Resolution: «Pensionierung mit 67: NEIN!

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DV Tertiär 27. Juni 2016
Resolution
Pensionierung mit 67? Reduktion der Altersrenten um mehr als 10%? Das ist kein schlechter Witz,
sondern das wird in den letzten Tagen von den Bürgerlichen und den Arbeitgebern in der
Wandelhalle des Bundeshauses tatsächlich diskutiert. Sie diskutieren über ein System zur
Ausgabenplafonierung der AHV, was automatisch zu einer Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre
führen würde ... in einem ersten Schritt! Damit nicht genug: Sie wollen auch die Renten der zweiten
Säule massiv reduzieren, durch eine beispiellose Kürzung des Umwandlungssatzes. Kurz: Die
Arbeitgeberschaft und die Rechten sind gerade dabei, den grössten Rentenklau der Geschichte
auszuhecken!
Im Versteckten vorbereitet, beruht dieser beispiellose Rentenklau auf einem Mythos, den die Rechte
seit Jahren nährt, nämlich die AHV systematisch zu verteufeln mit der Behauptung, dass sie wegen
der Alterung der Bevölkerung pleite gehen werde. Das einzige Mittel dagegen sei eine massive
Erhöhung der Finanzierung der Spargelder durch die 2. Säule, oder noch besser ... individuelle
Lösungen (3. Säule, private Anlagen). Dies zur grossen Freude der Privatversicherer.
Wir lassen uns nicht täuschen: Seit 40 Jahren ist die AHV in der Lage, die wachsende Zahl von
Rentnerinnen und Rentnern im Vergleich zur aktiven Bevölkerung aufzufangen, ohne dass die
Prämien nur ein einziges Mal erhöht worden wären! Der Anteil der Lohnbeiträge an die AHV beträgt
heute nur 8,4%, gegenüber fast 20% für die 2. Säule. Mit einer moderaten Erhöhung der AHVBeiträge (0,4% oder 16 Franken bei einem Lohn von 4000 Franken) könnte eine notwendige
Erhöhung der AHV-Renten problemlos finanziert werden. So könnte man auf kostengünstige Weise
den Leistungskürzungen in der beruflichen Vorsorge, verursacht durch die momentanen
Turbulenzen an den Finanzmärkten, begegnen.
Das ist aber noch nicht alles: Die AHV ist ein Pluspunkt für alle Arbeitnehmenden mit bescheidenen
Löhnen und insbesondere für die Frauen. Verkäuferinnen, Coiffeusen, Serviceangestellte,
Hilfspflegerinnen, alle Frauen mit Teilzeitarbeit sind bei ihrer Pensionierung weitgehend von der
AHV abhängig, weil sie nicht genügend Beiträge in die 2. Säule leisten konnten. Heute leben 4 von
10 Frauen nur von der AHV. Die Benachteiligung, welche die Frauen heute in der Vorsorge trifft,
könnten mit einer Stärkung der AHV teilweise ausgeglichen werden.
Die Stärkung der AHV ist das Ziel der Initiative AHVplus, über die am 25. September 2016
abgestimmt wird. AVSplus will die AHV stärken und die Renten erhöhen, denn jeder Franken, der
heute in die AHV investiert wird, bringt ein Mehrfaches ein!
Gestützt auf diese Feststellung, sagen die Delegierten des Dienstleistungssektors der Unia:
STOPP dem Rentenklau!
NEIN zur Erhöhung des Rentenalters
JA zu AHVplus !
… und rufen auf zur Mobilisierung für die nationale Kundgebung am 10. September in Bern !