Kein Tag wie jeder andere „ER will unsere Einheit, WIR müssen sie

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27. März
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Kein Tag wie
jeder andere
Kommentar
S. 2
„ER will
unsere Einheit,
WIR müssen sie
finden“
Interview mit
Kardinal Kurt Koch
S. 4
Als der Krieg
zu Ende ging
Leserinnen und Leser
erinnern sich
S. 9
www.kirchenzeitung-koeln.de
INHALT / MEINUNG
IN DIESER WOCHE
vom 27. 3. bis 2. 4. 2015
Die sieben letzten Worte Jesu
Die Evangelisten haben seine
Sterbeworte aufbewahrt
Seite 15
Christen im Heiligen Land unterstützen���������� Seite 6
Bitte berühren!����������������������������������������������� Seite 7
Die Botschaft des Gründonnerstags.��������������� Seite 14
Impressum������������������������������������������������������� Seite 17
Regionale Berichte������������������������������������������ Seite 33
PISA und der Wert der Langeweile������������������ Seite 44
Ein Ort auch des Lebens
Erstes ökumenisches Kinderhospiz
in Wuppertal eröffnet
Seite 52
Titelbild: In vielen Gemeinden ist
es ein schöner Brauch, dass die
Kinder mit gebundenen Palmstöcken,
die gerne auch mit Äpfeln und
Bändern geschmückt werden, zur
Palmweihe in die Kirche kommen
oder an der Palmsonntagsprozession
teilnehmen. (Foto: Boecker)
2 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Frauen: Weiterhin 22 Prozent weniger Verdienst. . . . Resignation macht sich breit. (Karikatur: Plaßmann)
GASTKOMMENTAR
Kein Tag wie jeder andere
Nur für diesen einen Tag: Ruhe. Einen Tag
lärmfrei. Für Christen eine aus der Pietät geborene Selbstverständlichkeit. Für alle anderen ein Achtsamkeitsgebot. Ja: ein Gebot. Denn
hier geht es nicht um irgendetwas und schon gar
nicht um irgendwen. Hier geht es um das Leiden und Sterben Jesu Christi, um das Geheimnis unseres Glaubens. Karfreitag. Weiß Gott
kein Tag wie jeder andere.
Gekreuzigt, gestorben und begraben. Der
Sohn Gottes war einer von uns. Und das war
sein Kreuz. Geschändet, entblößt, verhöhnt. Bei
lebendigem Leibe mit Nägeln durchbohrt und
ans Holz geschlagen. Keine Demütigung ist
ihm erspart geblieben. Was ich mir vorzustellen
kaum ertrage, hat Jesus wahrhaftig durchlitten
– und er hat es auch für mich getan. Das lässt
mich demütig werden. Und still.
Der Kreuzestod Christi vollzieht die untrennbare Verbindung des Herrenleidens mit
dem Menschenleid. So sehe ich im Karfreitag
auch den Sterbetag für alle Welt. Anlass genug
zum Innehalten und Gedenken; aus Respekt für
die Toten, aus Dankbarkeit für das Leben. Jeden
Tag finden überall auf der Welt Schweigemärsche, Gedenkminuten und Mahnwachen statt.
Sind sie nicht der sichtbarste Beweis dafür, dass
wir Menschen eine solche Besinnung im Angesicht des Todes wollen; um nicht zu sagen, dass
wir sie sogar brauchen?! Trotzdem hat unsere
Gesellschaft zunehmend ein Problem mit dem
Stillwerden; selbst am Karfreitag, dem Inbegriff
des Demutstages.
Die einen machen unbekümmert ihr Ding;
wie die katholische (!) Familie aus dem Vorort,
die mit der Motorsäge Brennholz schneidet und
sich überhaupt gar nichts dabei denkt. Oder der
naive Straßenmusikant mit seinem verstimmten Saxophon („Ich will doch nur Freude machen.“). Andere halten ganz bewusst gegen die
gesetzlich geschützte Ruhe dieses Tages; zum
Beispiel der Student, der mit Freunden bis tief
in die Nacht feucht-fröhlich feiert („Ich habe
doch Geburtstag.“); die Wohngemeinschaft,
die den „freien Tag“ für eine Balkonparty nutzt
(„Karfreitag? Interessiert uns nicht!“); oder gar
die jungen Leute, die auf der Domplatte mit
Musik und Geschrei für ihr „Recht“ auf selbstbestimmtes Lärmen demonstrieren („Wir lassen uns nichts vorschreiben.“).
Ganz ehrlich und ohne Übertreibung: Diese
Ignoranz tut mir richtig weh! Ist Party um jeden
Preis die angesagte Antwort auf die Frage nach
Prioritäten? Ich gehe bestimmt nicht mit meinen religiösen Gefühlen hausieren. Aber wenn
es etwas gibt, was sie richtig verletzt, dann ist
es die Missachtung der Karfreitagsruhe. Schon
lange sind unsere Sonn- und Feiertage für weite Teile der Gesellschaft zur Verfügungsreserve für Allfälliges geworden. Aber der Karfreitag muss unangetastet bleiben. Ein einziger Tag
Ruhe, das muss drin sein. Ein einziger. Wenn
schon nicht aus Pietät, dann bitte ganz einfach
aus Rücksichtnahme und Respekt.
Martina Crone-Erdmann
Unsere Autorin, Dr. Martina
Crone-Erdmann, ehemalige Geschäftsführerin bei
der IHK-Vereinigung NRW,
schreibt geistliche Texte.
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
KIRCHE UND WELT
„Herr Blatter überschätzt sich“
Kardinal Woelki verweist FIFA-Chef auf die Bank
KÖLN. Kardinal Rainer Maria Woelki hat
FIFA-Chef Sepp Blatter für seine Behauptung, der Fußball-Weltverband sei einflussreicher als jede Religion, die Gelbe Karte gezeigt. „Die FIFA hat natürlich beeindruckende
Zahlen vorgelegt, über 265 Millionen Kicker
gibt es weltweit“, sagte Woelki am Montag im
Kölner domradio. Doch würden weltweit über
zwei Milliarden Christen demnächst Ostern
feiern und notfalls ihr Leben für ihren Glauben geben, so der Fan des 1. FC Köln.
„Bei aller Begeisterung für den Ballsport:
Ich denke, Herr Blatter überschätzt sich und
seinen Verband da gewaltig“, so der Kardinal. Zwar finde er das soziale Engagement
der FIFA „toll“, doch erlebten sehr viele Menschen den Verband oftmals als wenig überzeugend, so der Kölner Erzbischof weiter.
„Es geht weniger um Frieden, Gerechtigkeit
und Gesundheit, sondern vielmehr ums gro-
ße Geld“, kritisierte er. „Und wo viel Geld
fließt, da ist der Weg oft kurz bis zur Korruption. Und da werden dann vielleicht auch
manchmal Dinge entschieden, die nicht ganz
so glücklich sind.“ Als Beispiel nannte er die
Entscheidung für Katar als Ausrichter der
Weltmeisterschaft 2022.
Man solle „Herrn Blatter beim Wort nehmen“ in Sachen soziale Gerechtigkeit, schlug
Woelki vor und verwies auf die menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen derzeit
in Katar Stadien gebaut werden. „Also: Wo
Tag für Tag auf den Baustellen einer Weltmeisterschaft Menschen ihr Leben lassen,
weil sie ohne Arbeitssicherheit, ohne vernünftige Arbeitsverträge ausgebeutet werden bis
aufs Blut, dort sollten sich Herr Blatter und
seine FIFA ganz konkret für diese Werte einsetzen, für die sie anscheinend stehen wollen“, forderte der Erzbischof. KNA
Aus für Bekenntnisschulen?
NRW-Bistümer sehen keinen Grund zur Sorge
DÜSSELDORF/KÖLN. Sollen Bekenntnisschulen aus dem nordrhein-westfälischen
Schulwesen herausgedrängt werden? Die Gefahr sieht der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Deppe. Der Katholik vertritt den Rheinisch-Bergischen Kreis im Düsseldorfer Landtag, der kürzlich das 11. Schuländerungsgesetz
verabschiedet hat. Während sich die CDUFraktion der Stimme enthielt, stimmten Deppe
und sechs FDP-Abgeordnete dagegen, weil sie
befürchten, dass dem Aus für Bekenntnisschulen die Türen geöffnet wurden.
Erleichterungen
In der jetzt verabschiedeten Gesetzesänderung wird unter anderem das Verfahren zur
Umwandlung von Bekenntnisschulen in Gemeinschaftsschulen vereinfacht. Anstatt 20
Prozent der Eltern können jetzt zehn Prozent
sowie der Schulträger ein Umwandlungsverfahren in Gang setzen. Eine Umwandlung des
Schultyps ist durchzuführen, wenn sich in der
Abstimmung die Eltern der Hälfte der Schülerinnen und Schüler – früher zwei Drittel – dafür aussprechen.
Deppe und die sechs Mitstreiter bei der FDP
halten diese Erleichterungen für überflüssig,
weil sie nicht notwendig sind, um die Situation in derzeit 81 Gemeinden zu lösen, in denen Eltern keine Wahlfreiheit haben, weil nur
27. März 2015 | Ausgabe 13/15 Bekenntnisschulen bestehen. Abhilfe schaffen
da die Änderungen im Gesetz, die es ermöglichen, dass es zukünftig an Bekenntnisschulen
auch anderen Religionsunterricht gibt und dass
an diesen Schulen Lehrkräfte anderer Konfessionen unterrichten können, die das besondere
Profil dieser Schulart mittragen.
Die NRW-Bistümer teilen die Befürchtungen der sieben Abgeordneten nicht, sondern
sie befürworten, „dass es an Bekenntnisschulen neben dem katholischen auch anderen Religionsunterricht gibt“, so Prälat Gerd Bachner, Dompropst und Leiter der Hauptabteilung
Schule/Hochschule in Köln. „Bei Bekenntnisschulen, in denen das katholische Bekenntnis
von Lehrern, Eltern, Kindern und den Verantwortlichen vor Ort gemeinsam gelebt wird, ist
mir um den Fortbestand nicht bange“, sagt auf
Anfrage der Kirchenzeitung Prälat Dr. Antonius Hamers, der das Katholische Büro in Düsseldorf leitet. „Wenn es an anderer Stelle zu
einer Umwandlung kommt, dann ist das den
grundlegenden Veränderungen in unserer Gesellschaft geschuldet“, so Hamers weiter.
Deppe verweist dagegen auf massiv agierende Kräfte in der SPD wie auch bei den Grünen, die eine Abschaffung aller Bekenntnisschulen anstreben.
Von den 2891 Grundschulen sind 1942 Gemeinschaftsschulen, 876 katholische und 73
evangelische Bekenntnisschulen. Von den 527
Hauptschulen sind 41 katholische BekenntnisSiegbert Klein
schulen. FRANZISKUS-WORTE
Wo es kein Erbarmen gibt, gibt es keine Gerechtigkeit. Eines der schönsten
Worte (Jesu), weil es voller Erbarmen
ist: Hat keiner dich verurteilt? Sie: Keiner, Herr! Und Jesus: Auch ich verurteile dich nicht (Joh 7,53-8,11).
Aus der Predigt in Santa Marta
vom 23. März
Kinder stellen ein großes Geschenk für
die Menschheit dar. Wie eine Gesellschaft mit Kindern umgeht, lässt Rückschlüsse auf ihre eigene Überlebensfähigkeit zu. Aus der Verkündigung Jesu
geht hervor, dass Gott keine Schwierigkeiten hat, sich Kindern verständlich zu
machen. Die Kinder halten uns gegenwärtig, dass wir immer Söhne und Töchter bleiben. Unser Leben ist zuallererst
ein Geschenk. Wir sind nicht die Herren
unserer Existenz, sondern bleiben tiefgründig auf andere bezogen. Kinder haben zudem einige besondere Eigenschaften, von denen wir alle lernen können. Da
ist zunächst die vertrauensvolle und reine Art, wie sie die Welt betrachten. Das
Kind hat ein Grundvertrauen in die Mutter und den Vater, und davon rührt auch
eine natürliche Offenheit des Kindes für
Gott und den religiösen Bereich her. Ein
Kind hat die Fähigkeit, Zärtlichkeit zu
empfangen und zu schenken; es kann unverkrampft lächeln und auch weinen. All
diese Eigenschaften lassen uns die Einladung Jesu tiefer verstehen, wie die Kinder zu werden. „Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich“ (Mk 10,14).
Aus der Generalaudienz
vom 18. März
Der Herr ist fähig, mein Leben zu verändern. Allein der Herr kann uns verändern. Und was muss ich tun? Glauben,
glauben, dass der Herr mich ändern
kann… Das ist Glaube. Das heißt Glauben: das heißt, dem Herrn Raum zu geben, damit Er kommt und mich ändert.
Aus der Predigt in Santa Marta
vom 16. März
Entweder bist du auf dem Weg der Liebe
oder du bist auf dem Weg der Heuchelei. Entweder du lässt dich vom Erbarmen Gottes lieben oder du machst, was
du willst, deinem Herzen folgend, das
sich auf diesem Weg immer mehr verhärtet. Entweder du bist heilig oder du
gehst einen anderen Weg. Wer sich gegen den Herrn entscheidet, verkommt.
Aus der Predigt in Santa Marta
vom 12. März
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IM BLICKPUNKT
„ER will unsere Einheit,
WIR müssen sie finden“
Ist die „große Zeit“ der
Ökumene bereits vorbei?
Wie steht es um den Weg zur
Einheit mit Orthodoxen und
Protestanten? Und kommt
Papst Franziskus 2017
nach Deutschland? Darüber
sprach Bernhard Raspels
mit Kardinal Kurt Koch, dem
Präsidenten des Päpstlichen
Rates zur Förderung der
Einheit der Christen, im
Kölner Priesterseminar.
mer mehr zwischen einer „Ökumene des
Handelns“ in den einzelnen Gemeinden zwischen den Gruppierungen und dann einer
„Ökumene der Theologen und der theologischen Studien“? Fällt das nicht immer mehr
auseinander?
Koch: Ich sehe eigentlich die Spannungen
und Spaltungen querdurch. Auch in den Gemeinden gibt es verschiedene Strömungen.
Es gibt solche, die ökumenisch sehr engagiert sind, und es gibt solche, die sich kaum
dafür interessieren. Es gibt bei den Theologen engagierte Ökumeniker, und es gibt
solche, für die die Ökumene keine Priorität
hat. Ich glaube die Realität ist vielfältiger
als sie mit einer bloßen Gegenüberstellung
von Gemeinde und Theologie erfasst werden könnte.
Koch: Das hoffe ich nicht. Ich stelle fest,
dass immer wieder neue Ökumeniker kommen. Auch in der jungen Generation ist ein
Interesse da. Es ist nicht mehr dasselbe wie
am Anfang. Da waren die Erwartungen ganz
anders und man hat mit anderen Zeitabständen gerechnet. Selbst Papst Johannes Paul
II. hatte gehofft, bis ins Jahr 2000 die volle
Einheit mit den Orthodoxen zu haben. Wir
sind schon wieder 15 Jahre darüber, und es
ist unabsehbar, wann diese Einheit zustandekommt.
Wir reden von der Ökumene des Gebets. Welche Schwerpunkte würden
Sie heute setzen? Unterteilen wir nicht im-
Diesen Gedanken hört man in Deutschland nur sehr selten im ökumenischen
Gespräch.
4 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Blicken wir jetzt auf die Ökumene mit
den orthodoxen Kirchen. Papst Franziskus und Patriarch Bartholomäus treffen
Gibt es bestimmte Aufgabenschwerpunkte in der „Ökumene des Handelns“? Wo würden Sie jetzt heute Schwerpunkte setzen, wenn Sie nicht Präsident
des Rates für die Förderung der Einheit der
Christen, sondern Pfarrer in einer katholischen Gemeinde wären?
Koch: Das wäre nicht viel anders, wenn ich
Pfarrer wäre. Was für mich heute von ganz
zentraler Bedeutung ist, das ist die „Ökumene der Märtyrer“, die „Ökumene des Blutes“, wie Papst Franziskus sie nennt. Denn
wir können nicht darüber hinwegsehen, dass
80 Prozent aller Menschen, die aus Glaubensgründen verfolgt werden, Christen sind.
Diese werden nicht verfolgt, weil sie protestantisch, katholisch, orthodox oder pfingstkirchlich sind, sondern weil sie Christen
sind. Papst Franziskus hat mir einmal gesagt,
die Verfolger der Christen hätten manchmal
die „bessere“ Ökumene als wir selber. Sie
wüssten nämlich, dass wir Christen zusammengehören. Dies muss ein ganz großer Impuls sein, mehr Solidarität unter den Christen im Gebet und im Handeln an den Tag zu
legen als heute.
Kardinal Lehmann spricht gerne davon, dass es eine Zeit, einen „Kairos“,
für die Ökumene gibt. Stirbt die Generation
der großen Ökumeniker aus?
Koch: Papst Johannes Paul II. hat diesen
Gedanken auch anlässlich seines ersten
Deutschlandbesuchs bei der ökumenischen
Begegnung geäußert. Er sagte: „Ich weiß
schon, dass die Deutschen meinen, ein polnischer Papst verstehe überhaupt nichts von
Ökumene. Aber ich sage euch, ich habe zwei
Diktaturen überlebt, die rote und die braune. Ich habe erfahren, dass die Diktaturen
keinen Unterschied zwischen den Christen
machen. Da habe ich gespürt, dass wir zusammengehören.“ Das ist das tiefste Fundament seines ökumenischen Engagements gewesen.
Kardinal Kurt Koch.
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
IM BLICKPUNKT
sich ja regelmäßig. Was ist das Besondere an
ihrem Verhältnis zueinander?
Koch: Das ist zuerst eine persönliche Freundschaft, die zwischen beiden besteht, die sie
pflegen wollen. Dann ist da die Grundüberzeugung, dass wir nicht einfach zwei verschiedene Kirchen, sondern eine Kirche in
Ost und West, sind und dass wir dringend
die Einheit wiederfinden müssen. Da setzt
Papst Franziskus vor allem auf die „Ökumene der Beziehungen“, die „Ökumene der Begegnungen“, die „Ökumene der Liebe“. Der
theologische Dialog ist ihm auch wichtig,
aber er sieht natürlich die Schwierigkeiten,
die da bestehen. Er legt deshalb einen besonderen Akzent auf die Pflege der „Ökumene
der Beziehung“.
Die orthodoxen Kirchen bereiten sich
auf ein panorthodoxes Konzil 2016
vor. Gibt es dort irgendwie eine Einbeziehung der katholischen Kirche oder ist das
zunächst eine rein innerorthodoxe Angelegenheit?
Koch: Das hängt von den Orthodoxen selber
ab, wie sie uns einbeziehen wollen, ob wir als
Beobachter dabei sind oder nicht. Ich habe
diesbezüglich noch keine Information. Auf
der anderen Seite ist die panorthodoxe Synode für uns von höchstem Interesse. Ich wünsche und bete auch, dass sie stattfinden kann.
Denn wenn die Orthodoxen unter sich mehr
Einheit finden, als sie heute haben, wird das
auch von Vorteil sein für die ökumenischen
Beziehungen mit uns. Deshalb erwarte ich
sehr viel von dieser panorthodoxen Synode.
Das gilt besonders mit Blick auf die
russisch-orthodoxe Kirche?
Koch: Wir haben mit der Kirche von Konstantinopel bereits eine lange Tradition von
gegenseitigen Beziehungen und Besuchen,
zumal der Patriarch von Konstantinopel
das Ehrenoberhaupt der Orthodoxie ist. Mit
Moskau haben wir noch nicht diese intensive Beziehung. Es ist noch nie zu einer Begegnung zwischen dem Patriarchen und dem
Papst gekommen. Die Zusammenarbeit mit
Moskau findet eher auf diakonischem und
kulturellem Gebiet statt.
Das Lutherjahr 2017 kommt rasch näher. Wie ist der Stand der Einbeziehung der katholischen Kirche in dieses Gedenken? Wird es in Rom auch eine Gedenkfeier geben?
Koch: Unser ökumenischer Partner ist der
Lutherische Weltbund (LWB), und die Beziehungen mit ihm sind sehr gut. Mit dem
LWB haben wir gemeinsam das Dokument
„From Conflict to Communion“ erarbeitet.
Dieses zeigt, auf welche Weise das Reforma-
tionsgedenken gemeinsam begangen werden
kann. Inzwischen haben wir eine lutherischkatholische Arbeitsgruppe beauftragt, die liturgische Elemente bereitstellt, damit ein
Muster da ist, wie dieses Reformationsgedenken auf der Grundlage dieses Dokuments
vollzogen werden kann. Dann bereiten wir
auch ein öffentliches Ereignis vor. Wann, wo
und wie das sein wird, kann ich im Moment
noch nicht sagen.
Wird der Papst 2017 die Chance nutzen, nach Deutschland zu kommen?
Koch: Unser Partner ist der LWB. Er betont
immer wieder, dass das Reformationsgedenken nicht allein ein deutsches, sondern ein
universales Ereignis ist. Seit 500 Jahren hat
sich das Luthertum in der ganzen Welt verbreitet und das müssen wir natürlich in der
Vorbereitung respektieren.
Wir erleben mit dem Grundlagenpapier des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), „Rechtfertigung
und Freiheit“, eine Positionierung der EKD.
Wie sehen Sie darin die Aufnahme der Gedanken zur Rechtfertigung aus der „Gemeinsamen Erklärung“ von 1999?
Koch: Es gibt viele ökumenische Konsensdokumente, aber es gibt kaum ein so qualitätsvolles Dokument wie die „Gemeinsame
Erklärung zur Rechtfertigungslehre“, weil
sie nicht einfach ein Studiendokument, sondern von den Kirchen angenommen worden
ist. Deshalb ist es schon überraschend, um
nicht zu sagen irritierend, wenn ein EKDDokument den Titel „Rechtfertigung und
Freiheit“ trägt und in einer ökumenischen
Perspektive reden will und dann die „Gemeinsame Erklärung“ darin kaum einen Widerhall findet.
Zum Abschluss – was würden Sie den
Gemeinden mit Blick auf die Ökumene allgemein mit auf den Weg geben wollen?
Das Logo des Ökumenischen Rats der Kirchen in Genf.
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
(Fotos: Raspels)
Koch: Ich kenne die ökumenische Situation
in Köln natürlich zu wenig, um ein „KochRezept“ geben zu können. Die Ökumene ist
in Deutschland bei Bischof Feige, der in der
Bischofskonferenz dieses Ressort innehat,
in guter Hand. Was mir wichtig ist, ist, dass
in den Gemeinden wieder neu bewusst wird,
dass es zur Ökumene schlechterdings keine
Alternative gibt. Sie ist der Wille des Herrn,
und das Zweite Vatikanische Konzil hat diesen Weg begonnen. Es ist der Weg des Heiligen Geistes. Es gibt kein Zurück hinter diese
Entscheidung, wie dies Papst Johannes Paul
II. immer wieder gesagt hat: Der Weg ist irreversibel. Ich hoffe, dass es unverlierbar im
Bewusstsein der Gemeinden verankert ist,
dass Christus die Einheit der Kirche will und
wir sie erbeten und finden müssen.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 5
KIRCHE UND WELT
Flugzeugabsturz: Woelki und Schwaderlapp drücken Anteilnahme aus. Erzbischof Rainer Maria Woelki hat allen Betroffenen des Flugzeugabsturzes in Frankreich seine Anteilnahme ausgesprochen.
Wörtlich sagte der Kardinal: „Die Nachricht vom Absturz der GermanwingsMaschine erfüllt mich mit Bestürzung und
Trauer. In Gedanken und Gebeten bin ich
bei den betroffenen Menschen, besonders bei ihren Angehörigen und Freunden. In ihrer Sorge und Trauer lassen wir
sie jetzt nicht allein und helfen, wie und
wo wir nur können.“ Auch Weihbischof
Dr. Dominikus Schwaderlapp zeigte sich
erschüttert. „Der erste Gedanke gilt den
Angehörigen und den Opfern dieser Katastrophe“, sagte er dem domradio.
Man könne nur erahnen, unter welchem
Schock die Angehörigen stünden und
was sie in diesen Stunden durchmachten. „Ich stehe an ihrer Seite und bete für
sie.“ Schwaderlapp ist im Erzbistum Köln
für die Region Düsseldorf zuständig.
Frank neuer Vorsitzender der Gesellschaft Katholischer Publizisten. Joachim Frank (49), Chefkorrespondent der
DuMont Mediengruppe (unter anderem
Kölner Stadt-Anzeiger), ist neuer Vorsitzender der Gesellschaft Katholischer Publizisten in Deutschland (GKP). Frank studierte Theologie und ist Experte für Kirchenfragen. Er erhielt 2012 den DuMont
Journalistenpreis.
Adenauer neuer Vorstand der Stiftung
Stadtgedächtnis. Zum Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer der Kölner
Stiftung Stadtgedächtnis ist Konrad Adenauer (69), Notar und ältester Enkel des
ersten deutschen Bundeskanzlers, bestellt worden. An der Stiftung ist auch
das Erzbistum Köln beteiligt. Ihr Zweck
ist die Förderung von Kunst und Kultur,
insbesondere der Erhalt und die Instandsetzung der Archivalien des Historischen
Archivs der Stadt Köln.
Müller gegen „Lightversion“ des Christentums. Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller hat sich nachdrücklich gegen ein Christentum in Lightversion ausgesprochen. Die Kirche dürfe den Menschen den Glauben nicht „verwässert
anbieten“ oder dem „säkularistischen
Zeitgeist“ einfach „Leine geben“, sagte
er der „Rheinischen Post“. Ebenso gebe
es keine plausiblen Argumente gegen
die Ehelosigkeit von Priestern. Es könne
außerdem kein „einfaches Ja“ Roms zu
Themen wie Lockerung der kirchlichen
Sexualmoral oder Sakramente für wiederverheiratete Geschiedene geben.
6 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Gegen Korruption und Mafia
Papstbesuch in Neapel: Scharfe Worte und ein Blutwunder
NEAPEL. Papst Franziskus hat am Samstag
Neapel besucht. Höhepunkte waren seine Appelle gegen soziale Ungerechtigkeit, gegen
die Mafia – und ein Blutwunder.
Der Papst besuchte unter anderem das
Brennpunktviertel Scampia im Norden Neapels. In dem von Armut, Verfall und Drogengewalt geprägten Neubau-Quartier mahnte
der Papst die städtische Politik zur Verantwortung für die perspektivlosen Menschen. Korruption dürfe es nicht geben. Bei einer Messe in der Innenstadt mit 60 000 Teilnehmern
wandte er sich in scharfer Form gegen das Organisierte Verbrechen. Die Menschen müssten sich entschlossen gegen die Machenschaften der Mafia zur Wehr setzen, rief er aus.
In einer örtlichen Haftanstalt nahm er danach gemeinsam mit Häftlingen das Mittagessen ein. In seiner Rede kritisierte er unwürdige Zustände bei der Unterbringung in italienischen Gefängnissen.
Im Dom von Neapel traf sich der Papst mit
Klerikern und Ordensleuten. Dabei sorgte das
„Blutwunder des heiligen Januarius“ für einen Höhepunkt: Nachdem der Papst die Ampulle mit dem geronnenen Blut des um 305
getöteten Märtyrers und Stadtpatron Neapels
ergriffen und geküsst hatte, verflüssigte sich
die Substanz etwas. Die Anwesenden reagierten darauf mit lautem Applaus. Gewöhnlich
kommt es nur an drei festen, anderen Terminen im Jahr zu dem Phänomen. KNA/TMG
Christen im Heiligen Land unterstützen
Palmsonntagskollekte ist lebensnotwendige Hilfe
KÖLN. Solange es im Heiligen Land und im
Nahen Osten noch Christen gibt, die trotz zunehmend schwieriger werdenden Bedingungen leben und ausharren, wird es auch die
Palmsonntagskollekte geben. Besser gesagt:
geben müssen! Für unsere dortigen Brüder
und Schwestern im Glauben ist sie zur lebensnotwendigen Hilfe geworden.
Die blutigen Auseinandersetzungen in Syrien, der Gaza-Krieg, die Verfolgungen und
Drangsalierungen von Christen im Irak und
die bedrückenden Flüchtlingsströme haben
die bisherige Lage noch verschlimmert. So
steht die Palmsonntagskollekte erneut unter
der Bitte: „Hilfe leisten – Hoffnung spenden“. Unter diesem Wort bitten auch unsere
Bischöfe um ein Zeichen der Solidarität. Das
Schlimmste für die auf Hilfe Angewiesenen
wäre, wenn der Klageruf aus Psalm 146 von
uns überhört würde: „Verlasst euch nicht auf
Menschen, bei denen es keine Hilfe gibt.“
Unser Zeichen der Solidarität
Zäune und Mauern machen das Leben im Heiligen Land
zusätzlich schwer.
(Foto: Läufer)
Papst Franziskus hat mit seiner Pilgerreise in die Krisenregion ein Zeichen der Solidarität gesetzt. Die Palmsonntagskollekte
soll unser Zeichen der Solidarität sein, auch
wenn die meisten von uns nie einen Fuß auf
den Boden der Heimat Jesu setzen werden.
Jetzt ist unsere aktive Hilfe gefragt. Ein Wort
des heiligen Augustinus hat nichts von seiner
Bedeutung verloren, als er einmal seine Zeitgenossen mahnte: „Nicht Worte sucht Gott
bei dir, sondern dein Herz.“ Geben wir unse-
ren Glaubensgeschwistern im Heiligen Land
und in der umgebenden Region einen Platz
in unseren Herzen und in helfenden Händen.
Die Kollekte wird treuhänderisch dem
Deutschen Verein vom Heiligen Lande und
den Franziskanern, die seit Jahrhunderten
von den Päpsten mit der Sorge für das Heilige Land beauftragt sind, übergeben und
anvertraut. Beide wissen, wo sich die brennendsten Probleme auftun und wie am besten
Erich Läufer
geholfen werden kann.
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
ERZBISTUM aktuell
Bitte berühren!
Von Häftlingen gestalteter Passionsaltar hat bewegliche Teile
ERKRATH-HOCHDAHL. Bis zum Weißen
Sonntag ist der „Heidelberger Passionsaltar“
in der Kirche Heilig Geist an der Hochdahler
Brechtstraße ausgestellt. „Schuld und Sühne“
sind das Thema des form- und bildgewaltigen
Werks im Stil eines Triptychons. Der vier mal
fünf Meter messende Altar wurde unter Leitung des Künstlers Bernhard Apfel von Gefangenen der Justizvollzugsanstalt Heidelberg geschaffen. Gefängnisseelsorge und Citypastoral
Heidelberg, namentlich Pastoralreferent Hermann Bunse, haben das Projekt initiiert und
begleitet.
Der Altar besteht aus einer nur Stück für
Stück erfassbaren Vielzahl von gestalterischen
Elementen, die dennoch ein harmonisches Gesamtes ergeben. Überall, auf der Vorder- und
der Rückseite sowie auf verschiedenen Ebenen
lässt sich etwas bewegen, verschieben oder umdrehen. Die rotierbaren Bildplatten zeigen sich
von zwei Seiten; sie schließen ein Fenster oder
gewähren Durchsicht. Holz, Metall, Zeitungsausschnitte, bekleidete und nackte Figuren,
Symbole, Kugeln, Ketten und eine Uhr sind
eingearbeitet, Weihwasser wird mit Coca Cola
kontrastiert und stellt die Frage nach dem, was
den wahren Durst löscht. Immer wieder deu-
tet zerfließende rote Farbe Blut an. Es bedeckt
auch die verletzte Weltkugel, die sich in einem
der Fenster um ihre Mittelachse drehen lässt.
„Die Wunde“ steht darüber. „Bitte berühren“,
betont Monsignore Christoph Biskupek, Pfarrer der Hochdahler Gemeinde St. Franziskus
von Assisi. Er lädt dazu ein, die tagsüber geöffnete Gottfried-Böhm-Kirche zu besuchen und
den Geheimnissen des außergewöhnlichen Altars nachzuspüren.
Die Leihgabe aus Heidelberg entfaltet ihre
Faszination quer durch alle Generationen: „Mit
Schulklassen kann man hier Stunden verbringen und immer wieder Neues entdecken“, freut
sich Biskupek. Die runde Altarinsel in Heilig
Geist macht das Kunstwerk von allen Seiten
zugänglich. Entdeckt haben es die Hochdahler
Seelsorger in Krefeld, wo es vor einem guten
halben Jahr ausgestellt war. „Wir waren sofort
sicher, dass es für unsere Gemeinde ein hochwertiger Impuls für die Vorbereitung auf Ostern ist“, berichtet Monsignore Biskupek. „Die
aktuelle Auseinandersetzung der Häftlinge mit
ihrer persönlichen Schuld und deren Bewältigung macht betroffen. Ihre Assoziationen sind
ganz nah an der Lebenswelt von uns Zeitgenossen.“RM
„Chorus live“ lädt
Ehemalige ein
WISSEN. Zum 25-Jährigen von „Chorus
live“ ist der Jugendchor des Seelsorgebereichs Obere Sieg auf der Suche nach
Ehemaligen. Sie sind eingeladen an der
Jugendmesse zum Jubiläum mitzuwirken
am Sonntag, 10. Mai, um 18.30 Uhr. Am
Samstag davor sollen bei einem Probetag „Meilensteine“ wiederbelebt werden
– Lieder, die den Chor geprägt haben. Außerdem sind alle Ehemaligen eingeladen,
auf einer extra eingerichteten FacebookSeite Lieder, Geschichten und Erinnerungen auszutauschen oder sie per E-Mail
an [email protected] zu schicken.KB
Von namhaften Künstlern lernen
BAD HONNEF. Sechs Tage mit namhaften Künstlern verbringen, mit ihnen leben und arbeiten, von ihnen lernen, sich
mit ihnen auseinandersetzen und interdisziplinäre Anregungen sammeln – dazu
lädt das Katholisch-Soziale Institut vom
23. bis 28. Juni unter dem Titel „Kunst
und Kultur“ herzlich ein. Bis Ende April gilt noch der Frühbucherpreis von 590
Euro. Auf dem Programm stehen Malerei mit Friedrich Dickgiesser und Leander
Kresse, Bildhauerei mit Benedikt Birckenbach, Zeichnung mit Harald Naegeli, Malerei und Zeichnung mit Professor Helmut
Hungerberg und Professor Dr. Qi Yang,
eine Schreibwerkstatt mit Tanja Dückers
sowie Fotografie mit Professor Lars Ulrich
Schnackenberg. Mehr Informationen gibt
es unter Telefon (0 22 24) 95 51 69.
KB
➔➔ www.ksi.de
Kölner Dom en détail
Pfarrer Monsignore Christoph Biskupek (zweiter von links) und einige Gemeindemitglieder betrachten und berühren den
„Heidelberger Passionsaltar“ in der Hochdahler Heilig-Geist-Kirche.
(Foto: RM)
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
KÖLN. Bei drei „DOM-Entdeckungen“
den Geheimnissen der Kölner Kathedrale
auf die Spur zu kommen, lädt der Diözesanverband der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands ein. Am Montag, 27. April, gibt es um 16 Uhr eine Führung durch die Ausgrabungen unter dem
Dom, am Mittwoch, 20. Mai um 16 Uhr
können die Teilnehmerinnen dem Dom
aufs Dach steigen und am Donnerstag,
11. Juni, geht es hinauf zu den Glocken.
Begleitet werden sie von der Kunsthistorikern Hildegard Schäfer. Die Teilnahme kostet jeweils zehn Euro. Anmeldung
(auch für Einzeltermine) ist möglich unter
Telefon (02 21) 16 42 15 50.
KB
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ERZBISTUM aktuell
Gleicher Lohn für
gleiche Arbeit
Demo auf der Domplatte
KÖLN. „Spiel mit offenen Karten: Was verdienen Frauen und Männer?“ Unter diesem Motto forderten Vertreterinnen und Vertreter der
Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend am Freitag gerechte und transparente Gehaltsstrukturen. Mit einer Kundgebung vor dem Dom erinnerten sie, dass Frauen
im Durchschnitt 22 Prozent weniger verdienen.
„Transparente Bewertungsverfahren und Vergütungsstrukturen in den Unternehmen sind die
zentrale Voraussetzung, um diese gravierende
Lohnlücke zu schließen und Entgeltgleichheit
durchzusetzen“, so die Demonstrantinnen. KB
Auch Kölns Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes schloss sich den Forderungen der katholischen Verbände nach einem
„Spiel mit offenen Karten“ in der Gehaltspolitik an.
(Foto: Becker)
Weihe der Heiligen Öle
Vererbte Erinnerungen
Bildungsangebote gebündelt
KÖLN. In der „Chrisammesse“ am Montag,
30. März, um 17.30 Uhr wird Kardinal Rainer Maria Woelki im Kölner Dom die Heiligen Öle weihen, die für die Taufe, Firmung,
Priesterweihe und Krankensalbung gebraucht werden. Er führt auch die Tradition
fort, vor der Messe alle Priester, Diakone und
Priesteramtskandidaten zu einem „Oasentag“ einzuladen. Bei einer geistlichen Stunde
in der Minoritenkirche wird in diesem Jahr
der Dominikaner-Pater Manfred Entrich einen Vortrag halten, der in die stille Anbetung
PEK
mündet. BENSBERG. Um Spätfolgen des Zweiten
Weltkriegs geht es bei der Tagung unter der
Überschrift „Vererbte Erinnerungen“, die
am 11./12. April von Samstag- bis Sonntagmittag in der Thomas-Morus-Akademie
im Kardinal-Schulte-Haus stattfindet. Dabei geht es unter anderem um die Weitergabe von Traumata über Generationen und
das Verhältnis der „Kriegskinder“ zu ihren
Kindern und Enkeln. Nähere Informationen gibt es unter Telefon (0 22 04) 40 84 72
oder im Internet.
KB
➔➔ www.tma-bensberg.de
KÖLN. Eine neue Broschüre des Erzbistums
Köln vermittelt unter dem Titel „Dem Sterben Leben geben“ einen Überblick über Bildungsveranstaltungen zur Auseinandersetzung mit Sterben und Tod: Neben Angeboten
zur Debatte über die Beihilfe zur Selbsttötung gibt es Inhalte zur Deutung von Tod und
Sterben, Schmerz und Leid sowie Kursangebote zur Fortbildung von Ehrenamtlichen in
der Begleitung von Demenzerkrankten sowie
in der Hospizarbeit. Die Broschüre ist im Internet herunterzuladen.
➔➔ www.info-erwachsenenbildung.de
Unvergessen
Gebet für Fluchtopfer
Im Anschluss an den den ökumenischen Gottesdienst verharrten viele Teilnehmer schweigend vor Exponaten der Ausstellung
„Leidenswege von Frauen – im Krieg und 70 Jahre danach“. (Foto: Raspels)
8 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
KÖLN. „Gegen das Vergessen, für Hoffnung“
gedachten Christen der Opfer – meistens Kinder, Frauen und Ältere –, die auf den Flüchtlingstrecks am Ende des Zweiten Weltkrieges
ums Leben kamen und wegen der Umstände
am Wegrand unbestattet liegen gelassen wurden. „Birg mich im Schatten deiner Flügel“ (Ps
17,8) lautete das Motto des ökumenischen Gottesdienstes, der in der Kölner Minoritenkirche
im Rahmen der dortigen Ausstellung „Leidenswege von Frauen – im Krieg und 70 Jahre danach“ gefeiert wurde. Die Seligpreisungen Jesu
seien eine Zusage, so Pastoralreferentin Barbara
Reible, „Trost zu finden“, beispielsweise auch
für Kinder, die zurückgelassen wurden. Denn
bei Gott gehe niemand verloren, er sei in unserer Klage, Trauer und Schmerz. BR
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
BERICHT
Als der Krieg zu
Ende ging
Leserinnen und Leser erinnern sich
In der Ausgabe Nr. 11 der
Kirchenzeitung haben wir über das
Kriegsende in Köln vor 70 Jahren
berichtet. Bei dieser Gelegenheit
haben wir die Leserinnen und Leser
aufgerufen, uns ihr Erleben der
letzten Kriegstage zu schildern.
Aus den zahlreichen Zuschriften,
die uns erreichten, bringen wir auf
den folgenden Seiten Auszüge.
Heppendorf im Rhein-ErftKreis: Durchmarsch amerikanischer Soldaten in den
ersten Märztagen 1945.
(Foto: Sammlung Boecker)
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
W
ülfrath lag im März und April
1945 innerhalb des sogenannten
Ruhrkessels und die Stadt war
voller deutscher Soldaten, die
zum Teil in den Privathäusern einquartiert
waren. Am Morgen des 16. April sah ich
(der Schulunterricht war schon seit Wo-
chen ausgefallen), wie in den Gärten und
Parks Männer und Frauen Uniformen,
Koppel, Abzeichen und Helme vergruben. Ich wunderte mich, dass aus den einquartierten Soldaten plötzlich Zivilisten
geworden sind. Am Nachmittag kam aus
Richtung Wuppertal an der Spitze einer
Panzerkolonne ein Jeep mit amerikanischem Hoheitszeichen; ein Soldat stand
im Fahrzeug und schwenkte eine weiße
Fahne. Auf den Panzern hockten weißhäutige und dunkelhäutige Soldaten, die
fröhlich winkten und den an den Straßenrändern stehenden Kindern Schokolade und Päckchen mit Kaugummi zuwarfen. Wir Kinder kannten weder das
eine noch das andere. Die Panzerkolonne wurde zu beiden Seiten von Soldaten,
die zu Fuß hintereinander gingen und die
ein Gewehr vor der Brust trugen, begleitet. Mir fiel auf, dass diese Soldaten nicht
marschierten und man ihre Tritte auf
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 9
BERICHT
dem Pflaster nicht hören konnte. Sie gingen in
legerer Haltung, hatten ihre Stahlhelme lässig
in den Nacken geschoben und hatten Stiefel
mit weichen Sohlen an. Wir Kinder waren von
den deutschen Soldaten nur Marschschritt mit
eisenbeschlagenen Stiefeln gewohnt und ich
wunderte mich, wie die Amerikaner mit solchen „unsoldatischen Manieren“ einen Krieg
gewinnen konnten.
Die Stadt wurde am Abend vor dem Rathaus kampflos vom Leiter der Polizeiwache
einem amerikanischen Offizier übergeben.
Die Polizeibeamten und andere Männer, die
I
ch selber habe mit meiner Mutter und meinen beiden Geschwistern das Kriegsende im
friedlichen Bad Wildungen erlebt, das der
dortige deutsche Stadtkommandant den anrückenden US-Truppen kampflos übergab. Wir
waren von Berlin aus bei Verwandten in Bad
Wildungen untergekommen. Die US-Army
warf uns 10 Minuten nach der Einnahme von
Bad Wildungen aus unserer Notwohnung in einem Gasthaus hinaus und wir mussten mit in
die kleine Wohnung unserer Verwandten ziehen. Aber meine Mutter, die fließend Englisch
sprach, erreichte nach wenigen Tagen den Wiedereinzug in das ansonsten von US-Offizieren
bewohnte Haus, die sich meiner Mutter gegenüber übrigens als Kavaliere erwiesen und von
denen sich einige von meiner Mutter DeutschUnterricht erteilen ließen. Die US-Army hatte in dem Gasthaus, in dem wir wohnten, eine
Kantine eingerichtet, meine Schwester und ich
trieben uns stets in der Nähe der US-Küche herum und wurden von den Köchen verwöhnt –
nicht so mein Bruder und meine Mutter, die
dazu zu stolz waren und mit der mageren Nachkriegskost vorlieb nehmen mussten.
Meiner Frau ist es ganz anders gegangen, sie
lebte mit ihrer Mutter und Schwester bei Verwandten auf deren Bauernhof im Riesengebirge.
Die nach Durchzug der Roten Armee, die meiner Frau und ihren Verwandten kein Leid antat,
einrückenden Polen erschlugen den Großvater
meiner Frau, der nicht von seinem Bauernhof
weichen wollte, die Frauen und Kinder und der
Onkel meiner Frau kamen nach abenteuerlicher
Flucht nach Peine in Niedersachsen. Sie waren
anfangs mit dem Pferdefuhrwerk des Onkels
unterwegs, aber Polen nahmen ihnen Pferd und
Wagen ab, sodass sie elend und zu Fuß – zuletzt mit der Eisenbahn – ihre neue Heimat erreichten. Ein Vetter meiner Frau ist übrigens in
den Sechzigerjahren nach Schlesien zu Besuch
gereist und wurde von der polnischen Familie,
die jetzt den Hof seiner Eltern besaß, freundlich
aufgenommen, er fand alles in bester Ordnung,
hat zahlreiche Fotos gemacht und noch lange
Kontakt zu der polnischen Familie gehalten. Ich
selber bin in den Siebziger- und Achtzigerjahren öfter geschäftlich mit dem Auto in Polen gewesen und bin dort immer freundlich empfangen worden. Rainer Schäferdick, Hennef
von den Amerikanern in Uniform angetroffen wurden oder einen soldatischen Eindruck
machten, wurden gefangen genommen und
zunächst auf dem umschlossenen Betriebshof
eines Bauunternehmers eingepfercht und einige Tage später mit Lastwagen abtransportiert. Den 8. Mai, Tag der Kapitulation, feierten die Besatzungssoldaten mit Gesängen und
sie schossen mit Gewehren in die Luft.
Ab sofort gab es nichts mehr zu kaufen
und die Zeit des Hungerns begann. Später
wurden Ausgabestellen für Grundnahrungsmittel eingerichtet. Zweimal wurden wir Kin-
der von der amerikanischen Besatzung in ein
Restaurant eingeladen, wo es Kakao und Gebäck gab. Die fremden Soldaten bedienten
die Kinder sehr freundlich.
Wir Kinder hatten schnell erkannt, dass das
uns eingetrichterte Feindbild, wonach die „Neger-Soldaten“ die Kinder massakrieren würden, nicht stimmte. Zudem fühlte ich mich sofort befreit von der Angst vor Bomben und
den Maschinengewehrgarben der Jagdflugzeuge, also verletzt oder getötet zu werden. Und
das Leben im Keller oder im Luftschutzbunker
Alfred Laustroer, Wülfrath
war vorbei.
E
s war Dienstag, der 13. März 1945, knapp
vier Wochen vor der Besetzung Wuppertals durch amerikanische Truppen.
Zwischen 15.40 Uhr und 16.20 Uhr hatten 344 Bomber der alliierten Luftstreitkräfte
3600 Spreng- und 140 000 Brandbomben auf
die Ortsteile Langerfeld, Heckinghausen und
Rittershausen (Oberbarmen) abgeworfen. Das
Ausmaß der Zerstörungen war beträchtlich.
Viele Menschen kamen dabei ums Leben. Über
dem Osten Barmens breitete sich eine Feuersglut aus. So hatten auch die in der Nähe unserer
Pfarrkirche St. Johann Baptist Oberbarmen in
der Normannenstraße niedergegangenen Bomben die Fenster der Kirche mit ihrem Maßwerk
zerstört und richteten in der Kirche große Verwüstungen an. Die Feuersglut und der Funkenflug aus den umliegenden Häusern griffen dann
in den späten Abendstunden auch auf die 5 Türme und das Dach der Kirche über, wobei auch
die Orgel ein Raub der Flammen wurde. Ein in
der Straße befindlicher Löschzug der Feuerwehr
hatte – so wird später erzählt – auf Intervention des NS-Ortsgruppenleiters Befehl erhalten,
nichts zu unternehmen, den anfangs noch leichten Brand am Kirchengebäude zu löschen.
Jugendliche versuchten zu löschen
Unser Jugendseelsorger hatte noch versucht, mit einigen schon älteren Jugendlichen
die ersten Brandherde im Nordturm der Kirche zu löschen, was aber misslang und zum
Abbruch der Löscharbeiten führte. Für mich
als zehnjährigen Jungen, der mit seiner Familie in der gleichen Straße im nur leicht beschädigten Hause gegenüber von Kirche und
Pfarrhaus wohnte, wurde das Inferno zu einem traumatischen Erleben, das mich noch
viele Jahre begleitet hat. Nur wenige Monate vorher war ich in die Messdienerschar aufgenommen worden und musste nun erleben,
wie die eigene Pfarrkirche zerstört wurde und
niederbrannte. Die heiße Luft des brennenden
Dachstuhls und der Türme machten es uns
unmöglich, unsere Kellerräume zu verlassen.
Die Bilder der brennenden Kirche haben mich
bis heute nicht verlassen. Unser Pfarrer infor-
10 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Die zerstörte Kirche St. Johann Baptist in Wuppertal-Oberbarmen.
mierte die Gemeinde am folgenden Sonntag –
es war der Passionssonntag – über den Verlust
unseres Gotteshauses. Wo aber konnten wir
uns als Gemeinde zu den Gottesdiensten versammeln? Das war unsere sorgenvolle Frage.
In dieser Notlage kam uns Katholiken spontan
die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde
Wichlinghausen, deren Gotteshaus unbeschädigt im nicht zerstörten Ortsteil Wichlinghausen geblieben war, zu Hilfe.
Schon am darauffolgenden Sonntag – es
war der Palmsonntag – konnten wir Oberbarmer Katholiken morgens um 6 Uhr und
abends um 18.30 Uhr in der Wichlinghauser
Kirche die Eucharistie feiern. Bis weit in den
Sommer hinein durften wir die geschwisterliche Hilfe erfahren. Ein schon damals denkwürdiges Beispiel gelebter Ökumene! Damals
schon reifte in uns Messdiener der Entschluss,
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
men.
BERICHT
H
ermann-Josef Dahm ist Jahrgang 1929.
Im September 1944 wurde er zum
„Schanzeinsatz“ eingezogen. In den ersten Märztagen 1945 befand er sich im
Bonner Raum. Eines Nachts entschied sich der
15-Jährige „abzuhauen“. Auf abenteuerlichen
Wegen erreichte er das völlig zerstörte Köln. In
seinen Erinnerungen hat er dies festgehalten:
Es war ein trockener, also schöner Tag. Zunächst ging ich auf dem Ring weiter bis zum
„Alten Opernhaus“. Doch wie sah unser schönes Köln aus: Wir waren vom Bombenkrieg her
ja manches gewöhnt; aber jetzt hatte ich wirk-
lich den Eindruck, in einer Frontstadt zu sein:
die Oberleitungsdrähte der Straßenbahn hingen zerrissen herunter, und überall Trümmer
über Trümmer. Aber ich habe damals – Gott sei
Dank – keine Toten sehen müssen. Ein amerikanischer Jeep fuhr langsam über den Ring, und in
niedriger Höhe überflog ein Flugzeug die Stadt.
Ansonsten war mir alles ziemlich gleichgültig, zog es mich doch nun immer stärker nach
Hause. Einmal musste ich allerdings meinen
Drang noch bremsen, oder besser gesagt, wurde ich gebremst, als mich unter der Bahnunterführung am Westbahnhof die Besatzung eines
dort postierten Panzers aufforderte, auf die andere Straßenseite zu kommen, „hands up“ zu
machen, und ich mir meinen kleinen Rucksack
untersuchen lassen musste. Immerhin zog ich ja
noch in der Uniform eines Hitlerjungen durch
Köln. Aber angesichts meiner restlosen Harmlosigkeit durfte ich dann sehr bald meinen Weg
fortsetzen. Und so kam ich schließlich zur Stra-
U
(Foto: Pfarrarchiv-Sammlung Ossé)
mitzuhelfen, unser zerstörtes Gotteshaus wieder aufzubauen, zumindest bei den Aufräumarbeiten anzupacken. Fünf Jahre jedoch sollte
es dauern, bis die Gottesdienst feiernde Gemeinde zu Weihnachten 1950 wieder die Kirche nutzen konnte. Als ich zwischen 2010 und
2014 als geschäftsführender Vorsitzender des
Kirchenvorstandes die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Westfassade einschließlich der beiden Haupttürme begleitete und es
wagte, als nunmehr 80-Jähriger noch auf die
Gerüste bis in die mehr als 40 Meter hohen
Turmhelme zu steigen, da wurde all das wieder lebendig, was ich vor 70 Jahren als Junge erlebt hatte, vor allem auch, weil im seit
Kriegsende ungenutzten Nordturm der Kirche noch Relikte der Zerstörung im Mauerwerk und am alten Glockenstuhl sichtbar waHans-Joachim Ossé, Wuppertal
ren.
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
nsere Familie war dem Bombenterror
aus Köln in das Dorf Niederelvenich
zwischen Zülpich und Euskirchen entflohen. Da mein Vater Lehrer war, übernahm er die verwaiste Dorfschule, deren bisheriger Lehrer als Soldat in Stalingrad verschollen
war. Ich selbst war damals fünf Jahre alt. Da das
Dorf keinen Kirchturm hatte und das Schulgebäude der höchste Punkt des Ortes war und sich
so als Zieleinstellung bei eventuellem Beschuss
angeboten hätte, wechselten wir aus Vorsicht
zum Übernachten in einen tiefer im Ort gelegenen Bauernhof. Auf dem Weg dorthin kam uns
ein Trupp deutscher Soldaten entgegen, bewaffnet mit Gewehren, Panzerfäusten, getarnt mit
Gras auf dem Helm und beschmierten Gesichtern. Ein anwesender Bauer sagte: „Jonge joht
heem!“ Worauf der Anführer in Hochdeutsch
antwortete: „Nein, wir müssen erst noch einige
amerikanische Panzer knacken!“
Einen Tag später wurde ich von meiner Mutter aus dem Bett geholt. Irgendetwas stimmte
nicht. Draußen auf der Straße hörte man Stimmen aber offensichtlich wurde kein Deutsch ge-
A
n einen Vorfall kann ich mich genau erinnern (ich war erst fünf Jahre) als die
Amerikaner kamen. Sie nahmen unseren Vater einfach mit als „Kugelfang“.
Es sollten nämlich deutsche Soldaten sich im
nahen Wald versteckt haben, die von der Front
getürmt waren, von denen wir nichts wussten
(einer hatte sie verraten). Mein Vater musste
vorgehen, die amerikanischen Soldaten hinter
ihm mit Gewehren im Anschlag, falls die Deutschen sich wehren würden. Aber sie schliefen,
einige wuschen sich an einer Quelle. Die Amis
schossen einfach in den schlafenden Haufen
Soldaten. Zur Gegenwehr kam es also nicht,
zum Glück! Wir Kinder und auch unsere Mut-
ße „Am Rosengarten“ in Bickendorf, bog ein,
und an der übernächsten Querstraße, an der ich
wiederum einzubiegen hatte, wurde mir endlich
klar, dass ich meine Flucht nicht umsonst gewagt hatte: denn ich sah meine Mutter vor unserem Haus die Straße fegen. Da kannte unsere
Freude keine Grenze mehr.
Wir waren vereint, wir waren vom Naziregime befreit und hatten den Krieg heil überstanden. Wir: das hieß aber vorläufig nur: meine
Mutter, mein Vater, meine Tante Maria und mein
Onkel Georg, die bei uns, weil sie ihre Wohnung wegen Kriegsschäden aufgeben mussten,
Unterkunft gefunden hatten. Aber was war mit
all den anderen Verwandten? Gottlob kehrten
alle – nach und nach – wohlbehalten in ihre jeweilige Heimat zurück, nach eineinhalb Jahren
auch mein Bruder, der vom Arbeitsdienst weg
einberufen worden war und dann noch in amerikanische Gefangenschaft geriet.
Hermann-Josef Dahm, Wipperfürth
sprochen. Dann hörte man Schritte die Kellertreppe hinunterkommen. Erneutes gegen die
untere Kellertür Poltern, dann wurde die Tür
aufgestoßen und man hörte seitens des Amerikaners etwas, das jedenfalls „German soldiers“
beinhaltete. Es dauerte eine Zeit, dann wurden
wir alle mit anderen Familien im Dorfmittelpunkt zusammengetrieben. Als Kind gewöhnte man sich schnell an die veränderte Situation
und an die auf ihren gepanzerten Fahrzeugen
stehenden und Kaugummi kauenden amerikanischen Soldaten. Da gab es allerdings einige, die mir besonders Angst machten, die waren ganz schwarz im Gesicht und an den Händen. – Nun schwante mir plötzlich auch woher
der Hans Muff stammte. – Als ich im Hof die
zurückgelassenen Kartons aufräumen wollte und eine Zigarettenkippe in der Hand hatte
um sie gesondert zu entsorgen, kam einer dieser
Schwarzen an mir vorbei und drohte lächelnd
mit dem Finger. Mann, was bekam ich für einen
Schrecken. Die Angst sitzt mir bis heute in den
Knochen, wenn ich nur daran denke.
Dieter Pallenbach, Köln
ter standen ängstlich hinter den Fenstern, hörten die Schüsse, hatten Angst und sahen dann,
dass die Gefangenen und Verletzten auf Bahren getragen wurden, an unserem Haus vorbeizogen. Unser Vater war wieder frei und lebte.
Bei uns in der Nähe im Freudental bei Immekeppel war die Fabrik Baermann, welche für
die Wehrmacht Ersatzteile herstellte. Ob das der
Grund war für den regen Flugverkehr, oder ob
die Bomber die letzten Bomben, die sie nicht
über Köln abgeworfen hatten, einfach bei uns
niedergeworfen haben? Aber wir waren trotzdem heilfroh, dass die Amerikaner uns befreit
hatten.
Franziska Abbing, Bergisch Gladbach
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SONNTAG
Palmsonntag
ERSTE LESUNG: Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort.
Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf
ihn höre wie ein Jünger. Gott, der Herr, hat mir
das Ohr geöffnet.
Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht
zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin,
die mich schlugen, und denen, die mir den
Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen
und Speichel.
Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum
werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich
weiß, dass ich nicht in Schande gerate.
Jes 50,4-7
ZWEITE LESUNG: Christus Jesus war Gott
gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu
sein, sondern er entäußerte sich und wurde
wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein
Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum
Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm
den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen
Jesu und jeder Mund bekennt: „Jesus Christus
ist der Herr“ - zur Ehre Gottes, des Vaters.
Phil 2,6-11
EVANGELIUM (zur Palmweihe): Es war einige
Tage vor dem Osterfest. Als sie in die Nähe von
Jerusalem kamen, nach Betfage und Betanien
am Ölberg, schickte Jesus zwei seiner Jünger
voraus. Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das
vor uns liegt; gleich wenn ihr hineinkommt, werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden,
auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat.
Bindet ihn los, und bringt ihn her! Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?, dann antwortet: Der Herr braucht ihn; er lässt ihn bald
wieder zurückbringen.
Da machten sie sich auf den Weg und fanden außen an einer Tür an der Straße einen jungen Esel angebunden, und sie banden ihn los.
Einige, die dabeistanden, sagten zu ihnen: Wie
kommt ihr dazu, den Esel loszubinden?
Sie gaben ihnen zur Antwort, was Jesus
gesagt hatte, und man ließ sie gewähren. Sie
brachten den jungen Esel zu Jesus, legten ihre
Kleider auf das Tier, und er setzte sich darauf.
Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße
aus; andere rissen auf den Feldern Zweigen von
den Büschen ab und streuten sie auf den Weg.
Die Leute, die vor ihm hergingen und die
ihm folgten, riefen: Hosanna! Gesegnet sei
er, der kommt im Namen des Herrn! Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt. Hosanna in der Höhe!
Mk 11,1-10 (oder Joh 12,12-16)
Lesungen der Woche
Lesejahr B
Wochentagslesungen: Karwoche
Stundengebet: Zweite Woche
Die Menschen legten Jesus ihre Kleider auf den Weg und winkten ihm mit Palmwedeln zu. Kirchenfenster zum Einzug Jesu
in Jerusalem.
(Foto: Raspels)
12 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Sonntag, Palmsonntag: Ev zur Palmweihe: Mk 11,1-10 oder Joh 12,12-16. L 1: Jes
50,4-7; L 2: Phil 2,6-11; Passion: Mk 14,1
bis 15,47 (oder 15,1-39).
Montag: L: Jes 42,5a.1-7; Ev: Joh 12,1-11.
In der Chrisam-Messe im Kölner Dom: L
1: Jes 61,1-3a.6a.8b-9; L 2: Offb 1,5-8; Ev:
Lk 4,16-21.
Dienstag: L: Jes 49,1-6; Ev: Joh 13,2133.36-38.
Mittwoch: L: Jes 50,4-9a; Ev: Mt 26,14-25.
Gründonnerstag, Messe vom Letzten
Abendmahl: L 1: Ex 12,1-8.11-14; L 2: 1
Kor 11,23-26; Ev: Joh 13,1-15.
Karfreitag, strenger Fast- und Abstinenztag,
Feier vom Leiden und Sterben Christi: L
1: Jes 52,13 bis 53,12; L 2: Hebr 4,14-16;
5,7-9; Passion: Joh 18,1 bis 19,42.
Karsamstag: keine Messfeier. In der Osternacht: L 1: Gen 1,1 bis 2,2 oder 1,1.26-31a;
L 2: Gen 22,1-18 oder Gen 22,1-2.9a.1013.15-18; L 3: Ex 14,15 bis 15,1; L 4: Jes
54,5-14; L 5: Jes 55,1-11; L 6: Bar 3,9-15.32
bis 4,4; L 7: Ez 36,16-17a.18-28; Epistel:
Röm 6,3-11; Ev: Mk 16,1-7.
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
SONNTAG
E
igenartig erscheint uns die Unbefangenheit, mit der Jesus den Esel in Beschlag
nimmt. Ein ungebrochenes und gesundes Selbstbewusstsein tritt uns entgegen,
und das in dem Moment, wo die Zuspitzung
des Dramas seinen Lauf nimmt. Ein Esel ist
ein kostbarer Besitz, nur mit seiner Hilfe lassen
sich die Wege in der Hitze zurücklegen. Jesus
erhebt also Anspruch auf das, womit ich unterwegs bin.
Er geht noch weiter: Der junge, bislang unberittene Esel steht für das, was ich noch nicht
angegangen habe, was mich zurückschrecken
lässt. Das darf ich Jesus übergeben. Der Einritt
auf dem Esel in die Heilige Stadt ist ein königlicher Gestus.
Immer wieder werden wir im Zuge der Passion derartige Anspielungen finden. Der wahre Königsdienst ist immer ein Dienst für andere. Das israelitische Königtum findet im Gottesknecht seine letzte und nicht mehr zu übertreffende Erfüllung. Der Weg nach oben ist ein
Weg nach unten. Für einen Christen gibt es daran kein Vorbei. Wir werden in diesem Sinne bei
unserer Taufe zum König gesalbt. Spannend ist,
dass auch bei der Salbung des deutschen Königs in Aachen dieser Gedanke eine zentrale
Rolle spielte. Die Steine des Karlsthrons, auf
den der neue König gesetzt wurde, sind marmorne Fußbodenplatten. Sie zeigen die Einritzungen der Brettspiele römischer Soldaten. In
Jerusalem gibt es solches Pflaster aus der Zeit
Jesu, unter anderem am Gerichtsort des Pilatus,
den Lithostrotos. Sehr wahrscheinlich ist, dass
die Aachener Platten von dort stammen.
Nur der Weg in die Ohnmacht, an die letzte
Grenze kann die Wende herbeiführen. Macht ist
dazu nicht imstande. Das ist ein Glaubenssatz,
den ich annehmen muss, um seine Tragweite zu
ahnen. Nur der entäußerte, nackte Gott heilt.
Interessant ist, dass die Leute ihre Kleider
vor Jesus ausbreiten. Will das sagen, dass sie
nackt vor ihm herliefen? Im übertragenen Sinne
ist dies sicher so zu verstehen. Vor Jesus und damit vor Gott zählt nur das Nacktsein. Wir dürfen uns so vor ihn bringen wie wir sind, und im
fortschreitenden Gebet lerne ich mich immer
besser vor ihm verstehen. Das hat nichts mit
Entblößung zu tun sondern meint die Wiederherstellung des Urzustandes, wo die Menschen
sich nicht voreinander zu schämen brauchten.
Gott will in Jesus einziehen in unsere Wirklichkeit, wie sie ist. In diesem Sinne liegt Jerusalem im Rheinland oder sonst irgendwo auf
Meik Schirpenbach
der Erde. Der Weg nach oben ist ein Weg nach unten
Unser Autor, Pfarrer Dr.
Meik Schirpenbach, ist
Stadtjugendseelsorger von
Bonn und Pfarrvikar in der
Pfarrei St. Petrus in Bonn.
Möglicherweise zog Jesus auch über diese steile Treppe in Jerusalem bei seinem Einzug. 27. März 2015 | Ausgabe 13/15
(Fotos: Raspels)
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 13
ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Teilen und Dienen zur Mitte machen
Die Botschaft des Gründonnerstags
Einer, der dem Verlorenen nachgeht, Brot bricht, sich selbst bricht und austeilt.
Einer, der sich tief herunterbeugt zum Schmutz und reinwäscht und vergibt.
Einer, der Teilen und Dienen zur Mitte gemacht hat. So einer wird getötet.
Damit wir leben. Und dem Verlorenen nachgehen. Und Brot austeilen. Und uns verteilen.
Und uns herunterbeugen in den Schmutz. Und vergeben der eine dem anderen.
Damit wir ihm ähnlich werden und schon jetzt der Himmel die Erde berührt.
Er für uns. Wir für ihn?
Eleonore Beck, Hildegard Nies
sicher großen Hunger leidet: Sie isst das Brot
nicht, sondern steckt es ein, vielleicht als Notration für sich selbst oder für jemand anderen. Schließlich hebt sie den kleinen Kanten
Brot bis zu ihrem Tod im Jahr 2014 auf. Dann
kommt er in das Bonner Haus der Geschichte. Vor Kurzem ist er in der Ausstellung „Leidenswege von Frauen“ in der Kölner Minoritenkirche zu sehen gewesen. Ein hartes Stück
Brot wird zu einem kostbaren Zeichen für das
Mitgefühl eines Fremden. Dankbar und liebevoll erinnern auch Dorothea und Elisabeth
Ahrendt an eine ähnliche Geste: „Am Waldrand hat Vater einige Krusten Brot aus der Tasche gezogen und jeder der vier Töchter etwas
gegeben und gesagt: „Nehmt das Stückchen
Brot, es ist wohl die letzte Gabe, die ich euch
in diesem Leben geben kann. „
Hunger nach dem Brot des Lebens
„Nehmt das Stückchen Brot“ – das erinnert
an die Worte Jesu im Abendmahlsaal. Jesus
spricht zu seinen Jüngern, ermutigt und tröstet sie. In der Vorwegnahme seines Todes am
Kreuz und seiner Auferweckung nimmt Jesus
dann das Brot und bricht es in viele Stücke,
um es mit seinen Jüngern zu teilen. Er reicht
ihnen das Brot als Stärkung für den Magen,
aber auch für die Seele. So wie er das Brot
gibt, gibt Jesus sich selbst freiwillig am Kreuz
hin.
„Liebt einander!“
Ein Stück Brot – Zeichen des Mitfühlens. Dieses Exemplar ist fast 70 Jahre alt und entstammt der Stiftung Haus der
Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn. (Foto: Raspels)
W
er hat sich in der Rückschau nicht schon
ehrlich eingestehen müssen, in einer bestimmten Situation unaufmerksam, ja
gedankenlos und gleichgültig gehandelt zu haben? Das kommt vor. Schwierig kann es werden, wenn daraus eine Haltung wird. Eine Gesellschaft kann es sich nicht leisten, gleichgültig zu sein. Sie lebt von der Aufmerksamkeit
gegenüber Entwicklungen und Trends, um daraus Handlungsperspektiven für die Zukunft
ableiten zu können. Begründete Entscheidungen kann sie ebenfalls nur aus der wachen Erinnerung an die eigene Geschichte treffen.
In diesem Jahr denkt die deutsche Gesellschaft an das Kriegsende vor 70 Jahren, das
einerseits die Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, anderseits den
vollständigen Zusammenbruch bedeutete.
Bereits vor 1945 begann die Hungersnot, un-
ter der ein Großteil der Menschen noch mehrere Jahre zu leiden hatte. Zeitzeuginnen erzählen, dass sie mit geringsten Mengen von
Mehl, Fett, Zucker, Salz, Fleisch auskommen
mussten, wenn es ihnen überhaupt zur Verfügung stand. Diejenigen, die nichts hatten,
mussten Lebensmittel beschaffen oder darum
betteln.
Mitgefühl in Zeiten des Hungers
In dieser unmenschlichen Zeit geschehen
auch Zeichen der Mitmenschlichkeit. Im Mai
1947 geht ein Unbekannter auf eine junge Frau
in einem Flüchtlingstreck aus Schlesien zu. Er
reicht ihr ein kleines in Pergamentpapier eingewickeltes Stück Brot. Auch wenn die Frau
14 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Der Priester Gerhard Fittkau schreibt über
die Feier der Eucharistie 1945 in seiner kleinen Dorfkirche in Ostpreußen: „Meine größte
Freude in diesen Tagen war, dass meine Gläubigen nach dem ‚Brot des Lebens‘ geradezu
hungerten, wie sie es niemals zuvor getan hatten.“ Die Glieder der Gemeinde sehnen sich
nach Stärkung und erleben sich in der Not als
Schicksalsgemeinschaft, der das gebrochene
Brot zur heilsamen Speise wird.
In der Feier der Abendmahlsmesse am
Gründonnerstag hören wir im Evangelium,
dass Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht als
Zeichen seiner dienenden Hingabe, das Brot
für sie bricht und das neue Gebot verkündet:
„Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so
sollt auch ihr einander lieben!“ (Joh 13,34).
Aus der Erfüllung dieses Auftrags lebt die
Kirche: Liebe erweist sich in konkreten Taten
– wenn wir Brot teilen, Kranke besuchen oder
Eva-Maria Will
Trauernde trösten.
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Die sieben letzten Worte Jesu
Die Evangelisten haben seine Sterbeworte aufbewahrt
W
as der am Kreuz Sterbende sagte,
wird später in einer Art Sammlung
zusammengestellt, denn Matthäus und Markus berichten nur von einem
Ausspruch, während Lukas von drei anderen berichtet und Johannes in seinem
Evangelium nochmals drei weitere überliefert.
Die sieben Worte reichen aus, „um
Leben und Tod, Zeit und Ewigkeit zu
umspannen“ (Kurt Rommel). Wie kaum
anders zu erwarten, ist ihre historische
Glaubwürdigkeit mehr als einmal angezweifelt worden.
Vor allem das erschütterndste der sieben Worte:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast
du mich verlassen?‘‘ Jeder der vier
Evangelisten hat seine eigenen Akzente
gesetzt, seine eigene Sichtweise für seinen Leserkreis zum Kriterium der Auswahl gemacht.
Die Abfolge der Jesusworte, wie sie
den Gläubigen bis heute zur Betrachtung
vorgelegt wird, ist im Lauf der Frömmigkeitsgeschichte entstanden, wobei
der Bogen sich vom Schrei nach Wasser
bis zum Ruf „Vater, in deine Hände lege
ich meinen Geist“ spannt.
lingsjünger Johannes, vertraut er diese
Aufgabe an.
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du
mich verlassen?“ (Mk 15,34, Mt 27,46)
Dieses Wort wird in der aramäischen
Sprache überliefert „ Eli, eli lema sabachthani?“ Die Spötter tun so, als rufe er Elia
um Hilfe. Jesus ruft aber mit Worten aus
dem Psalm 22,2 seine Gottverlassenheit
aus. Wer diesen Psalm rezitiert, weiß auch,
dass in ihm versichert wird, dass Gott jene
nie vergisst, die zu ihm rufen.
„Mich dürstet“ (Joh 19,28)
Jesus bittet um Hilfe. Hunger und Durst
gehören zu den Grundelementen des Lebens. Der Sterbende leidet. Er hat Durst:
Mit ihm leiden unzählige Menschen nach
Brot und Wasser.
Christus in der Sterbestunde.
„Es ist vollbracht“ (Joh 19,30)
„Vater, vergib ihnen, denn sie
wissen nicht, was sie tun“ (Lk 23,34)
Jesus ist Sieger. Aber kein Sieger,
dem man die Hände schüttelt. Seine Liebe ist zum Ziel gekommen. Vollendet ist,
was uns sterblichen Menschen das Leben
bringt. Der Wille des Vaters ist erfüllt. Das
Heilswerk ist am Kreuz vollbracht.
So betet Jesus für Freunde und Feinde, für Gottlose und Gotthasser. Die
Vergebensbitte umfasst seine Richter
und Henker. Und auch die „Frommen“,
die nichts begriffen haben.
„Vater in deine Hände empfehle ich
meinen Geist“ (Lk 23,46)
„Heute noch wirst du mit mir im
Paradies sein“ (Lk 23,43)
Damit reagiert Jesus auf das Schuldbekenntnis des mit ihm gekreuzigten
Gewaltverbrechers. Der hat in letzter
Minute ihn als Messias erkannt.
„Frau, siehe dein Sohn – Siehe,
deine Mutter!“ (Joh 19,26)
Die Mutter hat den Weg zum Kreuz
des Sohnes gefunden. Sie ist ihm nah.
Er wendet sich ihr zu. Ihr Leben soll
umsorgt sein. Seinem Freund, dem Lieb-
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
Aufblickende und hörende Knechte unter dem Kreuz. Beide
Bilder stammen aus dem Bild „Die Kreuzigung Jesu“ am
Lübecker Passionsaltar von Hans Memling. (Fotos: Läufer)
Der Tod Jesu am Kreuz ist der Sieg
Gottes. Das Wort aus dem Psalm Davids
(31,6) weist in die messianische Zukunft,
denn seine Getreuen behütet Gott. Das Paradies ist geöffnet.
Jesus leidet und stirbt als frommer
Jude. Die sieben letzten Worte sind ein
historisches Zeugnis für dieses Sterben.
Die Umstehenden haben sie gehört. Maria und die anderen Frauen, die vor Golgatha nicht weggelaufen sind. Die Gaffer in
Rufweite auf der Stadtmauer. Die Soldaten
und die Spötter. Johannes, der als Evangelist bezeugt, was er gesehen und gehört hat
sowie wahrscheinlich auch Josef von Arimathäa und Nikodemus, die den Leichnam
Jesu vom Kreuz nahmen. E rich L äufer
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KIRCHE UND THEOLOGIE
Gott bewahre vor unerleuchteter Frömmigkeit
Am 28. März jährt sich der 500. Geburtstag der Kirchenlehrerin Teresa von Ávila
A
ls Teresa von Ávila, deren 500. Geburtstag
die Kirche am 28. März 2015 feiert, am 24.
August 1562 in Ávila in aller Heimlichkeit,
aber mit Genehmigung ihres Bischofs, in ein
kleines Haus übersiedelte, um ein Kloster unter dem Schutz des heiligen Josef zu gründen,
war die Empörung in ihrem Herkunftskloster
Encarnación und in der Stadt groß. Was bildete sich diese Schwester ein? Was hatte sie vor?
Teresa hatte erkannt, dass ihre bisherige Lebensweise ihrem geistlichen Leben nicht förderlich war. Über 27 Jahre hatte sie in einer inneren Zerrissenheit zwischen der Sehnsucht,
sich Gott ganz hinzugeben, und ihrer Bindung
an familiäre und weltliche Interessen gelebt.
Nun sehnte sie sich mit wachsender Gotteserfahrung im Gebet nach einem Leben gemäß
der ursprünglichen Regel des Karmel, nach der
die ersten Karmeliten auf dem Berg Karmel in
der Tradition des Propheten Elia gelebt hatten.
In einem schmerzhaften geistlichen Prozess
gelangte Teresa zur Einsicht, dass sie in ihrem
Kloster nicht die richtigen Voraussetzungen für
ein Leben in völliger Hingabe an Gott vorfand.
Sie wusste, dass es für Menschen „den Tod bedeutet, ihre Gewohnheiten zu ändern“ (Brief
vom 7. November 1571). Um zum Ursprung
und Wesentlichen der karmelitanischen Berufung zurückkehren zu können, musste sie daher
ihr Kloster verlassen.
Leben mit Christus – wie mit einem Freund
Teresa wünschte sich einen Lebensrahmen
für ein vertrautes Leben mit Christus „wie mit
einem Freund“. Ihre Vorstellung von einer kontemplativen Gemeinschaft umfasste eine kleine Gruppe von Freundinnen, Zurückgezogenheit, Einsamkeit, zwei Stunden inneres Gebet
mit apostolischer Ausrichtung, Einfachheit,
Gütergemeinschaft und Armut. Wichtig war ihr
der Verzicht auf Standesprivilegien der Gesellschaft. „Nichts soll es geben, was wir nicht mit
Das von Juan de la Miseria Narduch 1577 gemalte Porträt
dient bis heute vielen Darstellungen der heiligen Teresa von
(Fotos: Raspels)
Ávila als Grundlage. Hilfe des Herrn wagen wollen, wenn wir erkennen, dass wir ihm damit mehr dienen. Eine solche Beherztheit, die uns in der Demut immer
mehr wachsen lässt, wünsche ich in diesem
Haus. Eine heilige Kühnheit müssen wir besitzen. Denn Gott hilft den Starkmütigen; bei ihm
gibt es kein Ansehen der Person“ (C 17,12).
Alle, die den Ruf Gottes verspürten, sollten
ein Leben in seiner Gegenwart und in Freundschaft mit ihm (Leben 8,5) führen dürfen. Damit wehrte sich Teresa gegen die Diskriminierung der Judenkonversen, einer ausgegrenzten,
doch sehr gebildeten Minderheit in der spanischen Gesellschaft, der sie selbst entstammte.
Der Adelstitel ihrer Familie war durch Bestechung erkauft worden. Gegen die gesellschaftlich geltenden Maßstäbe von Ehre und Ansehen
betont sie die Bedeutung der Selbst- und Gotteserkenntnis und der „entschiedenen Entschlos-
senheit“, den eigenen Willen ganz Gottes Willen zu überantworten. Geistliches Wachstum
kann nur gelingen in Einübung der Tugenden
der Demut, des Loslassens und der Gottes- und
Nächstenliebe.
Ihre geistliche Lehre, vor allem ihre tiefen
Einsichten über das Gebet und die Pflege einer persönlichen Gottesbeziehung, fand in den
Werken ihren Niederschlag, die sie im Auftrag
ihrer Beichtväter für ihre Mitschwestern verfasste. Auf diese Weise entstanden einige der
bedeutendsten Schriften der christlichen Mystik: ihre geistliche Lebensbeschreibung, der
Weg der Vollkommenheit, das Buch der Gründungen, über 480 Briefe, Gedanken zum Hohenlied und vor allem ihr mystisches Hauptwerk, die Innere Burg.
Als Papst Paul VI. Teresa am 27. September
1970 als erste Frau zur Kirchenlehrerin erhob,
war dies eine Anerkennung der Bedeutung ihres geistlichen Vermächtnisses für die Kirche.
„Wollt ihr . . . mit Gott sprechen, wie es sich für
einen so großen Herrn geziemt, müsst ihr wohl
bedenken, zu wem ihr redet und wer ihr seid.
. . . Erwägt und erkennt, vor wem ihr steht!“ (C
22,1.7). „Überlassen wir ihm doch das bisschen
Zeit, die ihm zu schenken wir uns entschlossen haben! Es ist sehr wenig im Vergleich zu
der Zeit, die wir für uns selbst und für andere,
die uns keinen Dank dafür wissen, vergeuden.
. . . Seien wir fest entschlossen, sie ihm niemals
wegzunehmen . . .“ (C 23,2).
Sr. M. Antonia Sondermann
Unsere Autorin, Schwester
Dr. M. Antonia Sondermann
OCD, ist Leiterin des Edith
Stein-Archivs des Kölner
Karmel Maria vom Frieden,
Dozentin für Spiritualität
am Diakoneninstitut und
Ehebandverteidigerin am
Erzbischöflichen Offizialat.
Theologen legen eigene Studie zum Reformationsgedenken vor
D
as Jahr 2017 und damit das Jubiläumsjahr
500 Jahre nach Beginn der Reformation rückt
näher. Anlass genug für den Ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK), sich mit einer eigenen Studie
zum Thema zu positionieren. Der Text wird in
diesen Tagen von den bischöflichen Vorsitzenden des Arbeitskreises, Kardinal Karl Lehmann
und Martin Hein, am Rande der ÖAK-Jahrestagung vorgestellt. „Der ÖAK trägt im Konzert
der vielen Meinungen zum Gedenkjahr 2017
etwas bei, was an anderen Orten in dieser Form
nicht geschieht: eine Zusammenschau der historischen Rekonstruktion der Ereignisse im 16.
Jahrhundert in Verbindung mit grundlegenden
Fragen des Kirchenverständnisses unter dem
leitenden Gesichtspunkt der Reformbedürftigkeit sowie der Reformfähigkeit aller Kirchen“,
schreiben die Herausgeber.
Anders als das vom Päpstlichen Einheitsrat
16 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
und dem Lutherischen Weltbund 2013 vorgelegte und vom Ansatz ähnliche Studiendokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ (Lesen
Sie auch Seiten 4 und 5), das auf die ökumenische Praxis zielt, verzichtet der ÖAK-Text auf
eine Kernthese. Es gelte, „an einer gemeinsamen, ökumenischen Deutung und Bewertung
des Geschehens auch im Sinne einer gemeinsamen Wertschätzung der Reformation zu arbeiten“. KNA
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
LESERBRIEFE
Glücklich auch ohne
Zu „Sicher wie die Pille“ in Nr. 11 und dem
Leserbrief in Nr. 12, Seite 17
Ich hatte mich schon gefreut über die klare Darlegung der Lehre der Kirche und besonders über
das Zeugnis der Eheleute Kolmeder, dass eine
glückliche Ehe auch ohne Pille und Kondom
möglich ist. Dann die Enttäuschung durch den
Leserbrief: Das ist alles ungeeignet! Aber der
Leserbriefautor verliert kein Wort über den katastrophalen Geburtenrückgang und seine Folgen für Kirche, Wirtschaft und Staat, über die
Gefahren der Pille für die Gesundheit der Frau,
über die verheerende Verseuchung unseres Wassers durch die Pillenrückstände, geschweige
denn über die Nachteile immerwährender sexueller Verfügbarkeit in der Ehe mit der Folge des
Überdrusses und der Versuchung zur Untreue.
Richtig, die Ehe mit ihrer Fruchtbarkeit ist und
bleibt Risiko und Herausforderung. Zu ihr gehören Verzicht, zeitweilige Enthaltsamkeit und
Kinderstress. Aber die Kinder bleiben auf die
Dauer ein Segen, auch unerwartete Nachkömmlinge. Nicht alles ist planbar, Gott sei Dank! Zur
gelungenen Ehe braucht man Gnade und die Sakramente.
Dr. Richard Giesen,
Wachtberg-Niederbachem
Aufwand wie Zähneputzen
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Wunderbar, dass die Kirchenzeitung sich so
Kirchenzeitung
für das Erzbistum Köln
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Redaktion: Siegbert Klein (Chef vom Dienst), Kathrin Becker,
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27. März 2015 | Ausgabe 13/15
ausführlich der Natürlichen Empfängnisregelung widmet! Erlauben Sie mir einige Ergänzungen. Die in ihrer Zuverlässigkeit am längsten erprobte natürliche Methode ist die symptothermale Methode nach Rötzer. Sie ermöglicht
das Ermitteln der sicher unfruchtbaren Zeit im
Zyklus. Das Vermeiden einer Schwangerschaft
ist aber nur die eine Richtung, in der die Methode verwendet werden kann. Was viele nicht wissen: Sie ermöglicht ebenso das Anstreben einer
Schwangerschaft und ist damit auch eine Alternative für ungewollt kinderlose Paare, von denen wir schon viele auf dem Weg zum ersehnten Kind begleiten durften. Einmal erlernt, entspricht der tägliche Aufwand ungefähr dem des
Zähneputzens. Mutter Teresa hat diese Methode
übrigens unter anderem in den Slums von Kalkutta so erfolgreich unterrichtet, dass die Paare
den staatlich aufgezwungenen Verhütungs- und
Sterilisationsprogrammen entgehen konnten. So
kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass
es auch hierzulande allen Menschen guten Willens möglich sein sollte, diese Lebensweise zu
wählen. Zu behaupten, in Asien, Afrika oder
Südamerika wäre das nicht der Fall, klingt in
meinen Ohren recht überheblich und grenzt an
„modernen Kolonialismus“. Der Begriff „natürliche Verhütung“ ist übrigens ein Widerspruch
in sich. Verhütung ist per se ein manipulatives
Eingreifen vor, während oder nach der liebenden Vereinigung mit dem Ziel, eine Schwangerschaft zu verhindern. Ein Paar, das nach der Natürlichen Empfängnisregelung lebt, nimmt nur
an, was von der Natur vorgegeben ist – nämlich
fruchtbare und unfruchtbare Zeiten –, und stellt
sein Verhalten darauf ein.
Karolin Wehler,
Köln
Vorbereitungen auf die nächste Sitzung der Familiensynode haben wir jetzt noch mal das alte
rote Heft mit den vergilbten Seiten gelesen. Inzwischen muss ich schmunzeln. So etwas kann
nur jemand schreiben, der nie selbst als Ehemann in einer intakten Familie mit Kindern gelebt hat. Da erweist sich das Wort des Paulus als
wahr: „Der Bischof muss verheiratet sein und
selbst Familie und Kinder haben; ohne diese Erfahrung kann er einer größeren Gemeinde nicht
vorstehen“ (Nach 1 Tim 3,1-5).
Wilhelm Gatzen,
Bergisch Gladbach
Wer hat das geschrieben?
Zum selben Thema
Ende Juli 1968 erschien die Enzyklika „Humanae Vitae“. Wir haben diese Enzyklika sehr
ernst genommen. Wir haben das nach unserem
Gewissen sorgfältig geprüft. Wir haben uns entschieden, nicht danach zu handeln. Wegen der
Vertrieb: Verlagsbezirk Rhein-Sieg-Kreis rrh., Oberbergischer Kreis und
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BÜCHER
Vennbahn Radweg
Drei auf Reisen
Die Frau ohne Furcht
Als im Jahr 1989 die Vennbahn von Aachen
nach Monschau und darüber hinaus stillgelegt
wurde, konnte sich wohl niemand vorstellen,
dass aus dieser Bahntrasse und aus anderen im
Raum Bastogne und St. Vith später die schönsten Eifelradwege werden sollten. Über Viadukte
und durch Tunnel führen die Strecken. Im Allgemeinen sind die Steigungen moderat. Wo es
notwendig geworden ist, von der Bahntrasse auf
meist autofreie Wege und Straßen zu wechseln,
werden die ausgewählten 12 Touren ausführlich
beschrieben. Gutes Kartenmaterial beschreibt
besonders schöne Abstecher durch die Täler
von Wiltz und
Alzette, nach
St. Vith oder in
die belgischen
Ardennen. Informationen
zu
Einkehrmöglichkeiten,
Fahrradservicestationen und Sehenswürdigkeiten sind Hilfen bei der Vorbereitung und der
Durchführung. GPS-Daten zum Download.EL
Das ist eine schwierige Situation: Nach über
zwanzig Jahren Ehe hatten Connie und Douglas eine Europareise geplant, um dem Sohn
Albie die wichtigsten
Kulturstätten zu zeigen –
Paris, Amsterdam, Venedig sind einige der Stationen. Aber kurz vor der
Reise eröffnet Connie ihrem Mann, dass sie über
eine Trennung nachdenkt.
Die drei fahren trotzdem
los, und Douglas versucht
verzweifelt, die Familie zusammenzuhalten, gute Laune zu zeigen, an Frau und Sohn interessiert zu sein.
180 kleine Kapitel zeigen den Fortschritt
der Reise oder in Rückblicken Szenen der
Ehe. Das ist stellenweise lustig und manchmal melancholisch – insofern vergleichbar
dem früheren berühmten Werk des Autors,
„Zwei an einem Tag“. So viel sei verraten:
Am Ende sind alle um einige Illusionen ärDPS
mer, aber zufrieden.
„Wer sich an Gott hält, dem fehlt nichts, nur
Gott genügt.“ In diesem Satz der heiligen
Teresa von Avila leuchtet auf, was ihr bewegtes Leben ausmacht. Verleumdung und
Enttäuschung, Verrat und Verfolgung erlebte sie auf den Gründungsreisen ihres Ordens
quer durch Spanien. Ihre reiche menschliche
Begabung und der zeitlebens gebliebene umwerfende Charme halfen ihr,
glaubwürdig zu bleiben
auch im unerschrockenen
Umgang mit den Mächtigen ihrer Zeit. 20-jährig trat sie in den Karmel
ihrer Heimatstadt Avila
ein, setzte später umfangreiche Reformen durch,
erwies sich als Meisterin der mystischen
Theologie und hinterließ ein umfangreiches
literarisches Werk. Sie starb 1592 und wurde 1970 zur Kirchenlehrerin erhoben. Ihr bewegtes Leben wird in diesem Buch vorgestellt.EL
Uwe und Christiane Ziebold: Vennbahn Radweg. Die 12
schönsten Touren von Aachen nach Luxemburg, J.P. Bachem
Verlag, 127 Seiten, ISBN 978-3-7616-2734-1, 14,95 Euro.
David Nicholls: Drei auf Reisen. Aus dem Englischen von
Simone Jakob. Kein & Aber Verlag, 536 Seiten, ISBN 9783-0369-5701-2, 22,90 Euro.
Elisabeth Münzebrock: Teresa von Avila – Mystikerin, Ordensgründerin, Vagabundin Gottes. Echter Verlag, 164 Seiten, ISBN 978-3-429-03825-0, 14,90 Euro.
18 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
KULTUR
„Woher und wohin?“
Litcologne-Lesung im Kölner Dom mit Texten von Augustinus und Camus
S
tundenlang warteten auch dieses Jahr
rund 2000 Menschen auf den begehrten
Einlass in den Dom. Viele hatten Klappstühle mitgebracht, um nicht stehen zu müssen.
Gebannt hörten die Menschen im sehr
kalten Kirchenraum auf die magisch-poetischen Bekenntnisse des Kirchenvaters Augustinus (geschrieben um 400 n. Christus),
der tief bewegt von Gottes Gnade erzählt,
durch die er als reicher Familienspross den
Weg aus seinem sündigen Lotterleben zum
Feuer des Glaubens in Demut gefunden hat.
Die bekannte Schauspielerin Maria Schrader verlieh diesem innigen Dialog mit Gott
eindrucksvoll und ohne falschen Pathos ihre
Stimme. „Köstlich innig“, so beschreibt Augustinus auch sein Verhältnis zur frommen
Mutter, die unter seinen Jugendeskapaden
viel leiden musste.
Der in Armut aufgewachsene, vaterlose französische Existenzialist Albert Camus
(gestorben 1960) hat seiner leicht hör- und
sprechbehinderten Mutter sein Romanfragment „Der erste Mensch“ über seine Kindheit und Jugend gewidmet. Von ihr hat er
nichts über seinen Vater erfahren, sodass
auch er allein seine Wahrheit und Moral finden musste. Wie bei Augustinus sind es gerade die jugendlichen Flegeljahre, die ihn
haben moralisch scheitern lassen. Mathias
Brandt (bekannt aus „Polizeiruf 110“) lässt
in ruhiger Eindringlichkeit die eher profan
wirkenden Texte von Camus im stillen Kirchenraum wirken. „Ruhelos ist mein Herz“ –
dieser berühmte Satz aus den Bekenntnissen
des Augustinus trifft auf beide großen Weltautoren zu, die mehr als 1500 Jahre trennt.
Musikalisch wurde der Dom vom Vokalensemble Kölner Dom unter der Leitung von
Domkapellmeister Eberhard Metternich mit
dem mystischen Klang moderner Kompositionen erfüllt. „Begeistert“ war der neue Dompropst Gerd Bachner von dem LitcologneAbend und verriet: „Wir sprechen jetzt schon
über die nächste Lesung im Kölner Dom im
kommenden Jahr.“
Birgitt Schippers
„Das Vergangene ist längst gezählt“
Der Maler, Bildhauer und Kunstschmied Paul Nagel wird 90 Jahre alt
D
er Händedruck ist fest. Der Blick ist wach
und konzentriert. Schnellen Schrittes geht
Paul Nagel über den Hof seines mehr als
200 Jahre alten Bauernhofes. „Willkommen in
meinem Haus“, begrüßt er seinen Gast und geleitet ihn in die Gute Stube des alten Fachwerkhauses. Der Gast hat noch nicht Platz genommen, da ruft Nagel aus der Küche schon „Sie
trinken doch sicher einen Kaffee?“. Zeit zu
verschwenden ist nicht das Ding des Mannes,
der gerade drei Monate in Würzburg gewesen
ist, um dort eine weitere Wand der Karmelitenkirche zu bemalen. Seit 40 Jahren gestaltet Nagel dieses Gotteshaus künstlerisch um.
Fünf mal sieben Meter groß ist das jetzt fertiggestellte Kunstwerk. „Die anderen Wandbilder sind noch größer, nämlich 15 mal neun
Meter“, sagt er ohne jede Spur von Eitelkeit
oder Stolz. Kaum zu glauben, dass dieser agile
Mann am 28. März sein 90. Lebensjahr vollendet. „Wenn ich konzentriert arbeite, nehme
ich mein Alter nicht wahr. Dann macht es keinen Unterschied, ob ich 70, 80 oder 90 Jahre
alt bin“, sagt der in Köln geborene Nagel, der
seit Jahrzehnten im elterlichen Haus in Wesseling lebt. Arbeit ist das Lebenselixier des Metallbildhauers, Malers und Kunstschmieds,,
der täglich von 9 bis 17 Uhr in seinem Atelier kreativ ist. Die künstlerische Arbeit ist für
den tiefgläubigen Paul Nagel zugleich eine
Form des Gebetes. „Wenn ich einen Christuskorpus modelliere, muss ich natürlich formale Aspekte beachten. Ich muss aber zugleich
versuchen, mich in das Leiden des Herrn hineinzubegeben. Nur aus dieser Haltung kann
mein Kunstwerk, das immer auch ein Stück
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
Jeden Tag arbeitet der bald 90-jährige Paul Nagel in seinem Wesselinger Atelier. meiner selbst ist, gelingen“, sagt Nagel. Fragt
man Nagel danach, auf welches Werk er rückblickend besonders stolz sei, winkt er fast unwirsch ab. „Ich blicke nicht zurück, sondern
nur nach vorne. Das Vergangene ist längst gezählt. Ruhm und Ehre sind mir völlig gleichgültig.“ Dabei hat der Wesselinger viele Werke
geschaffen, die großes Aufsehen erregt haben..
Unter anderem stammt von ihm das 4,50 Meter hohe goldene, mit Bergkristallen besetzte
Kreuz auf der Grabeskirche in Jerusalem. Für
die letzte freie Außenkonche am Petersdom in
Rom schuf er eine riesige Edith-Stein-Statue
aus weißem Marmor und im Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg hat er die Edith-Stein-Ka-
(Foto: Boecker)
pelle entworfen, ausgemalt und bildhauerisch
gestaltet. Momentan arbeitet Nagel, der nach
eigenen Worten noch Aufträge für mindestens
fünf Jahre hat, an einem lebensgroßen Kreuzesbaum für das Grab seiner im vergangenen
Jahr verstorbenen Ehefrau, mit der er 57 Jahre verheiratet war. Der Verlust seiner Frau, die
sich als Textilkünstlerin einen Namen gemacht
hat, hat ihn tief getroffen. „Wir waren eine
Einheit.“ Ihr Urteil sei ihm immer sehr wichtig gewesen. „Ohne den Tod herbeizusehnen,
freue ich mich darauf, die Einheit mit meiner
Frau wieder zu erlangen und gemeinsam mit
ihr dann Gott zu loben“, sagt Nagel mit einer
großen Gelassenheit.Robert Boecker
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 19
MEDIEN
RELIGIÖSE SENDUNGEN IM FERNSEHEN
Wort des Bischofs
Das „Wort des Bischofs“ ist eine Beitragsreihe des Erzbistums Köln. An Feiertagen, am Sonntag und zu besonderen Anlässen wendet sich Kardinal Rainer Maria Woelki mit einer Video-Botschaft an die Gläubigen. Regelmäßige
Sendeplätze sind: domradio.de (Radio):
sonntags jeweils um 8 und 18 Uhr.
domradio.de und erzbistum-koeln.de
(Internet, Facebook, Youtube): sonntags
8 Uhr. TV Partnersender (EWTN, Bibel
TV): nach der Messe, gegen 11 Uhr.
HÖRFUNK
Radio Vatikan
Empfang im Internet über www.radiovatikan.de.
Im Radio: 16.00 und 18.00 auf Radio Horeb; 6.00
und 19.00 auf domradio.de.
Täglich Nachrichten. Sonntag Sonntagsmagazin.
Dienstag Radioakademie. Papst Franziskus - Das
zweite Jahr. Täglich auch: 7.30 Lateinische Messe.
16.00 und 20.20 Nachrichten/Magazin. 17.00 Vesper. 20.40 Lateinischer Rosenkranz.
Radio Horeb
Sonntag und Feiertag 10.00 Messe. Werktags
9.00 Messe. Täglich 16.00 und 18.00 Radio Vatikan.
Lokalradio
Sonntag und Feiertag von 8.00 bis 9.00 Magazin
der Kirchen „Himmel und Erde“. Montag bis Freitag 5.45, Samstag 6.15 Augenblick mal.
WDR 2
Sonntag und Freitag 7.45 Hör mal – Kirche in
WDR 2. An Karfreitag spricht Klaus Nelißen,
Köln. Werktags 5.55 Kirche in WDR 2.
WDR 3
Samstag 18.05 Vesper. Sonntag 8.30 Lebenszeichen. Todestag Dietrich Bonhoeffers. 9.05 Geistliche Musik. Werktags 7.50 Kirche in WDR 3. Choral und Ansprache. Freitag 8.30 Lebenszeichen. Jüdische Erzählung vom Auszug aus Ägypten.
Werktags
8 bis 9 Uhr, Köln TV und EWTN (Satellit
Astra, Frequenz 12460 MHz): Gottesdienst.
Übertragung aus dem Kölner Dom.
Samstag, 28. März
14.55 bis 15 Uhr, Bayerisches Fernsehen
(BR): Glockenläuten. Aus der Abteikirche in
Scheyern.
21.50 bis 23.25 Uhr, 3sat: Die neuen Nonnen
von Moskau
22.15 bis 22.20 Uhr, ARD: Das Wort zum
Sonntag.
Sonntag, 29. März
9 bis 9.30 Uhr, ZDF: Sonntags. TV fürs Leben.
9.30 bis 11.45 Uhr, BR: Palmsonntag auf dem
Petersplatz. Prozession und Gottesdienst mit
Papst Franziskus.
9.30 bis 10.15 Uhr, ZDF: Katholischer Gottesdienst aus der Schlosskirche in Bayreuth mit
Pfarrer Christian Steger.
10 bis 11.30 Uhr, Köln TV und EWTN: Gottesdienst. Übertragung aus dem Kölner Dom.
11.45 bis 12 Uhr, BR: Zeit und Ewigkeit. Gedanken zur Kar- und Osterwoche von Abt Hermann-Josef Kugler OPraem.
12 bis 12.30 Uhr, EWTN: Angelus mit Papst
Franziskus.
12 bis 12.15 Uhr, BR: Gott mit dir, du Land
der Bayern. Himmlische Blicke auf weiß-blaue
Glaubensschätze. Niederbayern.
16.10 bis 16.55 Uhr, 3sat: Michelangelo – Der
heimliche Ketzer.
17.30 bis 18 Uhr, ARD: Gott und die Welt. Das
Lied meines Lebens. Wie Musik die Erinnerung
zurückbringt.
19 bis 19.45 Uhr, BR: Unter unserem Himmel.
Fastentuch und Osterei. Reise durch Kärnten.
WDR 5
Sonntag 8.40 Das Geistliche Wort. 9.20 Diesseits
von Eden. Die Welt der Religionen. 10.00 Katholischer Gottesdienst aus der Pfarrkirche St. Jacobus in Hilden. Es predigt Kreisdechant Monsignore Ulrich Hennes. 22.05 Lebenszeichen. Werktags
6.55 Kirche in WDR 5. Freitag 8.40 Das Geistliche
Wort. 13.30 Lebenszeichen.
Deutschlandfunk
Werktags 6.35 Morgenandacht. Sonntag 6.10
Geistliche Musik. 8.35 Am Sonntagmorgen. Die
evangelischen Räte. Montag bis Freitag 9.35 Tag
für Tag. Mittwoch 20.10 Aus Religion und Gesellschaft. Freitag 6.05 Geistliche Musik. 8.35 Zum
Karfreitag.
Südwest-Rundfunk 2
Samstag 19.05 Geistliche Musik. Sonntag 7.55
Lied zum Sonntag. 8.03 Kantate. 12.05 Glauben.
Palmsonntag, Jesus, Chaplin und de Gaulle. Werktags 7.57 Wort zum Tag. Karfreitag 7.50 Zum
Karfreitag. 12.05 Glauben. Musik von Leid und
Leidenschaft – „Matthäuspassion“. 16.55 Lesung
zur Karwoche.
20 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
domradio.de
Gottesdienste aus dem Kölner Dom
Sonntag, 29. 3., 10 Uhr: Pontifikalamt zum
Palmsonntag.
Montag, 30. 3., 16.30 Uhr: Chrisam-Messe.
Donnerstag, 2. 4., 20 Uhr: Feier vom Letzten Abendmahl.
Freitag, 3. 4., 10 Uhr: Kreuzweg.
15 Uhr: Feier vom Leiden und Sterben Jesu
Christi.
Werktags, 8 Uhr: Gottesdienst live unter
www.domradio.de.
Tagesevangelium
Von Montag, 30. März, bis Samstag, 4.
April, spricht Pfarrer Daniel Schillig aus
St. Peter und Paul in Ratingen Gedanken
zum Tagesevangelium.
Montag, 30. März
16.30 bis 18.30 Uhr, EWTN: Chrisam-Messe
im Kölner Dom.
Dienstag, 31. März
22.45 bis 0.15 Uhr, BR: Passion. Oberammergauer Passionsspiele.
23.10 bis 23.15 Uhr, WDR FS: West ARTMeisterwerke: „Autobahnkirche Siegerland“.
Mittwoch, 1. April
10 bis 12 Uhr, EWTN: Mittwochs-Audienz
des Papstes.
19 bis 19.45 Uhr, BR: Stationen. Leiser Tod im
Garten Eden. Die Folgen der Golfkriege.
Donnerstag, 2. April
9.30 bis 11.45 Uhr, EWTN: Chrisam-Messe
mit Papst Franziskus im Petersdom
15 bis 17.30 Uhr, Phoenix: Wer war Jesus? Von
Alex Marengo. 1. Seine Kindheit. 2. Seine Mission. 3. Seine letzten Tage.
17.30 bis 19 Uhr, EWTN: Feier vom Letzten
Abendmahl mit Papst Franziskus.
20 bis 22 Uhr, EWTN: Feier vom Letzten
Abendmahl im Kölner Dom.
Freitag, 3. April
10 bis 11.30 Uhr, ARD: Evangelischer Gottesdienst zum Karfreitag aus der Kreuzkirche in
Bonn.
15 bis 17 Uhr, EWTN: Feier vom Leiden und
Sterben Jesu Christi, Kölner Dom.
17 bis 19.30 Uhr, EWTN: Feier vom Leiden
und Sterben Christi mit Papst Franziskus im Petersdom.
19.15 bis 20 Uhr, 3sat: Strafsache Jesus.
21.10 bis 23 Uhr, BR und EWTN: Kreuzweg
am Kolosseum mit Papst Franziskus.
Menschen
Als der Arzt Peter Lieser mit 38 Jahren die
Diagnose „Darmkrebs“
erhält, wissen er und
seine Frau Iris gleich,
Iris Lieser.
was dies bedeutet. Ihnen ist bald klar: „Uns
bleibt nur noch ein Jahr.“ Mit großem Einfühlungsvermögen und in bewegenden Worten schildert Iris Lieser die letzten Monate in
domradio-Menschen (Di., 31. 3., 10 bis 12
Uhr und 20 bis 22 Uhr).
Eierkauf vor Ostern
Rund ums Ei: Worauf sollten wir achten
beim Kauf von Oster-Eiern? Christiane
Kunzel von der Verbraucherzentrale NRW
kommt ins Studio (Do., 2. 4., 10 bis 12 und
20 bis 22 Uhr).
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
MEDIEN
In den frühen christlichen Gemeinden kam es zu Auseinandersetzungen, wie man sich gegenüber dem Staat und Kaiserkult
zu verhalten habe. Liegt hierin eine Ursprungssituation der „Offenbarung des Johannes“? Der Film „Der Apokalypse-Code –
Schlüssel zum letzten Buch der Bibel“ versucht den Text in Spielszenen und mit der Hilfe namhafter Fachleute zu erläutern
(ZDF, Fr., 3. 4., 19.30 bis 20.15 Uhr).
(Foto: ZDF und Erik Schimschar)
Musik in der Karwoche
Kreuzigung – heiliger Skandal
Mehrere Sender lassen religiöse Kompositionen in der Karwoche erklingen:
Samstag, 28. 3., 20.15 bis 21.50 Uhr, 3sat:
Giuseppe Verdi, Messa Da Requiem aus dem
Hollywood Bowl.
Freitag, 3. 4., 11 bis 13.10 Uhr, Bayerisches
Fernsehen: Bachs „Johannes-Passion“. Simon
Rattle dirigiert die Berliner Philharmoniker.
Freitag, 3. 4., 12.15 bis 13.15 Uhr, 3sat: Gioacchino Rossinis Stabat Mater aus Salzburg.
Freitag, 3. 4., 13.15 bis 14.05 Uhr, ZDF: Giuseppe Verdi: Requiem – Die Höhepunkte. Von
den Osterfestspielen in Salzburg mit der Staatskapelle Dresden.
Das Kreuz als wichtigstes Sinnbild des Christentums stellt für moderne Künstler eine besondere Art der Faszination dar: Sie lösen das Symbol aus dem religiösen Kontext und interpretieren es nach den Alltagscodes der Populärkultur.
Mit der Neuinterpretation des Kreuzsymbols
und seiner Verwendung in provokanten und
skandalträchtigen Werken stellt die zeitgenössische Kunst das heilige Zeichen seit dem frühen 20. Jahrhundert in den Dienst profaner Botschaften. Die Dokumentation „Die Kreuzigung
– Ein heiliger Skandal“ fragt, wie das Kreuz
zum wichtigsten Symbol der Christen wurde.
ARTE, Mi., 1. 4., 21.50 bis 22.50 Uhr
Der Pfarrer und das Mädchen Augustinus
Der katholische Pfarrer Thomas (gespielt von
Rainer Hunold) kehrt in dem Spielfilm „Der
Pfarrer und das Mädchen“ nach vielen Jahren in
Afrika zurück in seinen Berliner Kiez. Er gerät
in einen Konflikt zwischen Loyalität und Gerechtigkeit. Thomas will die marode Gemeinde
St. Paulus wieder aufbauen. Gleich bei seiner
Ankunft trifft er in der nächtlichen Kirche auf
die 15-jährige Tessa (Nicole Müller), die einen
verstörten Eindruck macht. Noch ehe er in Erfahrung bringen kann, was Tessa in die Kirche
trieb, ist das Mädchen verschwunden.
ZDF, Fr., 3. 4., 21.15 bis 22.45 Uhr
Hippo, Nordafrika, im Jahr 430: Bischof Augustinus versucht eine friedliche Übergabe der
von den Vandalen umzingelten Stadt zu vermitteln. Dem römischen Anführer Fabius erzählt er
während einer Wache seine Lebensgeschichte.
Er berichtet von seiner Erleuchtung, der Vergebung des Bischofs Ambrosius und seiner Rückkehr nach Afrika. Die Vandalen nehmen die
Stadt ein, Augustinus bleibt in seiner Heimat
und gibt Flüchtlingen sein Schiff zur Überfahrt.
Der zweiteilige Spielfilm „Augustinus“ erzählt
die Geschichte des Kirchenvaters.
3sat, Fr., 3. 4., 16 bis 19 Uhr
Erfindung des Abendlandes
Bedingungslose Liebe
Rund 200 Jahre vor Christi Geburt entstand die
als Septuaginta bezeichnete erste Bibelübersetzung ins Altgriechische. Sie kann als ein Wegbereiter für die moderne Welt gelten. Die zweiteilige Dokumentation „Die Erfindung des
Abendlandes“ beleuchtet die Umstände dieser
bedeutenden, jedoch alles andere als selbstverständlichen Begegnung und Verschmelzung.
ARTE, Mi./Do., 1./2. 4., 0.35 bis 2.25 Uhr
Das Mariä-Himmelfahrt-Kloster steht auf
dem Hügel Bet Gemal, auf halbem Weg zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Die dort lebenden Nonnen haben frei entschieden, der modernen Welt zu entsagen und ihr Leben in aller
Abgeschiedenheit Gott zu widmen. Behutsam
begleitet der Film „Bedingungslose Liebe“ die
meist noch sehr jungen Ordensschwestern.
ARTE, Fr., 3. 4., 22.40 bis 23.35 Uhr
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 21
KLEINANZEIGEN
22 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
Erzählung
O
mas Zahnarzttermin steht schon lange fest, aber aus lauter Furcht hat sie
ihn immer wieder geändert und vor
sich her geschoben. Heute jedoch hält
sie die Schmerzen nicht mehr aus
und entschließt sich endlich zu dem bitteren
Gang.
Oma fürchtet sich besonders vor der
Spritze und bittet mich deshalb um meinen
Beistand. „Der schlimme Zahn wird mir
heute bestimmt gezogen, Kindchen“, sagt
sie, „aber wenn du dabei bist, habe ich nicht
so viel Angst.“
Ich sitze gerade über einer Algebrahausarbeit und habe gar keine Lust, mich darüber zu ärgern. Deshalb ist mir sogar ein
Zahnarzttermin recht. Schließlich soll ich
ja keine Spritze bekommen. Davor hätte ich
nämlich genauso viel Angst wie Oma.
Im Wartezimmer sitzen viele Patienten.
Mir wird von dem typischen Geruch, der in
den Räumen eines Zahnarztes vorherrscht,
immer gleich übel. Leise seufzend nehme
ich neben Oma Platz, die ergeben ihre Augen schließt und sich in das Unvermeidliche
schickt. Ich hole mir eine Zeitschrift und
blättere darin. Gerade habe ich mich an einem Krimi festgelesen, als Oma auch schon
aufgerufen wird. Ich will hinter ihr her, aber
der Doktor schiebt mich gleich wieder aus
der Tür und versichert, er würde mit der alten Dame schon allein fertig. Ich fürchte, er
kennt meine Oma noch nicht richtig, aber
wenn er es so will – bitte, selbst schuld!
raum, freundlich lächelnd, als sei gar nichts
gewesen. Allerdings hinkt sie ein wenig. Ich
stürze ihr entgegen. „Hat es so weh getan?“
Doch Oma winkt ab. „Ach wo, Kind! Mein
Schrei hatte nichts mit der Zahnbehandlung
zu tun. Die war okay. Der Doktor ist sehr
kompetent.“ „Aber warum hast du denn so
schrecklich geschrien?“ Oma verzieht das
Gesicht. „Die Zahnarzthelferin hat mir aus
Versehen auf den Fuß getreten, als ich mich
gerade erhoben hatte, und ausgerechnet
mein Hühnerauge getroffen.“
Die Patienten reihum lächeln erleichtert. „Haben Sie sich wenigstens gerächt,
gnädige Frau?“, will ein älterer Herr wissen. Oma weist das weit von sich. „Natürlich nicht. Die junge Frau war ja selbst ganz
unglücklich und hat mir als Entschuldigung
eine Riesentafel Schokolade aufgedrängt,
die sie eigentlich für ihr Söhnchen gekauft
hatte.“ Ich glaube, ich schiebe die Behandlung meines Backenzahnes, der sich auch
ab und zu mit leisem Muckern meldet, nicht
drei Monate vor mir her wie Oma. Erstens
muss ich ja noch den Krimi fertig lesen, um
zu erfahren, wer nun eigentlich der Mörder der schönen Sängerin war. Zweitens hat
mir Oma eine neue Musik-CD versprochen,
wenn ich tapfer bin, Und drittens habe ich
keine Hühneraugen, auf die man versehentlich treten kann.
„So eine Behandlung tut heute überhaupt
nicht mehr weh“, sagt Oma gerade und lacht
mir ermutigend zu, „sie ist sozusagen ein
Klacks.“ Sie hat gut reden mit ihren fünf
übrig gebliebenen Zähnen. Die anderen sind
nämlich. . .na, Sie wissen schon.
Gabriele Lins
Spitzer Schrei
Ich bin gerade mit dem Kriminalkommissar der Meinung, dass der Butler gar nicht
der Mörder sein kann, als ein hoher, spitzer
Schrei in unsere nur von Zeitschriftengeraschel unterbrochene Stille dringt und mit einem kläglichen Stöhnen endet. Dieser Urschrei fährt mir richtig in die Glieder, denn
es ist meine Oma, die da offensichtlich so
gequält wird. Einige der Patienten verlassen
mit bleichen Gesichtern und in großer Eile
das Wartezimmer, andere rutschen nervös
auf ihren Stühlen hin und her.
Unschlüssig lege ich meine Illustrierte
hin. Soll ich da reingehen, um Oma vor diesem ungeschickten Grobian zu retten? Doch
da kommt sie schon aus dem Behandlungs-
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 23
AUS DEM ERZBISTUM
Zum Dank mit Josef durch den Ort
Queckenberger lösten Gelöbnis aus dem Jahr 1944 ein
QUECKENBERG. Zum 70. Mal zogen am Josefstag die Bewohner des Rheinbacher Höhenortes Queckenberg mit der Statue ihres Pfarrpatrons durch die Straßen des Dorfes. Die jährliche Josefsprozession geht auf ein Gelübde
der Pfarrgemeinde im Jahr 1944 zurück (die
KiZ berichtete in Nr. 11). Damals schworen die
Gläubigen, jedes Jahr am Josefstag mit der
Figur des Heiligen durch den Ort zu ziehen,
wenn das Dorf nicht zerstört und seine Ein-
Auf ihren Schultern trugen Queckenberger Männer die Statue des heiligen Josef durch den Ort. 24 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Foto: ES)
wohner nicht vertrieben würden. Auf Fürbitte des heiligen Josef wurde Queckenberg tatsächlich verschont, berichtet der damalige
Pfarrer Eugen Barking in der Pfarrchronik.
Während der Messe zu Ehren des heiligen
Josef verglich Dechant und Pfarrverweser
Hermann Josef Zeyen den Ziehvater Jesu mit
einem Esel, der eine für damalige Verhältnisse sehr schwierige Aufgabe auf sich genommen habe. Schnell aber zog Zeyen den
Schluss, dass diese Eselei gar nicht so töricht
gewesen sei. Schließlich sei der Esel ja ein
sehr ausdauerndes, nützliches und trittsicheres Tier, das sogar noch einen starken eigenen Willen hätte. Zwar hat die Pfarrgemeinde St. Josef inzwischen ihre Eigenständigkeit
verloren und ist seit 2009 wie die benachbarten Dörfer Teil der Rheinbacher Pfarrgemeinde St. Martin – die Dankprozession durch Queckenberg aber haben die Gläubigen beibehalten. Trotz schlechten Wetters waren auch Gläubige von auswärts gekommen, um an der Messe
und der anschließenden Gelöbnisprozession
ES
teilzunehmen. Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Tausende Tiere für Uganda
NEUSS, DORMAGEN UND
GREVENBROICH:
Thilo Zimmermann,
Telefon (0 21 31) 46 10 27
Kolping-Hilfsprojekt erfolgreich
GREVENBROICH. Die Kolpingsfamilie Grevenbroich unterstützt die Menschen in der Region Arua im afrikanischen Uganda erfolgreich
auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Ein von
ihr im Jahr 2006 begonnenes Hilfsprojekt setzt
auf Spenden, mit denen Hühner und Ziegen gekauft werden. „Kolping International“ in Köln
sorgt für die Vermittlung. „Uns geht es in erster Linie um Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt Kolping-Vorstandsmitglied Hanjo Kron aus Orken,
der sich gemeinsam mit seiner Ehefrau Klara
Hanjo und Klara Kron haben selbst Hühner im Stall.
um die Initiative kümmert. Und so bekommen
die ugandischen Kolpingbrüder und -schwestem nicht einfach einen kleinen Kredit in die
Hand gedrückt. Sie müssen vielmehr Ställe
bauen, Tiere füttern und das Geld mit vertretbaren Zinsen Schritt für Schritt zurückzahlen,
damit wieder anderen geholfen werden kann.
„Das soll wie bei einem Schneeballsystem immer weitere Kreise ziehen“, so Kron.
Bei ihrer 60-Jahr-Feier zogen die „Kolpinger“ Bilanz: Dank der Spendenbereitschaft
ihrer Mitstreiter und
vieler anderer Grevenbroicher konnten bisher rund 5000 Hühner
und Ziegen für Arua beschafft werden. Anlässlich des Jubiläums kamen noch einmal 850
Euro zusammen. Das
reicht für weitere 700
Hühner und zehn Ziegen.
Weitere
Spenden
sind gern gesehen. Nähere Informationen unter Telefon (0 21 81)
(Foto: ZIM) 4 34 31.
ZIM
Andächtig durch Feld und Flur
Römerfahrt-Prozession hat lange Tradition
GREFRATH. Ein im Kreisdekanat Neuss fehlenden Andachtsstätten durch Kreuze. „Bei
weitgehend in Vergessenheit geratener Brauch uns findet seit Jahrhunderten eine Römerfahrt
wird in der Gemeinde St. Stephanus gepflegt: statt“, erklärt Kohnen. Diesmal treffen sich die
die Römerfahrt. „Die Kirchen von Rom wa- Teilnehmer der Prozession am Palmsonntag,
ren schon früh das Ziel vieler Pilger. Für die 29. März, um 14.30 Uhr an der Kirche. „Sichermeisten Menschen war eine solche Reise frü- lich werden wir dabei mit ganz anderem Ansinher aber nicht möglich. Im ausgehenden Mittel- nen diesen Weg gehen, als die Beter vor 100
alter entstand daher in den Dörfern des Rhein- oder gar 200 Jahren“, so Kohnen.
ZIM
lands ersatzweise die sogenannte Römerfahrt zu
sieben Fußfällen rund
um die jeweiligen Orte“,
so Diakon Georg Kohnen. Die Zahl „sieben“
erinnere zum einen an
die sieben Hauptkirchen
Roms und zum anderen an die sieben letzten
Worte Jesu am Kreuz. In
und um Grefrath dürften ebenfalls sieben Fußfälle gestanden haben,
wovon heute allerdings
nur noch vier existie- Diakon Georg Kohnen leitet die Römerfahrt zu den Kreuzen und Fußfällen in und um
(Foto: ZIM)
ren. Ersetzt wurden die Grefrath.
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
NEUSS. „Inklusion (beginnt) im Kopf“
war jetzt das Thema in der Vortragsreihe „MM im Dialog“, die die Abteilungen
Marienberg und Marienhaus des Erzbischöflichen Berufskollegs Neuss ausgerichtet haben. Roland Büschges, Leiter der Kindertagesstätte im Heilpädagogischen Zentrum Krefeld/Kreis Viersen, stand rund 150 Absolventen der
Schulen Rede und Antwort. Er zeigte die
Chancen, aber auch Grenzen der Inklusion, dem gemeinsamen Leben und Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung, auf. „Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung
von Inklusion beginnt im Kopf. Inklusion
ist zunächst Einstellung, die unter anderem davon lebt, dass durch gegenseitiges Verstehen Ängste genommen werden“, hieß es.
BARRENSTEIN. Ein Passionsspiel führen Kinder aus dem Seelsorgebereich
„Vollrather Höhe“ am Samstag, 28.
März, um 17 Uhr in St. Nikolaus auf. Die
Jungen und Mädchen stellen die letzten Tage Jesu dar – angefangen von
Palmsonntag, als Christus in Jerusalem
einzog, über den Gründonnerstag mit
dem letzten Abendmahl und den Karfreitag mit dem Kreuzweg bis zur Auferstehung am Ostermorgen. Der Kinderchor wird die Szenen musikalisch
begleiten.
HOISTEN. Das Kurzmusical „Der Sängerkrieg der Heidehasen“ von James
Krüss wird am Samstag, 28. März, und
Sonntag, 29. März, jeweils um 15 Uhr im
Hoistener Pfarrsaal aufgeführt. Es spielt
die „Märchenkiste St. Peter“, eine Puppenbühne, die seit zwei Jahren besteht.
Diesmal sind sechs Akteure dabei, die
Stabpuppen führen und neben den Texten auch die Lieder vortragen.
KNECHTSTEDEN. Zu einem Konzert zur
Passionszeit lädt der Kammerchor an
der Basilika Knechtsteden unter der Leitung von Kantor Bert Schmitz ein. Die
Veranstaltung unter dem Leitwort „Hear
my prayer, o Lord“ beginnt am Sonntag,
29. März, um 16 Uhr in der Basilika. Es
werden Werke von Mendelssohn, Purcell, Lauridsen, Pärt und anderen Komponisten aufgeführt.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 33
AUS DEM ERZBISTUM
DÜSSELDORF:
Ronald Morschheuser,
Fax (0 21 73) 96 79 98
ANGERLAND/KAISERSWERTH. Oliver
Dregger soll im August neuer Leitender
Pfarrer der Pfarreien-Gemeinschaft Angerland/Kaiserswerth und damit Nachfolger von Pfarrer Hermann-Josef Schmitz
werden. Die Nachricht überbrachte
Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp im Rahmen seiner Visitation. Der
47-jährige Dregger stammt aus Haan und
war seit 2009 Repetent am Bonner Collegium Albertinum. Er soll voraussichtlich
unmittelbar nach den Sommerferien in
sein neues Amt eingeführt werden.
LINKSRHEINISCHES DÜSSELDORF. Die
Gemeinde St. Antonius und Benediktus
nimmt am Dienstag, 31. Januar, Abschied
von ihrem langjährigen Pfarrer an St. Antonius und Christus König, Monsignore
Friedrich Vater. Der gebürtige Düsseldorfer starb in der vergangenen Woche im
Alter von 92 Jahren in seiner Heimatstadt.
Ab 1971 war Vater Pfarrer in Oberkassel,
von 1978 bis zum Eintritt in den Ruhestand
1997 Dechant des damaligen Dekanates
Düsseldorf-Heerdt. Die Exequien am 31.
März beginnen um 10.30 Uhr in St. Antonius an der Luegallee. Die Beisetzung ist um
12 Uhr auf dem Friedhof Heerdt.
DÜSSELDORF. Senioren und Jugendliche
zusammenführen soll der OsterferienWorkshop „WERTvoll“ der Caritas. Dazu
können die Teilnehmer vom 7. bis zum 11.
April im „zakk“ an der Fichtenstraße Persönliches wie Bilder, Geschichten oder
Gegenstände aus ihrem Leben einbringen. Daraus sollen kreativ neue Werke
entstehen, zum Beispiel Collagen oder
bearbeitete Fotografien. Eine Schriftstellerin und ein Fotograf begleiten die Projektarbeit. Am Ende bilden die Ergebnisse
ein gedrucktes Buch. Anmeldungen bei
Sandra Buchhorn unter Telefon (02 11)
16 02-22 28 oder per Email: [email protected].
HEERDT. Die Markus-Passion von Barockkomponist Reinhard Keiser wird am
Palmsonntag, 29. März, um 18 Uhr in St.
Benediktus am Nikolaus-Knopp-Platz
aufgeführt. Ausführende sind die Chorgemeinschaft St. Benediktus unter Leitung von Seelsorgebereichsmusiker Peter Zimmer, das Orchester Düsseldorfer Musiker und Solisten.
Segen für Kinder und Kita
In neuer Einrichtung wird täglich frisch gekocht
FRIEDRICHSTADT. Ganz nah bei den Kindern zelebrierte Weihbischof Dr. Dominikus
Schwaderlapp die Feier zur Segnung der neuen Kindertagesstätte St. Antonius an der Helmholtzstraße. Das Gebäude mit 900 Quadratmetern Fläche auf zwei Etagen liegt in einer großzügigen Außenanlage von 1200 Quadratmetern
unmittelbar neben der Kirche St. Antonius am
Fürstenplatz und damit „mitten im Stadtleben“.
Dr. Schwaderlapp erklärte den Kindern seinen
Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp beim Segnen.
Bischofsstab und zeigte ihnen unter anderem,
wie ein Hirte mithilfe der Krümme ein Schaf
am Bein in die Herde zurückholen könne.
Der Neubau ist in nur einem Dreivierteljahr errichtet worden. In der Übergangszeit war
der Tagesstättenbetrieb in den alten Kindergarten St. Martin an der Gladbacher Straße verlegt
worden. An der Helmholtzstraße können jetzt
in vier statt früher zwei Gruppen insgesamt 78
Mädchen und Jungen aufgenommen werden. Es
entsteht eine „Düsseldorfer Familiengruppe“ für
Kinder von unter einem
halben bis sechs Jahren,
außerdem gibt es drei
sogenannte
T1-Gruppen (zwei bis sechs Jahre). Das Team von Leiterin Klaudia Glockseisen
wird auf rund ein Dutzend Mitarbeiter aufgestockt. Besondere Freude
herrscht darüber, dass im
Neubau jetzt wieder von
einer „eigenen“ Köchin
täglich frisch gekocht
(Foto: RM) werden kann.
RM
Dominikaner und Juden
Wissenschaftlicher Sammelband gibt Überblick
DÜSSELDORF. Mit einem knapp 600-seitigen wissenschaftlichen Sammelband zum Thema „Dominikaner und Juden“ lassen der in
der Landeshauptstadt lebende Judaist Dr. Gianfranco Miletto und der Prior des Düsseldorfer Dominikanerklosters, Pater Elias H. Füllenbach OP, aufhorchen. In dem jetzt erschienenen
Werk sind 23 Aufsätze namhafter Autoren in
verschiedenen Sprachen vereint. „Damit wollen wir einen Überblick über das spannungs-
reiche Verhältnis zwischen Dominikanern und
Juden von den Anfängen des Ordens bis in die
Zeit des Zweiten Weltkriegs geben“, so die Herausgeber. Der Untertitel fasst den Ansatz zusammen: „Personen, Konflikte und Perspektiven vom 13. bis zum 20. Jahrhundert“. 2016
feiert der Dominikanerorden sein 800-jähriges
Bestehen. „Das Jubiläum ist ein guter Anlass,
sowohl die Licht- als auch die Schattenseiten in
der Geschichte zu betrachten“, sagt Pater Elias. „Der Fokus liegt vor
allem auf einzelnen Persönlichkeiten in der Ordensgeschichte, um die
Bandbreite des Themas
aufzuzeigen.“ Inquisitoren und „Judenprediger“ kommen ebenso
vor wie Theologen und
Sprachforscher der Dominikaner, die mit Juden
und jüdischer Tradition
einen regen kulturellen
Austausch pflegten. Der
Dr. Gianfranco Miletto und Pater Elias H. Füllenbach OP präsentieren den neuen Band ist im Buchhandel
Sammelband vor der Dominikanerkirche St. Andreas in der Altstadt.
(Foto: RM) erhältlich.
RM
34 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Neue Ideen für die Jugendarbeit
HILDEN, LANGENFELD, MONHEIM:
Ronald Morschheuser,
Gemeindezentrum von Heilig Geist neuer Schwerpunkt
Fax (0 21 73) 96 79 98
HOCHDAHL. „Wir haben gemerkt, dass wir
im offenen Bereich der Jugendarbeit nicht richtig gut aufgestellt sind – deshalb versanden
manche Angebote in unserer Gemeinde“, berichtet Heidi Baur, Gemeindereferentin in St.
Franziskus von Assisi. Dieser Erkenntnis voraus ging eine umfassende Bestandsaufnahme der Jugendarbeit, die mithilfe der Katholischen Jugend-Agentur Düsseldorf vom Ausschuss „Jugendpastoralkonzept“ vorgenommen
wurde. Der Gruppe gehören Vertreter aus dem
Pfarrgemeinderat sowie aus Kinder- und Jugendchor, von Messdienern und Pfadfindern
an. „Wir wollen die Jugendpastoral konzentrieren auf weniger Standorte, die dafür aber ansprechend sind und sich dort befinden, wo sich
Kinder und Jugendliche aufhalten“, ergänzt Andrea Krabs, Leiterin des Kinder- und Jugendchors. Einer der neuen Schwerpunkte wird im
Gemeindezentrum Heilig Geist eingerichtet,
wo die während der Kindergarten-Renovierung
als Übergangslösung gebrauchten Räume jetzt
wieder zur Verfügung
stehen und für die neue
Aufgabe
ausgestattet
werden Um die Jugendpastoral für Hochdahl
professionell aufzubauen, wird auch über das
Einstellen eines Jugendreferenten nachgedacht.
„Wir müssen Ideen entwickeln, wie wir eine
Teilzeitstelle über Spenden, Zuschüsse oder Stiftungen zumindest für
Heidi Baur (links) und Andrea Krabs auf der Baustelle im Gemeindezentrum Heilig Geist. zwei Jahre finanzieren
Dort soll künftig Raum für die offene Jugendarbeit sein.
(Foto: RM) können“, so Baur. RM
Eine tierisch gute Zeit
Projekttage in der OGATA Neanderhöhle
METTMANN. „Es ist toll, welche Wirkungen
Tiere auf Kinder haben“, freute sich Erzieherin Sandra Brandholt von der Offenen Ganztagesbetreuung (OGATA) Neanderhöhle in Trägerschaft des SKFM Mettmann-Wülfrath. Die
Kinder der grünen Gruppe beschäftigten sich
jetzt außer mit ihren Hausaufgaben auch mit
dem Thema „Unsere Tierwelt“, für das sie sich
selbst entschieden hatten. Dabei wurden sowohl
Haustiere und ihre artgerechte Haltung als auch
Wildtiere und der Schutz ihrer Lebensräume
betrachtet. Besonders beliebt bei Kindern und
Erziehern waren die Besuche einiger Haustiere in der Einrichtung. So waren mongolische
Wüstenmäuse, Hausratten, eine Katze und
auch der Mischlingshund Uso zu Gast. MM
METTMANN, RATINGEN:
Maximilian Moll,
Telefon (02 02) 96 31 19 49
HAAN/GRUITEN. Die Gemeinde St. Chrysanthus und Daria lädt zur Gestaltung individueller Osterkerzen ins „Forum“ an
der Breidenhofer Straße ein. Es können
eigene Kerzenrohlinge mitgebracht oder
auch im Forum gekauft werden. Gebastelt
wird am Montag, 30. März, um 18 Uhr. Nähere Informationen bei Renate Rachel unter Telefon (0 21 04) 6 11 19.
GIESLENBERG. Ein Taizé-Gebet findet zur
Fastenzeit in St. Gerhard an der Rheindorfer Straße statt. Beginn ist am Montag, 30.
März, um 19 Uhr.
TRILLS. Palmwedel für Palmsonntag werden in der Gemeinde St. Franziskus von
Assisi von Kindern gebastelt. Treffpunkt
ist am Samstag, 28. März, um 16 Uhr im
Franziskus-Haus an der Straße Trills.
METTMANN. Für montags und donnerstags werden Interessierte zur Betreuung
von Flüchtlingskindern gesucht. Ab dieser
Woche beginnt für die Flüchtlingsfrauen
aus der Talstraße ein Sprachkurs in den
Räumen der Gemeinde St. Thomas Morus – immer montags von 16.30 Uhr bis 18
Uhr im Kindergarten und donnerstags von
10.30 Uhr bis 12 Uhr im Konferenzraum im
Pfarrhaus. Während des Unterrichts werden sieben Kinder und drei Babys betreut.
Weitere Informationen bei Yasemin Yavuz
vom Fachdienst für Integration und Migration der Caritas unter Telefon (0 21 04)
92 62 60 oder (0 20 51) 95 25 20.
RATINGEN. Zum Osterlämmerbacken und
Eierfärben lädt das Jugendleitungsteam
am Gründonnerstag, 2. April, von 11 Uhr
bis 14.30 Uhr in die Lehrküche, Turmstraße 9, ein. Infomationen per E-Mail an
[email protected]
WÜLFRATH. Zum Themenjahr „Reformation – Bild und Bibel“ wollen die Wülfrather Kirchen die Bibel ins besondere
Bild rücken. Im DIN A3-Format können
die eigenen Ideen zu „Bildern der Bibel“
in vielfältiger Weise zu Papier gebracht
werden. Die gesammelten Kunstwerke
sollen bis Dienstag, 7. April, in den Gemeindebüros abgegeben werden, damit
sie zum Fest der Kirchen am 14. Juni ausgestellt und später zur „Wülfrather Bibel
in Bildern“ gebunden werden können.
Die OGATA-Kinder lernten den Mischlingshund Uso kennen.
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
(Foto: Privat)
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 35
AUS DEM ERZBISTUM
REMSCHEID UND SOLINGEN:
Michael Möller,
Telefon (0 21 91) 34 05 37
WUPPERTAL: Helmut Pathe,
Telefon/Fax (02 02) 8 54 08
SOLINGEN. „Im Fokus: Das Kreuz“ ist das
Motto des ökumenischen Kreuzwegs der
Jugend am Karfreitag, 3. April. Er startet in
vier Kirchen im Stadtgebiet: in der evangelischen Kirche Dorp um 17.30 Uhr, in
der Lutherkirche um 18 Uhr, in der Pfarrgemeinde St. Katharina um 18 Uhr und in
der Pfarrgemeinde St. Clemens um 18.30
Uhr. Um 20 Uhr findet der Abschlussgottesdienst in St. Michael, Schlagbaumer
Straße, statt. Weitere Informationen gibt
es im Internet.
➔ www.kja-wuppertal.de
REMSCHEID. Zum Abendgebet mit Musik
aus Taizé lädt die Gemeinde St. Suitbertus am Mittwoch, 8. April, um 19 Uhr in die
Kirche St. Suitbertus ein.
WUPPERTAL. Die traditionelle Passione
Vivente der italienischen Mission steht
an Karfreitag (3. April) unter dem Motto „Christus hat mich geliebt und sich für
mich hingegeben“. Die Prozession durch
die Elberfelder Innenstadt beginnt wieder im Deweerthschen Garten um 16 Uhr.
Dort werden die Verleugnung durch Petrus, der Verrat durch Judas und das Verhör durch die Hohen Priester dargestellt.
Insgesamt werden 60 Darsteller beteiligt
sein, den Jesus spielt erneut Gerlando
Galluzzo. Die Kreuzigungsszene wird zum
Abschluss auf der Hardt gezeigt. Der Passione Vivente geht die Präsentation der
Abendmahls-Szenen am Gründonnerstag
um 22 Uhr in der Basilika minor St. Laurentius voran. Am Samstag wird dort um
22 Uhr die Auferstehung nachempfunden.
ELBERFELD. Der neue Kantor an der Basilika minor St. Laurentius, Hans Küblbeck,
lädt zu einem Passionskonzert am Palmsonntag, 29. März, um 16 Uhr in die Kirche
ein. Vorgetragen wird die „Via Crucis“
von Franz Liszt und die Lukas-Passion von
Heinrich Schütz. Es singt das LaurentiusVokalensemble, an der Orgel spielt Meik
Impekoven.
OBERBARMEN. Die Jugendleiterrunde von St. Johann Baptist und St. Mariä
Himmelfahrt organisiert vom 25. Juli bis
zum 8. August eine Freizeit für Kinder von
sechs bis 13 Jahren. Ziel ist Fuhlendorf an
der Ostsee. Informationen unter Telefon
(02 02) 66 04 33.
Verbundenheit vertieft
Erzbischof Rainer Maria Woelki besucht Dekanat Solingen
SOLINGEN. Bei seinem Antrittsbesuch im die renovierte evangelische Stadtkirche mit
Dekanat predigte Erzbischof Kardinal Rai- ihrem Kirchencafé und die Hausherrin Pfarner Maria Woelki in einem Pontifikalamt mit rerin Jutta Degen. Gegenseitige Hilfen haFirmung zu den Themen Entschleunigung ben in den vergangenen Jahren gezeigt, wie
und das aufeinander Zugehen bei Dispu- wichtig eine Kooperation der christlichen
ten. Wahrheit sei kein Besitz, sondern müs- Gemeinden ist.
MÖ
se gemeinsam gefunden werden, so der Erzbischof.
Das bewahrheitete
sich, als er die Kirche
verließ und aktiv auf
Demonstranten zuging,
die gegen die Versetzung von Krankenhauspfarrer Jürgen Laß protestierten und mit ihnen
sprach. Im Clemenssaal konnten er und die
über 500 Gottesdienstbesucher sich dann persönlich kennenlernen. Zeit für viele Gespräche nahm sich Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki nach dem
(Foto: MÖ)
Woelki besuchte auch Pontifikalamt im benachbarten Clemenssaal.
„Danke für Ihre Hilfsbereitschaft“
Großes Interesse an Informationen zu Flüchtlingen
WUPPERTAL. Die Zahlen von in die Stadt
kommenden Flüchtlingen sind beeindruckend.
Im vergangenen Jahr waren es gut 1300, aber
in den ersten beiden Monaten dieses Jahres waren es schon 400. Diese Zahlen nannte HansJürgen Lemmer, Leiter des städtischen Ressorts
„Zuwanderung und Integration“ bei einer Informationsveranstaltung, zu der Stadtdechant
Dr. Bruno Kurth eingeladen hatte. Es ging darum, hilfsbereite Katholiken zu informieren, was
jeder im Rahmen der „Aktion neue Nachbarn“
tun kann.
Wichtige Hinweise dazu gaben Elisabeth
Cleary und Renate Szymczyk vom Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) der Caritas. Sie arbeiten seit Jahren für und mit Flüchtlingen. Oft seien es nur Kleinigkeiten, die den
Flüchtlingen deutlich machten, in Deutschland
seien sie willkommen. So gibt es jetzt regelmäßig einen „Teesalon“ im IBZ, in dem eine erste Begegnung leicht falle. Ein niedrigschwelliges, aber inhaltlich gut gefülltes Angebot hat
die Katholische Jugendagentur (KJA) zusammen mit der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), der Gemeinde St. Antonius und
der Caritas organisiert. Dazu sind alle, die sich
angesprochen fühlen, am
Samstag, 25. April, ab 14
Uhr ins IBZ eingeladen.
Neben Unterhaltung gibt
es für die Flüchtlinge und
diejenigen, die ihnen helfen wollen, Informationen. Stadtdechant Kurth
sagte dann auch bewegt:
„Danke für Ihre Hilfsbereitschaft“, denn schon in
der Veranstaltung gab es
Angebote von Privatpersonen, den neuen Mitbürgern zu helfen. PA
Zahlreiche Interessierte konnte Stadtdechant Dr. Bruno Kurth bei der ➔ www.integration-inInformationsveranstaltung zum Thema „Flüchtlinge“ begrüßen.
(Foto: PA) wuppertal.de
36 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
AUS DEM ERZBISTUM
„Wir haben keine zweite Erde“
OBERBERGISCHER KREIS UND
ALTENKIRCHEN:
Heike Cosler,
Telefon (01 71) 3 60 96 14
Ausstellung „Erlebnis Schöpfung“ im Freilichtmuseum
LINDLAR. „Keiner von uns hat sie gemacht,
wichtig ist, dass wir sie bewahren!“ Mit diesen Worten eröffnete Erzbischof Kardinal
Rainer Maria Woelki die Ausstellung „Erlebnis Schöpfung“ im Freilichtmuseum Lindlar.
Die vom Erzbistum konzipierte Ausstellung
„SIEBEN+schöpfung.tage.mensch!“ ist eine
spannende und interaktive Reise zum Ursprung
der Welt. Spielerisch wird die Entstehung der
Welt entdeckt, und es können Impulse zum
Schutz der Umwelt abgerufen werden. Begrüßt
wurde der Kardinal von Professor Dr. Jürgen
Wilhelm. Der Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland bedankte sich für die lange und erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem
Erzbistum Köln. „Eine Tradition findet heute
ihre Fortsetzung. Vor fünf Jahren waren Sie, damals noch als Weihbischof, zur Eröffnung der
Ausstellung ‚Himmelfahrt und Aschekreuz‘
ebenfalls hier“, sagte Wilhelm.
Kardinal Woelki wünscht sich, dass viele
Kinder die Ausstellung besuchen. „Unsere Aufgabe ist es, unsere Erde zu schützen. Wir haben
keine zweite“, sagte er. „Es gibt heute schon
Menschen, die auf Grund des Klimas ihre Existenzgrundlagen verlieren.“ Woelki nutzte die
Gelegenheit, um das Thema Flüchtlinge aufzugreifen. Der Klimawandel führe dazu, dass viele Menschen aus ihrer Heimat flüchten müss-
MORSBACH. Eine Ausstellung mit dem
Titel „KREUZ RUND WEG“ findet vom
28. März bis zum 3. April in den fünf Kirchen der Pfarreiengemeinschaft Morsbach-Friesenhagen-Wildbergerhütte
statt. Die Künstlerin Anette Palder stellt
in den Gotteshäusern eine Vielzahl von
Bildern und Installationen mit christlichem Bezug sowie drei neue Kreuzwege aus. Die Eröffnung findet am Samstag, 28. März, um 19.30 Uhr, in der Kirche St. Gertrud in Morsbach statt.
Weitere Informationen unter Telefon
(0 22 94) 3 32 im Inernet.
➔ www.begegnung-im-netz.de
Kardinal Woelki gemeinsam mit Professor Wilhelm
und dessen dreijährigem Enkel Bruno auf dem Weg zur
Ausstellungseröffnung.
(Foto: HC)
ten und hofften, in ein sicheres Europa zu gelangen, sagte er. Im Anschluss an die Eröffnung
besuchte der Erzbischof gemeinsam mit den
Kindern des Kinderchores „Wilmas Pänz“ die
Präsentation zum Thema Schöpfung.
HC
Aus Dornröschenschlaf geweckt
Kirchenmusikreihe existiert seit 20 Jahren
MORSBACH-HOLPE. Unter dem Motto „The schluss bildet das Konzert „20 Jahre Kirchenbest of ...“ lädt Dirk van Betteray, Kirchenmu- musikreihe in Holpe“ am 17. Januar 2016. „Als
siker an St. Mariä Heimsuchung, bereits zur 20. ich vor 20 Jahren nach Holpe kam, entdeckte
kirchenmusikalischen Jahresreihe ein. Die Serie ich hier deine schöne und gut erhaltene historider Veranstaltungen startete mit einem Orgel- sche Orgel der Jahrhundertwende“, so van Betkonzert (nicht nur) für Kinder. Gemeinsam mit teray. „Ich wollte die Orgel aus dem DornrösSabine Fuchs führte van Betteray „Die Orgel- chenschlaf holen und sie nicht nur liturgisch,
maus“ von Karl-Peter Chilla auf. Dabei erfuh- sondern auch konzertant nutzen.“ Das ist geren die Kinder, wie eine Orgel funktioniert und lungen.
HC
hörten kindgerechte Orgelstücke. Weitere konzertante Veranstaltungen
sind eine kirchenmusikalische Andacht zum
Karfreitag um 19 Uhr
mit der Johannespassion
von Hermann Schroeder
sowie Passionsmotetten,
eine Orgelmatinée mit
den Lieblingsstücken
von Organist und Publikum am 28. Juni und ein
adventliches Konzert am
(Foto: Privat)
28. November. Den Ab- Kirchenmusiker Dirk van Betteray.
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
ENGELSKIRCHEN. Die Katholische junge Gemeinde (KjG) Loope benötigt Holz
für das Osterfeuer. Weitere Informationen bei Daniel Jarzombek unter Telefon
(01 77) 9 25 77 45 oder per Email: daniel.
[email protected]
OBERBERGISCHER KREIS. Kreisjugendseelsorger Pfarrer Norbert Fink bietet
wieder eine Taizé-Sommerfahrt für Jugendliche und Erwachsene von 15 bis 35
Jahren an. Die Reise findet von Sonntag,
2. August, bis Sonntag, 9. August, statt.
Anmeldung und Information unter Telefon (01 60) 97 96 68 82 oder per Email:
[email protected]
BERGNEUSTADT. Das Ergebnis des
Herbst-Handarbeitsbasars in St. Stephanus brachte einen Erlös von 700
Euro zugunsten des Johannes-Hospizes in Wiehl und 835 Euro zugunsten des
Kinderwaisenhauses Balabhavan in Indien, der Heimat von Pater George, ein.
Dieses Geld hat Pater George anlässlich
seiner Heimatreise dem Waisenhaus
überreicht.
WIEDENEST-PERNZE. Die Malteser laden alle Jugendlichen ab 14 Jahren
und jungen Erwachsenen zum PassahMahl am Gründonnerstag, 2. April, um
19.30 Uhr ins Pfarrheim ein. Anmeldung
und Information bei Tim Honermann unter Telefon (0 22 61) 94 10 00 oder per
Email: [email protected]
LINDLAR Das Morgengebet „Pray to
go“ in St. Severin findet am Mittwoch,
15. April, um 7.15 Uhr statt.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 37
aus dem erzbistum
Rheinisch-Bergischer Kreis:
Siegbert Klein,
Mobil (01 77) 6 12 20 10
Leverkusen:
Kathrin Becker,
Mobil (01 62) 9 40 70 14
ODENTHAL. „Was ist (mir) am Glauben wichtig?“ Darüber spricht Weihbischof Ansgar Puff am Donnerstag, 26.
März, um 19.30 Uhr in St. Pankratius in
Odenthal.
WERMELSKIRCHEN. „Am Sonntag bist
Du tot“. Dieser bemerkenswerte Spielfilm wird am Karfreitagabend um 19.30
Uhr im Pfarrsaal von St. Michael präsentiert.
BERGISCH GLADBACH. Ein Zertifikat
über die berufliche Fortbildung für Betreuungskräfte an Offenen Ganztagsschulen erhielten jetzt 16 Teilnehmerinnen eines Aufbaukurses, den die Katholische Familienbildungsstätte angeboten hatte. Der Kurs umfasste 88
Unterrichtsstunden, in denen die Organisation und die pädagogische Gestaltung des Betreuungsangebotes sowie
soziale Kompetenzen vermittelt wurden.
BÜRRIG. Ein „Kar-Tage-Special“ für
Familien bietet die Gemeinde St. Stephanus an – unter anderem mit einem Abend-Mahl und Übernachtung
im Pfarrsaal am Gründonnerstag, Kinderkreuzweg am Karfreitag und einer „Fahrt in den Morgen“ am Karsamstag. Nähere Informationen gibt
es bei Familie Forreiter unter Telefon
(02 14) 3 11 18 60 oder per Email an
[email protected].
PATTSCHEID. Zu einem Benefizkonzert
für die Schulbildung von Waisenkindern lädt die Ugandahilfe Ilse Sett am
Palmsonntag, 29. Mai, um 15 Uhr in die
Kirche St. Engelbert ein. Es musizieren
unter anderem der Instrumentalkreis
von St. Heinrich, Witzhelden, das Flötenensemble „flautinello“ und das Bläserquintett „sonus ligni“. Der Eintritt ist
frei. Nach dem Konzert gibt es Kaffee
und Kuchen im Pfarrsaal.
Dem Leiden Jesu nachgegangen
Über 1000 Jugendliche beim Kreuzweg nach Altenberg
ALTENBERG. „Im Fokus: Das Kreuz.“ Unter diesem Thema hatten sich über 1000 katholische und evangelische junge Menschen
aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis auf den
Weg nach Altenberg gemacht, um gemeinsam den Kreuzweg zu gehen. In einer beeindruckenden Lichterprozession zogen sie
in den dunklen Dom. Dort wurden sie von
Pfarrerin Annerose Frickenschmidt und Dekanatsjugendseelsorger Temur J. Bagherzadeh sowie dem Jugendchor aus Wermels-
kirchen in Empfang genommen. Anhand von
Bildern des Fotokünstlers Bernd Arnold gingen die Pilger dem Leiden Jesu nach. Ein
Beispiel seien Bilder von heute Leidenden,
so Bagherzadeh. Diese könnten unterschiedlich wirken. Sie könnten bloßstellen und zum
Wegschauen führen, aber auch zum Hinsehen und Mitleiden. Letzteres wünschte er
und dass aus Liebe gehandelt werde.
Der ökumenische Jugendkreuzweg fand
KL
zum zehnten Mal in Altenberg statt. Aus dem ganzen Rheinisch-Bergischen Kreis waren junge Menschen zum ökumenischen Jugendkreuzweg nach Altenberg
gepilgert. Die letzte Wegstecke pilgerten sie gemeinsam in einer beeindruckenden Lichterprozession zum Bergischen Dom,
wo der Schlussgottesdienst stattfand. (Foto: KL)
Ausstellung von Blumenbildern Gesprächsforum für 60- bis
in der Notfall-Ambulanz
70-Jährige: „War‘s das?“
OPLADEN. An blühende Blumen denken
wohl die wenigsten, wenn sie in der NotfallAmbulanz eines Krankenhauses sitzen. Im
St.-Remigius-Krankenhaus könnte das in den
nächsten Wochen anders sein: Bis zum 2. Mai
sind dort Bilder der Hobbymalerin Christine Radtke-Schramm ausgestellt. „In erster
Linie möchte ich mit meinen Bildern Freude bereiten“, sagt sie. Gelungen ist das schon
bei Dr. Anton Humrich. „Der Hektik des Arbeitsalltags, dem Leid, das vielfach mit den
Begriffen Krankheit und Krankenhaus verbunden ist, stellt die Künstlerin Lebensfreude,
angenehme Aussichten und Zuversicht gegenüber“, sagt der Ärztliche Direktor. KB
WIESDORF. Ein Ausstellung zum „Notel“,
der Notschlafstelle und Krankenwohnung
für obdachlose Drogenabhängige in Köln,
ist derzeit in der Kirche Herz Jesu zu sehen. Anlass ist das 25-jährige Bestehen
der Einrichtung. Die Ausstellung geht bis
Sonntag, 12. April.
Christine Radtke-Schramm vor ihren Bildern.
(Foto: KB)
LEVERKUSEN. Ein Gesprächsforum für
Menschen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren bietet Karl Schäfer an, der selbst Pastoralreferent im Ruhestand ist. „In einer
Lebensphase, die nicht mehr vorwiegend
durch Kinder, Familie und Beruf geprägt
ist, wo man wieder mehr Zeit für sich selbst
hat, gibt es viele Fragen und Themen, über
die es nachzudenken lohnt“, sagt er. „Manche drängen sich auf, manche verdrängt
man gerne, manche hat man vielleicht auch
noch gar nicht bedacht.“
Mit einem offenen Gesprächsforum
möchte Schäfer eine Möglichkeit schaffen,
sich mit anderen auszutauschen – über die
Fragen „Was bleibt?“ und „Was kommt?“,
über Erinnerungen und Träume, offene
Rechnungen, Beziehungen, Ängste und anderes. Die genauen Themen sollen in der
Gruppe vereinbart werden. Die Treffen finden an vier Dienstagen vom 14. April bis 5.
Mai jeweils von 16 bis 17.30 Uhr im Bildungsforum Leverkusen, Manforter Straße
186, statt. Die Teilnahmegebühr beträgt zehn
Euro.KB
➔➔ www.bildungswerk-leverkusen
38 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.deAusgabe 13/15 | 27. März 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Heimat für 1200 Kriegsopfer
EITORF, HENNEF, KÖNIGSWINTER,
NEUNKIRCHEN, SIEGBURG,
SANKT AUGUSTIN UND
TROISDORF:
Christa Gast,
Telefon (0 22 44) 46 85
Gedenkstätte für Opfer des Zweiten Weltkriegs in St. Patricius
EITORF. „Wir wollen allen Opfern dieses
schrecklichen Krieges in der Kirche eine
Heimat geben“, sagte Pfarrer Jan Mikrut
CSMA. Im Rahmen eines ökumenischen
Gedenkgottesdienstes am 70. Jahrestag des
großen Bombenangriffs, bei dem der Ortskern von Eitorf völlig zerstört wurde, segnete Pfarrer Mikrut in St. Patricius zur Eröffnung eine Gedenkstätte für die Opfer des
Zweiten Weltkriegs. In jahrelanger Kleinarbeit hatte Gemeindemitglied Hans Deutsch
1200 Namen von gefallenen Eitorfer Soldaten, fremden Soldaten, die in Eitorf umkamen, jüdischen Opfern aus Eitorf und zivilen Opfern der beiden Bombenangriffe am
8. und 17. März 1945 zusammengetragen.
Dann ging er auf die Suche nach einem geeigneten Platz für die Namen; dabei stieß er
in St. Patricius auf den ungenutzten Raum
neben dem Hauptportal, den Pfarrer Jan Mikrut CSMA gern zur Verfügung stellte. Küster Bernd Franke, ein gelernter Mediengestalter, brachte die Namen auf Plexiglas-Tafeln an und gestaltete den Raum neu.
Pünktlich zum 70. Jahrestag wurde er fertig, und so konnte die neue Gedenkkapelle
an diesem Tag unter großer Anteilnahme der
SANKT AUGUSTIN. Ein Bibelgespräch
zum Römerbrief, Kapitel acht, mit Monsignore Josef Schlemmer findet am Dienstag, 31. März, um 19.30 Uhr im Pfarrzentrum St. Maria Königin, Marienkirchstraße 8, statt.
Pfarrer Jan Mikrut segnete die neue Gedenkstätte in der
Kirche St. Patricius.
(Foto: CG)
Bevölkerung der Öffentlichkeit übergeben
werden. Selbst aus Süddeutschland kamen
Angehörige von Opfern des 17. März 1945
zu der Feier.
CG
Rosa und kunstvoll bestickt
Fleißige Näherinnen stiften Pfarrer neues Messgewand
NEUNKIRCHEN. Nur eine kleine Bemerkung hatte genügt, und schon glühten bei
zwei Handarbeitsfreundinnen die Nadeln.
Pfarrer Martin Wierling – seit September
2014 Pfarrer in St. Margareta – hatte in der
Karnevalszeit bemerkt, dass es in der Kirche kein rosa Messgewand für die beiden
Sonntage „Laetare“ und „Gaudete“ gebe.
„Das ist die Idee“, dachten sich die beiden Damen – und nachdem sie mit dem
Kostümschneidern fertig waren, entwarfen
und nähten sie anschließend ein Messgewand aus zartroséfarbener Seide und einem
dunkleren Baumwollfutterstoff.
Das Besticken nahm dann noch einige
Zeit in Anspruch. Denn die beiden hatten
sich für die Rückpartie ein aufwändigeres
Muster ausgedacht: ein gleichschenkliges
Dreieck für die Dreifaltigkeit Gottes mit einer Sonne oder Hostie mittendrin, umfangen von einem Herzen, und über dem Ganzen eine Taube als Zeichen des Heiligen
Geistes.
In einem Gottesdienst konnte der Pfarrer
das Prachtstück dann entgegennehmen. Er
präsentierte es stolz der Gemeinde, bevor
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
MARIENFELD. Die Fußwallfahrt der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt nach
Marienthal beginnt am Samstag, 2. Mai,
mit der Eröffnungsandacht um 5.30 Uhr
in der Pfarrkirche. Pilgermesse ist um
17.30 Uhr in der Wallfahrtskirche in Marienthal. Im Anschluss ist die Rückfahrt mit
Bussen. Gegen 19.30 Uhr beginnt die Abschlussandacht in der Pfarrkirche. Wem
die Fußwallfahrt nicht mehr möglich ist,
der kann an der Buswallfahrt teilnehmen. Abfahrt dafür ist um 12.30 Uhr ab der
Pfarrkirche Marienfeld. Anmeldung unter
Telefon (0 22 45) 21 12.
SANKT AUGUSTIN. „Sehnsucht nach
Demokratie – Jugend und Kirchen in
Hongkong nehmen Stellung“ heißt das
Thema der 15. Jahresakademie des China-Zentrums am Donnerstag, 16. April,
um 15 Uhr in der Aula der Missionsprokur
der Steyler Missionare, Arnold-JanssenStraße 32. Anmeldung per Email: feith@
china-zentrum.de oder unter Telefon
(0 22 41) 23 77 35 oder 23 74 32.
EUDENBACH. Ein Morgenlob in der Pfarrkirche mit anschließender vogelkundlicher Wanderung unter fachmännischer
Führung von Johannes Herzog findet am
Samstag, 28. März, um 7.30 Uhr statt. Danach sind alle Teilnehmer zum Frühstück
im Pfarrheim eingeladen.
DATTENFELD. Zum Fastenessen lädt der
Familienkreis am Palmsonntag, 29. März,
ab 11.30 Uhr ins Pfarrheim ein. Mit dem
Erlös soll eine in Not geratene Familie in
der Gemeinde unterstützt werden.
Vor dem Gottesdienst konnte die Gemeinde das neue
Messgewand bewundern, das Pfarrer Wierling in der Kirche
ausgestellt hatte.
(Foto: CG)
er es zur Messfeier anzog. Doch die Namen
der edlen Spenderinnen durfte er nicht verraten.
CG
THOMASBERG. Den traditionellen Gang
auf den Ölberg beginnt die „Jugend am
Oelberg“ am Karfreitag, 3. April, um 5.30
Uhr an der Kirche. Anschließend sind
alle Teilnehmer zum Frühstück und Backen der Osterlämmer ins Pfarrheim
eingeladen. Anmeldung unter Telefon
(0 22 44) 87 04 12 oder per Email: [email protected]
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 39
AUS DEM ERZBISTUM
BAD MÜNSTEREIFEL, EUSKIRCHEN
UND ZÜLPICH: Anja Krieger
Telefon (0 22 51) 5 51 36
BORNHEIM, MECKENHEIM UND
RHEINBACH: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
ERFTMÜHLENBACH. Zum Kreuzweggebet mit den Brüdern der Abtei Mariawald
wird am Samstag, 28. März, eingeladen.
Treffpunkt ist um 13.15 Uhr die Pfarrkirche St. Michael in Großbüllesheim (Bildung von Fahrgemeinschaften), oder um
14 Uhr an der Abtei Mariawald. Nach der
Non um 14 Uhr sammeln sich die Teilnehmer vor der Kirche der Abtei, um gemeinsam mit den Brüdern schweigend zur
Pietà nach Heimbach zu pilgern. Nach einer kurzen Statio um 15 Uhr beginnt der
Kreuzweg mit Meditation und Gebet an
den Stationen der Kreuzwegkapellen. Die
Rückkehr nach Mariawald ist gegen 16.45
Uhr mit Segen von Abt Josef Vollberg. Informationen bei Adolf Zimmermann unter
Telefon (01 73) 2 80 26 34.
EUSKIRCHEN. Traditionell am Abend des
Karfreitags lädt die Stadtpfarrei St. Martin zur „Römerfahrt“ ein: Der Kreuzweg
durch die Stadt geht auf einen mittelalterlichen Brauch im Rheinland zurück.
Die Euskirchener Römerfahrt startet am 3.
April um 20 Uhr in der Kirche Herz Jesu,
von dort zieht die Prozession zur Madonna am Disternicher Wall, weiter über Rüdesheimer Torwall und Kirchwall zum
Wegekreuz an der Kessenicher Straße.
Der Weg endet mit einer Station in der
Pfarrkirche St. Martin.
EUENHEIM. Das Sechswochenamt für
den verstorbenen Pfarrer i. R. Johannes
Zensus findet am Ostermontag, 6. April,
um 10.30 Uhr in St. Brictius statt. Zensus
war 15 Jahre lang Pfarrer der Gemeinde.
KOMMERN. Das Haus Alverno der Armen
Schwestern vom Heiligen Franziskus, Auf
dem Kahlenbusch 1, lädt zu „Besinnungstagen in der Karwoche“ von Mittwoch, 1.
April, bis Sonntag, 5. April, ein. Schwester
M. Magdalis Kunkler wird die Teilnehmer
bei meditativen Übungen, kreativem Tun,
Gesprächen, Zeiten der Stille und Teilnahme am Stundengebet begleiten. Informationen und Anmeldung unter Telefon
(0 24 43) 59 02.
Stift zu einer Augenweide gemacht
St.-Nikolaus-Stift verabschiedet neuen Dompropst
ZÜLPICH-FÜSSENICH. „Es war Liebe auf
den ersten Blick“, erinnert sich Prälat Gerd
Bachner an seinen Antritt als Vorstands- und
Kuratoriumsvorsitzender des Berufskollegs St.
Nikolaus-Stift im Jahr 2001. Neben dem historischen Bau des ehemaligen Prämonstratenserinnen-Klosters aus dem zwölften Jahrhunderts habe ihn auch der Einsatz für Bildung und
„Ich werde alle hier vermissen“, beschied Gerd Bachner
(rechts) Schulleiter Norbert Paffenholz.
(Foto: AK)
Ausbildung junger Menschen im Stift gleich
beeindruckt. Jetzt wurde Bachner, Leiter der
Hauptabteilung Schule/Hochschule im Erzbistum Köln, anlässlich seiner letzten Kuratoriumssitzung mit einem Empfang verabschiedet. Zukünftig wird er sich als neuer Kölner
Dompropst „vielen neuen, aufregenden Aufgaben widmen“, wie es Pfarrer Markus Breuer, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums, formulierte. In Bachners Amtszeit im Stift
fiel die Aufarbeitung des „Instandhaltungsstaus
vergangener Jahrzehnte“ wie der Neubau von
Klassenräumen, Sanierungsarbeiten an Klostermauern, Dächern, der denkmalgeschützten
Fassaden und die energetische Sanierung. Unter seinem Vorsitz wurde auch der neue duale
Bildungsgang zum staatlich anerkannten Erzieher mit Allgemeiner Hochschulreife installiert.
„Das Stift hat sich unter dir zu einer Augenweide entwickelt“, so Breuer, der als Abschiedsgeschenk gemeinsam mit Schulleiter Norbert
Paffenholz eine Radierung, die Kreuzgang und
Grundriss des Klosters zeigt, überreichte. Dazu
gab es eine Packung von Bachners „heiß geliebtem“ Kartoffelgratin: „Ich habe ja nie so viel
Zeit, aber ich bewirte gerne Gäste, und mit ein
bisschen Fleisch geht das ganz fix im Ofen!“,
lautet das Rezept des neuen Dompropstes. AK
Einige Ampeln schon auf Grün
Visitation von Weihbischof Ansgar Puff: positive Bilanz
RHEINBACH. Auf einem guten gemeinsamen
Weg in die Zukunft sieht Weihbischof Ansgar
Puff die Pfarrgemeinde St. Martin. Die routinemäßige Visitation in der Voreifel verlief notgedrungen vor dem Hintergrund der Zerwürfnisse, die es um die Abberufung der Patres des
Ordens vom Deutschen Haus Sankt Mariens
in Jerusalem gegeben hatte. Der Bischof stellte eine große Bereitschaft aller Gruppen fest,
die entstandenen Gräben zuzuschütten. Vor allem zeigte sich Puff erfreut über die ehemaligen
Messdiener, die nach Querelen mit den Patres
ihren Dienst quittiert hatten. Die Ministrantinnen und Ministranten kehrten der Kirche nicht
einfach den Rücken, sondern gründeten eine
neue Gruppierung der katholischen Jungen Gemeinde (KJG). Denjenigen, die sich dennoch
aus dem Gemeindeleben zurückgezogen hätten,
solle signalisiert werden „Wir brauchen Euch“,
erklärte der Weihbischof. Auch die noch bestehenden Probleme in der Pfarrgemeinde kamen
zur Sprache. Bei einigen stünden die Ampeln
ja schon auf Grün, so Puff anerkennend. Dies
sei das Verdienst von Pfarrverweser Hermann
Josef Zeyen und des Pastoralteams. Mit der
Neubesetzung der Pfarrerstelle und der des Kirchenmusikers rechnen Puff und Dechant Zeyen
zur Jahresmitte.
ES
RHEINBACH. Noch freie Plätze gibt es in
dem Yoga-Kurs der Frauengemeinschaft
(kfd) St. Martin, der dienstags von 16.30
bis 18 Uhr im Pfarrzentrum stattfindet. Anmeldung unter Telefon (0 22 26) 1 71 76.
Weihbischof Ansgar Puff (hinten, Mitte) mit den Leitern der neugegründeten KJG in St. Martin.
40 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Foto: ES)
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Georgskapelle spektakulär umgesetzt
BONN: Beate Behrendt-Weiß,
Telefon (0 22 26) 1 55 43
BORNHEIM, MECKENHEIM UND
RHEINBACH: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
Jedes Wochenende Führungen auf dem Alten Friedhof
BONN. Wer den Alten Friedhof besucht,
glaubt, in eine andere Welt einzutreten. Das
Kleinod in der Bonner Innenstadt ist mit seinen Grabstätten ein Spiegelbild nicht nur der
Bonner Kultur- und Geistesgeschichte. Neben bedeutenden Professoren wie Ernst Moritz Arndt, Karl Simrock oder August Wilhelm von Schlegel haben hier auch zahlreiche weitere Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden: Robert und Clara
Schumann, die Mutter Beethovens oder das
vielbesuchte neuere Ehrengrab von Dr. Mildred Scheel, der Gründerin der Deutschen
Krebshilfe. Nicht nur das Katholische Bildungswerk lädt hier immer wieder zu Führungen ein. Jetzt bietet die Gesellschaft der
Freunde und Förderer des Alten Friedhofs
Bonn bis Ende Oktober samstags um 11 Uhr
und sonntags um 14 Uhr Führungen an.
Neben den besonderen Gräbern und der
herausragenden Grabmalkunst steht dabei
die Besichtigung der Georgskapelle im Mittelpunkt. Diese Kapelle aus dem 13. Jahrhundert stand ursprünglich in Ramersdorf
– im heutigen Beueler Süden, auf dem Gelände der ehemaligen Deutschordenskommende. Als sie dort nicht mehr benötigt
BONN-LIMPERICH. Zum Abschluss der
Foto-Ausstellung „Eine Stadt, viel Gott –
Photographien aus Jerusalem von Sandra Then“ in Heilig Kreuz, Kreuzherrenstraße 55, gibt es am Samstag, 28. März, um
19 Uhr den Dokumentarfilm „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen“ von
Hajo Schomerus über die Grabeskirche in
Jerusalem zu sehen. Es wird eine Einführung in den Film und Gelegenheit zum Gespräch geben.
Die Georgskapelle auf dem Alten Friedhof in Bonn stand
ursprünglich in Ramersdorf.
(Foto: BBW)
wurde und abgerissen werden sollte, wurde sie 1847 kurzerhand auf den Alten Friedhof „transloziert“ (umgesetzt) – ein überaus
spektakuläres Ereignis für die Denkmalpflege im Rheinland in der Mitte des 19. Jahrhunderts.
BBW
Auf viele Pilgerinnen und Pilger am Karfreitag hoffen Tischlermeister Josef Klein (von links), Pfarrer Norbert Prümm,
Maria Münch-Stüsser und Philipp Münch.
(Foto: ES)
Mit neuem Kreuz nach Ahrweiler
Pilger-Initiative von Philipp Münch erfolgreich
BORNHEIM. Mit einem neuen Vortragekreuz
führt Philipp Münch am Karfreitag, 3. April,
ab 6.30 Uhr die Pilger vom Römerhof in Bornheim zum Kalvarienberg in Ahrweiler. Seine
Frau Maria Münch-Stüsser schenkte ihm das
Kreuz zu Weihnachten.
Hergestellt hat es der Tischlermeister Josef Klein aus dem Holz eines Waldorfer Birnbaums. „Mich hat an dem Holzstamm die
Zeichnung fasziniert, die mich an eine Wunde und einen Blutstropfen erinnert“, erklärte Klein zur Wahl der Scheibe, aus der er das
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
Kreuz fertigte. Pfarrer Norbert Prümm segnete das Kreuz. Münch, der vor acht Jahren die
Wallfahrt ins Leben rief, kann sich über mangelnde Beteiligung nicht beklagen. Bei der ersten Ahrweiler-Wallfahrt zog er mit zehn Personen los, im vergangenen Jahr waren es bereits
fast 100 Pilger. Mit großen Plakaten wirbt er in
Bornheim für den rund 31 Kilometer langen
Kreuzweg am Karfreitag. Die einzelnen Stationen mit jeweiligen Uhrzeiten hat Münch im
Internet veröffentlicht.
ES
➔ www.sankt-joseph-kardorf.de
BONN. Orgel-Meditationen – „Der Kreuzweg“ von Marcel Dupré – spielt Professor Dr. Wolfgang Bretschneider an Karfreitag, 3. April, um 19.30 Uhr im Bonner
Münster.
BONN. Eine besondere Fahrradtour gibt
es im Rahmen der 1000-Jahr-Feier zu Ehren der heiligen Adelheid am Samstag,
28. März, von 14 bis 18 Uhr. Treffpunkt ist
die Schlossweiherbrücke in Poppelsdorf.
Von dort geht es zu den Überresten der
Dietkirche, der ersten Bonner Pfarrkirche, im ehemaligen Römerlager und weiter zur Pfarr- und Stiftskirche St. Peter in
Vilich, wo sich das Grab der Stadtpatronin befindet.
BONN-BUSCHDORF. Unter der Überschrift „Kirchen und Osterkrippe am
Palmsonntag“ steht eine Wanderung
von der Kirche St. Aegidius, Klosterweg
in Buschdorf (Treffpunkt), nach St. Lambertus in Bergheim am Sonntag, 29. März,
von 14 bis 17 Uhr.
BONN-HOLTORF. Alle Jubilare aus Holtorf, die in diesem Jahr die Wiederkehr
ihrer Erstkommunion nach 25, 50, 60, 70
oder 75 Jahren feiern, sind am Sonntag,
19. April, um 9.30 Uhr zum Gottesdienst
in St. Antonius und anschließend zum
gemeinsamen Frühstück im Pfarrheim
eingeladen. Anmeldungen nimmt das
Pfarrbüro unter Telefon (02 28) 48 23 84
entgegen.
WACHTBERG. Die Gemeinde St. Marien bietet am Montag, 30. März, um
18.30 Uhr in der Fritzdorfer Kirche St.
Georg und am Mittwoch, 1. April, um 19
Uhr in der Kirche St. Gereon, Niederbachem, Bußandachten mit anschließender Beichtgelegenheit an.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 41
AUS DEM ERZBISTUM
BEDBURG, BERGHEIM, KERPEN,
PULHEIM, BRÜHL, ERFTSTADT,
FRECHEN, HÜRTH, WESSELING:
Benedikt Boecker,
Telefon (01 77) 8 77 24 94
[email protected]
WESSELING. Alle 14 Tage bieten das katholische Familienzentrum und die Frauengemeinschaft (kfd) St. Germanus ein
Treffen für Handarbeitsbegeisterte an.
Die nächsten Termine sind Freitag, 10.
April, und Freitag, 24. April, von 15 Uhr bis
17 Uhr im „Ahle Kluster“, Alfons-MüllerPlatz. Informationen gibt es unter Telefon (0 22 36) 8 17 64. Auch im Pfarrheim
St. Josef in der Hubertusstraße finden Zusammenkünfte von Handarbeitsbegeisterten statt - und zwar am Mittwoch, 1.
April, und Mittwoch, 15. April, von 16 Uhr
bis 17.30 Uhr. Infos dazu unter Telefon
(0 22 36) 5 94 72.
BRÜHL. Über die „Kölner Engel“ informiert am Mittwoch, 8. April, die Kunsthistorikerin Petra Lentes-Meyer von 15
Uhr bis 17.15 Uhr im Begegnungszentrum
„margaretaS“, Heinrich-Fetten-Platz. Engel gibt es in Köln an Kirchen, an Portalen,
in Höfen und auf Plätzen. Mal geben sie
sich stark und kämpferisch, wie der Erzengel Michael in St. Andreas, mal begegnen sie den Menschen unerwartet, wie
der Engel im Innenhof des Museums für
angewandte Kunst. Bei diesem Vortrag
führt Lentes-Meyer anhand der Lichtbilder von St. Kunibert bis zur Antoniterkirche in der Schildergasse. Anmeldung und
Information unter Telefon (0 22 32) 2 52 36.
Missbrauchsverdacht
ELSDORF/KÖLN. Der Träger der Kindertagesstätte St. Dionysius in ElsdorfHeppendorf hat in enger Abstimmung
mit dem Erzbistum Köln eine Erzieherin vom Dienst freigestellt. Es besteht
der Anfangsverdacht von sexuellem
Missbrauch an mehreren Kindern der
Einrichtung. Das Erzbistum hat sofort
nach Bekanntwerden der Vorwürfe die
Staatsanwaltschaft Köln und die zuständigen Aufsichtsbehörden, das Landesjugendamt und das örtliche Jugendamt
informiert. Die Erzieherin bleibt bis zur
endgültigen Aufklärung der Vorwürfe
vom Dienst freigestellt. Die Eltern wurden über die Vorwürfe informiert und erhalten psychologische und beraterische
Begleitung und Unterstützung. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft
in dem Fall.
BB
„Gutes verlässlich tun“
Jugendagentur legt Jahresbilanz vor
RHEIN-ERFT-KREIS. Die Katholische Jugendagentur Köln gGmbH hat ihre Jahresbilanz 2014 vorgelegt. Sie ist Träger von über 90
Einrichtungen und Projekten in Köln und dem
Rhein-Erft-Kreis und sieht sich als Servicestelle
für die Jugendpastoral, Jugendseelsorge und in
der Jugendsozialarbeit. Ihr Motto lautet: „Gutes verlässlich tun in Köln und Rhein-Erft.“ In
ihrem Jahresbericht geben die Verantwortlichen Einblicke, wie vielfältig die Kinder- und
Jugendarbeit ist. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Fachbereiche mit unterschiedlichen
Schwerpunkten. Sie arbeiten unter den Überschriften Jugendhilfe und Schule, Katechese
und Spiritualität, Offene Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit. Außerdem sind
das jugendpastorale Zentrum CRUX in Köln
und die jugendpastorale Arbeit im „ju.time“
weitere Arbeitsfelder.
BB
➔ www.kja-koeln.de
„Ostergarten“ in der Schlosskirche
Jugendliche entwickeln interaktiven Kreuzweg
BRÜHL. Im sogenannten „Ostergarten“ haben
Jugendliche aus Brühl einen Kreuzweg mit insgesamt neun Stationen entwickelt. Die Idee des
„Ostergartens“ hatte Pastoralreferent Michael
Kühn, der ein ähnliches Projekt in Aachen besichtigt hatte. Bei den neun Stationen handelte es sich um: „Das letzte Abendmahl“, „Der
Verrat“, „Der Garten Getsemani“, „Ich wasche meine Hände in Unschuld“, „Begegnungen“, „Jesus trägt das schwere Kreuz“, „Jesus
wird ans Kreuz geschlagen“, „Der Tod Jesu“
und „Die Auferstehung“. Um vor allem Kindern und Jugendlichen die Installation näherzubringen, wurde bei der Ausarbeitung viel Wert
auf Aktualität und Interaktivität gelegt. So sind
zum Beispiel bei der Station „Ich wasche meine Hände in Unschuld“ Bilder von Umweltverschmutzung, Krieg, Terror und Armut zu sehen.
Die Station spielt auf die Aussage des Pontius
Pilatus an, welcher in Bezug auf die Verurtei-
lung Jesu sagte: „Ich wasche meine Hände in
Unschuld.“ „Ziel der Jugendlichen war es, die
letzten Tage Jesu anschaulich und mit einem
Gegenwartsbezug zu präsentieren“, so Kaplan
Rene Stockhausen.
Im Rahmen des „Ostergartens“ findet von
Gründonnerstag, 2. April, von 21.30 Uhr bis
Karfreitag, 3. April, bis 2 Uhr die „Nacht des
Wachens“ statt. Hier soll nach einem Abendessen gebetet, meditiert und kreativ die
Nacht verbracht werden. Die Veranstaltung
richtet sich vor allem an Jugendliche ab 15
Jahren. Anmeldung bis Sonntag, 29. März,
bei Michael Kühn unter Telefon (0 22 32)
21 12 37 oder via Email an [email protected].
Der „Ostergarten“ ist noch bis Mittwoch, 1.
April, täglich – außer Donnerstag -– von 15 Uhr
bis 17 Uhr in der Schlosskirche zu besichtigen.
Donnerstags ist er geöffnet von 19 Uhr bis 21
Uhr.
BB
Der „Garten Getsemani“ schmückt einen großen Teil des Kirchenbodens. Auf dem Weg durch den Garten liegen Karten aus
mit grundlegenden und philosophischen Fragen zum Leben.
(Foto: BB)
42 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Ruhig und besonnen
KÖLN: Felicitas
Rummel-Volberg,
Telefon (02 21) 87 88 55
Rund 2000 Männer nehmen am Schweigegang teil
KALK. Bei sechs Grad und immer wieder
leichtem Nieselregen machten sich rund 2000
Männer auf, um der Schmerzhaften Muttergottes an der Kalker Kapelle die Ehre zu erweisen.
Unter dem Thema „Mit Christus in die Zukunft
gehen“ zogen die Männer schweigend und betend nach Kalk. Am Gnadenbild der Muttergottes unterbrachen die Beter ihren Gang, um mit
Stadtdechant Monsignore Robert Kleine und
Stadt-Männerseelsorger Werner Holter SJ gemeinsam Fürbitte zu halten und zum Schluss
ein Marienlied anzustimmen. Nach der Statio dort machten sie sich auf den Weg in den
Dom, wo Weihbischof Ansgar Puff mit ihnen
den Abschlussgottesdienst feierte. Immer wieder staunten Passanten über den langen Zug der
Männer und bewunderten das unspektakuläre
schweigende Gehen der Männer aller Altersgruppen, denen in der Ruhe und in der Besonnenheit Kälte und leichter Nieselregen nichts
ausmachte.
RUM
DELLBRÜCK. Ein Café für Trauernde bietet der Ökumenische Hospizdienst jeden
ersten Donnerstag im Monat von 15 bis 17
Uhr an. Das Trauer-Café ist eine offenes
Angebot und richtet sich an alle erwachsenen Trauernden. Die Teilnehmer werden von Trauerbegleiterin Heidi Cordier
und Heilpraktikerin Gisela Adolphi begleitet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Café befindet sich in der Thurner
Straße 105a. Weitere Information bei Koordinatorin Ulrike Lenhart unter Telefon
(02 21) 16 90 64 88.
In Ruhe machten sich rund 2000 Männer auf den Weg nach
Kalk.
(Foto: RUM)
Für die, die am Rande stehen
Caritasverband feiert 100-jähriges Bestehen
KÖLN. Als 1915 Kinder aufs Land verschickt
werden mussten, weil es in Köln nicht mehr
genug zu essen gab, gründeten engagierte Katholiken den Caritasverband für die Stadt Köln.
Jetzt feiert der Verband mit 1550 Mitarbeitern
seinen 100. Geburtstag. Das Jubiläum steht unter der Überschrift „In allem Nächstenliebe“
und wird unter anderem im Juni mit einem Festakt im Maternushaus gefeiert. Der neue Stadtverband aus den Kriegsjahren bündelte und verbesserte die Hilfe aus den Gemeinden. Der Kölner Verband war einer der ersten seiner Art und
ist bis heute einer der größten in Deutschland.
Die Zeiten haben sich geändert, aber die Not
zieht sich durch alle Jahrzehnte hindurch, sei es
in der Weltwirtschaftskrise in den 30er-Jahren,
im Zweiten Weltkrieg, im Wiederaufbau und
aktuell bei der Entwicklung einer multinationalen Gesellschaft mit Migranten und Flüchtlingen. Stadtdechant und Vorsitzender des Caritasrates, Monsignore Robert Kleine, fasst die
Anliegen zusammen: „Die Caritas, die Nächstenliebe, bleibt verpflichtend für unser aktuelles und künftiges Handeln.“ Pflegebedürftigen
Menschen, Behinderten und Flüchtlingen gehört die Aufmerksamkeit des Caritasverbandes, „der sich mit aller Kraft für bessere Bedingungen und Rechte für Menschen einsetzt,
die am Rande stehen“, wie Peter Krücker und
Hubert Schneider vom Vorstand erläutern.
Die Pflege nimmt heute den breitesten Raum
ein; mehr als die Hälfte der Mitarbeiter ist
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
HOHENLIND. Der Kölner Künstler Peter
Petri stellt seine Werke unter dem Thema
„Wachstum“ zurzeit im Foyer des St.-Elisabeth-Krankenhauses aus. Kräftige Farben, Natur und Licht charakterisieren seine Bilder. Holz und Erde sind Petris wesentliche Inspirationsquellen und ArbeitsMaterial.
KÖLN. Ein Konzert zum Vorabend der
heiligen Woche beginnt am Sonntag, 28.
Mai, um 20 Uhr in St. Andreas. Das Vokalensemble „Udin d`Art“ unter der Leitung
von Thomas Kladeck spielt das Werk „Via
Crucis“ für Chor und Orgel von Franz Liszt,
die erste und einzige vokale Fassung des
Leidenswegs Jesu. Außerdem spielt Organist Christoph Kuhlmann Werke von
Anton Bruckner und Morten Lauridsen.
Stadtdechant Robert Kleine (sitzend), Hubert Schneider
und Peter Krücker (rechts) blicken auf 100 Jahre
Caritasverband in der Stadt Köln zurück.
(Foto: RUM)
auf diesem Gebiet tätig. Der Verband betreibt
sieben Altenheime mit 750 Pflegeplätzen und
acht Sozialstationen mit rund 1000 Kunden pro
Jahr. Auch in Sachen Flüchtlingen sieht sich die
Caritas wie vor 100 Jahren in der Verpflichtung,
Heime in Zündorf, Brück und Wahn werden in
nächster Zeit betreut. In Wohnhäusern für Menschen mit geistiger Behinderung wie dem Gut
Pisdorhof werden Behinderte so selbstbestimmt
wie möglich betreut.
RUM
BICKENDORF. „Von Abba bis Zappa –
Sechs Jahrzehnte zum Mitsingen“ heißt
ein Chorprojekt des Jugendchors St. Rochus. Gemeinsam mit dem Chor können
Interessierte singen und auch das Repertoire mitbestimmen. Jeder kann sich seine Lieblingslieder im Internet wünschen;
die am meisten gewünschten Titel werden dann von Chorleiter Wilfried Kaets
arrangiert und vom Chor einstudiert. Eine
Profiband aus Dozenten der Rochus-Musikschule begleitet die Sänger. Das Konzert findet statt am Samstag, 5. September, um 20 Uhr im Gemeindezentrum
„BiOs INN“.
➔ www.rochuskirche.de/umfragen/mitsingkonzert
KÖLN. „Das „Stabat mater“ des barocken
Komponisten Nicola Logroscino wird am
Mittwoch, 1. April, um 20 Uhr von Solisten
und Musikern in St. Andreas gespielt. Karten gibt es unter Telefon (02 21) 2 87 09 25.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 43
AUS DEM ERZBISTUM
NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann brach in ihrem Grußwort bei der Tagung der Katholischen Elternschaft Deutschlands eine Lanze für Vergleichsstudien in der Bildungswelt. (Foto: Becker)
PISA und der Wert der Langeweile
Diskussion über die Auswirkungen von Bildungsstudien
KÖLN. Lebhaft diskutiert wurde beim Bundeskongress der Katholischen Elternschaft
Deutschlands (KED), der am Wochenende im
Maternushaus stattfand. Unter der Überschrift
„PISA und kein Ende?“ ging es um die Auswirkungen der Studien auf die Bildungslandschaft. Während Professor Dr. Jochen Krautz
von der Bergischen Universität Wuppertal die
fehlende demokratische Legitimierung des
PISA zugrundeliegenden Bildungsbegriffs kritisierte (– Bildung sei eben keine Anpassung
an Scheinerfordernisse globaler Konzerne –)
und Nebenwirkungen anprangerte wie ein ausuferndes Berichtswesen und eine Inhaltsentleerung von Lehrplänen, verteidigte Professor Dr.
Eckhard Klieme die empirische Bildungsforschung. Der Mitarbeiter beim Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung,
der auch die neueste PISA-Studie mitgestaltet,
argumentierte: „PISA ist mehr als das, was medial vermittelt wird. Abgefragt wird zum Beispiel auch das Wohlbefinden der Kinder in der
Schule.“ Sein Appell an die Tagungsteilnehmer: „Nutzen Sie die Daten, die Ihnen die Wissenschaft zur Verfügung stellt und denken Sie
selbst.“ Dass es auch nicht messbare, gleichwohl aber wichtige Parameter gebe, machte
Dr. Stefan Kraus, Leiter von Kolumba, dem
Kunstmuseum des Erzbistums Köln, zum Thema. „Auch eine zweckfreie Pause, auch Lan-
geweile hat einen Wert“, erklärte er. Er beklagte, dass das Bildungssystem Kinder einbinde
in eine Welt der Effizienz und der Zwecke und
plädierte für mehr ästhetische Bildung. Dass
„die menschlichen Möglichkeiten zu vielfältig sind, um sie auf das Messbare zu beschränken“, hatte bereits der neue Dompropst, Prälat
Gerd Bachner, Leiter der Hauptabteilung Schule/Hochschule im Erzbistum, in seinem Grußwort angemerkt. NRW-Schulministerin Sylvia
Löhrmann fragte dagegen: „Stellen Sie sich die
Bildungswelt ohne (Vergleichs-)Studien vor.
Wären Sie sich sicher, dass Ihr Kind das lernt,
was nötig ist, um in dieser komplexen Welt
klarzukommen?“KB
KLEINANZEIGEN
44 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
BERICHT
Ein Papst, der Wirbel macht
Wer ist Franziskus?
BENSBERG. Eine deutliche und oft überraschende Sprache, einprägsame Bilder und eine
kompromisslose Parteinahme für Benachteiligte zeichnen Papst Franziskus aus. Unkonventionell seine Vorgehensweise, die Kirche
zu erneuern. Um den ehemaligen Erzbischof
von Buenos Aires zu verstehen, muss man Jorge Mario Bergoglio, wie er mit bürgerlichem
Namen heißt, kennen. Wer dieser ist und was
ihn geprägt hat, dem versuchten die beiden
Papstbuch-Autoren Dr. Daniel Deckers, Redakteur bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, und Jesuitenpater Bernd Hagenkord,
Leiter der deutschsprachigen Abteilung von
Radio Vatikan, in einem Gespräch nachzuspüren, zu dem die Thomas-Morus-Akademie
nach Bensberg eingeladen hatte.
„Flucht hat mit ihm zu tun“, sagte Hagenkord. Seine Großeltern hätten 1925 ihr Geschäft verkauft und wären aus Italien ins damals „gelobte Land“ Argentinien ausgewandert. Sie mussten kurzfristig ihre Passage
verschieben. Das ursprünglich vorgesehene
Schiff sei kurz vorm Ziel gekentert. Alle Mitreisenden seien ertrunken. Diese Begebenheit
habe die Familie als Fingerzeig Gottes gedeutet, so Deckers. Da verwundere es nicht, dass
Franziskus‘ erste Reise nach Lampedusa ging.
Bergoglio habe bis zu seiner Papstwahl nie
in einem Rechtsstaat gelebt, gab Deckers zu
bedenken. „Er spielt keine politischen Spielchen“, so Hagenkord und schweige über „die
lange Liste derjenigen, die er gerettet hat“.
Auch wenn der Jesuitenpater fälschlich beschuldigt wurde, zwei Mitbrüder an die Militärdiktatur verraten zu haben.
Für „Schnappatmung“ bei Kurien- und
Kirchenmitarbeitern führe seine offene und
unkonventionelle Vorgehensweise. „Er ist immer mittendrin“ bei den Menschen, so Deckers. „Das hat Prinzip“, weiß Hagenkord. Er
wolle Unruhe stiften. Er provoziere, um Antworten zu bekommen auf Fragen wie: Wo ist
Gott? Wo ist der Teufel? Wo ist das Gute? So
halte er es auch für eine falsche Sicht der Dinge, „der Papst müsse es machen“, so die beiden Papstkenner. Laut Deckers gehe dieser
Papst Probleme nicht an, indem er die Lösung
schon vorwegnehme. Er starte einen Prozess,
weil es notwendig sei. Er lasse zu, dass sich
das Ergebnis entwickeln kann. Beispielsweise habe er die Bischofssynode über Ehe und
Familie ins Leben gerufen, ohne die Schluss­
erklärung vorweg zu formulieren. „Bei ihm
steht sie wirklich am Schluss. Ein hohes Risiko, das er eingeht“, so Deckers über Papst
Siegbert Klein
Franziskus. 27. März 2015 | Ausgabe 13/15
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 45
BERICHT
Jesuit im Krankenstand
Vatikansprecher Lombardi fällt nach Hüft-OP aus
VATIKANSTADT. Er zählt zu den bekanntesten Gesichtern des Vatikan. Zwar rangiert Federico Lombardi als einfacher Pater des Jesuitenordens hierarchisch weit hinter den Kardinälen, Bischöfen und Prälaten der römischen
Kurie. Aber als Gesicht und Stimme des Vatikan ist er in der Öffentlichkeit omnipräsent. Für
vier Wochen muss der 72-Jährige nun die Regie-Etagen von vatikanischem Presseamt und
Radio Vatikan nach einer Hüft-OP gegen das
Krankenlager tauschen.
Informationen in vielen Sprachen
Seit fast 25 Jahren ist der aus dem norditalienischen Saluzzo bei Cuneo stammende
Lombardi in leitenden Medienfunktionen für
den Heiligen Stuhl tätig. Wie kaum ein anderer kennt er die vatikanische wie auch die internationale Medienszene. Er informiert ruhig
und sachlich, mit breiter theologischer Bildung
und Background über den Papst und den Heili-
Federico Lombardi, Pressesprecher des Heiligen Stuhls, im Konferenzraum von Radio Vatikan vor einem Gemälde mit
Darstellungen der Päpste seit Pius X.
(Foto:Boecker)
gen Stuhl. In vielen Sprachen steht er den Journalisten bei Auslandsreisen des Papstes geduldig
Rede und Antwort. Seit
seinen Studienjahren in
Sankt Georgen in Frankfurt ist er auch mit dem
deutschen Sprachraum
vertraut und leistet seinen Beitrag zu einer besseren Kommunikation.
Lombardi sieht sich
aber nicht als Sprecher
des Papstes. „Der Papst
braucht eigentlich keinen persönlichen Sprecher“, meint er immer
wieder – denn er äußere
sich selbst ausreichend
und klar. Die Aufgabe
des Presseamtes sei vielmehr, den akkreditierten
Journalisten die notwendigen Informationsquellen und die autorisierten Texte zur Verfügung
zu stellen, Pressekonferenzen zu organisieren und mitunter auch Missverständnisse zu klären.
Daran mangelte es dem
polyglotten Jesuiten, der
das Aussehen eines italienischen Intellektuellen
mit transalpiner Klarheit
und Präzision verbindet,
keineswegs.
46 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Seine Feuerprobe musste er im Herbst 2006
nach der sogenannten Regensburger Rede und
den erregten islamischen Reaktionen leisten. Es folgten später die Affären um den Holocaustleugner Richard Williamson und den
„Vatileaks“-Dieb Paolo Gabriele. Immer musste Lombardi die Folgen innervatikanischer
Kommunikationspannen nach außen zu glätten
versuchen. Mit dem weiterhin guten MedienImage von Papst Franziskus hat er es seit zwei
Jahren zwar leichter – aber auch hier sind zuletzt vermehrt Deutungshilfen und Verständnishinweise geboten.
Abends einer der Letzten
Seit Monaten hatte Lombardi nun schon
sichtbar Probleme beim Gehen. Die einigen
hundert Meter zwischen seiner Wohnung in der
Jesuitenkurie, der Radiozentrale an der Engelsburg und dem Presseamt direkt am Petersplatz
legte er bislang stets zu Fuß zurück. Die Operation in der Klinik Umberto I. sei perfekt verlaufen, hieß es im Vatikan. Mitarbeiter bezweifeln,
dass er sich tatsächlich vier Wochen aus der Arbeit ausklinken wird.
In der Vergangenheit war Lombardi höchst
selten krank und an seinen Dienststellen omnipräsent. Abends verlässt er meist als einer der
Letzten den Sitz von Radio Vatikan. Und da
Lombardi schon bisher seine Leitungsaufgaben
zum guten Teil telefonisch oder elektronisch erledigte, wird er seine Mitarbeiter sicher schon
bald wieder einspannen.
Johannes Schidelko
Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG
Spielen zwischen Gräbern
In Bergisch Gladbach gibt es eine Kita auf einem Friedhof
D
er dreijährige Leon kniet im nassen
Laub auf einem Waldweg. Er hat eine
Schlammhose und eine Regenjacke an.
In der rechten Hand hält er einen Stock und
spielt mit einem bunten Windrad, das in der
Erde steckt. Daneben steht ein runder Stein.
Darauf sind ein Name und Zahlen eingraviert: Geburts- und Todesdatum. Das Windrad gehört zu einem Grab auf Deutschlands
erstem privaten Friedhof in Bergisch Gladbach. Leon ist im neuen Waldkindergarten
Dombach, der das Friedhofsgelände mitbenutzt.
Das einzigartige Projekt startete im letzten Jahr: Der für Naturkindergärten typische
Bauwagen steht ganz bewusst im Wald des
Friedhofs – um die Kinder schon frühzeitig
mit den Themen Tod und Sterben zu konfrontieren. Zehn Mädchen und Jungen zwischen
drei und sechs Jahren verbringen ihren Tag
im Friedhofswald. Insgesamt soll es dort einmal 20 Plätze geben. Und die Warteliste ist
lang: „Wir haben schon jetzt Anmeldungen
für Kinder, die noch gar nicht geboren sind“,
berichtet Kindergartenleiter Richard Wetzka.
Kombination Friedhof – Kita
Die Idee für die Kombination von Friedhof und Kita geht auf den 2012 verstorbenen
Bestatter Fritz Roth zurück, einem Vorreiter
für einen offenen Umgang mit Tod und Trauer. Er gründete nicht nur den privaten Friedhof, sondern rief eine Familien-Stiftung ins
Leben, die sich um trauernde Kinder kümmert. Zudem will sie dabei helfen, dass Kinder den Tod als selbstverständlichen Teil des
Alltags verstehen.
David Roth hat das Vorhaben seines Vaters aufgegriffen. Als Geschäftsführer des
Bestattungshauses wandte er sich im Sommer 2013 das erste Mal mit dem Anliegen
an die Stadt Bergisch Gladbach. Dort stieß
er – auch wegen des Mangels an Kita-Plätzen – auf offene Ohren. Und alles ging sehr
schnell: „Die Arbeiterwohlfahrt Rhein-Oberberg ist sofort als Kooperationspartner eingestiegen und hat den Start des neuen Waldkindergartens noch einmal beschleunigt“, erklärt Roth.
Tod ist Teil des Lebens
„Liegt hier wirklich einer drunter?“, fragt
Jana. Doch schon rennt sie einem vorbeifah-
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
renden Traktor hinterher. Die Antwort muss
noch warten. „Die Kinder sollen den Gräbern und dem Tod nicht ständig ausgesetzt
werden“, erklärt Roth zum Konzept. „Aber
je früher sie begreifen, dass der Tod Teil des
Lebens ist, desto mehr gelingt es ihnen später, Sinn im Leben zu finden.“ Irgendwann
stellen die Kleinen Fragen, „dann stehen wir
bereit“.
Unbefangener Umgang
Roth erfährt immer wieder, dass „die Kinder mit dem Thema Tod viel unbefangener
umgehen als Erwachsene“. Auch deswegen
benimmt sich die Gruppe nicht so ruhig, wie
es sonst auf einem Friedhof üblich ist. „Aber
die können hier ja nichts kaputt machen“,
gibt sich Roth gelassen. „Kann ja keiner ins
Grab fallen“, ergänzt Wetzka trocken. Unterdessen ruft der vierjährige Timo: „Wir wollen zum Labyrinth.“
Roth lacht. „Die Kinder meinen das Grab
meines Vaters. Allerdings war mir bisher
nicht klar, dass das wie
ein Labyrinth wirkt.“
Die Urnenstätte ist einem
Kräutergarten
mit Wegen nachempfunden. Und warum
gerade dieser Ort bei
den Kindern so beliebt ist? „Hier kann
man so schön rumrennen“, antwortet Timo.
Die Kinder erleben
sich auf einem großen
Abenteuerspielplatz.
„Manchmal müssen
wir sie auch bremsen“,
erklärt Wetzka. Denn
am liebsten würden sie
auch noch dem Friedhofsgärtner beim Einpflanzen der Blumen
helfen.
im „Pfad der Sehnsucht“ deutlich. Der Weg
führt durch finstere Räume ins Helle und soll
die Phasen der Trauer darstellen. Aber er entspricht damit dem Satz „Der Tod ist keine
Tür ins Dunkle, sondern eine helle Tür ins
Licht.“ Die Atmosphäre ist für Erwachsene
durchaus bedrückend. Im ersten dunklen Teil
liegen große Felsbrocken. Man möchte hier
so schnell wie möglich wieder raus. Nicht so
Timo und die anderen Kinder. Er ist die Felsen bereits hochgeklettert. Der Einzige, der
heute Angst hat, ist David Roth: „Timo, gib
mir deine Hand, damit du nicht runterfällst.“
Aber der ist anderer Meinung: „Ach was, ich
bin doch schon vier“, und Roth eben ein Erwachsener.
Samuel Dekempe
Anmerkung der Redaktion: Alle Kindernamen wurden geändert.
Wege ins Licht
Wie locker die Kinder mit dem Friedhof
umgehen, wird auch
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 47
VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG
„My Way“ auf dem letzten irdischen Weg
Die Charts der unsterblichen Hits auf Beerdigungen
D
er Tod spielt keine Rolle. Wichtig für
die Hinterbliebenen ist allein „die Aussagekraft des Liedes und seine persönliche Bedeutung für den Verstorbenen“.
So fasst das Online-Portal Bestattungen.
de in einer Pressemeldung seine Zusammenstellung der beliebtesten Trauerhits im
Jahre 2014 auf deutschen Beerdigungen
zusammen. Neun Rock- und Popballaden
finden sich unter den Top Ten und – wie
schon im Vorjahr – ein einziges Kirchenlied: Franz Schuberts „Ave Maria“, das –
auch wie im Vorjahr – Rang 5 belegt.
Unsterblich ist „My Way“
Aber ansonsten ist Bewegung gekommen in die Charts: Das unsterbliche „My
Way“ des inzwischen seit 16 Jahren toten
Frank Sinatra liegt laut Angaben erstmals
auf dem ersten Platz. Im Vorjahr musste
sich „The Voice“ noch mit Platz sechs zufriedengeben. Auf Platz zwei schoss Elton
John empor mit dem 1997 zur Beerdigung
aber auch den Schmerz ausdrücken, den
wir in Zeiten der Trauer nicht in Worte fassen können“, erklärt Geschäftsführer Fabian Schaaf-Mehta. Das sei enorm wichtig
für die Trauerarbeit. Tabus gebe es nicht.
Erlaubt sei, was gefällt.
Auch neue Songs werden gewünscht
von Prinzessin Diana umgetexteten „Candle in the Wind“. Er war 2013 gar nicht in
den Top Ten vertreten gewesen. Auf Platz
drei kommt in diesem Jahr Whitney Houston mit „I Will Always Love You“, das
2013 zweiter und 2012 erster Sieger war.
Der Trend gehe seit Jahren auf Beerdigungen hin zu zeitgenössischer und individueller Musik, so die Experten von Bestattungen.de. Die Musik solle „die Gefühle,
48 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Gut gefallen hat Verstorbenen und Hinterbliebenen 2014 auch Bob Dylans paradiesische Ankündigung „Knockin‘ on Heavens Door“ (Platz 4), der textlich ebenso passende Vorjahressieger „Time to Say
Goodbye“ von Sarah Brightman (6), das
trotzige „My Heart Will Go On“ (7) von
Celine Dion, Newcomer John Legend mit
„All of Me“ (8) sowie „Only Time“ (9) der
irischen New-Age-Musikerin Enya sowie
Adele mit „Someone Like You“ (10).
Für die Erhebung waren laut Angaben
von Bestattungen.de Bestatter und Angehörige in ganz Deutschland befragt worKNA
den. Ausgabe 13/15 | 27. März 2015
VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG
Frühling auf dem Friedhof
Mit dem Lenz halten frische Farben Einzug in die Grabbepflanzung
A
mseln und Meisen zwitschern um die
Wette, überall grünt und blüht es in den
schönsten Farben: Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen verwandeln sich Friedhöfe in Orte voller Lebensfreude. Doch nicht
nur die Tier- und Pflanzenwelt weiß den parkähnlichen Charakter der kirchlichen oder
städtischen Anlagen zu schätzen. Sonntagsspaziergänger lenken ihre Schritte ebenso zu
den atmosphärischen Stätten liebevollen Gedenkens wie Angehörige, die sich mit dem
Friedhofsgärtner ihres Vertrauens über eine
neue Grabbepflanzung unterhalten möchten.
„Bei der Pflanzplanung vereinen die Profis gekonnt Neues mit Altbewährtem“, berichtet Birgit Ehlers-Ascherfeld, selbst Friedhofsgärtnerin in Langenhagen bei Hannover
und zudem Vorsitzende des Bundes deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau e.V. Längst hat sich herumgesprochen, dass sich die Möglichkeiten zur
Grabgestaltung nicht in Stiefmütterchen und
Begonien erschöpfen, und die Ansprüche
sind gestiegen. Gefragt sind frische und geschmackvolle Ideen, die den Grabbesuchern
gefallen, den Verstorbenen gerecht werden
und sich zudem harmonisch in die Umgebung einfügen. Eine Aufgabe, die engagierte Friedhofsgärtner mit viel Know-how und
Fingerspitzengefühl angehen – im Rahmen
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
Goldlack (Erysimum cheiri) blüht je nach Sorte bereits ab April in zarten bis kräftigen Farben. An einem sonnigen Platz und
bei regelmäßiger Pflege bringt er bis zum ersten Frost neue Blüten hervor.
einer Beratung oder als Serviceleistung im
Rahmen einer Jahres- oder Dauergrabpflege.
„Eine Trendpflanze für die Grabgestaltung
ist in diesem Jahr der Goldlack“, verrät Birgit Ehlers-Ascherfeld. „Diese robuste Staude gibt es in vielen attraktiven Farben, wobei die Blüten moderner Züchtungen zauberhafte Farbverläufe aufweisen.“ Der Goldlack
(Erysimum cheiri) verdankt seinen Namen
den einst vorwiegend goldgelben bis bronzefarbenen Blüten, doch mittlerweile reicht die
Farbpalette von fröhlichem Gelb und leuch-
tendem Rot bis hin zu romantischen Pastelltönen. Auf diese Weise verträgt sich Goldlack optisch sehr gut mit vielen Frühlingsklassikern, beispielsweise den ebenso variantenreichen Primeln und Hyazinthen. „Auch
Stiefmütterchen sind gute Partner, denn ihre
großen Blüten bilden einen schönen Kontrast
zu dem klein-, aber vielblütigen Goldlack“,
erklärt die Friedhofsgärtnerin. Zusammen
mit einer frisch geschnittenen Einfassung erstrahlen die Grabstätten somit schon bald in
neuem, frühlingshaftem Glanz.
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KLEINE KIRCHENZEITUNG
Lang, aber spannend
Am Sonntag hören wir die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu
F
ür Kinderohren ist das Evangelium, das
jetzt am Palmsonntag vorgelesen wird,
wahrscheinlich vor allem erst einmal
eins: lang! Sicherlich hilft es, dass es mit verteilten Rollen gelesen wird. Aber auch so fordert dieses Evangelium immer noch geduldiges
Zuhören.
Andererseits: Mit dem Palmsonntag beginnt die sogenannte „Heilige Woche“, der Höhepunkt des ganzen Kirchenjahres. In ihr liegen vor allem der Gründonnerstag als Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen
Jüngern, bevor er in einem Garten mit Olivenbäumen (er heißt „Getsemani“) verhaftet wird;
dann der Karfreitag als Tag der Erinnerung an
die Kreuzigung Jesu und sein Sterben sowie
schließlich die Osternacht. In einer besonders
ausführlichen und feierlichen Messe feiert die
Kirche die Auferweckung Jesu von den Toten.
Als Einstimmung in diese Woche wird am
Palmsonntag die vollständige Erzählung davon
vorgelesen, wie man den Tod Jesu plant, von
Abendmahl, Verhaftung, Prozess, Kreuzigung
und Tod Jesu und schließlich von seinem Begräbnis. In diesem Jahr hören wir diese sogenannte „Passionsgeschichte“ in den Worten des
Evangelisten Markus. Seine Besonderheit: In
die große Geschichte baut er immer wieder kleine Erzählungen ein, in denen es um einzelne,
manchmal scheinbar unbedeutende Menschen
am Rand geht. Das Zuhören könnte spannend
werden, wenn Du einmal versuchst, besonders
auf diese Teile im Evangelium zu achten.
Gleich am Anfang geht es um eine namenlose Frau, die ihr ganzes Vermögen für ein kostbares Öl ausgegeben hat, mit dem sie nun inmitten einer Versammlung von lauter Männern Jesus die Füße salbt. Damit macht Markus
deutlich: Während andere bereits daran denken, wie sie Jesus umbringen können, erweist
die Frau Jesus eine ganz besondere Ehre. Sie
ist fest überzeugt: Bei Jesus hat das letzte Wort
nicht der Tod, sondern das Leben. Für sie ist er
„Christus“, das heißt „der Gesalbte“, letztlich
der Sohn Gottes.
Die einen hauen ab,
die anderen helfen Jesus
Eine völlig andere Rolle spielt Petrus, einer
der Jünger Jesu. Er war der erste, den Jesus in
seine Nachfolge gerufen hatte. Im Markusevangelium hat er die Eigenart, immer etwas vorlaut
zu sein. So versichert er Jesus beim Abendmahl,
dass er ihn niemals als seinen Freund verlassen
werde. Doch Jesus sagt ihm voraus: „Noch ehe
der Hahn in dieser Nacht heute zweimal kräht,
wirst du mich dreimal verleugnen.“ Und genau
so kommt es: Derjenige, der Jesus am nächsten steht, behauptet dreimal, diesen Jesus nie
gekannt zu haben. Dann tut es ihm leid und er
weint. Am Beispiel des Petrus will Markus ermutigen, im Glauben an Jesus festzuhalten,
auch wenn es unangenehm wird und die anderen blöde Fragen stellen.
Noch zwei Personen sind besonders zu nennen. Es heißt, dass alle Jünger Jesus bei seiner
Verhaftung verlassen hätten. Dann aber weist
Markus auf einen einzelnen jungen Mann hin.
Seinen Namen verrät er uns nicht. Er haut nicht
nur ab, sondern flieht sogar nackt. Das war für
einen Juden der damaligen Zeit eigentlich undenkbar. Keiner durfte einen nackt sehen. Bei
diesem jungen Mann ist die Angst, mit Jesus
verhaftet zu werden, größer als alle Scham. Alles, was Jesus von Gott erzählt hat, gilt nichts
mehr. Auch ihn nennt Markus als ein schlechtes
Beispiel, wie man es nicht machen sollte.
Anders sieht es aus bei einem Mann, der zufälligerweise von der Arbeit vorbeikommt, als
Jesus sein schweres Kreuz tragen muss und darunter zusammenbricht. Man fordert ihn auf, Jesus das Kreuz abzunehmen und zu tragen. Er,
der zufällige Zuschauer, flieht nicht, sondern
hilft mit seinen Kräften. Er heißt Simon von
Zyrene.
Mit diesen Einzelpersonen stellt Markus die
Frage an jeden, der das Evangelium hört: Du,
wie hättest Du Dich verhalten?
Gunther Fleischer
Das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern zum Ausmalen.
(Bild: www.bibelbild.de)
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KLEINE KIRCHENZEITUNG
Besuch aus Frankreich
Schüler der Klassen 8c und 8d interviewen einen Priester aus Paris
Heute ist für manche Schüler der Marienschule Euskirchen kein normaler Schultag.
Denn wir erwarten den Besuch von Jacques
de Longeaux aus der französischen Hauptstadt
Paris. Der 55-Jährige ist katholischer Priester
und außerdem Theologieprofessor – also
Lehrer für Religion an einer Universität. Im
Interview sprechen wir mit ihm über seinen
Beruf und über die schlimmen Ereignisse,
die Anfang des Jahres in Paris stattgefunden haben. Von seiner offenen und
humorvollen Art sind wir begeistert und
würden ihn gerne wiedertreffen. Aber nun
lest selbst, was er uns zu berichten hat:
Warum sind Sie eigentlich Priester geworden?
De Longeaux: Eine wirklich sehr schwierige Frage! Sie ist genauso schwer zu beantworten wie die Frage, warum sich eine Frau
und ein Mann lieben. Schon seit meiner frühen Jugend spüre ich eine große Liebe zum
Evangelium – zur Botschaft von Jesus Christus. Und diese Liebe habe ich bis heute behalten.
Bereuen Sie es denn ab und zu, Priester
geworden zu sein?
De Longeaux: Nein, überhaupt nicht! Denn
ich habe dabei ja die schöne Aufgabe, den
Menschen die Botschaft Jesu – die ich so liebe – zu verkünden.
Wie alt waren Sie, als Sie Priester geworden sind?
De Longeaux: Ich bin mit 30 Jahren Priester
geworden. Das ist relativ spät, da ich vorher
einen anderen Beruf hatte – in der Erdölindustrie. Danach habe ich Theologie und Philosophie studiert und bin anschließend zum
Priester geweiht worden.
Haben Sie ein Vorbild?
De Longeaux: Ja, ich bewundere den polnischen Papst Johannes Paul II.!
Vermissen Sie etwas aus Ihrem früheren Leben?
De Longeaux: Im Leben muss man immer
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
Jacques de Longeaux.
(Foto: Klassen 8c & 8d)
Entscheidungen treffen. Und wenn man eine
bestimmte Entscheidung getroffen hat – wie
ich, Priester zu werden –, dann muss man
eben auf etwas anderes verzichten. Das darf
man nie vergessen!
um die veröffentlichte Meinung von „Charlie Hebdo“ geht. Diese Zeitschritt ist nämlich absolut gegen Religion – sie ist religionsfeindlich – und das lehne ich als katholischer Priester natürlich ab.
Im Januar gab es in Paris schlimme
Terroranschläge durch Islamisten – gewaltbereite Anhänger des Islam. Mitarbeiter
der Zeitschrift „Charlie Hebdo“ wurden dabei umgebracht. Außerdem sind Menschen
in einem Pariser Supermarkt getötet worden.
Was haben Sie von diesen Anschlägen mitbekommen?
Warum fanden die Anschläge ausgerechnet in Frankreich statt?
De Longeaux: Als die Anschläge passierten,
war ich in meiner Heimatstadt Paris. Ich habe
viele Polizisten und Blaulichter gesehen. Am
Ort des zweiten Anschlags, dem Supermarkt,
habe ich früher sogar manchmal eingekauft!
Die Terroranschläge haben viele Gefühle in
Frankreich geweckt: Angst, Trauer, Wut. Am
Wochenende danach gab es eine Demonstration gegen Terroranschläge, bei der ich eigentlich mitmachen wollte. Aber es waren so
viele Menschen in der Stadt, dass ich es nicht
geschafft habe, dorthin zu kommen.
Nach den Anschlägen haben Menschen
überall auf der Welt den Satz „Ich bin
Charlie“ (französisch: „Je sui Charlie“) gesagt oder geschrieben. Sie wollten damit zeigen, dass Sie sich mit den Mitarbeitern der
Zeitschrift „Charlie Hebdo“ verbunden fühlen. „Sind“ Sie auch Charlie?
De Longeaux: Ja, ich bin Charlie, wenn es
um die Opfer der Gewalt geht. Denn solche
Verbrechen sind durch nichts zu entschuldigen. Aber ich bin nicht Charlie, wenn es
De Longeaux: Zum einen, weil Frankreich
überall auf der Welt mithilft beim Kampf
gegen den Terror. Zum anderen gibt es in
Frankreich viele Menschen, die Religion
ablehnen. Sie sehen die Religion als etwas,
das den Menschen „belastet“ und „gefangen
hält“ – so auch die Zeitschrift „Charlie Hebdo“. Früher hat diese religionsfeindliche Bewegung fast nur das Christentum kritisiert,
heute mehr und mehr auch den Islam. Deshalb halte ich weitere Anschläge in Frankreich auch nicht für ausgeschlossen.
Was sind die Probleme des Islams beziehungsweise seiner Anhänger, der
Muslime, in Frankreich?
De Longeaux: Also, erst einmal sollte man
den Islam nicht allgemein mit Problemen
verbinden. Die meisten Muslime in Frankreich stellen überhaupt kein Problem dar. Es
gibt nur eine kleine Anzahl jüngerer Muslime, die sich aus der französischen Gesellschaft mehr und mehr ausgeschlossen fühlen,
weil sie zum Beispiel oft keine Arbeit finden.
Manche von ihnen meinen, Gewalt im Namen ihrer Religion sei in Ordnung, und sie
werden immer radikaler in ihren Ansichten.
Das alles soll aber keinen Menschen daran
hindern, nach Frankreich zu kommen. Denn
Frankreich ist ein wunderschönes Land!
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 51
FAMILIE
D
as erste ökumenische Kinderhospiz im
Erzbistum Köln ist eingeweiht und beherbergt ab diesem Wochenende acht Kinder
und ihre Familien. Im Wuppertaler Burgholz,
einem Landschaftsschutzgebiet, wurde in den
vergangenen Jahren ein ehemaliges städtisches Kinderheim auf Initiative der Caritas
vom Architekten Wolf-Dieter Gawehn-Harnisch zur modernsten Einrichtung seiner Art
umgebaut. Die Überlegung, das Haus ökumenisch zu führen, entstand bei Gesprächen
des Initiators, dem damaligen Caritasdirektor
Eckhard Arens, und dem damaligen Superintendenten Manfred Rekowski. Der kam am
vergangenen Samstag in seiner neuen Eigenschaft als Rheinischer Landespräses, um zusammen mit Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki das Haus einzuweihen.
In leuchtendem Grün sind die fünf Wohnhäuser des Bergischen Kinderhospizes im Wuppertaler Burgholz gehalten.
(Fotos: Pathe)
Ein Ort auch des Lebens
War der Initiator:
Eckhard Arens.
Ist die Schirmherrin:
Veronica Ferres.
Möglich geworden war der Umbau, weil
gut 20 000 Spenden in einer Gesamthöhe von
6 976 556 Euro eingegangen waren. Trägergesellschaft ist eine gemeinnützige GmbH
von Caritas und Diakonie. Als Schirmherrin konnte die bekannte Schauspielerin Veronica Ferres – sie ist Solingerin – gewonnen
werden. Das Haus hat zehn Plätze für Kinder und auch Jugendliche mit lebensbedrohlichen Krankheiten und ist entsprechend eingerichtet. Dabei wurde darauf geachtet, dass
alle notwendigen pflegerischen Maßnahmen
möglich sind, dass aber auch ein Ort geschaffen wurde, „wo Leben gestaltet werden kann,
solange das geht“, wie Kardinal Woelki bei
seiner Begrüßung formulierte. Er stand zu-
Erstes ökumenisches Kinderhospiz in Wuppertal eingeweiht
sammen mit dem Präses einem ökumenischen Gottesdienst zur Eröffnung vor. Mit
Blick auf Ostern sagte Rekowski in seiner
Predigt, der Tod werde auch in diesem Haus
nicht das letzte Wort haben.
Zur Betreuung der Kinder und Jugendlichen, aber auch ihrer Eltern und Geschwister arbeitet ein Team von 30 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern. In einem jetzt anstehenden
Gespräch mit dem Erzbischof wollen Stadtdechant Dr. Bruno Kurth und sein Stellvertreter, der leitende Krankenhausseelsorger Bernhard Uedelhoven, sicherstellen, dass auch ein
seelsorgerisches Angebot für das Kinderhospiz gemacht werden kann. Woelki zeigte sich
nach seinem Rundgang durch das Haus von
der warmen Atmosphäre sehr beeindruckt.
Bekamen zur Einweihung den „Hausschlüssel“ überreicht: Einrichtungsleiterin Merle Fels
(links) und ihre Vertreterin Kerstin Wülfing.
52 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Geleitet wird das Kinderhospiz von Merle Fels (32). Zusammen mit ihrer Stellvertreterin Kerstin Wülfing bildet sie das jüngste Leitungsteam in einem Hospiz. Fels ist gelernte
Kinderkrankenschwester und hat mehrjährige
Erfahrung in der Kinderhospizarbeit. Mit ihrer
Arbeit will sie aber auch für mehr Anerkennung
bei den Kostenträgern werben. Denn die Versorgungsleistung der Krankenkassen sei verbesserungsbedürftig. So müssen circa 1,5 Millionen Euro laufende Kosten im Jahr finanziert
werden. Davon, so hoffen die Verantwortlichen,
könne die Hälfte über Spenden aufgebracht
werden. Zur Einweihung des Hauses kamen
trotz schlechten Wetters gut 2000 Besucher aus
dem ganzen Bergischen Land. Helmut Pathe
➔➔ www.kinderhospiz-burgholz.de
Die Einrichtung wurde bis ins kleinste Detail sehr liebevoll ausgesucht. Im Haus gibt es
auch ein besonderes Musikzimmer und eine Sauna.
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LESERFORUM
Kirche sein – gerufen durch Gottes Wort
Gemeinschaft im Wort im Erzbistum Köln - Bibel-Teilen (Teil 5)
J
etzt frage ich Sie: „Was empfinden Sie,
wenn Sie die Situation Ihrer Pfarrei betrachten?“ „Was braucht Ihre Pfarrei dringend?“ „Haben Sie schon einmal von Kleinen
Christlichen Gemeinschaften gehört?“ „Was
stellen Sie sich denn darunter vor?“ „Wie können Sie sich am Wort Gottes orientieren und davon leiten lassen?“ „Würden Sie das Ansinnen
von Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki,
mit anderen Christen in (Ihren) Gruppen das
Evangelium zu befragen und den eigenen Glauben im Alltagsfeld zu sichtbar zu leben, aufgreifen?“ „Wären Sie bereit, diesen Weg zu gehen
und zu erlernen?“
Sie spüren vielleicht, es geht – trotz meiner
direkten Ansprache an Sie – nicht um meine
Fragen. Ich kann und will Sie nicht drängen zu
irgendeinem Engagement. Sie und ich und alle
Beteiligten (sic!) sind, sobald wir diese Fragen
an uns heranlassen, dabei, Kirche zu sein. Wir
sind Kirche. Wir werden Kirche. Das Zeichen
für das Heil, das Gott in die Welt gesandt hat
in und durch Jesus Christus. Sein Wort ruft uns
an, leitet uns.
Wenn wir die Bibel teilen und uns gemeinsam nach unserer Sendung fragen, werden wir
(Teil der) Kirche. Als Gemeinschaft im Wort
geht es aus meiner Erfahrung bei den Klei-
nen Christlichen Gemeinschaften nicht um das
„Gruppen gründen“, sondern um das Kirchenwachstum. Zunächst und allererst in und bei mir
selbst. Zunächst und allererst in und bei Ihnen.
Neben Angeboten zur Einübung in das Bibelund Dienste-Teilen erhalten Sie Gelegenheit im
sogenannten „Kleinen Kirchenkurs“ genau diese Kirche neu zu sehen, zu verstehen, zu werden und zu bleiben. Ja, Sie können dann andere
ebenso auf diesen Weg hinführen, mitnehmen
und begleiten. Entsprechend den partizipativen
Grundprinzipien der Kleinen Christlichen Gemeinschaften können Sie diesen Kurs mit mir
gemeinsam (falls Sie noch drei Teamer mitbringen) vorbereiten und durchführen.
Sie merken, ich will Sie verlocken anzufangen (vielleicht auch umzukehren), um neu aufzubrechen. Gemeinsam wie die Jünger Jesu –
und unzählige Nachfolgende – angerührt vom
Wort, von einer Gotteserfahrung, von Zweifeln,
Leere, Suchen, Sinnlosigkeiten, Irritationen,
Sehnsüchten und Hoffnungen, im Heute einen
Glaubensort zu finden und zu gestalten, der Ihnen entspricht.
Wagen Sie mit anderen Mitmenschen,
im positiven Blick auf Ihre „Nachbarn“ und
„Nächsten“, den Dialog. Träumen Sie gemeinsam, teilen Sie Ihre Visionen, erproben und ex-
perimentieren Sie „Jüngerschaft“ und die „Option für die Armen“. Fragen Sie immer wieder
bei Gott nach, um in seinem Wort, in der Stille,
im heiligen Mahl, gemeinschaftlich seine Nähe
zu erfahren. Sprechen Sie davon und verändern
Sie mit denen, die um Sie herum sind, den Weg,
die Zugänge, die „Methoden“, um ihre (eventuell) entwurzelte christliche Existenz neu verortet zu realisieren.
Leben wir anders! Christuszentriert. Biblisch geleitet. Von Traditionen und Texten unserer Kirche geführt. Gemeinschaftlich in Glaubensversammlungen, die sich verbindend und
teilend konkret als Kirchenformat erweisen. So
breche ich auf vom Individuum (dem Ungeteilten Einzigen) zum teilenden einzigartigen – zur
Josef Schäfer
Einheit gerufen Menschen! Josef Schäfers ist Ansprechpartner des Nationalteams
„Kleiner Christlicher Gemeinschaften“ (KCG). Als Regio­
nalreferent in der Gemeinde­pastoral des Stadtdekanats
Köln ist er unter Stadtdekanat Köln / National­team
„KCG“, Kardinal-Frings-Straße 12, 50668 Köln, Telefon
(02 21) 16 00 34 44, Mobil (01 72) 21 43 86 2, E-Mail
[email protected] erreichbar.
Kennen Sie ... Heinz-Josef Nüchel?
Die Joseph Slipyi-Medaille hat Heinz-Josef Nüchel für
seine Verdienste um die Ukraine bekommen. (Foto: CG)
H
einz-Josef Nüchel erinnert sich noch an
den schrecklichsten Tag Eitorfs. Am 70.
Jahrestag des verheerenden Bombenangriffs am 17. März 1945 erinnerte er sich an die
Angriffe, die ohne Sirenenwarnung erfolgten,
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
das Donnern des herannahenden Fliegerverbands, das Zischen und Pfeifen während der
furchtbaren Detonation. „Ich konnte plötzlich den Turm auf dem Marktplatz nicht mehr
sehen. Nachdem das schreckliche Kriegsgeschehen vorbei war, mussten wir Buben beim
Schutt aufräumen helfen. Im damaligen Turm
war die von den Nazis beschlagnahmte Borromäus-Bibliothek eingelagert worden. Wir
retteten und säuberten die Bücher, zum ersten
Mal konnte ich einen Karl May lesen.“
Der 82-jährige ist Eitorfer Ehrenbürgermeister und langjähriger Weltpräsident von
Unum Omnes, der internationalen Vereinigung katholischer Männer. Schon vor dem
Bombenangriff hatte er sich als Messdiener
in der Kirche engagiert; später war er Mitbegründer der Pfarrjugend und wurde Dekanatsjugendführer. „Meine große Liebe galt
der katholischen Jugendarbeit“, sagt Nüchel
rückblickend. Die zweite große Liebe, seine
Frau Resi, lernte er 1954 beim BDKJ-Bundesfest in Dortmund kennen. 1960 gab Nüchel sogar für seine „erste Liebe“ den Beruf
als Finanzbeamter auf und wurde auf Bitten
von Kardinal Frings hauptamtlicher Diöze-
san-Jugendführer. Drei Jahre später war er bereits Bundes-, fünf Jahre später Weltvorsitzender der katholischen Jugend. Er baute den internationalen Jugendaustausch auf; besonders
der Austausch und die Aussöhnung mit Israel lagen ihm sehr am Herzen. Parallel dazu
engagierte er sich in der Politik, trat früh in
die CDU ein, war Mitglied im Kreis- und im
Landtag und 15 Jahre lang Bürgermeister seiner Heimatgemeinde.
Über die Jugendarbeit kam Nüchel zur katholischen Männerarbeit und wurde 1990 zum
Weltpräsidenten von Unum Omnes gewählt.
In diesem Amt blieb er 19 Jahre, gab weltweit
den Anstoß zu vielfältigen Projekten, sammelte – auch persönlich – Spenden für humanitäre Hilfsprojekte und setzte sich mit Leidenschaft für Osteuropa ein, insbesondere für
die Ukraine. Im November vergangenen Jahres wurde Nüchel mit der Joseph Slipyi-Medaille für seine Verdienste um die Ukraine
ausgezeichnet. Auf die Frage eines Schülers,
was für ihn rückblickend die schönste Erfahrung gewesen sei, antwortete Nüchel ohne zu
zögern: „Die Begegnung mit Menschen, die
CG
bereit sind, sich zu engagieren.“ www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 53
RÄTSEL
Zeitgenössische Kunst – zum Genießen und Kaufen
F
ünf Tage Kunst in Köln. Das ist, so mögen
Sie denken, angesichts der Fülle erstklassiger Kunstmuseen in der Domstadt nichts Ungewöhnliches. Aber zur Zeit der ART COLOGNE
– von der Vernissage am Mittwoch,15. April, bis
zum Ende am Sonntag, 19. April –, erhöht sich
die „Kunst-Präsenz“ nochmals. Denn die ART
COLOGNE ist die weltweit älteste noch bestehende Messe für die bildenden Künste des 20.
und 21. Jahrhunderts. Rund 200 internationale
Galerien präsentieren auf dieser jährlich stattfindenden Ausstellung ihre Kunstwerke, darunter Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Drucke,
Installationen und Videokunstwerke.
Rund um die Kunstmesse in der Kölner Messe gibt es zahlreiche Neuerungen. Die jüngs-
Internationale Galerien erwarten den Besucher der ART
COLOGNE vom 15. bis 19. April. (Foto: Raspels)
54 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
te Ausgabe findet auf drei Ebenen in der Halle
11 statt. Dadurch wird das Profil der Messe mit
seinen Segmenten Klassische Moderne, Nachkriegskunst und zeitgenössische Kunst noch
einmal geschärft. Kurze Laufwege und eine einfache Wegführung erhöhen die Aufenthaltsqualität. Man kann Führungen buchen und es gibt
Partnerschaften mit umliegenden Museen.
Leser der Kirchenzeitung können fünf mal
zwei Eintrittskarten gewinnen. Schicken Sie
das Lösungswort des Kreuzworträtsels zusammen mit Ihrer Adresse bis zum 1. April an die
Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln, Ursulaplatz 1, 50668 Köln oder per E-Mail an redaktion@ kirchenzeitung-koeln.de.
➔➔ www.artcologne.de
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Bunte seite
„Warum ist es so wichtig, dass wir lesen lernen?“, will die neue Deutschlehrerin wissen.
Lea weiß es: „Damit wir uns beschäftigen
können, wenn einmal der Fernseher streikt!“
„Warum kommst du erst jetzt?“, schnauzt
der Lehrer den Schüler an. „Weil Sie gestern
gesagt haben, ich solle meine Schularbeiten
gefälligst zu Hause machen.“
Der Angestellte erscheint eine Stunde zu spät
im Büro, ist mit Pflastern übersät und entschuldigt sich beim Chef: „Ich bin aus dem
Fenster im dritten Stock gefallen!“ Schimpft
der: „Und das soll eine volle Stunde gedauert haben?“
Die Gäste beim Verlassen des Lokals zum
Wirt: „Schade, dass wir nicht schon früher hier
waren.“ Fragt der: „Hat es Ihnen so gut ge-
27. März 2015 | Ausgabe 13/15
„Ich hab‘ mir gedacht, die Jagdhornbläser könnten wir uns eigentlich sparen!?“
(Cartoon: Jakoby)
schmeckt?“ Die Gäste: „Das nicht, aber dann
wäre der Fisch vielleicht noch frisch gewesen.“
wortet die: „Nein, weiß ich nicht. Wieso?“ „Ich
habe mir gerade auf die Lippe gebissen...“
In der Wüste fragt eine Schlange die andere:
„Weißt du zufällig, ob wir giftig sind?“ Ant-
Frage an einen Taschendieb: „Wie geht‘s?“
Antwortet der: „Na ja, wie man‘s nimmt.“
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 55
BERICHT
Pragmatisch, schnell und gut
Koptische Christen sollen die Bunkerkirche in Düsseldorf-Heerdt nutzen können
D
a behaupte nochmal einer, die Mühlen
von Kirche und Politik mahlten langsam: Ein Beispiel in der Landeshauptstadt beweist das Gegenteil. Innerhalb von
nur wenigen Tagen reiften aus einer mutigen
Idee konkrete Pläne, der Düsseldorfer koptisch-orthodoxen Gemeinde die „Bunkerkirche“ St. Sakrament im linksrheinischen
Heerdt für ihre weitgefächerten Aktivitäten
zu öffnen.
Die Kopten in der Landeshauptstadt bilden
die größte koptische Gemeinde in NordrheinWestfalen. Gerade durch den hohen Flüchtlingszustrom aus Irak, Syrien, Ägypten und Libyen sowie die vielfältigen Unterstützungsangebote für Hilfe suchende Glaubensgeschwister aus dem ganzen Land platzen die bisherigen
Räumlichkeiten in Gerresheim auf der anderen
Seite der Stadt aus allen Nähten. Für die Begegnung der Angehörigen von bis zu 2000 Familien
vor allem an Wochenenden reicht der Platz einfach nicht mehr. Was tun? Die „Bunkerkirche“
wird von der Gemeinde St. Antonius und Benediktus für nur noch wenige Gottesdienste genutzt. „Unsere Gemeinde überaltert, in einigen
Jahren werden wir hier am ‚Handweiser‘ nur
noch eine Handvoll Katholiken sein“, wissen
Peter Bauer und Dieter Lepiorz, die sich dennoch für den Erhalt des besonderen Mahnmals
einsetzen. „Immerhin war und ist der ‚Bunker‘
unsere kirchliche Heimat.“ Peter Bauer engagiert sich schon seit Jugendzeiten in der Gemeinde, Dieter Lepiorz ist „zugezogen“, bringt
sich aber unter anderem in der 2007 gegründeten „Initiative Friedensort Bunkerkirche“, in
deren Rahmen regelmäßig Ausstellungen, Vorträge, Kunstaktionen und Lesungen stattfinden,
seit vielen Jahren ein.
Wo Menschen gemeinsam guten Willens
sind, entstehen oft pragmatische, schnelle und
gute Lösungen: Die Düsseldorfer SPD-Landtagsabgeordnete Marion Warden machte sich
in Gerresheim ein persönliches Bild von der
drangvollen Enge und brachte auch ihren Parteifreund, den NRW-Innenminister Ralf Jäger, in das bisherige koptische Gemeindezentrum am Pöhlenweg. Die Kopten selbst suchten
und fanden ein Gespräch mit dem Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki, der ihnen seine Unterstützung zusagte. Marion Warden wohnt im linksrheinischen Düsseldorf,
dem Haupt-Wirkungsbereich von Pfarrer Michael Dederichs. Zu dessen Gemeinde St. Antonius und Benediktus gehört die „Bunkerkirche“, während seine vielfältigen Kontakte als
Beim Ortstermin an der Bunkerkirche (von links nach rechts): Michael Hänsch (Katholischer Gemeindeverband),
Bürgermeister Friedrich G. Conzen, Dr. Christian Gerges (koptisch-orthodoxe Gemeinde), Peter Bauer (Ortsgemeinde
St. Sakrament), Pfarrer Michael Dederichs, Ratsherr Giuseppe Saitta und Dieter Lepiorz (Ortsgemeinde St. Sakrament/
Initiative Friedensort Bunkerkirche).
(Foto: Morschheuser)
Dechant des Dekanats Düsseldorf-Mitte/Heerdt
auch auf die andere Rheinseite Richtung Rathaus und Landtag reichen.
Ein Termin für eine Ortsbesichtigung war
schnell gefunden, und schon nahmen Dr. Christian Gerges, Sprecher und stellvertretender Vorsitzender der koptischen Gemeinde, zusammen
mit Bürgermeister Friedrich G. Conzen, Ratsherr Giuseppe Saitta (beide CDU), Pfarrer Dederichs und dem katholischen Gemeindeverbands-Geschäftsführer Michael Hänsch den
„Bunker“ genauer unter die Lupe.
Stabilste Kirche der Welt
1941 auf einem von den Nationalsozialisten widerrechtlich beschlagnahmten KirchenGrundstück errichtet, bot das Beton-Bollwerk
vielen Düsseldorfer Familien Schutz in den
späteren Kriegsjahren. Der 1947 neu eingeführte Pfarrer Dr. Carl Klinkhammer hatte die Idee,
seiner schon 1926 gegründeten Gemeinde nach
Jahren in Notbehelfen endlich ein „richtiges“
Gotteshaus zu bauen – und was für eines: In einer beispielhaften Gemeinschaftsleistung schufen der frühere „Ruhrkaplan“ und viele freiwillige Helfer aus der Pfarre in nur zwei Jahren
die „stabilste Kirche der Welt“. Bis 1991 leite-
56 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
te Monsignore Klinkhammer die Gemeinde St.
Sakrament und wohnte auch bis zu seinem Tod
1997 in einer an den Gottesdienstraum angrenzenden Wohnung innerhalb des Bunkers. „Er
hat sich immer für Schwächere eingesetzt, außerdem lag ihm die Ökumene am Herzen“, erinnern sich die Gemeindemitglieder Peter Bauer und Dieter Lepiorz. „Dass die Bunkerkirche
jetzt wieder von Krieg und Verfolgung bedrohten Menschen Schutz und Heimat bieten soll,
hätte ihm sehr gut gefallen.“
Zurzeit wird überlegt, wie die koptische Gemeinde das bisher im wahrsten Sinne des Wortes unflexible Raumkonzept für ihre vielfältigen
Aufgaben und Gruppen nutzen könnte. „Das
wäre auf jeden Fall eine sehr gute Entwicklungschance für unsere Gemeinde“, freut sich
Dr. Christian Gerges. „Eventuell muss man angesichts der vielen verschiedenen Aufgaben
und Gruppen der Gemeinde auch über Anbauten oder zusätzliche Gebäudeeinheiten nachdenken“, wissen die Gesprächspartner. Der
Weg durch die kirchlichen und politischen Instanzen wird dem Projekt trotz allen bisherigen Zuspruchs nicht erspart bleiben. „Doch der
Anfang ist gemacht, und wir möchten unseren
koptischen Mitchristen auf jeden Fall schon die
Feier des Osterfestes im ‚Bunker‘ ermöglichen
– auf Probe sozusagen“, so Pfarrer Michael DeRonald Morschheuser
derichs. Ausgabe 13/15 | 27. März 2015