Wochenausblick_2016_KW_28 [Schreibgeschützt]

Highlights
Die EWU-Industrieproduktion (Mi., 13.07., 11:00 Uhr)
war mit einem Plus in Höhe von 1,1% gegenüber dem
Vormonat stark ins 2. Quartal gestartet. Der kräftige Anstieg wurde dabei insbesondere von einer höheren Dynamik in der Industrie der großen EWU-Mitgliedsstaaten
Deutschland und Frankreich getragen. Die für diese Länder bereits vorliegenden Mai-Daten zeigen, dass die Produktion in Deutschland (ex Bau) um 1,3% und in Frankreich um 0,5% gefallen ist, wobei in Deutschland insbesondere das deutliche Minus bei den konjunkturell aussagekräftigen Kapitalgütern in Höhe von 3,9% hervorstach.
Für die EWU-Industrieproduktion rechnen wir vor diesem
Hintergrund im Mai mit einem negativen Rückprall um
0,8% gegenüber dem Vormonat. Mit einem derartigen
Minus läge das Produktionsniveau im Mittel der Monate
April und Mai um 0,2% unter seinem durchschnittlichen
Niveau des Vorquartals. Dies deutet darauf hin, dass für
das 2. Quartal seitens der Industrie keine wesentlichen
Wachstumsimpulse zu erwarten sind. Das BIP-Wachstum
in der Eurozone sollte sich vor diesem Hintergrund von
0,6% auf 0,3% abschwächen.
Das Monetary Policy Committee der Bank of England
(Do., 14.07., 13:00 Uhr) dürfte auf seiner ersten geldpolitischen Sitzung nach dem überraschenden Votum der britischen Wähler für einen EU-Austritt des Landes vom 23.
Juni eine Absenkung des Leitzinses von 0,50% auf 0,25%
beschließen.
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Postbank Research Seite 1
Wochenausblick 11.07.16 bis 15.07.16
Die US-Einzelhandelsumsätze (Fr., 15.07., 14:30 Uhr)
waren im Mai um 0,5% gegenüber dem Vormonat geklettert und hatten damit nach einem schwachen 1. Quartal bereits den zweiten Anstieg in Folge verzeichnet. Auch
wenn wir für Juni keinen negativen Rückprall unterstellen,
dürften die Einzelhandelsumsätze insgesamt im letzten
Monat aber lediglich stagniert haben. Hierfür sprechen
insbesondere die Kfz-Verkäufe, die sich im Juni rückläufig
entwickelt haben. In der Abgrenzung ohne Autos erwarten wir ein Plus in Höhe von 0,2% gegenüber dem Vormonat. Sollte sich die positive Entwicklung in den weniger
volatilen Abgrenzungen der Einzelhandelsumsätze (ohne
Autos sowie ´retail control`) im Juni fortgesetzt haben,
würde dies für eine deutliche Belebung des privaten USKonsums im 2. Quartal sprechen.
Gestützt von der Erholung des Ölpreises und entsprechend kräftigen Zuwächsen bei den Energiepreisen waren
die US-Verbraucherpreise (Fr. 15.07., 14:30 Uhr) zuletzt dreimal in Folge im Vormonatsvergleich gestiegen.
Aufgrund des jüngsten, leichten Rückgangs beim Ölpreis
ist aber von dieser Seite im Juni kein wesentlicher Beitrag
zur Preisdynamik zu erwarten. Wir gehen vor diesem Hintergrund davon aus, dass die Verbraucherpreise insgesamt
wie auch die Kernverbraucherpreise um 0,2% gegenüber
dem Vormonat gestiegen sind. Die Inflationsrate würde
damit leicht von 1,0% auf 1,1% steigen, während die
Kerninflationsrate auf ihrem Vormonatsniveau bei 2,2%
verharren sollte.
Verschiedene Stimmungsindikatoren, wie beispielsweise
der ISM-Index, sind im Juni teilweise kräftig gestiegen und
zeigen damit eine deutliche Verbesserung der Stimmung
im Verarbeitenden Gewerbe der US-Wirtschaft an. Nachdem die Industrieproduktion (Fr., 15.07., 14:30 Uhr)
im Mai noch um 0,4% gegenüber dem Vormonat gefallen war, erwarten wir für Juni eine Gegenbewegung. Der
Ausstoß sollte um 0,3% zugelegt haben, zumal zuletzt
auch der Druck von der außenwirtschaftlichen Flanke etwas nachgelassen hat. Dieser Anstieg wäre aber nicht
ausreichend, um das ebenfalls mäßige Niveau des 1.
Quartals zu übertreffen, so dass für das 2. Quartal kein
wesentlicher Beitrag der US-Industrie zum BIP-Wachstum
zu erwarten ist.
Postbank Research Seite 2
Wochenausblick 11.07.16 bis 15.07.16
Wichtige Indikatoren
Uhrzeit
11.07.
12.07.
13.07.
14.07.
15.07.
08:00
11:00
20:00
13:00
14:30
04:00
04:00
11:00
11:00
14:30
14:30
14:30
14:30
14:30
15:15
16:00
Land Indikator
DE
EWU
US
UK
US
CN
CN
EWU
EWU
US
US
US
US
US
US
US
Keine maßgeblichen Indikatoren aus der Eurozone, UK, USA, Japan u. China
Verbraucherpreise, Jun, endg.
Indus trieproduktion, Mai
Beige Book der Fed
Bank of England Zins ents cheidung
Erstanträge Arbeits losenhilfe, in Tsd., Wo. z. 09. Jul
BIP, 2. Quartal
Indus trieproduktion, Jun
Verbraucherpreise, Jun, endg.
Verbraucherpreise ex Nahrung, Energie, Tabak u. Alkohol, Jun, endg.
Einzelhandels umsätze, Jun
Einzelhandels umsätze ex Autos, Jun
Verbraucherpreise, Jun
Verbraucherpreise ex Nahrungs mittel und Energie, Jun
Empire State Index, Jul
Indus trieproduktion, Jun
Uni Michigan Verbrauchervertrauens index, Jul, vorl.
mom (yoy)
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qoq (yoy)
yoy
mom (yoy)
yoy
mom
mom
mom (yoy)
mom (yoy)
mom
Konsens
Prognose
Postbank
Prognose
Vorperiode
0,1% (0,3%)
-0,7% (1,4%)
0,1% (0,3%)
-0,8% (1,4%)
0,3% (0,1%)
1,1% (2,0%)
0,25%
0,25%
0,50%
254
1,5% (6,6%)
1,1% (6,7%)
5,9%
6,0%
0,2% (0,1%)
0,2% (0,1%)
0,4% (-0,1%)
0,9%
0,9%
0,8%
0,1%
0,0%
0,5%
0,4%
0,2%
0,4%
0,2% (1,1%)
0,2% (1,1%)
0,2% (1,0%)
0,2% (2,2%)
0,2% (2,2%)
0,2% (2,2%)
5,0
6,0
0,2%
0,3%
-0,4%
93,5
94,0
93,5
Quelle: Bloomberg; Prognosen Postbank
Postbank Research Seite 3