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LESESTOFF: PATTI SMITH ERINNERT AN VERGANGENE REVOLTEN | KULTUR
FreiePresse
OBERES VOGTLAND
Montag, 10. August 2015
Einzelpreis 1,10 Euro
Fans feiern CFC trotz Niederlage gegen Dortmund
LOKALES
MULDENHAMMER
Großinvestition
für Einsparungen
Knapp zwei Millionen Euro investiert derzeit die Gemeinde Muldenhammer, um langfristig bei
der Verwaltung des kommunalen
Wohnungsbestandes finanzielle
Einsparungen zu erzielen. Im Tannenbergsthaler Neubaugebiet soll
deshalb spätestens 2017 ein weiterer Wohnblock fallen. Aktuell
liegt die Leerstandsquote bei den
226 gemeindeeigenen Wohnungen über der 20-Prozent-Marke.
Seite 9: Bericht
(tm)
KLINGENTHAL
Radtour für einen
guten Zweck
Zum 25-jährigen Bestehen der
Stadtpartnerschaft mit Neuenrade wollte der Klingenthaler Ortsvorsteher Thomas Ungethüm
(CDU) mit dem Rad von Sauerland ins Vogtland fahren. Ein
schwerer Sturz bei einem Wettkampf verhinderte das. Nun ist
der Klingenthaler soweit genesen,
dass er im Oktober nach Neuenrade radeln will – und das für einen guten Zweck. Der Erlös aus
der Sponsorenaktion geht an soziale Einrichtungen in beiden
Seite 9: Bericht
Städte. (tm)
IN DIESER AUSGABE
Aus aller Welt Ein Bär im
Yellowstone-Park hat offenbar einen Wanderer getötet
SPORT AM MONTAG
FOTO: THOMAS FRITZSCH
Die zweifache Skilanglauf-Olympiasiegerin Barbara Beyer-Petzold –
mit den Weggefährtinnen Veronika
Hesse (links) und Carola Jacob –
feierte ihren 60. Geburtstag.
Skispringen Weltmeister
Severin Freund mit starker
Form im Sommer
Schwimmen Deutsche
Mannschaft zeigt bei WM
leichten Aufwärtstrend
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Ausführliches Wetter: Seite 8
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vor 12.500 Zuschauern mit 0:2 (0:1), die Himmelblauen lieferten gegen den Favoriten aus
der Bundesliga jedoch eine couragierte Leistung ab. Dortmund war durch Pierre-Emerick Aubameyang (25. Minute) mit 1:0 in
Führung gegangen. Henrikh Mkhitaryan
stellte in der 83. Minute den Endstand her.
Auch die Gastgeber besaßen gute Möglichkeiten für einen Torerfolg, ließen die Chancen jedoch ungenutzt. Der FC Erzgebirge
Aue hatte am Sonnabend die zweite Pokalrunde erreicht. Die Veilchen gewannen
durch einen Treffer von Simon Skarlatidis
verdient 1:0 (0:0) gegen den Zweitligisten
FOTO: HARRY HÄRTEL
Greuther Fürth.
Die Deutschen gehen lieber zu
Firmenfeiern als auf Volksfeste
VON EVA PRASE
Barbara Beyer feiert 60.
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ist ausgeblieben, dennoch wurden die Spieler des Chemnitzer FC gestern im ausverkauften Stadion an der Gellertstraße von den
Fans gefeiert. Der Fußball-Drittligist unterlag
Wie tickt der Deutsche? In
über 80 Erhebungen
wurden jeweils rund 1000
Bürger zu ihren Alltagsgewohnheiten befragt. Die
Ergebnisse sind aufschlussreich bis amüsant.
Wirtschaft Lampenhersteller Vosla glaubt fest an den
Erfolg der LED-Technik
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Die Pokalsensation gegen Borussia Dortmund
BERLIN — Deutschland ist für seine
Volksfeste bekannt: die Wies’n in
München, der Karneval von Köln,
die Kät in Annaberg-Buchholz. Um
so erstaunlicher scheint, dass nur eine Minderheit der Deutschen –
37 Prozent – gern auf Volksfeste
geht. Viel lieber feiern die Bürger auf
Geburtstagspartys (85 Prozent).
68 Prozent sind gern auf Hochzeiten,
53 Prozent bei Taufen und Konfirmationen. Selbst Firmenpartys sind
beliebter als Volksfeste: 46 Prozent
mögen das.
Die Ergebnisse stammen aus Online-Umfragen des Meinungsforschungsinstitutes Yougov unter
dem Titel: „Wie wir Deutschen ticken“. Für die Analyse, die jetzt auch
als Buch erschienen ist, wurden von
September 2014 bis April 2015 in
über 80 Erhebungen jeweils rund
1000 Menschen nach ihren Sichtund Denkweisen, Vorlieben und
auch ihren „Ticks“ befragt. Die Autoren haben Fragen wie die nach der
Beliebtheit von Festen gestellt, weil
es über die politischen Ansichten
der Deutschen „jede Woche neue
Wahlbarometer“ gibt. Auch über das
Konsumverhalten sei viel bekannt,
weil Firmen wissen wollten, wer ihre Produkte kauft.
„Unser Interesse hieß nur: Neugier“, so Christoph Drösser, einer der
Autoren. Diese seien sich bewusst
gewesen, dass Menschen gern Umfragen lesen, weil sie ihre Position in
der Gesellschaft bestimmen wollen.
Und sie lassen sich beeinflussen:
„Wenn heute 63 Prozent finden, dass
gleichgeschlechtliche Partnerschaf-
ten der Ehe gleichgestellt werden
sollen, dann wird das Ergebnis das
verbliebene Drittel zumindest nachdenklich machen.“
Die Themen reichen von A wie
„Abend“ über M wie „Manieren“ und
„Medien“ bis hin zu Z wie „Zeit“. So
freuen sich abends neun von zehn
Deutschen auf ihr Bett. 60 Prozent
der Ostdeutschen gehen vor 23 Uhr
schlafen, im Westen sind es nur 50
Prozent – die im Osten müssen ja
auch häufig früher wieder raus.
Zum Abendessen versammeln sich
die Befragten – 68 Prozent – mit ihren Familien am Esstisch. Ein großes
Ausgehvolk sind die Deutschen aber
nicht. Nur jeder siebente verlässt
häufig abends das Haus. 15 Prozent
besuchen mehr als zweimal monatlich ein Restaurant, drei Prozent
lockt es ins Kino, zwei Prozent gehen ins Theater. Ein Prozent geht in
Seite 3: Ergebnisse
die Oper.
Zur Methode der Online-Befragung
Die Probanden wurden nach einem
Zufallsprinzip so ausgewählt, dass ein
Abbild der deutschen Bevölkerung ab
18 Jahren im Kleinen entsteht. An jeder Umfrage haben 48,5 Prozent
Männer und 51,5 Prozent Frauen teilgenommen.
Da Deutschland ein vergleichsweise
altes Land ist, waren 40,7 Prozent der
Befragten älter als 54 Jahre und nur
9,2 Prozent zwischen 18 und 24.
Die Bundesländer sind unterschiedlich groß, weswegen etwa 21,6 Prozent der Befragten aus NordrheinWestfalen stammen, 13 Prozent aus
Baden-Württemberg und nur 4,4 Prozent aus Berlin.
Um sicherzustellen, dass jede Stichprobe Deutschland politisch repräsentiert, wurde das Wahlverhalten bei
der letzten Bundestagswahl mit einbezogen. (epr)
Die Kita ersetzt den Familienverband, sagt eine Studie – Vorausgesetzt, sie befindet sich nicht im Arbeitskampf
schulkind psychisch auffällig: Ängste, Aggressivität, Unruhe. „Besonders hoch war die Rate psychischer
Auffälligkeiten bei Kindern, die erst
spät – ab dem dritten oder vierten
Lebensjahr – in eine Kita gingen“,
sagt Rößner. Einen niedrigen Bildungsstand der Eltern und die Erziehung durch nur einen Elternteil hat
der Kinderpsychiater als weitere Risikofaktoren ausgemacht.
Die Kita, so schlussfolgert Rößner, ist heute der Ersatz für die Großfamilie und für ein intaktes Dorfleben. Sie lehre Kinder Regeln, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren, dem Gegenüber etwas zu gönnen und eigene Grenzen auszuloten. In Einkindfamilien erlebe sich
Sohn oder Tochter dagegen stets als
Mittelpunkt. Spätere Probleme mit
Gleichaltrigen seien damit programmiert.
Natürlich gibt es dazu auch Widerspruch. Die Kritiker bezweifeln,
dass sich beim heutigen Betreuungsschlüssel in den Kitas eine intensive
Bindung zu jedem einzelnen Kind
aufbauen lässt. Die Kinder sehen sie
zudem zu vielen Reizen ausgesetzt
und die Eltern unter einem zunehmenden gesellschaftlichen Druck,
ihre Kinder früh in eine Kita zu geben.
Von Stephanie Wesely
DAS GESAMTE INTERVIEW mit Veit Rößner
lesen Sie auf der Seite „Kind und Kegel“. Mehr
zum Tarifstreit erfahren Sie auf Seite 4.
Unbewaffneter stirbt bei
Auseinandersetzung
ARLINGTON — Kurz vor dem ersten
Jahrestag des Todes von Michael
Brown hat in den USA erneut ein
weißer Polizist einen unbewaffneten Schwarzen erschossen. Der Student sei mit seinem Wagen durch
die Scheibe eines Autohauses in Arlington im Bundesstaat Texas gefahren, teilte die Polizei mit. Zwei Beamte seien vor Ort geschickt worden.
Der 19-Jährige habe Aufforderungen, sich zu ergeben, nicht Folge geleistet, zitierte der Sender CNN gestern den Polizeichef von Arlington.
Anschließend sei es zu einer Auseinandersetzung gekommen, ein Beamter habe viermal geschossen.
In Ferguson im Bundesstaat Missouri wurde gestern Michael Brown
gedacht. Der junge Schwarze war
ebenfalls unbewaffnet, als er am
9. August 2014 von einem weißen
Polizisten erschossen wurde. Es folgten Proteste und teils schwere UnruSeite 5: Bericht
hen.
ARBEITSMARKT
Streik in der Großfamilie
Das Thema schien abgehakt.
Schlichter hatten im Tarifstreit der
Erzieher einen Kompromiss gefunden. Doch die Gewerkschaftsbasis
stellt sich quer, wie wir am Wochenende erfahren mussten. Damit drohen neue Streiks in den Kitas. Das ist
umso bedauerlicher, als uns eine
neue Studie aus Sachsen den Wert
der Kitas vor Augen führt.
4000 Dresdner Vorschulkindern
lieferten dafür die Daten. „Die Kita
ist das Beste, was Eltern für ihr Kind
tun können“, sagt Professor Veit
Rößner, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der
Uniklinik Dresden zum Fazit der
von ihm ausgewerteten Studie.
Demnach ist jedes siebente Vor-
US-Polizisten
erschießen
Schwarzen
Kind bei einer Aktion zum Ende des
Kita-Streiks am Mai in Hamburg.
FOTO (ARCHIV): DANIEL BOCKWOLDT/DPA
Mehr Zuwanderer
finden Job in Sachsen
DRESDEN — In Sachsen haben 2015
deutlich mehr ausländische Arbeitskräfte einen Job als im Vorjahr. Derzeit sind laut Landesarbeitsagentur
im Freistaat 34.397 Menschen aus
dem Ausland sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind
knapp 6700 oder 24,1 Prozent mehr
als 2014. Insgesamt gehen in Sachsen derzeit 1,52 Millionen Menschen einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nach, 1,3 Prozent
mehr als 2014. Die meisten Ausländer arbeiten in Dienstleistungsberufen, im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Die Polen stellen die größte Gruppe, gefolgt von Tschechen, Ungarn und
Rumänien. Im Vergleich der Bundesländer zieht Sachsen relativ wenig
ausländische Arbeitskräfte an. (dpa)
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53. Jahrgang, Nr. 184, VERLAG UND REDAKTION:
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2 Freie Presse
SACHSEN
Montag, 10. August 2015
„Unentdeckte
Orte“ lockten
5000 Besucher
NACHRICHTEN
EBOLA-VERDACHT
Entschädigung
für Berufsverbot
Traditionelles Kalklöschen mit Mu-
STOLLBERG — Nach
monatelangen
Auseinandersetzungen hat eine Ärztin aus Stollberg eine Entschädigung für ein gegen sie verhängtes
Berufsverbot erstritten. Die niedergelassene Allgemeinmedizinerin
Sabine Kirchner war Ende vergangenen Jahres von einem Hilfseinsatz
aus Liberia zurückgekehrt, wo damals eine Ebola-Epidemie herrschte.
Deshalb durfte sie wochenlang
nicht praktizieren. Das sächsische
Sozialministerium habe ihr jetzt
einen Verdienstausfall von gut
3800 Euro erstattet, sagte Kirchner
der „Freien Presse“. Die 55-Jährige
kritisierte, man habe ihr mit dem
Berufsverbot unterstellt, fahrlässig
handeln zu wollen. Sie stellte jedoch
klar: „Ich habe mit keinem Ebolakranken Kontakt gehabt.“ (joe)
seumsmitarbeiter Roberto Sachse
im Kalkwerk Lengefeld: Rund
570 Gäste besuchten am Samstag
das technische Denkmal mit seinen
historischen Anlagen der Kalkgewinnung und -verarbeitung. Zum
Besuch eingeladen hatte die „Freie
Presse“ innerhalb der Veranstaltungsreihe „Unentdeckte Orte“, die
damit zu Ende ging. Zu den fünf
Veranstaltungen – neben dem Kalkwerk ging es in die Chemnitzer Gewölbegänge, auf Schloss Netzschkau, in die Brettmühle Mulda und
auf die Schlossruine Hartenstein –
kamen damit insgesamt weit über
5000 Menschen. In Lengefeld konnten die Besucher nicht nur historische Produktionsanlagen besichtigen. Erstmals wurden auch Führungen über das Gelände der benachbarten Firma Geomin – Erzgebirgische Kalkwerke GmbH angeboten,
wo heute 40 Mitarbeiter Kalk weiFOTO: MATTHIAS DEGEN
terverarbeiten.
WASSERSPORT
1000 Teilnehmer
bei Elbeschwimmen
DRESDEN — Mehr als 1000 Menschen
haben sich gestern nach Angaben
der Organisatoren zum traditionellen Dresdner Elbeschwimmen in
das 26 Grad warme Wasser gestürzt.
Von der bekannten Brücke „Blaues
Wunder“ ging es am Morgen 3,5 Kilometer stromabwärts bis zum Fährgarten Johannstadt. Der Pegelstand
lag bei gerade einmal 60 Zentimetern – normal sind etwa zwei Meter.
Zahlreiche Teilnehmer der 18. Auflage des Spektakels stiegen mit Verkleidung ins Wasser. Wegen des
Niedrigwassers wurde das für
15. August geplante Fackelschwimmen zum Stadtfest abgesagt. (dpa)
UNFALL
Segelflugzeug stürzt
im Landeanflug ab
GROSSRÜCKERSWALDE — Ein 64-jähri-
ger Flugschüler ist gestern mit
einem Segelflugzeug auf dem Flugplatz Großrückerswalde abgestürzt.
Laut Polizei erlitt er einen Schock
und wurde zur Beobachtung in ein
Krankenhaus eingewiesen. Der Fliegerclub Großrückerswalde sprach
von einem Pilotenfehler. Beim Start
habe der Mann das Flugzeug, das
von einer Seilwinde gezogen wird,
zu steil nach oben gesteuert. Dadurch habe sich der Flieger bereits in
150 statt 300 bis 400 Metern Höhe
ausgeklinkt. Letztlich sei so der Landeanflug missglückt: Bei der letzten
Kurve berührte ein Flügel die Erde,
das Flugzeug streifte Büsche. Heck
und Flügel brachen bei der Bruchlandung ab. (tor)
AUSSTEIGERPROGRAMM
19 Neonazis wollen
raus aus der Szene
DRESDEN — Seit 2011 haben in Sach-
sen 19 Rechtsextremisten das Aussteigerprogramm des Landes genutzt, um der Szene zu entkommen.
Bei zweien sei die Betreuung bereits
erfolgreich beendet worden, teilte
das Innenministerium mit. Weitere
Fälle seien kurz vor dem Abschluss.
Es habe 42 Anfragen gegeben. Die
Zahlen bewegten sich auf dem Niveau anderer Länder. Für das mit
nichtstaatlichen Organisationen betriebene Projekt stellt das Land jährlich 260.000 Euro bereit. (dpa)
FORTBILDUNG
Deutschlehrer aus
aller Welt zu Gast
MEISSEN — 48 Deutschlehrer aus elf
Nationen frischen für zwei Wochen
ihre Sprachkenntnisse am Sächsischen Bildungsinstitut in Meißen
auf. Die Pädagogen kommen unter
anderem aus Aserbaidschan, Bulgarien, Frankreich, Georgien und Israel, wie das Kultusministerium gestern mitteilte. Neben Unterricht stehen von heute an Vorträge, Workshops und Exkursionen auf dem
Programm. In ihren Heimatländern
unterrichten die Lehrer Deutsch als
Fremdsprache. (dpa)
Sachsens Polizei-Dino
wird auf Kurzarbeit gesetzt
Rund 20 Jahre lang hat das
Maskottchen den Jüngsten
die Polizeiarbeit nahegebracht und Aufklärungsarbeit geleistet. Bald darf
es nicht mehr in Schulen
und Kitas. Denn bei der
Prävention wird der
Rotstift angesetzt.
VON RENATE FÄRBER
CHEMNITZ/DRESDEN — Bei den Kindern ist er wohl der beliebteste Polizist Sachsens: Poldi, der knuddelige
Polizei-Dinosaurier. Wenn er auftaucht, ist der Bann schnell gebrochen. Jahrelang hat er Mädchen und
Jungen das Verhalten im Straßenverkehr beigebracht oder ihnen erzählt, wie sie sich Fremden oder
auch Gewalt gegenüber verhalten
sollen. Präventionsarbeit auf spielerische Art.
Damit soll jetzt Schluss sein.
Denn Poldi darf nur noch verkürzt
arbeiten. Ab dem nächsten Schuljahr wird der grüne Kerl nicht mehr
in Kindertagesstätten gehen und ab
2016/17 auch nicht mehr in die
Grund- oder Förderschulen kommen. Das Innenministerium setzt
ihn auf Kurzarbeit. Schließlich sei
der Erstkontakt mit der Polizei eine
Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit,
nicht aber der Prävention. Außerdem werde Poldi ja nicht vollkommen außer Dienst gestellt. Bei Großveranstaltungen wie dem Tag der
Sachsen oder dem Verkehrssicherheitstag werde er weiter dabei sein.
Pro Jahr wird es jedoch nur noch maximal 60 Auftritte geben. 2013 waren es 92 und im Vorjahr 128, von Januar bis Juli dieses Jahres 50. Die Polizei werde sich weiter auf die „Kernaufgaben“ konzentrieren. „Primärprävention“ sei Aufgabe der Eltern,
Kitas und Schulen, heißt es aus dem
Innenministerium. Beamte werden
die Verantwortlichen mit Info-Material und Schulungen unterstützen“,
so Sprecherin Pia Leson. Laut Ministerium leisten gegenwärtig 105 Bedienstete der sächsischen Polizei
hauptamtlich Präventionsarbeit.
Doch nicht nur Poldi wird auf
Kurzarbeit gesetzt. Die gesamte Präventionsarbeit trifft der Rotstift. „Sie
soll laut Feinkonzept zum Projekt
,Sachsen Polizei 2020‘ zu 80 bis
90 Prozent gestrichen werden“, sagt
Hagen Husgen, Landesvorsitzender
der Gewerkschaft der Polizei. Das sei
erschreckend. „Wir waren schon vor
zwei Jahren, als das Projekt ,Sachsen
Polizei 2020‘ erstmals im Gespräch
war, entsetzt, dass Präventionsarbeit
nicht mehr zu den Kernaufgaben
der Polizei gehören soll.“ Husgen
hält es mit dem Sprichwort: Was
Hänschen nicht lernt, lernt Hans
nimmermehr. „Wenn wir die Präventionsarbeit wegen des Stellenabbaus derart zusammenstreichen,
wird uns das allen später teuer zu
stehen kommen.“ Mindestens zehnfach so viel wie die Prävention,
meint der Gewerkschaftler.
Polizeiarbeit
Bis 2025 sollen von den derzeit
13.000 Stellen in Verwaltung und
Vollzug 1000 wegfallen.
Jährlich kommen 400 Beamte zu
Sachsens Polizei. Laut Gewerkschaft
können sie kaum die Zahl der Beamten kompensieren, die aus Altersgründen ausscheiden. Forderung:
Pro Jahr müsste es 500 bis 550 Neueinstellungen geben.
Wenn Poldi kommt, ist immer Stimmung, wie einst in Lunzenau.
FOTO: MARIO HÖSEL/ARCHIV
Viele Überstunden machen krank.
2010 wurden pro Polizist 27 Krankentage registriert, im vergangenen Jahr
waren es bereits 30. (rf)
Das Ministerium hält dagegen,
dass Innen-, Kultus- und Sozialministerium ein Konzept zum Projekt
„Prävention im Team“ erarbeitet hätten. Diese Zusammenarbeit beziehe
sich einzig auf die Prävention für
Vorschulen und Schulen. Ab Klasse
5 beispielsweise werden Veranstaltungen zu den Schwerpunkten Drogen, Jugendkriminalität und Gewalt, Neue Medien sowie sexueller
Missbrauch durchgeführt.
„Die Zusammenarbeit zwischen
den Ministerien ist ja in Ordnung“,
meint Husgen. Trotzdem, sagt er: „Es
ist doch etwas anderes, wenn da vor
den Kindergartenknirpsen oder vor
der Klasse eine Frau oder ein Mann
in Uniform steht oder ein Lehrer, der
vor einer Stunde Sport gegeben hat.“
Die Präventionsarbeit der Polizei
könnten sie nicht ersetzen. Auch Polizisten, die bisher mit den Kindern
in den Schulen gearbeitet haben bedauern die Kürzung. „Für die Kinder
war das immer spannend. Sie hat alles interessiert. Von unserer Montur
bis zum eigentlichen Dienst. Das hat
schon Wirkung gezeigt“, sagt ein Beamter. „Außerdem ist das alles Werbung für unseren Beruf.“
Die Gewerkschaft hofft nun auf
die „Fachkommission zur Evaluierung der Polizei“, die im Vormonat
ihre Arbeit aufgenommen hat. Sie
soll bewerten, ob die Stellenausstattung der Polizei dem tatsächlichen
Bedarf entspricht. Dabei wird auch
erwartet, dass die Präventionsarbeit
wieder in den Rang der Kernaufgaben der Beamten gehoben wird.
Sachsen hat
zweithöchste
Suizidrate
Im Jahr 2013 nahmen sich
664 Menschen das Leben
DRESDEN — Sachsen hat die zweit-
höchste Suizidrate Deutschlands.
Nach Angaben des Sozialministeriums in Dresden nahmen sich im
Jahr 2013 im Freistaat 664 Menschen das Leben. Nach einem Rückgang zum Vorjahr wurde damit wieder das Niveau von 2011 erreicht. Es
entspricht einer Rate von 16,3 Suiziden je 100.000 Einwohner. Laut
Nationalem Suizid-Präventionsprogramm war die Quote unter den einzelnen Bundesländern nur in Sachsen-Anhalt mit 16,6 noch höher. Im
Bundesdurchschnitt gab es nach der
neuesten verfügbaren Statistik 12,5
Selbstmorde je 100.000 Einwohner.
„Es fällt auf, dass die Suizidfälle
im Alter deutlich zunehmen und
mit Renteneintritt nochmals ansteigen“, sagte der Fraktionschef der
Grünen im Sächsischen Landtag,
der im Sozialministerium zu Suizidraten und -prävention nachgefragt
hatte. Zschocke verlangte mehr Aufmerksamkeit für alte Menschen, die
nicht mehr leben wollen. Die Sozialministerin müsse prüfen, ob die Präventionsangebote in Sachsen tatsächlich die Menschen erreichen,
die ein erhöhtes Suizidrisiko haben.
„Auch die Wartezeit auf einen Ersttermin beim Psychotherapeuten
sollte das Sozialministerium erfassen. Dazu können derzeit keine aktuellen Angaben gemacht werden“,
kritisierte Zschocke. Er schlug vor,
hier die Zentrale Servicestelle für
Facharzttermine zu nutzen. (oha)
Streit um Prostitution in der Nachbarschaft
In Chemnitz fühlen sich
Anwohner belästigt; es
werde immer schlimmer,
sagen sie. Die Stadt sieht
keine Handhabe – vorerst.
VON MICHAEL MÜLLER
CHEMNITZ — Knallende
Autotüren,
nächtliches Geschrei, „seltsame Gestalten“: Die junge Frau hat die Nase
voll vom Treiben in ihrer Nachbarschaft. Vor zwei Jahren war sie in einen Gründerzeitbau am östlichen
Ende der Lohrstraße gezogen. Jetzt
mag sie in der Gegend nördlich des
Stadtzentrums nicht mehr wohnen:
„Meine Kinder würde ich hier nicht
aufwachsen lassen wollen.“
Die Etablissements in den unteren Etagen mehrerer benachbarter
Wohnhäuser sind es, die sie und an-
dere Anwohner für die Zustände
entlang der Straße verantwortlich
machen. Auffällig leuchtende Dekorationen in verhangenen Fenstern
weisen darauf hin, dass hier Damen
des horizontalen Gewerbes ihre
Dienste anbieten. Dieser Teil der
Lohrstraße, nur gut 100 Meter von
der Grenze des innerstädtischen
Sperrbezirks entfernt, gilt seit vielen
Jahren als eine der eingeführtesten
Rotlicht-Adressen der Stadt.
Prostitution ist in Sachsen in
Städten über 50.000 Einwohner
grundsätzlich erlaubt – außer in behördlich festgelegten Sperrbezirken
sowie im 200-Meter-Radius um Kitas, Schulen, Kirchen, Krankenhäuser und Seniorenheime. Zudem ist
Wohnungsprostitution dort untersagt, wo Menschen unter 18 Jahren,
die mit im Haus wohnen, dadurch
„sittlich gefährdet“ würden. In
Chemnitz haben sich rund um den
seit mehr als 20 Jahren geltenden
Einschlägig dekorierte Fenster an einem Wohnhaus: Nachbarn sind von der
Wohnungsprostitution genervt.
FOTO: ANDREAS WETZEL/ARCHIV
Sperrbezirk, der die Innenstadt und
zentrumsnahe Viertel umfasst, etwa
drei Dutzend Standorte mehr oder
weniger fest etabliert, an denen Prostituierte ihre Dienste anbieten. Vor
allem auf dem Sonnenberg und im
Lutherviertel, wo die Mieten vergleichsweise günstig sind und zum
Teil ganze Häuser leer stehen, finden
sich zahlreiche Adressen, aber auch
an den Ausfallstraßen zur Autobahn
und ins Umland.
„Die Zustände in der Lohrstraße
werden immer schlimmer“, klagt
der Eigentümer eines der Wohnhäuser in der Nachbarschaft. Der Jurist
aus München, der anonym bleiben
will, hatte zu Beginn der 1990er-Jahre viel Geld in die denkmalgerechte
Sanierung des Gründerzeitbaus investiert, zuletzt vor allem an Studenten vermietet. Mittlerweile aber stehe sein Wohnhaus zur Hälfte leer,
sagt er. „Meine Mieter trauen sich
am Abend nicht mehr auf die Straße
und kündigen reihenweise die Mietverträge.“ In einem Brief, den er
kürzlich an Oberbürgermeisterin
Barbara Ludwig (SPD) sandte, fragt
er: „Wollen Sie Zustände wie einst in
der Bronx in New York?“ Zugleich
droht er mit einer Schadensersatzklage gegen die Stadt.
Die hebt vorerst die Hände. Denn
zuständig für den Sperrbezirk ist die
Landesdirektion. Die berät derzeit
über eine mögliche Erweiterung.
„Die Stadt Chemnitz hat bislang jedoch nicht ausreichend dargestellt,
inwieweit die Wohnungsprostitution aus den Wohnungen hinausdringt und dadurch den Schutz der
Jugend beziehungsweise den öffentlichen Anstand gefährdet“, sagte ein
Sprecher. Auch die Polizei mag bislang nicht bestätigen, dass sich die
von den Anwohnern kritisierten
Erotik-Studios negativ auf die Sicherheit im Viertel auswirken.
Montag, 10. August 2015
ZEITGESCHEHEN
Freie Presse
3
DAS THEMA: ONLINE-UMFRAGE
So ticken die Deutschen
Deutschland, das sind mehr als 80 Millionen Menschen, die zusammen die größte Nation Europas bilden. Exportweltmeister, fußballverrückt,
disziplinierte Arbeiter – so kennt man die Deutschen in der Welt. Doch wer sind sie wirklich? Was denken sie? Wie fühlen sie?
Das Forschungsinstitut Yougov hat zahlreiche Umfragen durchgeführt – die „Freie Presse“ präsentiert eine Auswahl der Ergebnisse.
BUCHTIPP „Wie wir Deutschen ticken“;
Verlag Edel AG in Hamburg, Preis 19,95
Euro, ISBN 978-3-8419-0346-4. Herausgeber Holger Geißler ist Diplom-Psychologe,
Autor Christoph Drösser Diplom-Mathematiker.
MEHR ZUM THEMA auf der Titelseite
und unter www.freiepresse.de/yougov
KOMMENTAR & HINTERGRUND
Montag, 10. August 2015
LEITARTIKEL
IM FOKUS
Verständnis
verspielt
Trump trennt sich
im Streit von Berater
ANTJE KLOPPENBURG
ÜBER DIE ABLEHNUNG DES
KITA-SCHLICHTERSPRUCHS
Vertrauter distanziert sich von Politiker
nach Verbal-Attacke gegen TV-Moderatorin
FOTO: REUTERS
4 Freie Presse
[email protected]
N
IMPRESSUM
Herausgeber:
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Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
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09002 Chemnitz, Postfach 261
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KARIKATUR: TOMICEK
Warnzeichen.
Kelly. Sie hatte ihn in der ersten TVDebatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber am Donnerstag nach sexistischen Äußerungen
in der Vergangenheit gefragt. Danach beklagte sich Trump darüber,
er sei in der Debatte härter behandelt worden als seine Mitbewerber.
In einem CNN-Interview spitzte er
dann seine Kritik weiter zu. Er nannte Kelly ein „Leichtgewicht“ und
deutete an, dass die Journalistin
wohl gerade menstruiert habe und
deshalb besonders gereizt gewesen
sei. Als Folge wurde er am Samstag
von einer Wahlkampfveranstaltung
Sozialkonservativer in Atlanta ausgeladen. (dpa)
Henry Ford und das Jobrisiko
VON RONNY SCHILDER
CHEMNITZ — Henry Ford war ein
zwiespältiger Charakter: Ein unternehmerisches Genie mit sozialen
Ambitionen, aber auch ein Despot
und Antisemit. Seine Produktionsmethoden machten ihn reich und
berühmt. Bei Ford in Detroit zu arbeiten, galt für viele Arbeiter als Lottogewinn: Ford beschäftigte Leute
ohne Ansehen von Rasse und Herkommen, führte den Acht-StundenTag bei fünf Arbeitstagen pro Woche ein, sorgte für vergleichsweise
gute Arbeitsbedingungen, und er
zahlte guten Lohn. Nicht nur die
Fließbandproduktion des „Ford T“
hat Industrielle inspiriert, sondern
auch, wie Ford seine Arbeiter zu
Kunden machte. Getreu der Maxime, die ihm zugeschrieben wird:
dass Autos keine Autos kaufen.
Um die Arbeitswelt weiter zu humanisieren, hat die Internationale
Arbeitsorganisation (ILO) zwischen
1930 und 1973 acht Kernarbeitsnormen verabschiedet. Es geht um Tarifverträge, gewerkschaftliche Betätigung, gleichen Lohn für Männer
und Frauen. Europa hat sie alle ratifiziert, die USA nur zwei.
Für europäische Arbeitsstandards ist das eine Gefahr. TTIP-Kritiker Thilo Bode schreibt, der Volkswagenkonzern betreibe sein weltweit einziges großes Werk ohne Arbeitnehmer-Mitbestimmung
in
Chattanooga, Tennessee. Das Daimler-Werk in Tuscaloosa, Alabama,
sei faktisch gewerkschaftsfrei. TTIP
hätte, meint Bode, eine Chance sein
SERIE: DIE TTIP-DEBATTE (6)
Die USA und die Europäische Union planen einen Handelsvertrag, der die
Öffentlichkeit mobilisiert. Die erhofften Vorteile sind umstritten, die konkreten
Verhandlungspositionen unter Verschluss. Was kann man dennoch wissen?
Heute: Arbeitsmarktprognosen und Sozialprogramme
In mancher Hinsicht veränderte Henry Ford die Arbeitswelt zum Guten. Bei TTIP ist das nicht so sicher.
sollen, deutsche und europäische
Arbeitsstandards zu etablieren. Dazu aber schweige die Wirtschaft.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist im Juni einem Aktionsbündnis beigetreten, das eine
Protestdemonstration in Berlin organisiert. Der Aufruf zum 10. Oktober lautet: „TTIP & CETA stoppen!
Für einen gerechten Welthandel!“
CETA ist das bereits ausverhandelte,
aber noch nicht ratifizierte Freihandelsabkommen mit Kanada.
Die Prognosen, wie sich TTIP am
Arbeitsmarkt auswirkt, können als
desillusionierend gelten. Joseph
Stiglitz, Nobelpreisträger für Ökonomie, hält eine steigende Arbeits-
MONTAGE: UWE MANN
icht Wenige hatten bereits
einen Schlussstrich unter
dem erbittert geführten Kita-Tarifstreit gesehen. Zum Greifen
nah schien der Abschluss im Juni,
schließlich wurde der Schlichterspruch – zumindest zunächst – auch
von den Verhandlungsführern der
Gewerkschaften als akzeptabel angesehen. Doch hier war wohl der
Wunsch Vater des Gedankens. Ganz
unschuldig sind Frank Bsirske und
seine Mitstreiter an der jetzigen Situation nicht. Hatten sie doch die
Latte mit ihrer Forderung von zehn
Prozent mehr Lohn sehr hoch gehängt und damit vielleicht erst entsprechende Erwartungen geweckt.
Der Paukenschlag der Basis kam
jetzt also nicht völlig überraschend.
In dem Tarifstreit geht es um
mehr als ein paar zusätzliche Prozentpunkte auf dem Lohnzettel.
„Wir sind es wert“, lautete der Slogan der Erzieher, mit dem sie auf
Kundgebungen zogen. Es geht ihnen um eine grundsätzliche Aufwertung der Pädagogenarbeit im
Vorschulbereich, um eine langfristige tarifliche Gleichstellung mit
Grundschullehrern. Das bietet der
Schlichterspruch bei weitem nicht,
kein Wunder also dass Frust und
Wut groß waren. Schließlich hat
sich Deutschland selbst den Stempel, eine Bildungsrepublik zu sein,
aufgedrückt.
Längst belegen diverse Studien,
dass Kindertagesstätten keine vormittäglichen Kinderbespaßungsanstalten sind. Dort wird nicht nur
Wissen auf hohem Niveau vermittelt, sondern auch Sozialverhalten
trainiert – ganztags wohlgemerkt.
Das kostet Geld. Verbale Anerkennung reicht da nicht aus. Bund und
Länder dürfen nicht nur über frühkindliche Bildung reden, sie müssen
Verantwortung übernehmen – und
sie mitbezahlen. Doch wovon nehmen bei zunehmender finanzieller
Belastung der Kommunen? Es sind
doch gerade erhebliche Mittel durch
den Wegfall des Betreuungsgeldes
frei geworden. Sie zu verwenden,
wäre ein erster Schritt. Die Hoffnung liegt nun auf der nächsten Verhandlungsrunde, dort müssen die
Tarifpartner endlich ihre Arbeit machen. Es ist unerträglich, dass schon
wieder das Damoklesschwert in
Form neuer Streiks über den Eltern
schwebt, nur weil die Tarifpartner
nicht in der Lage sind, einen fairen
Kompromiss zu finden. Mit Verständnis für erneute Streiks dürfen
die Erzieher nicht mehr rechnen.
Immer wieder Schlagzeilen um Donald Trump: Jetzt haben sich der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und sein
politischer Topberater Roger Stone
im Streit getrennt. Während das
Trump-Wahlkampflager behauptete, Stone sei gefeuert worden, widersprach dieser entschieden. Ganz im
Gegenteil habe er selber die Kündigung eingereicht, sagte der Berater
am Samstag. Hintergrund sind Stone zufolge die jüngsten Gefechte, die
sich Trump mit den Medien lieferte.
Damit bezog sich der Berater anscheinend auf die verächtlichen Bemerkungen Trumps über die FoxNews-Fernsehmoderatorin Megyn
losigkeit für wahrscheinlich. Der
Ökonom Jeronim Capaldo von der
Tufts University in Massachusetts
sieht 600.000 Arbeitsplätze bis 2025
durch TTIP bedroht. Je 130.000 Arbeitsplätze könnten in Deutschland
und Frankreich verloren gehen. Das
Londoner Forschungsinstitut Centre for Economic Policy Research
(CEPR) rechnet damit, dass sieben
von 1000 Arbeitnehmern durch
TTIP ihren Job verlieren werden, bis
zu 1,1 Millionen Menschen. Optimistischer ist das Münchner Ifo-Institut, das einmal 25.000, dann wieder 181.000 neue Arbeitsplätze kommen sieht. Jede Studie ist umstritten.
Die vielen Fiktionen, die ihnen zugrunde liegen, und die breite Streuung der Ergebnisse nehmen ihnen
die Prognosekraft.
Vorhersagen lässt sich mit einiger Sicherheit, dass ein Handelspakt
in Europa und den USA den Druck
auf Branchen erhöhen wird, die weniger produktiv und weniger exportlastig arbeiten als etwa Europas
Automobilbranche. Führt TTIP zu
Preissenkungen und steigt die Produktnachfrage, wie Befürworter argumentieren, würde der Impuls am
Arbeitsmarkt verpuffen, sobald die
Mehrproduktion aus Fabriken in
Billiglohnländern stammt.
Die Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖSFE) sieht Milliardenausgaben auf die öffentliche Hand zukommen, um arbeitsmarktpolitische
Maßnahmen zu finanzieren. Ohne
soziale Puffer und Sozialschutzprogramme verspreche Freihandel keinen nachhaltigen politischen Erfolg, warnt der Bremer Politikwissenschaftler Stephan Leibfried.
TTIP birgt erhebliche Risiken für
den Arbeitsmarkt. Offen bleibt, ob es
ohne TTIP besser wäre.
NÄCHSTE FOLGE August Spies und die
Schiedsgerichte. Über nicht-öffentliche Streitschlichtung lesen Sie am Mittwoch.
Im Kita-Streit alles auf Anfang?
Für Eltern kleiner Kinder
ist das Gewerkschafts-Votum gegen den Schlichterspruch eine bittere Pille.
Falls die Arbeitgeber nicht
noch nachlegen, könnten
im Spätsommer wieder
Kindergärten und Horte
dicht sein.
VON WERNER HERPELL
FULDA/BERLIN — Frank Bsirske redet
nicht lange um den heißen Brei herum. „Das ist ein klarer Handlungsauftrag, den Streik fortzusetzen“,
sagt der Chef der mächtigen Gewerkschaft Verdi am Samstag nach
seinem Treffen mit rund 300 „Streikdelegierten“ in Fulda. Fast 70 Prozent
Ablehnung eines Schlichterspruchs
– so etwas habe er noch nie erlebt.
Soll heißen: Ein „Draufsatteln“ der
Arbeitgeber in letzter Minute am
Donnerstag – oder es kommt nach
diesem „eindeutigen Signal“ der Gewerkschaftsbasis erneut zu Streiks
der Erzieher und Sozialarbeiter in
kommunalen Kindertagesstätten.
Wer bereits im Mai mit seinen
Kindern vor verschlossenen KitaTüren stand, darf sich also schon
mal nach Alternativen für den Spätsommer oder Herbst umsehen.
Denn der Arbeitgeberverband VKA
macht am Wochenende klar: Über
den Schlichtervorschlag im Gesamtvolumen von 3,2 Prozent hinaus
geht für Städte und Gemeinden
nichts mehr. „Die Gewerkschaften
haben mit unrealistischen Forderungen und durch ihr aggressives
Vorgehen Erwartungen geweckt, die
nicht zu erfüllen sind. Sie sind nun
offenbar nicht mehr in der Lage, den
Tarifkonflikt zu beenden“, heißt es
beim VKA.
Mehr gesellschaftliche Anerkennung für frühkindliche Bildung, eine Aufwertung der Sozialberufe, höhere Eingruppierungen mit im
Schnitt 10 Prozent mehr Geld – Ver-
di und Gewerkschaft für Bildung
und Wissenschaft (GEW) waren Anfang des Jahres nicht gerade bescheiden in den Tarifkonflikt marschiert.
Im Gegensatz zu vielen anderen
Auseinandersetzungen des öffentlichen Dienstes konnten sich die Ki-
Frank Bsirske
Verdi-Vorsitzender
FOTO: HENDRIK URBIN/DPA
ta-Beschäftigten dabei über breite
Sympathie freuen: Auch nach wochenlangen Streiks äußerten Ende
Mai noch 61 Prozent der Bundesbürger Verständnis. Selbst Betroffene
gestanden den Angestellten zu, sie
würden unter Wert bezahlt.
Dieser Rückenwind könnte nun,
da ein unterschriftsreifes Ergebnis
mit Gehaltszuwächsen zwischen
zwei und 4,5 Prozent auf dem Tisch
liegt, in Gegenwind umschlagen.
„Wenn wir jetzt nochmal streiken,
müssen wir damit rechnen, dass die
Öffentlichkeit viel kritischer draufblickt“, räumt ein Verdi-Sprecher
ein. Das habe Bsirske gewusst, bevor
er mit Bauchweh wegen des Schlichterspruchs die Basis-Befragung startete. Der Verdi-Vorsitzende hätte mit
dem Ergebnis der beiden Schlichter
– Sachsens Ex-Ministerpräsident
Georg Milbradt (CDU) und der einstige Hannoveraner Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD) –
auch einigermaßen leben können.
Denn in der Gewerkschaftszentrale
ging man ohnehin davon aus, dass
„die Aufwertung von sozialen Berufen nicht in einem Schritt“ möglich
ist. Hat sich der erfahrene Tarifstratege Bsirske im Grundsatzkonflikt
um die Kita-Berufe also verzockt?
Auch wenn manche Beobachter
das nun so sähen: Beschädigt sei
Bsirske, der am 22. September beim
Bundeskongress in Leipzig erneut
zum Verdi-Chef gewählt werden
will, nach dem Nein der betroffenen
Mitglieder keineswegs, sagt der
Sprecher. Denn: „Demokratie trägt
manchmal das Risiko in sich, dass ei-
ne Abstimmung so ausgeht, wie die
Leute es wollen.“
Und was „die Leute“ – sprich Beschäftigte mit Verdi-Mitgliedsausweis – wollen, ist am Samstag in Fulda kaum zu überhören. So sagt Andrea Grimmer, die in einer Kita im
hessischen Wetzlar arbeitet: „Wenn
es nicht anders geht, streiken wir
weiter. Wir freuen uns nicht, aber
das ist die Konsequenz.“ Auch ihre
bayerische Kollegin Anja Groen
lehnt das Ergebnis der Schlichtung
ab, das viele der rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozialund Erziehungsdienst fast leer ausgehen lässt: „Wir nehmen lieber gar
nichts als diesen Spruch.“
Ob es ernst wird für Millionen Eltern und ihre Kinder, dürfte sich in
den nächsten Tagen herausstellen –
spätestens wohl nach einer Wiederaufnahme der Tarifgespräche am 13.
August. Verdi kündigt für den Fall
des Scheiterns aber bereits „unkonventionelle
Streikformen“
an.
Glücklich wäre dann wieder, wer
Oma und Opa für den Nachwuchs in
Leitartikel
petto hat. (dpa)
POLITIK
Montag, 10. August 2015
Freie Presse
Hanf-Parade
wirbt für
Legalisierung
NACHRICHTEN
MARIENBERGER EINHEIT
„Sperrspitze“ fehlt
offenbar Ausrüstung
Überdimensionale Joints, originelle
BERLIN — Die maßgebliche Bundes-
Schilder und viel Grün: Rund 8000
Menschen– neben dieser mit einem
Cannabis-Blatt bemalten jungen
Frau (Foto) – sind laut Polizei am
Samstag bei der Hanfparade vom
Berliner Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor gezogen. Sie forderten die Legalisierung von Cannabis
als Rohstoff, Medizin und Genussmittel. Zwischenstopps legten sie
am Bundesgesundheitsministerium
und am Berliner Dom ein. Bei der
19. Hanfparade bekamen die Veranstalter Unterstützung von GrünenPolitikern auf Landes- wie auf Bundesebene. „Höchste Zeit für die Legalisierung!“ twitterte der Berliner
Grünen-Chef Daniel Wesener. Die
Cannabis-Verbotspolitik sei „völlig
gescheitert“, hatte schon vorab Lisa
Paus, Berliner Bundestagsabgeordnete der Grünen, erklärt. Die CDU
erteilte dem Vorhaben eine Absage.
„Wir bleiben beim Nein“, sagte der
stellvertretende CDU-Vorsitzende
FOTO: RAINER JENSEN
Thomas Strobl.
wehreinheit für die schnelle Eingreiftruppe der Nato hat laut Medienberichten Schwierigkeiten mit
der Ausrüstung. Das Panzergrenadierbataillon 371 aus Marienberg im
Erzgebirge habe sich insgesamt
14.792 Ausrüstungsgegenstände bei
anderen
Bundeswehreinheiten
„ausleihen“ müssen, schreibt die
„Bild am Sonntag“ unter Berufung
auf einen Geheimbericht. 978 Materialanforderungen der Einheit habe
die Bundeswehr „nicht im Bestand“.
Das Panzergrenadierbataillon beteiligt sich mit rund 900 Soldaten an
der schnellen Nato-Eingreiftruppe,
der sogenannten Speerspitze. (dpa)
STEUERHINTERZIEHUNG
Immer noch viele
Selbstanzeigen
BERLIN — Die Zahl der Selbstanzei-
gen von Steuersündern bleibt auf
hohem Niveau. In den ersten sechs
Monaten des Jahres hätten sich rund
10.500 Deutsche beim Finanzamt
angezeigt, weil sie Schwarzgeld im
Ausland haben, berichtete die „Welt
am Sonntag“ unter Berufung auf eine Umfrage unter den Finanzministerien der Bundesländer. Bis Ende
des Jahres könnte die Zahl auf über
20.000 steigen. „Das ist viel, und viel
mehr, als zu erwarten war“, sagte der
Chef der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Thomas Eigenthaler. (rtr)
DESERTEUR
Ex-Soldat pflegt
angeblich IS-Opfer
GERA/HALLE — Der vermutlich desertierte Bundeswehr-Soldat aus Gera
ist nach wie vor untergetaucht.
Nach Informationen der Deutschen
Presse-Agentur soll er sich im Irak
aufhalten und in der Krankenpflege
arbeiten. Ermittlern zufolge hat sich
der 30-Jährige einer Organisation
angeschlossen, die gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kämpft.
Die Staatsanwaltschaft wollte dies
nicht kommentieren. (dpa)
VORSC HLAG
Verdeckte Ermittler
in Gefängnissen
BERLIN — Im Kampf gegen organi-
sierte Kriminalität hat der Berliner
SPD-Politiker Tom Schreiber vorgeschlagen, verdeckte Ermittler in Gefängnissen einzusetzen. „Das ist ein
heißes Eisen. Aber wir müssen neue
Wege gehen“, sagte der verfassungsschutzpolitischer Sprecher der SPDFraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Solche V-Leute im Gefängnis
könnten helfen, kriminelle Strukturen aufzudecken. (dpa)
BALKAN-FLÜCHTLINGE
Treffen von Bund
und Ländern früher
BERLIN — Die Probleme der Kommu-
nen mit den Flüchtlingen stehen im
Mittelpunkt der nächsten BundLänder-Gespräche am 9. September.
Den Termin teilte das Bundeskanzleramt mit. Das Treffen war ursprünglich für den Herbst geplant,
wird nun aber vorgezogen. Die Bundesregierung stellt den Ländern wegen der Probleme mit Unterkünften
Finanzhilfen in Aussicht. (dpa)
Ein Jahr nach Ferguson –
Auch schwarze Leben zählen
Vor einem Jahr tötete ein
weißer Polizist in Ferguson
einen unbewaffneten
Schwarzen. Der Tod des
18-jährigen Michael Brown
rückte Polizeigewalt und
Rassismus in den USA in
den Blick.
mer nicht richtig zählen – trotz Barack Obama im Weißen Haus. Eine
Untersuchung des US-Justizministeriums vom März dieses Jahres bestätigte, was die Bewohner Fergusons
und anderer schwarzer Armenviertel schon lange wissen: Dass AfroAmerikaner überdurchschnittlich
oft ins Visier der Ordnungshüter geraten und dabei unfair behandelt
werden. Das Gericht von Ferguson
sei nicht viel mehr als ein Geldeintreiber der Gemeinde gewesen.
VON THOMAS SPANG
Polizeichef jetzt Schwarzer
Ein Jahr danach haben sich in dem
Schwarzen-Vorort von St. Louis ein
paar Dinge verändert. Die bis dahin
ausschließlich weiße Polizei hat
schwarze Neuzugänge und mit Andre Anderson einen Afro-Amerikaner
als Chef. Das örtliche Gericht reaktivierte mit Donald McCullin einen
schwarzen Richter, der erstmals seit
langem gesunden Menschenverstand walten lässt. Der Bundesstaat
Missouri hilft, die bei den Rassenunruhen zerstörten Geschäfte wiederzubeleben. Die Urban League inves-
FERGUSON — Die Fälle ähneln sich
verblüffend. Sie beginnen fast immer mit einer Bagatelle. Jemand
geht wie Michael Brown in Ferguson mitten über die Straße. Oder vergisst wie Sandra Bland in Houston
vor dem Wechsel der Spur zu blinken. Eric Garner verkaufte auf Staten Island ohne Genehmigung Zigaretten. John Crawford nahm im
Walmart von Dayton unbedacht ein
Luftgewehr aus dem Regal. Während Freddie Gray in Baltimore einfach davonlief, als er eine Polizeistreife sah. Bei Walter Scott in North
Charleston war es ein defektes Rücklicht, das ihn verdächtig machte.
Jedes Mal eskalierte die Situation
und ließ eine unbewaffnete schwarze Person tot zurück. Erschossen auf
der Straße, im Supermarkt oder auf
dem Spielplatz. Erwürgt im Polizeigriff. Misshandelt im Gefangentransporter. Erhängt in der Zelle. Ein
anderer Ort, dieselbe Geschichte –
der sinnlose Tod Michael Browns in
Ferguson, Missouri, sensibilisierte
die Amerikaner für die traurige
Wahrheit, dass schwarze Leben im-
Geiselnahme
blutig beendet
BAMAKO — Bei einer Geiselnahme
VON WERNER HERPELL
mutmaßlich islamistischer Terroristen in Mali sind nach Regierungsangaben 13 Menschen umgekommen,
darunter fünf UN-Mitarbeiter. Am
Samstag beendeten Militär und Polizei den bewaffneten Überfall auf
mehrere Hotels in Sévaré nordöstlich der Hauptstadt Bamako. Neben
den UN-Mitarbeitern wurden demnach vier Soldaten und vier Angreifer getötet. (dpa)
tiert in ein Ausbildungszentrum.
Die Nationalgarde richtet eine Dependenz ein und der Coffeeshop
Starbucks will in die Gemeinde investieren, die zum Symbol für das
strukturelle Unrecht gegenüber der
einzigen Bevölkerungsgruppe in
den USA geworden ist, deren Vorfahren nicht freiwillig hierhin kamen.
All das hat die klaffenden Wunden nicht vernarben lassen, sondern
bestenfalls mit einem Pflaster versehen. Oder wie die demokratische Senatorin des Bundesstaates Claire
McCaskill vor dem Jahrestag so treffend feststellt: „Das wird nicht über
Nacht geschehen. Nicht einmal über
365 Nächte. Es wird Jahre dauern.“
Dennoch bedeutet der Tod Michael Browns eine Zäsur, die das
Selbstbild der Amerikaner verändert hat. 2013 gaben noch mehr als
Zweidrittel in Umfragen zu Protokoll, sie fänden die Behandlung der
Schwarzen ganz in Ordnung. Heute
dagegen denken 53 Prozent, das
Land müsse mehr tun, den AfroAmerikanern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Während der Fall
Gedenkmarsch und Aufruf zu zivilem Ungehorsam
Ein Jahr nach den tödlichen Polizeischüssen auf den schwarzen
Teenager Michael Brown haben sich
in der US-Stadt Ferguson (Missouri)
Hunderte Menschen zu einem Gedenkmarsch versammelt. Zum Auftakt schwiegen die Teilnehmer gestern kurz vor 12 Uhr Ortszeit (19 Uhr
MESZ) demonstrativ für viereinhalb
Minuten – zur Erinnerung an die viereinhalb Stunden, die Brown damals
nach den Schüssen auf der Straße
lag. Neben dem Marsch kamen Ein-
wohner auch zu volksfestartigen Versammlungen zusammen.
Für heute haben verschiedene Gruppen zu einem Tag des zivilen Ungehorsams aufgerufen. Nach Angaben
der Organisatoren sollte das Gedenken auch anderen Opfern von Polizeigewalt seit Browns Tod gelten. Der
junge Schwarze war unbewaffnet, als
er am 9. August 2014 vom weißen Polizisten Darren Wilson erschossen
wurde. (dpa)
SPD sieht
Union vor
Problemen
Trayvon Martin in Florida die öffentliche Reaktion entlang Schwarz
und Weiß noch spaltete, führte die
regelmäßige Berichterstattung über
Polizeigewalt und immer neue
Übergriffe zu einem Umdenken.
Wie auch das Entstehen einer neuen
schwarzen Bürgerrechtsbewegung
dazu beitrug. Sie trägt den bezeichnenden Namen „Black Lifes Matter“
(dt. Schwarze Leben Zählen) und
wird von jungen Aktivisten getragen, die auch an diesem Wochenende in Ferguson wieder zu Protesten
mobilisieren. Mit Ta-Neshisi Coates
haben die jüngeren Bürgerrechtler
einen sprachgewaltigen Advokaten
gefunden, der in seinem Bestseller
„Between me and the world“ eindringlich beschreibt, wie sehr Polizei und Justiz bis heute als Instrumente der Unterdrückung benutzt
werden.
19 Unbewaffnete getötet
Erstmals fällt auch den Amerikanern auf, dass etwas nicht stimmen
kann, wenn in den ersten 24 Tagen
dieses Jahres so viele Menschen von
der Polizei erschossen werden wie in
England in 24 Jahren nicht. Und die
Schwarzen davon überdurchschnittlich betroffen sind. 2015 töteten die Ordnungshüter bisher 19 unbewaffnete Afro-Amerikaner. Dass
ausgerechnet in der Amtszeit des
ersten schwarzen Präsidenten die
schwersten Rasseunruhen seit den
90er-Jahren ausbrachen, erweist
sich dabei als Ironie der Geschichte.
Und straft die Mär von der post-rassistischen Gesellschaft Lügen. Ein
Jahr nach dem Tod Michael Browns
in Ferguson ist das Bewusstsein dafür gewachsen.
Generalsekretärin warnt
CSU vor Trotzreaktionen
BERLIN — Die SPD sieht den Koaliti-
onspartner Union in der zweiten
Hälfte der Wahlperiode auf einige
Probleme zusteuern. Die CSU sei
mit ihren zwei wesentlichen Projekten, Pkw-Maut und Betreuungsgeld,
gescheitert und nun in die Ecke gedrängt, sagte SPD-Generalsekretärin
Yasmin Fahimi in Berlin. „Die CSU
muss raus aus ihrer Trotzphase.“
Auch beim Thema Flüchtlinge sei
zu befürchten, dass die CSU ihre
Stimmungsmache verstärke. Fahimi mahnte: „Es ist noch lange nicht
Zeit, den Wahlkampf anzupfeifen.“
Yasmin Fahimi
SPD-Generalsekretärin
FOTO: DANIEL KARMANN/DPA
Trotzdem passiere das bereits in Teilen der Union. Aus Sicht von SPDChef Sigmar Gabriel zeige sich die
Schwäche des Koalitionspartners
bei wichtigen politischen Themen.
„Der Streit über Europa zwischen
Angela Merkel und (Bundesfinanzminister) Wolfgang Schäuble, die
Weigerung, statt Betreuungsgeld
mehr für Ganztagsschulen und Kitas zu tun oder der immer wiederkehrende Versuch, die Energiewende zu stoppen“, so Gabriel.
CSU-Generalsekretär Andreas
Scheuer sieht das anders. „Bei allen
Reibereien zwischendurch läuft es
insgesamt eigentlich ganz gut“, sagte er. Auch für die zweite Halbzeit sehe er mehr Licht als Schatten. (dpa)
Schulen erwarten bis zu 150.000 Flüchtlingskinder
Die Kultusminister sehen
große finanzielle und
personelle
Herausforderungen, aber
auch enormes Potenzial.
MALI
5
÷BERLIN — Der
Vizepräsident der
Kultusministerkonferenz (KMK),
Andreas Stoch, sieht die Integration
Zehntausender Flüchtlingskinder
ins deutsche Bildungssystem als
enorme Herausforderung – und als
große Chance. „In allen Bundesländern ist in den letzten Monaten die
Zahl der Kinder und Jugendlichen,
für die wir Angebote brauchen,
deutlich angestiegen“, sagte der
SPD-Politiker. Er betonte zugleich:
Deutschland solle „diese jungen
Menschen als Chance für unser
Land betrachten“. Jenseits der anfangs fehlenden Sprachkompetenz
hätten junge Flüchtlinge „ganz große Potenziale“.
Nach Einschätzung von Stoch,
der auch Bildungsminister von Baden-Württemberg ist, sind unter den
dieses Jahr erwarteten Asyl-Erstantragstellern gut 30 Prozent Kinder
und Jugendliche im schulpflichtigen Alter – „insgesamt etwa 140.000
bis 150.000 bundesweit, die wir in
unserem Schulsystem integrieren
müssen“. In allen Bundesländern besteht laut KMK generell das Recht
Flüchtlingskind im Unterricht.
auf Schulbesuch. In etlichen Ländern herrscht für sie auch Schulpflicht, so in Bayern, NordrheinWestfalen, Hamburg, Niedersachsen oder Sachsen. Das stellt besonders Kommunen und Schulen vor
völlig neue Herausforderungen. Finanziell und personell. Nach einer
FOTO: WOLFRAM KASTL/DPA
Faustformel kostet die Versorgung
eines ohne Begleitung nach
Deutschland eingereisten Minderjährigen monatlich 4000 Euro.
Die Integrationsbeauftragte der
Bundesregierung, Aydan Özoguz
(SPD), wünscht sich von den Bundesländern noch mehr Anstrengun-
gen für eine gute Betreuung junger
Flüchtlinge in der Schule. Wichtig
sei zusätzliche Sprachförderung neben dem regulären Unterricht, sagte
Özoguz. „Das machen schon viele,
aber nicht alle.“ Die Länder sollten
außerdem mehr tun für Flüchtlinge
ab 16 oder 17 Jahren, die nicht mehr
schulpflichtig sind. „Da klafft die
größte Lücke bei den Minderjährigen.“ Außerdem fehle es an Berufsschulangeboten für junge erwachsene Flüchtlinge, sagte die stellvertretende SPD-Chefin.
Laut Stoch bauen die 16 Bundesländer bereits „zusätzliche Personalressourcen auf im Bereich der Lehrkräfte, die Deutsch als Zweitsprache
oder als Fremdsprache unterrichten
können“, sagte er. (dpa)
6 Freie Presse
WIRTSCHAFT
Montag, 10. August 2015
NACHRICHTEN
BÖRSENWOCHE
Der Appetit auf
Risiko wächst
DEUTSC HE BAHN
Stellwerk Muldental
in Betrieb gegangen
VON KLAUS DIETER OEHLER
LEIPZIG — Die Deutsche Bahn hat auf
dem Streckenabschnitt BorsdorfNaunhof das neue elektronische
Stellwerk Muldental in Betrieb genommen. Zum ersten Mal sei die Regionalbahn am Sonntagmorgen auf
der Fahrt von Leipzig nach Meißen
über die mit elektronischer Stellwerkstechnik ausgestattete Strecke
gerollt, teilte die Bahn gestern mit.
Künftig könnten sämtliche Weichen und Signale zentral in der Elektronischen Stellwerkszentrale in
Geithain gesteuert werden. Nach eigenen Angaben investierte die Bahn
rund 35 Millionen Euro in das Großvorhaben. Die neue Technik mache
zwölf mechanische Stellwerke entbehrlich, hieß es. (dpa)
W
Kunden warten noch
immer auf Pakete
BONN — Mehr als einen Monat nach
Ende des Post-Streiks warten vor allem Kunden kleinerer Onlinehändler noch immer auf ihre Pakete. „Es
gibt Händler, bei denen ganze Tageslieferungen abhandengekommen
sind. Man weiß nicht, wo die sich befinden“, sagte der Präsident des Bundesverbands Onlinehandel, Oliver
Prothmann, dem „Tagesspiegel“. Ein
Sprecher der Deutschen Post sagte,
die Streikfolgen seien zwar weitgehend aufgearbeitet. „Aber angesichts der Masse der liegengegebliebenen Pakete gibt es Fälle, in denen
Kunden noch auf ihre Sendungen
warten.“ Dies betreffe einzelne Regionen, vor allem Berlin. (dpa)
LUFTHANSA
Verhandlungen im
Tarifstreit verlängert
FRANKFURT (MAIN) — Im Tarifstreit
für das Kabinenpersonal bei der
Lufthansa verlängern die Fluggesellschaft und die Gewerkschaft Ufo ihre Verhandlungen bis zum 1. November. Das teilten beide Seiten gestern mit. Ursprünglich sollte für die
etwa 19.000 Flugbegleiter bei der
Konzernmutter in Deutschland bereits bis zum 1. September eine Lösung gefunden werden. Ufo bekräftigte ihre Streikbereitschaft, sollten
die Gespräche erneut ins Stocken geraten: „Die Weiterführung von Verhandlungen bedeutet keine formelle Friedenspflicht oder eine Vorfestlegung der Ufo“, heißt es in einem
Schreiben von Ufo-Chef Nicoley
Baublies an die Mitglieder der Gewerkschaft. (dpa)
KONJUNKTUR
Neuer Dämpfer für
Chinas Wirtschaft
PEKING — Erneuter Rückschlag für
die chinesische Wirtschaft: Die Exporte sind im Juli vor allem wegen
einer schwachen Nachfrage aus Europa und der starken heimischen
Währung Yuan deutlich gefallen.
Die Ausfuhren seien um 8,3 Prozent
auf 195,10 Milliarden Dollar (177,8
Milliarden Euro) gesunken, teilte
die Zollverwaltung am Samstag in
Peking mit. Damit fiel der Rückgang
deutlich höher aus als Experten erwartet hatten. Im Juni waren die
Ausfuhren erstmals seit Februar gestiegen und hatten damit die Hoffnung auf eine Belebung des chinesischen Außenhandels geweckt. (dpa)
COMPUTERSPIELE
Gamescom endet
mit Besucherrekord
KÖLN — Mit einem Besucherrekord
ist die Computerspielemesse Gamescom gestern in Köln zu Ende gegangen. Nach Angaben der Veranstalter
strömten an fünf Tagen rund
345.000 Menschen auf das Messegelände, so viele wie nie zuvor. Im vergangenen Jahr waren es 335.000 Besucher. „Die Ergebnisse haben unsere Erwartungen übertroffen“, sagte
der Chef der Kölner Messegesellschaft, Gerald Böse. (dpa)
Entwicklungsleiter Markus Winkler kontrolliert auf dem Prüfstand bei der Vosla-GmbH in Plauen brennende Lampen für Kfz-Scheinwerfer. Das Unternehmen
will die Gühlampe mit Hochtechnologie retten. Es ersetzt den Glühfaden durch LED-Stäbchen und macht sie so zur Energiesparlampe.
FOTO: JAN WOITAS/DPA
Lampenhersteller Vosla glaubt
fest an Erfolg der LED-Technik
Das Unternehmen aus
Plauen will die Glühlampe
mit Hochtechnologie
retten. Es ersetzt den
Glühfaden durch LEDStäbchen und macht sie so
zur Energiesparlampe. Der
Geschäftserfolg lässt noch
auf sich warten.
VON RALF HÜBNER
PLAUEN — Die Glühlampe kehrt zu-
rück. Rund 160 Jahre nach der Erfindung schien mit einer Verordnung
der Europäische Union zur Energieeffizienz – umgangssprachlich auch
Glühlampenverbot genannt – deren
Ende besiegelt. Doch die Vogtländische Speziallampen GmbH (Vosla)
will ihr zum Comeback verhelfen.
Statt des glimmenden Wolframdrahtes von einst leuchten jetzt
gelbliche, mit Hunderten MiniLeuchtdioden (LEDs) besetzte Stäbchen im Inneren des vertrauten
Glaskolbens. Mit dieser Idee will das
eigentlich auf Halogenlampen für
Auto, Bahn und Flughafen spezialisierte Unternehmen groß in den
Massenmarkt einsteigen. „In Europa
werden jährlich zwei Milliarden
Lampen dieser Fassung gewechselt“,
sagt Vosla-Chefentwickler Markus
Winkler. „Das hat großes Potenzial.“
Seit etwa einem Jahr sind die
Plauener mit dieser Retro-Lampe auf
dem Markt. „Es soll ein wichtiges
Standbein werden“, wie Winkler
sagt. „Das ist es jetzt noch nicht.“
Zahlen nennt er nicht. Rund 15 verschiede Lampenmodelle hat das Unternehmen auf den Markt gebracht.
Die Reaktion der Elektrogroßmärkte blieb verhalten.
„Wir brauchen noch etwas Zeit“,
sagt Winkler. Er glaubt fest an den
Erfolg der LED-Lampe. Da sei vor allem der geringe Energieverbrauch.
„Wenn eine Lampe von 40 Watt
durch eine mit 4 Watt ersetzt wird,
dann sind das 90 Prozent Energieeinsparung.“ Weitere Vorteile seien
die gewohnte Retro-Form und das
warme Licht – von 2700 Kelvin Farbtemperatur spricht der Fachmann,
wie bei der früheren Glühlampe.
Dennoch mag vielen der Preis von
15 bis 20 Euro erst einmal teuer vorkommen – dafür hält sie nach Herstellerangaben ewig.
Und für Küche oder Büro sei die
Lampe nicht vorrangig gedacht.
„Aber wenn es am Abend zu Hause
gemütlich sein soll, bei einem Buch
oder einem Glas Rotwein.“ Auch bei
romantischen, alten Gemäuern sei
sie richtig, wo es auf die Optik ankomme.
Ursprünglich hätten sie nur versucht, LEDs mit Gas zu kühlen, erzählt Winkler. „Aber dann haben
Leute unsere Konstruktion gesehen
und gesagt: „Die wollen wir haben“.“
Im Gewindesockel steckt eine kleine Platine mit einer elektronischen
Schaltung zur Ansteuerung der
LED-„Glühfäden“. Mittlerweile ist
die Erfindung schon mehrfach
preisgekrönt – als „Best of the Best“
beim Red Dot Design Award 2014,
dem Bundespreis „Ecodesign“ im
vergangenen November und mit
Gold beim Designwettbewerb A’Design Award im April in Italien.
Mitarbeiterin Kathrin Ebers zeigt die Montagestufen einer LED-Glühbirne aus
dem Hause Vosla.
FOTO: JAN WOITAS/DPA
Die Vosla in Plauen wurde 1948
als VEB Glühlampenwerk Plauen
gegründet. Nach der deutschen Wiedervereinigung übernahm der Philips-Konzern den Betrieb 1990 als
Narva Glühlampenwerk. 2012 kaufte die Bavaria Industries Group AG
das Werk mit inzwischen rund 370
Mitarbeitern, das jährlich insgesamt
etwa 60 Millionen Lampen der Marken Narva und Vosla herstellt.
Die Rechnung der Plauener
könnte aufgehen. Laut einem Sprecher des Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie in
Frankfurt werde auf dem Markt derzeit eine „rasante Entwicklung in
Richtung LED“ beobachtet. Zwar lägen die Halogen-Glühlampen im
Verkauf noch immer weit vorn.
Aber die LED hole auf.
Der Einrichtungskonzern Ikea
Deutschland – dem Verband zufolge
einer der bundesweit größten Lampenhändler – will nach eigenen Angaben sein Sortiment ab September
voll auf LED umstellen. Ab Herbst
gebe es auch ein Produkt mit LEDStäbchen – ähnlich den Vosla-Lampen, hieß es. Der Hersteller wird
nicht genannt.
Das Alte Handelshaus in Plauen,
ein Gebäude von 1789, Gasthaus
und Pension, hat die Beleuchtung
komplett auf die neuen Vosla-Lampen umgestellt – 350 Stück. „4 Watt
oder 40 Watt – das ist da schon ein
Unterschied“, sagt Geschäftsführer
Thomas Wunderlich. Diese hätten
zudem ein schönes, warmes Licht.
Das sei auch den Gästen aufgefallen.
„Einige haben schon versucht, sie
mitzunehmen.“ (dpa)
EU-Hilfe für Milchbauern verlangt
Auf dem Milchmarkt ist
schon seit langem nicht
alles in Butter. Immer
wieder fordern die Milchbauern höhere Preise für
ihre Produkte und blicken
dabei auch auf die EU.
VON JÖRG SCHURIG
DRESDEN — Sachsens Agrarminister
Thomas Schmidt (CDU) sieht angesichts schlechter Erzeugerpreise für
Milchbauern die EU in der Pflicht.
„Ein Ende der Niedrigpreise ist nicht
absehbar. Daher müssen die auf September befristeten Interventions-
maßnahmen der EU auch danach
und mit gegebenenfalls größeren
Mengen fortgeführt werden“, erklärte der Minister. Zudem forderte
Schmidt eine Anhebung der sogenannten Interventionspreise – das
sind festgelegte garantierte Mindestpreise.
„Die Interventionspreise, zu denen die EU Milchprodukte aufkauft,
wirken auf dem Markt als Untergrenze für den Milchpreis. Sie wurden zuletzt 2008 auf der Basis der damals anfallenden Kosten kalkuliert.
Seitdem sind die Preise für Futter,
Kraftstoffe und vieles mehr gestiegen“, erklärte Schmidt. Daher müssten auch die Interventionspreise angehoben werden, wenn sie den
Landwirten helfen sollen. Eine Prüfung durch den Bund und die EU-
Kommission habe die Agrarministerkonferenz bereits im Frühjahr gefordert.
Nach Angaben des Agrarministeriums erhalten Milcherzeuger der-
Thomas
Schmidt
Agrarminister
FOTO: UWE MANN
zeit einschließlich aller Zuschläge
zwischen 26,5 und 28 Cent pro Kilogramm. Die Kosten lägen aber auch
bei effizienten Betrieben deutlich
über dieser Marke. „Das heißt, die
Betriebe fahren mit der Milchproduktion jeden Tag Verluste ein“, be-
tonte der Minister. „Auf Dauer können sie diese auch nicht aus anderen
Geschäftsfeldern ausgleichen, wie
der Pflanzenproduktion oder der
Biogaserzeugung.“
Bei Milch gibt es Interventionspreise für Butter und Magermilchpulver. Sie greifen dann, wenn bei
überdurchschnittlichen Preisrückgängen bestimmte Schwellenwerte
unterschritten werden. Dann kann
die EU eine Intervention auslösen.
Sie kauft so die von Mitgliedsstaaten
beantragte Menge zu diesen Preisen
auf.
In Sachsen erzeugen etwa
190.000 Milchkühe pro Jahr etwa
1,7 Millionen Tonnen Milch. Im vergangenen Jahr lieferte im Schnitt jede sächsische Kuh 9271 Kilogramm
Milch. (dpa)
GERMANWINGS-ABSTURZ
Angehörige bereiten
Klage in USA vor
FRANKFURT (MAIN) — Der Lufthansa
droht im Streit über Schmerzensgeld für Hinterbliebene der Germanwings-Katastrophe
ein
teurer
Rechtsstreit in Amerika. „Wir bereiten eine Klage in den USA vor und
sehen gute Chancen für einen Gerichtsstand in den Vereinigten Staaten“, sagte Rechtsanwalt Elmar Giemulla (Foto) der
„Bild am Sonntag“.
„Eine Klagesumme
gibt es noch nicht,
aber das Ganze
geht nach amerikanischen Recht“, so
der Jurist, der mehr
als 30 Familien vertritt. In der Regel überschreiten von
US-Gerichten festgelegte Schadenersatzsummen die von deutschen
Kammern deutlich. Deutschlands
größte Fluggesellschaft hat bereits
50.000 Euro pro Opfer an die Angehörigen gezahlt. Bei dem nach bisherigen Erkenntnissen vom Co-Piloten
absichtlich herbeigeführten Absturz des Germanwings-Airbus in
Südfrankreich waren Ende März 150
Menschen ums Leben gekommen.
(rtr)
FOTO: PAUL ZINKEN/DPA
DEUTSC HE POST
erden die amerikanischen Währungshüter
die Zinswende nun im
September einleiten oder nicht? Das
ist die Frage, die die internationalen
Investoren derzeit am meisten umtreibt. Bisher sind die Signale, die die
US-Notenbank Fed aussendet, nicht
eindeutig. Das Dilemma, in dem die
professionellen Anleger nun schon
seit Monaten stecken, dauert an.
Auch für private Anleger ist es derzeit nicht einfach, sich für die „richtige“ Anlage zu entscheiden.
Langsam aber sicher wird aber
die Niedrigzinsphase für alle zu einem Problem. In den nächsten Monaten laufen zum Beispiel die letzten Bundesanleihen aus, die noch
mit einem Zinssatz von über sechs
Prozent versehen waren. Und dann?
Nach Beobachtung der ING Investmentstrategen ist zumindest bei den
Profis die Risikoneigung wieder gestiegen. Laut einer Umfrage hätten
28,3 Prozent der befragten institutionellen Fondsmanager weltweit angegeben, dass ihr Risikoappetit in
den vorangegangenen sechs Monaten gestiegen sei. Bei 18,3 Prozent
der Befragten war die Risikobereitschaft dagegen gesunken. Netto ist
der Risikoappetit damit um zehn
Prozent gestiegen.
Trotz dieser Zuversicht nannten
49 Prozent der befragten Investoren
eine mögliche Krise in der Eurozone
als die größte Bedrohung für ihr
Portfolio im Sinne eines „bedeutenden“ Risikos. Im vorangegangen
Quartal lag dieser Anteil bei nur 35
Prozent. Jeder Achte (13 Prozent) betrachtet die Krise sogar als „sehr bedeutendes“ Risiko.
Auch die Angst vor einem
Schwächeanfall der chinesischen
Wirtschaft könnte die Kauflaune
der Anleger bremsen. In der vergangenen Woche waren die Kurse noch
von guten Firmenbilanzen in Europa und dem zuletzt schwächeren
Euro, der die heimische Exportindustrie ankurbelt gestützt worden.
Doch die Berichtssaison neigt sich
dem Ende zu. Am Mittwoch öffnet
noch Eon die Bücher, am Tag darauf
RWE. Aus dem Deutschen Aktienindex Dax legen außerdem noch der
Konsumgüter-Hersteller Henkel
(Mittwoch), der Düngemittel-Anbieter K+S und der Industriekonzern Thyssen-Krupp (jeweils Donnerstag) ihre Zahlen vor. International warten Börsianer noch auf die
Bilanzen des chinesischen Amazon
-Rivalen Alibaba, des US-Netzwerkausrüsters Cisco (jeweils Mittwoch)
und des Lebensmittel-Produzenten
Nestle (Donnerstag).
KULTUR
Montag, 10. August 2015
NACHRICHTEN
AUSSTELLUNG
Prachtvolle
Kaiserpfalz
MERSEBURG — Unter dem Motto
„1000 Jahre Kaiserdom Merseburg“
ist seit gestern eine große kulturhistorische Ausstellung im Dom- und
Schlossensemble in Merseburg (Saalekreis) zu sehen. Anhand von 130
Exponaten soll die einstige große
Rolle Merseburgs als wichtigste Kaiserpfalz im Osten des mittelalterlichen Reiches erklärt werden. Prachtvolle Stücke sowie wertvolle Gewänder und Handschriften sind zu
sehen, wie auch der restaurierte Cranach-Altar im Dom. Der später heiliggesprochene Kaiser Heinrich II.
gab im 11. Jahrhundert den Auftrag
für seinen Bau. Der Merseburger
Dom zählt zu den bedeutendsten
Kathedralen Deutschlands. Gezeigt
wird die Ausstellung bis 9. November 2015, täglich 9–18 Uhr. (dpa)
» www.merseburg2015.de
SALZBURGER FESTSPIELE
Anna Netrebko mit
Bravorufen gefeiert
SALZBURG — Die Salzburger Festspie-
le haben am Samstagabend einen
gesellschaftlichen und künstlerischen Höhepunkt erlebt. Mit tosendem Beifall und Bravorufen quittierte das Publikum im ausverkauften
Großen Festspielhaus den Auftritt
der russischen Diva Anna Netrebko
in einer Wiederaufnahme von Giuseppe Verdis „Il Trovatore“ („Der
Troubadour“). Nicht dabei war Plácido Domingo, der vergangenes Jahr
die Rolle des Grafen Luna gesungen
hatte. Der spanische Opernsänger
hatte im Frühjahr bekannt gegeben,
dass er die Rolle aus seinem Repertoire nehmen wolle. Anstelle von
Domingo sang der polnische Bariton Artur Rucinski. (dpa)
US-RAPPER
Sean Price mit
43 Jahren gestorben
NEW YORK — Der US-Rapper Sean
Price ist tot. Im Alter von nur 43 Jahren sei Price in seiner Wohnung im
New Yorker Stadtteil Brooklyn im
Schlaf gestorben, berichteten USMedien gestern unter Berufung auf
seinen Sprecher. Die Todesursache
war zunächst nicht klar. Price arbeitete als Solo-Rapper und war Teil
mehrerer Rap-Gruppen, beispielsweise Heltah Skeltah. Der 1972 in
Brooklyn geborene Musiker brachte
mehrere Alben heraus, die sich aber
nie vorne in den Charts platzieren
konnten. Noch im August sollte sein
nächstes Musikprojekt erscheinen.
Price war verheiratet und hatte drei
Kinder. (dpa)
Freie Presse
Es war in einer anderen Zeit
Patti Smith und ihre Band
spielen in Dresden ihr
Debüt-Album „Horses“
aus dem Jahr 1975 und
erinnern an die Hoffnungen vergangener Revolten
– mit atemberaubender
Melancholie.
VON VOLKER MÜLLER
DRESDEN — Es ist heiß in Dresden, als
Patti Smith in der Jungen Garde in Dresden.
„Menschen haben
die Kraft … zu
träumen …“
Patti Smith Rock-Poetin
dann über die Bühne weht. Den letzten Titel der Platte, „Elegie“, einst als
Erinnerung an Jimi Hendrix geschrieben, widmet sie all den Toten
der klassischen Popmusik- und
Kunst-Avantgarde: „Schade, dass
nicht alle Freunde bei uns sein können.“ Und sie zählt eine lange Liste
an Verlusten auf, von den Ramones
über Joe Strummer, Sid Vicious von
den Sex Pistols, die französische Sängerin, Schauspielerin, Malerin Lizzy
Mercier Descloux, Robert Mapplethorpe bis zu ihrem „Boyfriend“ in al-
le Ewigkeit Fred „Sonic“ Smith. Dies
und als sie dessen Lied „Because The
Night“ singt, sind vielleicht die
stärksten Momente des zweistündigen Konzerts, in denen die Momente
der Hoffnung und der Enttäuschung
über die nicht eingelösten Versprechen der kulturellen wie politischen
Revolten der späten 60er- und 70erJahre einander am nächsten sind.
Später wird sie noch in einem ihrer wenigen kommerziell erfolgreichen Hits, „People have the power“,
beschwören: „Menschen haben die
Kraft … zu träumen, zu wählen, sich
zu widersetzen …“ Und sie wird leise
schreien: „Nutze deinen Willen.“
Aber in diesem Schrei, der tatsächlich ein leiser ist, wird die Melancholie der Verzweiflung darüber mitschwingen, dass Kunst die Welt
nicht ändern kann und dass die Welt
sich nicht zum Besseren gewandelt
hat. Was bleibt, sind die Erinnerungen, die die Band mit einem Medley
aus Velvet-Underground-Songs und
dem zitternden Aufschrei von The
Who über „My Generation“ noch
unterstreicht. Dazu greift Patti
FOTO: BONSS/MOMENTPHOTO.DE
Smith zur E-Gitarre, entfesselt eine
Rückkopplungsorgie wie einst Lou
Reed und zerfetzt am Ende die Gitarrenseiten – eine so eindrucksvolle
wie hilflose Geste, die darauf hindeutet: Es geht eigentlich nicht um
Musik, es geht nicht um den schönen Klang, es geht nicht um gute
Unterhaltung – es geht um euch
selbst, es geht um jeden Einzelnen,
ihr selbst müsst euch ändern, wenn
die Welt sich ändern soll. Blütenblätter regnen über die Bühne und
erreichen das Publikum nicht.
Die Sängerin sitzt am Ende etwas
müde am Bühnenrand. Das Publikum gibt sich mit zwei Zugaben zufrieden. Patti Smith und ihre Band
gehen, winkend – so, als ließen sie
wissen: „Wir wollten es nur noch
mal gesagt haben. Nun macht was
draus. Aber ehrlich gesagt: Viel Hoffnung haben wir nicht.“ Manchen
kommen die Tränen, manche tanzen. Alle haben es immerhin noch
einmal gehört.
Der Wind weht immer noch leise
durch die Bäume. Ein reinigendes
Gewitter bringt er nicht.
Lasst Wände sprechen!
Medienkünstler machen
mobil – öffentlich: Das
Fassadenfestival „Genius
loci“ in Weimar breitet
sich aus.
VON DANUTA SCHMIDT
WEIMAR — Bisher lebte Weimars Altstadt durch den BildungsbürgerTouristen, der das geistige und
künstlerische Erbe der vergangenen
300 Jahre von Herder, Nietzsche bis
Kandinsky schnuppern will. Der
Zwiebelmarkt ist das größte Thüringer Volksfest, das seit dem Mittelalter gefeiert wird. Und nun die Avantgarde 2015: Am Wochenende lockte
das Projektions-Festival „Genius loci“ bereits zum vierten Mal 15.000
Menschen aus aller Herren Länder
in die Klassikerstadt, um Lichtfassaden bei Mondlicht zu bestaunen. Gemeint ist der Geist eines Ortes, seine
Geschichte, seine Aura. Hier ist der
Name fein auserwähltes Programm
und Stadtmarketing zugleich. Die
sogenannte digitale Boheme weckt
das verschlafene Weimar auf.
Auch andere Städte inszenieren
Lichtfeste. Doch Weimar geht sehr
präzise auf seine Schätze ein: ob historisch, zeitgenössisch, architektonisch, städtebaulich oder im Detail.
In diesem Jahr hat sich das fünfköpfige Team um den gebürtigen Stuttgarter Hendrik Wendler drei DenkMäler aus dem 20. Jahrhundert ausgesucht, an denen das sogenannte
Videomapping, das Projizieren von
Videofilmen auf Hausfassaden, inszeniert wird: das ehemalige Gauforum, das Studentenwohnheim Jakobsplan sowie das seit 25 Jahren besetzte Haus Gerberstraße, in dem
1991 bereits die damalige Familienministerin Angela Merkel um Diplomatie gerungen hat. Ein internationaler Wettbewerb wurde via Internet ausgerufen, und Künstler aus 17
Ländern, von Brasilien bis Südkorea,
haben sich mit insgesamt 54 Arbeiten beteiligt. Die Juroren von „Genius loci“ sind Medienkünstler und
Lichtdesigner aus Deutschland, Belgien, Ungarn und der Türkei. Chef
Hendrik Wendler, der in Weimar Architektur studierte, gehört dazu. Er
hat ein Programm für die passgenaue Darstellung von Filmen auf
Fassaden entwickelt.
Ungestillte
Sehnsucht
nach der
Heimat
Vor 150 Jahren wurde
der Komponist Alexander
Glasunow geboren
VON MATTHIAS ZWARG
am Samstagabend Patti Smith und
ihre Band in der nicht ganz ausverkauften Freilichtbühne Junge Garde
beginnen, die Debütplatte der amerikanischen Künstlerin noch einmal
zu spielen, zu zelebrieren, Revue
passieren zu lassen. Ein warmer, wilder Sommerwind weht durchs Gelände, aber er wird kein Gewitter
bringen.
Wohl aber ein großartiges Konzert – Erinnerung an die vielleicht
beste, mutigste, hoffnungsvollste
Zeit des Rock ’n’ Roll und Abgesang
auf diese Hoffnung und diesen Mut.
Patti Smith spielt „Horses“, ihre erste, vielleicht beste Platte. Die 1946 in
Chicago geborene Arbeitertochter
war damals ein aufgehender Stern
am New Yorker Klubhimmel. Sie
verband Punk und Poesie, nahm in
den Songs ihres ersten Albums Bezug auf Wilhelm Reich und Arthur
Rimbaud, feierte den jung verstorbenen Jimi Hendrix, sang über Liebe,
Tod und die Kraft der Freiheit, des
selbstbestimmten Lebens.
40 Jahre später. Die Songs könnten von heute sein, sie beschreiben
eine Welt, die sich in ihren Strukturen wenig geändert hat. Wie damals
geißelt Patti Smith „Krieg, Raketen“,
schreit: „You are free.“ Patti Smith
und ihre großartige Band – darunter
mit dem Gitarristen Lenny Kaye
und dem Keyboarder Jay Dee Daugherty zwei Mitglieder der OriginalHorses-Besetzung, kongenial aber
auch Bassist Tony Shanahan und
Schlagzeuger Jack Petruzzelli – zelebrieren die Lieder der Platte nicht als
klassische Preziosen, sondern als ihre eigene Gegenwart. Ein Plädoyer
für Menschlichkeit vom ersten Satz
an: „Jesus died for somebody’s sins
but not mine“ – „Jesus starb für irgendjemandes Sünden, nicht für
meine“. Jedes Wort, jeder Ton, jede
Melodie in Patti Smiths Liedern erzählt davon, dass Menschen für sich
selbst verantwortlich sind, dass sie
zwischen Menschlichkeit und Unmenschlichkeit wählen können.
Den langen, lyrischen Totengesang eines Sohnes an seinen verstorbenen Vater in „Birdland“ liest sie
teilweise vom Blatt, das der Wind
7
Das besetzte Haus in der Gerberstraße 3. Hier finden regelmäßig Konzerte
und andere Veranstaltungen statt.
FOTO: DANUTA SCHMIDT
Das Haus in der Gerberstraße bespielten Vinicius Luz und Edgar Salimen aus Sao Paulo. Sie haben die anarchistische Geschichte nach außen
getragen, indem sie etliche Tage hier
waren – den Ort gespürt, die Musik
der Leute gehört haben, die das Gebäude nach dem Mauerfall besetzten. Sie führten Interviews mit
Hausbesetzern und Nachbarn und
haben viele symbolträchtige Fotos
gemacht. Die Brasilianer Anfang 30
sind Cracks auf ihrem Gebiet. Sie
sind als Medienkünstler rund um
den Erdball unterwegs.
Das ehemalige Gauforum, in
dem heute das Landesverwaltungsamt Thüringen sitzt und ein Einkaufszentrum untergebracht ist, ist
das brisanteste Denkmal, das es mit
riesigen Beamern zu bespielen galt.
Die Medienkünstler der sizilianischen Künstlergruppe „Mammasonica“, die bereits im vergangenen
Jahr zu den Gewinnern zählte und
die Anna-Amalia-Bibliothek in ein
neues Licht rückte, schaffte es, die
gewaltigen Ausmaße von 135 mal
100 mal 135 Metern zu beherrschen.
„Es ist die größte Fassaden-Projektion weltweit“, sagt Hendrik Wendler.
Die Italiener malten sciencefictionhafte Bilder am Rande des Abgrunds
an die Hauswände, um die Geschichte der Menschheit zu erzählen. Warum dieses Gebäude? „Ende
letzten Jahres bemerkten wir schon,
dass es wieder eigenartige Gruppierungen im Land gibt, die sich
schließlich in der Pegida bündelten.
Wir wollen ein Achtungszeichen
setzen. Wir sagen nicht, wir wollen
das Gebäude behalten. Wir machen
auch keine Vergangenheitsbewältigung. Die Künstler sind frei.“
Das Festival zieht Menschen an
und ist das sauberste Festival, was
den Müll betrifft: Vorher und Nachher sind nicht zu unterscheiden.
Und aus den Bannern des Vorjahres
wurden in diesem Jahr Tragetaschen
genäht.
SANKT PETERSBURG — Musiker können sich in denkbar unterschiedlichen Geschwindigkeiten entwickeln. Während die einen noch
überlegen, ob sie überhaupt in der
Disziplin an den Start gehen, haben
andere schon das Zielband vor Augen. Zu letzterer Gruppe dürfte Alexander Konstantinowitsch Glasunow zählen, der heute vor 150 Jahren in Sankt Petersburg geboren
wurde. Kein Geringerer als der für
seine hohen Ansprüche ans Komponisten-Handwerk bekannte Nikolai
Rimski-Korsakow sagte 1880 dem
15-Jährigen nach einigen Monaten
locker gestalteten Privatunterrichts,
er könne ihm nichts mehr beibringen. Er schlage deshalb vor, künftig
eine Art kollegialen Erfahrungsaustausch zu pflegen.
Glasunow begnügte sich als Junge nicht mit dem obligatorischen
Klavierunterricht, sondern lernte
„nebenbei“ noch Violine und Cello.
Nachdem er 1883 ins Orchester der
Petersburger Universität eintrat,
machte er sich binnen kurzem mit
Waldhorn, Trompete, Posaune und
Klarinette so gut vertraut, dass ihn
auch andere Klangkörper der Newastadt gern verpflichteten. Ferner
ist überliefert, dass er den legendären Bass Fjodor Schaljapin oft stundenlang am Klavier begleitete, ohne
eine Note vor sich zu haben.
Alexander
Glasunow
Komponist
FOTO: AKG-IMAGES
Aus dem jugendlichen Alleskönner wurde eine international geachtete Größe. Glasunow stand über
Jahrzehnte ideenreich und uneigennützig dem traditionsreichen Petersburger Konservatorium vor, und er
schuf ein umfangreiches Werk, in
dem alle Gattungen der Instrumentalmusik vertreten waren. Mit seinen neun Sinfonien, sieben Streichquartetten, vier Solokonzerten, den
Balletten, Suiten, Serenaden, Fantasien u. a. galt Glasunow als würdiger
Nachfolger eines Glinka und Tschaikowski. Heute noch öfter gespielt
werden sein Violin- und Saxofonkonzert, während andere Stücke
von ihm inzwischen eher zu den
Exoten des Konzertsaals gehören. Ist
Glasunows Musik formal so vollendet gebaut, dass sie am Ende glatt
und gleichförmig wirkt, ihr die Höhen und Tiefen fehlen? Oder liegt es
daran, dass ihm das Kontrastreiche,
Dramatische, Herzzerreißende von
Natur nicht gegeben war? In der
Gunst des Publikums steht der
Mann heute jedenfalls nicht allein
hinter einem Tschaikowski, sondern auch einem Mussorgski oder
Borodin zurück, die ihm beide, was
das reine Wissen und Können angeht, in Größenordnungen unterlegen waren.
Im Sommer 1928 kehrte Glasunow von einer Reise nach Wien
nicht zurück. Inwieweit seine angeschlagene Gesundheit dabei eine
Rolle spielte, er mit der Sowjetmacht
im Clinch lag oder ihm, dem musikalisch ausgesprochen Konservativen, daheim die jungen Wilden das
Leben schwer machten – darüber
scheiden sich die Geister. Anders als
die meisten Emigranten behielt er
seinen sowjetischen Pass, blieb nominell bis 1930 Direktor des Leningrader Konservatoriums und ließ
sich Jahr für Jahr eine Verlängerung
seines Auslandsaufenthalts genehmigen. Glasunow, der oft von seiner
Sehnsucht nach der russischen Heimat sprach und immer wieder auch
eine Rückkehr ins Auge fasste, starb
am 21. März 1936 in Paris.
8 Freie Presse
AUS ALLER WELT
Montag, 10. August 2015
Taifun reißt
15 Menschen
in den Tod
NACHRICHTEN
Mann stirbt bei Feuerwerk
HAMBURG — Ein 52-jähriger Mann ist
bei einem Party-Feuerwerk in Hamburg getötet worden. Sein Sohn kam
mit einer Bauchverletzung ins Krankenhaus. Partygäste zündeten das
Feuerwerk in der Nacht zu gestern.
Kurz darauf sei die Batterie umgefallen, ein Querschläger habe den
Mann im Gesicht getroffen, hieß es
weiter. Er starb kurz danach. (dpa)
Tod und Verderben hat der Taifun
Soudelor nach Taiwan und China
gebracht. In Taiwan riss das Unwetter sechs, in China mindestens
neun Menschen in den Tod. Sie seien von den Fluten mitgerissen oder
unter eingestürzten Häusern in der
ostchinesischen Provinz Zhejiang
verschüttet worden, zitierte die
Nachrichtenagentur Xinhua gestern die chinesische Behörde zur
Flutkontrolle. Drei Menschen galten demnach als vermisst. Das Bild
zeigt eine Flutwelle in Taizhou in
der Provinz Zhejiang. Der von Taiwan kommende Taifun Soudelor
traf in der Nacht zu gestern auf die
südostchinesischen Provinz Fuijan.
Von dort zog er in die Nachbarprovinzen Zhejiang und Jiangxi. Zuvor
hatte der Wirbelsturm in Taiwan
gewütet. Er hatte die Insel am späten Freitagabend mit Böen von bis
zu 173 Kilometern pro Stunde und
heftigem Regen erreicht. Bei dem
Sturm wurden mindestens 379
Menschen verletzt, etwa 7500 Anwohner der Regionen wurden in SiFOTO: REUTERS
cherheit gebracht.
Crew betrunken im Flieger
STOCKHOLM — Kurz vor dem Start hat
die Polizei in Oslo eine alkoholisierte Flugzeug-Crew aus einem Urlaubsflieger geholt. Der Pilot, der Copilot und zwei Mitglieder der Kabinenbesatzung seien beim AlkoholAtemtest durchgefallen und festgenommen worden, sagte eine norwegische Polizeisprecherin gestern.
Der Crew der lettischen Fluggesellschaft Air-Baltic drohen bis zu zwei
Jahre Haft. (dpa)
GEWONNEN?
Gewinnzahlen
Lotto am Samstag
7, 13, 29, 36, 42, 48
Superzahl: 0
Spiel 77: 1587359
Super 6: 916117
LEUTE HEUTE
Glücksspirale
Endziffer(n): 1: 10 ¤, 13: 20 ¤, 833:
50 ¤, 2983: 500 ¤, 84530: 5000 ¤,
911257, 597 363 : 100.000 ¤, 9634502 ,
5433157 : monatliche Sofortrente von
7500 ¤
Eine Bärenmutter hat im
Yellowstone-Park wohl
einen Mann angriffen und
getötet. Jetzt sollen sie und
ihr Jungtier gefangen und
eingeschläfert werden.
Tele-Bingo
Vier Ecken: B3, B6, B7, B11, B12, I17, I18,
I19, I23, I24, I25, I26, I28, I29, N36, N37,
N38, N41, G47, G48, G49, G55, O61,
O64, O68, O70, O72
Das Kreuz: B1, B15, N42, G53
Der Rahmen: I27, I30, N31, N44, N45,
G54, O62, O67, O75
Full House: B14, I22, G52, G59, G60,
O71, O73
VON JENS EUMANN
LAKE-VILLAGE — Im Yellowstone Nati-
onalpark im US-Bundesstaat Wyoming ist ein Wanderer vermutlich
durch einen Grizzly getötet worden.
Zwar stehe die Todesursache des aufgefundenen Leichnams noch nicht
fest, doch deuteten Abwehrverletzungen an den Armen des Mannes
auf den Angriff eines Bären auf ein
noch lebendes Opfer hin. Das teilten
örtliche Behörden laut Bericht der
Zeitung „Denver Post“ mit. Eine Obduktion soll näheres klären.
Der aus dem US-Staat Montana
stammende Mann war ortskundig.
Er arbeitete in der fünften Saison für
die Organisation Medcor, die im
Park medizinische Nothilfe-Posten
Keno
Ziehung vom 8. August: 4, 5, 11, 13, 17,
20, 22, 25, 27, 28, 43, 51, 52, 55, 56, 59,
63, 65, 68, 70
Zusatzlotterie Plus 5: 22380
Ziehung vom 9. August: 5, 13, 14, 15, 17,
21, 22, 24, 27, 36, 42, 44, 45, 47, 49, 51,
53, 58, 59, 66
Zusatzlotterie Plus 5: 15467
Alle Angaben ohne Gewähr
betreibt. Er galt als erfahrener Wanderer, doch war er offenbar allein
unterwegs, wovon die Parkverwaltung Besuchern abrät. Am Freitagmorgen war der Mann nicht zur Arbeit erschienen und wurde von Kollegen vermisst gemeldet. Am Nachmittag fand ein Ranger seine Leiche
abseits eines Wanderwegs, den das
Opfer nach Berichten von Kollegen
oft frequentiert hatte.
Fraßspuren besiegeln Bärentod
Der 2,8 Meilen lange Elefantenrücken-Rundweg wird als Route für Tagestouristen beworben. Er liegt am
Nordwest-Ufer des YellowstoneSees. Den vom Bären teilweise verzehrten und mit Waldboden bedeckten Leichnam fand man eine
halbe Meile vom Dorf Lake-Village
entfernt. Der Rundweg wurde vorübergehend gesperrt. Trotz starken
Regens orteten Ranger Spuren einer
Bärin samt einem aus dieser Saison
stammenden Jungtier.
Wegen der Fraßspuren am Opfer
sollen die am Tod beteiligten Tiere
eingeschläfert werden. Man stellte
Fallen auf. Zwar urteilte Yellowstone-Park-Chef Dan Wenk gegenüber
dem TV-Sender ABC: „Die wilden
Tiere hier sind eben wild, wie man
sie nennt.“ Doch machte er klar, dass
man kein Risiko für die öffentliche
Sicherheit eingehen werde, auch
wenn die Umstände des Angriffs
nicht ganz geklärt werden könnten.
Im Yellowstone-Gebiet leben geschätzt rund 700 Grizzly-Bären. Angriffe auf Menschen sind selten. Die
meisten passieren, wenn Wanderer
einer Bärenmutter samt Jungtier zu
nahe kommen. Zu den Verhaltensregeln im Park gehören deshalb nicht
nur die Ratschläge, nicht von befestigten Wegen abzugehen, mindestens in Dreiergruppen zu wandern
und Anti-Bärenspray mitzuführen,
sondern auch beim Laufen laut zu
sein, um Überraschungsbegegnungen zu verhindern. Bei der Sichtung
eines Bären soll ein Mindestabstand
von 100 Metern nicht unterschritten werden.
Der Mensch als Beute
Allerdings kann eine Bären-Attacke
nicht nur aus Fürsorge resultieren.
Bären sind Allesfresser. Es kann zu
Jagdverhalten kommen, bei dem der
im Vergleich zu sonstiger Beute
leicht zu überwältigende Mensch
als Beutetier erachtet wird.
Zu einer der letzten tödlichen Attacken im Yellowstone-Park kam es
im Juli 2011, als ein Ehepaar auf dem
Wapiti-Lake-Pfad einer Bärenmutter
begegnete. Das Paar trat langsam
den Rückzug an, doch rannte die Bärin ihnen nach. Der Mann versuchte
wegzurennen, wurde aber eingeholt
und tot gebissen. Die Frau, die sich
hinter einem Baum versteckte, überlebte. Zwar griff die Bärin auch sie
an. Als sie sich aber auf den Boden
legte und tot stellte, ließ das Tier von
ihr ab. Die Frau blieb unverletzt. Die
Behörden verschonten die Bärin zunächst, weil es sich offenbar um einen Verteidigungsangriff gehandelt
hatte. Später wurde das Tier aber getötet. Man fand seine Spur am Ort eines weiteren tödlichen Angriffs auf
einen Menschen. Am sichersten ist
es, mit sechs oder mehr Personen zu
wandern. Der kanadische Tierverhaltensforscher Stephen Herrero
hat Bärenangriffe auf Menschen
ausgewertet. Auf derart große Gruppen seien noch nie Attacken nachgewiesen worden, hält der Forscher
fest.
FOTO: BORIS ROESSLER/DPA
Cornelia Poletto (44), Starköchin
und Rüdiger Grube (64), Bahnchef ,
haben geheiratet. Das Paar gab sich
am Samstag in Hamburg in einer
Villa an der Elbchaussee das Jawort,
wie das Büro Poletto gestern bestätigte. Trauzeuge war Außenminister
Frank-Walter Steinmeier. Etwa 150
Gäste feierten mit dem Paar. (dpa)
Mark Forster (31), Sänger, geht nur
mit Mütze auf die Straße. „Sie sind
meine Markenzeichen geworden“,
sagte er gestern.
„Am Anfang habe
ich sie getragen,
weil meine Haare
grauer und weniger
wurden.“ Heute bekomme er viele
Mützen von Fans
geschenkt. „Da ist
alles dabei, von
coolen Caps bis zur Schiebermütze.“
Er trage die Mützen selbst bei
schweißtreibenden Auftritten. (dpa)
FOTO: JÖRG CARSTENSEN/DPA
Grizzly tötet einsamen Wanderer
Euro-Jackpot
Ziehung vom 8. August: 1, 9, 15, 2, 49
Eurozahlen: 4, 7
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OBERES VOGTLAND
Freie Presse
Montag, 10. August 2015
MOMENT MAL
Heute von 10 - 12 Uhr
für Sie am Telefon:
GUNTER NIEHUS
03741 408-15155
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Seite 9
Erlbach und Schönbach/Luby feiern zum 21. Mal gemeinsam das Grenzfest
Unheimlich
Wer morgens spät dran ist, hat meist
eine mehr oder weniger gute Entschuldigung: Der Wecker hat nicht
geklingelt, das Kind noch das Matheheft gesucht, eine Was-zieh-ichan-Krise oder die Katze, die einen
Jahresvorrat Kaugummis gefressen
hat. Auch ärgerlich: wenn sich das
eigene Haus gegen einen verschwört. Und der Schlüssel im
Schloss der Fahrradkellertür nicht
mehr ruckt und rührt. Und wusch –
geht das Licht aus und ein Windstoß
kriecht von hinten heran... Ganz so
schlimm wie Stephen Kings Haus
der Verdammnis war’s zwar nicht.
Für eine satte Verspätung hat’s trotzdem gereicht. (em)
NACHRICHTEN
BRAND
MARKNEUKIRCHEN — Wegen es PkwBrandes musste in der Nacht zu gestern die Markneukirchner Feuerwehr ausrücken. Anwohner hatten
nach Polizeiangaben bemerkte, dass
ein geparkter Pkw zu brennen begann. Der Fahrzeughalter begann
mit Löscharbeiten und wollte das
mit einer Gasanlage ausgestattet
Fahrzeug aus der Grundstückseinfahrt schieben. Der brennende Pkw
rollte dabei auf das Nachbargrundstück. Die Feuerwehr konnte ein
Übergreifen des Brandes auf das
Wohnhaus verhindern. (tm)
Ein Besuchermagnet war am Samstag die
Festwiese am Grenzübergang Wernitzgrün.
Zum 21. Mal feierten Erlbach, seit dem vergangenen Jahr ein Ortsteil von Markneukirchen, und das westböhmische Schönbach/
Luby das Grenzfest. Bei hochsommerlichen
Temperaturen spendeten die Bäume ange-
nehmen Schatten. Für Andre Worbs, der gemeinsam mit Bürgermeisterin Anita Cérnikova (Foto rechts) das Fest eröffnete, war es
der erste offizielle Auftritt als neuer Erlbacher Ortsvorsteher. Neben viel Musik und
Unterhaltung für die Kinder gab es eine
Schau historischer Traktor (Foto links).
Gefragt bei den Besuchern war auch der
ofenfrische Pflaumenkuchen, den Frauen
aus Erlbach und Wernitzgrün gebacken hatten. Schönbach/Luby und Erlbach verbindet
seit 2004 eine grenzüberschreitende Partnerschaft. Die 2011 erfolgte Neugestaltung des
Dorfplatzes in Wernitzgrün, und parallel
dazu Erneuerung des Rathausplatzes in
Schönbach/Luby sowie des anschließenden
Platzes am Geigenmacher-Denkmal stellen
mit insgesamt fast 750.000 Euro das bislang
größte gemeinsam realisierte Vorhaben dar.
Die Europäische Union fördert es mit rund
FOTOS: HELMUT SCHNEIDER (2)
632.700 Euro.
Großinvestition soll auf Dauer
zählbare Einsparungen bringen
SACHBESCHÄDIGUNG
Hausschlüssel
durch Stein ersetzt
OELSNITZ — In der Nacht zu gestern
informierte eine Bewohnerin der
Otto-Riedel-Straße in Oelsnitz die
Polizei, weil sie hörte, wie die Haustürscheibe zu Bruch ging. Die Beamten fanden im Haus einen 29-Jährigen, der vor seiner Wohnungstür
saß. Dieser gab an, den Schlüssel vergessen, und deshalb mit einem Stein
die Scheibe der Haustür eingeschlagen zu haben. Ein Test mit dem
Alkomat ergab 1,8 Promille. Es wurde Anzeige wegen Sachbeschädigung aufgenommen. (tm)
DIEBSTAHL
Mehrere Automaten
aufgebrochen
OELSNITZ — Unbekannte Täter machten sich nach Angaben der Polizei in
der Nacht zu Samstag in Oelsnitz an
Automaten von Waschanlagen zu
schaffen. Ein SB-Sauger wurde Am
Lehmteich, drei Automaten an der
Untermarxgrüner Straße sowie das
Münzfach eines SB-Saugers an der
Falkensteiner Straße aufgebrochen.
Der Schaden wird auf mehr als 1500
Euro geschätzt. (tm)
Kraftakt für Muldenhammer: Zum Monatsende soll
die Wohnblock-Sanierung
in Tannenbergsthal weitgehend beendet sein.
VON THORALD MEISEL
MULDENHAMMER — Die
Sanierung
des Wohnblocks Hammerbrücker
Straße 7 G-K im Ortsteil Tannenbergsthal der Gemeinde Muldenhammer soll noch in diesem Monat
weitgehend abgeschlossen werden.
Darüber informierte Bürgermeister
Jürgen Mann (Freie Wähler) auf der
jüngsten Sitzung des Gemeinderates. In diesem Monat stehe dabei
die Renovierung der Hausflure, die
Montage der Balkonbrüstungen sowie die Fertigstellung der Fassade
auf dem Plan.
Die Gestaltung der Außenanlagen des Wohnblocks wird erst im
nächsten Jahr erfolgen. Die ursprünglich beschränkte Ausschreibung der Arbeiten musste nach den
Worten des Bürgermeisters wegen
der Überschreitung der Kosten wieder aufgehoben werden. Im September werde der Auftrag öffentlich ausgeschrieben.
Fast wie neu: Der in der Sanierung befindliche Wohnblock Hammerbrücker
Straße 7 G-K in Tannenbergsthal.
FOTO: HELMUT SCHNEIDER
Der Wohnblock Hammerbrücker
Straße 9 G-K wird nach derzeitigem
Stand erst im nächsten Jahr komplett leergezogen und dann für den
Abriss vorbereitet.
Bei den Sanierungsarbeiten liegt
die Gemeinde bislang im Kostenrahmen von etwas mehr als zwei Millionen Euro. Mit der Großinvestition,
die vom Gemeinderat bereits im
September 2013 beschlossen wurde,
will Muldenhammer langfristig
finanzielle Einsparungen erzielen.
Allein für den Block Hammerbrücker Straße 9 G-K fielen bislang
Mietverluste und Verluste aus nicht
umlegbaren Betriebskosten von
jährlich rund 129.000 Euro an.
Der Leerstand bei kommunalen
Wohnungen ist seit Jahren eines der
größten Probleme für Muldenhammer. Zum 30. Juni hatten 51 von 226
Wohnungen keine Mieter, die meisten davon mit 43 im Neubaugebiet.
Das vor mehr als 40 Jahren in Verbindung mit der Kunstlederfabrik
Tannenbergsthal entstandene Neubaugebiet ist deshalb seit einigen
Jahren stetigen Veränderungen unterworfen. 1981 zählte die damals
noch selbstständige Gemeinde
mehr als 2200 Einwohner, zum
30. Juni diesen Jahres waren es noch
1225. Einer der einstmals vier
Wohnblocks ist bereits weg, einer
wurde privatisiert. Im vergangenen
fiel auch die ehemalige Mittelschule. Der Wohnblock Hammerbrücker
Straße 9 G-K soll 2017 abgerissen
werden. Dazu hofft die Gemeinde
auf Fördermittel aus dem Rückbauprogramm Stadtumbau Ost.
Der Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft, der die derzeit noch 226
Wohnungen verwaltet, beendete
zum Jahresende 2014 seine Arbeit.
Das hatte der Gemeinderat ebenfalls
2013 als Maßnahme zur Haushaltssanierung beschlossen. Betriebsleiter Bernd Scheingraber ging in
den Ruhestand, die Aufgaben des Betriebes erledigt seither die Gemeindeverwaltung.
Ziel sei es, so Bürgermeister
Mann, dass 2017 unter der Bilanz der
Wohnungswirtschaft in Muldenhammer eine „schwarze Null“ stehe.
„Wenn das alles so funktioniert,
können wir wirklich zufrieden
sein“, schaut CDU-Gemeinderat
Jürgen Hofmann voraus.
Klingenthaler
holt Tour im
Oktober nach
Für einen guten Zweck
geht es nach Neuenrade
KLINGENTHAL/NEUENRADE — Der
Klingenthaler Ortsvorsteher Thomas Ungethüm (CDU – Foto) will
nunmehr am 2. Oktober mit dem
Rad die rund 500 Kilometer zwischen der Stadt am Aschberg und
Neuenrade im Sauerland zurücklegen – und dort am
3. Oktober zum Oktober zur Festveranstaltung
zum
25-jährigen Jubiläum der Stadtpartnerschaft eintreffen. Geplant war
die Tour bereits im
Juni. Da wollte Ungethüm von Neuenrade zum Stadtfest nach Klingenthal fahren. Ein Sturz bei einem
Wettkampf, der eine gebrochene
Schulter zur Folge hatte, verhinderte das. Nun ist der Heilungsprozess
so fortgeschritten, dass der Klingenthaler zuversichtlich ist, die Tour
fahren zu können. Das Projekt hat
bereits zahlreiche Sponsoren gefunden, denn geradelt wird für einen
guten Zweck: Der Erlös geht an soziale Einrichtungen beider Städte, in
Klingenthal wird es das Café B sein.
Die Stadt Klingenthal will mit
einem Sonderbus zur Festveranstaltung nach Neuenrade fahren. (tm)
FOTO: HELMUT SCHNEIDER/ARCHIV
Geparkter Pkw
geht in Flammen auf
Schattige Plätze am Museum gefragt
56 Aussteller kamen zum
Kunsthandwerkermarkt
nach Landwüst. Für
2016 sich auch wieder
Kirmestanz geplant.
VON HARTMUT ZEITLER
Auch die Bogenschmiede Schreiber aus Erfurt war in Landwüst dabei. Jörn
Schreiber bearbeitet im Schatten einen Pfeil. Lui Tynior probiert einen Bogen
und wird fachkundig von Matthias Düring angeleitet.
FOTO: HARTMUT ZEITLER
LANDWÜST — Das Vogtländische Freilichtmuseum in Landwüst veranstaltete am Wochenende zum dritten Mal einen Markt für Kunsthandwerker – bei Temperaturen von
30 Grad im Schatten eine Herausforderung für Veranstalter und Gäste.
Deren Zahl blieb, zumindest am
Samstag, unter den Erwartungen.
Marktorganisator Andreas Wolf,
von der Veranstaltungen Agentur
„Marktwert“ Zickra freut sich, das
bei elf kurzfristigen Absagen trotzdem 56 Aussteller aus verschiedenen Bundesländern gekommen waren. Holzgestaltern und Keramikern
konnte man ebenso bei der Arbeit
zuschauen, wie Buchbindern, Pfeilund Bogenmachern, Seifensiedern
oder Schmuckgestaltern.
Erstmals in Landwüst dabei war
beispielsweise die „Bogenschmiede
– Schreiber“ aus Erfurt. Dort konnten Besucher erleben, wie von Hand
Pfeile und Bogen gefertigt werden.
Unter sachkundiger Anleitung
konnte man sie anschließend testen.
Noch wie zu Gutenbergs Zeiten
arbeitet die Buchbinderin Kirstin Ki-
lian, die im thüringischen Weida
mit ihrer Schwester ein kleines Geschäft betreibt. Unter ihren geschickten Händen entstehen Einbände für Kochbücher und Poesiealben, individuell gestaltete Fotoalben
oder in rustikalen Notizbüchern für
den täglichen Bedarf.
Auch die Buchbinderin war erstmals in Landwüst dabei. Das anheimelnde Ambiente des Freilichtmuseums findet sie passend für den
Kunsthandwerkermarkt. „Das passt
so richtig zum alten Buchbinderei
Handwerk“ sagt Kilian. Man fühle
sich hier richtig in die alte Zeit
zurückversetzt.
Viel Livemusik war auf dem Museumsgelände zu hören und zu erleben. Olaf Stellmäcke und Michael
Müller sorgten mit ihrem Musikund Kinderprogramm für Spaß und
Unterhaltung. Eine Blues-Band unterhielt bei Kaffee und Kuchen oder
frisch gezapften Blonden die Gäste
in der Kulturtenne.
Eine Ankündigung für 2016 hatte Marktorganisator Andreas Wolf
noch parat. Beim nächsten Kunsthandwerkermarkt soll es den inzwischen von vielen Gästen gewünschte Kirmestanzabend wieder geben –
und zwar in der „Kulturtenne“ des
Landwüster Museums. Erste Gespräche dazu habe er schon mit der
Museumsleitung geführt. Auch die
Landwüster, so der Tenor seiner Gespräche, würden sich sehr freuen,
wenn diese Tradition wieder aufleben könnte.
10 Freie Presse
NOTRUF
Polizei 110, Feuerwehr und Rettungsdienst 112, Giftnotruf 0361 730730
ALLGEMEINMEDIZIN
Oberes Vogtland: 19 - 7 Uhr,
Bereitschaft, 116117
AUGENARZT
Oberes Vogtland, Plauen, Auerbach:
19 - 7 Uhr, nur nach telefonischer
Vereinbarung, DM Bärbel Parulewski,
Reichenbach, 0172 3625666,
03765 8128344
KINDERARZT
Oberes Vogtland: 19 - 22 Uhr, Sprechstunde 19 - 22 Uhr, Dr. Peter Quick,
Seminarstraße 7, Plauen,
03741 132175, 0162 9708211
APOTHEKEN
Klingenthal, Schöneck, Tannenbergsthal: 8 - 8 Uhr, Apotheke am Grünen
Baum, Auerbacher Straße 103,
Klingenthal, 037467 20999
Oelsnitz und Oberland: 8 - 8 Uhr,
Rats-Apotheke, Gerichtsstraße 2,
Oelsnitz, 037421 27539, 037421 6000,
Vogtland-Apotheke, Bosestraße 10,
Bad Brambach, 037438 20280
TIERARZT
Adorf/Klingenthal: TA Matthias
Schneider, 037467 25927,
037423 2298
Kottengrün: Dr. Bernd Scheinert,
0172 8470657
Auerbach: Kleintierklinik Vogtland
Dr. Roland Zeißler, 03744 212471
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200 Stunden für Seminarboten
Seit kurz nach der Wende
erstellt der Lehrer Frank
Nickel Jahresberichte für
Schulen. Seit mittlerweile
14 Jahren unterrichtet und
schreibt er in Auerbach.
AUERBACH/MULDENHAMMER — Die
SCHÖNBRUNN — Bei Kleintierschauen
ist oft die Rede davon, dass es in vielen Vereinen um den Züchter-Nachwuchs nicht rosig bestellt ist. „Man
muss sich um junge Leute kümmern. Deshalb haben dieses Camp
organisiert. Wir sind der einzige von
den 42 Kreisverbänden in Sachsen,
der so etwas auf die Beine stellen.
Dafür bekommen wir oft zu hören:
Wahnsinn, was ihr da bei euch
macht!“, ist Hartmut Schätzer, der
im Kreisverband Oelsnitz den Nachwuchs betreut hat und auch das
sechste Treffen organisierte, stolz.
Von Freitag bis gestern schlugen
25 Jungen und Mädchen aus Vereinen Kreisverbände der Oelsnitz und
Auerbach sowie Kamenz, Crimmitschau und Annaberg-Buchholz mit
Unterstützung des Sportvereins in
Schönbrunn ihre Zelte auf. Anliegen
des Camps ist, dass sich die Jugendzüchter kennenlernen, Erfahrungen
austauschen, bei
Sport und Spiel
miteinander Spaß
haben. Was der elfjährige Hannes Geyer (Foto) aus Bobenneukirchen – er
züchtet Zwerg-Wyandotten – bestätigte: „Ich habe schon fünfmal mitgemacht. Hier lernt man sehr viel.“
Das hob auch Hartmut Schätzer
mehrfach hervor: „Zusammenhalt
ist wichtig, um die Jungs und Mädels
in ihrem Hobby zu bestärken.“ Wie
sehr die vogtländische Aktivität im
Landesverband gewürdigt wird,
zeigte sich allein daran, dass dessen
Jugendleiter Reinhard Rothe und der
Bezirksvorsitzende Wolfram John
nach Schönbrunn kamen.
Um die Tiere wegen der Hitze
nicht in Stress zu versetzen, gab es
diesmal keine praktischen Tipps zu
Aufzuchtbedingungen, Rassevielfalt und Fütterung von Geflügel und
Kaninchen. Im Mittelpunkt stand
der Spaß. Unter anderem im
Schwimmbad Oelsnitz und bei einem Besuch in der Schauwerkstatt
von Musicon Valley in Markneukirchen sowie im Freilichtmuseum Eubabrunn. Sehr zur Freude der Teilnehmer fehlten Tiere aber nicht
völlig. Gestern kam Bernd Rademacher aus Taltitz vorbei und führte
seine Kunstflugtauben vor.
ersten 80 Seiten der neuen, 15. Auflage des Seminarboten könnte
Frank Nickel sofort füllen. Dabei
wurde die 14. gerade erst zum Schuljahresende an der Seminaroberschule Auerbach verkauft.
Was das Thema Jahresschriften
an Schulen angeht, ist der Lehrer für
Musik und Deutsch seit kurz nach
der Wende im Geschäft. Zuerst an
den Mittelschulen in Markneukirchen und Schöneck. Seit 2001 in
Auerbach. „Dieses Buch hebt man
sich auf“, ist sich der 55-jährige
Mann aus dem Ortsteil Gottesberg
der Gemeinde Muldenhammer sicher. Er hat beobachtet, dass es die
Schüler schon durchblättern, bevor
sie ihre Zeugnisse bekommen.
„Ich rechne für
jede Seite etwa eine
Stunde Aufwand.“
OBERES VOGTLAND
PLAUEN — Mit einer Fotoausstellung
Uwe Selbmann, Telefon: 03741 408-15157
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SAMSTAG: 6.00–13.00 Uhr
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Abo-Service | Ticket-Service
25 Jugendzüchter aus
Sachsen für drei Tage
in Schönbrunn
VON ECKHARD SOMMER
Frank Nickel Lehrer
Ulrich Riedel, Telefon: 03741 408-15158
Nachwuchs:
Vogtländer
in Sachsen
Vorreiter
VON LUTZ HERGERT
Adorf: Marianne Stengel 90 Jahre,
Siegfried Ullmann 74 Jahre, Bad Elster: Dr. Horst-Manfred Häusler 71 Jahre, Ursula Seidel 75 Jahre, Klingenthal: Anita Döhler 87, Inge Jakob 85,
Walter Seifert 80, Rudolf Kunstmann
77, Günter Rauber 75 Jahre, Markneukirchen: Ursula Günther 73, Peter
Sandner 75, Johannes Scherzer 93,
Inge Zwillich 85 Jahre, Oelsnitz: Ruth
Ficker 78 Jahre, Sofia Kwast 84 Jahre,
Werner Puggel 77 Jahre, Brigitta
Schwab 77 Jahre, Schöneck: Käthe
Harlaß 84 Jahre, Christa Jirsak 75
Jahre, Renate Koch 78 Jahre, Edith
Kranz 81 Jahre, Ulrike Scherzer 77
Jahre, Erlbach: Christa Glaß 82 Jahre,
Gottesberg: Marianne Taupadel 86
Jahre, Morgenröthe-Rautenkranz:
Dorothea Beck 71 Jahre, Günter Meinel 77 Jahre, Oberhermsgrün: Manfred Sünderhauf 73 Jahre, Schönberg: Annemarie Hofmann 79 Jahre,
Sohl: Karl-Heinz Wunderlich 80 Jahre.
Vogtland
Rainer Räch, Regionalleiter,
Telefon: 03741 408-15140
Montag, 10. August 2015
Damit die über Jahre auf 200 Seiten
gewachsene Jahresschrift nicht im
Papierkorb landet, kostet sie einen
Euro. „Bei einer kirchlichen Veranstaltung an unserer Schule hatte jeder Schüler eine Bibel erhalten. Die
meisten lagen im Papierkorb.“ Würde Nickel den Seminarboten neben
leeren Tintenpatronen, Getränkedosen und Butterbrotpapier finden,
würde ihm das zu schaffen machen.
Was kein Wunder wäre: „Ich
rechne für jede Seite etwa eine Stunde Aufwand“, sagt Nickel. Macht
mindestens 200 Stunden pro Jahr.
Lehrer Frank Nickel in seinem Arbeitszimmer in Gottesberg. Hier entstehen die Hefte bevor sie in den Druck gehen.
In der Hand die Ausgaben des Seminarboten der letzten sieben Jahre.
FOTO: CHRISTIAN SCHUBERT
Darin ist neben dem Sammeln und
Aufbereiten von Bildern und Texten
das Suchen von Sponsoren enthalten. Zum Aufbringen des etwa 2800
Euro großen Etats für den Druck von
650 Heften trägt die Gebühr von einem Euro pro Heft bei. Das Gros der
Hefte geht mit etwa 400 an die Schüler. Den Rest nimmt Schulleiter Rainer Lemoine mit, wenn er an Grundschulen für die Oberschule wirbt.
Nach Meinung von Frank Nickel
trägt der Seminarbote ein Stück weit
dazu bei, dass jedes Jahr viele Eltern
ihre Kinder dort anmelden. „Die sehen, dass bei uns viel gemacht wird.“
Denn der Jahresbericht erhält alles
Wissenswerte über die Schule, nach
Monaten geordnet.
Nach Angaben zu den Lehrern
und Statistiken kommt der erste Höhepunkt des Heftes: die Klassenfotos. Schüler, die beim offiziellen Fototermin nicht da waren, montiert
Nickel in Form von Portraits in die
Bilder. Die Namen werden darunter
nicht einfach alphabetisch wieder-
gegeben. Jedem Gesicht wird der
richtige Namen zugeordnet. Dazu
spricht sich der Deutschlehrer mit
den Klassenlehrern ab. Bei den zehnten Klassen setzt er noch einen
drauf: Unter das aktuelle Bild wird
eines aus Klasse 5 gestellt. „Da sieht
man, wie aus den Kindern junge
Leute geworden sind und wer überhaupt noch in der Klasse ist.“ In der
Akribie, mit der Frank Nickel die
Hefte erstellt, kann man erkennen,
dass diese Arbeit für ihn zum Hobby
geworden ist – was er gern bestätigt.
Der Lehrer regt die Schüler an, etwas zu bestimmten Ereignissen wie
das Bewerbertraining der zehnten
Klassen, Ausflüge oder Sportfeste zu
schreiben. „Die Schüler schreiben
das dann meistens in der Zeit der
Ganztagsangebote.“ Andere Lehrer
arbeiten Bilder und Texte zu, meist
aus der Hand von Schülern. Andere
nur nach Aufforderung, wieder andere gar nicht. Letzteres hat nach
Meinung des Seminarboten-Autors
einen Nachteil: „Manche Klassen
finden sich mit bestimmten Veranstaltung nicht im Heft wieder.“ Unterstützung bekommt Frank Nickel
von einer Frau Gabi, Lehrerin am
Markneukirchener
Gymnasium.
„Sie liest die Texte nach Fehlern
durch.“ Eine Kollegin aus Auerbach
befasst sich nur damit, ob alle
Namen richtig geschrieben sind.
Frank Nickel kann in der Arbeit
mit den Jahresberichten ablesen,
wie rasant sich die Technik entwickelt hat. „Zuerst haben wir Daten
per Diskette, dann per CD und DVD
zur Druckerei gebracht. Heute liefere ich sie über eine externe Festplatte.“ Die immer komplexer werdende
Technik und Verbesserungen bei der
Druckerei haben es ermöglicht, dass
die Hefte heute in einer scharfen
Qualität gedruckt sind. Angefangen
hat Nickel mit Heften, in denen relativ unscharfe Schwarzweiß-Bilder
enthalten waren. Allein für den
aktuellen, den 14. Seminarboten
hatte er 6000 Bilder archiviert. Jetzt
sammelt er für die 15. Auflage.
Fotografischer Stadtspaziergang zu Wendejubiläum
Interessierte Plauener zeigen Heimat im ständigen Wandel – Ausstellung im Rathausfoyer wird morgen eröffnet
unter dem Titel „Damals – gestern –
heute“ wird morgen, 17 Uhr, der Reigen der Veranstaltungen anlässlich
25 Jahren Deutsche Einheit eröffnet.
„Wir wollen zeigen, wie dramatisch
sich das Stadtbild Plauens verändert
hat. Die Besucher erwartet eine
spannende Zeitreise“, sagt Kulturreferent Dirk Heinze im Vorfeld. Am
Anfang waren tausende Postkarten
und Fotografien. „Die Auswahl ist
uns nicht leichtgefallen“, so Heinze.
Entschieden haben er und seine Mit-
streiter sich für drei mal 25 Motive –
vom Dietrichplatz über den Bahnhof bis zum Tunnel, von der Plamag
über den Chrieschwitzer Hang bis
zum E-Werk in der Elsteraue.
Die Texte zu den Fotos stammen
aus der Feder von Lars Gruber. Für
die Bilder aus der heutigen Zeit hat
sich Norman Richter auf die Pirsch
begeben. (sasch)
DIE SCHAU ist bis 19. September zu den
Öffnungszeiten des Plauener Rathauses zu
sehen. Der Eintritt ist kostenlos.
Die Erinnerung ist wieder lesbar
Auf Privatinitiative wurde
in dem von der Landkarte
verschwundenen Grenzdorf Dürngrün ein Gedenkstein erneuert.
VON THORALD MEISEL
SCHÖNBACH/LUBY — Das Dorf Dürn-
grün gibt es heute nicht mehr. Es lag
etwa zwei Kilometer westlich von
Schönbach/Luby an der Grenze zu
Sachsen – gegenüber liegen die vogtländischen Dörfer Landwüst und
Rohrbach.
Heute ist die ehemalige Lage von
Dürengrün fast nur durch Laubbäume erkennbar. Auf dem Areal des
Dorfzentrums findet man noch einige Grundmauern. Der ehemalige
Dorfteich ist ein verwilderter
Sumpf, am Rand des einstigen Dorfplatzes wurde der Gedenkstein an
die Gefallenen des Ersten Weltkrieges wieder aufgestellt.
Wenn man aus Richtung Schönbach/Luby nach Dürngrün kommt,
steht am Weg ein Stein. Er erinnert
an Josef Seifert, der am 29. Juli 1934
Tomas Lenc beim Erneuern der historischen Beschriftung.
Der Stein steht wieder an seinem
Platz.
FOTOS: JOHANN KREUZINGER (2)
tödlich verunglückte, als er von einer Getreidefuhre überrollte wurde.
Der war im Laufe der Jahre mit Moos
bewachsen, die Inschrift fast völlig
verwittert.
Johan Kreuzinger, der langjährige Bürgermeister von Schönbach/Luby, und sein Freund, der
Chronist Tomáš Lenc, haben nun in
Eigeninitiative den Stein wieder
„zum Leben erweckt“, wie Kreuzinger sagt. Gereinigt und beschriftet
sieht er aus wie neu. Dazu gibt es außerdem eine kleine Tafel mit der
tschechischen Übersetzung des
Textes. „Es ist wieder eine gelungene
Sache geworden“, freut sich Kreuzinger.
Das Dorf Dürngrün wurde erstmals
1284 als „villa durrengrün“ erwähnt.
Die Einwohner lebten hauptsächlich von der Landwirtschaft und
Heimarbeit. In Dürngrün waren
zeitweise bis 30 Instrumenten- und
Bestandteilmacher tätig, die nach
Schönbach, Fleissen und Markneukirchen lieferten. Seit 1828 gab es
eine einklassige Volksschule und ab
1882 ein Schulhaus. Auch zwei
Wirtshäuser „Kaspar Wirtshaus“
und „Fischbach Wirtshaus“ – sind
ein Hinweis auf ein einst funktionierendes Dorfleben.
1945 wurde das Dorf in Výspa
umbenannt. 1946 hatte in Dürngrün noch 178 deutsche Einwohner,
nach Abschluss der Zwangsaussiedlung im Oktober jenen Jahres waren
noch 19. Die meisten von ihnen arbeiteten in der Musikindustrie. Ende
des Jahres 1947 zählte Výspa/Dürngrün 49 Einwohner – 26 Tschechen,
8 Slowaken, 3 sogenannte Wolhynier Tschechen aus der Ukraine und
12 Deutsche. Ein Jahr später waren
noch acht Gebäude bewohnt.
Durch die Nähe zu Deutschland
wurde das Dorf entvölkert, und die
letzten Häuser in den 1950er Jahren
abgerissen.
FOTO: ECKHARD SOMMER
RAT & HILFE
OBERES VOGTLAND
PUBLIKATION
Heimatkalender
für 2016 erschienen
KLINGENTHAL — Im Vogtländischen
Heimatkalender für 2016, der von
Neuber-Werbung Bad Schlema herausgegeben wird, steht diesmal
Klingenthal im Mittelpunkt. Stadtund Kirchengeschichte, Sport sowie
die 1964 eingestellt Straßenbahn
sind Themen des Heft, ebenso Sagen
und die Begebenheit um den „reichen Onkel aus Amerika“, die sich
1919 ereignet hat. Die Texte wurden
von Hans Hoyer verfasst. (tm)
BLITZTIPPS
Heute: Plauen, Äußere Reichenbacher Straße, Ortsteil Althaselbrunn;
Rodewisch, Bahnhofstraße; Bergen,
Plauensche Straße; Schöneck, Lange
Gasse; Schreiersgrün, Auerbacher
Straße; Auerbach, Falkensteiner Straße; Neustadt, Oelsnitzer Straße.
Morgen: Plauen, Friedens-, Chrieschwitzer Straße; Netzschkau, Elsterberger Straße; Neumark, Werdauer
Straße; Klingenthal, Auerbacher Straße; Zwota, Schönecker Straße; Lengenfeld, Polenzstraße; Oelsnitz, Hofer
Straße; Wernesgrün, Brauereistraße,
Weischlitz, Taltitzer Straße.
OBERES VOGTLAND
Montag, 10. August 2015
Freie Presse
11
Open Air in
Oelsnitz lockt
rund 1000 Fans
NACHRICHTEN
IMMIGRATION
Bundespolizei nimmt
16 Personen fest
Ausverkauft mit 1000 Gästen: Das
REICHENBACH/KLINGENTHAL — Die
2. Zauberkugel-Open-Air der Oelsnitzer Freizeitfußballer im Freibad
Elstergarten zeigte Samstagnacht
einmal mehr, mit welchem Enthusiasmus sich die Hobbykicker auch
außerhalb des Spielfeldes für ihre
Heimatstadt engagieren – und dass
sie auch Großereignisse organisatorisch stemmen können. Das Publikum kam in großer Zahl und zeigte
sich anschließend vom Auftritt der
beiden Bands begeistert. Schon die
zweistündige Rammstein-TributeShow der tschechischen Band RCZ
(Foto), die wie ihre großen Idole allerlei Pyrotechnik zum Einsatz
brachte, riss die Massen mit. Anschließend hatte Thorsten „Pulli“
Müller mit seinen Monkz ein Heimspiel. Die einheimischen „Musiker
ohne nennenswerte Kenntnisse“,
deren Spezialität Liedgut der Böhsen Onkelz ist, rockten auch noch
den Rest des Publikums, unterstützt
von einem Feuerwerk. (tgf)
Zahl illegaler Einreisender, die von
Beamten der Bundespolizei auf der
Sachsen-Franken-Magistrale festgestellt wurden, verharrt auf hohem
Niveau. Das teilte die Bundespolizeiinspektion Klingenthal mit. Die Züge zwischen Plauen, Reichenbach
und Zwickau seien derzeit Schwerpunkt bei illegaler Migration. So
wurde am Freitagnachmittag in einem Regionalexpress in Plauen eine
Gruppe von 16 Personen aus Syrien
vorübergehend in Gewahrsam genommen. Es handelte sich um acht
Erwachsene und acht Kinder, darunter auch Kleinkinder. Eine in der
Gruppe befindliche Frau ist schwanger. Sie klagte über Unwohlsein und
wurde deshalb vor Ort bei der Bundespolizei medizinisch versorgt. (lk)
VERKE HR
Zubringer zur
A 72 wird gesperrt
FOTO: CHRISTIAN SCHUBERT
IRFERSGRÜN — Die Bauarbeiten zur
Erneuerung der Fahrbahnen der
Staatsstraße zwischen Irfersgrün
und Voigtsgrün beginnen am 17.
August. Das teilte das Landesamt für
Straßenbau und Verkehr (Lasuv)
mit. Die Arbeiten sollen bis Ende
November beendet werden. Die
Straße ist über den gesamten Zeitraum gesperrt. Schäden an der Fahrbahn und den Nebenanlagen machten die Arbeiten laut Lasuv nötig.
Auf etwa 4,5 Kilometern werde die
Fahrbahn erneuert. Begonnen wird
nach der Kreuzung der AutobahnAnschlussstelle Zwickau-West. Das
Bauende befindet sich am Ortsausgang Irfersgrün (Finkenburg). Die
Gesamtkosten
betragen
etwa
850.000 Euro. (lk)
KURZ GEMELDET
Fest mit blauen Früchten
KLINGENTHAL — Das
traditionelle
Schwarzbeerfest auf dem Klingenthaler Aschberg findet in diesem
Jahr am 5. September statt. Organisiert wird es vom Verein der Aschbergfreunde und dem Team der
Jugendherberge. (tm)
Einsatz am Schlosserberg
MORGENRÖTHE-RAUTENKRANZ — Die
Ortsgruppe Morgenröthe-Rautenkranz des Vereins Schutzgemeinschaft Deutscher Wald veranstaltet
am 29. August einen Arbeitseinsatz
im Parkgelände auf dem Schlosserberg. Beginn ist 9 Uhr. (tm)
Kurs für Liedermacher
ERLBACH — Der
1. Vogtländische
Gitarre-Förderverein Erlbach veranstaltet vom 29. Oktober bis 1. November im Hotel Schwarzbachtal
den 4. Kurs für Folkmusiker und Liedermacher. Gehalten wird er vom
Musiker Tobias Burger und dem Musikpädagogen Jörg Bogadtke. (tm)
» www.gitarreundnatur.de
Ein Fest mit Kunst und Musik
Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“ Gemeinsam mit Ehefrau
Monjia bietet er Programme für Erwachsene und Kinder an, in denen
sie nicht nur singen, sondern auch
Puppen verkörpern.
Schöneck lud am Wochenende in den Stadtpark ein.
Mit dabei waren die Animationskünstler Mr. Phoenix &. Monjia sowie der
langjährige Discotheker
Günter Braun.
VON ECKHARD SOMMER
SCHÖNECK — Wer ist Sven Reistel?
Das wissen wohl nur enge Freunde,
das Schönecker Einwohnermeldeamt und die Postbotin. Der breiten
Öffentlichkeit ist er dagegen vor
allem als „Mr. Phoenix“ bekannt. Ein
Mann, der minutenlang wie zur
Salzsäure erstarrt, mit geschminktem Gesicht und im Kostüm wie
eine Puppe aussieht, der wie eine
Marionette den Kopf dreht und die
Arme schwenkt, als zöge jemand an
unsichtbaren Fäden.
Gefragt auch auf Gran Canaria
Mit Frau Simone und Sohn Nico lebt
Sven Reistel seit 2002 in Schöneck.
Er ist ein studierter Rechtswissenschaftler aus Dessau, sie Zahntechnikerin aus Brixen (Österreich). Als
Mr. Phoenix und Monjia sind sie seit
Jahren feste Größen bei der Urlauberbetreuung im IFA-Ferienhotel
„Hohe Reuth“, aber auch bei Festen
jeglicher Art gern gebuchte Künstler. Sven Reistel: „Außerdem haben
wir zwei Mal im Jahr Auftritte auf
Gran Canaria. Seitdem stehen sie
auch zu zweit oder allein als Entertainer und Sänger auf der Bühne“.
Warum Reistel sich Mr. Phoenix
nennt, hat diesen Grund: „Es gab
FOTOS: ECKHARD SOMMER (2)
Mr. Phoenix und sein Frau Monjia.
Seit 38 Jahren ist Günter Braun mit seiner Discothek „Saturn“ unterwegs.
mal in Auerbach einen Modeclub
Phoenix, wo ich öfter als Breakdancer zu tun hatte. Und wenn mich
jemand woanders gesehen hat, dann
hieß es nur: ‚Das ist doch der aus
dem Phoenix‘“:
Was bei den Darbietungen von
Sven Reistel so spielerisch leicht aus-
sieht, erforderte viel Arbeit und
braucht immer noch regelmäßiges
Training. „Robot-Dance und Pantomime habe ich mir selbst beigebracht und nebenbei mit Breakdance beschäftigt. 1987 war ich
DDR-Meister, und 1990 Zweiter bei
den Deutschen Meisterschaften.
Der Oldie aus Schilbach
Günter Braun ist neben Rolf Hoyer
aus Markneukirchen der dienstälteste Discotheker im Oberen Vogtland. Der Schilbacher legt seit nunmehr 38 Jahren auf. „Mitte der Siebziger kam unsere damalige Bürgermeisterin zu mir und sagte: ‚Günter,
wir brauchen jemanden, der Kultur
nach Schilbach bringt. Wäre das
was für Dich?‘ Musik hat mich sowieso interessiert und getraut habe
ich mich auch – also habe ich ,Ja‘ gesagt. Ich musste zunächst in Plauen
einen Lehrgang zur Einstufung machen und war später alle zwei Jahre
zur Fortbildung in Klingenthal.“
Längst sind die Zeiten vorbei, da
„Saturn“ mehrere Koffer für seine
Technik und diversen Tonträger
brauchte, denn heute kommt alles
aus dem Computer. Längst vorbei
sind auch die Zeiten, da auf das
60:40-Verhältnis zwischen sozialistischer Musik und solcher aus dem
westlichen Ausland geachtet werden musste und doch meistens
nicht geachtet wurde. „Heute könnte die Quote noch größer sein, denn
die alten Hits wie ‚Jugendliebe‘ oder
‚Über sieben Brücken musst du gehen‘ sind immer angesagt. Von ‚Zillertaler Hochzeitsmarsch“ bis zu den
Toten Hosen muss für jeden was
dabei sein.“ Und welche Musik hört
„Brauni“ – wie er von seinen Freunden nur genannt wird – selbst am
liebsten? „AC/DC und Bruce
Springsteen.“
Nachwuchs
soll bei Gerber
übernehmen
Insolvenzverwalter spricht
von Neuausrichtung
REBESGRÜN — Mit
einer „strategischen Neuausrichtung“ soll die Gerber Spitzen und Stickereien GmbH
in der zu Auerbach gehörenden Ortschaft Rebesgrün saniert und dauerhaft wettbewerbsfähig werden. Das
kündigte jetzt Insolvenzverwalter
Thomas Beck an.
Seit der Hersteller von Plauener
Spitze im März diesen Jahres Insolvenz anmelden musste, arbeitet der
Insolvenzverwalter von der Kanzlei
Pfefferle, Helberg und Partner zusammen mit der Unternehmerfamilie an der Fortführung des Geschäftsbetriebes und der Umstrukturierung. „Kunden, Lieferanten und
Finanzierer stehen hinter dem Betrieb und unterstützen diesen Weg“,
so Beck.
Mit der jetzt im Fachhandel vorgestellten neuen Kollektion setze
Gerber auf klassische Modelle und
moderne Produkte hochwertiger
Heimtextilien, die eine jüngere Zielgruppe ansprechen sollen. Diese
Neuausrichtung werde sich auch
zur Präsentation auf der der Messe
Comfortex Anfang September in
Leipzig widerspiegeln.
Zur Neuausrichtung gehört die
Vorbereitung der familieninternen
Unternehmensnachfolge: Auf Ulrich Gerber, der das 1906 gegründete
Unternehmen derzeit führt, sollen
die Kinder Nicole und Sören Gerber
als Doppelspitze folgen – sie verantwortlich das Kaufmännische und
den Vertrieb, er für die Produktion
und Technik. (how)
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12 Freie Presse
VORSCHAU
WOHIN
Montag, 10. August 2015
„Ich komme aus der Hippie-Zeit“
Schauspieler und Sänger Uwe Ochsenknecht übers Lachen, Träumen und seinen Weg zur Musik – Am 22. August tritt er in Bad Elster auf
„Das Boot“, „Männer“, „Schtonk“,
„Fußball ist unser Leben“, „Große
Fische, kleine Fische“ – das sind
nur einige Filme, durch die Uwe
Ochsenknecht als Schauspieler bekannt ist. Seit Anfang der 1990-er
hat der 59-Jährige auch mehrere
CDs veröffentlicht. Am 22. August
tritt Uwe Ochsenknecht mit seiner Band im Naturtheater Bad Elster auf. Vorab nahm er sich Zeit für
ein Gespräch mit „Freie Presse“Mitarbeiter Eckhard Sommer.
Die französische Pianistin Lise de la
Salle spielt am Freitag im KönigAlbert-Theater Bad Elster. FOTO: CVG
ORCHESTERKONZERT
Musikstudenten
spielen im Kurort
BAD ELSTER — Eng sind die Bande
zwischen der Chursächsischen
Veranstaltungsgesellschaft
Bad
Elster und dem Moritzburg Festival, dessen Leiter, der renommierte
Cellist Jan Vogler, Ehrenkünstler
des König-Albert-Theater Bad Elster ist. Jedes Jahr heißt es „Moritzburg Festival on tour“ – am Freitag
ist es erneut so weit. Das Festival
zählt zu den weltweit führenden
für Kammermusik. Jedes Jahr im
August werden etwa 50 talentierte
Musikstudenten aus aller Welt
nach einem Auswahlverfahren
nach Moritzburg eingeladen. Sie
formieren das Festival Orchester.
Nach den Proben hat das Akademiekonzert in Bad Elster vor der
Präsentation im Festival-Rahmen
Tradition. Zu hören sind am Freitag unter Dirigent Milan Turkovi`c
Werke von Ravel, Beethoven und
Mozart. Solistin ist die französische Pianistin Lise de la Salle. Die
1988 geborene Musikerin wurde
2007 von Joachim Kaiser, Kritiker
der „Süddeutschen Zeitung“, als
„extremes Talent“ gelobt. 2013/14
war die Tochter einer musikalischen Familie Artist in Residence
am Opernhaus Zürich. (hagr)
DAS KONZERT mit dem Moritzburg Festival Orchester am Freitag beginnt 19.30 Uhr
im König-Albert-Theater Bad Elster. Eintrittskarten kosten 12, 14 und 16 Euro.
MUSIK
Bad Brambach: Dr. Ebel Fachklinik, Christian-Schüller-Straße 14, Nachmittagskonzert
mit dem Pianisten Radim Vojir, 15 Uhr
„Freie Presse“: Worüber können
Sie nicht lachen?
Uwe Ochsenknecht: Über Dummheit im Verhalten von Menschen.
Und davon gibt es zurzeit eine ganze
Menge.
Sie haben einmal gesagt, dass Sie
schon als Jugendlicher wussten:
Ich werde Schauspieler? Warum
waren Sie davon so überzeugt?
Ich habe schon mit ungefähr zehn
Jahren auf der Bühne gestanden, im
Kinderchor der Oper am Mannheimer Nationaltheater mitgesungen.
Das ganze Drumherum, die Atmosphäre – das hat mir gefallen. Etwas
später habe ich schon kleinere Statistenrollen und Hauptrollen in Kinderstücken gespielt und dabei gemerkt: Oh, das ist interessant, das
macht Spaß, das liegt dir, das verfolgst du weiter. Und wie Sie sehen,
bin ich bis heute auf der Verfolgung
– aus reiner Lust am Spielen.
Welchen Charakter würden Sie
gern einmal darstellen?
Da bin ich überhaupt nicht festgelegt, weil ich schon so viele verschiedene Rollen gespielt habe. Wenn ich
ein Drehbuch lese, muss mich der
Stoff interessieren. Eine extreme
Figur zu spielen, das ist schon extrem schwierig. Aber einen „Normalo“ überzeugend zu spielen, das ist
noch schwieriger.
Wie sind Sie eigentlich zur
Musik gekommen?
Unter anderem durch meinen Vater,
der Opernsänger gewesen ist. Ich habe in jungen Jahren viel Pop gehört
und die Platten aufgelegt, die meine
Schwester mitgebracht hat. Mit 14,
15 habe ich schon in Bands mitgespielt. Also, die Musik hat mich
eigentlich nie losgelassen, trotz der
Schauspielerei. Sobald sich eine
Lücke zwischen den Filmen ergibt,
trete ich mit meiner Band auf, auch
wenn das nur sporadisch ist.
Schreiben Sie Ihre Lieder selbst?
Teilweise. Wir sind ein Team und jeder bringt sich ein.
Mit wem würde Sie gerne einmal
auf der Bühne stehen?
Da gäbe es eine Menge Musiker.
Mick Jagger nun nicht gerade, weil
ich nicht weiß, ob er gerne mit mir
auftreten würde. Neulich habe ich
ein Konzert von Van Morrison verpasst. Free fand ich sehr gut, nach
der Auflösung jetzt auch Bad Company mit dem Sänger Paul Rodgers.
Zurzeit ist Queens of the Stone Age
für mich eine interessante Band.
Was kann das Publikum in Bad
Elster vom Konzert erwarten?
Eine Mischung aus Pop mit RockEinflüssen, aber auch Salsa, Reggae –
wir sind offen. Ich komme aus der
Hippie-Zeit, bin beeinflusst von Jimi
Hendrix, Janis Joplin, Led Zeppelin,
Wilson Pickett, James Brown oder
auch Bob Marley und R’n’B‘. Es wird
also für jeden etwas dabei sein und
wir freuen uns auf den Abend. Egal,
wie viele Leute beim Konzert sind –
wir spielen aus Spaß an der Sache. Es
wird auf jeden Fall lustig. Bisher hat
sich jedenfalls noch niemand beschwert. Hinterher kommen oft
Leute zu mir und staunen: Wir haben gar nicht gewusst, dass Sie nicht
nur als Schauspieler, sondern auch
als Musiker so gut sind. Als Band
kennen wir uns schon über 20 Jahre,
verstehen uns auch privat sehr gut.
Wenn wir zusammen sind, dann ist
das immer so wie bei einem Familientreffen.
Herr Ochsenknecht, Hand aufs
Herz: Was wissen Sie vom Vogtland?
Wenig, das muss ich zugeben. Ich
werde mir vor Ort ein Bild machen.
Es gibt so viele schöne Ecken in
Deutschland, da kann man nicht
alle kennen. Außer Hof, das kenne
ich sehr gut. Dort war ich schon
mehrmals beim Filmfestival.
DAS KONZERT mit Uwe Ochsenknecht
& Band am Samstag, 22. August beginnt
19.30 Uhr im Naturtheater Bad Elster. Karten
gibt es 36 Euro mit Pressekarte in allen Verkaufsstellen der „Freien Presse“.
» shop.freiepresse.de
Uwe Ochsenknecht singt am 22. August in Bad Elster.
KONZERT
KINO
PUPPENTHEATER
TREFF
PUPPENSPIEL
Folk aus Osteuropa
in Kunstwandelhalle
„Victoria“ läuft
im Malzhaus
Das Märchen von
Hase und Igel
Die wilden Jahre
der Wismut
Gestiefelter Kater
sucht Höhle heim
BAD ELSTER — Das Ensemble Shuria-
PLAUEN — Heute und morgen, je-
REICHENBACH — Das Puppentheater
weils 20 Uhr, läuft im Kino im Plauener Malzhaus der Film „Victoria“
(Deutschland/2015). Die junge Spanierin Victoria tanzt durch die Berliner Szene. Vor einem Club lernt sie
vier Freunde kennen. Ihr zarter Flirt
mit einem, Sonne, wird jäh unterbrochen, denn für die Kumpels ist
die Nacht noch lange nicht zu Ende.
Um eine alte Schuld zu begleichen,
müssen sie ein Ding drehen. (ike)
Camillo, Casper & Co. präsentiert
morgen, 10 Uhr im Neuberinhaus
Reichenbach das Märchen von Hase
und Igel. Es gehört zur Sammlung
der Gebrüder Grimm, ist aber eine
volkstümlich überlieferte Geschichte, ursprünglich aus dem Plattdeutschen. Der Eintritt kostet 3 Euro für
Kinder, 5 Euro für Erwachsene,
Gruppe ab 10 Kinder 2,50 Euro, Begleitperson frei. (ike)
ELLEFELD — „Als Texas noch im Erzgebirge lag – Die wilden Jahre der
Wismut“ ist der Vortrag von Hermann Meinel, Leiter des Museums
Uranbergbau in Bad Schlema, überschrieben, der morgen beim monatlichen Treff der Freunde der Mineralogie und Geologie in der Gaststätte
Turnhalle in Treuen zu erleben ist.
In seinem unterhaltsamen Vortrag
erinnert er an die Anfangsjahre der
Wismut. Beginn 19 Uhr. (ike)
ZSCHORLAU — Das Märchen „Schnee-
ki gestaltet morgen, 19.30 Uhr einen
Abend mit Folkmusik aus Osteuropa. Das Wort Shuriaki stammt aus
der Sprache der Roma und bedeutet
soviel wie „Schwäger“. Ulrike Quast
(Gesang, Violine), Alexander Hofmann (Akkordeon, Gesang) sowie
Sven Fischer (Gitarre, Gesang) singen in russisch, ukrainisch, tschechisch, slowakisch und serbisch.
Karten kosen 10 Euro. (hagr)
Krebes: Fahrbibliothek, Grundschule,
9.30-10 Uhr
Mißlareuth: Fahrbibliothek, Dorfplatz,
11.30-12 Uhr
Mühlleithen: Sommerrodelbahn, 13-17 Uhr
Rodersdorf: Fahrbibliothek, Dorfplatz,
12.30-13.30 Uhr
Bad Brambach: Freibad, Forststraße,
10-18 Uhr
Elsterberg: Waldbad im Tremnitzgrund,
10-20 Uhr
Klingenthal: Freibad, Dürrenbachstraße,
10-19 Uhr
Kottengrün: Freibad, Badstraße, 10-19 Uhr
Lengenfeld: Freibad, Waldkirchener Weg 11,
10-19 Uhr, 037606 2390
Markneukirchen: Rudolf-Thiele-Bad, Am
Schwimmbad 1, 10-19 Uhr
Mylau: Freibad, Lengenfelder Straße,
10-19 Uhr, 03765 392939
Netzschkau: Freibad, Plauener Straße,
10-19 Uhr, 03765 34019
Neumark: Freibad, Badsteig 5, 11-19 Uhr,
037600 2740
Oelsnitz: Freibad Elstergarten, An der
Elster 15, 9-20 Uhr
Pausa: Freibad, Am Butterberg 10, 9-20 Uhr
Rebesgrün: Waldsportbad, Siedlerweg 19,
9-20 Uhr
Reichenbach: Freibad, Badstraße,
10-19 Uhr, 03765 386675
Reumtengrün: Freibad, Hauptstraße 1,
9-19 Uhr
Rodau: Waldbad, Leubnitzer Straße 3,
10-20 Uhr
Tirpersdorf: Freibad, Mühlstraße, 1020.30 Uhr
Treuen: Freibad, Alte Auerbacher Straße 1,
9-20 Uhr
Wildenau: Freibad, Obercrinitzer Straße 11,
10-20 Uhr
Leubnitz: Schloss, Am Park 1, Natur- und
Jagdausstellung, zu sehen sind u. a. Bildtafeln
heimischer Bäume, Spuren, Fährten, eine Duftorgel und vieles mehr, 9-13 Uhr; „Vogtländische
Impressionen“, Gang durch die Jahreszeiten
mit Maritta Seybold, 9-13 Uhr
Markneukirchen: Catgut, Gewerbepark 18,
Dies und Das, gestaltet vom Maltreff Bad Elster,
8-16 Uhr
Hüttels Musikwerkausstellung Wohlhausen, Hauptstraße 10, Mechanische Musikinstrumente, von der Singvogelspieldose bis zur
großen Karussellorgel, 9.30-16 Uhr
Mehltheuer: Kleinstes Musikinstrumenten-Museum, Hohe Straße 9, 1500 Raritäten
inklusive 350 historischer Musikinstrumente,
Vorführung mechanischer Musikinstrumente,
Schauwerkstatt für Zupf-, Streich- und Zungeninstrumente, 9-12 Uhr, 037431 4159
Morgenröthe-Rautenkranz: Raumfahrtmuseum, Bahnhofstraße 4, Deutsche Raumfahrtausstellung, Exponate rund um die angewandte Raumfahrt, Miniatur-Modell des MarsRoboters, Bundes-Biene, 10-17 Uhr,
037465 2538
Oelsnitz: Zoephelsches Haus, Grabenstraße
31, Heute schon gelacht, Karikaturen von Christine Kraus, Helmbrechts, 9-16 Uhr
Reichenbach: Neuberin-Museum, Johannisplatz 3, Der Maler Günter Horlbeck - Die
Schenkung, Bilder - entstanden zwischen 1971
und 1997, 10-16 Uhr, 03765 21131
Margos Spuren, ab 6 J, 17, 20.15 Uhr;
Minions, 14.30 Uhr;
Minions 3D, 14.30, 17.15, 20.15 Uhr;
Mission: Impossible - Rogue Nation, ab 12 J, 14,
17, 20 Uhr;
Ooops! Die Arche ist weg ..., 14.30 Uhr;
Pixels 3D, ab 6 J, 14, 17, 20.15 Uhr;
Rico, Oskar und das Herzgebreche, 14.30 Uhr;
Unknown User, ab 12 J, 20.15 Uhr
Malzhaus, Alter Teich 7 - 9, 03741 15320;
Victoria, ab 12 J, 20 Uhr
Greiz: UT 99, Thomasstr. 6, 03661 629111;
Ant-Man 3D, ab 12 J, 17.30, 20 Uhr;
Minions 3D, 14.45, 17.30, 20.15 Uhr;
Mission: Impossible - Rogue Nation, ab 12 J,
14.30, 17.15, 20 Uhr;
Pixels, ab 6 J, 14.30, 17.15, 20.15 Uhr;
Rico, Oskar und das Herzgebreche,
14.45 Uhr
Hof: Central-Kino, Altstadt 8, 09281 142488;
Amy, 17 Uhr;
Ant-Man 3D, ab 12 J, 17, 20 Uhr;
Kartoffelsalat, ab 12 J, 14.30 Uhr;
Magic Mike XXL, ab 12 J, 20 Uhr;
Margos Spuren, ab 6 J, 17, 20.15 Uhr;
Mein Herz tanzt, ab 6 J, 17.15,
20.15 Uhr;
Minions, 14.30 Uhr;
Minions 3D, 14.30, 17, 20.15 Uhr;
Ooops! Die Arche ist weg ..., 14.30 Uhr;
Ostwind 2, 14.15 Uhr;
Pixels 3D, ab 6 J, 14, 17, 20 Uhr
Scala-Kinocenter, Wörthstr. 4 - 6,
09281 3684;
Insidious: Chapter 3, ab 16 J, 20.15 Uhr;
Minions 3D, 15, 17 Uhr;
Mission: Impossible - Rogue Nation, ab 12 J,
14.30, 17.15, 20 Uhr;
Shaun das Schaf, 15 Uhr;
Ted 2, ab 12 J, 17, 20.15 Uhr;
The Vatican Tapes, ab 16 J, 20.15 Uhr;
Victoria, ab 12 J, 17 Uhr
Markneukirchen: Harmonie-Lichtspiele,
Erlbacher Str. 4, 037422 2637;
Minions, 20 Uhr
KINDER UND FAMILIE
FREIBÄDER
Plauen: Freibad Haselbrunn, Nach dem
Stadion 80, 8-20 Uhr, 03741 550974
Freibad Preißelpöhl, Bertrand-Roth-Straße 42, 8-20 Uhr, 03741 525844
Adorf/V.: Waldbad, Waldbadstraße 5,
10-19 Uhr
Auerbach/V: Waldbad Brunn, Badstraße 1 a, 9-20 Uhr, 03744 3659311
A N ZE I G E
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Plauen: Fanprojekt Plauen, Dobenaustraße 9, Offener Jugendtreff, 9-15 Uhr
Jugendzentrum Oase, Dr.-Karl-Gelbke-Str. 1,
Oase-Keller, O-Ton-(studio), 17 Uhr
Kinder- und Jugendhaus eSeF, Seminarstraße 4, Jugendzentrum, offener Treff, 14-20 Uhr
Mehrgenerationenhaus, Am Albertplatz 12,
Babygruppe, (ab 3 Monaten), 10 Uhr; Kochkurs
für Kinder ab 6 Jahre, 16.30-18.30 Uhr
Adorf/V.: Arbeiterwohlfahrt Mobile Jugendarbeit, August-Bebel-Straße 8, Ferienprogramm: Besuch der Straußenfarm in Gettengrün, Kosten: 2 Euro, 11-14.30 Uhr
Klein Vogtland - Botanischer Garten, Waldbadstraße 7, Sehenswürdigkeiten nachgebaut,
Miniaturschauanlage und Botanischer Garten,
10-18 Uhr
Auerbach/V: Awo Jugendzentrum High life, Eisenbahnstraße 49, Vorbereitung SommerSause & Open Stage, 15-20 Uhr; Coffeelounge, 15-17 Uhr
Jugendhaus City-Treff, Breitscheidstraße 33,
Outdoor-Sporttreff Speedminton, 16.3018.30 Uhr, 03744 308686
Schülerfreizeitzentrum, A.-Schubert-Straße 19, Frühjahrsputz im Außengelände,
10-17 Uhr
Grobau: Fahrbibliothek, Bushaltestelle,
10.30-11 Uhr
Hirschfeld: Tierpark, Tierparkstraße 3, zirka
600 Tiere in über 100 Arten, u. a. „Bärenland“
für Bären und Wölfe mit Besucherterrasse,
begehbare Eulerei, Anlage „Polaris“ für Eisfüchse und Schneeeulen mit Informationen
über Klimawandel und Artenverdrängung
der Tiere aus dem Eis, Affenhaus, 9-17 Uhr,
037607 5239
Klingenthal: Tierpark, Amtsberg 22, Einheimische Tiere und exotische Wildtiere, 10-18 Uhr,
037467 22397
A N ZE I G E
AUSSTELLUNGEN
%( %( $" % % %(" %( % " Plauen: Schaustickerei, Obstgartenweg 1,
Freiluftausstellung „Experiment Textil“ und
Sonderausstellung „Macht Mode Männer?“,
mit dem Hauptthema Krawatten, 10-17 Uhr,
03741 443187
Adorf/V.: Klein Vogtland - Botanischer
Garten, Waldbadstraße 7, Bekannte und berühmte Vogtländer, Informationstafeln, 1018 Uhr
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25, Kunst &
Form, Rauchbrandkeramik von Wolfram Boden
(Colditz), 9-17 Uhr
3645294-10-1
Schöneck: Stadtpark, Heimatfest: Ausklang
mit Rockpirat, 20 Uhr
KINO
Plauen: Capitol Filmtheater, Bahnhofstr. 33,
03741 1469050;
Ant-Man, ab 12 J, 14 Uhr;
Ant-Man 3D, ab 12 J, 17, 20 Uhr;
Die abhandene Welt, 17.15, 20.15 Uhr;
Home - Ein smektakulärer Trip, 14.30 Uhr;
Kartoffelsalat, ab 12 J, 17.15 Uhr;
Magic Mike XXL, ab 12 J, 17, 20 Uhr;
weißchen und Rosenrot“ präsentieren die Puppenspieler des Marionettentheaters Dombrowsky heute in
der Quarzhöhle des Besucherbergwerks „St. Anna am Freudenstein“ in
Zschorlau. Los geht’s 11 und 16 Uhr.
Am Dienstag folgt ab 16 Uhr „Tischlein deck dich“. Am Mittwoch erobert „Der gestiefelte Kater“ 11 und
14.30 Uhr die Herzen der Zuschauer.
Karten: Ruf 0177 2170608
(ane)
SONSTIGES
FESTE
$ FOTO: BORIS RÖSSLER/DPA
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3645287-10-1
Plauen: Schaustickerei, Obstgartenweg 1,
Vorführungen an Stickmaschinen, 10-17 Uhr,
03741 443187
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25, Auf königlichen Spuren, historische Stadtführung,
15 Uhr
Klingenthal: Vogtland-Arena, Falkensteiner Straße 133, Besichtigung, 10-17 Uhr,
037467 280860
Pausa: Heimateck, Neumarkt 3 a,
Hutzennachmittag, 16 Uhr
Pöhl: Talsperre, Anlegestelle, Möschwitz,
Hauptstraße, Rundfahrten der Fahrgastschiffe,
11, 14 Uhr
Syrau: Drachenhöhle, Höhlenberg 10, Einzige Schauhöhle Sachsens, in 16 m Tiefe gibt es
unterirdische Schönheiten wie Sinterschmuck,
kristallklare Seen und Lehmkegel an den
Höhlenwänden, Führungen mit Lasershow,
9.30-17 Uhr, 037431 3735
OBERES VOGTLAND
Montag, 10. August 2015
Freie Presse
13
Kleines Instrument sorgt für große Töne
NACHRICHT
TOURISMUS
Auf dem Rad über
das Erzgebirge
GRÜNHEIDE/KLINGENTHAL — Mit Start
und Ziel am Waldpark Grünheide
findet am 6. September der 5. Grenzland-Radmarathon statt. Organisiert
wird er vom WSC Grünheide. Zur
Wahl stehen dabei vier Strecken
zwischen 55 und 200 Kilometern.
Der Grenzland-Radmarathon ist
eine radtouristische Veranstaltung
ohne Zeitnahme, die nach den Regularien des Bundes Deutscher Radfahrer veranstaltet wird. Die 200-Kilometer-Tour führt dabei über Mylau
und Möschwitz nach Theuma, weiter über Grünbach und Schöneck
nach Klingenthal. Dort geht es über
die Grenze nach Tschechien und
über Neudek/Nejdek zum Fichtelberg, und über Platten/Horni Blatna
und Johanngeorgenstadt zurück
nach Grünheide. (tm)
» www.grenzland-radmarathon.de
KALENDERBLATT
Vor 10 Jahren
EU BETROGEN — Der Chef eines privaten Bildungsträgers in Plauen bekam von der EU 91.000 Euro für
einen Weiterbildungslehrgang, der
aber nie stattfand. Mit dem Geld beglich er offene Firmenrechnungen.
Vor 50 Jahren
APARTMENTHAUS WÄCHST — Der obe-
re Teil der Plauener Bahnhofstraße,
unterhalb des Platzes der Roten Armee (Albertplatz), bekommt ein anderes Aussehen. An das CentralHotel wird ein Apartmenthaus mit
zwölf Wohnungen angebaut.
Vor 100 Jahren
FEUER IN AUERBACH — In einem erst
wenige Jahre zuvor erbauten Gebäude oberhalb des Schweizerhauses in
Auerbach brach in der Nacht zum
10. August ein Feuer aus. Das Haus
brannte dabei bis auf die Umfassungsmauern nieder, den dort wohnenden Familien ging sämtliches
Mobiliar verloren. (pa)
val unter dem Motto „Mundharmonika live“. Im Tourismusverband
und bei Gaststätten der Stadt fanden
die Idee offene Ohren. So gab es in
jenen Oktobertagen 2000 bereits
eine Arbeitsgruppe beim Tourismusverein Klingenthal/Zwota, die
an einem Konzept für die Veranstaltung arbeitete.
Dabei hatte man sich der Mitarbeit zahlreicher Partner versichert
— vom Interessenverband der Vogtländischen
Harmonikaindustrie
über die Schaumanufaktur und einheimischen Unternehmen bis hin
zur Medienwerkstatt am Klingenthaler Gymnasium. Die Schüler
wollten das Logo für das Harmonikaspielertreffen entwickeln.
Am dritten Septemberwochenende ist Klingenthal wieder Gastgeber für
das Festival „Mundharmonika live“. Mit der 15. Auflage steht dabei ein kleines
Jubiläum ins Haus.
VON THORALD MEISEL
KLINGENTHAL — Vom 15. bis 20. Sep-
tember wird in Klingenthal wieder
die Mundharmonika den Ton angeben – jenes kleine Instrument, dass
bereits seit mindestens 1829 im
Vogtland gefertigt wird. Das Festival
„Mundharmonika live“ erlebte mit
Konzerten, Workshops, der traditionellen Livenacht in Gaststätten und
weiteren Veranstaltungen rund um
die Mundharmonika seine 15. Auflage. Es ist längst international ein
Begriff geworden.
Premiere im September 2001
Was dann im September 2001 über
die Bühne ging, war ein überaus abwechslungsreiches Programm. Es
reichte von Workshops bis zu stimmungsvollen Konzerten. Während
Themen wie „Die Mundharmonika
der Zukunft — Verrücktes, Innovatives und vieles mehr“ im Institut für
Musikinstrumentenbau Zwota insbesondere für die professionellen
Musiker von besonderem Interesse
war, kamen die Besucher vor allem
bei der kulinarisch-musikalischen
Live-Nacht voll auf ihre Kosten. An
die 1000 waren an jenem Samstag
unterwegs.
Mehrmals pendelte dabei ein
Bus-Shuttle zwischen Zwota und
Mühlleithen. Im Restaurant „Zum
Vogelbeerbaam“ des Mühlleithener
Ferienhotels spielten Abi Wallenstein und Steve Baker, europaweit
anerkannte Musiker, satten Boogie
Woogie und mitreißenden Blues.
Auch in den anderen Veranstaltungsorten war der Andrang riesig:
Kat Baloun aus den USA spielte im
„Döhlerwald“, die Harmonica Dance
Band im „Sportlerheim“, Tom Blacksmith in der „Alten Scheune“ in
Zwota, Mark Breitenfelder & Georg
Schroeter im Gasthaus „Zur Alten
Schule“ und Igor Flach & ST. ließen
im „Postillion“ die Luft brennen.
Ein Jahr später schlug sich die Atmosphäre um das 2. Internationale
Idee: Spaß am Musizieren
Es war ein sonniger Oktobertag
2000 gewesen, als die Klingenthaler
Rolf Rostock, der Wirt vom Postillion, und Horst Körner die Presse zu
einem Gespräch eingeladen hatten,
um ein neues musikalisches Projekt
zuzustellen. Man plane für 2001 ein
Wochenende, bei dem einfach der
Spaß am Musizieren auf der Mundharmonika im Mittelspunkt stehen
solle, machten die beiden deutlich.
Die Anregung dazu war geboren
worden, als Rolf Rostock und der
2008 verstorbene Berliner Mundhar-
Rolf Rostock
Gastwirt und einer der
Gründer des Festivals
„Mundharmonika live“
FOTO: HELMUT SCHNEIDER/ARCHIV
monikavirtuose Igor Flach bei
einem Bier zusammensaßen. Man
müsste, so Flach, in Klingenthal
eine Weltmeisterschaft austragen.
Am Ende stand die Idee für ein Festi-
Der Musiker Igor Flach (1966-2008) war der Initiator des Klingenthaler Festivals „Mundharmonika live“.
Mundharmonikafestival sogar auf
den Speisekarten nieder: Was im
Restaurant des Ferienhotels Mühlleithen gewöhnlich als Hackepeter
mit Ei und Brot serviert wird, nannte
sich zur Livenacht „Durchgedrehte
Rhythmen auf der Mundharmonika“, aus Schwammespalken wurde
„Tanzende Pilzköpfe“.
Auch Wettbewerb für Blueser
Inzwischen hat sich das Festival fest
etabliert. Organisiert wird es vom
Verein „Mundharmonika live“, der
vom Klingenthaler Lehrer Karsten
Meinel geleitet wird. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der Klingenthaler Mundharmonika-Manufaktur C. A. Seydel Söhne, mit Gründungsjahr 1847 die älteste noch bestehende Firma der Branche. Und
mit „Seydel open“ hat sich seit 2007
inzwischen auch ein Wettbewerb
für Bluesmusiker fest etabliert.
WEITERE INFORMATIONEN zum Festival
und das vorläufige Programm gibt es auf der
Internetseite des Vereins.
» www.mundharmonika-live.de
Der Berliner Mundharmonikaspieler Olaf Kreyenborg 2001 bei einer musikalischen Kutschfahrt durch Klingenthal.
FOTOS: HELMUT SCHNEIDER/ARCHIV (2)
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14 Freie Presse
BLICK NACH BÖHMEN
Montag, 10. August 2015
Zöllner sichern
Waren im
Millionenwert
NACHRICHTEN
BILDUNG
Uni plant Zweigstelle
für Physiotherapie
Behörde zieht Bilanz für
das erste Halbjahr 2015
KARLSBAD/KARLOVY VARY — Die Pra-
ger Karls-Universität plant in Karlsbad/Karlovy Vary den Aufbau einer
Zweigstelle, in der Physiotherapeuten ausgebildet werden sollen. Der
Karlsbader Kreis unterstützt die Pläne der Hochschule, denn in Westböhmen herrscht eine große Nachfrage nach Fachkräften aus diesem
Bereich. Die Physiotherapie-Ausbildung soll in Karlovy Vary im Herbst
2016 beginnen. (rewö)
KARLSBAD/KARLOVY VARY — Die Zoll-
PARKZONEN
Kommunen setzen
auf neue Automaten
AUSSIG/ÚSTÍ NAD LABEM — Die Städte
in Nordböhmen wollen mehr Parkgebühren einnehmen. Durch veraltete und kaputte Automaten entgehen den Kommunen jährlich beachtliche Beträge. Am stärksten betroffen ist Aussig/Ústí nad Labem,
wo mehr als 30 Geräte ausgetauscht
werden. Gebührenpflichtig ist vor
allem das Parken im Zentrum, was
seit Jahresbeginn gut 1000 Verkehrsteilnehmer ignorierten. (sneu)
TOURISMUS
Euregio Egrensis
lädt Veranstalter ein
FALKENAU/SOKOLOV — Zum 24. Mal
findet am 12. September der Tourismustag der Euregio Egrensis statt,
diesmal auf dem Alten Marktplatz
in Falkenau/Sokolov. In der Zeit von
10 bis 16 Uhr haben Tourismusveranstalter die Möglichkeit, sich mit
ihren Angeboten zu präsentieren.
Sokolov ist an jenem Wochenende
Gastgeber fürs Treffen der tschechischen Bergbaustädte. (tm)
Wie eine Insel im Meer erscheint das Klingenthaler Neubaugebiet beim Blick vom Hausberg in Graslitz/Kraslice.
Sagenumwobener Hausberg
bietet beeindruckende Ausblicke
VON THORALD MEISEL
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TERMINE
21. August: Bauerngut Statek Bernard bei Sokolov: Konzert mit
Václav Neckář und der Gruppe Bazillen. Beginn ist 19 Uhr.
21. August: Kraslice, Stadtpark:
Rockkonzert mit der Supergroup.cz
und drei Vorbands. Los geht es
18.30 Uhr.
22. August: Abertamy, Rathaus:
Handschuhmachermuseum – geöffnet von 13 bis 17 Uhr, mit Vorführungen.
Bis 28. August: Karlovy Vary, Kreisbibliothek: Ausstellung über den
Maler Jaroslav Pištěk.
28./29. August: Cheb, Stadtzentrum: Wallensteinfest 2015.
» www.tic.cheb.cz
28. bis 30. August: Most, Autodrom: Čzech Truck Prix 2015.
29. August: Kadaň, Stadtzentrum:
Kaisertag. Beginn ist 10 Uhr.
29. August: Kraslice, Marktplatz:
Jahrmarkt. Beginn ist 9 Uhr. Budenbetrieb herrscht bis 16 Uhr. Das Musikprogramm geht bis 23 Uhr.
Bis 31. August: Cheb, Galerie G4:
Foto-Ausstellung der Niederländerin Froukje van Houten. (tm)
LANDWIRTSCHAFT
Bauern bringen
ihre Ernte ein
EGER/CHEB — Fast abgeschlossen ist
Grenzüberschreitende
Wandertouren sind sehr
reizvoll. Doch im Gebiet
zwischen Vogtland und
Westböhmen sind sie
noch die Ausnahme.
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FOTOS (3): THORALD MEISEL
behörden im Karlsbader Kreis haben in den ersten sechs Monaten des
Jahres Waren unbekannter Herkunft im Wert von umgerechnet
rund einer Million Euro sichergestellt. Das geht aus der Bilanz der Behörde hervor. Konfisziert wurden
demnach fast eine halbe Million unversteuerte Zigaretten sowie mehr
als 300 Kilogramm Tabak, dazu
reichlich 300 Liter Spirituosen.
Auf der Schnellstraße R6 zwischen Eger/Cheb und Karlsbad/Karlovy Vary haben Beamte bei Kontrollen in 164 Fällen fehlende Maut für
Laster sowie 1048 Autos ohne Vignette aus dem Verkehr gezogen. Diese Vergehen wurden mit umgerechnet rund 500.000 Euro Bußgeld
geahndet. Bei der Fahndung nach
Schwarzarbeitern in Firmen der Region Westböhmen wurden in zwölf
Fällen Ausländer ohne Arbeitspapiere entdeckt. Die meisten kamen
aus der Ukraine und aus der Mongolei. (rewö)
GRASLITZ/KRASLICE — Karel
Vedral,
dem 2009 verstorbenen Maler, ist
ein Aussichtspunkt am Hausberg
gewidmet, von dem Wanderer einen
tollen Blick auf die westböhmische
Stadt Graslitz/Kraslice haben. Nach
Miroslav Holeček ist eine der fünf
Quellen benannt, die am Berg entspringen. Holeček hatte 1951 den
„Graslitzer Musikfrühling“ ins Leben gerufen, eine Veranstaltung, die
es heute noch gibt. Eine andere
Quelle trägt den Namen Karl IV., der
am 15. August 1370 Graslitz das
Stadtrecht verlieh.
Schutz für den Königsweg
Der knapp 716 Meter hohe Hausberg spielt in der Geschichte von
Kraslice eine wichtige Rolle. Auf seinem Gipfel baute man eine kleine
Burg, die den Königsweg von Prag
nach Erfurt schützen sollte. Zu dieser Kette von Befestigungsanlagen
gehörte auch die wenige Kilometer
weiter talabwärts liegende Burg
Hartenberg, 1214 erstmals erwähnt.
Talaufwärts soll es zwischen Klingenthal, Zwota und Kottenheide
das sagenumwobene Klausenbachschloss gegeben haben, dessen Ruine bis 1870 stand. Nächste Station
gen Erfurt war die Burg in Schöneck.
Die existiert auch nicht mehr.
Über das Aus für die Burg auf
dem Graslitzer Hausberg gibt es widersprüchliche Informationen. Sie
soll als Raubritternest 1412 erobert
und zerstört worden sein, während
andere davon sprechen, dass die
Burg ein Jahrhundert länger genutzt
wurde. Grundmauern des Bergfrieds
sowie Reste eines Brunnens wurden
bei Ausgrabungen 1933/34 gefunden, dazu Keramikscherben sowie
Pfeilspitzen und Armbrustbolzen.
Park erinnert an Großkaufmann
Die touristische Erschließung des
Hausbergs ist mit Richard Ritter von
Dotzauer (1816-1887) verbunden.
Der Sohn eines Graslitzers war als
Großkaufmann in Prag zu einem
Vermögen gekommen, das er in
Graslitz und in anderen Orten des
Erzgebirges investierte. Die Stadtverwaltung Kraslice richtet derzeit
eine Parkanlage im Zentrum neu
her, die im kommenden Jahr zum
200. Geburtstag von Dotzauer dessen Namen erhalten soll.
Dotzauer hatte 1867 auch die
Idee für den Park am Hausberg, für
dessen Gestaltung er den Karlsbader
Stadtgärtner Josef Hohmann gewinnen konnte. Die Musiker der Kapelle
Horalka pflegen die Anlage. 2015
fand im Areal das 15. Graslitzer Treffen statt, eine Konzertveranstaltung,
zu deren Partnern das Stadtorchester Klingenthal gehört.
Um den Hausberg führt ein rund
vier Kilometer langer Wanderweg,
der 2009 von der Kommune und
dem Verein „Freunde der Stadt Graslitz“ erneuert wurde. Knapp zehn
Jahre zuvor hatte es mit dem Lehrpfad „Auf den Spuren des Bergbaus“
das erste deutsch-tschechische Projekt gegeben, damals initiiert von
der Beschäftigungsgesellschaft Klingenthal. Der rund 16 Kilometer lange Lehrpfad verband Klingenthal,
Kraslice und die Aschberggemeinde
Schwaderbach/Bublava. Eine der inzwischen verwitterten Tafeln ist am
Hausberg nach wie vor zu finden.
Im Herbst 2010 wurde durch den
Handel-, Gewerbe- und Tourismusverein Klingenthal/Zwota in Zusammenarbeit mit den Städten Klingenthal und Kraslice sowie der Euregio
Egrensis das Projekt „Grenzenloses
Wandern“ gestartet.
die Getreideernte im Karlsbader
Kreis. Nach Angaben der Zeitung
„Chebsky deník“ war in diesem Jahr
auf 1319 Hektar Wintergerste ausgesät. Der durchschnittliche Ertrag lag
bei 4,85 Tonnen pro Hektar, landesweit waren es 5,43 Tonnen. Bei den
Rapserträgen hat dagegen die westböhmische Region mit durchschnittlich 3,59 Tonnen je Hektar
die Nase vorn und befindet sich ein
wenig überm Landesdurchschnitt
(3,4 Tonnen). Mit 6029 Hektar war
die Anbaufläche von Raps im Karlsbader Kreis in diesem Jahr etwas größer als 2014, mehr als 19.000 Hektar
waren mit Getreide bestellt. (rewö)
Diese Stele ließ 1867 Richard Ritter
von Dotzauer errichten.
Anschluss an den Höhensteig
Die Tour, die auch über den Hausberg führt, hat unter anderem Anschluss an den zertifizierten Klingenthaler Höhensteig und den Vogtland-Panoramaweg. Am Hausberg
geben dabei Informationstafeln
Auskunft über die Geschichte des
Berges und seiner Burg sowie zum
Bergbau – Graslitz war ab 1541 Freie
Bergstadt. Und der Weg hinauf auf
den Gipfel bietet auch heute noch
imposante Ausblicke.
AUSFLUGSTIPP: Die traditionelle Kirmes
in Graslitz/Kraslice findet am 29. August statt.
Da lohnt ein Besuch der Stadt besonders. Das
Markttreiben beginnt 9 Uhr.
Rastplatz mit Informationstafel zur
Route „Grenzenloses Wandern“.
BESUCHERMAGNET
In Naturschutzgebiet
herrscht reger Betrieb
FRÜHBUSS/PREBUZ — Paintballspiele
und Quadfahren bleiben in dem an
Sachsen grenzenden Naturschutzgebiet nahe Frühbuß/Přebuz ebenso
verboten wie das Zelten und das Anlegen von Feuerstellen. Das teilte
Rudolf Kovařík von der Naturschutzvereinigung Rosnatka – das
heißt „Regenbogen“ – mit. Nach seinen Worten hat die Zahl der Gäste
stark zugenommen. Gab es in
den 1980er-Jahren an den Wochenenden etwa 20 Besucher, so sind es
heute bis zu 3000. Um den Gästestrom besser leiten zu können, sollen nun zwei Lehrpfade angelegt
werden. (rewö)
Pokalhit rückt für Baník in greifbare Nähe
Nach einem Sieg beim
Drittligisten in Tachov
hätte Falkenau/Sokolov
Heimrecht. Gegner wäre
der amtierende Meister
Viktoria Plzen.
VON THORALD MEISEL
FALKENAU/SOKOLOV — Beim Fußball-
Zweitligisten Baník Sokolov werden
Erinnerungen an den Herbst 2010
wach. Damals warf der Verein in der
3. Pokalrunde Meister und Europaliga-Teilnehmer Sparta Prag aus dem
Wettbewerb. 1:1 hieß es nach der
Verlängerung. Im Elfmeterschießen
setzte sich Baník dann mit 4:1 durch.
5823 zahlende Fans bildeten eine Rekordkulisse.
In der 4. Runde hätte es mit Mlada Boleslav beinahe den zweiten
Erstligisten erwischt. Nach dem
überraschenden 3:0 im Hinspiel
drehte Boleslav den Spieß um: 3:0
endete das Rückspiel. Im Elfmeterschießen gewann der Favorit dann
mit 6:5. Trainiert wurde Baník Sokolov seinerzeit von Radoslav Latal.
Der Ex-Nationalspieler hatte 1997
mit Schalke 04 den Uefa-Cup und
2002 den DFB-Pokal gewonnen.
In dieser Saison ist wieder ein
lukrativer Pokalgegner möglich –
Meister Viktoria Plzeň, der aktuell in
der Qualifikation zur Champions
League spielt. Gewinnt Baník am
29. August beim Drittligisten FK
Tachov, hat Sokolov in der 3. Runde
Heimrecht gegen Viktoria.
Der FK Tachov qualifizierte sich
durch einen Sieg im Elfmeterschießen bei Meteor Prag für die 2. Pokalrunde. Sokolov war durch ein glanzloses 1:0 beim unterklassigen FK
Hořovicko weitergekommen. Auch
die Drittligisten Buldoci Karlovy Vary (3:1 gegen Domažlice) und Baník
Most (4:2 bei Vilémov) sind eine
Runde weiter. Senco Doubravka, das
in der Vorrunde OSS Lomnice mit
5:1 bezwang, verlor gegen den
Zweitligisten Dynamo České Budějovice 0:5. Karlovy Vary empfängt
nun in der 2. Pokalrunde am 29. August das Zweitliga-Team aus Tabor,
während Most mit Klatovy einen
Viertligisten zu Gast hat.
ALLE SPIELE der 2. Pokalrunde sind auf der
Seite des tschechischen Fußballverbands aufgeführt.
» nv.fotbal.cz/pohar-cmfs
Bereits in der Pokalvorrunde ist OSS Lomnice (orange Trikots) als Cupsieger
des Karlsbader Kreises ausgeschieden. 1:5 verlor die Mannschaft zu Hause
gegen Senco Doubravka.
FOTO: THORALD MEISEL
SPORT AM MONTAG
Freie Presse
Montag, 10. August 2015
Seite S1
Motorrad-WM
Marc Marquez
triumphiert beim
Grand Prix von
Indianapolis
Seite S4
NACHRICHTEN
LEICHTATHLETIK I
Thomas Röhler
mit Paukenschlag
Speerwerfer Thomas
Röhler hat zwei Wochen vor der
Leichtathletik-WM für einen Paukenschlag gesorgt. Der 23-Jährige
aus Jena warf beim Meeting im finnischen Kuortane die persönliche
Bestleistung von 89,27 m und verbesserte sich damit auf den dritten
Platz der deutschen Rangliste und
auch auf Rang drei der Weltjahresbestenliste. Noch weiter hatte ein
deutscher Athlet zuletzt 1997 geworfen: Damals kam der heutige
Bundestrainer Boris Obergföll (Henry) auf 90,44 m. Den nationalen Rekord seit der Einführung der neuen
Speere 1986 hält Raymond Hecht
mit 92,60 m. „No words needed“
(„Das ist ohne Worte“), schrieb
Röhler via Facebook. (dpa)
KUORTANE —
LEICHTATHLETIK II
Sprinter mit
ansteigender Form
MANNHEIM — Bei der Generalprobe
für die Leichtathletik-WM in Mannheim überzeugten vor allem die
Sprinter. Verena Sailer drückte ihre
deutsche Jahresbestzeit über 100 m
auf 11,10 s. Nur dreimal war die
29-Jährige je schneller unterwegs.
Rekordhalter Julian Reus musste
sich in 10,16 s nur dem Niederländer
Churandy Martina um eine Hundertstel geschlagen geben. Ohne
Sailer und ohne U-23-Europameisterin Rebekka Haase (LV Erzgebirge),
die aufgrund der großen Hitze unter
Kreislaufproblemen litt, lief die Damen-Sprintstaffel mit 43,13 s Jahresbestzeit. (dpa)
ZITAT DES TAGES
„Wenn man mich
im Meer sieht, würde man nicht denken, dass ich ein
Schwimmer bin.“
Marco Koch Schwimm-Weltmeister
LEUTE HEUTE
FOTO: MARTIN SCHUTT/DPA
Marco Koch (25), erster deutscher
Weltmeister über 200 Meter Brust,
hat mit Fast-Food und einer kurzen
Rede an die Mannschaft seinen Titel
gefeiert. „20 Chicken-Nuggets und
einen kleinen Burger. Ich habe mich
zurückgehalten“,
berichtete Marco
Koch
grinsend.
Sein Magen, der
Anfang der Woche noch Probleme machte, habe
den Rückfall in alte Essens-Sünden
aber gut verkraftet. Der Schwimmer
ernährt sich ansonsten glutenfrei
und weitestgehend vegan. Mit Blick
auf Olympia 2016 ist er zudem offen
für Neues. So will er Hypnose-Methoden stärker nutzen. (dpa)
Wenn Verlierer gewinnen
Nach der 0:2-Niederlage
gegen Dortmund geht der
DFB-Pokal ohne den
Chemnitzer FC weiter.
Aber der Fußball-Drittligist verabschiedete sich
erhobenen Hauptes.
VON THOMAS TREPTOW
CHEMNITZ — Henrikh
Mkhitaryan
und Tim Danneberg standen in der
83. beziehungsweise 30. Minute fast
genau auf dem selben Fleck links im
Strafraum. Beide hatten nur noch
den jeweiligen gegnerischen Torhüter vor sich. Doch während der Dortmunder den Ball ins lange Eck streichelte, verfehlte der Chemnitzer das
BVB-Gehäuse knapp. „Zuerst wollte
ich ihn ins kurze Eck hauen, sah
aber, dass BVB-Torwart Bürki diese
komplett zumacht. Also habe ich
das lange Eck anvisiert. Leider ist
mir der Ball etwas über den Schlappen gegangen. Vielleicht hatte ich
einen Tick zu viel Zeit“, trauerte
der CFC-Mittelfeldspieler der von
Alexander Nandzik klasse per Hacke
vorbereiteten Riesenchance hinterher. „Es tut mir unheimlich leid für
die Jungs. Wenn ich da das 1:1
mache, wer weiß, was dann möglich
gewesen wäre?“
Eine interessante Frage, die unbeantwortet bleibt, weil den Himmelblauen gestern vor 12.500 Zuschauern eben kein Tor gelang. Mit 2:0
(1:0) setzte sich der Favorit Borussia
Dortmund beim Chemnitzer FC
durch und steht nach Treffern von
Pierre-Emerick Aubameyang (25.)
und Mkhitaryan in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Die Mannschaft
von Trainer Karten Heine ging als
Verlierer vom Platz, nach einem
rassigen Pokalspiel, aber erhobenen
Hauptes. Abzüglich der etwa 2500
Dortmunder Fans feierten das faire
Publikum die Gastgeber nach dem
Abpfiff minutenlang. Das ging herunter wie Öl. „Trotz dieser Niederlage haben wir heute gewonnen.
Mit unserer Leistung haben wir uns
in Chemnitz viel Aufmerksamkeit
erworben“, resümierte der starke
Frank Löning, merkte aber an: „Es ist
natürlich auch ein Riesendruck,
weil diese Leistung der Maßstab für
die Liga sein muss.“
„Diese Leistung
muss der Maßstab
für die Liga sein.“
Frank Löning CFC-Profi
Schaffen es die Himmelblauen tatsächlich, diese Leistung zu konservieren – und ab und an ein Tor zu erzielen – , dann steigen sie zum Ende
der Saison womöglich auf. Denn
was sie gegen den Bundesliga-Krösus ablieferten, konnte sich vor allen
in puncto Leidenschaft und Laufbereitschaft sehen lassen. Bei schweißtreibenden Temperaturen legten sie
nach dem Seitenwechsel noch einmal ein Schippe drauf. „Darin sieht
man mal, was für Körner in uns stecken, was wir läuferisch draufhaben. Ich glaube, das ist dem einen
oder anderen noch gar nicht bewusst. Jetzt haben wir es gegen eine
Bundesligisten gezeigt und sollten
es in die Liga mitnehmen“, meinte
Tim Danneberg.
Dass die BVB-Elf mit Stars wie
Marco Reus, der im Team deutlich
abfiel, mehr Ballbesitz und die größeren Spielanteile haben würde, lag
vor der Partie auf der Hand. Auch
mehr Chancen kreierte die Mannschaft von Thomas Tuchel, allerdings konnte sie in der überlegen
geführten ersten Halbzeit nur eine
nutzen. Aubameyang köpfte eine
Eingabe des trickreichen Mkhitaryan unhaltbar ins Netz. Ansonsten
kämpfte der CFC aufopferungsvoll,
hatte auch das Glück des Tüchtigen
auf seiner Seite und mit Kevin Kunz
einen guten Keeper. „Wir brauchten
einen Torhüter, der den einen oder
anderen Ball hält – und das hat er
getan“, sagte Karsten Heine trocken
über seinen Schlussmann. Dieser
hatte in den ersten zwei Ligaspielen
noch nicht hundertprozentig überzeugt. „Klar wurde ich ein wenig kritisiert. Aber von dem, was von
außen kommt, egal, ob Kritik oder
Lob, lasse ich mich normal nicht
beeindrucken. Das ordne ich mit der
Mannschaft und dem Torwarttrainer für mich ein“, zeigte sich Kevin
Kunz selbstbewusst.
Das durften gestern alle Chemnitzer sein, zumal sie nach dem
Wechsel an der Sensation schnupperten. So musste sich Roman Bürki
bei einem strammen Flachschuss
von Anton Fink (74.) mächtig
strecken. Bei einem raffiniert getretenen Freistoß von Löning (78.)
hatten einige Zuschauer bereits den
Torschrei auf den Lippen, doch das
Leder landete am Außennetz. Den
berühmten Unterschied zeigte
wenig später Henrikh Mkhitaryan
auf. Aber der Armenier hat den BVB
auch 27,5 Millionen Euro gekostet.
STATISTIK: CFC: Kunz - Stenzel, Röseler, Endres, Conrad - Ofosu (82. König), Danneberg,
Dem (82. Steinmann), Nandzik (73. Cappek),
Fink - Löning; Dortmund: Bürki - Piszczek,
Sokratis, Hummels, Schmelzer - Bender (73.
Waigl), Gündogan - Castro (62. Hofmann),
Reus (82. Ginter), Mkhitaryan - Aubameyang
SR.: Sippel (München), Tore: 0:1 Aubameyang
(25.), 0:2 Mkhitaryan (83.), Zu.: 12.500.
„Wir konnten in der Offensive ein paar Nadelstiche setzen“
FOTO: ANDRE DALMAU/DPA
Neymar (23), Nationalstürmer Brasiliens, wird Champions-League-Sieger FC Barcelona etwa zwei Wochen
fehlen, weil er an Mumps erkrankt
ist. Er habe sich infiziert, obwohl er
gegen die Kinderkrankheit geimpft
worden sei, teilte
der spanische Verein gestern mit.
Der
65-fache
Nationalspieler
verpasst
somit
das Duell um den
Uefa-Supercup gegen
EuropaLeague-Sieger FC Sevilla morgen in
Tiflis sowie auch die beiden Begegnungen um den spanischen Supercup gegen Athletic Bilbao. Wann
Neymar wieder spielen kann, ist derzeit offen. (dpa)
FOTO: GETTY IMAGES
Der aufmerksame Chemnitzer Torhüter Kevin Kunz kommt vor dem Dortmunder Lukas Piszczek an den Ball.
Tim Danneberg nach seiner vergebener Riesenchance.
FOTO: PICTURE POINT
Nils Röseler lieferte gegen Borussia
Dortmund in der
Chemnitzer Abwehr
eine solide Leistung
ab. Knut Berger
sprach mit dem
23-Jährigen.
es uns dann nach dem Seitenwechsel
gelungen, in der Offensive ein paar
Nadelstiche zu setzen.
sucht, mich für kommende Aufgaben
zu empfehlen und dem Trainer gezeigt, dass er auf mich bauen kann.
Aber das Spiel endete 0:2 ...
Ein Grund dafür ist zum Beispiel die
Chancenverwertung. Da hat man zwischen beiden Mannschaften einen
Qualitätsunterschied klar gesehen.
Freie Presse: Trotz der Niederlage
gab es nach dem Abpfiff von den
Rängen viel Beifall. Wie haben Sie
das Spiel gesehen ?
Nils Röseler: Ich denke, wir haben
gegen Borussia Dortmund eine gute
Partie abgeliefert. Wir wollten dem
Bundesligisten das Leben so schwer
wie möglich machen. Und das ist uns
aus meiner Sicht auch gelungen.
Für alle Chemnitzer Spieler war
das Match gegen Dortmund etwas
Besonderes. Sie hatten aber noch
zusätzlich Grund zur Freude.
Warum ?
Es war in dieser Saison das erste
Pflichtspiel für mich, dass ich von
Beginn an absolvierte. Ich hatte
schon die Tage vorher so eine Vorahnung, zwei Stunden vor dem Anpfiff
wurde es Gewissheit, dass ich in der
Anfangself stehe.
Erstmals war das Stadion mit
12.500 Zuschauern ausverkauft.
Wie haben Sie die Stimmung auf
dem Platz erlebt ?
Die Fans beider Teams haben für eine
ganz spezielle Atmosphäre gesorgt.
Sie haben bis zum Schluss auf den
Rängen Stimmung gemacht. Das hat
uns Spielern geholfen, auch bei
großer Hitze gegen eine starken Gegner auf dem Platz Spaß zu haben.
Wie hat das der Chemnitzer FC
geschafft ?
Wir standen, wie übrigens in den beiden bisherigen Punktspielen auch, in
der Abwehr relativ sicher. Zudem ist
Wie schätzen Sie Ihren Auftritt
gegen den BVB ein ?
Ich habe mit meiner Leistung ver-
Nach zwei Unentschieden geht es
in der Liga kommende Woche nach
Cottbus. Was nehmen Sie aus dem
Pokalspiel mit ?
Dass es uns gelungen ist, gegen Dortmund gemeinsam die eine oder andere Chance herauszuspielen, sollte uns
für unser Offensivspiel, das im bisherigen Saisonverlauf noch nicht optimal lief, Mut machen.
Pierre-Emerick Aubameyang nach
seinem Führungstor.
FOTO: REUTETS.
NACHRICHT
ELFMETERSCHIESSEN
Kaiserslautern
wendet Aus noch ab
ROSTOCK — Fußball-Zweitligist 1. FC
Kaiserslautern hat das Pokal-Aus
gerade noch abgewendet. Die Mannschaft setzte sich gestern Abend
beim Drittligisten FC Hansa Rostock
erst im Elfmeterschießen mit 5:4
durch. Nach 120 Minuten stand es
vor 20.100 Zuschauern im Ostseestadion 0:0. Pechvogel war mit Marcel
Ziemer ausgerechnet ein ehemaliger Lauterer, der als einziger Rostocker verschoss. Vor prächtiger Kulisse legten die Hausherren bei ihrem
ersten Auftritt im DFB-Pokal nach
zweijähriger Pause los wie die Feuerwehr und besaßen im gesamten
Spielverlauf die besseren Chancen.
Doch der Lohn blieb aus. (dpa)
DFB-POKAL
1. Runde
Sonntagsspiele:
Chemnitzer FC - Dortmund 0:2 (0:1).
FSV Salmrohr - VfL Bochum 0:5 (0:1).
SR: Schult (Osterbek), Zuschauer: 3000, Tore:
0:1 Terodde (40.), 0:2 Terodde (49.), 0:3 Terodde (59.), 0:4 Terrazzino (64.), 0:5 Terrazzino (90.+1).
Barmbek-Uhlenhorst - Freiburg 0:5 (0:2).
SR: Mix (Abtswind), Zu.: 4600, Tore: 0:1 Petersen (2.), 0:2 Petersen (45.), 0:3 Petersen
(61.), 0:4 Petersen (63.), 0:5 Schuster (71.).
Jena - Hamburger SV 3:2 n.V. (2:2,1:0).
SR: Willenborg (Osnabrück), Zuschauer:
13.800 (ausverkauft), Tore: 1:0 Gerlach (15.),
1:1 Olic (49.), 2:1 Jovanovic (58.), 2:2 Gregoritsch (90.+4), 3:2 Pieles (106.).
Bahlinger SC - SV Sandhausen 3:5 i.E. (0:0).
SR: Badstübner (Windsbach), Zuschauer:
3890, Elfmeterschießen: 0:1 Bouhaddouz,
1:1 Bührer, 1:2 Paqarada, 2:2 Nopper, 2:3
Linsmayer, 3:3 Adam, 3:4 Kister, Göppert verschossen, 3:5 Wooten.
FK Pirmasens - FC Heidenheim 1:4 (0:2).
SR: Siewer (Drolshagen), Zuschauer: 2500,
Tore: 0:1 Halloran (29.), 0:2 Morabit (32.),
0:3 Leipertz (51.), 0:4 Leipertz (80.), 1:4
Schmieden (82.).
FC Nöttingen - Bayern München 1:3 (1:3).
SR: Kampka (Mainz), Zuschauer: 29.486 (ausverkauft), Tore: 0:1 Vidal (5./Handelfmeter),
1:1 Hecht-Zirpel (16.), 1:2 Götze (17.), 1:3
Lewandowski (26.).
VfB Lübeck - SC Paderborn 1:2 (1:0).
SR: Aarnink (Nordhorn), Zuschauer: 7558, Tore: 1:0 Richter (43.), 1:1 Knechtel (54./Eigentor), 1:2 Saglik (59./Foulelfmeter).
Unterhaching - FC Ingolstadt 04 2:1 (1:0).
SR: Ittrich (Hamburg), Zuschauer: 6500, Tore:
1:0 Einsiedler (30.), 2:0 Einsiedler (47.), 2:1
Hartmann (82.).
RW Essen - Düsseldorf 1:3 i. E. (0:0).
SR: Siebert (Berlin), Zu.: 17.500 (ausverkauft), Elfmeterschießen: Ya Konan verschossen, Baier verschossen, 0:1 Haggui, Weber
verschossen, van Duinen verschossen, Cekic
versch., 0:2 Strohdiek, 1:2 Fritz, 1:3 Liendl.
Hessen Kassel - Hannover 96 0:2 (0:1).
SR: Alt (Heusweiler), Zuschauer: 18.482, Tore:
0:1 Sané (16.), 0:2 Karaman (90.+2).
Samstagspiele:
Erzgebirge Aue - Greuther Fürth 1:0 (0:0).
SF Lotte - Bayer Leverkusen 0:3 (0:1).
SR: Thomsen (Kleve), Zuschauer: 6500, Tore:
0:1 Kießling (15.), 0:2 Calhanoglu (55./Foulelfmeter), 0:3 Bender (77./Foulelfmeter).
Stuttgarter Kickers - Wolfsburg 1:4 (0:2).
SR: Stegemann (Niederkassel), Zuschauer:
9760, Tore: 0:1 Kruse (4.), 0:2 Dost (45.), 0:3
de Bruyne (47.), 1:3 Badiane (79.), 1:4
Bendtner (86.).
MSV Duisburg - FC Schalke 04 0:5 (0:3).
SR: Stark (Ergolding), Zuschauer: 30.600
(ausverkauft), Tore: 0:1 Huntelaar (3.), 0:2
Nastasic (39.), 0:3 Geis (45.+1), 0:4 Di Santo
(62.), 0:5 Goretzka (85.).
Viktoria Köln - 1. FC Union Berlin 2:1 (0:1).
SR: Gerach (Landau), Zuschauer: 4540, Tore:
0:1 Quaner (41.), 1:1 Wunderlich (68.), 2:1
Reimerink (74.).
Bremer SV - Eintracht Frankfurt 0:3 (0:1).
SR: Schriever (Cuxhaven), Zuschauer: 4500,
Tore: 0:1 Castaignos (30.), 0:2 Aigner (52.),
0:3 Waldschmidt (71.).
SV Meppen - 1. FC Köln 0:4 (0:2).
SR: Dietz (Kronach), Zuschauer: 13.500, Tore:
0:1 Modeste (1.), 0:2 Modeste (27.), 0:3 Modeste (79.), 0:4 Zoller (87.).
Halle - Eintracht Braunschweig 0:1 (0:0).
SR: Cortus (Röthenbach a.d. Pegnitz), Zuschauer: 8000, Tor: 0:1 Zuck (67.).
Würzburg - Werder Bremen 0:2 n.V. (0:0).
SR: Rohde (Rostock), Zuschauer: 9706, Tore:
0:1 Ujah (102.), 0:2 Bartels (108.).
1860 München - Hoffenheim 2:0 (0:0).
SR: Osmers (Hannover), Zuschauer: 17.800,
Tore: 1:0 Claasen (51.), 2:0 Mulic (90.+3).
Holstein Kiel - VfB Stuttgart 1:2 (1:1).
SR: Winkmann (Kerken), Zuschauer: 9916, Tore: 1:0 Czichos (37.), 1:1 Didavi (41.), 1:2
Ginczek (60.).
SSV Reutlingen - Karlsruher SC 3:1 (2:0).
SR: Kempter (Sauldorf), Zu.: 8166, Tore: 1:0
Ricciardi (13./Foulelfmeter), 2:0 Ricciardi
(33./FE), 2:1 Kempe (63.), 3:1 Ricciardi
(90.+1/FE).
Freitag-Spiele
BFC Dynamo - FSV Frankfurt 0:2 (0:2).
SR: Jöllenbeck (Freiburg), Zu.: 6198, Tore: 0:1
Kapllani (3./Foulelfmeter), 0:2 Dedic (42.).
TuS Erndtebrück - Darmstadt 98 0:5 (0:2).
SR: Heft (Neuendorf), Zu.: 7857, Tore: 0:1
Sailer (9.), 0:2 Stroh-Engel (10.), 0:3 Heller
(57.), 0:4 Stroh-Engel (66.), 0:5 Rausch (84.).
Elversberg - FC Augsburg 1:3 n. V. (1:1, 0:0).
SR: Storks (Velen), Zu.: 5434, Tore: 1:0 Maek
(52.), 1:1 Bobadilla (83.), 1:2 Mölders (101.),
1:3 Werner (109.).
Heute spielen: 18.30 Uhr: Arminia Bielefeld Hertha BSC, VfL Osnabrück - RB Leipzig, VfR
Aalen - 1. FC Nürnberg, 20.30 Uhr: FC St. Pauli - Borussia Mönchengladbach.
SPORT
Montag, 10. August 2015
Bundesliga-Dino blamiert sich
Mainz lässt
sich nicht
überraschen
Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Diese alte
Fußball-Weisheit hat sich
in Jena bewahrheitet.
Denn der Viertligist FC
Carl Zeiss hat mit viel
Herz und Leidenschaft
den HSV ausgeschaltet.
Bundesligist gewinnt bei
Energie Cottbus 3:0
VON ANNE ARMBRECHT
JENA — Sie hatten keine Chance und
haben sie genutzt: Die Kicker des
Fußball-Regionalligisten FC Carl
Zeiss Jena haben in der ersten Runde
des DFB-Pokals für eine Sensation
gesorgt und den Bundesliga-Dino
Hamburger SV ausgeschaltet. Dank
einer grandiosen kämpferischen
Leistung setzte sich das Team von
Coach Volkan Uluc nach Verlängerung mit 3:2 (2:2, 1:0) durch und
träumt nun von einem Durchmarsch wie in der Saison 2007/2008,
als erst im Halbfinale gegen Borussia
Dortmund (0:3) Schluss war. Der
haushohe Favorit geht derweil mit
einem blamablen Negativerlebnis
in den Liga-Start am kommenden
Freitag beim FC Bayern München.
„Wir haben ganz
Jena glücklich
gemacht.“
Marcel Bär Spieler des FC Carl Zeiss
Der Jenaer Johannes Pieles (r.) jubelt nach seinem Treffer zur 3:2-Führung mit seinen Mannschaftskameraden Rene
Klingbeil (Mitte) und Velimir Jovanovic.
FOTO: SEBASTIAN KAHNERT/DPA
„Ich kann das gar nicht in Worte fassen. Ich glaube, wir haben ganz Jena
glücklich gemacht. Wir haben verdient gewonnen“, meinte Marcel
Bär. Vor 13.800 Zuschauern im ausverkauften
Ernst-Abbe-Sportfeld
sorgten Justin Gerlach (15.), Velimir
Jovanovic (58.) und Johannes Pieles
(106.) für die große Überraschung,
die sich der Viertligist nicht nur aufgrund einer Fehlentscheidung von
Referee Willenborg verdiente. Denn
beim zwischenzeitlichen Ausgleich
durch Ivica Olic (48.) hatte der Unparteiische ein Tor-Aus des Balls
übersehen, ehe Michael Gregoritsch
in der vierten Minute der Nachspielzeit den HSV in die Verlängerung
rettete.
69 Tage nach der dramatischen
Bundesliga-Rettung, die am 1. Juni
auch erst in der Verlängerung mit
dem 2:1-Relegationsrückspielsieg
gegen den Karlsruher SC glücklich
endete, wollte der Hamburger SV
mit einem Auftakterfolg im Pokal eigentlich eine ruhige Saison einläuten. Aber das Unterfangen scheiterte
kläglich. Denn der Favorit, bei dem
Kapitän Johan Djourou nach dem
Aufwärmen wegen muskulärer
Probleme ausfiel, lief schnell einem
Rückstand hinterher. Die Gastgeber
zeigten, wie von Coach Volkan Uluc
angekündigt, keinen Respekt. Das
wurde belohnt: Gerlach zog mit einem direkten Freistoß aus rund 30
Metern ab, und der Ball prallte vom
rechten Innenpfosten ins Tor.
Nach der Pause zogen die Gäste
den Nutzen aus einer Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns.
Eine Hereingabe von Ivo Ilicevic war
bereits im Tor-Aus, was aber ungeahndet blieb. Olic schaltete am
schnellsten und zirkelte das Leder
ins Tor. Die wütenden Reklamatio-
Manager Preetz: Unfassbar!
Teambus von Hertha BSC wurde in Bielefeld beschossen – Keine Verletzungen
BIELEFELD — Der Teambus von Her-
tha BSC wurde gestern in Bielefeld
beschossen. „Unfassbar! Zum Glück
ist keiner verletzt!“, teilte der Berliner Fußball-Bundesligist via „Twitter“ mit. „Es war ein Schuss. Der Busfahrer hat sofort die Polizei gerufen,
und jetzt läuft die Fahndung nach
dem Täter“, sagte Hertha-Manager
Michael Preetz dem Onlineportal
SPORT1: „Das war ein Anschlag auf
Leib und Leben und ist kein Kavaliersdelikt. Das ist schlicht Wahnsinn.“ Im TV-Sender Sky berichtete
er, dass der Busfahrer die Mannschaft am Bielefelder Bahnhof habe
abholen wollen. Dabei sei er von einem Motorradfahrer überholt worden. „Mit einer Drohgebärde, mit
der ausgestreckten Faust ist er an
ihm vorbeigefahren in den nächsten
Kreisverkehr.“ Dort, so Preetz, habe
der Täter gewendet. „Dann ist er auf
ihn zugekommen, hat die Pistole
gezückt und geschossen.“
Die Bielefelder Polizei bestätigte
den Zwischenfall und hat die Ermittlungen aufgenommen. „Es waren keine Spieler im Bus“, berichtete
Polizeisprecher Achim Ridder. Die
Frontscheibe des blauen HerthaBusses war getroffen worden, durch-
schossen wurde sie nicht. Die Berliner veröffentlichten auf ihrem Twitter-Account Fotos von der Einschussstelle in der Windschutzscheibe in Kopfhöhe des Busfahrers.
„Der Schuss ist nicht durch die
Windschutzscheibe
durchgebrochen. Der Fahrer kam mit dem
Schrecken davon und ist zum Glück
unverletzt geblieben“, sagte Preetz.
Hertha bestreitet heute Abend
das DFB-Pokalspiel beim ZweitligaAufsteiger Arminia. Im Vorjahr
waren die Berliner in Bielefeld im
Elfmeterschießen in der zweiten
Runde ausgeschieden. (dpa)
nen der Thüringer blieben ohne Erfolg. Statt in Schockstarre zu verfallen, setzten die Jenaer den HSV weiter unter Druck. Einen Gegenzug
verwandelte Jovanovic zur erneuten
Führung. FC-Keeper Raphael Koczor
schien mit zwei Glanzparaden (85.
und 93.) die Sensation perfekt gemacht zu haben. Aber Gregoritsch
sorgte direkt vor dem Abpfiff für die
Zusatzschicht. Dieses Mal hatte der
HSV das Glück jedoch nicht auf seiner Seite, denn Pieles köpfte den
Viertligisten in die 2. Runde und
sorgte für Jubelstürme im Jenaer Paradies. (dpa)
BLAMAGE
Dreimal Rot und
drei Elfmeter
REUTLINGEN — Der Karlsruher SC ist
bereits in der ersten Runde am
Fünftligisten SSV Reutlingen gescheitert. Der völlig konzeptlose
Fußball-Zweitligist unterlag dem
Außenseiter mit 1:3 (0:2). Rote Karten gegen Gulde (12.; Notbremse),
Gordon (51.; Tätlichkeit) und Dehm
(90.; Notbremse) beraubten den KSC
aller Chancen. In einer hochturbulenten Partie vor 8166 Zuschauern
präsentierte sich der mutige Oberligist dagegen eiskalt. Mit drei verwandelten Foulelfmetern machte
SSV-Kapitän Giuseppe Ricciardi
(13./33./90.+1) alles klar. (dpa)
COTTBUS — Der 1. FSV Mainz hat mit
dem Premierensieg im Cottbuser
Stadion der Freundschaft die Hoffnungen von Außenseiter FC Energie
auf einen weiteren Pokal-Streich
zerstört. Der Bundesligist kam gestern Abend in der ersten Pokalrunde
zu einem ungefährdeten 3:0 (2:0)Sieg beim Drittliga-Spitzenreiter.
Neuzugang Fabian Frei (30.) und
Jairo Samperio (33.) ließen mit ihren
Toren innerhalb von drei Minuten
den Traum der Cottbuser auf eine
ähnlich furiose Pokalsaison wie
1996/97 (Finale) und 2010/11 (Halbfinale) platzen. Christian Clemens
(62.) machte alles klar.
Wie von Trainer Martin Schmidt
angekündigt, nahmen die Gäste die
Cottbuser genauso ernst wie die
Gegner in der Bundesliga. In der
1. und 2. Liga hatte der Favorit zuvor
nie in der Lausitz gewonnen. Trainer Stefan Krämer, ein gebürtiger
Mainzer, hatte seinen Schützlingen
zwar eine aggressive und mutige
Taktik verordnet, doch das nützte
wenig. „Für mich ist dieses Spiel
schon etwas Besonderes. In Mainz
bin ich geboren und habe dort
18 Jahre lang gelebt“, meinte der
Energie-Coach. Der aktuelle Tabellenführer der 3. Liga setzte über
Fabio Kaufmann und Sven Michel
die ersten Offensiv-Akzente. Allerdings waren die Cottbuser in der
Defensive danach oft überfordert.
Der Erstligist, der im Vorjahr in der
ersten Runde in einem spektakulärem Spiel nach Elfmeterschießen
noch an Drittligist Chemnitzer FC
gescheitert war, übernahm vor
11.123 Fans die Kontrolle und kreierte immer wieder Tormöglichkeiten. Den erhofften Mini-Vorteil, dass
Mainz noch nicht ganz im Spielmodus ist, konnte Ex-Bundesligist Energie nicht ausspielen. (dpa).
VFL WOLFSBURG
Vertrag mit Hecking
bis 2018 verlängert
WOLFSBURG — Erfolgstrainer Dieter
Hecking hat seinen Vertrag beim
deutschen Pokalsieger VfL Wolfsburg vorzeitig um zwei Jahre verlängert. Der neue Kontrakt ist jetzt bis
2018 datiert. Das
teilte der FußballBundesligaverein
gestern mit. Die
Wolfsburger haben
mit dem 50 Jahre
alten Hecking noch
viel vor. „Die sehr guten Leistungen
unserer Mannschaft in den zurückliegenden Spielzeiten gilt es jetzt
fortzuführen, um uns zukünftig
endgültig und mit Nachdruck unter
den Spitzenmannschaften zu etablieren“, erklärte Geschäftsführer
Klaus Allofs einen Tag nach dem
4:1-Sieg bei den Stuttgarter Kickers
im DFB-Pokal. (dpa)
FOTO: IMAGO
S2 Freie Presse
Münchner „Löwen“ düpieren Hoffenheim
Die Bayern dürfen zur
Abwechslung mal wieder
feiern. Nach dem 2:0 im
Pokal gegen Hoffenheim
haben die Löwen den Beweis erbracht, dass sie zurecht Fußball-Profis sind.
MÜNCHEN — Die Münchner Löwen
wussten selber nicht, wie ihnen geschah. Es fehlt Geld, es fehlen Neuzugänge, es fehlt Perspektive, bis
Samstag fehlten auch sportliche Erfolge - da tat der unverhoffte Pokalsieg gegen 1899 Hoffenheim natürlich doppelt gut. „Dass wir nicht
ganz blind sind, ist uns ja auch allen
klar“, bemerkte Torwart Stefan Ortega nach dem verdienten 2:0 über den
ambitionierten Fußball-Bundesligisten keck und meinte wortgewaltig:
„Es hat ja schon irgendwie einen
Grund, dass wir zumindest in der 2.
Liga spielen und eine Berechtigung
haben, den Beruf auszuüben.“
Mit zwei Niederlagen ist der dauerkriselnde TSV 1860 München
schon wieder in die neue ZweitligaSaison gestartet - umso geringer waren da die Erwartungen vor dem Pokalspiel. Doch mit Kampfesmut und
vollem Einsatz bezwang die Mannschaft von Torsten Fröhling den topbesetzten Gegner, bei dem Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi eingewechselt wurde und ein enttäuschendes Pflichtspiel-Comeback in
Deutschland gab. „Das war wieder
Kevin Kuranyi blieb beim Debüt für Hoffenheim ohne Torerfolg.
ein Wahnsinnsspiel“, kommentierte Offensivkraft Marius Wolf und resümierte: „Gegen ein Team, das so
viele super Fußballer in seinen Reihen hat, haben wir nur eine Chance
zugelassen.“ Anders als noch bei den
0:1-Pleiten in Heidenheim oder ge-
FOTO: IMAGO
gen Freiburg zeigten die Löwen über
die volle Distanz eine ansprechende
Leistung. „Wir haben über einen längeren Zeitraum die Qualität hochgehalten“, lobte Trainer Torsten Fröhling, dessen Team natürlich auch
von der erschreckenden Ideenlosig-
keit der Gäste profitierte. „Wenn wir
so spielen, steigen wir dieses Jahr
ab“, urteilte der Hoffenheims Verteidiger Niklas Süle. 1899-Coach Markus Gisdol haderte: „Wir waren viel
zu träge, das müssen wir dringend
abstellen.“
Sechzig brachte die Hoffenheimer reihenweise in Bedrängnis und
hätte sogar noch höher gewinnen
müssen, wenn man die Zahl der Torchancen zugrunde legt. So trafen zumindest Daylon Claasen (51. Minute) und Fejsal Mulic (90.+3) für die
Löwen - und vermasselten damit
auch Kuranyis Comeback. Erst nach
mehr als einer Stunde wurde der 33Jährige eingewechselt. Eine vorzeigenswerte Aktion aber hatte der
einst so treffsichere Stürmer bis zum
Ende nicht mehr. (dpa)
SPORT
Montag, 10. August 2015
NACHRICHT
TESTSPIEL
Freie Presse
S3
Veilchen jubeln im Glutofen Lößnitztal
FSV Zwickau siegt
beim VFC Plauen 4:1
PLAUEN — Der FSV Zwickau hat am
Sonnabend sein Testspiel beim VFC
Plauen mit 4:1 (2:0) gewonnen. Für
den Tabellenführer der Fußball-Regionalliga trafen Toni Wachsmuth
(27.) und Oliver Genausch (35.) vor
der Pause. Nach dem Seitenwechsel
verwandelte VFC-Neuzugang Daniel Hänsch (68.) einen Freistoß direkt.
Morris Schröter (85.) und Michael
Schlicht (86.) sorgten für ein standesgemäßes Endergebnis. Zur Saisoneröffnung in Plauen kamen 450
Zuschauer. Der VFC ist nach Insolvenz und Abstieg in die Oberliga
schuldenfrei. „Unter anderem hat
uns der FSV Zwickau an verschiedenen Stellen geholfen. Dafür sagen
wir öffentlich Dankeschön“, meinte
Vorstandsvorsitzende
Dagmar
Baumgärtel. (kare)
KURZ GEMELDET
Podolski gewinnt Supercup
ISTANBUL — Fußball-Nationalspieler
FUSSBALL
Landesliga
BSC Freiberg – Rapid Chemnitz 0:5 (0:2)
BSC: Heydel, Uhlig (54. Illing), Richter, Mehner (64. Sensfuß), Otto, S. Krause, Fischer,
Schäfer (61. Römmler), Müller, Gommlich,
Flade. Rapid: Kretzschmar, Richter, Künzelmann (64. Hörnig), Ney, Seifert, Kubitzsch,
Vettermann, Grube (85. Demmler), Jazwinski,
Schwarz, Hamann (76. Fiedler).
Schiedsrichter: Mörschke (Delitzsch); Tore:
0:1 Schwarz (24.), 0:2, 0:3 Hamann
(25./53.), 0:4 Jazwinski (64.), 0:5 Hörnig
(81.); Zuschauer: 212.
FC Grimma - Reichenbacher FC 2:1 (1:1)
RFC: Seyfarth – Joost, Lenhard, Demmler, Albert – Petzoldt (46. Meyer), Gärtner, Papkalla
(77. Seidel), Pechtl (68. Einsiedel) – R. Persigehl (88. Rot: Unsportlichkeit), Nötzel.
SR.: Windisch (Dresden); Tore: 1:0 Jackisch
(34.), 1:1 Gärtner (42.), 2:1 Jackisch (71.);
Zu.: 131. (omh)
Eilenburg – VfB Empor Glauchau 1:1 (0:1)
Glauchau: Schmidt – Wagner, Tiepelt
(70.: Rot), Fischer, Thiam (70.: Gelb-Rot) –
Schumann (84. Pfau), Jordan, Weise (90.
Dreiucker), Sprunk – Pfoh (90.+1 Seidemann),
Jäger. SR.: Rosenkranz (Plauen); Tore: 0:1 Jäger (12.), 1:1 Zeisse (79./Strafstoß); Zu.:
102. (hof)
Stahl Riesa - VfL Hohenstein-E. 2:0 (0:0)
VfL: Schulze – Enold (78. Gruner), Kochte, Eggert (V), Meinel (V) – Wilhelm, Benduhn –
Neubert (60. Falke), Röhr, Colditz – Sajbidor;
SR.: Böhmer (Dittmannsdorf); Tore: 1:0 Wolf
(67.), 2:0 Wukasch (77.); Zu.: 383. (mpf)
Markkleeberg - FSV Zwickau II 3:3 (2:1)
FSV II: Kallisch - Trehkopf, Schmeling, Baumann, Zerrenner (V/77. Gemeinhardt)Wöfle,
Strobel (V) - Rosner (70. Mack), Hohlbein,
Albustin (V) - Gehrmann (90. Leffer). SR.:
Gundler (Chemnitz); Tore: 1:0 Scheunpflug
(9.), 1:1 Baumann (17.), 2:1 Stöbe (36.); 2:2
Gehrmann (47.), 2:3 Strobel (61.), 3:3 Freyer
(80.); Zu.: 143. (rr)
Weiter spielten: Görlitz – Chemie Leipzig 1:1,
Pirna-Copitz – Heidenau 1:0, Taucha – Kamenz
1:1.
Landesklasse
Staffel West
VfB Chemnitz – Motor Marienberg 1:2 (0:1)
SR: Fix (Grimma). Tore: 0:1 Grenda (10.), 0:2
Sieber (73.), 1:2 Weckert (85.). Zu.: 80.
Tanne Thalheim – Burkhardtsdorf 4:0 (1:0)
SR: Schlömann (Freiberg). Tore: 1:0 Steinmacher (20.), 2:0 Koch (72./Strafstoß), 3:0 Hedusch (80.), 4:0 Mohr (90.). Zu.: 265. GelbRot: Weirauch (Burkhardtsdorf/66.).
Lok Zwickau - Rabenstein 0:0
SR: Schiefer (Annaberg-B.). Zu.: 30.
FC Stollberg – Schneeberg 1:2 (1:0)
SR: Götze (Mittweida). Tore: 1:0 Koinas (16.),
1:1 Schuhmann (59.), 1:2 Meinhardt (83.).
Zu.: 130. Gelb-Rot: Käßemodel (Stollberg/80.).
FC Lößnitz – BSV Gelenau 1:1 (1:1)
SR: Selbig (Chemnitz). Tore: 0:1 P. Kolditz
(5.), 1:1 Werneke (8.). Zu.: 80. Gelb-Rot:
Kutzke (Gelenau/88.).
Meeraner SV - Kottengrün 0:1 (0:0)
SR: Niemann (Flößberg). Tor: Wiegand (76.).
Zu.: 135.
Reichenbrand – VFC Plauen II 0:0
SR: Schlecht (Machern). Zu.: 60.
Crossen – Germania Chemnitz 4:0 (0:0)
SR: Steingräber (Annaberg-B.). Tore: 1:0
Bleich (60.), 2:0 Otto (63.), 3:0 Krämer (81.),
4:0 Otto (88.). Zu.: 90.
Staffel Mitte
Strehla – SV Lichtenberg 4:1 (1:1)
SR: Wendt (Dresden). Tore: 0:1 Häuser (18.),
1:1 Bernecker (32.), 2:1 Schmidt (47.), 3:1,
4:1 Mayer (54./69.). Zu.: 60.
TSV Flöha – Germania Mittweida 0:3 (0:2)
SR: Kosmale (Zwickau). Tore: 0:1 Grötzsch
(10.), 0:2 Richter (39.), 0:3 König (73.). Zu.:
140. Gelb-Rot: O. Hauser (Flöha/52.).
Weiter spielten: Großenhain – Meißen 2:0,
Wilsdruff – Sebnitz 0:1, Coswig – Freital 4:2,
Gröditz – Wesenitztal 3:3; Bannewitz – Possendorf 3:4. (jz)
FOTO: PICTURE POINT/R. PETZSCHE
Ausgelassen feierten die Spieler des FC Erzgebirge Aue den Pokalsieg gegen Greuther Fürth.
Der FC Erzgebirge Aue
wirft im DFB-Pokal den
Zweitligisten Greuther
Fürth aus dem Wettbewerb. Der 1:0-Sieg war
hochverdient.
VON UWE WICHER
fehler im Abschluss vergeben wurden. Trainer Pavel Dotchev registrierte hochzufrieden, dass die Mannschaft sehr viel investiert und sich
selbst belohnt hat. „Na klar haben
wir die Konter nicht gut ausgespielt.
Aber für mich ist wichtig, dass bei
diesen Temperaturen in der Schlussphase noch drei, vier unserer Spieler
bis zum gegnerischen Strafraum gesprintet sind. Das habe ich genossen“, betonte der 49 Jahre alte Fußballlehrer.
AUE — Peter Höhne, der Pressechef
und Stadionsprecher des FC Erzgebirge Aue, informierte kurz vor dem
Anpfiff die Stadionbesucher, dass
fünf Zentimeter über dem Rasen das
Thermometer mehr als 40 Grad Celsius anzeigt. Diesen Hinweis verband er mit dem wohlgemeinten
Rat, sich bei dieser Hitze möglichst
nicht zu bewegen.
Dass beide Mannschaften trotz
der höllischen Temperaturen mit
Kampfkraft und Tempo nicht geizten, lag auf der Hand. Es ging
schließlich um den Einzug in die
zweite Runde des attraktiven und lukrativen
DFB-Pokalwettbewerbs.
Die Auer machten allerdings von
Anfang an klar, dass sie in allen fußballerischen Belangen mindestens
einen Tick besser sein wollten als
die eine Klasse höher spielenden
Gäste aus Fürth. Diese Körpersprache begeisterte das Publikum und
beeindruckte den Gegner. Der 1:0Sieg des Drittligisten gegen den
Zweitligisten war deshalb hochverdient.
„Was wir heute geboten haben,
war sensationell“, erklärte FCESportdirektor Steffen Ziffert und
fügte hinzu: „Wir mussten das Spiel
sogar noch eher fertigmachen.“ Damit meinte er einen klareren Sieg
angesichts der großen Torchancen
in der zweiten Halbzeit, die besonders bei Kontern super herausgespielt aber durch Konzentrations-
„Was wir heute
geboten haben, war
sensationell.“
Steffen Ziffert FCE-Sportdirektor
Der Respekt der „Veilchen“ vor den
„Kleeblättern“ aus Franken war
groß. Hatte doch die Mannschaft der
Spielvereinigung im Punktspiel
fünf Tage vorher beim großen
Zweitligafavoriten RB Leipzig einen
äußert starken Auftritt (2:2) hingelegt. Dotchev hatte sich die Partie in
Leipzig angesehen – und verblüffte
am Sonnabend mit seiner ausgegebenen Taktik den Kollegen Stefan
Ruthenbeck. „Die Auer haben es so
gemacht wie wir in Leipzig“, konstatierte anerkennend der Fürther Trainer, der von seinen Männern enttäuscht war, den Auern aber zu einem „absolut verdienten Sieg“ gratulierte. Dotchev musste bei Ruthenbecks Einschätzung schmunzeln. „Ich habe tatsächlich meiner
Mannschaft vorher gesagt, dass wir
heute genauso spielen müssen, wie
es die Fürther in Leipzig getan haben. Es ist gut für das Selbstvertrauen der Jungs, dass ihnen das so gut
gelungen ist“, meinte der bulgarische Trainerfuchs.
Die Auer lagen schon nach den
ersten 45 Minuten vorn. Aber nur
nach Ecken (2:1), denn nennenswerte Torgelegenheiten gab es auf beiden Seiten kaum. Schon nach sieben
Minuten „roch“ es allerdings nach
Elfmeter, als sich Torhüter Mark
Flekken dem durchgebrochenen
Auer Stürmer Nicky Adler entgegenwarf und von den Beinen holte. Flekken war aber zuerst am Ball, lenkte
ihn zur Ecke ab. Der aus Holland
stammende Keeper bekam in dieser
Situation das Knie Adlers ins Gesicht und musste mit einer Schwel-
lung über dem Auge ausgewechselt
werden. Danach blieben Strafraumszenen rar, obwohl die Gastgeber
schon vor der Pause immer wieder
versuchten, nach vorne zu spielen
und Druck über die Flügel zu machen. Beide Abwehrreihen standen
aber gut.
In der zweiten Halbzeit wurde
das Spiel besser, vielleicht auch deshalb, weil keiner der Spieler bei dieser Hitze in eine Verlängerung wollte. Fürths Veton Berisha (55.) und
Aues Björn Kluft (59.) eröffneten die
schwereren Prüfungen für die beiden Torhüter. Simon Skarlatidis erzielte dann schließlich das Tor des
Tages, als er nach einem Freistoß
von Sebastian Hertner von der rechten Seite blitzschnell am langen
Pfosten auftauchte und den Ball ins
Netz spitzelte (68.). Martin Männel
zog dann den sich nochmal aufbäumenden Fürthern den Zahn, als er einen Freistoß Niko Geißelmanns mit
einer glänzenden Parade aus dem
rechten oberen Toreck fischte (88.).
„Wir haben natürlich noch viel zu
tun, aber dieser Sieg hat uns auch im
Hinblick auf die Punktspiele gezeigt, dass wir konkurrenzfähig
sind, dass mitmischen können“, resümierte Dotchev.
FCE-Präsident Helge Leonhardt
nutzte die anschließende Pressekonferenz, um seinen Trainer mit einem
Geschenk zu belohnen. Der Kroate
Mario Kvesic, der auch die Staatsbürgerschaft von Bosnien-Herzegowina
besitzt, erhält beim FC Erzgebirge einen Zweijahresvertrag. Der 23 Jahre
alte offensive Mittelfeldspieler vom
kroatischen Erstligisten RNK Split
konnte im Probetraining in den letzte Tagen überzeugen, und ist ein
Wunschspieler der sportlichen Leitung der Auer. „Er kann uns verstärken. Wir wollten ihn haben“, sagte
Sportdirektor Ziffert. Kvesics Verpflichtung wurde übrigens nicht
erst durch die Pokaleinnahmen in
Höhe von 268.000 Euro für den Einzug in die zweite Runde möglich.
Die Vertragsunterzeichnung erfolgte am Sonnabend schon vor dem
Spiel.
STATISTIK Aue: Männel – Rizzuto, Susac,
Breitkreutz, Hertner – Riese – Skarlatidis (89.
Krug), Samson (V), Handle (V) – Adler (80. Yildiz), Kluft (73. Könnecke). Greuther Fürth:
Flekken (13. Mielitz) – Wurtz (V), Franke, Röcker, Gießelmann – Hofmann (V) - Tripic (V),
Gjasula, Zulj (66. Sukalo), Weilandt – Berisha
(72. Freis). SR: Schröder (Hannover ), Zuschauer: 6000, Tor: 1:0 Skarlatidis (68.).
Torschütze des FC Erzgebirge: Jetzt kann gerne der FC Bayern kommen
Simon Skarlatidis (Foto) erzielte
das Siegtor für den FC Erzgebirge Aue
gegen die SpVgg Greuther Fürth. Das
1:0 war zugleich das
erste Pflichtspieltor
der „Veilchen“ in der
neuen Saison. Obwohl er erst seit
kurzer Zeit zum FCE
gehört, hat er bei
den Fans schon einen Stein im Brett.
Seinen Nachnamen
sprechen sie jedenfalls fehlerfrei aus.
„Skarlatidis, Skarlatidis!“ So schallte
FOTO: PICTURTE POINT
Lukas Podolski hat mit seinem neuen Club Galatasaray Istanbul den
türkichen Supercup gewonnen. Im
Finale wurde Bursaspor mit 1:0 (1:0)
bezwungen. (dpa)
es am Sonnabend im Auer Stadion.
Der 24-Jährige, der in Waiblingen
geboren wurde, ist Deutsch-Grieche.
Er war gegen die Fürther einer der
Besten auf dem Feld. Er ist eine Frohnatur, kann im offensiven Mittelfeld
jede Position spielen, ist technisch
stark, sehr beweglich und schnell.
Und er redet noch schneller als er
spielt.
eigentlich für den Rückraum zuständig. Doch in diesem Moment habe ich
einfach nur gedacht: Jetzt laufe ich
mal los, wenn der Ball kommt, dann
kommt er. Guter Riecher, oder?“ Dabei lacht der Bursche übers ganze Gesicht. Auch nach der Frage, ob er
denn damit gegen die Traineranweisung gehandelt habe. „Das dürfen wir
jetzt nicht so laut sagen“, antwortet
er.
Beim Treffer gegen Greuther Fürth
stand er da, wo er hätte gar nicht stehen dürfen. „Ich bin bei Standards
Skarlatidis ist sicher, dass dieser
verdiente Sieg gegen einen Zweitligisten der Mannschaft einen Schub für
die Punktspiele geben wird. „Weil wir
uns endlich für unsere guten Leistung
belohnt haben. Das tut gut fürs
Selbstvertrauen. Weder Osnabrück
noch Großaspach waren besser als
wir, doch wir bekamen nicht das, was
wir eigentlich verdient hatten.“
Zum Gegner für die zweite Pokalrunde, die am kommenden Freitag ausgelost wird, hat Skarlatidis nur einen
Wunsch: „Vorhin habe ich gehört,
dass vor zehn Jahren der FC Bayern
im Pokal hier war. Die können jetzt
gerne wiederkommen.“ (uwi)
Geglücktes Debüt von Schweinsteiger
Erfolgreicher Start für
Bastian Schweinsteiger
und Manchester United:
Eine halbe Stunde spielt
der Nationalmannschaftskapitän beim 1:0 gegen
Tottenham.
MANCHESTER/ISTANBUL — Keine Gala,
aber Debüt geglückt und Sympathien gewonnen: Bastian Schweinsteiger hat einen guten PremierLeague-Start mit Manchester United
hinbekommen. Auch wenn der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft beim etwas glücklichen 1:0
über Tottenham Hotspur erst in der
60. Minute eingewechselt wurde,
zeigte sich der 31-Jährige zufrieden.
„Es hat sehr viel Spaß gemacht, ein
gutes Gefühl. Wichtig war, dass wir
gewonnen haben“, sagte Schweinsteiger dem TV-Sender „Sky“. Verständnis zeigte der erste deutsche
Fußball-Profi im Trikot von Manchester United, dass ihn Trainer
Louis van Gaal wegen seines Fitnesszustands zuerst auf der Bank ließ.
„Der Trainer hatte Recht. In der Vorbereitung hat mich eine Wadenverletzung etwas zurückgeworfen“, erklärte Ex-Bayern-Star, der für rund
18 Millionen Euro im Sommer zu
United gewechselt war.
Während seiner 30 Minuten auf
dem Rasen fiel Schweinsteiger wegen einer frühen Verwarnung auf.
Auf 27 Ballkontakte kam der Routi-
nier. „Super Passspiel, bereitete einige Chancen vor“, urteilte die englische Zeitung „Independent“. Generell war es keine berauschende Partie. Passend dazu kam der Siegtreffer
durch ein Eigentor von Kyle Walker
(22.) zustande.
Mit Standing-Ovations und
Sprechchören wurde Schweinsteiger bei seiner Einwechslung bedacht. „Bastian ist ein Spieler mit
viel Erfahrung, aber er hatte bisher
nie diese Unterstützung und dieses
Erlebnis wie heute im Old Trafford“,
teilte van Gaal nach der Partie mit.
Ein Gefühl, an das sich der Profi erst
noch gewöhnen muss. „Die Zuschauer erwarten gleich, dass man
nach vorne spielt. Manchmal ist es
einen Tick zu viel. Aber ich mag das,
wenn viele Emotionen dabei sind“,
sagte Schweinsteiger. Angetan ist
der achtfache deutsche Meister von
seiner neuen Heimat. „Ich fühle
mich sehr wohl nach den ersten Wochen in Manchester. Der Verein ist
sehr professionell“, sagte Schweinsteiger. Der Ex-Münchner plant, seine
Kollegen auf der Oktoberfest einzuladen. „Wenn wir Zeit haben und
wenn der Trainer es erlaubt“, meinte
Schweinsteiger.
Auch für Lukas Podolski hätte
das Pflichtspieldebüt nicht besser
laufen können. Mit 1:0 besiegte Galatasaray Istanbul am Samstagabend Bursaspor und gewann damit
den türkischen Supercup. Die Sportzeitung „AMK“ feierte Podolski
nach dem Match prompt als „wichtigsten Transfer der Saison der GelbRoten“. (dpa)
Bastian Schweinsteiger im Dress von
Manchester United.
FOTO: IMAGO
S4 Freie Presse
SPORT
Montag, 10. August 2015
Rekordrennen von Heidtmann
NACHRICHTEN
BOXEN
Hoffnungsträger
scheidet bei EM aus
SAMOKOW —
Deutschlands BoxAmateure haben bei den EM im
bulgarischen Samokow ihren größten Hoffnungsträger bereits nach
dem Auftaktwochenende verloren.
Vize-Europameister Araik Marutjan
aus Schwerin verlor seinen Vorrundenkampf
im
Weltergewicht
(-69 kg) gegen Ex-Europameister
Balázs Bácskai (Ungarn) mit 1:2 und
schied aus. Auch für Serge Neumann (Saterland/Halbfliegen) und
Denis Radovan (Köln/Mittel) ist das
Turnier nach Niederlagen beendet.
Indes steht Debütant Florian Schulz
aus Greifswald im Viertelfinale. Der
21-jährige Superschwergewichtler
bezwang den Belgier Ruben Nazarjan einstimmig nach Punkten
(29:27, 29:27, 29:27). (dpa)
BASKETBALL
Deutsche Herren
liegen auf Kurs
WETZLAR — Deutschlands Basketbal-
Jacob Heidtmann schwamm am Abschlusstag einen deutschen Rekord über 400 Meter Lagen.
Das deutsche Schwimmen
macht Fortschritte, ist aber
als Team noch lange nicht
Weltspitze. Endlich wieder
Gold, doch bei keiner
WM seit der Wiedervereinigung gab es insgesamt
weniger Medaillen.
VON CHRISTIAN KUNZ
UND MARC ZEILHOFER
A N ZE I G E
3645299-10-1
KASAN — Nationaler Rekord für
einen 20-Jährigen, ein achtbarer
Staffelabschluss – die deutschen
Schwimmer starten auch ohne eine
Medaillen-Überraschung
zum
WM-Ausklang ermutigt in das
Olympiajahr. Nach den frustrierenden Wettbewerben der WM 2013
und bei Olympia 2012 verbesserte
das Team um Weltmeister Marco
Koch in Kasan sein Standing in der
Schwimmwelt, wenngleich die Spitze insgesamt noch weit weg ist.
Neben dem ersten deutschen Gold
seit sechs Jahren von Koch steuerten
in Kasan Paul Biedermann bei seiner
Abschieds-WM und eine nichtolympische Staffel die Medaillen im
Becken bei.
„Wir sind auf einem guten Weg,
es läuft alles super“, erklärte Champion Marco Koch. „Der Kern des
Teams wird nächstes Jahr in Rio starten, es macht riesig Spaß zusammen.“ Gleich „super viel Spaß“ hatte
gestern Jacob Heidtmann nach seinem sechsten Rang über 400 m La-
gen. Mit 4:12,08 Minuten stellte er
einen neue Bestmarke auf. „Der
Wunsch war, irgendwann mal einen
deutschen Rekord zu schwimmen.
Dann bei einer WM – supergeil“,
schwärmte der Elmshorner und
machte Lust auf die Zukunft. Der
Berliner Robert Seibt erreichte 1994
als bislang letzter Deutscher ein
Finale über 400 m Lagen. Da war
Jacob Heidtmann noch nicht einmal
auf der Welt. Die Lagenstaffel musste sich indes beim Sieg der USA
mit Rang sieben begnügen. Jan-Philip Glania, Hendrik Feldwehr, Steffen Deibler und Christoph Fildebrandt schafften aber ordentliche
Einzelzeiten.
Als es um eine Schulnote für das
Gesamtabschneiden ging, zeigten
sich Chefbundestrainer Henning
Lambertz und Leistungssportdirektor Lutz Buschkow zufrieden. „Wir
sind in vielen Disziplinen näher
dran, als angedacht, ohne dass man
direkt die Wünsche in den Himmel
wachsen lässt“, erklärte Lambertz.
Er erneuerte seine Vision von einer
Prämie in Höhe von einer Million
für einen deutschen Olympiasieger.
Jacob
Heidtmann
Schwimmer
FOTO: MARTIN SCHUTT/DPA
Dank der auch ohne Rekordchampion Thomas Lurz weiter starken Freiwasserschwimmer (1-1-2)
reichte es trotz enttäuschender
Springer zum Minimum von sieben
WM-Plaketten. Weniger gab es aber
bei keiner WM seit der Wiedervereinigung, Platz zwölf im Medaillenspiegel. Rio bleibt eine große Herausforderung. Ein Jahr vor Olympia
zeichnet sich aber ein besseres Abschneiden ab als in London. Damals
bewahrte nur das Lurz-Silber über
FOTO: MARTIN SCHUTT/DPA
10 km den Verband vor einer historischen Pleite.
Über 50 Prozent aller Athleten
boten im Vergleich zu den deutschen Meisterschaften bessere
Zeiten an, das hatte zuletzt Seltenheitswert. Mit elf Finalplätzen und
drei Medaillen (1-0-2) ist der Verband im Becken besser als bei der
WM vor zwei Jahren. „Man hat gesehen, dass wir ein richtig großes
Stück schon geschafft haben“, sagte
Lambertz. Er sprach von etwa „30
Prozent“ des langen Weges in die
Weltspitze bis 2020.
Fragen warf das rätselhafte Fehlen von Sun Yang auf, der Beschwerden in der Brust haben soll. Der 2014
wegen Dopings nur für drei Monate
gesperrte Olympiasieger überließ so
dem Italiener Gregorio Peltrinieri in
Europarekordzeit von 14:39,67 min
den Titel über 1500 m Freistil. Bronte Campbell (Australien) feierte in
24,12 nach dem Titel über 100 m
Freistil auch den über 50 m. (dpa)
Amerikanerin Katie Ledecky sorgt für Novum
US-Star Katie Ledecky (Foto) schaffte bei dieser WM Einmaliges. Als erste
Teilnehmerin gewann die 18-Jährige
alle vier WM-Titel
von 200 bis 1500
Meter Freistil. Sie
stellte insgesamt
drei Weltrekorde auf
und erkämpfte zudem einen weiteren
Titel mit der Staffel
über 4x 200 Meter
Freistil. „Ich bin so stolz wie ich meine Rennen bewältigt habe“, erklärte
Katie Ledecky.
FOTO:PATRICK B. KRAEMER/DPA
ler bleiben in der Vorbereitung auf
die EM (5. bis 20. 9.) weiter ungeschlagen. Einen Tag nach dem
68:61-Länderspielsieg gegen Tschechien behielt das Team in Wetzlar
auch in einem Testspiel gegen den
EM-Teilnehmer mit 75:68 (43:29)
die Oberhand. Dennis Schröder war
mit 18 Punkten erneut bester deutscher Werfer. „Dennis hat die Mannschaft nicht nur auf dem Parkett
sehr gut geführt, sondern auch von
der Bank aus“, lobte Bundestrainer
Chris Fleming den NBA-Profi von
den Atlanta Hawks. In dieser Woche
bestreitet die deutsche Mannschaft
auf der Ferieninsel Mallorca einen
weiteren Vorbereitungslehrgang.
Ab heute stößt auch Superstar Dirk
Nowitzki zum Team. (dpa)
Die Olympiasiegerin erklärt simpel
ihre Erfolge: „Hartes Training, viel
Rennpraxis.“ Vor ihr hatten Missy
Franklin (USA, 6 in 2013), Libby Trickett (Australien, 5 in 2007) und Tracy Caulkins (USA, 5 in 1978) fünf oder
mehr WM-Siege geholt.
Der deutsche Chefbundestrainer
Henning Lambertz befand: „Katie ist
eine herausragende Einzelkönnerin,
eine absolut starke Ausdauerathletin.“ Natürlich sei es erstaunlich, wie
sie kurz nach dem Rekord über
1500 m Freistil das Halbfinale über
200 Meter meistere, erklärte
Lambertz. Fragezeichen werfe das
bei ihm aber nicht auf.
Nach ihrem fünften Titel in Kasan
nahm Ledecky natürlich Rio ins Visier,
und ihre Aussagen über die OlympiaStrecken klangen fast ein bisschen
bedrohlich. „Ich werde die 200, 400
und 800 Meter schwimmen, vielleicht
die 100.“ Unmöglich? Bei ihr nicht.
Die Schwimmer der USA gewannen
insgesamt acht Titel, gefolgt von
Australien (7) und China (5). (dpa)
Chaos-Grand-Prix: McPhee und Öttl auf Podest
Das Team Saxoprint und
der kleine Bayer haben bei
der Reifenwahl alles richtig
gemacht und sind in Indianapolis mit Podiumsplätzen belohnt worden.
VON STEFAN GEYLER
CHEMNITZ/INDIANAPOLIS — Die Letz-
ten werden die Ersten sein: Gemäß
diesem Motto ist gestern das Rennen
der Moto3 beim Motorrad-GrandPrix in Indianapolis zu Ende gegangen. Jubeln konnten der Belgier
Livio Loi, der mit großem Vorsprung
sein erstes WM-Rennen gewann.
Hinter ihm fuhren John McPhee
vom sächsischen Team SaxoprintRTG und Philipp Öttl über die Ziellinie. Für das Trio war es jeweils die
beste WM-Platzierung. Die drei
Ersten wurden für ihren Mut
belohnt. Im Gegensatz zur Konkurrenz ließen sie sich nicht beirren
und wechselten nach der Aufwärmerunde trotz nassen Wetters auf
die profillosen Slick-Reifen. Nicht so
gut lief es dagegen bei dem in der
WM führenden Briten Danny Kent.
Er landete lediglich auf Platz 21.
Nach zuletzt durchwachsenen
Ergebnissen fiel nach dem chaotischen Rennen allen in der Box des
RTG-Teams ein Stein vom Herzen.
„Es war eine Entscheidung der
gesamten Mannschaft“, sagte John
McPhee. „Teamchef Dirk Heidolf
und ich sagten uns, dass wir nichts
zu verlieren haben. Wir waren uns
nicht sicher, ob wir eine trockene
Linie haben würden, aber wir riskierten es. Und es war eine gute
Wahl“, fügte der Schotte hinzu. Sein
Teamkollege Alexis Masbou, der
zwischenzeitlich in der Spitzengruppe mitmischte, fuhr als 32. über
die Ziellinie.
Groß war auch die Freude bei
Philipp Öttl. Der kleine Bayer musste nach seinem Sturz im Qualifying
vom letzten Startplatz losfahren.
Öttl pflügte durch das Feld und
schnappte sich Gegner um Gegner.
„Das war gigantisch. Philipp hat diese Entscheidung ganz alleine getroffen. Er sagte gleich, dass er nach der
Aufwärmerunde reinkommt, wenn
es nicht regnet. Wir haben alles vorbereitet und wechselten die Reifen
am schnellsten“, berichtete Vater Peter Öttl nach dem Rennen.
Im Lauf der Moto2 feierte Alex
Rins seinen ersten Saisonsieg. Der
Moto3-Vizeweltmeister aus Spanien
blieb im Ziel knapp vor dem
WM-Spitzenreiter Johann Zarco aus
Frankreich und dem Italiener Franco Morbidelli. Wie in der Moto3
wurde der Lauf als Regenrennen
gestartet, aber ausnahmslos alle
Piloten gingen auf Slicks auf den
Kurs. Die Ausbeute der deutschen
Fahrer blieb bescheiden: Jonas
Folger wurde auf Rang zwölf bester
Deutscher. Marcel Schrötter landete
auf dem 14. Platz. Exweltmeister
Sandro Cortese gehörte zu der langen Liste der gestürzten Piloten.
Wieder Marc Marquez vorn
Wie schon am Sachsenring, so hat
sich auch gestern in Indianapolis
Marc Marquez den Sieg in der
Königsklasse MotoGP gesichert. Der
spanische Weltmeister entschied
auf Honda letztlich das Duell mit
seinem Landsmann Jorge Lorenzo
für sich. Vom Start weg hatte der
Yamaha-Pilot die Führung übernommen und bis eine Runde vor
Schluss auch tapfer gegen Marquerz
verteidigt. Doch im Finale konnte er
nichts mehr entgegensetzen. Platz
drei holte sich erneut Valentino
Rossi, der damit die WM-Führung
vor Jorge Lorenzo verteidigte. Stefan
Bradl fuhr bei seinem Debüt als
Aprilia-Werksfahrer auf Rang 20
über die Ziellinie.
SCHWIMMEN
Weltmeisterschaft
Männer: 50 m Freistil: 1. Manaudou (Frankreich) 21,19 s.; 2. Adrian (USA) 21,52; 3. Fratus (Brasilien) 21,55; 4. Morosow (Russland)
21,56; 5. Orsi (Italien) und Goworow (Ukraine) beide 21,86.
100 m Schmetterling: 1. le Clos (Südafrika)
50,56 s; 2. Cseh (Ungarn) 50,87; 3. Schooling
(Singapur) 50,96; 4. Shields (USA) 51,06; 5.
Metella (Frankreich) 51,24; 6. Czerniak (Polen) 51,28; 11. Deibler 52,07 s.
1500 m Freistil: 1. Paltrinieri (Italien)
14:39,67 min (ER); 2. Jaeger (USA) 14:41,20;
3. Cochrane (Kanada) 14:51,08; 4. Ahmed
(Ägypten) 14:53,66; 5. Milne (Großbritannien) 14:58,62; 6. McBroom (USA) 15:06,81;
14. Straub (Würzburg) 15:04,80; 29. Meißner
(Würzburg) 15:30,02.
50 m Rücken: 1. Lacourt (Frankreich) 24,23
s, 2. Grevers (USA) 24,61; 3. Treffers (Australien) 24,69; 4. Larkin (Australien) 24,70; 5.
Morosow (Russland) 24,73; 6. Solli (Norwegen) 24,84, 15. Schwarz (Potsdam) 25,20 .
400 m Lagen: 1. Seto (Japan) 4:08,50 min; 2.
Verraszto (Ungarn) 4:09,90; 3. Kalisz (USA)
4:10,05; 4. Clary (USA) 4:11,71; 5. Heidtmann (Elmshorn) 4:12,08 (DR); 6. Wallace
(Großbritannien) 4:13,77; 15. Wedel (Mainz)
4:17,42.
4x 100 m Lagen: 1. USA (Murphy, Cordes,
Shields, Adrian) 3:29,93 min, 2. Australien
3:30,08; 3. Frankreich 3:30,50; 4. Großbritannien 3:30,67; 5. Russland 3:30,90; 6. Japan 3:31,10; 7. Deutschland (Glania, Feldwehr, Deibler, Fildebrandt) 3:32,16.
Frauen: 800 m Freistil: 1. Ledecky (USA)
8:07,39 min (WR); 2. Boyle (Neuseeland)
8:17,65; 3. Carlin (Großbritannien) 8:18,15;
4. Ashwood (Australien) 8:18,41; 5. Friis (Dänemark) 8:21,36; 6. Kapas (Ungarn) 8:22,93;
7. Köhler (Frankfurt/Main) 8:23,67; 9. Beck
(Würzburg) 8:28,39.
200 m Rücken: 1. Seebohm (Australien)
2:05,81 min, 2. Franklin (USA) 2:06,34; 3.
Hosszu (Ungarn) 2:06,84; 4. Ustinowa (Russland) 2:07,64; 5. Mensing (Wiesbaden)
2:08,49; 6. Bouchard (Kanada) 2:08,51, 9.
LGraf (Berlin) 2:09,40.
50 m Schmetterling: 1. Sjöström (Schweden)
24,96 s; 2. Ottesen (Dänemark) 25,34; 3.
Ying (China) 25,37; 4. Dekker (Niederlande)
25,64; 5. Osman (Ägypten) 25,78; 6. Halsall
(Großbritannien) 25,85.
50 m Freistil: 1. Campbell (Australien) 24,12
s; 2. Kromowidjojo (Niederlande) 24,22; 3.
Sjöström (Schweden) 24,31; 4. Campbell
(Australien) 24,36; 5. van Landeghem (Kanada) 24,39; 6. Vanderpool-Wallace (Bahamas)
24,44; 10. Brandt (Essen) 24,75.
50 m Brust: 1. Johansson (Schweden) 30,05
s; 2. Atkinson (Jamaika) 30,11; 3. Jefimowa
(Russland) 30,13; 4. Meilutyte (Litauen)
30,14; 5. Hardy (USA) 30,20; 6. Ran (China)
30,74.
400 m Lagen: 1. Hosszu (Ungarn) 4:30,39
min, 2. di Rado (USA) 4:31,71; 3. Overholt
(Kanada) 4:32,52; 4. Miley (Großbritannien)
4:34,79; 5. Zavadova (Tschechien) 4:36,73;
6. Shimizu (Japan) 4:37,19; 17. Hentke (Magdeburg) 4:43,51.
4x 100 m Lagen: 1. China (Yuanhui, Jinglin,
Ying, Duo) 3:54,41 min; 2. Schweden 3:55,24
(ER); 3. Australien 3:55,56; 4. USA 3:56,76;
5. Dänemark 3:57,61; 6. Kanada 3:57,96;
Großbritannien und Japan beide disqualifiziert; 11. Deutschland (Graf, Grimberg, Wenk,
Bruhn) 4:01,40.
Mixed: 4x 100 m Freistil: 1. USA (Lochte, Adrian, Manuel, Franklin) 3:23,05 min (WR); 2.
Niederlande 3:23,10; 3. Kanada 3:23,59; 4.
Russland 3:24,21; 5. Italien 3:25,26; 6. Brasilien 3:25,58; 11. Deutschland (Fildebrandt, di
Carli, Wenk, Hüther) 3:28,99.
Wasserball
Finale: Kroatien - Serbien 4:11 (2:2, 0:3, 2:2,
0:4); um Platz 3: Griechenland - Italien 11:9
n. F. (1:0, 2:2, 4:4, 0:1); um Platz 5: Montenegro - Ungarn 10:9 (2:2, 2:1, 2:2, 4:4); um
Platz 7: Australien - USA 6:10 (3:2, 0:2, 1:4,
2:2), 9. Kanada; 10. Brasilien; 11. Kasachstan;
12. Südafrika; 13. Japan; 14. Russland; 15.
China; 16. Argentinien.
SKISPRINGEN
Sommer-Grand Prix
in Hinterzarten: Normalschanze: 1. Kubacki
(Polen) 266,5 Punkte (103,5; 100,5 m); 2.
Freund (Rastbüchl) 264,1 (101; 102,5); 3.
Sakuyama (Japan) 260,6 (100,5; 101,5); 4.
Leyhe (Willingen) 257,4 (101; 100,5); 5. Wellinger (Ruhpolding) 256,5 (101; 101); 6.
Kornilow (Russland) 256,1 (100,5; 102,5); 7.
Freitag (Aue) 255,6 (97,5; 101); 9. Wank
(Hinterzarten) 254,6 (97,5; 103); 31. Neumayer (Oberstdorf) 117,7 (97,5); 35. Paschke (Kiefersfelden) 116,6 (97); 39. Eisenbichler (Siegsdorf) 114,8 (95,5); 42. Winter (Willingen) 113,1 (96); 45. Kraus (Oberaudorf)
111,7 (96); 49. Geiger (Oberstdorf) 105,8
(91,5).
Mannschaft: 1. Deutschland 1033,0 Punkte
(Freund 98,0; 100,5 m, Leyhe 97,5; 101,5,
Wellinger 102,5; 102,5, Wank 103; 104); 2.
Polen 968,7 (Kot 94; 99,5, Zyla 95; 99,5, Kubacki 99; 98,5, Stoch 99,5; 96) 3. Norwegen
961,9 (Velta 92; 100,5, Sjøen 97;99, Gangnes 98,5; 98, Fannemel 100,5; 96,5; 4. Österreich 937,0; 5. Finnland 926,5; 6. Slowenien
921,4.
Gesamtwertung: 1. Kubacki 200 Punkte, 2.
Zyla 102; 3. Gangnes 92; 4. Wellinger 85; 5.
Freund.
RADSPORT
Polen-Rundfahrt
Livio Loi und John McPhee bei der
Sektdusche nach der Siegerehrung.
FOTO: TANNEN MAURY/DPA
7. Etappe: Einzelzeitfahren (25 km): 1. Marcin Bialoblocki (Polen) - Nationalteam Polen
28:45 min; 2. Wassil Kirjienka (Weißrussland)
- Sky 2 s zur.; 3. Rick Flens (Niederlande) Lotto NL-Jumbo 59; 4. Damien Howson (Australien) - Orica GreenEdge 1:09min; 5. Jurgen
Van Den Broeck (Belgien) - Lotto Soudal 1:16;
6. Patrick Gretsch (Kreuzlingen/Schweiz) Ag2r La Mondiale 1:23; 26. Jasha Sütterlin
(Erfurt) - Movistar 1:52; 32. Marcel Kittel (Erfurt) - Giant-Alpecin 1:59; 36. Roger Kluge
(Berlin) - IAM Cycling 2:10; 95. Johannes
Fröhlinger (Freiburg) - Giant-Alpecin 3:55.
Endstand: 1. Izaguirre (Spanien) - Movistar
26:04:38 h; 2. De Clercq - Lotto Soudal 2 s; 3.
Hermans (beide Belgien) - BMC Racing 3.
SPORT
Montag, 10. August 2015
Freie Presse
S5
Sogar die Konkurrentinnen feierten sie
NACHRICHTEN
HANDBALL
EHV Aue verliert bei Als erste deutsche SkilangDrittligist Dessau
läuferin gewann die
DESSAU — Der Handball-Zweitligist
EHV Aue hat sein vorletztes Testspiel vor dem Saisonstart beim Drittligisten Dessau-Roßlauer HV mit
20:25 (12:13) verloren. Trainer
Runar Sigtryggsson beklagte vor
allem mangelnde Torgefahr seiner
Schützlinge. Bester EHV-Werfer war
Kapitän Eric Meinhardt, der sieben
Treffer, darunter fünf Siebenmeter,
erzielte. Morgen bestreitet der EHV
während seines Trainingslehrganges an der Ostsee in Bützow eine
Vorbereitungspartie gegen den HC
Empor Rostock (2. Bundesliga). (wf)
RALLYESPORT
Zeltner gewinnt
Rallye Wartburg
EISENACH — Mit dem Favoritensieg
von Ruben und Petra Zeltner aus
Lichtenstein endete gestern die Rallye Wartburg. Nach der Hitzeschlacht über insgesamt 568 RallyeKilometer, davon 140 km Wertungsprüfungen, mit Start und Ziel in
Eisenach hatten die deutschen Meister im Porsche 1:14,4 Minuten
Vorsprung auf den Trusetaler
Raphael Ramonat mit Beifahrerin
Nanett Centner aus Radebeul in
ihrem Mitsubishi Evo 7. Vor rund
20.000 Zuschauern sicherte sich mit
1:39,3 Minuten Rückstand das
Zwickauer Porsche-Duo Maik
Stölzel/René Meier den dritten Platz.
Zeltner übernahm mit dem Sieg im
achten von zwölf Läufen wieder die
Führung in der Deutschen Meisterschaft. (dpa)
TENNIS
Kohlschreiber
gewinnt in Kitzbühel
KITZBÜHEL — Tennisprofi
Philipp
Kohlschreiber hat zum ersten Mal
das ATP-Turnier in Kitzbühel
gewonnen und sich den sechsten
Titel seiner Karriere gesichert. Der
Augsburger setzte sich im Endspiel
mit 2:6, 6:2, 6:2 gegen den Franzosen
Paul-Henri Mathieu durch. „Der Erfolg bedeutet mir viel. Ich bin nach
einigen Niederlagen überglücklich“,
sagte Kohlschreiber. (dpa)
A N ZE I G E
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Oberwiesenthalerin
Barbara Petzold vor 35
Jahren olympisches Gold.
Am Wochenende feierte
sie ihren 60. Geburtstag.
VON UWE WICHER
OBERWIESENTHAL — Der
krönende
Abschluss der Wochenendfeierlichkeiten war in jeder Hinsicht gut
gewählt: die Bewältigung der Barbara-Petzold-Tour über 9,64 Kilometer.
Gut gewählt, weil die ausgeschilderte Wanderroute in Oberwiesenthal
fast genauso lang ist wie die Skilanglauf-Loipe von Lake Placid, auf der
Barbara Petzold 1980 die olympische Goldmedaille gewann. Mit diesem Erfolg über 10 km begann in der
Sportgeschichte ein neues Kapitel,
denn es war der erste Olympiasieg
einer deutschen Skilangläuferin.
Gut gewählt war die gestrige
Wanderung auch deshalb, weil der
ausgewiesene mittlere Schwierigkeitsgrad wohl am besten der
Fitness der Mehrzahl der teilnehmenden Personen entsprach, die die
Olympiasiegerin zu ihrem 60. Geburtstag eingeladen hatte. Eine
Kaffeepause unterwegs im JensWeißflog-Appartementhotel
am
Fichtelberg frischte zudem die Kräfte wieder auf.
Wandern, Radeln und natürlich
Skilanglauf – das sind heute die
sportlichen Betätigungen der einstigen Weltspitzenathletin, die seit der
Heirat mit ihrem Lutz Mitte der
1980er-Jahre den Namen Beyer trägt.
„Ich bin aber nur noch eine Schönwetter-Sportlerin“, sagt sie lachend
und fügt kategorisch hinzu: „Ich will
keine Stoppuhr mehr sehen.“ Das
klingt nach schlechten Erfahrungen. Ist aber nicht so, im Gegenteil.
„Durch den Sport habe ich eine sehr
schöne Jugend erlebt“, bekräftigt
Barbara Beyer. Unvergessen bleibt
für sie der Moment, als sie 1980 in
Lake Placid von norwegischen Langläuferinnen, die zu ihren stärksten
Konkurrentinnen gehörten, auf den
Schultern durch das Zielareal getragen wurde: „Kein anderes Erlebnis
hat mir den Geist Olympias so nahe
gebracht.“
Die aus Hammerunterwiesenthal stammende Erzgebirgerin war
prädestiniert für eine harte Ausdauerdisziplin wie es der Skilanglauf ist.
Super Ehrgeiz, starker Wille, großer
Trainingsfleiß, gepaart mit dem
nötigen Talent – da blieben die Erfolge nicht aus. Barbara Petzold nahm
an zwei Olympischen Winterspielen sowie drei Weltmeisterschaften
teil und kam stets mit mindestens
einer Medaille zurück. Dass sie
besonders in den Staffeln ihre Stärken ausspielte, passt zu ihren cha-
Zu den Gratulanten zum Jubiläum von Barbara Beyer (4. v. l.) zählten gestern einstige Weggefährten wie die Weltklasselangläufer Gert-Dietmar Klause (l.),
Veronika Hesse (früher Schmidt/l.), Carola Jacob (früher Anding/r.) und Marion Höhn (früher Büchner, Junioren-Weltmeisterin) sowie der zweifache Eiskunstlauf-Weltmeister Jan Hoffmann.
FOTOS: THOMAS FRITZSCH/KRISTIN SCHMIDT/ARCHIV
Barbara Beyer-Petzold
Die ehemalige Skilangläuferin
wurde am 8. August 1955 in Hammerunterwiesenthal geboren. Sie ist
verheiratet mit Lutz Beyer, beide
haben zwei Söhne (Thomas/31 Jahre
und Felix/27).
Im Alter von acht Jahren erhielt
Barbara erstmals ein Paar Ski
geschenkt. 1966 begann sie mit
regelmäßigem Training beim SC Traktor Oberwiesenthal, wurde dabei vorwiegend von Christine und Heinz
Nestler betreut.
Olympia 1980 in Lake Placid: Die
Norwegerinnen feiern die Siegerin.
rakterlichen Qualitäten. Sogar die
DDR-Sportführung musste erfahren, wie sich das zierliche Energiebündel, 1,57 Meter groß und 48 Kilogramm leicht, auch gegen Widrigkeiten durchzusetzen wusste.
Als Barbara Petzold nach ihrem
olympischen Triumph ihre sportliche Karriere beenden und die berufliche beginnen wollte, kam das entschiedene Nein aus Berlin. Das Wort
von DDR-Sportchef Manfred Ewald
war damals Gesetz: „Wir entscheiden, wann du aufhörst!“
Doch die erst 25 Jahre alte Athletin ließ nicht locker, handelte einen
Kompromiss aus. Sie begann ein
Jura-Studium an der Humboldt-Universität in Berlin, lief zunächst weiter, doch als sich auch noch Kniebeschwerden einstellten, machte sie
dann zwei Jahre später endgültig
noch etwas Pause brauche“, begründete der 27-Jährige. Und so sprang er
aus dem Training heraus mit 100,5
und 102,5 Metern hinter dem nun
bereits zweimaligen Tagessieger
Dawid Kubacki (Polen) auf den
zweiten Platz. Nur 2,4 Punkte
fehlten Freund zum Sieg.
Severin Freund
Skispringer
HINTERZARTEN — Severin Freund hat
der Kurzurlaub nach intensiven
Trainingseinheiten sichtlich gutgetan. Bei seiner Premiere im Sommer-Grand-Prix war der SkisprungWeltmeister gleich wieder obenauf.
Platz eins mit der Mannschaft, Rang
zwei im Einzel. „Viel besser hätte es
nicht laufen können“, befand der
Gesamt-Weltcupsieger der Vorsaison nach dem gelungenen Heimauftritt in Hinterzarten.
Den Auftakt der Sommerserie am
vergangenen Wochenende in Wisla
(Polen) hatte Freund noch ausgelassen, „Da habe ich gemerkt, dass ich
FOTO: KAY NIETFELD/DPA
„Severin hat einen tollen Wettkampf gemacht, weil er auf dieser
Schanze sehr sauber springen
muss“, lobte Bundestrainer Werner
Schuster. Auch die anderen deutschen Starter überzeugten: Stephan
Leye (4.) und Andreas Wellinger
belegten die Ränge vier und fünf.
Der Erzgebirger Richard Freitag (7.),
der beim Teamspringen dieses Mal
nicht zum Aufgebot gehörte, zog
Nach der Sportlerkarriere wurde
Barbara Beyer in die Langlaufkommission des Weltskiverbandes FIS
gewählt. Sie war als Jury-Mitglied bei
Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und im Weltcup im Einsatz.
Ihre größten Erfolge erreichte sie
mit zwei Olympiasiegen 1980 (10 km
Beruflich ist Barbara Beyer als
Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt
Familienrecht in einer eigenen Kanzlei in Thum tätig. (uwi)
Schluss mit dem Leistungssport.
Es dauerte nicht lange, da waren von
der mittlerweile Ehefrau und zweifachen Mutter erneut besonders
Ehrgeiz und Willen gefordert. Im
April 1990 wurde sie als Anwältin
zugelassen, doch das im Studium
erworbene Wissen war kaum noch
nützlich, als im Zuge der deutschen
Wiedervereinigung plötzlich Übergangsrecht und Bürgerliches Gesetzbuch galten.
„Ich wusste nicht, wie ich eine
Klage schreiben sollte, musste mir
jeden Fall neu erarbeiten“, erzählt
Barbara Beyer, die in dieser Zeit sozusagen nebenher ihr zweites Studium
absolvieren musste. Aber auch diese
Klippe meisterte sie erfolgreich, die
Kanzlei der Rechtsanwältin in
Thum läuft gut. Warum sind Sie
nicht Trainerin geworden? Das ist
eine der meistgestellten Fragen, die
Barbara Beyer nach ihrer sportlichen Karriere gestellt wurde. „Erstens wollte ich nicht weiter aus dem
Koffer leben. Du bist ja im Leistungssport ständig unterwegs, das wäre
auf Dauer nichts für mich gewesen.
Und zweitens: Mir hätte das pädagogische Geschick für diesen Beruf
gefehlt. Als Trainer brauchst du ein
gutes Händchen im Umgang mit
deinen Schützlingen. Mit meinem
zuweilen übergroßen Ehrgeiz hätte
das nicht gut zusammengepasst“,
erläutert sie aufrichtig.
Über den deutschen Skilanglauf
von heute möchte sie nicht urteilen.
„Ich bin da viel zu weit weg. Es gibt
genug erfahrene Leute, die wissen,
warum es zuletzt nicht mehr so gut
gelaufen ist“, meint die Erzgebirgerin. Die Trainer beneidet sie jeden-
Freund auch im Sommer top
Die deutschen Skispringer
hinterließen beim
Sommer-Grand-Prix am
Wochenende in Hinterzarten einen starken
Eindruck. Richard Freitag
wird im Einzel Siebenter.
und Staffel), Olympiabronze 1976
(Staffel) sowie bei Weltmeisterschaften mit Silber 1974 (10 km und Staffel), 1978 (Staffel) und Bronze 1982
(Staffel).
sich auf Rang sieben ebenfalls
beachtlich aus der Affäre. Andreas
Wank landete zudem als Neunter
auch in den Top Ten.
Bereits am Freitagabend hatte das
deutsche Quartett im Mannschaftswettbewerb die Konkurrenz deklassiert. „Teamspringen in Deutschland sind etwas ganz Besonderes,
da ist es egal, ob man im Sommer
oder Winter gewinnt“, kommentierte Freund. Alle acht Gruppensprünge entschieden die Deutschen für
sich. „Ich bin mir nicht sicher, ob es
das schon einmal gegeben hat“, fügte Freund hinzu. Auf den Plätzen
folgten Polen und Norwegen. Die
Erwartungshaltung ist nach dem
grandiosen WM-Winter hoch.
Trotzdem will Severin Freund von
Tag zu Tag denken, wenngleich er
zugibt, dass nun die Vierschanzentournee das große Ziel ist. Bei der
Traditionsveranstaltung blieb er bisher unter seinen Möglichkeiten.
Heute geht die Reise ins französische Courchevel, wo am Freitag das
nächste Springen folgt. (dpa)
Barbara Beyer als Laudatorin auf der
sächsischen Sportgala im Januar.
falls nicht: „Sie können ja nur aus
dem schöpfen, was da ist. Und der
Skilanglauf ist eine Sportart, in der
du dich jeden Tag schinden musst.
Heutzutage gibt es weitaus angenehmere und weniger anstrengende
Freizeitbeschäftigungen.“
Diese weiß die einstige Musterschülerin im Training inzwischen
auch zu schätzen. Mit ihrem Sport
für den Hausgebrauch, wie sie es
nennt, verbindet sie keine Ziele
mehr. Gewichtsprobleme hat sie
ohnehin nie gehabt. „Mir passen immer noch die Sachen von meiner
Konfirmation“, sagt Barbara Beyer,
für die der Tag des Einstiegs ins
siebente Lebensjahrzehnt nichts
Besonderes ist. „Warum auch? Mir
geht es nichts anders als am Tag
vorher. Meiner Familie und mir geht
es gut. Was will man mehr?“
Triathlon: Stein Europameister
Die deutschen Triathleten haben sich bei der Ironman-EM in Wiesbaden
in Bestform präsentiert. Bei den Herren feierten Boris Stein (Foto) und
Andreas Raelert (Rostock) einen Doppelerfolg, bei den Damen gewann
Anja Beranek (Erlangen) beim Sieg der Dänin Camilla Pedersen die
Silbermedaille. Der 30-Jährige aus Montabaur bejubelte nach Rang drei
vor drei Jahren erstmals den Titel nach 1,9 km Schwimmen, 90 km RadFOTO: IMAGO.
fahren und 21 km Laufen.
S6 Freie Presse
LOKALSPORT
Montag, 10. August 2015
Plauener
siegt beim
Radmarathon
NACHRICHTEN
RINGEN
Franz Richter wird
bei Debüt Fünfter
Plauener Andrej Schilbach
(links) hat sich gestern den Sieg
beim 16. Vogtland-Radmarathon
des Vogtländischen Radsport-Teams
Plauen (VRT) geholt. Der 41-Jährige
benötigte für die 200 Kilometer
zum Fichtelberg und zurück 6:36
Stunden. Im Ziel hatte er rund zehn
Minuten Vorsprung auf den Auerbacher Ronny Schmidt (Mitte), der
sich an seinem Geburtstag Rang 2
sicherte, vor Thomas Weitzmann
aus Wünschendorf (rechts). Neben
der langen Tour auf den Fichtelberg
standen für die 132 Teilnehmer
auch zwei kürzere Strecken über 74
oder 130 Kilometer zur Auswahl.
Von den Sportlern wurde vor allem
die reibungslose Organisation seitens des VRT gelobt. FOTO: OLIVER ORGS
Der
SUBOTICA — Nachwuchsringer Franz
Richter vom AV Germania Markneukirchen hat bei der KadettenEuropameisterschaft gestern Rang 5
belegt. Bei seinem Debüt im serbischen Subotica unterlag er im
Kampf um Bronze in der Gewichtsklasse bis 100 kg dem Ungarn Robert
Ersek klar 0:8 und wurde Fünfter.
Zum Auftakt der Wettkampftages
hatte Richter zunächst in einer starke Gruppe überzeugt und im Achtelfinale den Georgier Beka Makaridze besiegt. Im Viertelfinale wartete der Russe Sharap Alikhanov auf
den Markneukirchener, der nach
einem Schulterwurf schnell in
Rückstand geriet. Mit einer starken
zweiten Runde kämpfte sich Richter
bis auf 5:7 heran, konnte den Kampf
jedoch nicht mehr für sich entscheiden. Da sich der Russe ins Finale
kämpfte, durfte Franz Richter in der
Hoffnungsrunde erneut starten, wo
er auf Patryk Kaminski traf. Der Pole
ging 4:0 in Führung, doch der Vogtländer sorgte mit einem schönen
Wurf für das 5:4. Den knappen Vorsprung verteidigte er bis zum Ende.
Im Kampf um Bronze ging es dann
schnell: Dem Ungarn Robert Ersek
gelang gleich zu Anfang ein Schulterwurf. Mit zwei Rollen im Bodenkampf entschied Ersek das Duell für
sich. Friedrich Fouda vom ASV Plauen gelang bei seinem EM-Debüt in
der Gewichtsklasse bis 76 kg hingegen kein Erfolg. Er unterlag gleich in
seinem ersten Duell. (rjö)
LEICHTATHLETIK
Vogtländerin ist
Weltmeisterin
LYON — Bei ihrem ersten Start bei den
Senioren-Weltmeisterschaften in
Lyon (Frankreich) hat Bianca Schenker vom LAV Reichenbach den Titel
im 5000-Meter-Bahngehen der Altersklasse 40 geholt. Brit Schröder
wurde Fünfte. Die beiden bekamen
es am Freitag mit harter Konkurrenz
zu tun. 22 Kontrahentinnen stellten
sich dem Wettkampf. Nach langer
Verletzungspause feierte Schenker
mit ihrer Siegerzeit von 25:07,08 Minuten ein beeindruckendes Comeback. Den Sieg musste sie sich hart
erkämpfen. Erst im Schlussspurt
setzte sich die Vogtländerin gegen
die Französin Caroline Guillard mit
einer Sekunde Vorsprung durch.
Dritte wurde die Chinesin Gao. Mit
der lange nicht mehr dagewesenen
zahlenmäßig großen Konkurrenz
werden sich die beiden Vogtländerinnen auch beim nächsten Start
heute über 10 Kilometer auseinander zu setzen haben. (usö)
SKISPRINGEN
Deutscher Erfolg
beim Alpencup
KLINGENTHAL — Agnes Reisch aus
Isny hat gestern den ersten Alpencup der Skispringerinnen in Klingenthal gewonnen. Mit Sprüngen
auf 58,5 und 58 Meter sorgte die Siegerin für die beiden weitesten Versuche des Tages auf der 60 Meter-Vogtlandschanze. Platz 2 ging an die
Tschechin Zdena Pesatova vor Julia
Huber aus Österreich. Beste Klingenthalerin war Alexandra Seifert
auf Rang 6. Die 14-Jährige war erst
vor einem Jahr von der Abteilung
Alpin zu den Skispringerinnen
gewechselt. Heute folgt ab 10 Uhr
ein weiterer Wettkampf im Skispringen, ab 14 Uhr fällt am Waldhotel Mühlleithen beim 2,5-Kilometer-Crosslauf die Entscheidung in
der Nordischen Kombination der
Mädchen. (sacs)
VFC Plauen
- FSV Zwickau
Grünb.-Falkenst. II - Muldenhammer
Ellefeld
- Taltitz
Dorfstadt
- Reutengrün II
Muldenhammer - Grünbach-Falk. II
Lok Plauen
- Syrau
Steinpleis Werd. II - Reuth
Frauen:
Reichenb. FC
- 1. FC Greiz
Rodew./Auerb.
- 1. FFC Erfurt II
In der ersten Runde des
Kreispokalwettbewerbs
sahen die Zuschauer in
30 Spielen 190 Tore. Zwei
Spiele fielen aus.
OELSNITZ/KLINGENTHAL — Das Schei-
tern der SG Unterlosa und des 1. FC
Wacker Plauen, beide Aufsteiger in
die Vogtlandliga, sind die wohl größten Überraschungen der ersten Runde des Kreispokalwettbewerbes.
Wacker unterlag 1:3 in Lauterbach,
das im Juni aus der Vogtlandklasse
abgestiegen ist. Noch spektakulärer
mutet der 4:3-Erfolg des SpuBC Plauen über die SG Unterlosa an. Zwei
Partien fielen aus: Straßberg lehnte
es ab, gegen Bergen anzutreten,
Brunn II brachte gegen Syrau nicht
genügend Spieler zusammen.
Mit vier Toren hatte Schwandner
wesentlich Anteil am Weiterkommen des Reichenbacher FC II über
Adorf (6:1). Die Kreisligisten Erlbach, Jößnitz und SpG Fortuna/VFC
Plauen III sowie der Elsterberger BC
überraschten gegen Teams aus der
nächsthöheren Spielklasse.
Einige Vogtlandligisten feierten
Schützenfeste. Kalan (Werda), Chr.
Hirsch (Oelsnitz), Ledrat (Lengenfeld) und Remter (Rodewisch) trugen mit je vier Toren wesentlich zu
den Kantersiegen bei. (mod)
STATISTIK
VfB Auerbach III - Grünbach-Falkenstein
4:10 (2:5). Tore: 0:1 Thoss (3./Eigentor), 0:2
Andrs (10.), 0:3 Schmidt (25./Eigentor), 0:4
Stastny (30.), 1:4 Zschiesche (33.), 1:5 Dobos
(41.), 2:5 Kramer (42.), 2:6 Dobos (60.), 3:6
Schmidt (62.), 4:6 Kramer (64.), 4:7 Stastny
(72.), 4:8 Dick (75.), 4:9 Dobos (77.), 4:10 Dick
(82.); SR: Nemec (Dorfstadt); Zuschauer: 15.
Reichenbacher FC II - Adorf 6:1 (2:0). Tore:
1:0 Schwandner (19.), 2:0 Dathe (27.), 3:0
Schwandner (53.), 4:0 Richter (63.), 5:0
Schwandner (85.), 5:1 Jäckel (86.), 6:1
1:4
2:9
5:0
4:6
1:4
1:8
5:1
6:1
2:6
Schwandner (89.); SR: Böhm (Wernesgrün);
Zuschauer: 22.
Zobes - Werda 1:9 (1:3). Tore: 0:1 Kominek
(8.), 0:2 Fassel (10.), 0:3 Kalan (30.), 1:3
Köcher (45.), 1:4 Kalan (53.), 1:5 Fassel (57.),
1:6 Wunderlich (65./Elfmeter), 1:7, 1:8 Kalan
(70., 84.), 1:9 Kominek (86.); SR: Langner
(Kottengrün).
Lok Plauen - Oelsnitz 2:10 (2:2). Tore: 0:1
Rödel (9.), 0:2 Zenner (18.), 1:2 Gashi (36.), 2:2
Wunderlich (43./Eigentor), 2:3 Heydeck (52.),
2:4, 2:5 Chr. Hirsch (67., 71./Elfmeter). 2:6 Rödel (72.), 2:7 Merkel (74.), 2:8, 2:9 Chr. Hirsch
(75./Elfmeter, 76.), 2:10 Zenner (90.); SR:
Weidlich (Trieb); Zuschauer: 27.
Fortuna Plauen/VFC Plauen III - Treuen
1:0 (1:0). Tor: 1:0 Gashi (26.); SR: Jahreiß
(Leubnitz); Zuschauer: 31.
Leubnitz - Neumark 3:4 (1:1) n.E. Tore: 0:1
T. Sommer (15.), 1:1 Wild (30.); SR: Limmer
(Weischlitz); Zuschauer: 53.
Limbach - Stahlbau Plauen 1:6 (0:3). Tore:
0:1, 0:2 Unterdörfer (29., 37.), 0:3 Hartung
(42.), 0:4 Schubert (47.), 0:5 Hartung (62./Elfmeter), 0:6 Reichmann (72.), 1:6 Stahnke
(89./Elfmeter); SR: Wilhelm (Rotschau); Zuschauer: 20.
Rebesgrün - Netzschkau 2:3 (0:2). Tore: 0:1,
0:2 Schwarz (22., 25.), 1:2 Kruggel (57.), 2:2
Holzmüller (59.), 2:3 Putze (88.); SR: Gutjahr
(Lengenfeld); Zuschauer: 40.
Pausa - Concordia Plauen 0:3 (0:1). Tore:
0:1, 0:2 Glauss (15., 61.), 0:3 Rödel (89.); SR:
Bauer (Ranch Plauen); gelb-rote Karte: Penzel
(Pausa 73., Meckern); Zuschauer: 35.
Großzöbern - Reumtengrün 0:5 (0:2). Tore:
0:1 Pöhlmann (12.), 0:2 Reissmann (36.), 0:3
Ehlert (60.), 0:4, 0:5 Ficker (66., 70.); SR: Roth
(Lauterbach); Zuschauer: 33.
Jößnitz - Schöneck 2:1 (1:1). Tore: 0:1 Köhler
(27.), 1:1 Stumpe (36.), 2:1 Wickel (90./Elfmeter); SR: Söll (Mühltroff); Zuschauer: 45.
SpuBC Plauen - Unterlosa 4:3 (2:1). Tore:
0:1 Rausch (19.), 1:1 Zaretzky (43.), 2:1, 3:1
Frank (45./Elfmeter, 47.), 3:2 Rausch (63.), 4:2
Frank (76.), 4:3 Hommel (88.); SR: Werrmann
(VFC Plauen); Zuschauer: 150.
Ranch Plauen - Rotschau 0:3 (0:1). Tore:
0:1 Kaiser (35.), 0:2 Schwarz (59.), 0:3 Barschdorf (62.); SR: Wohlrab (Wernesgrün); rote
Karte: Mehler (Rotschau 85., Tätlichkeit); Zuschauer: 50. (mod)
Die Hitze forderte bei den Fußballern ihren Tribut. So wie hier bei der Partie
Eichigt/Triebel gegen Weischlitz wurden Trinkpausen eingelegt. Die neue
Spielgemeinschaft hatte bei ihrer Heimpremiere Pech. Weischlitz kam durch
ein Tor in der 88. Minute eine Runde weiter.
FOTO: HARALD SULSKI
Brunn - Neustadt 0:9 (0:5). Tore: 0:1 Rauh
(15.), 0:2 Würfel (17.), 0:3 Matthes (31.), 0:4
Rauh (38.), 0:5 Tenner (41./Elfmeter), 0:6
Matthes (49.), 0:7 Herrmann (64.), 0:8 Dressel
(67.), 0:9 Schmidt (78.); SR: Hoyer (Werda); Zuschauer: 65.
Erlbach - Coschütz 2:0 (0:0). Tore: 1:0 Grehl
(68.), 2:0 Oertel (78./Eigentor); SR: Ernst
(Trieb); Zuschauer: 40.
Klingenthal - Wernitzgrün 0:2 (0:0). Tore:
0:1 Renz (65.), 0:2 Schmavz (80.); SR: Hörning
(Reichenbacher FC); Zuschauer: 34.
Großfriesen - Heinsdorfergrund 0:1 (0:0).
Tor: Heumos (64.); SR: Nürnberger (VfB Auerbach); Zuschauer: 30. (jöho)
Oelsnitz II - Mühltroff 3:4 (2:2). Tore: 0:1
Böhl (6.), 0:2 Zimmermann (7.), 1:2 Günthel
(16.), 2:2 Guth (29.), 3:2 Tischer (68.), 3:3
T. Neumeister (81.), 3:4 Böhl (90.); SR: Gäbler
(Rodewisch); Zuschauer: nicht gemeldet.
Brunn II - Syrau abgesagt.
VFC Reichenbach - Kürbitz 1:2 (1:1). Tore:
0:1 J. Martin (34.), 1:1 Kluge (38.), 1:2 Zöller
(60.); SR: Poller (Rempesgrün); Zuschauer: 30.
Elsterberg - Bad Brambach 5:2 (1:0). Tore:
1:0 Weinhold (37.), 2:0 Schmeller (58.), 2:1, 2:2
Heise (67., 74.), 3:2 Speicher (86.), 4:2, 5:2 Nicol (89., 90.); SR: Haferkorn (Großzöbern); Zuschauer: 30.
Bad Elster - Kottengrün II 1:6 (1:4). Tore:
0:1 Nowak (4.), 0:2 Stöhr (10.), 1:2 Jeske (23.),
1:3 Haller (24.), 1:4 Nowak (27.), 1:5, 1:6 Stöhr
(53., 80.); SR: Günther (Oelsnitz); Zuschauer:
30.
Weißensand - Tirpersdorf 1:4 (0:2). Tore:
0:1 St. Vogel (9.), 0:2 A. Vogel (16.), 0:3 St. Vogel (55.), 1:3 Junghahn (74.), 1:4 A. Vogel (85.);
SR: Richter (Rotschau); Zuschauer: 25.
Eintracht Auerbach - Irfersgrün 2:3 (1:1).
Tore: 1:0 Trapp (12.), 1:1 Hofmann (35./Elfmeter), 1:2 Gündel (62.), 2:2 Schimpf (64./Elfmeter), 2:3 Stuckenbrock (73.); SR: Brauner
(Rodewisch); Zuschauer: 75.
Lauterbach – Wacker Plauen 3:1 (2:0).
Tore: 1:0 Pietracz (4.), 2:0 Rödel (26.), 2:1 Chr.
Schneider (50.), 3:1 Jürgensen (78.); SR: Ernst
(Trieb); gelb-rote Karte: Richter (Lauterbach
87., wiederholtes Foulspiel); Zuschauer: 120.
Bobenneukirchen – VfB Auerbach II 1:8
(0:6). Tore: 0:1 Melkonyan (7.), 0:2, 0:3 Treibl
(11., 21.), 0:4, 0:5, 0:6 Sturm (25., 30., 32.), 0:7
Ryssel (65.), 1:7 A. Rödel (72./Elfmeter), 1:8
Müller (85.); SR: Franda (Treuen); Zuschauer:
90.
Wildenau – Wernesgrün 3:5 (0:2). Tore: 0:1,
0:2 Ahrens (35., 37.), 1:2, 2:2 S. Weede (51.,
60.), 3:2 Maschke (62.), 3:3 Rauchfuß (81.), 3:4
Bruhnke (84.), 3:5 Weihrauch (85.); SR: Kraus
(Reumtengrün); Zuschauer: 150.
Bergen – Straßberg. Gäste nicht angetreten.
SpG Eichigt/Triebel – Weischlitz 0:1 (0:0).
Tor: 0:1 Oertel (88.); SR: J. Pilz (Erlbach);
Zuschauer: 65.
Morgenröthe-Rautenkranz – Rodewisch
1:14 (0:6). Tore: 0:1 Kleber (13.), 0:2 Zeitler
(17.), 0:3, 0:4 Remter (32., 35.), 0:5 Zeitler
(36.), 0:6, 0:7 Hadrava (45., 49.), 0:8, 0:9
Remter (53., 58.), 0:10 Hadrava (60.), 0:11
Zeitler (76.), 0:12 Wolf (82.), 1:12 P. Langhammer (85.), 1:13 Stolpmann (86.), 1:14 Gläser
(89.); SR: A. Wehner (Wernesgrün); Zuschauer:
80.
Markneukirchen – Schreiersgrün 1:6 (1:3).
Tore: 0:1 Krötzsch (6.), 0:2 Eitz (16.), 0:3 A. Fischer (22.), 1:3 Asbach (39.), 1:4 A. Fischer
(68.), 1:5 Eitz (82.), 1:6 Zeuner (90.); SR: Roth
(Lauterbach); Zuschauer: 88.
SpG Theuma/Oelsnitz III – Lengenfeld 0:14
(0:4). Tore: 0:1 Müller (11.), 0:2 P. Rudolph
(17.), 0:3 Müller (25.), 0:4 Ledrat (38.), 0:5 Müller (46.), 0:6 Amin (47.), 0:7 Ledrat (50.), 0:8
Marckhoff (63.), 0:9 P. Rudolph (68.), 0:10,
0:11, 0:12 Spörl (72., 73., 79.), 0:13, 0:14 Ledrat
(80., 84.); SR: Zimmerling (Treuen); Zuschauer: 25.
In der zweiten Pokalrunde, die am 22. und
23. August ausgetragen wird, stehen sich folgende Mannschaften gegenüber: Reichenbacher FC II - Netzschkau, Oelsnitz - Werda, Erlbach - Wernesgrün, Concordia Plauen - Rodewisch, Heinsdorfergrund - Irfersgrün, Weischlitz - Rotschau, SpuBC Plauen - VfB Auerbach II, Tirpersdorf - Schreiersgrün, Kürbitz Jößnitz, Mühltroff - Lengenfeld, Lauterbach Neumark, Kottengrün II - Bergen, Elsterberg Grünbach-Falkenstein, Wernitzgrün - Syrau,
Reumtengrün - Stahlbau Plauen und SpG
Fortuna/VFC III Plauen - Neustadt.
Trotz Sand im Po zum Sieg im Zauberpokal
Das Team mit dem schönen Wortspiel ImPoSand
als Kampfname hat am
Samstag beim Oelsnitzer
Beachvolleyball-Turnier
gewonnen.
VON THOMAS GRÄF
OELSNITZ — Die Klingenthaler Trup-
FUSSBALL
Freundschaftsspiele
Lauterbacher schmeißen Wacker raus
pe, die mit Theresa Schlosser, Almut
Hille, Hans Erlbeck, Steve Fischer,
Pascal Riehn, Christoph Steinberg
und Markus Hauf ins Rennen ging,
besiegte im Endspiel die Bimos aus
Adorf 2:1. Der Schlachtruf des Siegers war übrigens: „Wir haben Sand
im Po!“
Den dritten Platz sicherte sich
das Team Wilos, das im kleinen Fi-
nale gegen das Team Iron das Spiel
in der Schlussphase noch überraschend drehte und ebenfalls 2:1 gewann.
Zwölf Mannschaften hatten sich
an diesem Wettkampf für Hobbyspieler im Oelsnitzer Freibad Elstergarten beteiligt. „Wir mussten das
Feld auf zwölf Teams beschränken“,
so Mitorganisatorin Mareen Sammler. „Es wollten noch viel mehr
Mannschaften mitspielen, aber das
hätten wir zeitlich gar nicht hinbekommen.“ Das achtstündige Turnier sei sehr ausgeglichen gewesen.
Die Akteure kamen aus Adorf, Klingenthal, Plauen, Hof, Triebel und
Oelsnitz. Nur aktive Frauen durften
in den vier Spieler umfassenden
Teams auf dem Platz stehen, der Einsatz von aktiven Männern war dagegen tabu.n Bei Temperaturen von 30
Grad im Schatten war speziell das
überdachte Spielfeld begehrt, das
andere lag in der gleißenden Sonne,
wo den Akteuren der Schweiß in
Strömen floß. Das zweite überdachte Spielfeld stand aufgrund des zeitgleich stattfindenden Bühnenaufbaus für das abendliche Zauberkugel-Open-Air diesmal nicht zur Verfügung.
Die dritte Auflage des von den
Oelsnitzer Freizeitfußballern vom
Verein Zauberkugel organisierten
Spaßwettkampfes vermittelte tatsächlich einiges an Strand-Flair. Von
den rund um die Spielfelder aufgestellten Liegestühlen schaute auch
der eine oder andere Badegast den
Akteuren beim Baggern und
Schmettern zu.
ENDSTAND: 1. ImPoSand, 2. Bimos, 3. Team
Wilos, 4. Iron, 5. Kenias letzte Reserve, 6. Zauberkugel Oelsnitz Die Jungen, 7. DiDaDödel, 8.
Sandpanade, 9. Slayer, 10. Big Mäc, 11. Zauberkugel Oelsnitz Die Alten, 12. SSG.
Das Siegerteam des Zauberpokals: von links Christoph Steinberg, Markus
Hanf, Almut Hille, Pascal Riehn, Theresa Schlosser, Steve Fischer. Auf dem Foto fehlt Hans Erlbeck.
FOTO: HARALD SULSKI
KIND & KEGEL
Freie Presse
Montag, 10. August 2015
Seite A1
Ein Plädoyer für die Kita
INTERNET
Gefährlicher
Körperkult im Netz
Im Internet werden in manchen Foren verharmlosende Begriffe für
ernsthafte Krankheiten verwendet.
So steht „Pro-Ana“ und „Pro-Mia“ für
Magersucht (Anorexia nervosa) und
Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa).
Besonders unsichere Kinder sind
empfänglich für einen solchen Körperkult, warnt die Initiative „Schau
hin“. Eltern sollten wissen, in welchen Foren sich ihr Kind austauscht.
Seiten, auf denen Essstörungen als
Lifestyle und ein mageres Äußeres
als Ideal verkauft werden, können
sie bei Beschwerdestellen melden
wie www.jugendschutz.net. (dpa)
ENGAGE MENT
Jugendportal zum
Einmischen
Wer sich engagieren will, kann viele
Möglichkeiten nutzen. Dazu muss
man nicht unbedingt eine Demo organisieren. Zum Beispiel gegen
Mobbing, Rassismus oder die Schließung des Jugendklubs kann man
sich auch online stark machen. Darauf weist Klicksafe, die EU-Initiative, hin. Unter www.openpetition.de
kann man seine eigene Petition starten. Auf dem Jugendportal der Bundesregierung www.mitmischen.de
kann man abstimmen, Artikel kommentieren, Themen posten oder
sich im Forum austauschen. (dpa)
GESUNDHEIT
Augen-Check vor
Schulbeginn sinnvoll
Bei Kurzsichtigkeit gibt es Probleme
beim Lesen der Tafel, Weitsichtigkeit kann Lese- und Schreibübungen am eigenen Tisch erschweren.
Deshalb sollten Eltern, bevor die
Schule losgeht, die Augen der angehenden Erstklässler überprüfen lassen, rät der Zentralverband der Augenoptiker. Einen ersten Test kann
man schon zu Hause machen: dem
Kind Symbole oder Gegenstände
zeigen und ein Auge abdecken. Gibt
es da Probleme, sollten die Kinder
auf jeden Fall zum Sehtest. (dpa)
TOURISMUS
Viele freuen sich auf
Urlaub ohne Kinder
Mal wieder einen Urlaub ohne Kinder zu verbringen, wünschten sich
37,7 Prozent der Befragten in einer
repräsentativen Umfrage der GfK
Marktforschung. Für fast jeden Vierten ist der Urlaub mit Kindern sogar
richtig stressig: Auf die Frage, ob
man manchmal froh sei, wenn der
Urlaub mit Kindern vorbei ist, antworteten 24,5 Prozent mit der Aussage „Trifft zu“. (dpa)
A N ZE I G E
Der Dresdner Psychiatrie-Professor Veit Rößner über verhaltensauffällige Kinder, Erziehungsdefizite und Hubschrauber-Eltern
Der Dresdner Kinder- und Jugendpsychiater Professor Veit Rößner
hat eine Studie mit 4000 Dresdner
Schulanfängern des Einschulungsjahrgangs 2013/14 mit ausgewertet – und zieht eine Schlussfolgerung, die polarisiert. Stephanie Wesely sprach mit ihm.
Freie Presse: Was hat die Studie
ergeben?
Prof. Veit Rößner: Jedes siebente
Kind ist psychisch auffällig. Das haben die Eltern der Vorschüler angegeben. Ängste, Wutanfälle, Unruhe
und Probleme mit Gleichaltrigen
sind am häufigsten. Das Brisante
aber ist, dass die psychische Gesundheit der Kinder umso besser war, je
früher sie eine Kita besucht haben.
Was kann die Kita, was Eltern
nicht können?
Die Kita bietet in erster Linie Gleichaltrige. Und die brauchen die Kinder
zum Spielen, zum Grenzenausloten
und um sich mitreißen zu lassen.
Diese Gruppendynamik einer Großfamilie können die Eltern beim besten Willen nicht bieten, zumal viele
heute auch nur ein oder zwei Kinder
haben. Aber selbst, wenn es Kinder
in der Nachbarschaft gibt, findet das
freie Spiel ohne Aufsicht wie früher
auf der Dorfstraße gar nicht mehr
statt. Die Langeweile, die zur Kreativität und zur Auseinandersetzung
mit den anderen zwingt, fehlt.
Aber die ruhige Dorfstraße gibt
es in der Stadt nicht. Der Alltag
ist doch voller Gefahren?
Eben nicht. Die Realität ist ganz anders: Verkehrsunfälle und sexuelle
Übergriffe sind nachweislich zurückgegangen. Der gefährlichste Ort
ist eigentlich der Haushalt. Und gerade dort sind die Kinder immer
häufiger. Warum Eltern heute so
verunsichert sind und Kinder möglichst rund um die Uhr überwachen
wollen, ist mir auch unklar. Möglicherweise gibt es einen Erwartungsdruck, da man sich ja heute permanent mit anderen Eltern in Foren
austauscht und medial über alle Arten von Gefahr informiert wird.
Die Bestätigung oder Meinung
anderer Eltern ist also wichtiger
als das Wohlergehen des Kindes?
So verallgemeinern möchte ich das
nicht. Auffällig ist aber, dass Eltern
sich zu stark an der Wissenschaft
und an Expertenmeinungen orientieren. Der eigene Kompass, was für
das Kind gut ist, ist dadurch verloren
gegangen. Kür und Pflicht werden
oft verwechselt. Kinder brauchen
nicht unzählige Förder- und organisierte Freizeitangebote, sie brauchen
Regeln, nach denen das Leben funktioniert. Und über diese Basics wird
nicht diskutiert.
Welche Basics meinen Sie?
Zum Beispiel Bitte und Danke sagen,
hygienisches Verhalten, achtsamer
Umgang mit Essen, andere nicht
verletzen und geregelte Schlafenszeiten. In weniger wichtigen Dingen
können Kinder ruhig mitreden.
Und dabei hat die Kita die besseren Karten?
Ja, denn in Kitas müssen mehrere
Kinder gleichzeitig betreut werden,
und das geht nur mit Regeln. Was
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ch hab‘ es getan und wahrscheinlich jeder, der ehrlich zu
sich selbst ist. Ob nun auf die
Hand gekritzelte Mini-Notizen oder
als kleiner Zettel im Federkästchen –
die Meisten dürften während ihrer
Schulzeit mal gespickt haben. Kleine Schrift, viele Abkürzungen und
die Angst vom Lehrer erwischt zu
werden, machten so ein Vorhaben
zu einer echten Herausforderung.
Das Witzige war in vielen Fällen:
Hatte man den Spickzettel dabei,
brauchte man ihn oft gar nicht.
Durch das Aufschreiben und Durchlesen war der größte Teil der Informationen im Hirn gespeichert.
Heute hat mein Großer (20) seine
letzte Prüfung an der Uni. Das vierte
Erstes Rechnen im Kindergarten – hier im „Apfelbäumchen“ in Chemnitz: Erzieher Marcel Voigt mit Sari, Luca, Timothey und Hanna. (v. l.).
die Wünsche angeht, lernen Kinder
in der Gruppe besser, dass man
Mehrheitsentscheidungen
ohne
Murren mittragen und auch mal
dem Gegenüber etwas gönnen
muss. In der Einkindfamilie ist Sohn
oder Tochter der Mittelpunkt. Das
erwarten sie dann auch von den Mitschülern oder Arbeitskollegen. Spätestens dann verstehen sie die Welt
nicht mehr. Was gut gemeint ist,
kann auf längere Sicht auch schaden, solche Kinder werden eher psychisch auffällig, wie unsere Untersuchungen belegen.
Bereitet die Kita noch genügend
auf die Schule vor?
Heute geht es in erster Linie um die
Beaufsichtigung. Für die Kita gibt es
keinen Lehrplan. Das müsste sich
ändern. Hier ist aber der Staat gefragt. Ich stelle mir dafür einen interdisziplinären Rat vor, der sich über
Bildungsschwerpunkte verständigt
und sie regelmäßig hinterfragt. Der
Rat darf aber nicht nur aus überengagierten Eltern und Wissenschaftlern bestehen. Sonst bleibt alles sehr theorielastig.
Welche Kita ist gut fürs Kind?
Wäre eine Tagesmutter eine Alternative?
Die wenigsten psychischen Auffälligkeiten sehen wir bei Kita-Kindern, die ihre feste Gruppe und Erzieher haben, mit denen sie zumindest am Vormittag drei bis vier Stunden verbringen, wo sich gezielt beschäftigt und gemeinsam gegessen
wird. Tagesmütter sind dann eine
gute Alternative, wenn die Zusammensetzung der Gruppe stimmt,
wenn Regeln und Freiheiten ausgewogen sind. Einen generellen Vorteil gegenüber guten Kitas kann ich
nicht erkennen.
Sie betonen die guten Kitas. Gibt
es auch schlechte?
Schlecht ist sehr rigide, eine solche
Bewertung steht mir auch nicht zu.
Aber es gibt Kitas, die sehr stark
nach einem offenen Konzept arbeiten. Damit habe ich ein Problem,
denn in diesen Kitas gibt es kaum
Regeln, die für alle gelten. Jedes Kind
kann beinahe tun und lassen, was es
will. Davon profitieren leider die
wenigsten Kinder.
Lust am Erzieherberuf. Das ist sehr
schade. Mit Sorge sehe ich deshalb
Bestrebungen zur Akademisierung
des Erzieherberufs. Wichtiger als
der Notendurchschnitt, der für ein
Studium zwangsläufig erwartet
wird, sind für mich die Einstellung
zum Beruf, bestimmte Charaktereigenschaften und Herzenswärme gegenüber Kindern.
Was können Eltern außer der Kita-Betreuung tun, um ihre Kinder zu psychisch stabilen Menschen zu erziehen?
Eltern sollen als erstes Sicherheit,
Vertrauen und Klarheit vermitteln.
In Ergänzung zur Kita sind sie natürlich für viel Nähe, Zuneigung und
Lob zuständig. Sie vermitteln ihnen
Werte, zum Beispiel Höflichkeit, Anerkennung oder Mitgefühl. Denn
das große Ziel ist, sie Stück für Stück
loszulassen und nicht an sich zu binden. Auch wenn das viele Eltern
jetzt nicht so gerne lesen.
Aber die Gesellschaft will doch
flexible Persönlichkeiten. Sind
diese Kinder nicht sogar besser
auf das Leben vorbereitet?
Nein. Denn auch das wirkliche Leben funktioniert nach Regeln. Und
flexibel kann man nur sein, wenn
man seelisch stabil ist und die Basics
verinnerlicht hat. Und dafür ist im
Kindesalter ein geregelter Tagesablauf genauso wichtig wie Freiraum
für die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. Das gibt Sicherheit und
fördert die Selbstständigkeit.
Beim Stichwort Selbstständig-
keit denke ich heute an junge Erwachsene, die immer noch von ihren Eltern umsorgt werden.
Können die Eltern nicht loslassen oder ist die heute heranwachsende Generation tatsächlich unselbstständiger?
Beides, jedoch mit Abstrichen. In der
Tat können viele Eltern nicht gut
loslassen und sind übertrieben vorsichtig. Als Kinderpsychiater meine
ich, dass manchen sogar eine Therapie ihrer eigenen Ängste gut täte.
Denn wenn ich meinem Kind nichts
zutraue, traut es sich auch selbst
nichts zu, mit den bekannten Folgen
wie weniger Sozialkontakten und
Auswirkungen auf die psychische
Gesundheit. Eltern müssen ihren
Kindern eine gesunde Selbstsicherheit mitgeben, sie wissen lassen: Ja,
ich traue dir das zu, du schaffst das.
Auch aus Misserfolgen oder einer
Beule lernt man. Beim nächsten Mal
passt das Kind dann besser auf.
Erfahrungen sammeln, sich auch
mal eine Beule holen – in der Kita
haben Erzieher dann aber auch
schnell eine gerichtliche Klage
am Hals.
Und das Schlimme ist, diese Eltern
bekommen sogar oft noch Recht.
Meinen Einwand dürfen Sie nicht
missverstehen. Ich bin nicht gegen
die Fürsorge- und Aufsichtspflicht
in der Kita. Keinesfalls darf man
Kinder sehenden Auges in Gefahren
laufen lassen. Eltern und Erzieher
sind dazu da, Schaden vom Kind abzuwenden. Das heißt aber nicht,
dass ihm jeder Stein aus dem Weg
geräumt werden muss. Das richtige
Maß ist eben immer eine Gratwanderung. Und die möglichen juristischen Folgen nehmen auch vielen
motivierten jungen Menschen die
natürlich auch der Beschützer-Instinkt: „Mach das bloß nicht“, erwiderte ich und erzählte minutenlang,
was alles passiert, wenn ....
Am anderen Ende der Leitung
herrschte Ruhe. Plötzlich: „Bist du
endlich fertig? Wir dürfen nämlich
spicken, eine A4-Seite handgeschrieben ist in manchen Fächern erlaubt“, erzählte mein Großer.
Was für kluge Dozenten! Wer
zum Beispiel in Analysis nix kapiert
hat, den wird vermutlich auch ein
Spickzettel nicht mehr retten. Doch
so konnten sich die jungen Leute
noch mal ganz frei mit dem Stoff beschäftigen. Sie mussten die Fakten
strukturieren, Wichtiges und Unwichtiges trennen – denn der Spickzettelplatz war ja begrenzt.
Und sofort kam mir ein Gedanke!
Warum geht das nicht auch in der
Schule? Würden die Schüler wirklich weniger lernen, wenn man zu
jeder Klassenarbeit einen – sagen
wir – selbst geschriebenen A-5-Zettel mitnehmen dürfte? Ich finde, einen Versuch wäre es wert.
Und noch einen positiven Aspekt
hat die geduldete Spickerei. Mein
Großer schreibt ja im Studium nicht
mehr per Hand. Alles wird in Sekundenschnelle in den Laptop getippt –
auch während der Vorlesungen. Das
führt dazu, dass seine Handschrift
wenig eigenen Stil hat – vor allem
bei der Unterschrift merkt man das.
Die sieht aus, wie mit einer Schreibmaschine getippt. Doch nach dieser
Menge Spickzettel bin ich sicher, hat
auch seine Handschrift ein bisschen
an Ausdruckskraft gewonnen.
„Eltern orientieren
sich zu stark an der
Wissenschaft und
an Experten. Der
eigene Kompass,
was für das Kind
gut ist, ist dadurch
verloren gegangen.“
UNTER UNS
Spicken erlaubt
GRIT STRIETZEL
ÜBER ZETTEL IN DEN PRÜFUNGEN
[email protected]
Semester geht zu Ende und wie immer müssen die Mathematik-Studenten dann beweisen, ob sie in den
Vorlesungen auch etwas mitbekommen haben. Also fragte ich am Telefon: Hast du schon gelernt? Er lachte: „Nein, aber ich habe geschrieben.
Meinen Spickzettel!“
Nun gibt es ja bei Müttern gewisse Automatismen. Und dazu gehört
FOTO: ANDREAS SEIDEL
Zur Person
Professor Dr. Veit Rößner (41) ist
Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Dresden. 2006 schloss
er die Ausbildung
zum Facharzt für
Kinder- und Jugendpsychiatrie und
-psychotherapie ab.
Er ist seit 2009 Professor an der Technischen Universität
Dresden. Veit Rößner ist verheiratet, Vater von drei Kindern und lebt in Dresden. Für die
„Freie Presse“ schreibt er jeden zweiten Mittwoch die Kolumne „Kinder,
Kinder“.
FOTO: UNIKLINIK
NACHRICHTEN
Fernsehen
Matthias Brandt
spielt eine Verwandlung zum
Gewalttäter.
Seite A3
DEN BEITRAG HÖREN können Sie, wenn Sie diesen Code
per Smartphone oder TabletRechner scannen.
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A2 Freie Presse
ROMAN & RÄTSEL
D
er Bus fährt in zehn Minuten, und da liegst du noch
im Bett?“, fragte sie mit
sanfter Stimme und stieg über den
Berg Kleidung. Chloé hob den Kopf
und öffnete die Augen: „Ich muss
wohl wieder eingeschlafen sein.“
„Aber das macht doch nichts,
mein Schatz, bleib ruhig noch ein
wenig liegen, dann fahre ich dich
natürlich in die Schule“, säuselte
Heike, während sie die Vorhänge
mit den aufgedruckten Erdbeeren
auseinanderzog.
Chloé schirmte die Augen mit
der Hand ab und blinzelte: „Okay,
wie du willst, Mami.“
„Was möchtest du denn für die
Pause? Vielleicht ein Stück Tiküpi
oder lieber zwei Milchschnitten
oder beides?“
„Ja … gerne beides. Ist alles in Ordnung mit dir?“
Tiefkühlpizza und Kindermilchschnitte gehörten zu den Lebensmitteln, die Heike am meisten verachtete, und Chloé konnte das Angebot ihrer Mutter daher nicht un-
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Katharina Sulzbach
Großwildjagd
© 2014 Knaur Taschenbuch Verlag – Folge 94
entfernen, doch der hauchdünne
Kunststoff zerriss. Heike atmete
mehrfach tief ein und aus, dann holte sie eine neue Monatslinse aus
dem Schrank und setzte sie ein. Es
waren einige Anläufe nötig, bis sie
im Auge blieb. Aus dem Spiegel sah
ihr eine Frau mit roten Augen und
verschmierter Wimperntusche entgegen, die sie nicht sein wollte.
mittelbar einordnen. „Alles wunderbar“, antwortete diese und ging über
den Flur in ihr Badezimmer. Sie begann, sich die Wimpern schwarz zu
tuschen. Dabei rutschte sie mit dem
Bürstchen ab und schrammte über
die linke Kontaktlinse. Umständlich
versuchte sie, die wasserfeste Mascara mit der Reinigungsflüssigkeit zu
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und im Online-Shop der „Freien Presse“.
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auf der A 5, die vielen Baustellen, du
weißt ja“, log Heike. Sie waren schon
seit vorgestern Mittag zurück in Königstein.
„Also stell dir vor, wir haben
mein Auto wiedergefunden. Es
stand aber gar nicht mehr da, wo ich
es geparkt habe, sondern in der
Hochstraße. Ich habe ja die Leute aus
der Werkstatt in Verdacht. Bei der
letzten Inspektion hatten die den
Schlüssel, und das hört man doch
immer wieder, dass die …“
„Aber Maman, in der Hochstraße
parkst du doch fast immer, wenn du
in die Stadt gehst.“
„Ja, aber nie so weit hinten. Der
Wagen stand ja hinter der Kreuzung zur Kaiserhofstraße.“
Heike seufzte. „Na, jedenfalls ist
es doch gut, dass dein Auto wieder
aufgetaucht ist.“
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wirklich so dumm sein?“ Ihr Telefon
klingelte: Nummer unbekannt. Sofort drückte sie auf das grüne Telefon an der Freisprechanlage.
Wie sollte sie sich melden? Am
besten ein wenig nachlässig. Sie
würde sagen, er solle sie später noch
einmal anrufen. Besser noch morgen. Oder sie würde selbst zurückrufen, sobald sie Zeit hätte.
„Ja, bitte?“
„Endlich erreiche ich dich mal!
Bei euch geht auch niemals jemand
ans Telefon“, sagte die Stimme ihrer
Mutter in nörgelndem Tonfall.
„Maman, du bist es!“
„Seid ihr wieder zurück? Du hast
gar nicht angerufen.“
„Ja, wir sind erst gestern spätabends angekommen, der Julierpass
war schneebedeckt, und es gab Stau
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Zehn Minuten später stand sie im
Stau vor dem Königsteiner Kreisel
und trommelte mit den blassen Fingernägeln auf das rehbraune Lederlenkrad. Heike hatte Carlo in den
Kindergarten gebracht und Chloé
an der Schule abgesetzt.
Und wie sollte sie sich jetzt noch
davon ablenken, dass er nicht angerufen hatte? Seitdem er neben ihr
die teppichbelegte Treppe des Suvretta House hinuntergestiegen war –
nicht ein einziges Mal. Sie kontrollierte erneut, ob ihr Telefon funktionierte. Dann rief sie ihn selbst an. Er
antwortete nach dem siebten Klingelton. Sie legte auf.
Ihm war nichts passiert. Er rief sie
nur einfach nicht an.
Warum hatte sie ihn angerufen?
Er würde nachvollziehen können,
dass sie es gewesen war. Hoffentlich
nicht! Ob es viele gab? Viele Frauen,
die ihn anriefen und dann auflegten?
Vor Wut schlug sie mit beiden
Händen auf ihr Lenkrad ein und
übersah dabei die seit einem Jahr
fest installierte Blitzersäule auf der
Sodener Straße.
Sie schrie: „Kann man eigentlich
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FERNSEHEN & RADIO
Montag, 10. August 2015
IM RADIO
LESUNG
Erinnerungen
an die Familie Mann
Ein enthusiasmierter Brief an Thomas
Mann hatte dem Schweizer Gymnasiasten Georges Motschan 1937 eine
Einladung ins Dichterhaus in Küsnacht zum Tee eingetragen, schreibt
der Sender. Zwölf Jahre darauf, im
Sommer 1949, stellte der inzwischen wohlhabende junge Industrielle seinen Buick Katja und Thomas
Mann für ihre erste NachkriegsDeutschlandreise von Frankfurt
über München nach Weimar zur
Verfügung. MDR Figaro sendet von
heute an in fünf Teilen Motschans
Erinnerungen an diese Reise. (fp)
MDR FIGARO 9.05 UND 19.05 UHR
Freie Presse
Sein wahres Gesicht
A3
Lange Reise
zum eigenen
Selbst
In dem Spielfilm „Eine
verhängnisvolle Nacht“
spielt der Schauspieler
Matthias Brandt eine
schlimme Verwandlung.
Arte zeigt den Film
„Don’t Come Knocking“
Was ist übriggeblieben vom Erbe
der DDR im gesamtdeutschen Musikbetrieb? So fragt sich die Reihe
„Neue Musik“ zu später Stunde. Welche Rolle spielen im Osten sozialisierte Komponisten heute, und inwieweit kann man noch von einer
spezifischen Tradition und Ästhetik
sprechen? Die Sendung „Ein Potenzial tätiger Hoffnung – Komponieren im nicht mehr geteilten
Deutschland“ von Florian Neuner
aus dem Jahr 2010 geht diesen Fragen nach. (fp)
ZDF 20.15 UHR Dass Matthias Brandt
„Psycho“ kann, ist zwar nicht erst
seit seiner viel gelobten Lesetour bekannt, aber wenn der Schauspieler
auf der Bühne zu Jens Thomas’ enervierender Klaviermusik aus dem
einst von Hitchcock verfilmten
Schockerklassiker zitiert, ist so mancher Besucher dennoch erstaunt:
Brandts Charisma und Stimme wirken bis in die letzte Ecke des Saales,
es gibt keinen Zuhörer, dem die
Schauer nicht eiskalt den Rücken
herunterjagen. Nicht anders ergeht
es den Fernsehzuschauern, die den
Darsteller in Miguel Alexandres
ZDF-Thriller „Eine verhängnisvolle
Nacht“ erleben. Der Film von 2013
erzählt von Lehrerin Hannah (Silke
Bodenbender), einer alleinerziehenden Mutter von zwei Kindern, die
sich in ihren zunächst so charmant
und zurückhaltend wirkenden Kollegen Bernd verliebt.
Seine Blicke sind warm und eindringlich, die Stimme ist sanft, die
Worte mit Bedacht gewählt, und alles, was er sagt, ist von Klugheit und
Verständnis: Männer wie diesen
Bernd (Brandt) gibt es nicht viele. Jedenfalls nicht für eine alleinstehende Frau wie Hannah, die mit Anfang
40 das Thema Liebe fast schon abgehakt hätte. Dass sich die selbstbewusste und eigentlich alles andere
als naive Lehrerin rasch in den neuen Kollegen verliebt, ist fast logisch.
Lebensnah und ziemlich unspektakulär wird geschildert, wie sich
die beiden näherkommen und einige romantische Wochen als Paar verbringen. Der Zuschauer tappt dabei
in dieselbe Falle wie Hannah, die mit
Bernd zunächst alles richtig zu machen scheint – bis diese Lovestory
(Buch: Harald Göckeritz und Miguel
Alexandre) alsbald eine radikale
Wendung nimmt.
Nur ein paar unscheinbare Gesten und Worte genügen, alltägliche
Aussagen einer selbstbestimmten
Frau, die sich gegenüber ihrem Partner mitteilt, und schon zeigt Bernd
sein wahres Gesicht. Der Lehrer
tickt von einem Augenblick auf den
anderen aus. Er schlägt Hannah zusammen, und mit ungezügelter Bru-
talität vergewaltigt er sie. Der Mann,
den sie zu lieben glaubte, entpuppt
sich als manisches Tier und bald
auch als Stalker, vor dem es kein
Entkommen zu geben scheint.
Die spannend aufgebaute Story
überdreht im zweiten Teil leider völlig. Aber Matthias Brandt liefert als
augenscheinlich kranker Mann, der
seine Aggressionen nicht im Zaum
halten, Richtig nicht von Falsch und
Gut nicht von Böse unterscheiden
kann, einmal mehr eine tief beeindruckende Show ab. (tsch)
Von Wim Wenders
durfte man nie rasante Roadmovies
oder komödiantisch Leichtes erwarten. Aufs ernste Fach geeicht, machte er im Laufe seiner Karriere die Erfahrung, dass bei ihm „Autorenfilm“
fast schon zum
Schimpfwort wurde. Mit „Don’t Come Knocking“, das
einen ehemals gefeierten WesternDarsteller
(Sam
Shepard, Foto) aus
seinem
lächerlichen Leben entfliehen lässt, brachte
er 2005 allerdings eine für ihn neue
heitere Gelassenheit in sein Schaffen und gewann einer eigentlich tragischen Reise ins Ich überraschend
komische Seiten ab.
Und das mit dem gewohnten Gespür für hypnotische Aufnahmen
(Kamera Franz Lustig), einen intensiven Soundtrack und faszinierende
Stimmungen. Der deutsch-französische Kulturkanal Arte sendet den
Spielfilm heute Abend in seiner Reihe zum Geburtstag des Regisseurs,
der am Freitag 70 Jahre alt wird. Freitagnacht, 00.10 Uhr zeigt das Magazin „Kurzschluss“ außerdem ein
Kurzporträt und zwei Kurzfilme
von Wim Wenders. (tsch)
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FEATURE
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Mann ist, den sie kennenzulernen glaubte.
FOTO: CHRISTOPH ASSAUER/ZDF
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A4 Freie Presse
RECHTSSCHUTZ
Versicherung deckt
Glücksspiel nicht ab
Eine Rechtsschutzversicherung darf
den Versicherungsschutz für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang
mit Glücksspielen, Spekulationsund Kapitalanlagegeschäften ausschließen. Das berichtet die „Monatsschrift für Deutsches Recht“
(9/2015) unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf. Nach Auffassung der Richter
sind solche generellen Ausschlussklauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) wirksam, da sie den Versicherten weder
unangemessen
benachteiligen,
noch für ihn überraschend seien.
Das Gericht bestätigte mit seinem Spruch die Rechtmäßigkeit einer Klausel in den AGB einer Rechtsschutzversicherung. Nach seiner
Auffassung darf eine Rechtsschutzversicherung ihre Leistungspflicht
für hochriskante Geschäfte wie
Spiel- und Wettgeschäfte oder spekulative Geldanlagen, aber auch für
Kapitalanlagen generell ausnehmen. Denn hier handele es sich um
besonders kostenträchtige und häufige Streitfälle. (dpa)
Aktenzeichen: I-6 U 78/14
NACHRICHTEN
COMPUTER
Freie Luftwege sind
Schutz vor Hitzetod
Besonders ältere Computer und
stark beanspruchte Rechner kommen bei hohen Außentemperaturen
leicht ins Schwitzen. Leistungseinbußen oder Schäden am Computer
können die Folge sein. Deswegen
sollten die Luftwege zu Prozessor
und Grafikeinheit frei sein, rät die
Zeitschrift „c’t“. Bei Staub in Rechnern wird das Gehäuse bei gezogenem Netzstecker geöffnt und die
Bauteile mit einem weichen Pinsel
oder einem Staubsauger auf geringster Stufe gereinigt. Hilfe bietet auch
ein zusätzlicher Ventilator, der Luft
auf den Rechner bläst. (dpa)
ERNÄHRUNG
Haut an Dicken
Bohnen entfernen
Viele kennen Dicke Bohnen aus deftigen Gerichten mit Speck oder
Mettwurst. Doch sie schmecken
auch in leichten Sommermenüs.
Der Provinzialverband Rheinischer
Obst- und Gemüsebauer empfiehlt,
die ledrige Haut um die Bohnenkerne nach dem Blanchieren zu entfernen. Das ist zwar etwas kniffelig und
ein zusätzlicher Arbeitsschritt –
aber es lohnt sich. Das Gemüse ist
dann viel feiner und milder als mit
der Haut. Die Dicken Bohnen
schmecken beispielsweise im Salat,
als Beilage zu Fisch und Fleisch oder
im Risotto und enthalten viel Eiweiß. (dpa)
RATGEBER
Montag, 10. August 2015
Der lange Weg zum richtigen Laufschuh
Die Stiftung Warentest hat 17 Herrenlaufschuhe geprüft – Nur einer war sehr gut
Joggen ist zur Massenbewegung
geworden. Doch den idealen Laufschuh für alle gibt es nicht. Das bestätigt eine Analyse der Stiftung
Warentest nach dem Test von
17 Herrenlaufschuhen – davon
zehn Neutral-, sechs Stabilitätslaufschuhe und ein Barfußlaufschuh.
Welche Unterschiede gab es
bei den Tests?
Neutralschuhe eignen sich für Läufer, die keine oder nur geringe Fußfehlstellungen haben und für die orthopädische Probleme kein Thema
sind. Stabilitätsschuhe benötigen
Läufer, die stark mit der Ferse nach
innen einknicken. Sieger im Praxistest, für den 24 Läufer mit jedem Modell fünf Kilometer zurücklegten,
wurde der Stabilitätslaufschuh
Asics GT 1000 3. Die meisten Modelle bekamen gute Noten. Nur Nike
Air Zoom Elite 7 und Lunge Vivo erhielten ein „befriedigend“. Die Stützfunktion war bei allen ausgeprägt
bis sehr ausgeprägt – mit Ausnahme
des Nike Air Zoom Elite 7, der auch
nur eine geringe Stoßdämpfung aufwies. Bei der Biegfestigkeit der Laufsohle bekamen Lunge Vivo, Adidas
Supernova Sequence Boost und Nike Free 5.0 nur ein „mangelhaft“, die
meisten Modelle „gut“ bis „sehr gut“.
Wie bereite ich mich auf den
Schuhkauf vor?
Zunächst sollte man sich seine Fußstellung beim Laufen anschauen.
„Knickt die Ferse nur wenig nach innen ein, nennen das Orthopäden
normale Pronation“, sagt Falk Murko von der Stiftung Warentest. Die
natürliche Pronation, mit der das
untere Bein Stöße abfängt, liegt im
Bereich von zwei bis drei Prozent.
Ein Laufschuh sollte diese Bewegung nicht behindern. Wer beim
Laufen stark nach innen einknickt,
benötigt mehr Stabilität in den
Schuhen. Zu erkennen ist das meist
schon mit bloßem Auge. Durch geeignete Laufschuhe lassen sich individuelle Fehlstellungen ausgleichen. „Die Innenseite der Schuhe
wird dabei mit einem festeren Sohlenmaterial verstärkt. Das wirkt
dem Abkippen entgegen“, sagt Lutz
Melzer, Geschäftsführer des Laufsportladens in Dresden und Chemnitz. Die stärkste Stützwirkung fanden die Tester bei den Modellen Mizuno Wave Inspire 11 und der Nike
Zoom Struktur 18. Kippt der Fuß
weit nach außen, sollte der Schuh eine angepasste Leistenform haben.
Und wenn ich diese Fehlstellungen nicht selbst erkenne?
Dann hilft eine Video-Laufbandanalyse. „Wir empfehlen, neben kurzen
Laufhosen die alten Schuhe mitzubringen und lassen zuerst damit und
danach noch barfuß laufen“, sagt
Lutz Melzer. Anhand der Videoaufzeichnungen werden Fuß- und Beinachsen bestimmt, Abrollverhalten
wogene Druckverteilung trage zu einem guten Komfortgefühl bei. Laut
Stiftung Warentest erfüllten das bei
den Neutralschuhen New Balance
880 V4 und Saucony Ride 7, bei den
Stabilschuhen Saucony Guide 8. Für
trainierte Läufer ist eine Stoßdämpfung dagegen nicht entscheidend,
weil sie bereits eine stärker ausgeprägte Muskulatur haben. „Dämpfung nimmt auch Energie, da der
Fuß in die Sohle einsinkt“, sagt
Melzer. Für ihn ist die Dämpfung
von Laufschuhen deshalb weniger
entscheidend.
Kritischer Blick: Lutz Melzer, der auch einen Laufsportladen in Chemnitz betreibt, prüft in seinem Dresdner Geschäft
Beinstellung und Abrollverhalten auf dem Laufband. Ein Video zeichnet alles auf.
FOTO: RONALD BONSS
4 von 17 getesteten Laufschuhen
Testsieger: Asics GT-1000 3
besitzt eine ausgeprägte
Stützfunktion und Stoßdämpfung.
Barfußlaufschuh: Nike
Free 5.0 dämpft gering und
stützt mittel, stärkt aber
den Bewegungsapparat.
Neutrallaufschuh: Asics
Gel-Cumulus 16, ausgeprägte Stoßdämpfung, für
geringe Fußfehlstellung.
und Fußfehlstellungen sichtbar.
„Bei Kniebeugen simulieren wir den
Ermüdungszustand beim Laufen,
beim Zehenstand sehen wir die Gewölbeform des Fußes.“ Die Abnutzung der alten Schuhe lässt sich
ebenfalls mit den Aufzeichnungen
beurteilen. Die ermöglicht Rückschlüsse auf Fehlstellungen: Eine im
Vor- und Rückfußbereich innen stärker abgelaufene Sohle deutet ebenso
auf eine Überpronation – übermäßiges Nach-innen-Kippen – hin wie
ein im Rückfußbereich innen ausgebeulter Schaft. Diese Kriterien helfen, den passenden Schuh zu finden.
Wem dieser am Anfang noch
drückt, der sollte nicht verzagen,
meint Lutz Melzer: „Ein Schuh muss
erst 50 bis 80 Kilometer eingelaufen
sein, ehe es wie geschmiert läuft.“
heben, Papier zerreißen oder Handtücher falten sind gute Übungen“,
sagt Laufexperte Melzer. Lange Wartezeiten wie an Haltestellen könnten mit langsamen Bewegungen in
den Zehenstand und wieder zurück
überbrückt werden. 30 bis 40 Mal
sollte diese Übung wiederholt werden. Wirksam ist für Lutz Melzer
auch Zähneputzen auf einem Bein
und mit geschlossenen Augen in
leichter Kniebeuge. So ist die Konzentration auf die Kräftigung von
Fuß- und Beinmuskulatur groß. Wer
es laut Melzer schafft, sich mit Socken auf glattem Linoleum mit den
Zehen vorwärts zu ziehen, ohne sich
mit Hüfte und Oberkörper zu bewegen, tut viel für seine Füße. Neben
den aktiven Möglichkeiten helfen
zusätzlich noch Einlagen.
Gibt es Übungen, um Fehlstellungen zu minimieren?
Gymnastik kräftigt die Fußmuskulatur. „Mit den Zehen Murmeln auf-
Wie lange sollten Laufschuhe getragen werden?
Viele Anbieter sehen die Notwendigkeit zum Schuhtausch nach etwa
Stabilitätslaufschuh: Mizuno Wave Inspire 11, Pronationsstütze ausgeprägt.
FOTOS: STIFTUNG WARENTEST
1000 Kilometern. Die Empfehlung
von Lutz Melzer lautet: 1000 bis
1500 Kilometer, bei den in Deutschland hergestellten Lunge-Schuhen
nach Melzers Erfahrung das Doppelte. Allerdings schnitten diese Schuhe bei der Stiftung Warentest nicht
gut ab. Schwächen gab es bei der
Biegfestigkeit der Sohle. Geprüft
wurden auch Scheuerbeständigkeit
von Fersenfutter und Einlegesohle.
Beim Lunge Vivo sei eine Sohle im
Dauertest gebrochen, bei Adidas Supernova Sequence und Nike Free seien größere Risse im vorderen Teil
aufgetreten. Insgesamt aber hätten
die Labortests zur Haltbarkeit gute
Ergebnisse gebracht, heißt es im Bericht.
Wie wichtig sind Stützfunktion
und Dämpfung im Laufschuh?
Laut Stiftung Warentest ist Stoßdämpfung für wenig geübte Läufer
wichtig, um die noch nicht trainierten Gelenke zu schonen. Eine ausge-
Welche Erfahrungen gibt es mit
Barfußlaufschuhen?
Die von Stiftung Warentest auf die
Strecke geschickten Läufer bemängelten vor allem beim Barfußlaufschuh Nike Free 5.0 fehlende Dämpfung. Auch wenn es Kunststoffsohlen mit stärkerer Dämpfungswirkung im Barfußbereich gibt, so ist es
Sinn der Barfußlaufschuhe, beim
Laufen jede Unebenheit zu spüren.
Lutz Melzer sieht diese Schuhe als
Ergänzung fürs Lauftraining. „Wer
dreimal die Woche rennt, sollte einmal 20 Minuten mit Barfußlaufschuhen Technik üben – wie LaufAbc und Steigerungsläufe.“
Die Fünf-Finger-Schuhe, die derzeit
im Trend liegen, sind allerdings
nicht jedermanns Sache. „Wer
schwitzt und dann jede Zehe in ein
Extrafach zwängen muss, hat viel zu
tun“, sagt Melzer. Läufern, die mehrmals in der Woche trainieren, empfiehlt der Experte ohnehin verschiedene Modelle. Sie im Wechsel zu tragen schützt laut Warentest vor einseitiger Belastung.
In welcher Preisspanne ist ein
guter Laufschuh zu bekommen?
Die Stiftung Warentest geht nach
ihren Tests von einer Preisspanne
zwischen 110 und 180 Euro aus.
Lutz Melzer setzt Preise von 110 bis
140 Euro an.
Was brachte die Prüfung der
Produktionsbedingungen?
Bei Fabriken in Asien ermittelten
die Tester wenig Lohn für die Arbeitnehmer und viele Überstunden. Die
Arbeitsbedingungen waren oft akzeptabel. Laut Testurteil engagieren
sich Adidas, Brooks, Reebok und Salomon „befriedigend“ für Mitarbeiter und Umwelt. Beim Anbieter Lunge, der mit dem Produktionsstandort Deutschland punktet, sei keine
Systematik beim Umweltschutz erkennbar. Es gibt dort den Testern zufolge kaum schriftliche Vorgaben
für den Gesundheitsschutz, den
Umgang mit Chemikalien und zum
Schadstoffgehalt in Materialien für
die Zulieferbetriebe. Mizuno, New
Balance, Nike und Saucony hätten
Einblicke in ihre Unternehmen verweigert.
ALLE ERGEBNISSE in der Zeitschrift „test“,
Ausgabe 8/2015.
NATUR
Wildbienen wohnen
in Königskerzen
Hobbygärtner sollten ihren Garten
nicht zu gründlich aufräumen. Wer
einige dicke Stiele der Königskerze
oder der Brombeere nicht wie üblich
abschneidet, sondern diese den
Winter über stehen lässt, bietet
Wildbienen ein Zuhause. Dazu rät
die Deutsche Wildtier Stiftung in
Hamburg. (dpa)
MODE
Lange Kleider
perfekt zu Sandalen
Zu bodenlangen Kleidern passen
zarte Ballerinas oder feminine Sandalen. Abends gehen dazu auch
High Heels, erklärt die Imageberaterin Anneli Eick aus Würzburg. Nur
grobe und sportliche Schuhe trägt
man zu dem langen Kleid besser
nicht – sie lassen die Figur plump erscheinen. Generell kann jeder Figurtyp zu den langen Kleidern greifen.
Denn je nach Schnitt kaschieren sie
Bauch, Hüfte und Beine. (dpa)
Vier Beine auf zwei Rädern
Wenn Hunde mit auf die
Radtour sollen, ist das oft
nicht sicher. Besser als
Kinderanhänger sind
Lastenfahrräder.
VON HEIKO DILK
„Prinzipielle rechtliche Probleme
gibt es mit Tieren auf dem Fahrrad
nicht“, sagt Simon Hüther vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Es
gelte der Grundsatz, dass erlaubt ist,
was den Verkehr nicht gefährdet. Im
Fahrradkorb sollten aber nur Tiere
mitfahren, die nicht mehr als fünf
Kilogramm wiegen, gibt Hüther zu
bedenken. Sonst drohen Probleme
mit Fahrstabilität und Balance.
Für größere Tiere empfiehlt sich
ein Hundeanhänger. „Die Idee, da
den Kinderanhänger zu nehmen, ist
sicher nicht optimal“, sagt Gunnar
Fehlau vom Pressedienst Fahrrad.
Darin lässt sich der Hund nicht korrekt sichern, und wenn er weiter für
Kinder genutzt werden soll, sind
Schmutz und Haare ein Problem.
„Eine weitere Möglichkeit ist die
Anschaffung eines Lastenfahrrads“,
sagt Fehlau. In Kombination mit einer entsprechenden Box für den
Tiertransport sei das eine unkomplizierte Lösung – allerdings auch
recht teuer. Mindestens 1500 Euro
muss man einplanen, während ein
guter Hundeanhänger schon für um
die 300 Euro zu haben ist.
Wichtig für den Transport
schwerer Hunde im Hänger ist laut
Fehlau, dass das Fahrrad für die zusätzliche Last geeignet ist. Unter
Umständen ist es schon in die Jahre
gekommen. „Da muss ich gucken:
wechselt die Schaltung unter Last
noch zuverlässig die Gänge? Ziehen
die Bremsen kräftig genug?“ Gerade
bergab macht sich das zusätzliche
Gewicht hier bemerkbar.
Gute Aussichten: Hunde wollen immer dabei sein. Im Fahrradanhänger behalten sie auf der Radtour den Überblick.
FOTO: WWW.PD-F.DE/ZWEIPLUSZWEI/DPA
Doch auch in anderen Situationen macht sich die Ladung bemerkbar. „Bevor man mit dem Hund auf
Tour geht, sollte man mit leblosem
Gepäck üben“, rät Fehlau. Einige
Runden mit Sandsack statt Hund im
Hänger helfen, sich an das neue
Fahrgefühl zu gewöhnen. Dazu rät
auch Katrin Umlauf vom Deutschen
Tierschutzbund. „Einfach reinsetzen und losdüsen ist sicher nicht der
richtige Weg.“
„Bei einem Lenkerkorb sollte
man das Tier erst mal im Stand daran gewöhnen“, rät Umlauf. Größere
Hunde gewöhnt man an den Anhän-
ger, indem man ihn zunächst per
Hand zieht, bevor man schließlich
eine Runde auf abgesperrtem Gelände dreht. Wer gleich im Straßenverkehr startet, riskiert, dass der Hund
Panik bekommt. Wird das Tier in einem offenen Anhänger oder in einem Korb transportiert, sichert man
es entsprechend. „Es gibt dafür extra
Geschirre, sodass der Hund nicht
rausspringen kann“, sagt Umlauf.
Soll die Katze mit, dann nur in einem Korb mit Gitter.
Geraten die Tiere in Stress, sollten Radler das nicht ignorieren.
„Hunde fangen stark an zu hecheln,
werden unruhig und wollen nicht
sitzen bleiben. Dann sollte man eine
Pause einlegen“, rät Umlauf.
Dabei ist ein Anhänger nach ihrer Einschätzung eine sinnvolle
Möglichkeit, den Hund mit dabei zu
haben. „Bei hohen Temperaturen
oder bei jungen Hunden ist es nicht
ratsam, sie lange Strecken am Fahrrad laufen zu lassen.“ (dpa)