Kognitive Verzerrung

Die Sprache, die wir in unserem täglichen Leben verwenden, repräsentiert und beeinflusst, wie wir unsere Welt erfahren. Wir versuchen Gedanken und Ideen einzufangen und das, was wir um uns herum sehen, mit Worten zu beschreiben. Zwangsläufig geht bei der Übersetzung vieles verloren.
Wir verlieren Informationen durch „Generalisierung“, „Löschung“ und „kognitive Verzerrung“. Verzerrung tritt auf,
wenn z.B. manchen Aspekten von Erfahrungen mehr Gewicht als anderen beigemessen wird. Wir alle tun dies bewusst und unbewusst, aber wie wir es tun, liefert Hinweise auf unsere zugrundeliegende Vorstellung von uns selbst,
anderen und der Welt.
"Alles-Oder-Nichts-Denken": Wahrnehmung von nur zwei Kategorien: Schwarz oder Weiß. Wenn
ich nicht perfekt bin, habe ich es nicht geschafft.
. Ich habe den Artikel nicht zu Ende geschrieben, deshalb war es komplette Zeitverschwendung.
. Es ist sinnlos zu beginnen, wenn ich nicht 100%ig in Form bin.
. Sie haben nichts gezeigt, deshalb sind sie komplett unzuverlässig.
Übergeneralisierung: Aufgrund einer einzelnen Erfahrung, werden Worte wie „immer“ oder
„niemals“ benutzt.
. Ich bekomme diesen Job nie!
Sie macht das immer …
Minimieren und Maximieren : Übertreibung bei der Wahrnehmung führt zu falscher Einschätzung
der Wichtigkeit von Dingen.
· Weil mein Chef ihr öffentlich gedankt hat, bekommt sie die Beförderung und nicht ich (obwohl ich eine
super Bewertung bekommen habe und kürzlich einen Preis gewann).
· Ich habe die E-Mail vergessen! Das heißt, mein Chef wird mir nie mehr trauen und ich bekomme die Gehaltserhöhung nicht.
"Sollte-Sätze": Verwenden von „sollte“, „muss“, „hätte“, „nötig“, um sich selbst zu motivieren
und sich schuldig fühlen, wenn es nicht zu Ende gebracht wurde. (oder wütend reagieren, wenn
andere etwas nicht zu Ende bringen).
· Ich hätte diese Arbeit schon letzte Woche fertig haben müssen!
· Sie hätten feinfühliger sein sollen. Sie wissen doch, dass mich das verletzt!
Etikettierung: Aus einem einzelnen Ereignis oder einer Handlung stempelt man sich
selbst, oder andere ab.
. Ich hab mich nicht getraut, etwas zu sagen. Ich bin so ein Feigling!
. So ein Idiot, er konnte das nicht mal kommen sehen!
Willkürliche Schlussfolgerungen:
Gedankenlesen: Negative Annahmen darüber treffen, wie andere Menschen einen wahrnehmen, ohne
Fakten zu haben. Dein Freund ist nachdenklich und du kümmerst dich nicht darum, herauszufinden warum. Du denkst:
. Sie denkt, ich übertreibe wieder.
oder
Er hat mir immer noch nicht verziehen, dass …
Wahrsagen: Negative Vermutungen über die Zukunft treffen, ohne Fakten zu haben.
. Ich werde mein Haus nie verkaufen können und hier feststecken! (obwohl der Markt gut ist).
. Niemand wird das verstehen. Ich werde nie wieder eingeladen.
Disqualifizierung des Positiven: Positives wird zurückgewiesen, weil es aus irgendeinem Grund
nicht zählen soll.
· Das zählt nicht, jeder hätte das tun können.
· Ich bin nur von 40 Zigaretten am Tag auf 10 herunter gekommen, anstatt endlich ganz aufzuhören.
Schuldzuweisung: Sich selbst oder anderen die ganze Schuld geben, anstatt sinnvoll zu
analysieren.
· Wenn ich nur jünger wäre, hätte ich den Job bekommen.
· Wenn ich das nur nicht gesagt hätte, hätten die niemals…
· Wenn sie mich nur nicht angeschrien hätte, dann wäre ich nicht wütend gewesen und hätte keinen Unfall gehabt.
Emotionale Beweisführung: Ich denke, also bin ich. Das eigene Gefühl wird als Beweis für die
Richtigkeit einer Annahme herangezogen.
· Ich fühle mich so blöd (es muss stimmen).
. Ich fühle mich schuldig (Ich muss etwas falsch gemacht haben).
Tunnelblick: Sich erlauben, in negativen Gedanken zu versinken und sich Glück oder Hoffnung zu
verderben.
· Du hattest ein tolles Abendessen mit Freunden, aber dein Hühnchen war zu kurz gekocht und das hat
den ganzen Abend verdorben.