürzlich zur Buchmesse
Obwohl die Kriminalgeschichten um das
Ermittler-Duo um die 100 Jahre alt sind,
haben sie nichts an Beliebtheit eingebüßt. Die Anglistin Dr. Maria Fleischhack von der Universität Leipzig hat sich
intensiv mit diesem Phänomen auseinandergesetzt und ein Buch darüber geschrieben. Es ist zur Leipziger Buchmesse am 15. März erschienen.
"Die Welt des Sherlock Holmes" ist der
Titel des Werks, das die englische Literaturwissenschaftlerin im Auftrag der
Wissenschaftlichen Buchgesellschaft verfasst hat und das im Lambert Schneider
Verlag erscheint. "Es ist für Menschen
gedacht, die sich für Sherlock Holmes
interessieren, aber noch nicht so viel
über ihn wissen", sagt die Autorin. Sie
erzählt über die insgesamt 60 Fälle des
genialen Detektivs, ohne zu viel zu verraten, gibt Einblick in die Persönlichkeiten der beiden Ermittler und versucht zu
ergründen, worin das Erfolgsgeheimnis
der Geschichten Doyles liegt.
"Man versucht immer, selbst der Detektiv
zu sein, aber der Autor Doyle enthält seinen Lesern immer wichtige Informationen vor", berichtet Fleischhack, die selbst
schon lange Sherlock-Holmes-Fan ist.
Foto: Uni Leipzig / Kati Voigt
n Sherlock Holmes gilt als ein etwas
eigensinniges kriminalistisches Genie, das auf der Suche nach dem Täter gern mal seine Mitmenschen vor
den Kopf stößt. Immer aber ist er der
Polizei in seinen Ermittlungen mindestens einen Schritt voraus. Wer
sich von Autor Arthur Conan Doyle in
die Welt des Detektivs Sherlock
Holmes und seines Assistenten John
H. Watson entführen lässt, kann
schon mal vergessen, dass beide rein
fiktive Figuren sind.
Forscht zu Sherlock Holmes, dem berühmten Privatdetektiv: Dr. Maria
Fleischhack.
Als Kind schaute sie die Filme, im Studium gehörten die Seminare über die
Kunstfiguren Doyles zu ihren LieblingsLehrveranstaltungen. "Doyle hat eine
unheimlich schöne Art, die Welt zu beschreiben", schwärmt Fleischhack, die am
Institut für Anglistik lehrt.
Neben allen wichtigen Fakten, die der
Leser über Holmes und Watson sowie
deren Schöpfer kennen sollte, erfährt er
auch einige lustige Anekdoten am Rande. So über Holmes' Wohnung in der
Baker Street 221b in London, einer da-
mals fiktiven Adresse, wo sich heute ein
Sherlock-Holmes-Museum befindet. Besonders eifrige Fans des Meisterdetektivs
schrieben Rat suchend Briefe an diese
Adresse, andere bewarben sich als Haushälterin des Ermittlers.
"Sherlock Holmes ist auch heute nicht
out. Ich habe gemerkt, dass das Thema
gerade jetzt wieder sehr aktuell ist", ist
Fleischhack überzeugt. Grund dafür seien
unter anderem der Erfolg des Kinofilms
"Sherlock Holmes" aus dem Jahr 2009
mit Robert Downey Jr. und Jude Law in
den Hauptrollen sowie der BBC-Fernsehserie "Sherlock", die den Stoff kurzerhand ins 21. Jahrhundert gelegt und mit
dieser moderneren Version auch ein jüngeres Publikum begeistert hat.
Auch wenn die Geschichten Doyles in
Deutschland sehr bekannt sind, so gibt
es doch bisher eher wenige Sachbücher
über das Thema. Diese Lücke hat Maria
Fleischhack mit ihrem Werk geschlossen.
"Das ist eine Arbeit, die ich aus Überzeugung getan habe", sagt die junge
Wissenschaftlerin.
Susann Huster
Professorin: "Kunst kann
Gesellschaft und Mentalitäten prägen"
Professur für osteuropäische Kunstgeschichte ist neu besetzt
"Kunst formt die Erinnerungskultur der
Menschen und hilft ihnen, ihre Verhältnisse zu überdenken", sagt die in Ljubljana im heutigen Slowenien aufgewachsene Wissenschaftlerin.
"Ich beschäftige mich nicht nur mit der
klassischen Kunstgeschichte oder der
elitären Hochkunst. Mich interessieren
auch andere Themen, wie etwa die Wirkung von Bildern in den Medien bis in
die moderne Zeit", erläutert Zimmermann. Ihr Forschungsrepertoire reicht
von mittelalterlicher Kunst über DDR-
LIEBIGSTRASSE AKTUELL
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Foto: Uni Leipzig / Swen Reichhold
n Prof. Dr. Tanja Zimmermann ist
neu an die Universität Leipzig berufene Professorin für Kunstgeschichte
mit Schwerpunkt Osteuropa. Die
48-Jährige ist fest davon überzeugt,
dass Kunst nicht nur durch ihre ästhetischen Qualitäten interessiert,
sondern Gesellschaft und Mentalitäten prägen kann – oftmals mehr als
die Politik.
Prof. Dr. Tanja Zimmermann ist neu an die Universität Leipzig berufene Professorin für Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Osteuropa.
Fotografie bis hin zu Video- und Performance-Kunst in Osteuropa. Gerade
forscht die Wissenschaftlerin zu Kunst
über Menschen am Rande der Gesell-
schaft, wie zum Beispiel Videos und Fotografien über behinderte und obdachlose Menschen. "Kunst kann provozieren
und damit die Gesellschaft wachrütteln", so Zimmermann.
In der Lehre möchte sie Tradition und
Moderne verbinden. So bietet sie unter
anderem Seminare zu Ikonen und ostkirchlichem Bildverständnis vom Frühmittelalter bis zum beginnenden 20.
Jahrhundert an, aber auch zu modernen
Formen des Comics. Gemeinsam mit
Kolleginnen und Studierenden plant die
Professorin dazu Ende dieses Jahres einen Workshop und eine Ausstellung im
Rahmen der Leipziger-Buchmesse im
darauffolgenden Frühjahr. Die Teilnehmer erfahren dabei, dass Comics nicht
mehr nur ein Medium der Unterhaltung
sind, sondern sich auch mit historischpolitischen Themen wie der Belagerung
von Sarajevo oder der Ermordung der
russischen Journalistin Anna Politkowskaja beschäftigen.
SH
SEITE 11 Jenseits der LIEBIGSTRASSE
Leipzig will 465 Litfaßsäulen aufkaufen
Werbeflächen sollen neu ausgeschrieben werden
n Leipzig will die Außenwerbung in der Stadt professioneller gestalten und plant deshalb,
die Rechte europaweit neu auszuschreiben. Sollte es dabei zu
einem Wechsel des Konzessionsinhabers kommen, würde die
Kommune sämtliche Litfaßsäulen in der Stadt aufkaufen – und
das sind immerhin 465 Stück.
Derzeit werden sie wie die großen
Werbeflächen entlang von Straßen,
auf Plätzen und an Haltestellen
auch von der DSM Deutsche Städte
Medien GmbH bewirtschaftet. Sie
ist noch im Besitz der Werbekonzession, für die die Kommune Millionen kassiert. Doch am 31. Dezember 2016 läuft der ExklusivLangzeitvertrag mit der Stadt
regulär aus.
DSM gehört zur Ströer-Gruppe, einem der größten Anbieter von
Stadtwerbung in Europa. Das Verkehrs- und Tiefbauamt fragte bereits bei DSM an, wie hoch die Ablösesumme für die Litfaßsäulen
ausfallen würde. Am 25. März will
sich der Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung mit dem neuen Werbekonzept für Leipzig beschäftigen,
das vom Dezernat von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) vorgelegt wurde.
Welche Erwartung die Verwaltung
mit der Ausschreibung verfolgt, beschreibt sie in der vertraulichen Beschlussvorlage für den Stadtrat so:
„Mit der Neuvergabe der Außenwerberechte hat die Stadt die Möglichkeit, das Stadtbild zeitgemäßer
und unter Beachtung der in großen
Teilen prägenden gründerzeitlichen
Architektur neu zu gestalten. Daher
sollen die Werbeträgerarten aus
dem Werbeträgerportfolio zu einer
erkennbaren Designfamilie gehören
und sich in ihrer Form und Gestaltung in die Umgebung einfügen.“
Auch die Liste der Werbeplätze soll
überarbeitet werden.
Wegen der langen Vertragsdauer
plant die Stadt künftig auch, ein digitales Werberecht zu vergeben, weil
dieses Medium an Bedeutung gewinnt. Der Stadt geht es einerseits
um ein einheitliches Bild, andererseits um den höchsten Profit.
Nur wenn die Attraktivität der Werberechte steigt, neue Formen der
Werbung möglich werden, könne es
einen „maximalen Wettbewerb um
die Werberechte“ geben. Aus den
Erlösen ließen sich Zusatzleistungen wie WC, Papierkörbe und
Spritzschutz an Haltestellen finanzieren, die nicht mehr Bestandteil
der Konzession sein sollen. Ströer
wollte sich nicht dazu äußern, solange es keine neue Ausschreibung
gibt.
Klaus Staeubert
Sie sind auch für die städtischen
Kulturbetriebe beliebte Werbeflächen: Leipzigs 465 Litfaßsäulen.
Foto: A. Kempner
Cospudener See: Parken am Nordstrand
soll dieses Jahr kostenlos sein
Verheißungsvolle Post vom Leipziger Grünflächenamt / Frischzellenkur nach langen Querelen
n Gute Nachricht für alle Badegäste
am Cospudener See: Das Parken am
Nordstrand auf der riesigen Stellfläche an der Brückenstraße soll in diesem Jahr kostenlos bleiben. Das geht
aus einem Schreiben von Inge Kunath,
der jüngst ausgeschiedenen Leiterin
des Leipziger Amtes für Grünflächen
und Gewässer, an Seebetreiber Christian Conrad von Pier 1 hervor.
Wie von der Leipziger Volkszeitung, berichtet, hatte sich die Stadt über den Winter von dem bisherigen Parkplatzpächter,
der Schweriner Parkplatzgesellschaft, im
Streit getrennt. Kunath hatte danach erst
im Januar noch eine Neuausschreibung
der Fläche zur laufenden Saison angekündigt. Dann rückte sie wieder davon ab.
Seepächter Conrad sieht das Gratisangebot mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich sei das kostenfreie
Parken „tausendmal besser“ als die überhöhten Parkgebühren der Vorjahre. Eine
Tagespauschale von zehn Euro, Kurzzeitparken nicht unter zwei Euro, Automaten
ohne Wechselgeld – überliefert seien ihm
auch Fälle, bei denen bei Gesellschaften
doppelt abkassiert, auch schon mal Schläge angedroht oder Autoschlüssel weggeworfen wurden, erzählt Conrad.
Mit dem kostenlosen Parkplatz an der
Teuer in den Vorjahren, in diesem Jahr gratis: Hunderte Parkplätze stehen an der Brückenstraße für
Besucher des Cospudener Sees bereit.
Foto: André Kempner
Brückenstraße könnten der Nordstrand
und die dortigen Servicestationen in diesem Jahr wieder toll besucht werden, hofft
er. In den vergangenen Jahren habe der
Besuch wegen der Ärgernisse beim Parkplatz spürbar nachgelassen, erinnert er
sich.
Am liebsten wäre es ihm allerdings, wenn
der Parkplatz an seine Seebetriebsfirma
verpachtet werden könnte, sagt er. „Nein,
wir wollen damit keinen Gewinn machen,
sondern nur damit sicherstellen, dass wir
die Strandbesucher und Stationspächter
zufriedenstellen“, erklärt er. Ihm schwebt
eine Tagespauschale von etwa zwei Euro
fürs Parken vor, dafür könne dann der
Shuttle zum Strand – wie in den Ursprungsplänen für den Cospudener See
immer vorgesehen – durchgeführt und der
Parkplatz sauber und ordentlich gehalten
werden, erläutert er. Er könne sich sogar
vorstellen, auch das zuletzt ungenutzte
Expo-Häuschen wieder zu sanieren, darin
eine Ausstellung zur Entstehung des Neu-
seenlandes zu organisieren, im Erdgeschoss ein Lädchen zu öffnen, so Conrad.
Die Stadt Leipzig äußerte sich auf eine Anfrage zu den Plänen zum See und die Parksituation bislang nicht. Das kostenlose
Parken wäre wie eine Frischzellenkur für
den Nordstrand.
Aber auch das derzeit im Sommer überlaufene Zöbigker und seine angespannte
Parksituation würden davon profitieren,
wenn anderswo hunderte kostenfreie Parkplätze für die Seebesucher entstünden und
genutzt würden, glaubt Conrad.
Zum 15. Geburtstag des Cospudener Sees
– einer der Beiträge Leipzigs zur Expo
2000 – planen er und die im Hafen ansässigen Betriebe eine große Festwoche. „Wir
wollen die längste Tafel Markkleebergs auf
dem Pier aufbauen“, schaut er voraus. Geplant seien auch ein großer Bootscorso
mit den Seglern über den See, Abendfahrten mit der MS Cospuden, spezielle Veranstaltungen von der Segelschule bis zur
Sauna.
Besonders freut sich Conrad, dass die Stadt
Markkleeberg den Hafen unterstützt bei
einem Hafenkonzert mit einer großen Kapelle. „Wir erarbeiten derzeit das Programm für alle Veranstaltungen. Es wird
für jeden etwas dabei sein“, verspricht er.
Termin für die Geburtstagsfeier sei die
Woche nach Pfingsten.
Jörg ter Vehn
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LIEBIGSTRASSE AKTUELL
SEITE 12
Japanische Touristen bleiben weg
Für dieses Jahr sind alle Buchungen im Auerbachs Keller storniert – auch eine Folge der Legida-Demos
n Die Auswirkungen der Legida-Demonstrationen und der Ausschreitungen durch Linksautonome auf die Geschäfte von Leipziger Unternehmern
werden immer deutlicher. Jetzt ist
auch der Tourismus betroffen. Im
Auerbachs Keller haben die japanischen Reiseveranstalter für alle angemeldeten Reisegruppen ihre Buchungen storniert. Das erklärte Bernhard
Rothenberger, Chef des traditionsreichen Restaurants, während eines Pressetermins des Deutschen Hotel- und
Gaststättenverbands (Dehoga) unlängst in Dresden.
Die Bilder aus Leipzig sind längst um die
Welt gegangen. Während einer der vergangenen Legida-Demonstrationen war
auch ein japanisches Fernsehteam vor Ort.
Das zeigt offenbar Wirkung. Und auch die
allgemeine Sicherheitslage in Deutschland
wird in Japan sensibel eingeschätzt. Das
japanische Außenministerium hat zwar
keine formelle Reisewarnung ausgesprochen. Dennoch wird zu besonderer Vorsicht bei Reisen aufgerufen – allerdings
nicht wegen Pegida/Legida, sondern wegen
der Terrorgefahr. Gewarnt wird auf der
Homepage des japanischen Außenministeriums vor großen Menschenansammlungen. Verwiesen wird auf den AntiterrorEinsatz in Bremen, Drohungen gegen den
Karnevalsumzug in Braunschweig, PegidaDemonstrationen in Dresden und
Deutschland als potenziellem Ziel islamistischer Terror-Organisationen.
„Wir Deutschen sind härter im Nehmen“,
sagt Bernhard Rothenberger. Auf einen Japaner würden Bilder von Gewalt und Zerstörung ganz anders wirken. Etwa 4000 bis
5000 Gäste aus dem ostasiatischen Land
kommen normalerweise jedes Jahr in den
Auerbachs Keller – bei rund 350 000 Gästen insgesamt. Kein ganz großer Einschnitt,
trotzdem fehlen dem Unternehmer die
treuen Kunden. „Der Imageschaden für
Leipzig ist aber ein ganz anderer.“ Rothen-
Japanische Reisegruppen gehören zum Bild der Stadt. Werden die Touristen aus Fernost jetzt weniger?
berger geht dennoch davon aus, dass sich
die Lage wieder beruhigt.
Der Wirt hat aus seiner Buchhaltung Vergleichszahlen gezogen und alle Tage mit Legida-Demonstrationen den entsprechenden
Tagen im Vorjahr gegenübergestellt. Unter
dem Strich sind durch das Demo-Geschehen 30 Prozent weniger Gäste gekommen,
der Umsatz ist um 39 Prozent gesunken. An
manchen Demo-Tagen liegt der Umsatzverlust bei 65 Prozent im Vergleich zum gleichen Tag im Vorjahr.
Auf der internationalen Tourismusmesse
ITB in Berlin sei Legida in Gesprächen mit
der japanischen Niederlassung der Deutschen Zentrale für Tourismus kein Thema
gewesen, beruhigt Volker Bremer, Geschäfts-
führer der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM), der aber ebenfalls hofft,
dass sich das Thema bald erledigt hat. Denn:
2014 lag Japan mit 12 690 Übernachtungen
(plus 8,7 Prozent) in den Top 10 der Leipziger Auslandsmärkte. Der Anteil der japanischen Übernachtungen liegt bei 0,45 Prozent an den Gesamtübernachtungen von 2,8
Millionen. Für den Wirtschaftsfaktor Tourismus sei von Bedeutung, ob Kongressentscheider sich aus Imagegründen für andere Kongress- und Tagungsstandorte
außerhalb Sachsens entscheiden, so LTMChef Bremer. „Da Kongresse aber langfristig
geplant werden und für die nächsten Jahre
zum Teil bereits terminiert sind, sind hier
Auswirkungen erst ab 2017 zu erwarten.“
Foto: Volkmar Heinz
Von der fernöstlichen Skepsis offenbar nicht
betroffen ist das internationale Bachfest, das
vom 12. bis 21. Juni in Leipzig stattfindet
und traditionell viele Besucher aus Japan
anlockt. Der Vorverkauf laufe sehr gut, sagte
eine Sprecherin des Festivals. Viele ausländische Gäste hätten schon Ende 2014 gebucht,
lange vor den Legida-Demos. Stornierungen
aus Japan aufgrund der politischen Situation
seien ihr nicht bekannt. Vergangenes Jahr
waren 65 000 Besucher aus 32 Nationen zu
den Konzerten des Bachfestes nach Leipzig
gekommen. Am stärksten waren neben nationalen Besuchern Gäste aus den USA, Australien, der Schweiz, den Niederlanden,
Großbritannien, Kanada und Japan vertreten.
Björn Meine, Klaus Staeubert
Blogger lernen Leipzigs lukullische Szene kennen
15 Web-Autoren aus Leipzig und ganz Deutschland beim ersten Leipziger Greenwalk
n „Leben, um davon zu erzählen“,
heißt es bei Gabriel García Márquez.
„Essen, um davon zu bloggen“, hieß
es Mitte März für 15 Foodblogger, die
sich einen ganzen Tag lang durch acht
Leipziger Cafés und Restaurants gefuttert haben, um online live darüber
zu berichten. Blogger-Events heißen
solche Treffen, bei denen sich die gut
vernetzten Online-Autoren in der
realen Welt treffen.
Die Idee zum Greenwalk haben die Master-Studentinnen und Wahl-Leipzigerinnen Liv Rothhaar, Julia Horti, Dinah
Braun und Lucy Sonnet als Seminarprojekt an der Universität Halle entwickelt
und umgesetzt.
Im Café Goodies in der Nikolaistraße bot sich
an jenem Sonnabend Mitte März ein merkwürdiges Bild: Anstatt zu essen, hantieren die
Gäste mit Kameras und Smartphones über
LIEBIGSTRASSE AKTUELL
|
ihren Tellern. „Wie schmeckt das Dessert?“,
auch für Klassiker aus Omas Hausschatz befragt eine junge Frau und schaut durch ihre
geistern sich Autoren und Leser. „Ich suche
Kamera auf die kleinen Kostproben aus Cedie goldene Mitte. Ich bin ganz scharf auf die
realien, Joghurt und Früchten. „Keine Ahalten Rezepte meiner Großmutter, interpretienung, ich muss erst mal posten“, lautet die
re sie aber gerne neu“, erklärt Mara Hörner.
Antwort der Tischnachbarin, die gerade konDie 34-Jährige aus Karlsruhe betreibt schon
zentriert auf ihrem
Telefon tippt.
„Foodblogger“ nennen sich Autorinnen
und Autoren, die
meist auf eigenen
Webseiten
(Blogs)
aber auch in sozialen
Medien wie Facebook
oder Instagram rund
ums Essen (Food),
Kochen und Genießen berichten. Im
Trend liegen vegane
und vegetarische
Foto: W. Zeyen
Kreationen, aber Die Blogger beim Leipziger Greenwalk.
seit einigen Jahren ihren eigenen Foodblog als
Hobby. „Dort kann ich mich ausleben und
auch mal flapsig sein“, so die Rechtsanwältin,
„es geht auch viel um persönliche Dinge, Erlebnisse und Erinnerungen, die man mit dem
Essen hat.“
Dass ein Foodblog mehr als eine Rezeptesammlung im Internet ist, bestätigt auch die
25-jährige Liv Rothhaar: „Es ist eher wie ein
öffentliches Tagebuch.“ Valeen Kölling vom
Café Goodies fand die Idee sofort überzeugend: „Wir haben ja neu eröffnet und das ist
eine gute Gelegenheit, uns vorzustellen“, so
die 25-Jährige. „Ein Blogger-Event hatten wir
selbst in Berlin noch nicht, wo wir mit dem
Café angefangen haben.“
Ob es eine weitere Auflage des Greenwalks geben wird, ist ungewiss. „Die Blogger haben
uns schon gelöchert, wann das nächste Treffen
ist“, erzählt Julia Horti, „doch wir müssen erst
einmal die Masterarbeit schreiben, bevor wir
das nächste Projekt angehen“. Roman Kreusch
SEITE 13 Jenseits der LIEBIGSTRASSE
Herr Schiller hat Burnout
Jens-Uwe Jopp konfrontiert den Nationaldichter auf der Kabarett-Bühne mit unserer Zeit
n Ein Blick auf Schiller lohnt sich immer noch. Nicht nur in der Schule –
auch auf der Kabarettbühne als kluges
Korrektiv der Missstände unserer Zeit.
Das zeigt Jens-Uwe Jopp, Lehrer und
Kabarettist, in seinem neuen Programm „Schiller in Burnout – wer
braucht diesen Mann?“.
thetischen Erziehung des Menschen“ von
1793 am Herzen. Dort entwirft Schiller vor
dem Hintergrund der jakobinischen Säu­
berungen das Bild eines Staates, welcher
seine Bürger mündig erziehen soll und
nicht zur „Verleugnung der Natur“ zwin­
gen darf. Er ist – ähnlich dem politisch
denkenden Kabarettisten – ein unerbittli­
cher Kritiker seiner Zeit. Ein Humanist.
Und hier deutet sich der satirische Konflikt
an: Die Konfrontation der Realität mit dem
Ideal einer bürgerlich­humanistischen Ge­
sellschaft und Demokratie, die zu zerbre­
chen droht.
n Gab es Burnout damals schon, wenn
auch nicht den Begriff?
n Wie unterscheiden sich die Zeiten?
Schiller lebte zu Beginn der Moderne, wir
stehen vor einem Ende oder zumindest an
einem postmodernen Wendepunkt. Schiller
sah eine Welt untergehen. Die Welt des
Adels, der Konventionen, der Stände, der
Etikette und der Leibeigenschaft. Und eine
neue entstehen. Daher gewinnt seine Frei­
heitsidee auch die kulturphilosophische
Kraft und Dynamik. Wir hingegen sehen
heute diese damals entstandene angelsäch­
n Sie verwenden Original-Zitate. Verstehen wir die heute überhaupt noch?
„Die Freiheit des Ganges, welche Sie mir
vorschreiben, ist kein Zwang, vielmehr ein
Bedürfnis für mich.“ Das ist schon starker
Tobak. Geschraubt, inversiv, metaphorisch.
Selbst der Verehrer Hölderlin kritisiert ihn
vorsichtig: „Sie schreiben aber ange­
strengt.“
Foto: Andreas Döring
Natürlich ist dieser Begriff ein post­
moderner, bewusst gewählt, um die Kon­
frontation Schillers mit der Gegenwart zu
unterstreichen. Aber die persönliche Situa­
tion Ende 1784, Anfang 1785 trug bei
Schiller schon Anzeichen einer körperli­
chen und geistigen Erschöpfung. Er hatte
sich nach dem fulminanten „Räuber“­Start
im Januar 1782 am Theater Mannheim als
alles andere als ein Kassenmagnet bewährt.
Und er war ja ein politischer Flüchtling,
der Herzog von Württemberg hatte ihn
verbannt. Eine verzweifelte Situation, bis er
von Fans aus Leipzig eingeladen wurde,
von Christian Gottfried Körner, Vater des
späteren Befreiungskämpfers Theoder Kör­
ner.
Jens-Uwe Jopp kommt mit Schiller-Büste auf
die Bühne.
n Wie reagieren Ihre Schüler auf die
Sprache?
sische Demokratie in einer Legitimations­
krise. Sie krankt sichtbar an Erscheinungen,
welche Schiller voraussah: Egoismus, über­
große Nutzenorientierung, Effizienzden­
ken, Ökonomisierung.
Die geraten nicht gerade in Ekstase,
wenn sie diesem philosophischen Rasen­
schach ausgesetzt werden. Man muss
Schiller übersetzen. Dann kommen seine
Genialität, seine Zeitlosigkeit, sein Idea­
lismus glänzend zum Vorschein.
n Aus welchen Schiller-Texten schöpfen
Sie?
Prinzipiell aus allen. Berge von Schiller­
Werken haben mich beim Schreiben einge­
rahmt. Dramen, kulturästhetische Schriften
und seine philosophischen Abhandlungen.
Am meisten liegen mir seine „Briefe zur äs­
n Und kontrastiert an seinen Texten und
Gedanken wagen Sie eine kritische Bestandsaufnahme der Gegenwart?
Die wird von den satirisch verzerrten
Personen, denen Schiller auf seiner Job­
suche 2015 begegnet, getragen. Ich hoffe,
ihn richtig zu deuten – aber Schiller
warnte schon zu seiner Zeit vor gegen­
läufigen Tendenzen der Epoche: „Die
Freiheit findet ein unempfängliches Ge­
schlecht.“ Unempfänglich für Toleranz,
Einfühlung, Zeit, Muße. Werte, die trans­
parent erscheinen, aber es oftmals nicht
sind, die Existenz­ und Abstiegsängsten,
Sozialneid und Aggressionen geopfert zu
werden scheinen.
n Haben Sie ein Beispiel dafür?
Wenn wir heute über die Aufnahme von
sogenannten Wirtschaftsflüchtlingen de­
battieren, den Nebenmenschen als Kon­
kurrenzobjekt beargwöhnen, dann wür­
de Schiller das Fehlen inneren
Freiheitsbewusstseins beklagen. Natür­
lich hat es auch immer etwas Belehren­
des an sich, wenn Schiller polemisiert,
philosophiert, poetisiert, dann ist seine
„Trompete der Moral“, wie Nietzsche es
nannte, ziemlich groß. Nur ist auch nicht
zu übersehen, dass sich hier ein Mensch
in den Dienst der Gemeinschaft stellt,
sich als Nationaldichter begreifend für
ein humanistisches Gemeinwesen denkt
und schreibt, beinahe selbstzerstöre­
risch.
n Ist das Stück letztlich eher Theater oder
Kabarett?
Es ist kabarettistisch, da die Personen,
denen der späte Schiller begegnet, natür­
lich putzig und lachhaft sind. Gleichzei­
tig bleibt einem vielleicht das Lachen im
Halse stecken, wenn man sieht, wie der
Dichter, Humanist, Schöngeist an Eng­
stirnigkeit, Unmündigkeit und Hinter­
herdenken bei vorauseilendem Gehor­
sam verzweifelt.
Interview: Dimo Rieß
„Wenn das hier nichts wird, wo dann“
Galerist Günter Bauer setzt auf den Zwenkauer See / Kunst und Kommerz reichen sich die Hand
n Am Südufer des Zwenkauer Sees
wächst seit drei Jahren ein völlig neuer Stadtteil – das Seebad Zwenkau.
Und wie es sich für ein Seebad gehört,
ist hier die Kunst zu Hause. Günter
Bauer betreibt in der Steifen Brise 11
seit 2013 die Leipziger Galerie, hat
sich vor allem den Werken der Maler
Bruno Griesel, Gaby Bürner und Horst
Schulz-Merlies verschrieben.
„Der Zwenkauer See hat unwahrscheinli­
ches Potenzial. Wenn das hier nichts wird,
wo dann“, sagt Bauer auf seiner Terrasse
stehend mit 1a­Blick aufs Wasser. Vor sei­
nem Haus weht die badische Fahne, am
Eingang steht „Haus Baden“ – seine Art,
die Verbundenheit mit seiner badischen
Heimat zu zeigen. „Es passiert immer wie­
der, dass sich Spaziergänger wundern“,
sagt er zufrieden.
1990 kam der gebürtige Rastatter nach
Leipzig, im Gepäck sein kaufmännisches
Wissen als Spediteur, das er in seine Fir­
ma, die Leipziger Logistik und Lagerhaus
GmbH, steckte.
Bauer ist aber eben nicht nur Kaufmann,
er ist auch Kunstfreund. Mit der Leipziger
Galerie, der Leipziger Art Consulting und
der Leipziger Logistik und Lagerhaus
GmbH verbindet er beides. Letztere hat
neben dem Hauptsitz in Knautnaundorf
Niederlassungen in Hamburg, Frankfurt/
Main, Baden­Baden und Karlsruhe.
Und überall präsentiert und verkauft er
die Bilder „seiner“ Künstler. Natürlich
auch in seinem Privathaus in Zwenkau.
Dort begrüßen Griesels eindrucksvolle
Großformate den Besucher gleich im Foy­
Kunstliebhaber und Kaufmann: Günter Bauer vor einem Werk von Bruno Griesel in der Leipziger
Galerie am Zwenkauer Hafen.
Foto: André Kempner
er, begleiten ihn die Treppe hoch bis ins
Wohnzimmer. „Viele Leute kaufen sich
Bilder als Wertanlage. Sie wieder zu ver­
kaufen, unterscheidet den Kunstsammler
vom Galeristen“, sagt Bauer beim Espres­
so. Ein gutes Bild sei 80 Prozent Hand­
werk, 20 Prozent Geist und Innovation,
findet er.
Auch wenn er die Werke mag, daran zu
hängen habe er sich abgewöhnt. „Wenn
Sie mit Kunst Geld verdienen wollen, geht
das nicht“, sagt der erfolgreiche Kauf­
mann, der am 24. April mit Schönheits­
chirurg Marwan Nuwayhid zur Vernissage
„Drei Künstler und Dekaden“ in den
Brühl 33 nach Leipzig lädt (Anmeldung:
www.leipziger­galerie.de).
Dort soll übrigens eines der Bilder zuguns­
ten des Kinderhospizes Bärenherz versteigert
werden. „Die meisten meiner Kunden kom­
men derzeit noch aus den alten Bundeslän­
dern“, verrät Bauer. Denen kann er ab Mai
ein Extra­Bonbon, eine private Bootstour
über den Zwenkauer See, bieten. Drei schi­
cke Motorboote habe er schon geordert. So­
bald der See am 9./10. Mai freigegeben sei,
werden die im Yachthafen liegen und nicht
nur für Kunstsammler zu chartern sein.
Ulrike Witt
|
LIEBIGSTRASSE AKTUELL
SEITE 14
n
RATGeBeR
Sonnenbrille und Bewegung nicht vergessen
UKL-Apotheker Dr. Roberto Frontini gibt Tipps für einen entspannten Urlaubsflug
heit die angenehme Folge, dass dadurch
bei den meisten Fluglinien das Rauchen
verboten ist, es wird aber behauptet, dass
dies die Anzahl der Grippeerkrankungen
nach langen Flügen erhöht. Da können
Sie getrost sein: Eine Studie hat gezeigt,
dass dies nicht der Fall ist, sodass Sie, was
das angeht, ihren nächsten Flug ohne Bedenken antreten können.
Dr. Roberto Frontini,
Leiter der Krankenhausapotheke am UKL
Spenden Sie bei der BlutBank leipzig
und helfen Sie uns, leben zu retten!
Wann und wo?
Institut f. Transfusionsmedizin
jeden Mo. und Fr.
Di. bis Do.
Delitzscher Str. 135, 04129 Leipzig
Außenstelle Nord
Mo.
Mi.
Di., Do., Fr.
geschlossen
8:00 bis 14:00 Uhr
13:00 bis 19:00 Uhr
Gesundheitsamt Grünau
jeden Mo. und Do.
13:30 bis 18:30 Uhr
Gustav-Hertz-Gymnasium
jeden 2. und 4. Dienstag/Monat
14:00 bis 18:00 Uhr
Johannisallee 32, Haus 8, 04103 Leipzig
Miltitzer Allee 36, 04205 Leipzig
Dachsstr. 5, 04329 Leipzig
Volkssolidarität Borna Betreutes Wohnen*
Pawlowstraße 56/58, 04552 Borna
7:00 bis 19:00 Uhr
8:00 bis 20:00 Uhr
Fr., 20.03.15
14:00 bis 18:00 Uhr
Di., 24.03.15
13:30 bis 19:00 Uhr
Sa., 28.03.15
Pestalozzistr. 4 A
06686 Lützen
* Dankeschön für Blutspender: ein Einkaufsgutschein.
10:00 bis 15:00 Uhr
Foto: Christian Charisius / dpa
Foto: ukl
n Von allen Transportmitlange Sitzen und vielleicht die
teln ist das Flugzeug heute
etwas dünnere Luft in der Kadas sicherste. So ist die
bine. Dagegen hilft, mit den
Wahrscheinlichkeit, bei eiBeinen „Pumpübungen“ in
nem Flugzeugunfall umzuregelmäßigen Abständen zu
kommen, derart gering,
machen (Füße jeweils zur
dass die Autofahrt zum
Fußspitze oder Ferse rollen,
Flughafen eigentlich der
sodass die Waden eine
gefährlichste Teil der Reise
„Pumpbewegung“ machen).
ist. Nichtsdestoweniger sollEine weitere Maßnahme ist
te man bei Flügen besondas Trinken alkoholfreier Geders auf langen Strecken eitränke. Das hilft gegen Ausnige Punkte beachten, die
trocknung und auch gegen
die Gesundheit beeinThrombosen. Alkohol ist daDr. Roberto Frontini
trächtigen können. Schon
gegen nicht zu empfehlen, da
mit einfachen Dingen lässt
dieser den Körper austrocksich dem Thromboserisiko oder der
net. Nur bei Risikopatienten wie beigefährlichen UV-Strahlung vorbeuspielsweise Patienten, die in der Vergangen.
genheit eine Thrombose hatten, ist das
Tragen von Stützstrümpfen oder gar eine
Bekannt ist zum Beispiel, dass lange Flüge
medikamentöse Prophylaxe ratsam.
eine Bein- oder gar eine LungenthromboNicht nur bei langen, sondern auch bei
se verursachen können. Die Meinung,
kurzen Flügen sollte man eine Sonnendass das Fliegen in der Economy Class ein
brille nicht vergessen. Dies gilt besonders,
Risiko für eine Thrombose darstellt, ist
wenn man gerne am Fenster sitzt. Egal
dabei weit verbreitet. Studien haben aber
wie das Wetter am Boden ist, ein Flugzeug
gezeigt, dass das weniger mit dem Komfliegt immer in der Sonne und zwar in eifort an Bord als mit der Zeit selbst, die
ner Höhe, in der die UV-Strahlung schon
man im Flugzeug verbringt, zu tun hat.
recht aggressiv ist. Davor sollte man die
Als First-Class-Passagier kann man also
Augen schützen.
genauso betroffen sein wie als „billig“
Um Kerosin zu sparen, mischen moderne
Fliegender.
Flugzeuge und preisbewusste Fluglinien
Ursache des höheren Risikos einer
nur 50 Prozent Frischluft in die Lüftung
Thrombose während eines Fluges ist das
der Kabine. Das hat zwar für die Gesund-
Malerei in der Galerie
der Palliativstation
„Vor der Stadt“ heißt eine Ausstellung von Reinhard Dreßler, die seit Kurzem in der Galerie
der Palliativstation (Semmelweisstraße 14, Haus 14) zu sehen ist. Malereien und Zeichnungen laden zu einem Ausflug in die Natur ein, es geht in einen Wald mit Birken, entlang an
einem Fluss und zu einer Klosterruine. Der 1948 in Waldheim geborene Künstler arbeitete
viele Jahre freiberuflich, vor allem in der Werbung, als Pressezeichner, im Illustrationsbereich
und in der typografischen Gestaltung.
Reinhard Dreßlers Bilder waren schon an zahlreichen Orten in ganz Deutschland und im
Ausland zu sehen, die 50. Einzelausstellung fand vor gut einem Jahr in Leipzig statt. Eine
Reihe seiner Arbeiten befindet sich in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und
Ausland.
ic
Vor der Stadt. Malerei und Zeichnungen von Reinhard Dreßler. Galerie der Palliativstation,
Semmelweisstraße 14, Haus 14. Zu sehen bis 8. Mai.
Arbeiterwohlfahrt Nordsachsen*
Neuhofstraße 19 A
04849 Bad Düben
Gesamtschule „Gustav Adolf“
Für alle Blutspendewilligen, die mit einer guten Tat in ihr Wochenende starten möchten:
Jeden letzten Sonnabend im Monat lädt die Blutspendeeinrichtung auf dem Klinikgelände ein.
Sa., 28.03.2015
Johannisallee 32, 04103 Leipzig
Weitere Informationen rund ums
Blutspenden finden Sie im Internet
unter: www.blutbank-leipzig.de
LIEBIGSTRASSE AKTUELL
|
9:00 bis 13:00 Uhr
Institut für Transfusionsmedizin
Grafik: Reinhard Dreßler
Blutspendeinstitut
seite 15
n
Kreuzworträtsel
Köper- südamerik.
gewebe Landgut
frech,
grob
biegsam, Berliner
gewandt Spitzname
Stylingprodukt
für die
Haare
Brenn-,
Treibgas
Getreideart
natürInitialen
licher
Halbinsel von KoKopfÄgyptens lumbus
schmuck
† 1506
Lebensregeln
des
Islam
ugs.:
Schuh
Bootswettkampf
ein Endpunkt
der Erdachse
extrem,
rücksichtslos
Singvogel
deutscher
Politiker
(August)
† 1913
griech.
Vorsilbe:
fern
Prämienzuschlag
(Kfz-Versicherg.)
Schachfigur
Lebewohl
oberital.
Stadt
bezeichnen
Aktiengewinnanteil
Verstehen
1
dt. Bildhauer,
Maler
(Horst)
junge
Kuh,
Färse
Laubbaum
Ehrenstaffel b.
Staatsbesuchen
Vorname
des Komikers
Laurel †
7
glühen
Greifvogel,
Aasvertilger
Abk.:
Kalorie
Betreuer
von Studienanfängern
Wahlzettelkasten
OstseeZufluss
bei
Lübeck
brauner
Farbstoff
nordische
Hirschart
5
Stammtruppe
von
Sportlern
1
3
Ausruf:
hoppla!
ital.
Artikel
5
8
englisch:
Osten
Unterarmknochen
Ausdehnung
nach
oben
von Wasser umgebenes
Land
3
Schreibweise
7
6
früherer
dt. Bundespräsident
(Horst)
allerorten
kritische
Lage
4
Stromspeicher
(Kurzwort)
2
Lippenblütler,
Staudenpflanze
unverletzt
Fürstenname
9
2
franz.
Überseedepartement
(Insel)
Koch-,
Backanweisung
Geschöpf
8
nervenschwach,
reizbar
Himmelsrichtung
dt. Komponist
(Kurt)
† 1950
fränkisches
längl.
Brötchen
Gift der
Tollkirsche
Tierprodukt
Helligkeit,
Beleuchtung
fertig,
bereit
nordruss.
Halbinsel
Monatsname
Vorname
des Malers
Feuerbach
† 1880
Vorratsraum
südamerik.
Raubfisch
unempfänglich,
gefeit
Igel als
Comicfigur
vermuten
eine
ganze
Anzahl
Schild
des Zeus
und der
Athene
Zeichen
für Neon
franz.
Name
der Saar
wildes
Durcheinander
Ungetüm
auf-,
hochstemmen
Abzählreim:
... mene
muh
regelsüdostwidrig,
asiat.
ungewöhnlich Star
größter
Breitenkreis
4
hoher
Offiziersrang
Hand-,
Werbezettel
(engl.)
folglich,
demnach
kath.
Hilfsgeistlicher
Unruhestifter,
lästiger
Mensch
Aristokrat
Stirnseite
drogenunabhängig
(engl.)
Kfz-Z.
Kolumbien
betriebsam,
agil
Menschen
süddt.:
Hufner
schwerfällig
längliche
Vertiefung
geografisches
Kartenwerk
sich
laut
äußern
Wildpfleger
Olympiastadt
2004
grob gemahlenes Getreide
ugs.:
Pfandhaus
unentschieden
(franz.)
kleines
Gewässer
Traktionskontrolle
(engl. Abk.)
Bratenbeigabe
(franz.)
nieders.
Stadt
am
Solling
Erdformation
Heldin
der
Tristansage
Getreidehalme
franz.:
danke!
6
landsch.:
Traggefäß
das
Scheren
der
Schafe
antikes
Volk im
Iran
Este,
Lette
oder
Litauer
Laufspiel,
Fangen
ital.:
drei
®
s2519.4-33
9
Verlosung: drei Büchergutscheine
Die Lösung des Rätsels im Magazin 04/15 lautete: Rückgrat. Über je einen Büchergutschein dürfen
sich Marlies Opitz (Altenburg), Marietta Füllenbach-Heymann (Leipzig) und Gunther Zetzmann
(Herzberg) freuen. Herzlichen Glückwunsch!
Bilderrätsel
SELDROSSING
HERREIFISCH
FALTURMKE
LINGSPERFELD
ADSTEINLER
ZESTELBACH
n
sudoKu
leicht
mittel
1
3 7 2
9
101-0127
n
Wer genau hinsieht, erkennt in jeder Buchstabenzeile einzelne Silben.
In der richtige Reihenfolge, ergeben sich sechs Vogelnamen. Die Zahl,
die am Anfang jeder Zeile steht, nennt den Buchstaben, den ihr aus
dem Wort braucht, um von oben nach unten die Lösung abzulesen.
Schreiben Sie die Lösung auf eine Postkarte mit dem Kennwort „Kreuzworträtsel“ und senden Sie
diese bis zum 1. April 2015 an unsere UKL-Redaktionsanschrift (UKL, Redaktion «Liebigstraße aktuell», Liebigstraße 18, 04103 Leipzig)) oder per eMail an: [email protected]. In eMails
bitte Adresse angeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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schwierig
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3 6
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Liebigstrasse aktueLL
(Lösung: Singdrossel, Fischreiher, Turmfalke, Feldsperling,
Steinadler, Bachstelze = Gimpel)
n
Das uni-klinikum auf einen Blick
n
Wichtige servicenummern
ihre einwahl ins ukL:
(0341) 97 -
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Liebigstraße 18, 04103 Leipzig
telefon
- 109
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e-Mail
[email protected]
Zentrale notaufnahme
Liebigstraße 20, 04103 Leipzig
- 17800
(Zufahrt über Paul-List-straße)
Öffnungszeit
24 stunden täglich
notaufnahme
für kinder und Jugendliche
Liebigstraße 20a, 04103 Leipzig
- 26242
Öffnungszeit
24 stunden täglich
Liebigstrasse aktueLL
|
kreißsaal der abteilung
für geburtsmedizin
Blutbank (blutspende)
Liebigstraße 20a, 04103 Leipzig
Öffnungszeit
24 stunden täglich
schwangerenambulanz
- 23494
infoabend für
werdende eltern
- 23611
Johannisallee 32, 04103 Leipzig
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Weitere informationen finden sie
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ist nicht erforderlich.
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Zentrale ambulanz kinderzentrum
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Zentraler empfang
Liebigstraße 20, 04103 Leipzig
- 17900
- 25410
- 12222
- 17004
- 26242
- 21104
- 21721
- 21486
- 24304
Psychosomatik-ambulanz
- 18858
tropenmedizinische ambulanz
- 12222
ambulanz krebszentrum uCCL
-17365
Neuro chirurgische ambulanz
-17510
Neurologische ambulanz
-24302
Dermatologische ambulanz
-18670
urologische ambulanz
- 17685
universitäres brustzentrum
- 23460
transplantationszentrum
- 17271
universitäres Darmzentrum
- 19967
Diabeteszentrum
- 12222
Med. Versorgungszentrum
- 12300
kliniksozialdienst
- 26206
seelsorge
- 15965 / - 15967 / - 26126
Psychosoz. beratungsstelle für tumorpatienten
Zentrales Patientenmanagement
-16645
informationen zu allen kliniken
und ambulanzen finden sie unter
www.uniklinik-leipzig.de