als PDF - Universitätsklinikum Leipzig

Das GesunDheitsmaGazin Des universitätsklinikums leipziG
08/2015 | 16.04.2015
Hilfe bei
Osteoporose
Foto: Ines Christ
Richtige Ernährung,
Sonne und Bewegung
können vorbeugen
Operation durchs Schlüsselloch
Malen, Basteln, Bauen
Hilfe für Namuntenya
UKL verbessert Präzision der Schulterund Ellenbogen-Arthroskopie
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Spielzeug-Spende für die Stiftung
Kinderklinik Leipzig
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Ein neues Gesicht für eine junge
Frau aus Namibia
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n
Der Augenblick
Frühling, ja du bist's!
Foto: Juliane Kreiter
Vermutlich hat der Dichter Eduard Mörike sein Frühlingsgedicht an einem Tag
geschrieben, an dem das Wetter ähnlich
schön wie nach Ostern war: „Frühling, ja
du bist’s!“ will man angesichts der Blumenpracht rund um das Uniklinikum
rufen. Ob selbst gepflanzt wie Stiefmütterchen oder von der Natur gesät wie
zahlreiche Gänseblümchen – für Patienten, Besucher und Mitarbeiter gibt es
viele Farbtupfer zu entdecken.
Leipzig hat (wieder) Sport im Blut!
Bis 31. Mai läuft die Sonderblutspende-Aktion des SC DHfK Handball in Zusammenarbeit mit dem UKL
impressum
liebigstraße aktuell
Das gesundheitsmagazin des
universitätsklinikums leipzig
Herausgeber:
Universitätsklinikum Leipzig AöR
Der Vorstand
Liebigstraße 18
04103 Leipzig
Telefon:
Telefax:
0341 - 97 109
0341 - 97 15 909
E-Mail: [email protected]
Redaktion:
Helena Reinhardt (v.i.S.d.P.),
Ines Christ, Frank Schmiedel
(Projektleiter LVZ,
Jenseits der Liebigstraße).
Universitätsklinikum, Leipzig AöR.
10. Jahrgang
In Kooperation mit der Redaktion der
LEIPZIGER VoLKSZEITUnG.
Druck:
Leipziger Verlags -und
Druckereigesellschaft mbH& Co. KG,
Peterssteinweg 19,
04107 Leipzig
LIEBIGSTRASSE AKTUELL
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In erster Linie sind bei „Leipzig hat Sport
im Blut!“ die Handball-Fans und deren Familien aufgerufen, für die UKL-Blutbank
und damit für die Patienten in Leipzig und
der Region zu sammeln. Die Spender können so auf einfache Weise helfen und zusätzlich die für ihre Blutspende erhaltene
Aufwandsentschädigung dem Handballnachwuchs des SC DHfK als Spende überlassen. Mit einem einzigen freiwilligen
Aderlass leisten sie also gleich doppelt Gutes.
Für alle Blutspender gibt es als Dank eine
Freikarte für ein Bundesligaspiel des SC
DHfK, außerdem können sie an einer Verlosung teilnehmen und dabei unter anderem
VIP-Tickets oder eine Teilnahme am MannAnja Grießer
schaftstraining gewinnen.
Foto: Ines Christ
n
n gemeinsam mit der ukl-blutbank organisieren die Handballer des sc DHfk
leipzig erneut die Aktion „leipzig hat
sport im blut!“ – und am 10. April gab es
zwei prominente spender: ekkehard
Zimmer, kaufmännischer Vorstand des
universitätsklinikums, und karsten günther, geschäftsführer des sc DHfk Handball, gaben jeweils 450 milliliter ihres
kostbaren lebenselixiers für den guten
Zweck und riefen damit aktiv die leipzigerinnen und leipziger zum mitmachen
auf.
Ließen sich für den guten Zweck „anzapfen“: Karsten Günther, Geschäftsführer des SC DHfK Handball
und Ekkehard Zimmer, Kaufmännischer Vorstand des UKL (r.), spendeten erneut gemeinsam. Unterstützt
wurden sie dabei von Spieler Lucas Krzikalla (Mitte) und dem Blutstropfen-Maskottchen.
Die Teilnahme an der Aktion „Leipzig hat
Sport im Blut!“ ist einfach: bis 31. Mai in der
Blutbank des UKL Blut spenden und Teilnahme-Coupon für das Gewinnspiel ausfüllen.
Öffnungszeiten (Johannisallee 32, Haus 8):
Mo. und Fr. 7-19 Uhr; Di. bis Do. 8-20 Uhr.
Personalausweis nicht vergessen!
@ Weitere Infos: www.blutbank-leipzig.de
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UKL-Gerinnungsambulanz umgezogen
Anlaufstelle für Patienten mit Gerinnungsstörungen jetzt zentraler erreichbar
n Die Gerinnungsambulanz am Universitätsklinikum Leipzig ist seit Kurzem in der Zentralambulanz der Inneren Medizin zu finden. Am neuen Ort ist
die Anlaufstelle für Menschen mit Gerinnungsstörungen jetzt auch räumlich
enger mit anderen Bereichen des Klinikums verknüpft. Unverändert ist die
bekannte Notfall-Rufnummer, unter
der Spezialisten rund um die Uhr für
Patienten und Ärzte bei Bedarf erreichbar sind: 0151 - 122 34 113.
Wer an Gerinnungsstörungen leidet, benötigt eine fachlich fundierte Beratung
und maßgeschneiderte Behandlung. Die
enge Zusammenarbeit mit Gerinnungsexperten ermöglicht die sichere medizinische Versorgung solcher Patienten. In
solchen Fällen stehen, ebenso wie zur regelmäßigen Betreuung, die Experten der
Gerinnungsambulanz am Universitätsklinikum Leipzig zur Verfügung.
In Sachsens größter Klinik-Ambulanz für
Menschen mit angeborenen oder erworbenen Blutgerinnungsstörungen werden
Patienten mit seltenen Erkrankungen oft
lebenslang begleitet. Denn wer beispielsweise an Hämophilie oder dem von-Willebrand-Syndrom erkrankt ist, benötigt eine
individuell zugeschnittene Gerinnungstherapie. „Oft beginnt die Betreuung im
Kleinkindalter, sodass eine enge Zusammenarbeit mit der UKL-Kinderklinik auf
diesem Gebiet besteht“, erklärt Privatdo-
seren Rat, aber auch in allen anderen Situationen stehen wir mit unserem Fachwissen natürlich zur Verfügung“, so
Petros.
Dank der Einbindung der Ambulanz in
das Zentrum für Hämostaseologie und
des Umzugs aus dem Carreras-Haus in
die Zentralambulanz der Inneren Medizin ist die Spezialsprechstunde jetzt noch
enger mit den anderen Fachbereichen
des Klinikums verbunden. „So können
wir über sehr kurze Wege schnell alle
notwendigen Experten hinzuziehen“,
sagt Petros.
Helena Reinhardt
Gerinnungsambulanz
am UKL
Privatdozent Dr. Sirak Petros berät einen Patienten in der Gerinnungsambulanz, die jetzt in der
Liebigstraße 20 in der Zentralambulanz der Inneren Medizin zu finden ist.
Foto: Ines Christ
zent Dr. Sirak Petros, Leiter der Spezialambulanz und Direktor der Interdisziplinären Internistischen Intensivmedizin am
UKL. Aber auch Menschen mit im Lebensverlauf entstehenden Neigungen zu
Thrombosen oder Lungenembolien, oder
Schwangere, die häufige Fehlgeburten aufgrund von Blutgerinnungsstörungen hatten, kommen in seine Sprechstunde.
Der Hämostaseologe betreut nicht nur
die Patienten während der Ambulanzsprechzeiten, sondern steht mit seinem
Team rund um die Uhr an einer speziellen Hotline für Fragen der Patienten und
behandelnden Ärzte zu diesen seltenen
Erkrankungen zur Verfügung. „Gerade
bei Krankenhausaufenthalten unserer
Patienten benötigen die Kollegen oft un-
Die Gerinnungsambulanz am Universitätsklinikum Leipzig ist jetzt zu finden
in der Liebigstraße 20, Anmeldung in der
Zentralambulanz der Inneren Medizin,
Sprechzeiten jeweils dienstags von 8 bis 16
Uhr und donnerstags von 13 bis 18 Uhr,
erreichbar unter:
+ 0341 - 97 12 835
Rund um die Uhr erreichbar sind die
Experten unter der Hotline-Nummer:
+ 0151 - 122 34 113
Operation durchs Schlüsselloch
Die Uniklinik Leipzig verbessert die Präzision der Schulter- und Ellenbogen-Arthroskopie
n „Schlüssellochchirurgie“ heißt die
Arthroskopie im Volksmund. Denn
mit ihr sind nur kleine chirurgische
Eingriffe für die Behandlung von Gelenkerkrankungen notwendig. Dank
aktueller Forschung der Klinik und
Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am
UKL können mit der filigranen Methode Schulter- und Ellenbogengelenk jetzt noch besser therapiert werden.
Nur knapp vier Millimeter misst die Kamera, die durch einen kanalartigen
Schnitt ins Gelenk geführt wird. Von dort
sendet sie ein Bild, das erkrankte Strukturen identifizieren lässt, ohne dass die
betroffene Stelle chirurgisch geöffnet
werden muss. Deshalb wird von einem
„minimal-invasiven Verfahren“ gesprochen. Das ist für den Patienten nicht nur
deutlich schonender. „Die Einsicht ist sogar besser als bei einem offenen Gelenk“,
erklärt Professor Pierre Hepp, Leiter des
Bereichs für Arthroskopische und spezielle Gelenkchirurgie / Sportverletzungen. Denn die Instrumente sind so konfiguriert, dass ein 360-Grad-Rundblick
erfolgen kann. Ein Vorteil gerade bei
komplizierten Gelenken wie dem Schultergelenk.
Neben der Diagnose ermöglicht die Arthroskopie auch die schonende Therapie.
„Die Instrumente werden über Zusatzportale eingeführt“, sagt Hepp und gibt
ein Beispiel. Ein Riss der Gelenklippe
nach einer ausgekugelten Schulter kann
über drei kleine Zugänge behandelt werden. „Früher war ein Schnitt im vorderen
Schulterbereich von bis zu zehn Zentimetern notwendig“, sagt Hepp.
Die Qualität der arthroskopischen Chi-
rurgie wird dank der Forschung am UKL
gesteigert. Die Mediziner arbeiten an einer Kombination von Arthroskopie und
computergestützter Navigation. Dadurch
erhöht sich die Präzision, gleichzeitig reduziert sich die Operationszeit. Prof.
Hepp: „Schrauben oder Implantate kön-
Mit der Arthroskopie, der sogenannten Schlüssellochchirurgie, können auch zahlreiche Erkrankungen und Verletzungen des Schultergelenks behandelt werden.
Foto: Angela Steller
nen noch sicherer platziert werden.“ Die
Methode gilt inzwischen als etabliert und
kommt erfolgreich zur Anwendung. Das
UKL wurde dafür mit einem Forschungspreis der Gesellschaft für Arthroskopie
und Gelenkchirurgie ausgezeichnet.
Mit den Fortschritten der Arthroskopie
hat die Indikationsbreite zugenommen.
Beispielsweise sind immer kleinere Implantate bei Verschleißerscheinungen
möglich. Im Ellenbogengelenk lässt sich
über die Arthroskopie die Beweglichkeit
bei Verklebungen und Versteifungen nach
einem Unfall häufig schonend wiederherstellen. Dabei sind exakte anatomische
Kenntnisse Voraussetzung, denn das Ellenbogengelenk ist von vielen Nerven
umgeben. So wird verhindert, dass wichtige Strukturen beim Eingriff zerstört
werden.
Typische Schulterverletzungen, bei denen
die Arthroskopie zum Einsatz kommen
kann, sind neben der erwähnten Luxation
Verletzungen der Sehnen und Bänder, besonders der Rotatoren, die die Drehbewegung der Schulter ermöglichen. Auch
Schultereckgelenksverletzungen, die etwa
infolge eines Fahrradsturzes auftreten,
werden häufig behandelt. Eine Verletzung, die bei leichtem Schweregrad auch
ohne Operation heilen kann. Aber: „Wir
haben in den vergangenen Jahren gelernt,
dass Begleitverletzungen häufig sind“,
sagt Hepp. „Und die lassen sich über die
Arthroskopie leichter erkennen.“
Dimo Rieß
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LIEBIGSTRASSE AKTUELL
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Malen, Basteln, Bauen
n MEDIZIN A-Z
F wie Fistel
Eine Fistel (von lat. fistula = Röhre)
ist eine nicht natürlich vorbestehende, röhrenartige Verbindung zwischen einem inneren Hohlorgan und
anderen Organen oder der Körperoberfläche. Ein Beispiel: Bei einer
Entzündung kann ein Abszess entstehen, ein Hohlraum im Körperinneren, in dem sich der bei der Entzündung entstehende Eiter ansammelt.
Besteht die Entzündung weiter,
kommt immer neuer Eiter hinzu. Der
Abszess droht zu platzen. Da kann
der Körper einen Weg schaffen, den
Eiter aus dem Gewebe abzutransportieren: die Fistel.
Die Behandlung einer Fistel richtet
sich deshalb nach der Ursache. Ist
eine Entzündung die Verursacherin,
muss natürlich diese behandelt und
der Eiter abgeleitet werden. Je nach
Art und Größe der Fistel heilt sie
dann von selbst – oder sie muss chirurgisch verschlossen werden.
UN
reiseveranstalter Polster und Pohl überreicht spielzeug-spende an die stiftung
kinderklinik Leipzig
Über eine große Spielzeug-Spende konnte sich die Stiftung Kinderklinik Leipzig Anfang April freuen. Der Reiseveranstalter Polster und Pohl hatte
die Spielsachen zur Verfügung gestellt. Carolin Wundke (Bild links, li.) von Polster und Pohl übergab Baukästen, Mobiles, Werkzeug, Stifte und
vieles mehr, was nun hauptsächlich den kleinen Patienten, die auf der Kinderintensivstation behandelt werden, ein wenig Abwechslung vom Klinikalltag bringen soll. Auf Station stieß das sofort auf große Begeisterung: Gemeinsam mit Oberarzt Dr. Werner Siekmeyer, Kerstin Sommerfeld
und Franziska Rothe (v.l.) packte Leon eine Werkzeugkiste aus, deren Inhalt er natürlich auch sofort ausprobierte.
Text und Fotos: Ines Christ
Osteoporose – gefährlicher Knochenschwund
sieben Millionen Patienten in Deutschland betroffen / ernährung, bewegung und sonne helfen
„Viele Betroffene wissen gar nichts von
der Erkrankung“, so Prof. Dr. ChristophEckhard Heyde, Bereichsleiter Wirbelsäulenchirurgie in der Klinik für Orthopädie,
Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie
am Universitätsklinikum Leipzig. „Manchmal werden erst, wenn ein Bruch genauer
betrachtet wird, Veränderungen in der
Knochenarchitektur als Ursache deutlich.
Denn bei der auch Knochenschwund genannten Krankheit nimmt die Knochendichte ab. Es schwindet Substanz – die
Frakturanfälligkeit steigt.“ Am häufigsten
brechen Wirbel, Oberschenkelhals, Handgelenk und Oberarmkopf.
Ehe es zum Schlimmsten kommt, kann der
Patient schon merken, dass etwas nicht
stimmt. „Rückenschmerzen sind oft ein
Symptom“, sagt Prof. Heyde. „Auch wenn
man merkt, dass man kleiner wird oder
krummer geht – da sollte der Arzt aufgesucht werden.“ Ein hohes Risiko für Osteoporose besteht unter anderem bei
Rheumatikern, Patienten mit Kortisontherapie, Rauchern und generell bei Frauen nach der Menopause. Die Mediziner
haben unter anderem bei Triathletinnen
und Marathonläuferinnen auch schon
festgestellt, dass ab einem Alter von 40
Jahren auch ein deutliches Untergewicht
ein Risikofaktor ist.
Wie der Leipziger Orthopäde erläutert,
wurden Leitlinien, nach denen Osteoporose behandelt wird, interdisziplinär gefasst.
Das Alter des Patienten, seine Risikofaktoren und schon vorhandene Krankheiten –
daraus kann der erfahrene Orthopäde ein
Schema ableiten, das dann weitere Untersuchungen nach sich zieht, die die Kran-
Liebigstrasse aktueLL
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kenkassen bezahlen.
Dazu zählen klinische Hinweise, Laborwerte und bildgebende Verfahren,
mit denen die Knochendichte beurteilt
werden kann.
Vorbeugen
kann
man der Osteoporose mit gesunder
Ernährung und körperlicher
Betätigung, besonders gut
im Freien. Aber
auch die Basistherapie für Erkrankte
besteht aus diesen
Faktoren. „Vitamin
D und Kalzium sind
das A und O für gesunde Knochen“, so
Prof. Heyde. „Das
heißt also: Gemüse,
Fisch und auch
Fleisch sowie Milchprodukte schützen
vor dem Knochenabbau. Zudem ist
körperliche Betätigung, noch besser
Sport, im Freien anProf. Christoph-E. Heyde erklärt am Modell der Wirbelsäule, wie sich
gesagt. Denn eine
halbe Stunde Son- Osteoporose auf die Knochen auswirkt.
nenlicht braucht der
Körper, um Vitamin
D zu bilden. Richtige Ernährung, Bewepen zur Verfügung, die entweder den Knogung und Sonne – diese drei Faktoren
chenabbau aufhalten, den Knochenaufbau
braucht es aber lebenslang. Man kann bei
fördern oder beides zugleich bewirken.
dieser Basistherapie nichts auf Vorrat maNatürlich wäre die letztere Variante für die
chen; sie ist eine Lebensaufgabe.“
meisten Patienten die beste – wenn es
Bei nachgewiesener Osteoporose besteht
nicht Nebenwirkungen gäbe, die die Ausdie Notwendigkeit einer speziellen mediwahl des richtigen Medikaments gar nicht
kamentösen Therapie. Dazu hat die Mediso einfach machen. „Nötig ist eine streng
zin drei verschiedene Medikamentengrup
individuelle Bewertung, um exakt das MeFoto: Ines Christ
n Wenn schon Bagatellverletzungen
zu Knochenbrüchen führen, steckt oft
eine Krankheit dahinter, an der in
Deutschland immerhin sieben Millionen Menschen leiden: Osteoporose.
dikament zu verordnen, das genau für
diesen Patienten die beste Wahl ist“, sagt
der Leipziger Orthopäde. „Schließlich
muss das Medikament lange und regelmäßig, nicht selten lebenslang genommen
werden.“
Zur konventionellen Behandlung gehören
Physio-, Schmerz-, Mobilisierungs- und
medikamentöse Therapie, die sehr häufig
schon große Fortschritte bei den Patienten
bewirken. Treten aber Brüche oder Deformierungen an Knochen auf, muss zu operativen Verfahren gegriffen werden. Dazu
zählen einerseits die sogenannte Zementaugmentation, bei der die porösen Knochen mit Knochenzement gefestigt werden,andererseits die Knochenstabilisierung
mittels Implantaten wie Platten, Schraubensystemen und auch Endoprothesen.
Auch hier muss sehr individuell entschieden werden, welches Verfahren verwendet
werden kann.
„Im Prinzip wollen wir so wenig wie möglich operativ eingreifen“, betont Prof. Heyde. „Denn jede Operation ist von Risiken
begleitet. Da wir wissen, dass osteoporotische Frakturen letztlich zum Verlust der
Mobilität führen können, gilt es, schon die
erste Fraktur zu verhindern. Bei dieser
Sturzprophylaxe ist nicht nur der Orthopäde gefragt.“ Selbst nach einem harmlosen Sturz sollte auch der Hausarzt nach
der Ursache fahnden: Lag es an den Augen? Wenn eine Türschwelle nicht erkannt
wird, kann das verheerende Folgen haben.
Oder lag es am Kreislauf? Oder ist die
Muskulatur geschwächt? „Ich denke, gerade bei Osteoporose, einer Krankheit, die
uns durch die demografische Entwicklung
in den nächsten Jahren noch mehr beschäftigen wird, kommt dem effektiven
und patientennahen Zusammenwirken
der verschiedensten medizinischen Fachrichtungen große Bedeutung zu“, sagt
Prof. Heyde.
Uwe Niemann
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Humanitäre Hilfe für Namuntenya
n Mitte März ist Namuntenya zurück in
ihr Heimatland Namibia geflogen. Sie
kann den Mund weiter öffnen, die Kiefer
normaler bewegen und ist mit 19 Jahren
nun auf dem Weg zu einem vollständigen
Gesicht. Zu verdanken hat das die junge
Frau einer großen Anzahl helfender Hände, die mit großem Engagement Spenden gesammelt, Transporte organisiert,
emotional begleitet und stundenlang
operiert haben. Ganz maßgeblich daran
beteiligt waren auch die Ärzte des Uniklinikums Leipzig.
Als Namuntenya Hamukoto ein Kleinkind
war, zerstörte eine schwere bakterielle Infektion ihre rechte Gesichtshälfte – auch Teile des
Kiefers und das rechte Auge. Die Krankheit
Noma ist bei Babys und Kindern in den armen Ländern Afrikas verbreitet. Durch Unter- oder Mangelernährung kommt es zur
Schwächung des Immunsystems und zu einer
aggressiven Mundflora, die Mundschleimhaut,
Gesicht und Knochen zerfrisst. Die Krankheit
kann zwar behandelt und damit gestoppt werden, die fehlenden Gewebe und die Entstellungen führen aber zu großen Schwierigkeiten
beim Essen, Trinken, Sprechen und Atmen
und meist zur sozialen Ausgrenzung.
Doch Namuntenya hatte Glück im Unglück.
Sie wurde vom deutschen Hilfsverein „Hand
in Hand for Children e.V.“ entdeckt und
schon im Jahr 2004 ein erstes Mal nach
Deutschland gebracht, wo ihr in der Unfall-
Foto: Tilmann Riemer
ein neues Gesicht für eine junge Frau aus Namibia / Ärzte des UKL maßgeblich an Behandlung beteiligt
klinik Murnau in Bayern Muskelgewebe und
Haut in die fehlende Gesichtshälfte transplantiert wurden. Nach etwa zehn Jahren war
in diesem Frühjahr eine erneute Behandlung
notwendig, die im März vorwiegend unter
Übernahme der Kosten am Uniklinikum
Leipzig ausgeführt wurde. Ein Team aus
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen, Kieferorthopäden, Augenärzten und Epithetikern versorgte die junge Frau. „Zunächst
wurde ein 3D-Scan des kompletten Gesichts
angefertigt, um genau sondieren zu können,
wo Muskeln und Knochen fehlen und wo
durch Narbenbildung überschüssiges Gewe-
Prof. Alexander Hemprich und die Schauspielerin Suzanne von
Borsody mit Namuntenya kurz nach der
Operation.
be entstanden ist“, erklärt Prof. Alexander
Hemprich, Direktor der Klinik und Poliklinik
für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie.
Danach folgte die Planung der aufwendigen
Operation. Sechs Stunden dauerte der chirurgische Eingriff. „Die Kieferstellung wurde gerichtet, die Mundöffnung verbreitert,
die Augenhöhle für eine Epithese vorbereitet und die Symmetrie des Gesichts durch
verschiedene Transplantationen von Knochen, Wangenschleimhaut und Fettgewebe
verbessert“, so Hemprich. „Dies war nur
möglich in engster Zusammenarbeit mit
meinem Stellvertreter, Prof. Thomas Hierl,
Prof. Ina Sterker von der UKL-Augenklinik
und auch dem niedergelassenen Kollegen
Dr. Marwan Nuwayhid, mit dessen Praxisteam wir in diesem Fall zusammengearbeitet haben.“
Nach der erfolgreichen Operation erholte sich
Namuntenya binnen zwei Wochen sehr schnell.
Auf der Station besuchte sie mehrfach die bekannte Schauspielerin und „Hand in Hand for
Children“-Botschafterin Suzanne von Borsody,
die sich ganz persönlich um die junge Frau
kümmerte. Zur Nachuntersuchung Ende März
wurde Namuntenya ein künstliches Auge eingepasst, ebenso wie eine Kieferschiene, die die
Knochen an der richtigen Stelle halten wird.
Denn wenn alles gut verheilt ist, soll Namuntenya in einiger Zeit wieder nach Leipzig kommen. Dann sollen ihre Zähne und die Nase rekonstruiert werden.
Sandra Hasse
Verein „Hand in Hand vor Children“
Der Verein „Hand in Hand for Children e.V.“
wurde 1996 ursprünglich zur Unterstützung
von Kindern mit Krebserkrankung gegründet.
Seit 2003 ist das Team auch in Namibia tätig,
um die dramatische Lebenssituation vieler
Kinder dort zu verbessern. Viele Prominente
beteiligten sich an den Charity-Aktionen zugunsten des Vereins, darunter auch Alexandra
Kamp, Kai Pflaume, Wayne Carpendale und
Suzanne von Borsody. Auch unterstützen Unternehmen wie das UKL durch unentgeltliche
Leistungen die humanitäre Hilfe.
UKL-Neurologen untersuchen Wirkung
der Magnetstimulation bei Parkinson
n Rund 300 000 Menschen in Deutschland sind an Parkinson erkrankt. „Jedes
Jahr wird im April zum Welt-ParkinsonTag verstärkt auf eine Krankheit geblickt,
der wir uns täglich widmen“, sagt Prof.
Dr. Joseph Claßen, Direktor der Klinik
und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Leipzig. „Parkinson ist
zwar immer noch nicht heilbar. Aber immerhin lassen sich die Symptome bei den
meisten Patienten gut mit Medikamenten dämpfen. Zudem gibt es neue Ansätze, zum möglichen Einsatz von Magnetfeldern. Damit soll denjenigen Patienten
geholfen werden, die mit Medikamenten
nicht ausreichend zu behandeln sind.“
Es ist bekannt, dass elektromagnetische Wellen die Schaltkreise im Gehirn wirksam beeinflussen können. Inwieweit dies auch bei
den durch Parkinson hervorgerufenen Veränderungen zutrifft, wollen die Leipziger
Neurologen mit einer Studie zum experimentellen Einsatz der nicht-invasiven Magnetstimulation prüfen. „Die tiefe Hirnstimulation hilft Parkinson-Patienten schon heute,
wieder Herr über ihre Motorik zu werden“,
erläutert der Leipziger Experte Prof. Claßen.
„Dabei werden winzige Elektroden ins Gehirn
eingepflanzt, um elektrische Signale zu setzen,
die Fehler im Nervensystem korrigieren.“ Im
Falle der Magnetstimulation würde eine äußerliche Anwendung von Magnetfeldern erfolgen. Dazu werden Magnetspulen an den
Foto: Janett Kartelmeyer / AVE
Mediziner des Leipziger Universitätsklinikums prüfen in Studie Beeinflussung von Nervenschwingungen
Die sogenannte Transkranielle Magnetstimulation (TMS), die irgendwann auch bei Parkinson Hilfe
leisten soll, wird derzeit schon für den Einsatz bei Schlaganfallpatienten getestet und erforscht. Dr. Dorothee Saur (r.) von der Klinik für Neurologie forscht zum Thema und wurde im März von einem achtköpfigen Drehteam begleitet. Die beiden Moderatoren der Sendung X:enius, Emilie Langlade und Adrian Pflug, ließen sich unter anderem die Transkranielle Magnetstimulation erklären. Gesendet wird der
Beitrag zum Thema innovative Schlaganfalltherapien voraussichtlich im Herbst auf Arte – im deutschen
und französischen Fernsehen.
Kopf angelegt und aktiviert. „Unsere Hoffnung ist, dass sich so bestimmte Bereiche des
Gehirns mit elektromagnetischen Impulsen
erreichen und anregen lassen“, so Claßen. „Im
besten Falle ließe sich so auch die Beweglichkeit bei Parkinson-Patienten verbessern.“
In der Leipziger Studie wird die Wirkung
starker Magnetfelder, die sich schnell ändern,
untersucht. Diese Magnetpulse werden paarweise angewendet: Es werden also Paare von
elektromagnetischen Impulsen ausgelöst, die
zudem mehrfach aufeinander folgen. Diese
Magnetpulse könnten eventuell die krankhafte Nervenaktivität, unter der der ParkinsonPatient leidet, normalisieren. Die fehlerhaften
Nervenimpulse, die man auch mit elektri-
schen Schwingungen vergleichen könnte, sollen so gestört und auch anhaltend gedämpft
werden.
Das Magnetstimulations-Projekt begann im
Rahmen des Exzellenzprogrammes „CortExplorer“ der Hertie-Stiftung, das wissenschaftliche Vorhaben fördert, die besondere Herausforderungen sind und bei denen nicht sicher
ist, ob am Ende eine nutzbare Therapie herauskommt. „Wir betreiben hier experimentelle Forschung, die noch weit vom Einsatz in
der Klinik entfernt ist“, betont Prof. Claßen.
„Unser fernes Ziel ist es, mit wenigen Sitzungen bei einem Parkinson-Erkrankten einen
Zustand guter Beweglichkeit herzustellen, der
einen Monat anhält“, so der UKL-Neurologe.
„Danach müsste der Patient erneut behandelt
werden.“ Auf diese Weise könnten Patienten
künftig auf Medikamente mit heftigen Nebenwirkungen verzichten. Auch eine Operation, könnte vermieden werden, wenn sie zu
risikoreich wäre. Das aber ist noch ferne Zukunftsmusik.
Uwe Niemann
Hintergrund: Welt-Parkinson-Tag
Seit 1997 wird immer am 11. April mit dem
Welt-Parkinson-Tag auf die Situation von
Menschen mit Parkinson und mögliche Therapieangebote aufmerksam gemacht. Der 11.
April ist der Geburtstag des Arztes James Parkinson, der 1817 erstmals die Symptome der
Nervenkrankheit beschrieb. Hauptsymptome
sind die Verlangsamung der Bewegungsabläufe,
eine erhöhte Muskelsteifheit sowie ein Zittern.
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LieBiGStRASSe AKtUeLL
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„Kinder des Feindes“
n In Deutschland sind am Ende des
Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit mindestens 200 000 Kinder
von Soldaten der vier Besatzungsarmeen gezeugt worden. Wissenschaftler
der Universitäten Leipzig und Greifswald haben in einer Studie jetzt erstmals
die Bedingungen untersucht, unter denen die Besatzungskinder aufgewachsen sind – und die psychosozialen Folgen für die Betroffenen. Sie sind als
„Kinder des Feindes“ häufig stigmatisiert und diskriminiert sowie über die
Identität ihres Vaters im Unklaren gelassen worden. Viele von ihnen sind auch
heute noch psychisch stark belastet.
Die Forscher hatten im März 2013 eine Studie
zu den Besatzungskindern des Zweiten Weltkrieges in Deutschland initiiert und insgesamt
146 von ihnen zu ihrem Aufwachsen, ihren
Erfahrungen mit Stigmatisierung und Diskriminierung, ihrer Identitätsentwicklung und
zu ihrem heutigen psychischen Befinden befragt. Die Studienteilnehmer sind ohne ihre
biologischen Väter und häufig unter schwierigen Bedingungen aufgewachsen. Dazu zählen
beispielsweise häufige Bezugspersonenwechsel, wirtschaftliche Not oder Heimerziehung.
Anders als bei Kindern, deren Väter gefallen
oder in Gefangenschaft geraten waren bezie-
Foto: Dirk Hofmeister
Besatzungskinder des Zweiten Weltkriegs häufig psychisch stark belastet
Studienleiterin PD Dr. Heide Glaesmer (rechts) und Studienmitarbeiterin Marie Kaiser haben gemeinsam mit Greifswalder Forschern die Bedingungen untersucht, unter denen Besatzungskinder
aufgewachsen sind.
hungsweise vermisst wurden, waren die Väter
der Besatzungskinder tabuisiert. Es gab selten
Bilder oder Erzählungen, sondern vielmehr
eine Mauer des Schweigens. Die Suche nach
den Vätern spielt auch heute eine wichtige
Rolle, gestaltet sich jedoch oft schwierig.
„Meine Mutter wurde als Tommynutte, ich als
Monkey betitelt“, beschrieben Studienteilnehmer eine typische Erfahrung. Mehr als die
Hälfte der Besatzungskinder berichtete von
Erfahrungen mit Stigmatisierung und Diskriminierungen. Oft trugen sie ein doppeltes
Stigma als Kinder des Feindes und als uneheliche Kinder. Sie wurden in ihrem sozialen Umfeld, in Bildungseinrichtungen oder zum Teil
auch im familiären Umfeld diskriminiert. Typische Schimpfworte waren „Russenkind“ oder
„Amibastard“.
Die oft komplexen und langfristigen Belastungen der Besatzungskinder spiegeln sich
heute in deutlich erhöhten Raten psychischer Störungen wider. Berichtet aus der
gleichaltrigen Allgemeinbevölkerung rund
ein Fünftel der Menschen über traumatische Erfahrungen, ist es bei den Besatzungskindern fast die Hälfte. Ein ähnliches Bild
zeigt sich auch bei depressiven Störungen
(knapp fünf gegenüber knapp 14 Prozent).
„Die Studienergebnisse machen deutlich,
dass Kinder des Krieges eine Hochrisikogruppe darstellen, nicht nur im Nachkriegsdeutschland, sondern in jedem bewaffneten
Konflikt“, resümiert die Leipziger Studienleiterin, Privatdozentin Dr. Heide Glaesmer.
Ihre Arbeitsgruppe ist in einem internationalen Forschungsnetzwerk organisiert, das
sich auch mit Kindern befasst, die in Konfliktregionen wie der Demokratischen Republik Kongo oder dem Balkan von ausländischen Soldaten gezeugt wurden. In
Kürze startet ein von der Europäischen
Union finanziertes Doktorandenprogramm zum Thema. Heide Glaesmer hat
zudem einen Aufsatz beigesteuert zum soeben im Christoph-Links-Verlag erschienenen Buch „Wir Besatzungskinder. Töchter und Söhne alliierter Soldaten erzählen“.
Carsten Heckmann / Diana Smikalla
Buchwoche bei den „UniKids“
Foto: Iris Lakei
Kinder der betriebsnahen Kita entwerfen eigene Bilderbücher und Fotobände
Auch Pettersson und Findus durften bei der Lesenacht der „UniKids“ natürlich nicht fehlen.
n Als begleitende Veranstaltung
zur diesjährigen Leipziger Buchmesse fand in der betriebsnahen integrativen Kindertagesstätte „UniKids
Leipzig“ auf dem Gelände der Uniklinik eine große Projektwoche rund
um das Thema Buch statt.
Neben den üblichen Vorlese- und Bilderbuchrunden entwarfen und bastelten die Kinder in allen neun Gruppen
kleinere und größere Bücher verschiedener Art. So entstanden zahlreiche Bil-
derbücher, Kurzgeschichten und Fotobände, die mit sehr viel Charme viele
Themen wie Vampire, das Wetter, verschiedene Tiere oder Gruppenausflüge
beschreiben.
Ein weiterer Höhepunkt war eine Lesenacht. Viele engagierte Eltern lasen den
„UniKids“ aus verschiedenen Werken
vor. Dabei konnten die Kleinen sowohl
Kinderklassikern wie „Der Rabe Socke“
als auch weniger bekannten Büchern,
wie „Reggaehase Boooo“ gebannt lauschen. Und da leerer Bauch nicht gerne
studiert, gab es reichlich selbstgebackenen Kuchen und andere Leckereien, um
Kinder und Vorleser bei Laune zu halten. So konnten die Kinder zum Abschluss dieser Woche nicht nur ein
selbstgemachtes Buch und viele neue
Geschichten, sondern auch einen gut
gefüllten Bauch mit nach Hause nehmen.
Tobias Nielen
Zum Universitätsklinikum Leipzig gehören die beiden betriebsnahen Kindertagesstätten „minUniversum“ und „UniKids Leipzig“.
Prof. Anja Hilbert
steht EDRS vor
n Prof. Anja Hilbert wurde kürzlich zur Präsidentin der Eating
Disorder Research Society (EDRS)
gewählt. Die EDRS ist die größte
internationale Fachgesellschaft
für die Erforschung von Essstörungen.
Prof. Dr. Anja Hilbert arbeitet am
Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen, einer gemeinsamen Einrichtung der Leipziger
Universität und des Universitätsklinikums. Die Fachgesellschaft EDRS,
LIEBIGSTRASSE AKTUELL
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der sie nun vorsteht, beschäftigt sich
mit Essstörungen wie Magersucht,
Ess-Anfalls-Störung und krankhaftem Übergewicht. 200 renommierte
Wissenschaftler aus dem Bereich
sind ausgewählte Mitglieder der Gesellschaft. Ihr Ziel ist die Vernetzung
und der Austausch in diesem Forschungsfeld, vor allem durch den
jährlichen Fachkongress. Dieser wird
im September 2017 unter Leitung
von Anja Hilbert in Leipzig stattfinden und sich vor allem damit befassen, wie bei Essstörungen die Kluft
zwischen Forschung und Behand-
lung überbrückt werden kann. Für
das IFB untersucht Hilbert die psychosozialen Faktoren, die zur Entstehung einer Adipositas beitragen,
wie etwa unkontrolliertes Essverhalten, Psychopathologien und gewichtsbezogene Stigmatisierung. Ein
weiterer
Forschungsschwerpunkt
liegt auf neuen verhaltenstherapeutischen Behandlungsansätzen. Die
Medizinerin ist außerdem stellvertretende Sprecherin des IFB und
psychologische Leiterin der AdipositasAmbulanz.
Doris Gabel
Foto: Stefan Straube
Leipziger Verhaltensmedizinerin zur Präsidentin der
internationalen Essstörungs-Forschungsgesellschaft gewählt
Prof. Anja Hilbert wurde zur Präsidentin der Fachgesellschaft
für die Erforschung von Essstörungen gewählt.
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n
BLUmEnStraUSS DEr WoChE
Ein Dankeschön für Frank Weber
Gleich zwei Blumensträuße hat er für seine tolle Arbeit
eigentlich verdient, da waren sich die Schwestern auf der
Station F2.2 einig, als Katrin Vollrath den Krankenträger
Frank Weber kurz vor dem Wochenende mit einem bunten Frühlingsgruß überraschte. „Er hat mir bei den Fahrten zu Untersuchungen im Haus immer Mut gemacht und
mir so ganz oft die Angst genommen“, sagt die ehemalige
Patientin. Frank Weber freute sich sehr über den Blumenstrauß und das Lob von Katrin Vollrath – und war schon
wieder verschwunden, um den nächsten Patienten zu einer Untersuchung zu bringen.
Foto: Ines Christ
Mit dem „Blumenstrauß der Woche“ möchten wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universitätsmedizin „Danke“
sagen für ihre Arbeit und ihr Engagement. Wenn Sie jemanden kennen, der schon lange einen Blumenstrauß verdient hat
– sagen Sie es uns. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge, bitte
per Mail an [email protected] oder per Telefon
0341 - 97 15 905.
Das Team der „Liebigstraße aktuell“
Einfluss auf die Lebensqualität
studie untersucht spät- und Langzeitfolgen nach hämatologischen krebserkrankungen
Das Wissenschaftlerteam um Dr. Heide
Götze und Prof. Dr. Anja Mehnert im
Zentrum für Psychische Gesundheit des
Universitätsklinikums Leipzig betont,
dass Patienten mit einer hämatologischen
Krebserkrankung einer hohen Symptombelastung durch besonders invasive und
toxische Behandlungen ausgesetzt sind.
Deshalb ist die Untersuchung von Langzeit- und Spätfolgen besonders wertvoll.
Erfreulicherweise können Krebserkrankungen heute immer besser behandelt
werden. Zusammen mit der gestiegenen
Lebenserwartung gibt es daher immer
mehr Menschen, die nach einer Krebserkrankung noch lange leben. Diese Entwicklung führt aber auch zu neuen Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung und Rehabilitation sowie zu
wachsenden Unterstützungsbedürfnissen
bei den Patienten. „Bislang wissen wir
noch zu wenig über die körperlichen und
psychosozialen Langzeit- und Spätfolgen
der Erkrankung und in welchem Ausmaß
Fotos: dpa
n Eine Studie an der Universität Leipzig untersucht die Spät- und Langzeitfolgen von Leukämie und verwandten
Blutkrankheiten. Dabei sollen Einflüsse auf die psychische und körperliche
Gesundheit sowie die Lebensqualität
der Patienten bis zu 15 Jahre nach der
Erkrankung identifiziert werden. Die
„José Carreras Leukämie-Stiftung“ fördert das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt mit mehr als 190 000
Euro.
Jedes Jahr veranstaltet Tenor José Carreras eine Gala mit zahlreichen Musikern, um Spenden für den Kampf gegen Leukämie zu sammeln. Die Deutsche
José Carreras Leukämie-Stiftung verfolgt seit 1995 das von José Carreras formulierte Ziel: „Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem.“ Deshalb unterstützt die Stiftung Forschungsvorhaben zur Bekämpfung von Leukämie und verwandten Bluterkrankungen.
sie den Alltag der Patienten beeinträchtigen“, so Prof. Anja Mehnert, Leiterin der
Abteilung Medizinische Psychologie und
Medizinische Soziologie. Forschungsarbeiten in diese Richtung sind bisher rar.
Vor diesem Hintergrund will die Studie
auch klären, welcher Einfluss auf die seelische Gesundheit, Erschöpfung und Lebensqualität besteht. Dazu sollen 1000
Menschen schriftlich befragt werden, die
innerhalb der vergangenen 15 Jahre an
Blutkrebs erkrankten.
Die Wissenschaftler interessiert des Weiteren, welche medizinischen und psychosozialen Versorgungsangebote die Patienten
in Anspruch nehmen und wie zufrieden
sie mit der erhaltenen Unterstützung sind.
Ziel ist es, eine möglichst optimale, bedarfsgerechte Behandlung und Betreuung
herauszuarbeiten. „Wir wollen herausfinden, wodurch die Gesundheit nach solch
einer Krebserkrankung gestärkt werden
kann und damit einen Beitrag zur Verbesserung von Lebensqualität und -zufrie-
denheit leisten. Es ist großartig, dass die
José-Carreras-Leukämie-Stiftung
unser
Vorhaben unterstützt“, sagt Projektleiterin
Götze.
MF
Weitere Informationen / Kontakt
für interessierte Studienteilnehmer:
Katharina Kuba und Peter Esser
[email protected]
[email protected]
Telefon: 0341 - 97 188 16
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Liebigstrasse aktueLL
SEITE 8
Liebigstraße – ein Ort mit Geschichte und Zukunft
Von der Mammografie zur Magnetresonanz
Die Leipziger Universitätsmedizin blickt 2015 auf eine 600-jährige Geschichte zurück. Waren es zunächst Lehre und später auch
Forschung, die sie prägten, so bildet die Krankenversorgung seit dem Ende des 18. Jahrhunderts den dritten wichtigen Baustein der
universitären Medizin. Mit der Einführung des Unterrichts am Krankenbett werden 1799 in Leipzig die ersten Weichen für eine
Universitätsklinik gestellt – damals noch außerhalb des Stadtzentrums im Rosental.
Seit 1871 ist die heutige Liebigstraße wichtigster Schauplatz der weiteren Entwicklungen: Mit der Eröffnung des Krankenhauses
St. Jakob und dem anschließenden Bau zahlreicher Kliniken und Institute entwickelt sich das Medizinische Viertel.
Ein Ort, der auch heute im Wandel begriffen ist, um Krankenversorgung, Lehre und Forschung auf höchstem Niveau zu ermöglichen.
Ein Ort mit Geschichte und Zukunft.
Fortschritt dank Kleinschmidt und Heisenberg
Wissenschaftler in Leipzig hatten großen Anteil an bahnbrechenden Entdeckungen
n Die Radiologie zählt zu den jüngeren
medizinischen Fachgebieten. Denn während die Chirurgie schon vor tausenden
Jahren praktiziert wurde, brauchte die
Radiologie die Erfindung der Röntgenstrahlung, um starten zu können. Das
war vor rund 120 Jahren: Wilhelm Conrad Röntgen sah am 8. November 1895
bei Experimenten zur Strahlendurchlässigkeit verschiedener Materialien das
erste Röntgenbild der Welt flackern: sein
eigenes Skelett. Dokumentiert als erste
bleibende Röntgenaufnahme hat er
dann aber doch lieber die Hand seiner
Frau.
In den Anfängen der Radiologie wurde ausschließlich jene Strahlung verwendet, die
Röntgen entdeckte und eigentlich X-Strahlung nannte. In Europa heißt sie Röntgenstrahlung, und mit dieser gelang es 1927
dem Leipziger Professor Otto Kleinschmidt,
bei einer Patientin die erste Mammografie
der Welt anzufertigen. Es war der Beginn
der hauptsächlich bei Tumorverdacht eingesetzten Mammografie, die in späteren
Jahren für viele Gynäkologen und Chirurgen zur Routineuntersuchung vor einer
Brustoperation wurde. Heutzutage wird sie
auch erfolgreich als Vorsorgeuntersuchung
eingesetzt.
„Diese Aufnahme von Kleinschmidt ist
schon beachtlich“, sagt Prof. Dr. Thomas
Kahn, Direktor der Klinik und Poliklinik
für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Leipzig.
„Denn mit einem normalen Röntgengerät,
wie es damals verwendet wurde, ist es sehr
schwer, Weichgewebe abzubilden.“ Die Aufnahme ist noch erhalten und weist aus heutiger Sicht eine eher eingeschränkte Qualität auf. Aber: In Leipzig wurde der Anfang
für die bildgebende Untersuchung der
weiblichen Brust gemacht. In den rund 90
Jahren, die seither verstrichen sind, wurden
inzwischen spezielle Mammografie-Geräte
entwickelt, mit denen der untersuchende
Arzt kleine, nicht tastbare Gewebeformationen oder Mikrokalk erkennen kann.
„Heute ist die Technik sehr ausgefeilt“, so
Prof. Kahn. „Wenn ich da beispielsweise an
die Tomosynthese denke, bei der sich Röntgenröhre und Detektoren während der Aufnahme bewegen, sodass Schichtaufnahmen
erzeugt werden. Die daraus abgeleitete dreidimensionale Darstellung hat gegenüber
der konventionellen Mammografie den
Vorteil, dass Überlagerungseffekte reduziert
werden. Damit sind Karzinome klarer zu
erkennen, und falsch-positive Befunde sind
eher zu vermeiden.“
Die Radiologie erhielt in Leipzig einen weiteren Aufschwung, als 1937 ein spezieller
LIEBIGSTRASSE AKTUELL
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Röntgen-Röhren aus den vergangenen Jahrzehnten sind in der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie zu sehen. Die ältesten stammen
aus der Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert.
Foto: Ines Christ
Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte die nach
ihm benannte Strahlungsart. Foto: Ines Christ
Lehrstuhl für „Chirurgische Radiologie“
eingerichtet wurde – als dritter in Deutschland nach Hamburg und Köln. Das Radiologische Institut wurde mit der Ausgliederung aus der Chirurgischen Klinik eine
selbstständige Abteilung – der Vorläufer der
heutigen Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie.
In den 30er-Jahren war Leipzig ein besonderer Anziehungspunkt für Physiker – denn
hier lehrte Heisenberg. Mit nur 26 Jahren
war Werner Heisenberg 1927 als Professor
an die Universität Leipzig berufen worden,
die er zu einem Zentrum der theoretischen
Physik machte, insbesondere für Kernphysik.
1932 erhielt er den Nobelpreis für Physik.
Aufgrund des Rufs von Heisenberg promovierte und habilitierte ein gewisser Felix
Bloch hier in der Messestadt. Der junge
Physiker wurde 1931 Assistent bei Heisenberg. Nach der Machtübernahme der Nazis
musste er wegen seiner jüdischen Herkunft
Deutschland verlassen. 1946 entdeckte er
die Kernspinresonanz, die Grundlage der
Magnetresonanztomografie ist. 1952 erhielt
Bloch dafür den Nobelpreis für Physik. „Im
Physikalischen Institut der Universität Leipzig herrschte nach der Entdeckung großes
Interesse an der Magnetresonanz“, erzählt
Prof. Kahn. „Und den beiden Leipziger Physikern Harry Pfeifer und Artur Lösche ist es
zu verdanken, dass in unserer Stadt die
deutschlandweit ersten erfolgreichen Experimente zur Kernspinresonanzspektroskopie durchgeführt wurden.“
Die Anwendung und Weiterentwicklung der
Magnetresonanz bildet heutzutage einen
wissenschaftlichen Schwerpunkt in den Fakultäten für Physik, Chemie und Medizin
sowie im Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften. Dazu stehen
Spektrometer bis zu 17,6 Tesla und Magnetresonanztomografen bis zu sieben Tesla sowie ein PET-MRT zur Verfügung. Die Aktivitäten werden im Zentrum für Magnetresonanz der Universität Leipzig gebündelt,
dessen Direktor Prof. Dr. Thomas Kahn ist.
In mehreren MR-Forschungsgebieten nimmt
die Universität Leipzig international einen
Spitzenplatz ein.
Uwe Niemann
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„Wir werden immer besser sehen können“
interview mit Prof. Dr. thomas Kahn, Direktor der Klinik und Poliklinik für Diagnostische
und interventionelle Radiologie am UKL
n Frage: Beim Blick auf die Leistungen
von Wissenschaftlern in Leipzig: Schwanken Sie da zwischen Ehrfurcht und Verzweiflung?
Prof. Dr. Kahn: Nein. Ich ziehe den Hut vor
Männern wie Heisenberg und Bloch. Sie
haben Meilensteine gesetzt. Leipzig war vor
80 Jahren ein Zentrum in Deutschland und
Europa für wissenschaftliche Höchstleistungen, vor allem in der Physik. Da muss
man heute aber weder in Ehrfurcht noch
aus Verzweiflung erstarren. Diese Tradition
sollte vielmehr Ansporn sein, weiter in diese Richtung zu arbeiten. Aus der Sicht meiner Fachdisziplin kann ich sagen: Die Einwerbung von drei EU-Verbundprojekten
zur Optimierung der bildgestützten Entfernung von Tumoren belegt die Innovationsfähigkeit der hiesigen Radiologie.
Ferner sind wir stolz auf die langjährige erfolgreiche wissenschaftliche Kooperation
mit den radiologischen Kliniken der Harvard Medical School und der Johns Hopkins Universität, die ihren Ausdruck unter
anderem in der gemeinsamen Organisation
und Durchführung der Interventionellen
MR-Symposia findet. Diese finden alle zwei
Jahre abwechselnd in den USA und Leipzig
statt. So verlief das 10. Interventionelle
MR-Symposium im Oktober 2014 in Leipzig mit über 350 Teilnehmern aus aller Welt
und 121 wissenschaftlichen Beiträgen (Vorträge und Poster) sehr erfolgreich. Das
nächste Interventionelle MR-Symposium
wird im Oktober 2016 an der Johns Hopkins Universität in Baltimore stattfinden.
Auch die Entscheidung der Deutschen
Röntgengesellschaft, ihre Jahrestagung –
den Deutschen Röntgenkongress – in den
Jahren 2016 bis 2020 in Leipzig abzuhalten,
ist ebenfalls eine Anerkennung der hiesigen
Radiologie.
n Im Prinzip ist die Radiologie ja entstanden, weil der Arzt die Ursache von
Beschwerden oder einer Krankheit möglichst sehen wollte. Ist das immer noch die
Triebfeder?
Natürlich. Sehen heißt verstehen, das gilt
auch und besonders für die Medizin. Natürlich weiß jeder Arzt, wie der Mensch
im Prinzip aufgebaut ist und welche
Krankheiten auftreten können. Aber es
geht ja bei unserer Bildgebung immer um
die individuelle Visualisierung. Also: Wo
liegt das Problem bei genau diesem Patienten? Und: Wie komme ich da am besten ran? Diese Informationen zu gewinnen, ohne den Patienten gleich
aufschneiden zu müssen, das kann die
Radiologie. Und das werden wir immer
besser können.
Forschungsantrages bei
der
Deutschen
Forschungsgemeinschaft in
Leipzig installiert wurde,
hervorragende Ansatzpunkte auf diesem Gebiet. Auch völlig neuartige Verfahren wurden
und werden entwickelt,
so zum Beispiel das Magnetic Particle Imaging
(Magnetpartikel-Bildgebung). Dabei werden,
einfach gesagt, Eisenoxidpartikel als Kontrastmittel eingesetzt. Für die
Untersuchung im medizinischen Bereich verspricht dieses Verfahren,
das sich noch im Experimentierstadium befindet,
eine große Empfindlichkeit und eine hohe zeitliche Auflösung.
n Und bei den radiologischen Therapieverfahren?
Prof.Thomas Kahn, Dr. Michael Moche und Jochen Fuchs (v.l.) in einem Eingriffsraum der Interventionellen
Da glaube ich, dass wir
Radiologie am UKL.
Foto: Stefan Straube
Radiologen schon in der
nahen Zukunft bei den
minimal-invasiven Verfahren noch weit
stärker gefragt sein werden. So steht uns bei
der minimal-invasiven Therapie zum Beispiel von Lebertumoren eine ganze Palette
von Verfahren zur Verfügung: Die thermische Ablation – Erhitzung und Verödung –
(zum Beispiel mittels Radiofrequenz, Mikrowellen), die Verödung der Tumorgefäße
sowie das Einbringen von Zytostatika
(TACE = transarterielle Chemoembolisation) und die Einbringung von radioaktiven
Partikeln über das zuführende Gefäß (SIRT
= selektive interne Radiotherapie). Auch
der fokussierte Ultraschall, der als Therapieverfahren in Leipzig ja schon beim Prostatakrebs eingesetzt wird, hat meiner Meinung nach ein großes Potenzial. Dazu sind
gemeinsame Projekte mit Prof. Dr. Andreas
Melzer, dem neuen Direktor des ICCAS
(Innovation Center for Computer Assisted
Bei der Tomosynthese fährt die Röntgenröhre während der Aufnahme in einem Teilkreis um die Brust herum.
Surgery), geplant.
Dr. Anne Hagert-Winkler (l.) und MTA Antje Kulik zeigen das dafür verwendete Mammografiegerät. Foto: ic
Interview: Uwe Niemann
1927: Weltweit erste Mammografie in Leipzig
n Wie ist Ihre Vision von Ihrer Fachdisziplin in der Zukunft? Kann das Bild von
Vorgängen im Menschen immer schärfer
und deutlicher werden?
Ja. Wir werden in der Diagnostik Verfahren haben, die noch viel besser verstehen
lassen, was im menschlichen Körper abläuft. Ich denke die Bildgebung wird zunehmend auch die molekulare Ebene erfassen können. Dies ist zum Teil auch
heute bereits möglich. So bietet das PETMRT, das aufgrund eines erfolgreichen
Die weltweit erste Mammografie
wurde 1927 in Leipzig gemacht.
In den Anfängen der Radiologie wurde ausschließlich
Röntgenstrahlung verwendet. Mit dieser gelang es
1927 dem Leipziger Professor Otto Kleinschmidt, bei
einer Patientin die erste Mammografie der Welt anzufertigen.
Es war der Beginn der hauptsächlich bei Tumorverdacht eingesetzten Mammografie, die in späteren Jahren für viele Gynäkologen und Chirurgen zur Routineuntersuchung vor einer Brustoperation wurde.
Heutzutage wird sie auch erfolgreich als Vorsorgeuntersuchung eingesetzt.
Dabei kommt auch die Tomosynthese zum Einsatz:
Röntgenröhre und Detektoren bewegen sich während
der Aufnahme, sodass Schichtaufnahmen erzeugt werden.
Die dabei entstehende dreidimensionale Darstellung
hat den Vorteil, dass Überlagerungseffekte reduziert
werden. Damit sind Karzinome klarer zu erkennen.
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Feinste Strukturen macht eine Mammografie mittels Tomosynthese deutlich.
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LieBiGStRASSe AKtUeLL
SEITE 10
Projekt ProKlaue
an Veterinärmedizinischer Fakultät gestartet
n An der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig ist am
1. April das Verbund-Projekt ProKlaue
gestartet: Im Veterinär-Anatomischen
Institut wird ein Team aus sechs Wissenschaftlern an der Verbesserung
der Klauengesundheit von Milchkühen forschen. Die Bundesanstalt für
Landwirtschaft und Ernährung fördert das Vorhaben mit über 466 000
Euro. Das Verbundprojekt mit drei
Partnern aus der Wirtschaft hat ein
Gesamtvolumen von 1,2 Millionen
Euro.
Bis März 2018 werden in Zusammenarbeit mit den Unternehmen Ansätze zur
nachhaltigen Verbesserung des Tierwohls und zur Verringerung von Erkrankungen der Rinderklaue erarbeitet.
Die Analyse der Biomechanik der Rinderklaue mit der biplanaren Fluoreszenzkinematografie – einer Möglichkeit
Foto: Veterinär-Anatomisches Institut
Erhöhung der Klauengesundheit ist Ziel eines neuen Verbund-Projektes
Mitarbeiterinnen des Projekts ProKlaue: Dr. Sarah Grund sowie die Tierärztinnen Monique Springer und Nicole Röhrmann (v.l.n.r.) hinter dem Skelett einer Milchkuh.
zur Erstellung von Hochgeschwindigkeits-Röntgenaufnahmen in Bewegungen – sowie innovativen Druckmesssystemen liefert dabei die wissenschaftlichen
Grundlagen zur Optimierung von Stallböden und Klauenpflegetechniken.
Die Entwicklung von modernen Gummimatten, die an die Biomechanik der
Klaue angepasst sind, und deren Evaluierung unter Praxisbedingungen stellt
einen weiteren Schwerpunkt dar. Die so
gewonnenen Forschungsergebnisse fließen direkt in die Entwicklung innovativer Produkte der Projektpartner für den
praktischen Einsatz in Nutztierbeständen ein.
"Damit trägt die Forschungsarbeit an
der Veterinärmedizinischen Fakultät unmittelbar zur nachhaltigen Verbesserung
des Tierwohls in der Milchkuhhaltung
bei", sagt der Professor für VeterinärAnatomie, Christoph Mülling.
Susann Huster
Sophie und Maximilian sind die Favoriten
Namenkundliches Zentrum der Universität Leipzig veröffentlicht Vornamenstatistik 2014
n Eltern in Deutschland sind auch im vergangenen Jahr bei der Namenswahl für
ihre Neugeborenen beständig gewesen.
Wie bereits in den Jahren zuvor, waren bei
den Mädchen Sophie/Sofie, Marie, Sophia/
Sofia und Maria die Favoriten. Maximilian,
Alexander und Paul standen bei den Jungen ganz oben auf der Beliebtheitsskala,
wie das Namenkundliche Zentrum in Zusammenarbeit mit dem Institut für Informatik der Universität Leipzig mitteilte.
"Diese Vornamen entsprechen dem Zeitgeist.
Sie werden als wohlklingende, moderne, attraktive, teilweise zeitlose Vornamen mit
Tradition empfunden", sagt Gabriele Rodriguez von der Namenberatungsstelle der Universität. Es spielen auch andere Faktoren bei
der Vornamenswahl eine Rolle – wie das soziale Umfeld, regionale Einflüsse, Bildungsstand und der Einfluss der Medien.
Im Jahr 2014 habe vor allem die FußballWeltmeisterschaft mit Namen wie Lukas oder
Mats Einfluss auf die Namenswahl gehabt.
Ebenso orientierten sich Eltern häufig an den
Namen von Filmschauspielern oder an literarischen Figuren. "Der Familienbezug wird
auch wieder stärker. Das heißt, dass Kinder
die Namen ihrer Eltern bekommen, die in
den 1970er- und 1980er-Jahren aktuell waren", berichtet Rodriguez und nennt als Beispiele Sabine, Nicole, René und Stefan. Mehr
als die Hälfte aller Neugeborenen erhielt nur
einen Vornamen (54,1 Prozent). Das ist ein
Zuwachs von einem Prozentpunkt im Vergleich zum Jahr 2013. Allerdings stieg der
Anteil der Bindestrichnamen. "
Es werden auch weiterhin traditionelle Vornamen bevorzugt. Fast die Hälfte aller in einem Jahr eingetragenen Vornamen haben in
Deutschland eine lange Tradition. Dabei
kommen immer mehr altdeutsch-germanische Vornamen wieder auf, wie zum Beispiel
Karl, Carl, Richard und Ida, Frieda sowie
Frida", sagt Rodriguez.
sh
Mensch, Stadt! – Studium universale
startet ins Sommersemester
Auftaktveranstaltung am 15. April auf dem Campus Augustusplatz
n "Mensch, Stadt!" ist der Titel des neuen Vorlesungszyklus' des Studiums universale der Universität Leipzig. Insgesamt 15 Veranstaltungen befassen sich
mit verschiedenen Aspekten des wichtigsten Lebensraumes der Moderne –
unserer urbanen Umgebung.
Ausgangspunkt hierfür ist die Stadt Leipzig,
die in diesem Jahr ihr 1000-jähriges Bestehen
feiert. "Wir haben ein breites Spektrum an
Themen gefunden", sagt der neue Leiter des
Arbeitskreises Studium universale, Prof. Dr.
Frank Gaunitz. "Wir möchten gemeinsam
mit dem Publikum Zeiten durchlaufen, Menschen, Kunst und Kultur begegnen und das
bunte Mosaik, das eine Stadt zu einem Ort
für den Menschen macht, in seinen zahlreichen Facetten verstehen." Zum Auftakt am
15. April berichtet Prof. Dr. Enno Bünz vom
Historischen Seminar der Universität über
"Leipzig und die Welt vor 1000 Jahren".
LIEBIGSTRASSE AKTUELL
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Die Veranstaltungen des Sommersemesters
finden immer mittwochs im Hörsaal 1 des
Hörsaalgebäudes (Universitätsstraße 3) statt
– mit Ausnahme der Sonderveranstaltung am
2. Juni um 17 Uhr (Hörsaal 8) und der beiden Stadtrundgänge "1000 Jahre Leipzig in
100 Minuten" am 15. und 22. Juli. Beginn ist
jeweils 19 Uhr, Ende gegen 20.30 Uhr.
Die Palette der Themen, die sich um die Stadt
drehen, geht allerdings weit über das Leipziger Jubiläum hinaus. So befassen sich Vorlesungen beispielsweise mit den Städten Jerusalem und Babylon, mit Geschichten über
Mensch und Stadt sowie dem urbanen Kulturerbe in den Megastädten Asiens. Den Vortrag zu letztgenanntem Thema hält am 2.
Juni Prof. Dr. Frauke Kraas, die unter anderem als Beraterin der Bundeskanzlerin für
globale Umweltveränderungen tätig ist.
Zahlreiche Besucher dürfte nach Einschätzung der Organisatoren auch die Vorlesung
der Museumspädagogin Dana Albertus zum
Thema "Käufliche Liebe in Leipzig. Zur Geschichte der Prostitution vom Mittelalter bis
zum 20. Jahrhundert" anlocken. Die Germanistin hat dafür unter anderem Originalbriefe von Messebesuchern aus dem 18. Jahrhundert analysiert. Freie Kultur in Leipzig, die
grüne Stadt, das 600-jährige Bestehen der
Medizinischen Fakultät in Leipzig sowie ein
Vergleich der Bauprozesse der Neuen Rathäuser in Leipzig und Dresden durch den
Kunsthistoriker Prof. Dr. Thomas Topfstedt
sind weitere Themen.
Gästeführerin Gerlinde Kämmerer lädt am
15. und 22. Juli zum Abschluss des Sommerzyklus' zu Stadtrundgängen zur 1000-jährigen Historie Leipzigs ein. Sie sind – wie alle
anderen Veranstaltungen des Studiums universale – kostenlos. Um telefonische Anmeldung für die Rundgänge wird gebeten (0341
- 123 60 00). Traditionell sind die Themen
der Universitätsvespern jeweils mittwochs
um 18 Uhr in der Thomaskirche an den
Schwerpunkt des Studiums universale angelehnt. Auch sie beschäftigen sich mit der
Stadt aus verschiedenen Perspektiven.
Das Studium universale an der Leipziger Universität wird organisiert von einem Arbeitskreis von etwa zehn Universitätsprofessoren
und Mitarbeitern verschiedener Disziplinen.
Es handelt sich um eine Reihe von interdisziplinären Ringvorlesungen zu wechselnden,
weit gefassten Themen. Sie richtet sich sowohl
an Studierende und Mitglieder der Leipziger
Universität als auch an die Leipziger Öffentlichkeit. Durchschnittlich 100 bis 150 Besucher kommen zu jeder Veranstaltung. Die
nächste Veranstaltungsreihe im Wintersemester steht unter dem Motto "Vernetzt". Sie befasst sich mit dem Internet ebenso wie mit
vernetzten Haushaltgeräten. Susann Huster
Auftakt-Termin: 15.04.2015, 19 Uhr
Campus Augustusplatz, Universitätsstraße 3
Hörsaalgebäude, Hörsaal 1
SEITE 11 Jenseits der LIEBIGSTRASSE
„Zerreißprobe bestanden“
DHfK-Handballer bezwingen Emsdetten nach dramatischer Schlussphase 26:25
n Als die dramatischen Schlusssekunden überstanden waren, explodierte die Leipziger Arena förmlich.
2667 Zuschauer feierten am 8. April
mit stehenden Ovationen ihre Mannschaft, die DHfK-Spieler bildeten ein
einziges Jubelknäuel. Mittendrin:
Handball-Geschäftsführer
Karsten
Günther.
Er wusste wie alle in der Halle, dass dieses
26:25 (14:16) gegen den TV Emsdetten
endgültig den Weg in die Bundesliga ebnet. Acht Zähler Vorsprung auf Rang vier
bei noch sieben Spielen – das reicht locker, und mit den jetzt erreichten 51
Punkten ist bislang noch jedes Team aufgestiegen. „Ein verdammt geiler, ein verdammt wichtiger Sieg“, versuchte Günther, seine Gefühle in Worte zu fassen:
„Ich ziehe den Hut vor den Fans und vor
unseren Jungs, die trotz aller Widrigkeiten nie aufgegeben und sich durchgebissen haben. Vor allem die Abwehrarbeit
war fantastisch.“ Und letztlich der Garant
für den Erfolg gegen die bisher beste
Rückrunden-Mannschaft.
Emsdetten spielte bärenstark, lag noch
in der 49. Minute 24:22 in Front. Doch
danach ließen die Leipziger kaum noch
etwas zu, wendeten „mit überragendem
Teamgeist“ (Philipp Pöter) und „viel
Emotionalität“ (Kapitän Lukas Binder)
das Blatt, führten 120 Sekunden vor
dem Abpfiff ihrerseits 26:24, gerieten
aber in Unterzahl. Emsdetten verkürzte,
auf der Gegenseite vergab Philipp Weber per Siebenmeter die Entscheidung.
54 Sekunden blieben den Gästen im
Das Uniklinikum Leipzig ist Partner der Zweitliga-Handballer des SC DHfK Leipzig. Beim Sieg gegen Emsdetten war das UKL Spieltags-Präsentator.
Foto: Stefan Straube
Spiel Fünf gegen Vier zum Ausgleich.
Ihren ersten Versuch hielt Keeper Felix
Storbeck, den zweiten und letzten
blockte die Deckung. Abpfiff, Euphorie,
Aufstiegs-Stimmung.
Dem SC DHfK waren nach zwei Niederlagen „Verunsicherung und Nervosität“
(Alen Milosevic) anzumerken. Während
bei Emsdetten der Schwede Tobias Rivesjö
vor der Pause neun Tore erzielte, kamen
die Leipziger nicht in die Gänge. Kein
Tempo, keine Präzision, überhastete Würfe, vier Lattentreffer. Zudem wurde Gäste-Keeper Nils Babin (insgesamt 19 Paraden) berühmt geschossen. „Er hat unseren
Fernschützen den Nerv gezogen, die
Wurf-Effektivität war richtig schlecht“,
meinte Trainer Christian Prokop, der im
Rückraum mehrfach komplett durchwechselte.
Doch seine Mannschaft fand sich erst in
der zweiten Halbzeit. Storbeck und die
Abwehr steigerten sich, Kontertore von
Binder (sechs Treffer) brachten Entlastung. „Ich bin stolz auf die Jungs, dass sie
diese Zerreißprobe bestanden haben“,
sagte Prokop, „obwohl wir permanent
hinterherlaufen mussten, haben wir diesmal nicht wie zuletzt den Kopf verloren,
sondern Ruhe bewahrt und Selbstvertrauen gezeigt.“
Steffen Enigk
Stadt-Jubiläum „zu männlich“ –
Frauen machen Rabatz
1000 Jahre Leipzig: Damenwelt fühlt sich unterrepräsentiert und organisiert eine eigene Party
n 1000 Jahre Leipzig – was doch für
das große Jubiläum an der Pleiße nicht
so alles geplant ist! Längst werden im
Rathaus Fest-Programme geschmiedet.
Auch würdigende. Etwa für Persönlichkeiten, die die Stadt in all der Zeit prägten. „Doch die Namen, die bislang im
Spiel waren, bezogen sich fast nur auf
Männer“, wurde beim genaueren Hinschauen im Gleichstellungsbeirat der
Stadt festgestellt. Die Reaktion darauf
folgte prompt: Die Frauen machen jetzt
Rabatz, kreieren ihr eigenes Festival.
Dessen trotziges Motto:„Ohne uns würde es Leipzig nicht geben.“
Über die Bühne geht das Festival von Frauen für Frauen am 30. Mai zwischen 14 und
23 Uhr im Herzen der City, auf dem Markt,
wo sich die holde Weiblichkeit mit „einem
impulsgebenden Kultur-Event einmal so
richtig breitmachen und ein Zeichen setzen
will – für eine geschlechtergerechte Zukunft“, wie es heißt. Denn: „1000 Jahre
Leipzig wurden möglich durch Kraft, Beharrlichkeit, Kreativität und den Mut zu
Veränderungen von Menschen.“ Dass von
ihnen über die Hälfte weiblich war und ist,
falle auch heute noch unter den Tisch, beklagen die Event-Organisatorinnen. So
wurden die Fest-Vorbereitungen zu einem
großen Kooperationsprojekt, bei dem das
städtische Gleichstellungsreferat Verbündete im Verein Frauen für Frauen, im Soziokulturellen Zentrum Frauenkultur und bei
Stadträtinnen wie Katharina Krefft und Gesine Märtens (beide Bündnis 90/Die Grü-
nen), Mrs. Pepstein (Radio Blau) und Maria
Lev fand. Finanziell wird die Sause größtenteils nun vom Verein „1000 Jahre Leipzig“
möglich gemacht.
„Es ist das erste große Festival der Stadt für
Frauen jeden Alters, die solo, in Familie und
natürlich auch mit ihren Männern willkommen sind“, betont Kathrin Darlatt vom
Gleichstellungsreferat. Wie alle vorbereitenden Damen freut sie besonders: „Da wir
unser Event kurz vor dem Stadtfest durch-
führen, dürfen wir die dafür bereits auf dem
Markt errichtete Bühne samt Technik und
auch das Stadtfest-Catering nutzen. Stadtfest-Veranstalter Bernd Hochmuth und
Bürgermeister Torsten Bonew sind uns da
sehr entgegengekommen“, so Darlatt.
Das Festival hat zwei Seiten. Zum einen sei
es gelungen, für ein „tolles Bühnenprogramm“ bekannte Künstlerinnen wie Rapperin Sookee oder Bernadette La Hengst
aus Berlin zu gewinnen, wirft Stadträtin
Beim Frauen-Festival am 30. Mai auf dem Markt einer der Top-Acts: Rapperin Sookee, auch unter
ihrem Pseudonym Quing of Berlin bekannt.
Foto: Tainted Lenses Photography
Märtens ein. Einen weiteren Höhepunkt
werde es gegen 18 Uhr geben, wenn der
Titanick-Umzug Lipsias Löwen gen Markt
strebt und sich mit dem Festival kurz vereint. „Zudem wird das Areal vorm Alten
Rathaus an diesem Tag zur großen Frauenmesse. Alle Frauen, die in der Stadt irgendetwas bewegen, sollen kommen und das
zeigen“, erläutert Märtens und meint Geschlechtsgenossinnen aller Professionen.
Präsentieren könnten sich auch die Sponsorinnen des Festes. Denn längst seien die
Kosten dafür noch nicht restlos gedeckt,
merkt Referatsfrau Darlatt an. Einige seien
bereits im Boot – das Hörzentrum Gromke
und die Catina Parfümerie zum Beispiel.
Weitere würden noch gesucht. Eine Eintagsfliege soll das Frauenfestival nicht werden.
„Wir wollen das Format als feste Größe in
Leipzig etablieren, es in Abständen wiederholen“, kündigt Darlatt an. Die Idee anfangs
eher skeptisch betrachtet hat Genka Lapön,
die Leiterin des Gleichstellungsreferates.
Doch schon in der Vorbereitungsphase für
die Premieren-Ausgabe sei zu spüren gewesen, „wie sehr Leipzigs Frauen so etwas begrüßen“. Vor allem Jüngere seien Feuer und
Flamme gewesen. Und jene, die ansonsten
eher im Stillen in ihren Vereinen arbeiten.
Sich bei einer besonderen Gelegenheit hinter einen Info-Stand zu stellen, das befriedige viele längst nicht mehr. „Im Trubel eines
großen Festivals mitzumischen, das hat offenbar einen ganz anderen Reiz“, sagt LaAngelika Raulien
pön.
@ www.leipzigerfrauenfestival.de
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LIEBIGSTRASSE AKTUELL
SEITE 12
Musikschule ist gefragt wie nie –
Klavier, Geige und Blockflöte sind Renner
Etwa 1000 Leipziger auf Warteliste / Drei zusätzliche Stellen schaffen ein wenig Abhilfe
n Klavier, Geige, Blockflöte – das
sind die Spitzenreiter der Instrumente, bei denen die Warteliste in der
Musikschule„Johann Sebastian Bach“
besonders lang ist. Etwa 1000 Leipziger warten darauf, ein bestimmtes Instrument zu erlernen oder einen ausgebuchten Kurs belegen zu können
– oft wird zusätzlich ein bestimmter
Lehrer oder Ort gewünscht, was in
der Regel noch schwieriger wird. Aber
auch bei Violoncello, Gitarre oder
Trompete ist die Nachfrage größer als
das Angebot. Selbst bei Harfe, Akkordeon oder Waldhorn können nicht
alle Wünsche erfüllt werden. „Das
bleibt schon eine riesige Herausforderung“, sagt Musikschulleiter Matthias Wiedemann (50). „Unser Ziel ist
es, allen Kindern, die es wünschen,
den Zugang zu einem Instrument
oder einem Ensemble zu ermöglichen.“
Ebenso wie Kindergärten oder Schulen
bekommt die musische Bildungsstätte an
der Petersstraße die durch den Geburtenboom und den Zuzug von Familien „explodierende Nachfrage“ zu spüren. „Viele
Eltern erkennen, wie wertvoll das gemeinsame Singen und Musizieren für die Entwicklung ihrer Kinder ist.“
Die Anzahl der Schüler hat sich seit 1997
fast verdoppelt. Etwa 8000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden an der
Bildungsstätte unterrichtet, die längst zu
den größten und erfolgreichsten in ganz
Deutschland gehört. Großen Anteil daran
hat das Projekt „Singt euch ein!“ mit derzeit 1910 Grundschülern, das von der
Bekannt und beliebt – die verschiedenen Bands der Leipziger Musikschule „Johann Sebastian Bach“.
Die Nachfrage nach Unterricht an Instrumenten ist so stark wie nie.
Fotos: Wolfgang Zeyen, Archiv
Schweizer Drosos-Stiftung gefördert wird – bis Juli 2016. Wie es
danach weitergeht, muss noch
geklärt werden. Die Stiftung finanziert satzungsgemäß nur den
Anschub. Das Projekt soll aber
fortgeführt werden – ebenso wie
das Klassenmusizieren mit Gitarren, Streich- und Blasinstrumenten an fünf Schulen sowie
der
Gruppenunterricht
mit
Blockflöten. Um die Wartelisten
abzubauen, hat der Stadtrat auf Matthias Wiedemann,
Musikschulleiter
SPD-Initiative mittlerweile zu-
mindest drei zusätzliche Stellen
bewilligt. „Das hilft uns – wir
sind auf gutem Weg“, sagt Wiedemann, der Posaune unterrichtet und seit 1999 an der
Musikschule arbeitet, deren Leitung er im Januar 2015 übernahm.
Die Musikschule beschäftigt derzeit 74 fest angestellte Lehrkräfte
sowie weitere 212 auf Honorarbasis. Ihr Gesamtetat umfasst
annähernd 6,8 Millionen Euro.
An der Bildungsstätte können
alle Arten von Tasten-, Streich-, Zupf- und
Blasinstrumenten sowie Gesang, Schlagzeug und Akkordeon erlernt werden. Außerdem gibt es viele Kurse und Projekte in
den Bereichen Musik und Tanz. Das Angebot richtet sich mittlerweile an Leipziger ab vier Monaten – in den beliebten
Eltern-Kind-Kursen – bis hinein ins hohe
Alter.
Wiedemann betont, dass es keineswegs nur
darum geht, die musische Grundausbildung abzusichern. „Es geht mir um die
Frucht, nicht nur um einzelne Keime oder
die Schale.“ Was heißt, dass die Musikschule als Ort der Begegnung gestärkt werden muss. Besonders wichtig sei daher,
Kindern die motivierende Wirkung gemeinschaftlichen Musizierens in einem der
Ensembles schmackhaft zu machen. Kammermusikgruppen und Nachwuchsorchester gehören ebenso dazu wie das Jugendsinfonieorchester, das im November 30.
Geburtstag feiert. Es gibt aber auch eine
Big Band sowie zahlreiche Formationen,
die im Projekt „Rock School“ entstehen,
das nach dem Prinzip „Learning by Doing“
funktioniert. Junge Leute ab 13 Jahren, die
zumindest Vorkenntnisse haben, bauen
sich quasi eine eigene Band auf.
Ein Höhepunkt für die Musikschule in
diesem Jahr wird auch die Gala im Haus
Leipzig sein, bei der sie – im Rahmen von
1000 Jahre Leipzig – ihr Leistungsspektrum zeigt (14. November). Beim Stadtfest-Spiel „Lipsias Löwen“, dem Sternlauf
in der Festwoche am 30. Mai, sind die
Musikschüler ebenfalls dabei – es wird
auch ein gemeinsames Konzert mit dem
Streichorchester Bologna geben.
Mathias Orbeck
Ramen-Burger –
ein Brötchen, das aus dem Rahmen fällt
Bistro auf der Karli will erneut kulinarisches Neuland erobern / Tofu-Version auch für Vegetarier geeignet
n Frisch gepresst sind im Bistro Vitha
B in der Karl-Liebknecht-Straße 13 ab
sofort nicht nur die Säfte, sondern
auch das Fleisch vom Bio-Rind, das im
Ramen-Burger zwischen Grünzeug
und scharfer Soße platziert wird. Wie
das genau geht, wurde Mitte April
beim Schaukochen auf der Karli demonstriert.
Denn nicht nur der Bratklops – in der vegetarischen Variante wird er von hausgemachtem Tofu ersetzt – fällt hier aus dem
allgemein bekannten wabbeligen BurgerRahmen, sondern auch die Brötchen-Hälften. Die sind hier nämlich aus Ramen – den
ausnahmsweise mal knusprig gebackenen
japanischen Nudeln. Beim Burger schwimmen sie logischerweise nicht in der Suppe
und sind auch nicht mit Stäbchen zu bändigen, sondern geben der Füllung Halt.
Geschäftsinhaber und Kreateur des RamenBurgers, Vincent Lee, hatte den Mut, sich
mit dem Trend-Snack aus den USA auch in
LIEBIGSTRASSE AKTUELL
|
Leipzig aufs kulinarische Pflaster zu wagen.
Vorerst nur montags und dann solange der
Vorrat reicht. „Auf die Idee brachte mich
mein Cousin aus New York, wo die RamenBurger längst ein Renner sind“, erzählt der
45-Jährige.
Allerdings unterscheide sich der Leipziger
Vitha-Burger leicht vom Original und exklusiv sei hier die vegetarische Variante. „Es
gefällt mir, in Leipzig wieder einmal etwas
Neues auszuprobieren, zumal ich hier auch
als Erster das Saigon-Baguette angeboten
hatte.“
Sowohl Tofu- als auch Bio-Rinderburger
werden hausgemacht. „Das wird man
schmecken“, verspricht der Gastronom. Allerdings sei der Aufwand groß und somit
auch mit einem Handicap verbunden: „Wir
werden den Vitha-Burger vorläufig nur an
einem Tag in der Woche anbieten. Wer ihn
probieren will, sollte am besten vorbestellen“, rät Lee und ist gespannt, wie die Leipziger auf sein neues Angebot reagieren.
Cornelia Lachmann
Vincent Lee (45) und Bui Thi Tham (35) präsentieren den Vitha-Burger. Angelehnt ans New Yorker
Vorbild gibt es anstelle des Brötchens ein Nest aus Ramen.
Foto: Christian Modla
SEITE 13 Jenseits der LIEBIGSTRASSE
RB-Trainer Beierlorzer im Interview:
„Jeder kann die Tabelle lesen“
RB-Leipzig-Coach Achim Beierlorzer spendiert freie Tage und freut sich auf den Betzenberg
Tag eins nach dem 2:1-Sieg in Bochum.
Man(n) läuft aus oder schwitzt beim
Spiel-Ersatz-Training. Hinterher: Massage und Mini-Urlaub. RB-Leipzig-Coach
Achim Beierlorzer, 47, über Freizeit als
Motivationsspritze, Überzeugungsarbeit
der Trainer und Gottvertrauen in Ralf
Rangnick, 56.
den Ball nicht bekomme, bin ich abgesichert
oder ist die Defensive entblößt? Wir haben
das besprochen, trainiert und im Video analysiert, was gut und nicht gut war.
n Ist die Visualisierung der letzte Schrei der
Trainingslehre?
Sie gehört heutzutage absolut dazu. Wir
halten keine stundenlangen Video-Sitzungen ab, suchen uns zentrale Sequenzen raus.
Beispielsweise das Pressing gegen Ballbesitz.
n Zwei freie Tage mitten in der heißesten
Phase der Saison. Genie oder Wahnsinn?
Ein freier Tag ist normal, den zweiten haben
sich die Jungs mit einer Top-Leistung verdient. Letztendlich war es eine Prämie. Ich
wollte vor Bochum eine zusätzliche Motivation schaffen, habe mit Daniel Frahn darüber gesprochen.
n Freistoß-Varianten werden neuerdings
auch via Videobotschaft geboren. Siehe Dominik Kaisers fieses Tor zum 2:1-Sieg.
Im besten Fall auch das. Wir wussten, wie
sich die Bochumer Mauer verhalten könnte.
n Es gibt Trainer, die denken nur an Fußball und fordern das von ihren Untergebenen. Sie sind anders.
n Hat Emil Forsberg in Bochum seine besten 90 Minuten für RB geliefert?
Wir arbeiten alle mit viel Liebe zum Detail
für den Verein. Aber es gibt auch ein Leben
außerhalb des Fußballs. Man muss auch
mal die Seele baumeln lassen. Ich freue
mich sehr auf meine Frau, meinen Sohn,
unseren Hund, die Zeit mit der Familie.
Dass ich mit einem Sieg ins Fränkische
komme, macht das Ganze noch schöner.
Ja, er war präsent, hat viele Bälle festgemacht, einen entscheidenden Ball erobert
und danach Yussufs Tor perfekt vorbereitet.
Emil müsste sich jetzt auch mal belohnen.
Mit einem eigenen Tor.
n Yussuf Poulsen ist das Gesicht von RB,
Torschützenkönig des Clubs und entsprechend begehrt. Klebt noch das Etikett „unverkäuflich“ auf seiner Turnhose?
n Sie sind immer freundlich, machen keine
Wissenschaft aus Ihrem Job. Könnte es sein,
dass die Aufgeregtheiten des Profi-Geschäfts
selbst aus einem erdverbundenen Familienvater einen Sonderling machen?
n Am Montag (20. April) geht es zum Hit
auf den Betzenberg. Geht doch noch was im
Aufstiegsrennen?
Jeder kann die Tabelle lesen. Wir haben uns
mit zwei Siegen hintereinander eine Situation erarbeitet, in der es noch um etwas geht.
Das und das Spiel auf dem legendären Betzenberg ist doch Klasse!
n RB hat beim offensivstärksten Team der Liga gewonnen, weil ...?
Foto: Gepa
Ich habe meiner Frau gesagt, dass Sie mir
die Leviten liest, wenn ich mich verändere.
Dazu wird es aber nicht kommen.
Völliges Vertrauen in Sportdirektor Ralf Rangnick: RB-Cheftrainer Achim Beierlorzer hat sich als
erfolgreicher Coach der RB-U17 einen Namen gemacht und könnte zur Dauerlösung bei den Profis
werden.
Yussuf hat sich bei uns super entwickelt und
lernt täglich dazu. Wir wissen, was wir an
ihm haben – und dasselbe gilt umgekehrt.
Wir können uns aus dem Markt aus Angebot und Nachfrage nicht rausnehmen. Unverkäuflich ist nicht mal Ronaldo. Ich gehe
aber stark davon aus, dass wir noch lange
mit Yussuf zusammenarbeiten werden.
n Ihre Chancen auf Festanstellung als
Cheftrainer steigen stündlich. Wie fühlt sich
das an? Hat sich Ihr Boss diesbezüglich gemeldet?
Selbst wenn es so wäre, würde ich Ihnen das
wohl kaum auf die Nase
binden. Ich habe völliges
Vertrauen in die Entscheidungen von Ralf Rangnick.
n Wie läuft’s denn so mit
Herrn Rangnick? Darf er
mit in die Kabine? Klaut er
Ihr Shampoo? Äußert er
seine Vorlieben in Sachen
Aufstellung und Taktik?
n Mit welchen Ängsten
gingen die Ungläubigen
denn schwanger?
Manche fragten sich: Wenn
ich vorne drauf gehe und
Foto: Gepa
Weil wir alles umgesetzt
haben, was wir uns vorgenommen haben. Bochum
ist vor allem zu Hause eine
Macht. Es gehört viel Mut
dazu, diese Mannschaft so
früh zu attackieren und
insgesamt so hoch zu stehen. Wir haben unter der
Woche intensiv am Pressing
gearbeitet. Und das Trainerteam musste Überzeugungsarbeit leisten.
Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung konnten die Kicker von RB Leipzig ihr Auswärtsspiel beim starken Gegner VfL Bochum für
sich entscheiden – und sich entsprechend freuen.
|
Die Aufstellung ist natürlich Sache des Trainers. Wir
besprechen uns vor dem
Spiel und kurz in der Halbzeit. Da ist auch mein CoTrainer Tamas Bodog und
unser Video-Analyst dabei.
Vier Augenpaare sehen
mehr als zwei. Ich wäre ja
schön blöd, wenn ich diese
Kompetenz nicht nutzen
würde.
Interview: Guido Schäfer
LIEBIGSTRASSE AKTUELL
SEITE 14
n
RATGeBeR
Mit den richtigen Medikamenten entzündungen
und Magenschmerzen leicht behandeln
UKL-Apotheker Dr. Roberto Frontini informiert in einer kleinen Schmerzfibel (Teil 2)
n Was hilft bei Schmerzen, die
durch eine Entzündung verursacht werden?
Bei Schmerzen mit einer Entzündungskomponente – wie zum Beispiel Sportverletzungen
– sind drei frei verkäufliche Wirkstoffe zu
nennen: Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen.
Diclofenac ist nur in einer geringen Dosierung
als Tablette frei verkäuflich, dafür kann es sehr
gut als Gel bei Gelenkschmerzen und Sportverletzungen eingesetzt werden. Besonders bei
den letzteren ist die kühlende Wirkung des
Gels sehr angenehm. Wegen nicht zu vernachlässigender unerwünschter Wirkungen auf
Niere und Gefäße ist Diclofenac allerdings
heute nicht mehr das Mittel der Wahl.
n Was sollte statt Diclofenac
zum Einsatz kommen?
Foto: ukl
Besser ist Ibuprofen, bis 400
Milligramm ebenfalls frei verkäuflich. Naproxen (200 Milligramm) scheint nach heutigem
Wissensstand die beste Alternative unter diesen sogenannten
„nicht-steroidalen Antirheumatika“ (NSAR). Die maximale
Dosierung bei beiden beträgt
drei Tabletten pro Tag. Ähnlich
wie bei ASS belasten diese Arzneimittel den Magen. Beide sind
bei gleichzeitiger Verwendung
von blutverdünnenden Medikamenten nur
unter ärztlicher Aufsicht zu verwenden.
Schwangere und Stillende sollten diese Medikamente vermeiden. Ibuprofen ist auch
als Gel und Creme frei in der Apotheke zu
bekommen und kann bei Sportverletzungen
und Gelenkrheumatismus ohne Bedenken
in dieser Zubereitung eingesetzt werden.
n Was kann man bei Magenschmerzen tun?
Handelt es sich um Magenschmerzen, sollte
man nicht auf chemische Substanzen zurückgreifen, sondern altbewährten Kamillentee trinken. Vorsicht ist allerdings gebo-
Spenden Sie bei der BlutBank leipzig
und helfen Sie uns, leben zu retten!
Foto: dpa
Unter Schmerzen, wie sie zum
Beispiel bei Fieber oder Entzündungen vorkommen, muss
man heute nicht mehr leiden.
Viele Arzneimittel bekommt
man in dieser Situation frei
verkäuflich – also ohne Rezept
– in der Apotheke. UKL-Krankenhausapotheker Dr. Roberto Frontini erklärt, worauf Patienten bei den verschiedenen
Wirkstoffen achten sollten.
Teil 2: Diclofenac, Ibuprofen
und Naproxen.
Dr. Roberto Frontini
ten, wenn die Schmerzen bleiben. In diesem
Fall sollte ein Arzt konsultiert werden.
n Wie lange kann man Schmerz-Medikamente bedenkenlos nehmen, ohne einen
Arzt zu fragen?
Gegen die Selbstmedikation bei leichten
und mittleren Schmerzen ist nichts einzuwenden. Dauern die Schmerzen länger als
vier Tage oder nimmt man Schmerzmittel
regelmäßig ein, dann lauern große Gefahren: Als erstes droht eine Niereninsuffizienz,
das heißt, die Nieren arbeiten nicht mehr
richtig oder schlimmstenfalls gar nicht
mehr. Paradoxerweise können durch die
Daueranwendung auch praktisch unbehandelbare Kopfschmerzen entstehen. Nimmt
man gegen diese die Tabletten weiter, dann
wird die Sache nur noch schlimmer. Also
Vorsicht! Es ist ähnlich wie beim Alkohol:
ein bisschen ist gesund, zu viel ist mehr als
schädlich!
Dr. Roberto Frontini,
Leiter der Krankenhausapotheke am UKL
Die bereits erschienenen Teile der Ratgeber
Ernährung und Bewegung sowie alle Apotheker-Tipps können Sie im Online-Archiv
der „Liebigstraße aktuell“ nachlesen unter:
www.uniklinikum-leipzig.de
Ein- und Ausblicke
im José-Carreras-Haus
Wann und wo?
Institut f. Transfusionsmedizin
jeden Mo. und Fr.
Di. bis Do.
Delitzscher Str. 135, 04129 Leipzig
Außenstelle Nord
Mo.
Mi.
Di., Do., Fr.
geschlossen
8:00 bis 14:00 Uhr
13:00 bis 19:00 Uhr
Gesundheitsamt Grünau
jeden Mo. und Do.
13:30 bis 18:30 Uhr
Gustav-Hertz-Gymnasium
jeden 2. und 4. Dienstag/Monat
14:00 bis 18:00 Uhr
Mo., 20.04.15
16:00 bis 19:00 Uhr
Miltitzer Allee 36, 04205 Leipzig
Dachsstr. 5, 04329 Leipzig
Hotel Residenz*
Straße der Einheit 23-25, 04651 Bad Lausick
7:00 bis 19:00 Uhr
8:00 bis 20:00 Uhr
Universität Leipzig, Neues Seminargebäude
Universitätsstraße 1
04109 Leipzig
Di., 21.04.15
ASB-Seniorenheim am Schwarzholz*
Mo., 27.04.15
Lärchenstr. 27
04567 Kitzscher
* Dankeschön für Blutspender: ein Einkaufsgutschein.
12:00 bis 18:00 Uhr
14:00 bis 18:30 Uhr
Für alle Blutspendewilligen, die mit einer guten Tat in ihr Wochenende starten möchten:
Jeden letzten Sonnabend im Monat lädt die Blutspendeeinrichtung auf dem Klinikgelände ein.
Blutspendeinstitut
Sa., 25.04.2015
Johannisallee 32, 04103 Leipzig
Weitere Informationen rund ums
Blutspenden finden Sie im Internet
unter: www.blutbank-leipzig.de
LIEBIGSTRASSE AKTUELL
|
9:00 bis 13:00 Uhr
Grafik: Peter Erdmenger
Johannisallee 32, Haus 8, 04103 Leipzig
„Einblicke – Ausblicke. Von Köthen in die Welt“ ist die Ausstellung von Dr. Peter Erdmenger
im José-Carreras-Haus des Uniklinikums Leipzig (Johannisallee 32a, Haus 9) überschrieben.
In seinen Malereien nimmt der Mediziner und Künstler die Besucher mit auf eine Reise um
die Welt: So sind beispielsweise Tempeltänzer in Bhutan (siehe Bild) zu sehen, aber auch kanadischer Goldmohn leuchtet im Wartebereich der Ambulanz. Die Ausstellung wird bis zum
29. Mai gezeigt.
Erdmenger, der seit 1982 malt und sich sein künstlerisches Wissen autodidaktisch angeeignet hat, ist Initiator und Organisator der Ausstellungsreihe„Mediziner und Malerei“. Die erste
Veranstaltung fand 1988 in Köthen statt, in den weiteren Jahren folgten Ausstellungen in
ganz Deutschland. Nach 25 Jahren gab es gleich zwei Schauen der künstlerischen Arbeiten
von medizinischem Personal aus verschiedensten Einrichtungen: 2013 wurden die Arbeiten
sowohl in der Martinskirche in Köthen als auch am Uniklinikum Leipzig gezeigt.
ic
Institut für Transfusionsmedizin
Einblicke – Ausblicke. Von Köthen in die Welt. Malerei von Dr. Peter Erdmenger. Wartebereich
der Ambulanz im José-Carreras-Haus, Johannisallee 32a, Haus 9. Zu sehen bis 29. Mai.
seite 15
n
Kreuzworträtsel
ugs.:
leichter
Betrug
Abk.:
chemischtechnische
Assistentin
Korbgriff
nachtaktiver
Vogel
Abk.:
Minute
Rückstand
bei der
Zuckergewinnung
aufspaltbar
deutsche
Schriftstellerin
(Monika)
gute
Laune,
Heiterkeit
9
Grundlage
weibl.
Kosename
Bundesgartenschau
(Kw.)
Abk.:
röm.katholisch
Aufbrühhilfe
Öffnung
5
Gutschrift
höchster
germanischer
Gott
Stadt
an der
Lippe,
in NRW
altrömischer
Staatsmann
6
2
dt. Komponist
(Otto)
† 1849
ital.
Hochruf
(er lebe
hoch!)
ugs.:
Schuss
beim
Fußball
dickhäutig,
zäh
2
Abk.:
Tankwagen
Luft der
Lungen
mit dem
Hund ...
gehen
1
Abk.:
anhängend
7
3
4
5
7
6
8
engl.
LimerickDichter
(Edward) †
Blutgefäß
Farbton
Welle im
Stadion
(2 Wörter)
8
Teil des
Gesichts
Vorsilbe: jenseits
(lat.)
„König
der Tiere“
Morgenrock
(franz.)
Stadt
in Westfalen
Truthahn
Dissonanz
australischer
Laufvogel
Fluss zur
Mosel
franz.
Sängerin
(Mireille)
dt. Schriftsteller †
(C. W.)
Abk.: Telefon
Flussregulierungsmaßnahme
Gewässer
deutscher
Dichter
(Ludwig)
† 1862
ital.
Priestertitel
weibl.
Schwein
den
Mond
betreffend
Vulkan
bei
Neapel
(1281 m)
aufwärts
Baumwolle
Hauptstadt
von
Aargau
Qualle
(Zool.)
Stadt
in Norditalien
junges
Rind
„... und die
wilde 13“
(Kinderbuchfigur/2 W.)
alle
ohne
Ausnahme
Drehteil
an Maschinen
Sand-,
Schlammbank
ugs.:
Geld
ugs.:
Naviga- Einheit
für 24
tionsStunden
gerät
Bundesland
Österreichs
Initialen Vespuccis
† 1512
Bedrohlichkeit
einer
Lage
1
ital.
Komponist
† 1868
Gegenteil von
passiv
3
in Ackerland umwandeln
Körperorgan
karib.
Inselgruppe
Stimmabgabe
Stadt in
Unterfranken
veraltet:
Sofa
ugs.
kurz für
Dokumentation
Schutzheiliger
Englands
kaufm.:
Sollseite
eines
Kontos
dt. Name
von
Poznan
(Polen)
Oper von
Verdi
† 1901
Umstandswort
Bewegungsform
Verzierung
Umstandswort
(Kurzf.)
seltsam,
wunderlich
Ausdehnungsbegriff
Stadt im
Kreis
Friesland
Zeichen
für
Iridium
Skitorlauf
Hautfalte
am Auge
engl.
Wurfpfeilspiel
feiner,
gelblich
brauner
Zucker
Musik:
erste
Tonstufe
Glöckchen,
Klingel
ugs.:
unnütze
Worte
Forschungsraum
(Kurzw.)
ein
Medikament
Beeinso
lange,
vorwärts trächtigung,
Minderung so weit
4
Fest,
Fete
Gerät
zur
Schallortung
Mitteleuropäer,
Magyar
Abk.:
pharmaz.techn.
Assistent
festliches
Mahl
Absteckpfahl
große
Raubkatze
Vorname
des Supermodels
Klum
Republik
in Nordostafrika
platzieren
spaßig,
drollig
ugs.:
Armut,
Not
französischer
Männername
in
Richtung
Flussmündung
Stadt
in Oberitalien
zaubern
aufwärts
Anhäufung,
Schar
Halbinsel
Südwest- Kosten,
großbri- Auslagen
tanniens
hin
und ...
ital.
Name
der
Etsch
®
deutsche
Vorsilbe
Gebieter
s2519.6-35
9
Verlosung: drei Büchergutscheine
Die Lösung des Rätsels im Magazin 06/15 lautete: Gastritis. Über je einen Büchergutschein dürfen
sich Gitta Ranft (Leipzig), Inge Geßler (Oschatz) und Stefan Wiedekind (Langen) freuen.
Herzlichen Glückwunsch!
n
Bilderrätsel
3
n
sudoKu
4=i 5
leicht
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5 6
2 5 8
1 2 5=n
101-0130
1
2
12
Schreiben Sie die Lösung auf eine Postkarte mit dem Kennwort „Kreuzworträtsel“ und senden Sie
diese bis zum 29. April 2015 an unsere UKL-Redaktionsanschrift (UKL, Redaktion «Liebigstraße aktuell», Liebigstraße 18, 04103 Leipzig)) oder per eMail an: [email protected]. In eMails
bitte Adresse angeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Erst müsst ihr herausfinden, welche Tiere hier
dargestellt sind, dann die einzelnen Buchstaben streichen oder ergänzen, bis ihr das gesuchte Lösungswort gefunden haben.
4
6
5
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4 7
1
6
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8
5
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1 3 8
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6 8 2
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3
4
8 2 1
7 1
4 8
2
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schwierig
8
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2
8
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1
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4
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2
Liebigstrasse aktueLL
(Lösung: Reh/Tiger/Schaf/Wurm = Regenschirm)
n
Das uni-klinikum auf einen Blick
n
Wichtige servicenummern
ihre einwahl ins ukL:
(0341) 97 -
universitätsklinikum leipzig
Liebigstraße 18, 04103 Leipzig
telefon
- 109
internet
www.uniklinik-leipzig.de
e-Mail
[email protected]
Zentrale notaufnahme
Liebigstraße 20, 04103 Leipzig
- 17800
(Zufahrt über Paul-List-straße)
Öffnungszeit
24 stunden täglich
notaufnahme
für kinder und Jugendliche
Liebigstraße 20a, 04103 Leipzig
- 26242
Öffnungszeit
24 stunden täglich
Liebigstrasse aktueLL
|
kreißsaal der abteilung
für geburtsmedizin
Blutbank (blutspende)
Liebigstraße 20a, 04103 Leipzig
Öffnungszeit
24 stunden täglich
schwangerenambulanz
- 23494
infoabend für
werdende eltern
- 23611
Johannisallee 32, 04103 Leipzig
info-telefon
Weitere informationen finden sie
auf seite 14 sowie unter
www.blutbank-leipzig.de
eine anmeldung zur entbindung
ist nicht erforderlich.
ambulanzen und Zentren
Mehr informationen unter
www.geburtsmedizin-leipzig.de
Zentrale ambulanz innere Medizin
Zentrale ambulanz Chirurgie
Zentrale ambulanz kinderzentrum
universitätszahnmedizin
HNO-ambulanz
augenambulanz
Psychiatrische ambulanz
Zentraler empfang
Liebigstraße 20, 04103 Leipzig
- 17900
- 25410
- 12222
- 17004
- 26242
- 21104
- 21721
- 21486
- 24304
Psychosomatik-ambulanz
- 18858
tropenmedizinische ambulanz
- 12222
ambulanz krebszentrum uCCL
-17365
Neuro chirurgische ambulanz
-17510
Neurologische ambulanz
-24302
Dermatologische ambulanz
-18670
urologische ambulanz
- 17685
universitäres brustzentrum
- 23460
transplantationszentrum
- 17271
universitäres Darmzentrum
- 19967
Diabeteszentrum
- 12222
Med. Versorgungszentrum
- 12300
kliniksozialdienst
- 26206
seelsorge
- 15965 / - 15967 / - 26126
Psychosoz. beratungsstelle für tumorpatienten
Zentrales Patientenmanagement
-16645
informationen zu allen kliniken
und ambulanzen finden sie unter
www.uniklinik-leipzig.de