Probeklausur

Probe-Klausur zu Theoretische Physik 3 (12-PHY-L-TP3)
WS 2015/16
Aufgabe 1.
Sei a ein Operator auf einem Hilbertraum, so dass [a, a∗ ] = 1. Sei ψα ein normierter Eigenvektor
von a, d.h. aψα = αψα mit α ∈ C. Bestimmen Sie den Erwartungswert und die Varianz von
x̂ := √12 (a + a∗ ) in diesem Zustand. Zeige, dass letztere unabhängig von α ist.
3 P.
Aufgabe 2.
Seien φ1 , φ2 Eigenvektoren des Hamiltonoperators mit Energien E1 , E2 . Geben Sie die Zeitentwicklung φ(t) des Zustands φ(t = 0) = φ1 + φ2 an. Geben Sie die Periode an, mit der
Erwartungswerte in diesem Zustand oszillieren.
2 P.
Aufgabe 3.
Wir betrachten die eindimensionale Schrödingergleichung für ein freies Teilchen der Masse m
auf dem Interval [0, L]. An den Rändern gelten die Bedingungen φ0 (0) = 0 = φ(L).
5 P.
a) Gebe die allgemeine Lösung der zeitunabhängigen Schrödingergleichung für E ≥ 0 an.
Für welche Energien E gibt es Lösungen, die die Randbedingungen erfüllen? Gebe diese
Lösungen an und skizziere die Lösungen für den Grundzustand und den ersten angeregten
Zustand. (3 P.)
b) Das Teilchen befinde sich im Grundzustand. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, das
Teilchen im Interval [0, L/2] zu finden? (2 P.)
Aufgabe 4.
Wir betrachten Teilchen mit Spin 12 und führen zunächst ein Stern-Gerlach-Experiment zur
Messung der z-Komponente des Spins durch. Wir messen ~2 . In welchem Spin-Zustand befindet
sich das Teilchen danach? Nun schicken wir das Teilchen durch einen um 45◦ in x-Richtung
gekippten Stern-Gerlach-Apparat (die Ausrichtung des Magnetfeld(gradienten) ist √12 (~e1 +~e3 )).
5 P.
Wie groß sind die Wahrscheinlichkeiten, die beiden Werte ± ~2 zu messen? Hinweis: Verwende
die Pauli-Matrizen
1 0
0 1
0 −i
,
σ2 =
,
σ3 =
.
σ1 =
0 −1
1 0
i 0
P
Der Operator für Messung des Spins in Richtung ~v (mit |~v | = 1) ist S~v = ~2 ~v · ~σ = ~2 i vi σi .
Aufgabe 5.
Kann man einem Gas Wärme zuführen, ohne die Temperatur zu erhöhen? Kann man die
Temperatur eines Gases erhöhen, ohne Wärme zuzuführen? Begründen Sie, bzw. geben Sie
Beispiele an.
2 P.
Aufgabe 6.
Wir betrachten den im p − V Diagramm skizzierten Diesel-Prozess, der in der Richtung 1 →
2 → 3 → 4 → 1 durchlaufen wird. Berechne die dabei vom System geleistete Arbeit als
Funktion der Parameter V1 , V2 , V3 , p2 , κ. Die Wege 1 → 2 und 3 → 4 seien dabei Adiabaten
pV κ = const des idealen Gases. Auf welchen Wegen wird Wärme zu- oder abgeführt?
6 P.
1
p
p2
2
3
4
1
V2
V3
V1
Abbildung 1: Zu Aufgabe 6.
2
V