Berliner Morgenpost

Berliner
EXTR A
Morgenpost
MITTWOCH , 13.
APRIL 2016
MITTWOCH, 13. APRIL 2016
* Redaktionsschluss: 23.05 Uhr | H | Nr. 101 / 15. W.
Berliner
Immobilien
Messe
16.–17. April
arena Berlin
Preis 1,30 Euro
Aylin Tezels Liebe zur Schauspielerei
Kaufen statt
Mieten
KAUFEN STATT MIETEN
Ein Morgenpost-Extra zur
Berliner Immobilien Messe
Die Berlinerin entschied sich nach dem Lesen von Reclam-Heften für ihren Beruf. Seite 24
Berlin liegt im Trend
– Was wir von den Römern
lernen können – Wie
ein Balkon den Wert
steigert –
Alle Informationen zur
Messe auf drei Seiten
BM/ISTOCK
PA/EVENTPRESS RADKE
Bundestag stoppt
das Einheitsdenkmal
am Berliner Schloss
Koalition im Bundestag beerdigen das
Projekt eines Einheitsdenkmals in Form
einer gigantischen Wippe vor dem Berliner Schloss in Mitte. Am heutigen Mittwoch soll im Hauptausschuss das seit
1999 debattierte Vorhaben gestoppt werden. Die Haushälter sind nicht bereit,
einer schon angekündigten Überschreitung des Kostenrahmens von zehn Millionen Euro zuzustimmen. „Jetzt redet
man von 15 Millionen Euro, auch das
wird nicht das Ende sein“, sagte der für
die Kulturfinanzen verantwortliche
Unions-Haushälter Rüdiger Kruse auf
Anfrage der Berliner Morgenpost. „Das
ist ein neuer Sachverhalt.“ Nun sei der
Zeitpunkt, an dem man noch innehalten
und sagen könne, „vielleicht ist das
nicht das richtige Projekt“. Die Koalition
werde im Haushaltsausschuss den Vorschlag einbringen, dass die Bundesregierung dieses Bauvorhaben nicht weiterverfolgt.
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BAD AIBLING – Zwei Monate nach dem
Zugunglück von Bad Aibling mit elf Toten
hat die Justiz den beschuldigten Fahrdienstleiter in Untersuchungshaft genommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein erließ das Amtsgericht
Rosenheim Haftbefehl wegen fahrlässiger
Tötung gegen den Bahnbediensteten. Der
Mann soll zum Unfallzeitpunkt auf seinem Mobiltelefon ein Computerspiel gespielt haben. „Es muss aufgrund des engen zeitlichen Zusammenhangs davon
ausgegangen werden, dass der Beschuldigte dadurch von der Regelung des Kreuzungsverkehrs der Züge abgelenkt war“,
teilte die Ermittlungsbehörde am Dienstag mit. Der Fahrdienstleiter habe deshalb
den Zügen falsche Signale gegeben und
später bei Notrufen am Funkgerät die falsche Tastenkombination gedrückt. Bei
seiner Festnahme habe der Mann gestanden, am Handy gespielt zu haben. Am
9. Februar waren zwei Nahverkehrszüge
auf der Strecke von Holzkirchen nach Rosenheim zusammengestoßen.
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Drei Prozent mehr
Geld für öffentlichen
Dienst angeboten
POTSDAM – Bei den Tarifverhandlungen
für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben die
Arbeitgeber ein Lohnplus von drei Prozent über zwei Jahre verteilt angeboten.
Eine Anhebung von einem Prozent solle es
in diesem und weitere zwei Prozent 2017
geben. „Ich denke, das ist ein faires Angebot“, sagte Bundesinnenminister Thomas
de Maizière (CDU) am Dienstag in Potsdam. Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund haben eine Lohnsteigerung
von sechs Prozent gefordert. Die Gewerkschaften wiesen das Angebot von Bund
und Kommunen jedoch umgehend zurück
und kündigten massive Warnstreiks an.
Drei Prozent mehr Geld für zwei Jahre
seien „ein Akt der Missachtung, ein
Akt der Geringschätzung, ein Akt
der Ignoranz der Leistungen“,
sagte Verdi-Chef Frank Bsirske. In
den kommenden Tagen werde
man bundesweit zu Warnstreiks
aufrufen.
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BELGIEN € 2,30 / DÄNEMARK DKK 17,15 / ITALIEN € 2,30 /
GRIECHENLAND € 2,30 / ÖSTERREICH € 2,30 /
POLEN PLN 9,70 / SCHWEIZ CHF 2,50 / SPANIEN € 2,30 /
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Weitere Berichte auf Seite 19
EUROPAPARLAMENT
KaDeWe-Raub und Mordauftrag:
Großrazzia gegen Familienclans
Zeugenaussagen führen zu Einsätzen in Berlin. 16 Objekte durchsucht, acht Männer verhaftet
X VON STEFFEN PLETL
UND RÜDIGER FINKE
BERLIN – Polizei und Staatsanwalt-
schaft haben am frühen Dienstagmorgen mit 220 Beamten einen Schlag
gegen mutmaßlich kriminelle arabische
Großfamilien in Berlin geführt. Gegen
acht gesuchte Männer wurden Haftbefehle vollstreckt. Sie sollen in einen
Raubüberfall auf das KaDeWe verwickelt sein. Außerdem werden den Männern im Alter von 20 bis 56 Jahren die
Anstiftung zu einem Auftragsmord sowie illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. „Umfangreiche Zeugenaussagen
und intensive Ermittlungen des Landeskriminalamtes“ hatten nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft
zu den Razzien geführt.
Gegen 4.30 Uhr rückten die Polizisten aus. Beteiligt waren auch 60 Angehörige des Spezialeinsatzkommandos
(SEK), weil damit gerechnet wurde,
dass die Verdächtigen bewaffnet sein
könnten. Zunächst wurden 14 Wohnungen, Lokale und Geschäftsadressen
in Neukölln, Hermsdorf und Lankwitz
durchsucht. Der Schwerpunkt des Einsatzes lag an der Schinkestraße in Neukölln. Dort stürmten die Kommandos
eine Wohnung und verhafteten vier
Tatverdächtige, an den anderen Einsatzorten zwei. „Später gab es Durchsuchungen in Gropiusstadt, bei denen
zwei Männer festgenommen wurden.
Insgesamt wurden somit acht Haftbefehle vollstreckt und 16 Objekte durchsucht“, sagte der Sprecher der Berliner
Polizei, Stefan Redlich.
Nach der Bilanz von Polizei und
Staatsanwaltschaft wurden bei den
Razzien eine Schusswaffe sowie scharfe Munition beschlagnahmt. Außerdem
stellten die Ermittler Schmuck, Bargeld
und einen Porsche sicher. Die Beschlagnahmung des Luxusautos diene
der „Vermögensabschöpfung“, sagte
Polizeisprecher Redlich. Sollten die
Tatverdächtigen wegen des Überfalls
auf die Schmuckabteilung des KaDeWe
verurteilt werden, könnte damit der finanzielle Schaden verrechnet werden.
Bis heute ist die Beute dieser spektakulären Tat verschwunden.
Die Räuber hatten kurz vor Weihnachten 2014 Uhren und Schmuck im
Wert von mehr als 800.000 Euro erbeutet. Die Täter waren mit einem
Auto vorgefahren. Dann stürmten fünf
Maskierte ins Gebäude, sprühten
einem Sicherheitsmann Reizgas ins Gesicht, zertrümmerten mit Äxten und
Macheten mehrere Vitrinen und räumten sie leer. Anschließend flüchteten
sie mit dem Auto. Drei Monate später
ermittelte die Polizei den Halter sowie
zwei der mutmaßlichen Räuber, beide
sind Angehörige der arabischen Großfamilie Al-Z. Die drei Männer stehen
seit Ende 2015 vor Gericht. Der Halter
des Autos, Angehöriger einer anderen
arabischen Familie, leugnete eine Beteiligung am Überfall und belastete die
beiden mutmaßlichen Räuber schwer.
Polizisten führen
einen der in
Neukölln festgenommenen
Verdächtigen ab
DPA/GREGOR FISCHER
Euro-Münze in Blau
BERLIN – Die erste Charge einer fäl-
schungssicheren
Fünf-Euro-Münze
kommt von diesem Donnerstag an in den Handel. Ein
blauer, lichtdurchlässiger
Polymerring um den
Kern soll Betrügern
das Leben schwer machen. Metallkomponenten und Kunststoff
werden dabei erstmalig
bei einem Geldstück kombiniert, teilte
das Bundesfinanzministerium mit.
Auf der Bildseite ist im Zentrum der
Planet Erde zu sehen, dessen Kontinente durch eine Verdichtung von
Punkten dargestellt werden. Der blaue
Ring umschließe den Planeten und assoziiere beim Betrachter die Vorstellung von der Erdatmosphäre, heißt es.
Auf dem äußeren Metallring sind Himmelskörper in unterschiedlicher Größe.
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Horoskop
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TV-Programm
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Sport
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Wissen / Rätsel 23
Leute
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Die Gesamtauflage der Münze mit
dem Namen „Planet Erde“ beträgt 2,25
Millionen Stück, davon 250.000 Stück
in der Sammlerqualität Spiegelglanz.
Ab Donnerstag wird das Geldstück
über die Filialen der Deutschen Bundesbank und andere Kreditinstitute in
den Verkehr gebracht. Die Spiegelglanzversion gibt es zum Preis von
15,55 Euro bei den Verkaufsstellen für
Sammlermünzen.
BM
WETTER Wechselhaft
BÖRSE Dax und Euro
KONTAKT
Es kommt feuchte,
aber recht warme
Luft in die Region.
Temperaturen bis 18
Grad sind möglich.
Seite 24
Der Dax schließt plus 0,81
Prozent bei 9761,47 Punkten.
Anschrift: Kurfürstendamm 22, 10719 Berlin
E-Mail: [email protected]
Aboservice: 030-8872 77677
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Anzeigen: 030-8872 77660
Der Euro notiert etwas
höher bei 1,1396 US-Dollar.
Vermutlich sind die Aussagen dieses
Mannes ein Teil in der Beweiskette.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft
sind drei der nun Festgenommenen die
noch gesuchten Verdächtigen zu dem
KaDeWe-Überfall. Die anderen Haftbefehle stehen im Zusammenhang mit
einem geplanten Auftragsmord. Dabei
soll es sich um eine Beziehungstat handeln. Nach Informationen der Berliner
Morgenpost soll das spätere Opfer
einem der jetzt Verhafteten die Freundin „ausgespannt“ haben. Dem 42-Jährigen wurde im Oktober 2015 in Gropiusstadt ins Bein geschossen.
Berlins Innensenator Frank Henkel
(CDU) sagte, es habe auch Aussagen
von Zeugen gegeben, das sei „ungewöhnlich für dieses Milieu“ und „eine
wichtige Botschaft: Fällt die Mauer des
Schweigens, können die Sicherheitskräfte noch konsequenter handeln“.
Henkel zeigte sich zufrieden mit dem
Einsatz. „Dieser Schlag gegen die organisierte Kriminalität zeigt, dass der
Staat entschlossen gegen die Unterwelt
vorgeht.“ Der frühere Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD)
zweifelt hingegen an den Möglichkeiten der Strafverfolgung. „Zeugen werden schnell mundtot gemacht. Wenn
acht Leute verhaftet worden sind,
heißt das nicht, dass es auch zu acht
Verurteilungen kommt“, sagte er dem
Fernsehsender n-tv.
Seite 10
VON ESSEN GmbH & Co. KG
Bankgesellschaft
Neues Geldstück gilt als fälschungssicher und ist bei Sammlern begehrt
INHALT
Meinung
Börse
Berlin
Brandenburg
Kultur
CHAMPIONS LEAGUE
Superstar Cristiano Ronaldo hat den
Halbfinal-Traum des VfL Wolfsburg zerstört und die Sensation in der Champions League im Alleingang verhindert.
Der dreimalige Weltfußballer erzielte bei
Real Madrids 3:0-Sieg im ViertelfinalRückspiel alle Tore. In der zweiten Partie des Abends qualifizierte sich Manchester City für die nächste Runde.
DPA/SVEN HOPPE
30015
Nachrichten rund um die Uhr
„Das Dschungelbuch“ kommt
wieder ins Kino. Disney hat den
Klassiker neu verfilmt.
Seite 14
BERLIN – Die Finanzpolitiker der großen
Fahrdienstleiter von
Bad Aibling soll mit
Handy gespielt haben
morgenpost.de
Mogli kehrt zurück
AfD-Politiker Pretzell aus
Fraktion ausgeschlossen
Der AfD-Politiker Marcus Pretzell ist
aus der Fraktion der Europäischen
Konservativen und Reformisten (EKR)
ausgeschlossen worden. Dies teilte ein
Sprecher der EKR am Dienstagabend in
Straßburg mit. Gründe wurden nicht
angegeben. Pretzell war ebenso wie
seine Parteifreundin Beatrix von Storch,
die Vorsitzende des Berliner AfD-Landesverbandes ist, Anfang März zum
Austritt aufgefordert worden. Hintergrund waren Äußerungen der beiden
rechtspopulistischen Politiker zum
möglichen Einsatz von Schusswaffen
gegen Flüchtlinge. Von Storch hatte vor
wenigen Tagen die EKR-Fraktion verlassen. Sie schloss sich der EU-feindlichen
Fraktion „Europa der Freiheit und der
direkten Demokratie“ an.
Kasupke sagt ...
... wie es ist
Unsa Justizminista hat sich mal wieda
wat janz Dollet einfalln lassen. Nachdema zuletzt durch ne außaeheliche Affäre
mit ner Schauspielerin uffjefallen is,
spielta sich nu plötzlich als Sittenwächta uff: Det Maasmännchen will sexistische Werbung vabieten und Frauen nur
noch züchtich bekleidet zeijen. Und
bejründet det sojar noch mit den unsäglichen Vorfällen inna Kölner Silvestanacht. Det is ja wohl det Allaletzte!
Wern demnächst denn ooch Miniröcke
und rota Lippenstift vaboten? Wer mit
schönen Frauen Probleme hat, muss ja
nich hinkieken und die beworbenen
Produkte nich koofen. Aba UntawäscheModels mit Burkha sind bestimmt der
Renna ...
[email protected]