CaDanse - Liedtexte

CADANSE
Liedtexte
Um Mitternacht
Gelassen
Gelassen steigt die Nacht ans Land, lehnt träumend an der Berge Wand.
Ihr Auge sieht die goldne Schale nun der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn.
Und kecker rauschen die Quellen
Quellen hervor, sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr
Vom Tage, vom heute gewesenen Tage.
Das uralt alte Schlummerlied, sie achtet’s nicht, sie ist es müd.
Ihr klingt des Himmels Bläue süßer noch, der flüchtgen Stunden gleichgeschwungnes Joch.
Doch immer
immer behalten die Quellen das Wort, es singen die Wasser im Schlafe noch fort
Vom Tage, vom heute gewesenen Tage.
Eduard Mörike (1804 – 1875)
Drei Vaganten
Drei Vaganten fand ich einmal liegen an einer Weide,
wie mein Fuhrwerk mit müder Qual schlich durch sandige Heide.
Hielt der eine für sich allein in den Händen die Fiedel,
spielte umglüht vom Abendschein sich ein feuriges Liedel.
Hielt der zweite die Pfeif’ im Mund, blickte nach seinem Rauche,
froh, als ob er vom Erdenrund nichts
nichts zum Glücke mehr brauche.
Und der dritte behaglich schlief, und sein Cymbal am Baum hing,
über die Saiten der Windhauch lief, über sein Herz ein Traum ging.
An den Kleidern trugen die drei Löcher und bunte Flicken,
aber sie boten trotzig und frei Spott allen Erdengeschicken.
Dreifach haben sie mir gezeigt, wenn das Leben uns nachtet,
Wie man’s verraucht, verschläft, vergeigt und es dreimal verachtet.
Nach den Vaganten lange noch schaun mußt’ ich im Weiterfahren,
nach den Gesichtern dunkelbraun, nach den schwarzlockigen Haaren.
nach Nikolaus Lenau (1838)
Es freit ein wilder Wassermann
Es freit ein wilder Wassermann auf der Burg wohl über dem See.
Des Königs Tochter will er han, die schöne, junge Lilofee.
Sie ging auf der Brücke manchen Gang von
von der Burg bis über den See,
bis sie zu ihm unter Wasser sank, die schöne, junge Lilofee.
Darunter blieb sie sieben Jahr, im tiefen, tiefen See,
bis sie ihm sieben Kinder gebar, die schöne, junge Lilofee.
Sie hörte drunten die Glocken gehen, im tiefen, tiefen
tiefen See,
wollt’ Vater und Mutter wiedersehn, die schöne, junge Lilofee.
Und als sie vor dem Tore stand auf der Burg wohl über dem See,
da neigt’ sich Laub und grünes Gras vor der schönen, jungen Lilofee.
Und als sie aus der Kirche kam von der Burg wohl über dem See,
da stand der wilde Wassermann vor der schönen, jungen Lilofee.
Sag, willst Du mit mir hinuntergehn, in den tiefen, tiefen See,
Deine Kindlein unten weinen nach Dir, Du schöne, junge Lilofee.
Und eh’ ich die Kindlein weinen laß im tiefen, tiefen
tiefen See,
scheid’ ich von Laub und grünem Gras, ich arme junge Lilofee.
Deutschland, 19. Jahrhundert
Song for Ireland
Walking all the day near tall towers where falcons build their nests.
Silverwinged they fly, they know the call of freedom in their breasts.
Saw Black Head against the sky, where twisted rocks run down to the sea.
Living on your western shore, saw summer sunsets, asked for more,
I stood by your Atlantic Sea and sang a song for Ireland.
Talking all the day with true friends who try to make you stay,
Telling jokes and news, singing songs to pass the night away.
Watched the Galway salmon run, like silver, dancing, darting in the sun.
Drinking all the day, in old pubs where fiddlers love to play.
Saw one touch the bow, he played a reel which seemed so grand and gay.
Stood on Dingle Beach and cast, in wild foam we found Atlantic bass.
Dreaming in the night, I saw a land where nono-one had to fight.
Waking in your dawn, I saw you crying in the morning light.
Lying where the falcons fly,
fly, they twist and turn all in your airblue sky.
Living on your western shore, saw summer sunsets, asked for more,
I stood by your Atlantic Sea and sang a song for Ireland.
Phil Colclough (1982)
Schabab
Gut G’sell und Du mußt wandern, Dein Schätzel liebt ein’ andern,
Die ich geliebet hab, bei der bin ich Schabab.
Kann Dir’s nit gnugsam klagen, mein’
mein’ Schmerz und auch mein’
mein’ Pein,
Pein,
ich hoff jedoch, es wird sich noch an ihr selbst rächen fein.
Nun fahre, was nit bleiben will, es sind der Mütter
Mütter Kinder viel.
Ist eine mir beschert, von Herzen zugekehrt.
In rechten, guten Tagen, nicht wie ein falsches Kind,
sondern gerecht, ganz unverschmäht, ich mich mit ihr verbind’.
Doch reut
reut mich noch das Mägdelein, dieweil es ist so zart und fein,
daß sie ihr’ junge Tag’ verzehren soll in Klag’
mit einem alten Mann, der niemals Freud’ ihr macht,
sondern sauer sieht und stetig kriegt, des Jahrs nur einmal lacht.
Also muß ich mich scheiden hin, und ob ich jetzt gleich traurig bin,
nach trübselger Zeit kommt gerne wieder Freud.
Wenn Gott, der Herr läßt scheinen sein’ liebe, helle Sonn’
Im grünen Wald, alsdann kommt bald auch wieder Freud und Wonn’.
Georg Grünwald (ca. 1580)
Three Ravens
There were three ravens sat on a tree, they were as black as black might be.
The one of them said to his mate: Where shall we our breakfast take ?
Down in yonder green field there lies a knight slain ‘neath his shield.
His hounds they lie down at his feet, so well they do their master keep.
His hawks they
they fly so eagerly,
eagerly, no other fowl dare come him nigh.
Down there comes a fallow doe, as great with young as might she go.
She lifted up his bloody head and kissed his wounds that were so red.
She got him up upon her back and carried him to earthen lake.
She buried him before the prime, was dead herself ere even song time.
God send every gentleman such hounds, such hawks and such a leman.
England, ca. 1600
Staines Morris
Come ye young men, come along, with your music, dance and song.
Bring your lasses in your hands, for ‘tis that which love commands.
Then to the maypole haste away, for ‘tis now our holiday.
‘Tis the choice time of the year, for the violets now appear.
Now the rose receives its birth and the pretty primrose decks the earth.
And when you well reckoned have what kisses you your sweethearts gave,
Take them all again and more, it will never make them poor.
When you thus have spent your time till the day be past its prime,
To your beds repair at night and dream there of your day’s delight.
Robert Cox (ca.
(ca. 1656)
1656)
Es führt über den Main
Es führt über den Main eine Brücke von Stein.
Wer darüber will gehen, muß im Tanze sich drehn.
Kommt ein Fuhrmann daher, hat geladen gar schwer,
seiner Rösser sind
sind drei und sie tanzen vorbei.
Und ein Bursch ohne Schuh’ und in Lumpen dazu,
als die Brücke er sah, ei, wie tanzte er da !
Kommt ein Mädchen allein auf die Brücke von Stein,
faßt ihr Röckchen geschwind und sie tanzt wie der Wind.
Und der König in Person steigt herab von seinem Thron,
kaum betritt er das Brett, tanzt er gleich Menuett.
Liebe Leute herbei, schlagt die Brücke entzwei !
Und sie schwangen das Beil und sie tanzten derweil.
Alle Leute im Land kommen eilig gerannt:
Bleibt der Brücke doch fern, denn wir tanzen so gern !
Es führt über den Main eine Brücke von Stein,
komm, wir fassen die Händ’ und wir tanzen ohn’ End,
falalalala, falalala.
Frankfurt, ca. 1200
Sweet Nymph
Sweet nymph, come to thy lover, lo here alone our loves we may discover.
Where the sweet nightingale with wanton glosses,
glosses, hark, her love, too, discloses.
Thomas Morley (ca. 1595)
Ecco la Primavera
Ecco la primavera che’l cor fa rallegrare,
temp’ è d’annamorare e star con lieta cera.
Noi veggiam l’aria e ‘l tempo che pur chiam’ allegrezza.
In questo vago tempo ogni cosa vaghezza.
L’erbe con gran freschezza e i fior’ copron’ i prati
E li albori adornati son in simil manera.
Francesco Landini (ca.
(ca.1365)
ca.1365)
Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren sind Schlüssel aller Kreaturen,
wenn die, so singen oder küssen, mehr als die Tiefgelehrten wissen,
zurückbegeben,,
Wenn sich die Welt ins freie Leben und in die Welt wird zurückbegeben
wenn dann sich wieder Licht und Schatten zu echter Klarheit werden gatten,
Und man in Märchen und Gedichten erkennt die wahren Weltgeschichten,
dann fliegt vor einem geheimen Wort das ganze verkehrte Wesen fort.
Novalis (1800)
Margaritkes
Im Wäldl beim Taichl dort sennen gewachsen Margaritkelech ejlent und klejn,
wie klejninke Sunnen mit waissinke Strahlen, mit waissinke, tralalala.
Dort gejt sich a Chawele, still und vorchollämt, zu lossn die blondine Zepp.
Sie kuckt in der Waitkait und singt sich a Liedele, a Liedele, tralalala.
Do kummt ihr entgejgn a Bocher, a schejner, mit Lockn, mit schwarze wie Pech.
Er winkt mit die Ojgn und antwert ihr frejlich dos Liedele, tralalala.
Wos suchst Du, Du Mejdl, wos host Du vorlorn,
vorlorn, wos host Du vorlorn in Wald ?
Ich such Margaritkes, vorroit sich a Chawele, vorroit sich, tralalala.
Die Sunn is vargangn, der Bocher varschwundn und Chawele sitzt ganz allejn.
Sie kuckt in der Waitkait
Waitkait und chollämdik murmelt sie ’s Liedele, tralalala.
trad. Jiddisch
Sailor Home from the Sea
Oh , Cock of the North, with a dream in his hand,
My love has come home to this beautiful land.
He bursts through the door with his eyes like the sun,
And his kitbag crammed full of the treasures
treasures he’s won.
A coral from Broome and a tall Darwin tale,
A pearl and a clam and the jaws of a whale.
My kitchen is filled with the smell of the sea
And the leaping green fishes my love brings to me.
Oh tumble your treasures from Darwin and Broome,
And fill with their glory this straight little room.
With the sun of the morning ablaze on his chest,
Oh, my love has come home from the north of northnorth-west.
And deep in our bed we will lie and we’ll be,
We’ll kiss and we’ll listen to the rain on the sea,
Warm as the summer, we’ve lived winter long,
Oh, my love has come home like King Salomon’s song.
Dorothy Hewett (ca. 1960)
The Great Storm is Over
Thunder and lightning gave voice to the night,
The little lame child cried out in her fright,
fright,
Hush little baby, a story I’ll tell
of a love that vanquished the powers of hell.
Hallelujah, the great storm is over, lift up your wings and fly.
Freedom in the air and justice in the wind,
Laughter in the house where the mourners have been,
The little
little lame children will dance as they sing
And play with the lions and the bear in the spring.
Release for the captives and end to the wars,
New streams in the deserts, new hope for the poor,
The deaf will have music, the blind have new eyes,
Standards of death taken down by surprise.
Hush, little baby, let go of your fears,
The Lord loves his own and your Mama is here,
The child fell asleep as the lantern did burn,
The mother sang on till her bridegroom’s return.
Hallelujah, the great storm is over, lift up your wings and fly.
Bob Franke (ca. 1982)