Hat Oswald Spengler recht? Dem säkularen Wind

18/15
1. Mai
1,85 Euro
Hat Oswald
Spengler recht?
Kommentar
S. 2
Dem säkularen
Wind die Stirn
bieten
Die Kirche in Litauen
hat ihren Platz gefunden
S. 4
www.kirchenzeitung-koeln.de
INHALT / MEINUNG
IN DIESER WOCHE
vom 1. 5. bis 7. 5. 2015
„Ich hab jetzt richtig Lust loszulegen!“
Frühjahrstagung der kfdDekanatsleiterinnen zur
Mitgliederwerbung
Seite 9
Kolping-Versammlung������������������������������������ Seite 7
Kölsche Jungs������������������������������������������������� Seite 8
„Maria, dich lieben, ...“ ���������������������������������� Seite 15
Impressum������������������������������������������������������� Seite 17
Regionale Beiträge������������������������������������������ Seite 33
Sprechen Sie Kirchisch?��������������������������������� Seite 53
Wasser marsch!
Kinder der Liebfrauenschule
in Ratingen besuchten die
Hauptfeuerwehrwache
Seite 51
Titelbild: Seit dem 17. Jahrhundert
wird der Mai als Marienmonat gefeiert.
An vielen Orten finden in den vier
Wochen des Frühlingsmonats besondere
Andachten zu Ehren der Gottesmutter
statt. In den meisten Kirchen werden in
dieser Zeit die Marienaltäre besonders
schön mit Blumen geschmückt. Unser
Titelbild entstand in der Kölner Basilika
St. Maria im Kapitol. (Foto: Boecker)
2 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Karikatur: Plaßmann)
Hat Oswald Spengler recht?
Diesen Namen habe ich zum ersten
Mal von einer Kanzel gehört, als in den
1930er-Jahren bei einer der damals üblichen Volksmissionen ein Pater aus Spenglers Buch „Der Untergang des Abendlandes“ zitierte und beschrieb, dass Europa
von Afrika aus überfallen und besetzt werde, weil die Menschen dort in ihrer Not
nicht einmal mehr Holz für ihre Herdfeuer haben würden. Der Mann auf der Kanzel sah damals das Heil für den schwarzen Kontinent in einer verstärkten Missionierung.
War Oswald Spengler ein Prophet und
Visionär? Sein Werk „Der Untergang des
Abendlandes“ erschien in zwei Bänden
zwischen 1918 und 1922. Spengler war
Geschichtsphilosoph und glaubte in seinem Weltbild, dass in der Menschheitsgeschichte bereits sieben hohe Kulturen untergegangen seien und nun sei das christliche Abendland an der Reihe. Er war ein
Gegner des Liberalismus und der Demokratie. Dass sich die Nationalsozialisten
seine Ideen zu eigen machten, war fast
folgerichtig. Sein Buch fand weite Verbreitung.
Warum taucht sein Name und der Buchtitel „ Untergang des Abendlandes“ zunehmend wieder auf? Sind es die afrikanischen Flüchtlinge, die Monat für Monat zu
Tausenden an Italiens Küsten das „Abendland“ betreten? Riskieren vielleicht noch
Millionen
diesen
lebensgefährlichen
Schritt?
Nein, Oswald Spengler war weder Prophet noch Hellseher. Sein offensichtlicher
Kampf gegen das Christentum war willkürlich, sachlich unrichtig und von Nietzsche beeinflusst. Er hoffte darauf, dass das
sogenannte christliche Abendland sich so
weit von seinen stabilen Werten entfernen
werde, dass es Herausforderungen nicht
mehr bewältigen könne und untergehe wie
einst das antike, dekadente Rom, wie Byzanz, die Ägypter und andere große Kulturen.
Gewiss sind die unbändigen Flüchtlingsströme aus Afrika eine Herausforderung für Europa. Explosionsartig kam es
zu diesem Drama. Warum gerade jetzt und
nicht früher? Oder in Zukunft noch heftiger? Ob Oswald Spengler in seiner durchaus geistreichen Geschichtskonstruktion
sich das so vorgestellt hat, sei dahingestellt. Es wird sich zeigen, ob Europa noch
soviel vom christlichen Menschenbild, das
den Kontinent und seine Kultur prägte, in
seinen Handlungsmaximen erkennen lässt,
um das Flüchtlingsproblem menschenwürdig zu lösen.
Wenn nicht – erst dann könnten Zeichen von einem möglichen Untergang des
Abendlandes ausgemacht werden. Noch
gibt es Hoffnung, dass es dieser Herausforderung gewachsen ist.
Erich Läufer
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
KIRCHE UND WELT
Leipziger Propsteikirche wird am Sonntag entweiht
LEIPZIG. Die Leipziger Propsteikirche Sankt
Trinitatis wird am Sonntag um 11 Uhr mit einem Gottesdienst offiziell entweiht. Mit der
sogenannten Profanierung verliert die Kirche
ihre Funktion als Ort für katholische Gottesdienste. Am 9. Mai findet die Einweihung der
neuen Propsteikirche im Stadtzentrum statt.
Es ist Ostdeutschlands größter Kirchenneubau seit der Wiedervereinigung.
Der Profanierungs-Ritus sieht vor, dass das
Allerheiligste, also die geweihten Hostien,
aus dem Tabernakel entfernt werden. Zudem
werden die Reliquien aus dem Altar entnommen. Was mit dem ehemaligen Gotteshaus geschieht, ist noch unklar. Die Propsteigemeinde ist in Verkaufsverhandlungen für Gebäude
und Grundstück. Ein Abriss des baulich maroden Gebäudes gilt als wahrscheinlich. KNA
Papst Franziskus reist 2017 nach Fatima
VATIKANSTADT. Papst Franziskus besucht
2017 den portugiesischen Marienwallfahrtsort Fatima. Das berichtete Radio Vatikan am
Sonntag unter Berufung auf den Ortsbischof
Antonio Marto. Der Papst habe ihm zugesagt, an den Hundertjahrfeiern der Marienerscheinungen in Fatima teilnehmen zu wollen,
so der Bischof. Franziskus habe ihm auch erlaubt, den Besuch schon jetzt anzukündigen.
Kurz nach seiner Wahl im März 2013 hatte
Franziskus sein Pontifikat unter den Schutz
der Madonna von Fatima gestellt.
In Fatima, 130 Kilometer nördlich von Lissabon, erschien die Muttergottes 1917 insgesamt sechs Mal drei jungen Hirten, das erste
Mal am 13. Mai. Jährlich pilgern Hunderttausende Menschen nach Fatima. Benedikt XVI.
war 2010 der dritte Papst, der den Marienwallfahrtsort besuchte. Paul VI. kam 1967 nach Fatima, Johannes Paul II. reiste 1982, 1991 und
2000 dorthin. Dass er am 13. Mai 1981 ein Attentat auf dem Petersplatz schwerverletzt überlebte, schrieb der polnische Papst dem Schutz
der Muttergottes von Fatima zu. KNA
Mann der Versöhnung
Polens Ex-Minister Bartoszewski ist tot
WARSCHAU/BERLIN. Polen trauert um seinen früheren Außenminister Wladyslaw Bartoszewski. Staatsoberhaupt Bronislaw Komorowski ließ die Fahne am Warschauer Präsidentenpalast auf halbmast setzen. Auch in
Deutschland würdigten Vertreter von Staat
und Kirche Bartoszewski als Wegbereiter der
deutsch-polnischen Versöhnung. Er war am
Wochenende im Alter von 93 Jahren in Warschau gestorben.
Komorowski nannte den Tod Bartoszewskis
einen „großen Verlust“. Dieser sei ein vorbildlicher Mensch gewesen, „der sein ganzes Leben in den Dienst für das Vaterland gestellt“
habe. Zudem würdigte der Präsident Bartoszewskis „große Rolle bei der polnisch-deutschen Versöhnung“.
Bundespräsident Joachim Gauck erklärte,
Bartoszewskis „Mut, seine moralische Unbestechlichkeit und politische Unabhängigkeit werden uns auch in Zukunft Inspiration
und Vorbild sein“. Der Politiker sei ein „großer Patriot, ein überzeugter Europäer und ein
unermüdlicher Brückenbauer zwischen den
Völkern“ gewesen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte Bartoszewski einen
„Mann der Weitsicht und des Muts“ und einen „unbeugsamen Streiter für Freiheit und
für Versöhnung“.
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15 Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erklärte:
„Mit dem Verstorbenen verlieren wir alle nicht
nur einen großen Baumeister und Zeugen der
Versöhnung, sondern die deutschen Bischöfe
auch einen wunderbaren, stets anregenden und
unterhaltsamen Gesprächspartner, dem wir
zahlreiche Anregungen für die Gestaltung unserer Beziehungen zu den östlichen Nachbarn
verdanken.“ In allen extremen Widrigkeiten
seines Lebens sei er seinem katholischen Glauben treu geblieben - „ein Mann des Glaubens,
der Hoffnung und der Liebe“, so Marx.
Der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, Alois Glück, bezeichnete Bartoszewski als „Pionier der Verständigung der Völker
und Wegbereiter der deutsch-polnischen Versöhnung“. Der Verstorbene bleibe ein „Vorbild
im Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Völkerverständigung“. Die ehemalige Präsidentin
des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, sagte, mit Bartoszewski verlören Polen, Deutschland und Europa einen „einzigartig mutigen und klugen Kämpfer für die
Freiheit und Menschlichkeit“.
Bartoszewski zählte in der Zeit der kommunistischen Diktatur zu den führenden Vertretern der „katholischen Intelligenz“ und des demokratischen Widerstands in Polen. KNA
AUS DER REDAKTION
Sprache ist enorm wichtig für die Verständigung zwischen Menschen. Diese
gelingt aber nur dann, wenn alle Beteiligten die selbe Sprache sprechen. Ist dies
nicht der Fall, redet man bestenfalls aneinander vorbei, versteht etwas falsch oder
„schaltet ab“.
Am Sonntag wurde das Evangelium
vom „guten Hirten“ gelesen und war Thema mancher Predigt. So auch in der Messe einer Gemeinde im Osten des Erzbistums. Dort hatte ein
junger Diakon die
Auslegung des Bibelwortes übernommen.
Nach einigen Sätzen
stockte er und beugte sich den vier anwesenden
Grundschulkindern zu und
fragte sie: „Wisst ihr
was ein Hirte ist?“
Kopfschütteln. „Wisst ihr, was ein Schaf
ist?“ Nicken. „Wo habt ihr ein Schaf gesehen?“ – „Im Zoo.“
Schritt für Schritt erklärte der Diakon
dann, was eine Herde und ein Hirte ist, sowie die Formulierung „ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich“. Er erklärte es mit der Liebe der Eltern zu ihren
Kindern. Diese würden sofort sehen, ob
es ihnen gut gehe oder ob sie Sorgen hätten, ohne dass man es ihnen sagen müsse. Kräftiges Kopfnicken der Kleinen.
Der Diakon war auf die Sprache der
Kinder eingegangen und auf ihre Lebenserfahrungen. Auch das meint Papst Franziskus, wenn er anmahnt, mit der Verkündigung an die Ränder zu gehen.
Eine schwer verständliche Sprache
bei den Fragen zur Vorbereitung der Bischofssynode zu Ehe und Familie bemängelte jetzt auch die Deutsche Bischofskonferenz in Richtung Rom. Deshalb sei
die Beteiligung hinter den Erwartungen
zurückgeblieben. Wer das Antwortschreiben der Bischöfe liest, ist aber dann leicht
irritiert. Einige Auszüge: „Allerdings werden in vielen Rückmeldungen die Formulierungen der Fragen beklagt, die durch
Verwendung theologischer Fachbegriffe, durch Redundanzen und lebensfremde Formulierungen gekennzeichnet sind.“
... „Die Pastoral in Deutschland kann auf
zahlreiche analytische Instrumente und
sozial- und humanwissenschaftliche Befunde zurückgreifen, die von demographischen Analysen über demoskopische Untersuchungen bis hin zu Evaluationsstudien reichen.“ Verstehen Sie das?
Siegbert Klein
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 3
Dem säkularen
Wind die Stirn
bieten
Litauens Kirche hat
ihren Platz in der
Gesellschaft gefunden
Viele Kirchen wurden in der
Sowjetzeit als Lager genutzt
und müssen auch 25 Jahre
später noch saniert werden.
IM BLICKPUNKT
Als am 11. März 1990 der neu gewählte Oberste Sowjet
Litauen für unabhängig erklärte, war es für das kleine
baltische Land noch ein steiniger Weg, bis es mit der NATOund EU-Mitgliedschaft wieder „zurück nach Europa“ fand. Mit
der Unabhängigkeitserklärung vor 25 Jahren begann nicht
nur ein schwieriger Übergang von der sowjetischen Diktatur
zum demokratischen und marktwirtschaftlichen System
des späteren „baltischen Tigers“ – sie brachte zugleich die
Rückkehr zur Religionsfreiheit. 25 Jahre später hat die katholische Kirche nun ihren Platz in der Gesellschaft gefunden.
Z
u Bruder Arnaud-Charbel kommen
auch die schwarzen Schafe. Zumindest, wenn er die Vierbeiner füttert.
Das Lachen des französischen Ordensmannes und seine freundliche
Art stecken an. Seine gewinnende Art
schätzen auch seine zweibeinigen Schäfchen.
Denn nicht die Tierzucht ist die Bestimmung
der Johannesgemeinschaft in Vilnius, sondern
die Familien- und Jugendpastoral.
Und die Schafe, die am Haus der Gemeinschaft leben, können dabei eine Art Zugang
sein: Wenn etwa Familien mit ihren Kindern
hierherkommen, dann sind selbst die schwarzen
Schafe mitten in der Großstadt eine kleine Attraktion für die Jungen und Mädchen. „Familien
mögen es, eine geistliche Gemeinschaft in der
Nähe zu haben, zu der sie kommen können“,
sagt der Ordensmann. Und weil in den vergangenen Jahren zahlreiche Neubauten in dem Vilniuser Stadtteil Antakalnis errichtet wurden, in
denen Familien und junge Paare wohnen, nehmen viele die Einladung der Johannesgemeinschaft wahr und kommen zu den Andachten.
Im Westen angekommen
Spartanisch, auf einfachen Parkbänken sitzen die Gläubigen dann in der alten Barockkirche, an deren Wänden noch die kyrillischen
Graffiti der sowjetischen Besatzer gekritzelt
sind. Das alte Trinitarier-Kloster, zu dem die
Kirche gehört, wurde wie Dutzende anderer
Gotteshäuser in Litauen vom Sowjetregime enteignet und als Lagerhalle umfunktioniert. Die
Kulisse ist der 24-jährigen Auguste aber nicht
wichtig. Sie war einst Protestantin, eine Besonderheit in dem größten baltischen Land, und
konvertierte vor fünf Jahren.
„Ich wollte mehr über Gott und den Glauben
erfahren“, sagt sie. Heute ist sie regelmäßig bei
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
Andachten, Gottesdiensten oder anderen Aktivitäten der vier Brüder der Vilniuser Johannesgemeinschaft dabei. Nach Litauen gekommen
sind die Ordensleute bereits Anfang der 1990erJahre. Damals sollten sie im wiedereröffneten
Priesterseminar in Vilnius bei der Ausbildung
der künftigen Priester mitwirken. Denn zu Sowjetzeiten war auch die Priesterausbildung eingeschränkt.
Am 11. März 1990 erklärte Litauen als erster
der drei baltischen Staaten seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Doch es sollte noch
bis zur Jahresmitte 1991 dauern, bis die meisten Länder – darunter die Sowjetunion – diese
Unabhängigkeit anerkannten und die südliche
Baltenrepublik auch ohne Moskau ihren Weg
gehen konnte. Dieser war in den vergangenen
25 Jahren immer wieder steinig und doch stetig
nach Westen orientiert.
Im Westen angekommen ist die Baltenrepublik mit 2,9 Millionen Einwohnern seit dem
Beitritt zur EU und zum transatlantischen Militärbündnis NATO 2004. Anfang 2015 dann
wurde der Litas als Währung abgelöst, seitdem
wird in Vilnius und anderswo im Land mit dem
Euro bezahlt. Auch religiös gesehen kommt
das Land immer mehr im Westen an, denn zunehmend weht auch an der Ostsee ein säkularer Wind: Fast 80 Prozent der Litauer bekennen
sich zwar zum katholischen Glauben, doch die
Kirchenbänke sind lange nicht mehr so voll wie
in den Jahren nach der Wiedererlangung der
Unabhängigkeit.
Tatsächlich sind die Kirchen an Sonntagen
noch gut besucht, doch im Vergleich zum Beginn der 1990er-Jahre lichten sich die Reihen
der Gottesdienstbesucher. Damals herrschte für
die Kirche eine Aufbruchsstimmung: Geschlossene Gotteshäuser wurden wieder eröffnet, Dutzende neu gebaut. Klöster und Priesterseminare
erhielten Zulauf, der aber mit der Zeit wieder
abflaute. Heute besucht nur noch jeder zweite Schüler den Religionsunterricht; die Schei-
Kümmert sich um alle seine Schafe – die vier- und
die zweibeinigen: Bruder Arnaud-Charbel von der
Johannesgemeinschaft in Vilnius hat sich auf Jugend- und
Familienpastoral eingestellt.
(Fotos: KNA)
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 5
IM BLICKPUNKT
dungsrate hat längst westeuropäische Werte erreicht.
Bis ins späte Mittelalter galten die Litauer
als „die letzten Heiden Europas“ und wurden
erst 1413 christianisiert. Dennoch war Litauen
seitdem ein katholisches Land. Deutlich wird
das bei einem Spaziergang durch die Hauptstadt Vilnius mit ihren zahlreichen Barockkirchen. Viele haben nach den Jahren der Zweckentfremdung in der Sowjetzeit Schaden genommen und sind noch immer sanierungsbedürftig,
andere wie die Kasimir-Kirche sind längst wieder im alten Glanz erstrahlt.
Lebendige Wallfahrtstradition
Der Volksglauben zeigt sich in der Wallfahrtstradition – etwa zur Madonna im Tor der
Morgenröte in Vilnius, dem Marienerscheinungsort Siluva bei Kaunas oder dem auch bei
Baltikum-Touristen beliebten Berg der Kreuze.
Der mystische Ort bei Siauliai war gerade in der
Sowjetzeit eine identitätsstiftende Stätte; mehrfach versuchte Moskau, die unzähligen Kruzifixe mit Bulldozern zu beseitigen. Er steht, wie
die Kirche und die litauische Nation selbst, für
den Widerstand gegen das sowjetische Regime.
Gerade aus dieser Geschichte heraus „besitzt
die Kirche eine große Integrität“, sagt Gintaras Grusas, Erzbischof von Vilnius. Und sein
Amtsbruder in der Erzdiözese Kaunas sagt,
„die Erfahrung der Verfolgung, der Haft, der
Deportationen und der Gefängnisse hatte sogar
einen positiven Einfluss auf den individuellen
Glauben“; Erzbischof Sigitas Tamkevicius wurde selbst als Jesuitenpater für mehrere Jahre in
einen Gulag deportiert.
25 Jahre nach der Unabhängigkeit heilen
jene historischen Wunden. Diesen Prozess wie
auch den Wiederaufbau der Kirche haben deut-
Steht für den Widerstand gegen das Sowjetregime: Der Berg der Kreuze ist eine Wallfahrtsstätte, die mittlerweile über die
Grenzen Litauens bekannt ist.
(Fotos: KNA, Pathe)
sche Katholiken über das Osteuropahilfswerk
„Renovabis“ mit unterstützt: vom Neubau von
Kirchenräumen über die Ausbildung von jungen Priestern bis hin zur Unterstützung von sozialen Projekten. Längst ist die Kirche mit der
Caritas und weiteren karitativen Einrichtungen
zu einem wichtigen sozialen Akteur in Litauen
geworden.
Ein Beispiel dafür ist die Versme-Schule in
Vilnius. Sie sei eine Lehranstalt „mit einem besonderen Geist“, sagt Direktorin Violeta Alisauskiene. „Je nach der Stufe ihres Könnens
machen alle Schüler das Gleiche“, erklärt die
Direktorin das Prinzip Inklusion. Kommt ein
Kind einmal doch nicht mit oder braucht besondere Handreichung, so unterstützen speziell
geschulte Hilfslehrer die Lehrkräfte im Unterricht. „Das ist einzigartig in Litauen“, schwärmt
die Direktorin.
Dem Nächsten helfen
Ziel vieler Pilger: die Madonna im Tor der Morgenröte in
Vilnius.
6 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Einzigartig ist auch die Zusammensetzung
der Schüler. Nicht nur Jungen und Mädchen
im Rollstuhl, sondern auch Kinder mit Lähmungen, Sinnes- und geistigen Behinderungen
werden hier unterrichtet. Das sei Herausforderung für Lehrer und Schüler zugleich, sagt die
in der Versme-Schule unterrichtende Assumptionistinnen-Schwester Danguole Gervyte. „Kinder können zwar verstehen, wenn etwa ein Mitschüler nicht laufen kann“, erklärt die Ordensfrau, aber es sei nicht immer leicht vermittelbar,
dass sich ein Kind anders verhält, da es autistisch ist.
Dabei ist es nur konsequent, dass die Einrichtung von Anfang an in einem christlichen
Geist gegründet wurde und nun als katholische
Privatschule betrieben wird. „Inklusion und
Christentum lassen sich nicht trennen“, sagt Direktorin Violeta Alisauskiene. Als Christ unterstütze man andere Menschen, und „katholisch
zu sein heißt bei uns nicht nur beten, sondern
dem Nächsten helfen.“ – Der Satz könnte stellvertretend für die Kirche in Litauen stehen.
Markus Nowak
Kirche in Litauen
Zur römisch-katholischen Kirche in Litauen bekennen sich 2,35 Millionen Einwohner, das sind 77,2 Prozent der Litauer.
125 200 Menschen sind orthodoxen Glaubens, die Protestanten sind mit 25 000
Gläubigen in der Diaspora. Die Kirche teilt
sich in das Erzbistum Vilnius, das Erzbistum Kaunas und weitere sieben Bistümer.
Neben der Pastoral widmet sich die Kirche zunehmend dem karitativen Bereich:
Neben Altenheimen, Suppenküchen und
Behindertenwerkstätten betreibt sie auch
ein Kinderdorf.
Das Erzbistum Köln hat die Kirche in Litauen beim Aufbau vielfältig unterstützt. In
der Jugendseelsorge besteht eine langjährige Partnerschaft. Bis heute herrscht
Austausch und es finden Treffen statt. So
nimmt traditionell auch eine Jugendgruppe aus Litauen am Altenberger Licht teil.
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
ERZBISTUM aktuell
Gesprächsthema Flüchtlingsarbeit
Der diesjährige „Gregor-Breuer-Preis“ ging an die Kolpingsfamilie St. Andreas/Wesseling. Diözesanvorsitzender Martin
Rose (zweiter von rechts) gratulierte.
Aktuell wie nie
Kolping-Diözesanversammlung am Grab des Gesellenvaters
KÖLN. „Unser Tun darf nicht losgelöst sein
von ihm, seinem Glauben, seiner Spiritualität. Das ist unverzichtbar für den Bestand
des Kolping-Werkes“, so der Ehrenpräses
von Kolping Deutschland, Monsignore Alois Schröder, bei der Diözesanversammlung
des Kölner Verbandes in der Minoritenkirche in Köln. Hier liegt der selige Gesellenvater begraben. Schröder sprach zu dem Thema „Adolph Kolping – Vorbild im Glauben“.
Dabei wurde den gut 200 Kolpingschwestern
und -brüdern sehr deutlich, wie aktuell das
Erbe des Gesellenvaters heute noch ist.
Kolpings Glaube sei einfach und damit transparent gewesen. Er habe an die Kraft des Gebetes geglaubt. Kolping habe bei all seinem Tun
den Menschen in den Mittelpunkt gestellt, den
Menschen, so wie jeder individuell geschaffen
sei. Und „Adolph Kolping hatte Mut“. Kolping
sei ausgestiegen aus einem vorgezeichneten Lebensweg um umzusteigen. Das solle auch heute
Mut machen, ungewohnte Wege zu gehen. Kolping habe seinen Glauben aber „in und durch
die Kirche gelebt“. Diese Kirche müsse sich
aber immer wieder erneuern, so der Ehrenpräses. Realitäten müssten benannt werden. Schröder forderte „Mischen wir uns ein. Unterstützen
wir den Papst und Kardinal Woelki. Stärken wir
ihnen den Rücken.“ Denn es gehe darum, das
Christentum ins wirkliche Leben zu tragen. Es
gehe um einen Glauben, der die Welt gestalte.
„Gehen wir in die Offensive.“
Zum zweiten Mal verlieh der Diözesanverband den Gregor-Breuer-Preis. Der Volksschullehrer Breuer hatte in
Elberfeld einen Gesellenverein gegründet und war
Kaplan Kolping zu seiner
Zeit in Wuppertal zum Vorbild geworden. Der Preis
wird an Kolpingsfamilien
für besonders gelungene
Bildungsarbeit verliehen.
Er ging in diesem Jahr an
die Kolpingsfamilie St. Andreas/Wesseling.
Verabschiedet
wurde
auf der Versammlung Sigrid Stapel. Sie war sechs
Jahre als Diözesansekretärin Motor für viele Kolpingaktivitäten gewesen.
Sie wechselte zum Internationalen Kolpingwerk.
Ihr Nachfolger auf DiözeMit einem Bannerzug von der Minoritenkirche zur Erzbischöflichen Ursulinenschule sanebene ist Dr. Markus
machte Kolping in der Kölner Innenstadt auf sich aufmerksam. (Fotos: PA) Breuer. PA
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
KÖLN. Um Herausforderungen für die
Migranten- und Flüchtlingsarbeit in Gemeinden geht es am Dienstag, 12. Mai,
ab 17 Uhr beim „Talk am Dom“ im Domforum. Ausgehend von der Integration von
Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg
diskutieren: Dr. Frank Johannes Hensel,
Diözesan-Caritasdirektor und Leiter der
„Aktion Neue Nachbarn“, Kara Huber,
Lehrerin im Ruhestand, Autorin und Zeitzeugin, Pater Frido Pflüger SJ, Leiter des
deutschen Jesuiten-Flüchtlingsdienstes
in Berlin, und Sonya Winterberg, Journalistin, Fotografin und Autorin. Veranstalter
sind das Katholische Bildungswerk Köln,
die Frauenpastoral im Erzbistum Köln, die
Familienbildungsstätte Bergisch Gladbach und das Domforum. PEK
Blick auf ländlichen Raum
KÖLN. Unter dem Motto „Anstoß für den
ländlichen Raum“ widmet sich das CaritasForum am 24. Juni im Sport & Olympia Museum der Frage „Wie gelingt es
uns, Potenziale im ländlichen Raum zu erkennen und zu fördern – und dabei vom
Fußball zu lernen?“. Gast ist Ex-Bundesligatrainer Erich Rutemöller, der über das
Stützpunkte-System des Deutschen Fußballbundes berichten wird. Nähere Informationen unter Telefon (02 21) 2 01 02 84.
Anmeldeschluss ist der 15. Mai.
KB
Forum Evangelisierung
KÖLN. Unter dem Motto „Zeit, dass sich
was dreht“ veranstaltete die Abteilung
Bildung und Dialog des Erzbistums Köln
ein „Forum Evangelisierung“ am Donnerstag, 7. Mai, 10 bis 18 Uhr in der Kölner
Flora. Auf einem Markt der Möglichkeiten
werden sich 35 Projekte, Initiativen und
Aktionen vorstellen, in vier inhaltlichen
Foren, betitelt „Raum des theologischen
Denkens“, „Raum spiritueller Durchdringung“, „Raum der Gestaltung von Veränderung“ und „Raum der Außenwahrnehmung“, soll diskutiert werden. „Wir wollen Raum schaffen, um Visionen zu entwickeln, in der Begegnung mit anderen
Mut machende Perspektiven zu gewinnen und gegenseitig Projekte und Ansätze gelingender Evangelisierung vorzustellen“, heißt es in der Einladung. Nähere Informationen gibt es unter Telefon (02 21)
16 42 14 22 oder im Internet.
KB
➔➔ www.forum-evangelisierung.de
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 7
ERZBISTUM aktuell
Kündigung für unwirksam erklärt
Dombaumeister erzielt Erfolg vor Arbeitsgericht
KÖLN. Der fristlos entlassene Kölner Dombaumeister Michael Hauck hat einen gerichtlichen Erfolg erzielt. Das Kölner Arbeitsgericht
entschied am Donnerstag, dass die Kündigung
des 54-Jährigen unwirksam sei und das Arbeitsverhältnis damit fortbestehe. Das seit Jahresbeginn nicht mehr überwiesene Monatsgehalt von
jeweils 7033 Euro sei nachzuzahlen.
Hauck begrüßte das Urteil und rief das Domkapitel zu Gesprächen auf. Er wolle den Dom
weiterhin betreuen. Das Domkapitel teilte mit,
sich zum Urteil derzeit nicht äußern zu wollen.
Es wolle erst die schriftliche Zustellung abwar-
ten und die darin mitgeteilten Entscheidungsgründe prüfen. Das Domkapitel wies überdies
darauf hin, dass Haucks Antrag abgewiesen
wurde, ihn bis zum rechtskräftigen Abschluss
des Verfahrens weiter zu beschäftigen.
Laut Richterin Andrea Wilmers lagen keine
Gründe für eine außerordentliche Kündigung
des auf Lebenszeit angelegten beamtenähnlichen Arbeitsverhältnisses vor. Hauck muss ein
Viertel, das Domkapitel drei Viertel der Gerichtskosten tragen. Die Einspruchsfrist für eine
Berufung läuft vier Wochen ab Zustellung des
Urteils.KNA
Ab Sommer Orgelspiel oder Chorleitung lernen
KÖLN. Im August starten zwei neue Kurse des
Erzbistums Köln, in denen man Orgelspiel beziehungsweise Chorleitung lernen kann. Im
Laufe eines Jahres erhalten die Teilnehmer 20
Einzelstunden Orgelunterricht (Klavierspiel ist
Voraussetzung) oder lernen in fünf Einzelstunden und 20 Hospitationen bei Chören Grundkenntnisse der Chorleitung. Zur Ausbildung
gehören außerdem ein Einführungsnachmittag
und ein Studienseminar (von Freitag- bis Samstagabend). Nähere Informationen gibt es unter
Telefon (02 21) 16 42 11 66 oder im Internet.
➔➔ www.kirchenmusik-im-erzbistum-koeln.de
Kölsche Jungs in der Rahner-Akademie
Kardinal Woelki und Pfarrer Meurer sprechen über das, was sie geprägt hat
KÖLN. „Wer Fußball oder Tischtennis spielen wollte, musste zur katholischen Jugend
gehen“, sagte Franz Meurer (63). Der Pfarrer von Köln-Vingst und -Höhenberg wuchs
in der Kölner Bruder-Klaus-Siedlung auf wie
auch Kardinal Rainer Maria Woelki, der fünf
Jahre jünger ist. In der Karl-Rahner-Akademie
sprachen die beiden nun über ihre Jugendjahre in dem Stadtteil, aus dem in den letzten 30
Jahren elf Kleriker hervorgingen. Obwohl sie
sich damals nicht getroffen haben, haben sie
doch ähnliche Erfahrungen gemacht.
Der damalige Pfarrer Karl Müller hatte die Siedlung angeregt, um Ausgebombten, Kriegsrückkehrern und Flüchtlingen
eine neue Heimat zu geben. Die Eltern legten Wert auf eine höhere Schulbildung, damit es ihren Kindern einmal besser gehen
würde. „Dafür schufteten sie“, so Meurer.
„Helfen konnten sie uns nicht auf dem Weg
zu Abitur und Studium.“ Das kleinbürgerliche und katholische Milieu sei nicht eng gewesen, darin waren sich Woelki und Meurer
einig. Beispielsweise seien Kinder wie Jugendliche freiwillig sonntags in die Christen-
Frage: „Sie haben mit
21 Jahren Abitur
gemacht. Sind Sie
zwei Mal sitzen
geblieben?“
8 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Kardinal Rainer Maria Woelki und Pfarrer Franz Meurer sind beide gebürtig aus der Kölner Bruder-Klaus-Siedlung auf der „Schäl
Sick“, der rechtsrheinischen Seite. Sie sprachen in der Karl-Rahner-Akademie darüber, was sie geprägt hat. (Fotos: Klein)
lehre gegangen. „Das was extrem spannend,
wenn der Kaplan seine Geschichten aus der
Mission in Mexiko erzählte“, erinnerte sich
Woelki. Und jeder hatte seinen festen Platz
in der Gemeinschaft. „Niemand wurde ausgeschlossen oder gemobbt“, so Woelki. „Eng
war es oft finanziell“, erinnerte sich Meurer. Er wisse noch genau, wie die Jugend
eine Lumpensammlung organisiert habe, um
Geld für ein Zelt für eine Jugendfahrt zu be-
„Ich bin ein Jahr
später eingeschult
worden, habe fünf
Jahre die Volksschule
besucht und die
Quarta wiederholt.“
kommen. So unkompliziert vorzugehen, vermisst Woelki heute. Damals habe man die
Not gesehen und gehandelt. „Warum denken
wir nicht einfach quer?“, fragte der Kardinal
in die Runde. Meurer unterstützte ihn: „Für
viele Probleme gibt es einfache Lösungen.“
Zu viele fragten nach Zuständigkeiten, als zu
sagen: „Ja, ich bin dabei.“
Woelki verweist in diesem Zusammenhang auf die Flüchtlingspolitik. Es werde
Geld für Unterkünfte zur Verfügung gestellt,
aber kaum für Deutschkurse. Dahinter vermutet er System, „damit sich die Menschen
bei uns nicht integrieren können“. Die zu
uns geflohenen Menschen würden nicht in
drei bis fünf Jahren Deutschland verlassen,
sondern wollten sich hier eine Existenz aufbauen und nicht der Gemeinschaft auf der
Tasche liegen. „Ich bin der festen Überzeugung, es gibt alleine in Köln mehrere Hundert pensionierte Pädagogen, die ehrenamtlich Deutschkurse anbieten könnten, beispielsweise in Pfarrsälen“, sagte Woelki und
ermunterte: „Einfach machen – außerhalb
festgefügter Strukturen.“ Siegbert Klein
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
ERZBISTUM aktuell
Gute Stimmung herrschte bei der Frühjahrstagung der kfd, bei der es um die Mitgliederkampagne „Frauen. Macht. Zukunft.“ ging.
(Foto: KB)
„Ich hab jetzt richtig Lust loszulegen!“
Frühjahrstagung der kfd-Dekanatsleiterinnen zur Mitgliederwerbung
BONN. „Interessante, kluge, mutige, kritische, kreative Frauen“. „Gemeinschaft,
Solidarität, Spiritualität, Mitgestaltung des
Gemeindelebens“. Zwei Antworten von vielen auf die Frage „Was ist mein Schatz in
der kfd?“ Diese haben sich Frauen aus den
Dekanatsleitungen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands im Erzbistum
Köln bei ihrer Frühjahrstagung im CJDHaus in Bonn gestellt. Und das nicht ohne
Grund – denn die Frauen wollen für ihren
Verband neue Mitglieder werben.
„Frauen. Macht. Zukunft.“ ist das Motto einer deutschlandweiten Mitgliederkampage der kfd, die von der „Agentur Steinrücke und ich“ aus Köln entwickelt wurde.
Deren Geschäftsführerin, Veronika Steinrücke, und Isolde Niehüser vom kfd-Bundesverband gaben als Referentinnen bei der Tagung Ratschläge, wie man Frauen für die
kfd gewinnen kann. Sich dessen zu vergewissern, was man selbst an seinem Verband
schätzt, dürfe dabei nur der erste Schritt
sein. „Denken Sie mit dem Kopf der Frauen, die Sie gewinnen wollen“, rieten die
Expertinnen immer wieder. „Dass wir viele gute Argumente haben, wissen wir – entscheidend ist das eine,
für diese Frau passende Argument. Seien Sie
klar, seien Sie konkret
und seien Sie selbstbewusst.“
Diözesanvorsitzende Lydia Wallraf-Klünter war nach der dreitägigen Veranstaltung
froh, „dass es gelungen
ist, die Dekanate mit ins
Kampagnenboot zu holen“, wie sie sagte. „Wir
konnten die Frauen begeistern und sie mit auf
den Weg nehmen.“ Nicht nur Nawal Obst
vom Stadtdekanat Bonn erklärte nach der
Tagung jedenfalls: „Ich hab jetzt richtig
KB
Lust loszulegen!“
INFO
Nächste Gelegenheit, sich über die Mitgliederkampagne zu informieren und Handwerkszeug für die Werbung anzueignen, sind die
Motivationstage am
• 9. Juni im Katholisch-Sozialen Institut in Bad Honnef
• 15. Juni im Maternushaus in Köln
• 16. Juni im Willi-Graf-Haus in Neuss
• 18. Juni im Pfarrheim Herz Jesu in Euskirchen
• 19. Juni im Maxhaus in Düsseldorf
• 12. September im Pfarrheim Dieringhausen in Gummersbach
Information und Anmeldung unter Telefon (02 21) 16 42 13 85 oder
per E-Mail an [email protected].
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 9
Hier wohnt der Frieden
Die Madonna von Richelsley bei Kalterherberg
E
s ist ein seltsamer, eindrucksvoller
Ort, der sich mitten im Wald aus dem
Nichts erhebt. 80 Meter lang und 12
Meter hoch ist der vor 400 Millionen
Jahren entstandene Felsen, der den Namen Richelsley trägt. Zwei Dinge haben
dieses eindrucksvolle Naturdenkmal in
der Nähe von Kalterherberg in der Eifel,
direkt an der Grenze zu Belgien, unweit
des Hohen Venns, weit über die Grenzen
der Region bekannt gemacht. Zum einen ist es das 4,50 hohe Kreuz auf dem
Felsen. 1890 ließ es der damalige Pfarrer von Kalterherberg auf eigene Kosten
zur Erinnerung an den Mönch Stephan
Horrichem, dem sogenannten Apostel
des Venns, errichten. Während des ersten
Weltkrieges diente es als Beobachtungsposten. Einige Jahre vor dem Weltkrieg
setzte Clara Viebig mit ihrem Roman
„Das Kreuz im Venn“ dem Kreuz und
der Richelsley ein literarisches Denkmal.
Die Mariengrotte auf der Rückseite
des Felsens ist ein Ort des Friedens, wie
es auf einer Tafel heißt. Frische Blumen
und brennende Kerzen zeugen davon,
dass dieser Ort nicht nur, aber besonders
im Marienmonat Mai, von vielen Betern
aufgesucht wird.
Man erreicht die Richelsley von Monschau kommend über die Eupener Straße
(L 214) bis Mützenich. Von dort geht
es über die Reichensteinerstraße (L 106)
Richtung Kalterherberg. Vom Wanderparkplatz an der Vennbahntrasse gibt es
Wegweiser in den Wald.
ROBERT BOECKER
Das „Kreuz im Venn“ steht hoch oben auf der Richelsley
SONNTAG
Fünfter Sonntag der Osterzeit
ERSTE LESUNG: In jenen Tagen, als Paulus
nach Jerusalem kam, versuchte er, sich den
Jüngern anzuschließen. Aber alle fürchteten
sich vor ihm und konnten nicht glauben, dass
er ein Jünger war.
Barnabas jedoch nahm sich seiner an und
brachte ihn zu den Aposteln. Er erzählte ihnen, wie Saulus auf dem Weg den Herrn gesehen habe und dass dieser mit ihm gesprochen habe und wie er in Damaskus mutig und
offen im Namen Jesu aufgetreten sei.
So ging er bei ihnen in Jerusalem ein und
aus, trat unerschrocken im Namen des Herrn
auf und führte auch Streitgespräche mit den
Hellenisten. Diese aber planten, ihn zu töten.
Als die Brüder das merkten, brachten sie ihn
nach Cäsarea hinab und schickten ihn von
dort nach Tarsus.
Die Kirche in ganz Judäa, Galiläa und Samarien hatte nun Frieden; sie wurde gefestigt
und lebte in der Furcht vor dem Herrn. Und
sie wuchs durch die Hilfe des Heiligen Geistes.
Apg 9,26-31
ZWEITE LESUNG: Meine Kinder, wir wollen
nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in
Tat und Wahrheit.
Daran werden wir erkennen, dass wir aus
der Wahrheit sind, und werden unser Herz in
seiner Gegenwart beruhigen.
Denn wenn das Herz uns auch verurteilt
– Gott ist größer als unser Herz, und er weiß
alles.
Liebe Brüder, wenn das Herz uns aber
nicht verurteilt, haben wir gegenüber Gott
Zuversicht; alles, was wir erbitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten
und tun, was ihm gefällt.
Und das ist sein Gebot: Wir sollen an den
Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie es seinem Gebot entspricht. Wer seine Gebote hält, bleibt
in Gott und Gott in ihm. Und dass er in uns
bleibt, erkennen wir an dem Geist, den er uns
gegeben hat.
1 Joh 3,18-24
EVANGELIUM: In jener Zeit sprach Jesus zu
seinen Jüngern:
Ich bin der wahre Weinstock, und mein
Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die
keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede
Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie
mehr Frucht bringt.
Ihr seid schon rein durch das Wort, das
ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann
bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn
sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr
keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir
bleibt.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der
bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir
könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir
bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und
er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie
ins Feuer, und sie verbrennen.
Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine
Worte in euch bleiben, dann bittet um alles,
was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.
Mein Vater wird dadurch verherrlicht,
dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.
Joh 15,1-8
Lesungen der Woche
Lesejahr B
Wochentagslesungen: Fünfte Osterwoche
Stundengebet: Erste Woche
Die reiche Frucht gedeiht durch die gute Rebe.
12 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Foto: Ras)
Sonntag, 5. Sonntag der Osterzeit: L 1: Apg
9,26-31; L 2: 1 Joh 3,18-24; Ev: Joh 15,1-8.
Montag, hl. Florian: L: Apg 14,5-18; Ev: Joh
14,21-26.
Dienstag, hl. Godehard: L: Apg 14,19-28; Ev:
Joh 14,27-31a.
Mittwoch: L: Apg 15,1-6; Ev: Joh 15,1-8.
Donnerstag: L: Apg 15,7-21; Ev: Joh 15,9-11.
Freitag: L: Apg 15,22-31; Ev: Joh 15,12-17.
Samstag: L: Apg 16,1-10; Ev: Joh 15,18-21.
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
SONNTAG
„Der Wein erfreut das Herz der Menschen“ lautet die Inschrift auf dieser alten Weinpresse im Kloster Eberbach/Rheingau. Der gut gekelterte Wein ist ein Sinnbild für die Lebensfülle und
den Reichtum, den Gott durch seine Schöpfung schenkt. (Fotos: Raspels, Boecker)
Kraft und Fülle kommen vom Weinstock
D
as Johannes-Evangelium kennt eine Vielzahl von sogenannten „Ich-bin-Worten“
Jesu. Ich bin das Brot des Lebens, ich
bin die Tür, ich bin der gute Hirt, ich bin der
Weg, die Wahrheit und das Leben – all diese
„Ich-bin-Worte“, die Jesus nach der Überlieferung des Evangelisten Johannes von sich
selber sagt, profilieren die Gestalt Jesu. Sie
lassen unterschiedliche Aspekte und Wesenszüge dessen erkennen, der von sich selbst gesagt hat, er sei der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.
Die Bildrede vom Weinstock findet sich
ganz in der Tradition dieser berühmten „Ichbin-Worte“. „Ich bin der wahre Weinstock,
und mein Vater ist der Winzer.“ So sagt Jesus im Evangelium des fünften Sonntags in
der Osterzeit.
In diesem Evangelium geht es nicht um
die Geschichte eines Weinstocks und eines
Weinberges. Vielmehr geht es um Jesu Verhältnis zu den Seinen. Die Rollenaufteilung
der Bilderzählung ist eindeutig: Gott ist der
Winzer. Er sorgt sich um den Weinstock, er
kümmert sich so, wie es im Laufe des Jahres
nötig ist: Im Winter werden die dürren Zweige abgeschnitten, im Frühjahr die nutzlos
wuchernden Triebe gestutzt. Gott, der Vater,
ist der Winzer, der mit großer Sorgfalt und
Aufmerksamkeit handelt.
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
Jesus Christus ist der Weinstock, an dem
und durch den Gott selbst handelt. Alle, die
mit Christus verbunden sind, haben Anteil
an der Sorge Gottes, des Vaters. Gott als der
gute Winzer vollbringt sein Werk durch Jesus Christus, den Weinstock. Durch ihn will
er Frucht bringen.
Der Weinstock soll Reben tragen. Mit den
Reben ist niemand anderes gemeint als die
Jünger Jesu. Sie werden in dieser Mahnrede aufgefordert, mit dem Weinstock verbunden zu bleiben. Nur wer mit dem Weinstock
in Verbindung bleibt und von dorther seine
Kraft empfängt, kann auch Frucht und kostbaren Wein hervorbringen.
Die Bildrede Jesu hat einen Höhepunkt:
„Bleibt in mir!“ Diese Aufforderung ist
nichts anderes als der Hinweis, dass Gott für
seine Jünger und für jeden Menschen Leben
und Fruchtbarkeit will. Gott will kein verdorrtes Leben, will kein Dasein, das nutzlos verbrennt. Vielmehr lädt er durch Jesus
Christus ein, Frucht zu bringen und aus der
Verbundenheit mit ihm zu etwas Kostbarem,
Köstlichem zu werden, was der Welt Geschmack gibt und ihr Freude, Frohsinn und
Leichtigkeit schenkt.
Nicht nur für den biblischen Menschen
ist das Bild vom Wein ein anziehendes und
berauschendes. Damals wie heute ist der gut
angebaute, gekelterte und ausgebaute Wein
ein Sinnbild für die Lebensfülle und den
Reichtum dessen, was Gott uns durch seine
Schöpfung schenkt. Das biblische Bild hat
vor diesem Hintergrund nichts von seiner
Aktualität verloren.
Die Anziehungskraft der prallen und süßen Beere, die Schönheit und Kostbarkeit der
Traubenfrucht, sind Sinnbild für das Leben,
das jeder geschenkt bekommt, der mit Jesus Christus in Verbindung bleibt. Jesus lädt
uns ein, sein Wort als Lebenssaft aufzusaugen und uns von ihm durchströmen zu lassen. Mit Christus, dem Weinstock, in Verbindung zu bleiben, bedeutet nichts anderes, als
an seinen Worten festzuhalten und dadurch
zur eigenen Freude und zur Verherrlichung
Gottes des Vaters reiche, kostbare Frucht zu
Dominik Meiering
bringen. Unser Autor, Dr. Dominik
Meiering, ist Domkapitular an der Hohen Domkirche
und Generalvikar des
Erzbischofs von Köln.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 13
ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Gott aller Lebenden, gib,
dass wir uns dir in Stille und Liebe überlassen.
Du rührst an unser Innerstes und willst,
dass wir im Licht der Hoffnung leben können.
WORT DES BISCHOFS
E
s gibt in und um
Köln herum viele
schöne Parks und
Gärten. Der Garten, in
dem ich mich gerade
befinde, ist ein ganz
besonderer. Hier im „Garten der Religionen“ geht es um gegenseitige
Wertschätzung und um den Dialog. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
von „in via“, unserem katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit, wissen, wie wichtig dieser Garten für ihre tägliche Arbeit ist. Immer wieder begegnen sie in ihrer alltäglichen Arbeit Menschen unterschiedlicher religiöser und kultureller Herkunft. Da prallen
dann oft Welten aufeinander. Wer aber im Gespräch und im Dialog ist,
der versteht sein Gegenüber und der sieht, trotz aller Unterschiede die
da sind, das Gemeinsame.
Auch wir als Katholische Kirche mussten uns in den vergangenen
Jahrzehnten ganz neu auf den Weg machen. Oft gab es in unserer langen Geschichte Auseinandersetzungen – ja sogar Kriege um den rechten und richtigen Glauben. Vor genau 50 Jahren wurde in Rom dann
aber nicht nur eine Erklärung über das Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen unterzeichnet, nein, wir haben uns als Christen ganz
neu auf den Weg gemacht, um auch im Dialog und im Gespräch zu erkennen, dass wir alle Töchter und Söhne unseres einen gemeinsamen
himmlischen Vaters sind. Wir alle sind, völlig unabhängig von unserer
Herkunft, von unserer Rasse und unserer Hautfarbe oder von unserer
Religion, einander Schwestern und Brüder. Wir sind gemeinsam hier
auf Erden unterwegs, und wir sind füreinander verantwortlich. Deshalb
dürfen wir auch einander niemals ausschließen und erst recht nicht einander diskriminieren. Viel zu oft haben in der Geschichte der Mensch-
Im Garten der Religionen
14 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Im Garten der Religionen – eine junge Frau im Gespräch mit zwei Hindus. (Foto: Ras)
heit Fanatiker und Extremisten die Religion genutzt, um Hass und Zwietracht zu säen – bis in diese Stunde hinein. Wer hier durch den Garten
geht, der kann spüren, was passiert, wenn Verständnis und Liebe gesät werden. Es erblüht ein neues Leben in Hülle und Fülle, wenn wir
Menschen nur bereit sind, im jeweils anderen nicht den Fremden und
erst recht nicht den Feind zu sehen, sondern die Nachbarin und die
Schwester, den Freund und den Bruder.
Ich möchte Sie heute zu dieser Entdeckungsreise einladen. Denn
nicht nur hier im Garten der Religionen in Köln ist es immer wieder neu
möglich, zu entdecken, dass wir alle Töchter und Söhne unseres einen
gemeinsamen himmlischen Vaters sind und wir in seiner Liebe geborRainer Maria Woelki
gen und verbunden sind – für immer und ewig. Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
ZUM GEISTLICHEN LEBEN
„Maria, dich lieben, ist allzeit mein Sinn ...“
Ein Sehnsuchtslied das nicht altert?
E
r ist auch im neuen Gotteslob aufgenommen, der vertraute Anfangsvers vom Lied
der Muttergottesehrung: „Maria, dich lieben, ist allzeit mein Sinn“ (GL 521). Kann man
das heute noch singen? Heißt es doch immer
wieder, mal da und mal dort, dass sich an Maria, der Mutter Jesu, in der christlichen Tradition seit jeher die Geister scheiden. Von den einen
tief verehrt, können andere mit der „etablierten
Marienfrömmigkeit nichts anfangen“ (Christiane Koch). Dabei zeigt ein Blick in die neutestamentlichen Evangelien, dass mit Maria erstaunlich unterschiedliche Facetten verbunden sind,
die zu einer lebendigen marianischen Spiritualität anregen.
Aber es ist auch an der Zeit, anzuerkennen,
dass die marianische Frömmigkeit über zwanzig Jahrhunderte in den Köpfen und Herzen
vom Volk Gottes, oder soll ich sagen, in der sogenannten Kirche von unten, einfach gegenwärtig ist. Es muss nur wahrgenommen werden. Denn das Staunen über Gottes Handeln an
Maria und mit Maria kennt keine zeitlichen und
örtlichen Grenzen.
Marienfrömmigkeit macht einen nicht geringen Teil einer katholischen Sozialisation aus,
was sich nicht zuletzt darin ausdrückt, dass das
Ave Maria vielleicht oft mit mehr Inbrunst gebetet wird als das Vaterunser. Kann man überhaupt unparteiisch über das Phänomen marianischer Frömmigkeit diskutieren, fragt in einem Beitrag Rainer Kampling, Professor für
biblische Theologie in Berlin, wenn man etwa
im Münsterland, im Rheinland oder in Bayern
mit ihren Orten der Sehnsucht geboren wurde.
Mit Orten, zu denen man sich aufmacht: zur
barmherzigen Mutter von Telgte, zur Trösterin
der Betrübten nach Kevelaer, zur Hardenberger
Maria in Neviges, zur Muttergottes von Altötting, zur Patronin in Ettal oder zur schmerzhaften Mutter in Bornhofen am Rhein:
„Wohlan denn, unsere Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen uns zu und zeige uns Jesus.“
Frömmigkeit von unten
Gewiss wurden und werden diese Wallfahrten meist in kirchlicher Regie veranstaltet,
die dann auch für die liturgischen Höhepunkte
sorgt. Doch für den gläubigen Teilnehmer sind
sie Durchbrechung des Alltags. Sie werden zum
Fest. Das Herz schlägt höher. Die Augen leuchten. Man fühlt sich angenommen und verstanden. Das religiöse Leben wird bereichert. Und
zähle ich dann noch Lourdes, Fatima, La Salette
oder die Senora de Guadalupe zu diesen Sehnsuchtsorten, dann sind sie immer mit dem Na-
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
Die schwarze Muttergottes vom Heiligen Berg im Bezirk Pibrans/Tschechien. men der jungen Frau aus Galiläa, mit Maria aus
Nazaret verbunden, von der wir glauben, dass
sie auf besondere Weise mit der Heilsgeschichte
Gottes in Jesus Christus verwoben ist. „Nichts
anderes ist der Ursprung aller marianischen
Lehrsätze und aller Verehrung der Jungfrau
und Gottesmutter Maria“ (R. Kampling). Dass
es gelegentlich im Lauf der Kirchengeschichte in diesem Bereich auch Grenzüberschreitungen gab, steht außer Zweifel. Die volkstümlich
marianische Frömmigkeit ist eine Frömmigkeit
von unten, die auch denen eine Stimme gibt,
die sonst sowohl in der Gesellschaft wie auch
in der Kirche eher schweigen. Sie vermag eine
Leere in der trockenen Theologie oder wissenschaftlichen Exegese zu füllen, wenn etwa Paulus in der ältesten Erwähnung Mariens im Galaterbrief lediglich schreibt, dass Jesus „geboren
sei von einer Frau“ (Gal 4,4). Die anderen biblischen Zeugnisse über Maria, auch wenn sie
spärlich sind, dürfen nicht zu kurz kommen.
Doch die Lieder, die das Marienlob und die
Marienfreude zum Klingen bringen, die Ikonen,
die Maiandachten, die Wallfahrten, die Legen-
(Foto: Läufer)
den, der Rosenkranz, die Geschichten aus den
apokryphen Texten haben die Gestalt der Maria, der Mutter Jesu ausgeschmückt und damit
eine erstaunliche Anziehungskraft erreicht. „In
tausend Bildern“ werde Maria ausgedrückt, so
der Dichter Novalis:
„Ich sehe dich in tausend Bildern, Maria,
lieblich ausgedrückt. Doch keins von allen kann
dich schildern, wie meine Seele dich erblickt.“
Viele ungehobene Schätze
Das stimmt auch heute noch. Es gibt noch
viele ungehobene Schätze. Maria ist der Treffpunkt von Himmel und Erde. In ihr bündeln
sich menschliche Hoffnungen und Sehnsüchte.
Sie erscheint durch die Zeiten hindurch unzähligen Menschen als die mütterliche Seite Gottes,
die tröstet und hilft. Warum also nicht wieder
und immer wieder neu aus dem Gotteslob anstimmen dürfen: „Maria, dich lieben, ist allzeit
Erich Läufer
mein Sinn.“
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 15
KIRCHE UND THEOLOGIE
Beginn einer wunderbaren Freundschaft
Das „Gebetsverständnis bei der heiligen Teresa“ schloss Vortragsreihe ab
E
s komme beim Beten nicht darauf an „viel
zu denken, sondern viel zu lieben“. Diesen
Gedanken der heiligen Teresa von Avila,
deren 500. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert
wird, entfaltete einer der besten Kenner ihrer
Gebetsmystik, Professor Dr. Francisco Javier
Sancho Fermin OCD. Der
Karmeliter ist Direktor der
„Universität der Mystik“
in Avila, dem Ort, in dem
die Kirchenlehrerin lebte
und wirkte. Er ist seit Langem mit dem Kölner Karmelitinnen-Kloster Maria
vom Frieden freundschaftProfessor Dr. Francisco lich verbunden. Daher luJavier Sancho Fermin den die Ordensfrauen ihn
OCD. (Fotos: Ras) zum Abschluss ihrer gut
besuchten Vortragsreihe
zum Geburts-Jubiläum ihrer Ordensgründerin
in die Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek ein. Sein Thema berührte die GebetsIntimität der Beziehung Teresas mit dem Herrn
als „Freundschaft mit Gott“.
Was unterscheidet Teresas Gebetsverständnis von einer traditionellen Gebetshaltung? Für
sie ist es ganz wichtig, Gottes Freund zu werden. Stellt man sich traditionell das Gebet als
aktives Geschehen des Beters, der sich an Gott
wendet, und passives Annehmen des Gebets
durch Gott vor, so sieht Teresa darin eine „dynamische Beziehung“, in der beide „aktive Partner“ sind. In einem Satz „definiert“ sie das Gebet: „Meiner Meinung nach ist Beten nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem
wir oft allein zusammenkommen, einfach um
bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, dass er
uns liebt.“
Sancho Fermin entfaltete den Leitsatz, indem er Schlüsselbegriffe wie „Freund“, „oft“,
„allein“, „liebt“ erläuterte. Gott sei immer zur
Gebetsfreundschaft bereit, weil er dem Menschen die Möglichkeit gegeben habe, Gott ähnlich zu werden. Dazu brauche es ständige und
freie „Räume der Begegnung“. Für Teresa ist
die Liebe Gottes eine unverdiente „Vorleistung“
des Herrn, weil er für uns gelitten habe. Ihr Gebetsleben beschrieb sie als „Danksagung für
eine so große Liebe“, so Sancho Fermin über
die Kirchenlehrerin.
Was bedeutet das nun für den einfachen
Beter, an den sich die Ratschläge richten? Zunächst einmal: Das Gebet sei zwar die „höchste
Leistung menschlichen Geistes“ (Edith Stein),
sei aber kein „geistiges Hochreck“, so Sancho
Fermin. Es komme auf die Liebe des Beters an,
in der er sich übe. „Was euch also dazu anregt,
mehr zu lieben, das tut“, sagt Teresa in ihrer kurzen und prägnanten Art. Diese Liebe schließe
den Nächsten selbstverständlich mit ein, „denn
ob wir Gott lieben, kann man nie wissen, die
Liebe zum Nächsten erkennt man sehr wohl“.
Verweilen bei einem Freund
Unverzichtbar im Gebet sei, so der Karmeliterpater, „Wahrheit“ und „Selbsterkenntnis“.
Bei einem „echten Gebet“ wisse man, was man
sagt, wem man es sagt und wer es ist, der es
sagt: „Gotteserkenntnis und Selbsterkenntnis“
sind wichtig, sie sind auch eine Konsequenz
aus der Freundschaft.“ Selbsterkenntnis sei ein
Brot, das mit Maß gegessen werden müsse, sie
meine, das „eigene Leben mit den Augen Gottes zu sehen“. Dazu gehöre die Zusage der Gottesebenbildlichkeit des Menschen. „Wir sind
Kinder Gottes“, so Teresa, die die Seele mit einer fleißigen Biene vergleicht. „Sie, glaube mir,
fliegt dann und wann hinaus, um die Größe und
Majestät ihres Gottes zu betrachten.“
Bernhard Raspels
➔➔ www.karmelitinnen-koeln.de
Weder Star noch theologisches Leichtgewicht
In seinem neuen Buch erläutert Kardinal Walter Kasper die Theologie von Papst Franziskus
D
ass Papst Franziskus den deutschen Kardinal Walter Kasper als Theologe schätzt,
hat er mehrfach auch öffentlich geäußert.
Beide verstehen sich. Jetzt hat Kardinal Kasper
ein Buch vorgelegt, das helfen soll, den Papst
zu verstehen. Denn nicht
wenige fragen sich gerade im mitteleuropäischen
Raum, was meint dieser
Papst, was möchte er, wo
sind seine geistigen Wurzeln, wie darf ich seine
Schlüsselworte verstehen?
Ist er wirklich so ein „Progressiver“, wie ihn man- Kardinal Walter
che gerne hätten und an- Kasper.
dere befürchten? Oder ist
er tatsächlich ein menschen-naher konservativer Theologe, der zudem von südamerikanischer Volksfrömmigkeit geprägt ist?
Antworten darauf liefert das Buch „Papst
Franziskus – Revolution der Zärtlichkeit und
der Liebe“, das aus der Feder von Kardinal Kasper stammt. Um soviel gleich vorweg zu neh-
men: Der Kardinal tappt nicht in die „Falle“,
den Papst in ein Lager einzusortieren. Ihn treibt
ein anderes Ziel: Es soll der Versuch unternommen werden, „sich dem Phänomen Franziskus
theologisch zu nähern und den theologischen
Hintergrund des Pontifikats etwas auszuleuchten und die sich eröffnenden neuen Perspektiven deutlich zu machen. Die positiven wie die
kritischen Beurteilungen stehen in der Gefahr
einer Banalisierung und Trivialisierung des
Pontifikats. Machen die einen aus dem Papst
eine Art Star, so betrachten ihn die anderen als
theologisches Leichtgewicht. Papst Franziskus
ist weder das eine noch das andere. Was dann?“.
Um dieses „Was dann?“ auszuleuchten
nimmt Kardinal Kasper Angänge aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. Er schildert Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu seinem(n)
Vorgänger(n). Er klärt über die theologischen
Lehrer und Geistesströmungen auf, die Einfluss
auf den Theologen Jorge Mario Bergoglio haben. Er fragt nach argentinischer Volksfrömmigkeit, europäischen theologischen Wurzeln
und das argentinische Verständnis der „Befrei-
16 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
ungstheologie“. Er geht den Schlüsselworten
seines Pontifikats wie „Evangelium“ , „Freude“, „Barmherzigkeit“, „Kirche“, „Ökumene“,
„Religionsdialog“ sowie „Arme Kirche für die
Armen“ auf den Grund. Wer dieses Buch liest,
versteht Papst Franziskus tiefer. Er entdeckt
dessen Position zwischen kirchlicher Tradition
und notwendiger Veränderung.
Eine kleine Anmerkung zum Titel des Buches: Anstatt „Revolution der Zärtlichkeit und
Liebe“ hätte „Revolution der Barmherzigkeit“
BR
den Tenor des Buches besser getroffen.
Kardinal Walter Kasper,
Papst Franziskus –
Revolution der Zärtlichkeit
und der Liebe: Theologische
Wurzeln und pastorale
Perspektiven. Katholisches
Bibelwerk, Stuttgart, 158
Seiten, gebunden. 14,95 Euro.
ISBN 978-3-4603-2137-3.
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
LESERBRIEFE
Unsinnige Kritzeleien
Dem Täter eine Kerze!
Zu „Gottes Lob im Original“ in Nr. 16, Seite
56
Im Artikel auf der letzten Seite erwähnen Sie
die Zeichnungen im neuen
Gotteslob. Für mich sind
das unsinnige Kritzeleien
und mir ein Ärgernis. Ein
„Kunstwerk“ sollte sich
selbst erklären und keiner
Erklärung bedürfen. Die
Erklärung für die einzelnen „Zeichnungen“ suche
ich im neuen Gotteslob verDie Zeichnung von geblich. Beim alten GottesMonika Bartholomé lob sagte das Kreuz auf der
für die Umschlagseite. Frontseite sogleich, dass es
ein christliches Buch ist.
Das Emblem auf der Frontseite des neuen Gotteslobes könnte an eine germanische Rune erinnern – ein unbefangener Betrachter würde
in dem Buch nicht ein christliches Gebet- und
Gesangbuch vermuten. Warum unsere christlichen Symbole ausrangieren oder verstecken?
Rudolf Brunsbach,
Hückeswagen
Zum Leserbrief „Eine Kerze für den Täter?“ Zu „Woelki dreht das Personalkarussell“ in
in Nr. 17, Seite 17
Nr. 16, Seite 9
Ja, auch dem Täter gönnen wir eine Kerze! Mit besonderem Interesse habe ich versucht,
Wie wir alle jetzt wissen, war er wohl so den Artikel zu lesen. Dies ist mir schwergekrank, dass man ihn nicht verfallen, weil ich nicht weiß,
antwortlich machen kann für
wie die Diözese in ihrer
diese schreckliche Tat. VerSpitze organisiert ist. So
antwortlich sind meines Erkann ich nicht zuordnen, wer
achtens diejenigen, die ihm
in welcher Abteilung oder
ZUM CHEFREDAKTEUR
ermöglicht haben, als Pilot
gar Hauptabteilung mit welzu arbeiten. Ein Psycholocher Kompetenz Verantworge weiß, dass der Täter wohl
tung hat und wie viel Helfer
nicht anders konnte. Noch
ihm zur Seite stehen. Hier
jung, musste er vermutlich ein
wäre mir hilfreich, wenn die
Leben lang gegen die KrankKirchenzeitung einen OrgaDONNERSTAGS VON
heit kämpfen, die dann in dienisationsplan der Diözesan9.30 BIS 10.30 UHR
sem schrecklichen Geschehen
leitung und -verwaltung ver(02 21) 16 19-131
gipfelte. Grausam!
öffentlichen könnte, damit
Roos Niessen,
das gewöhnliche KirchenKöln
volk mal sehen kann, was
„da oben“ läuft und wie das organisiert wird.
Nach Ihrem zeilenreichen Artikel konnte man
durchaus den Eindruck haben, dass es in der
Spitze der Diözese viele vielleicht wichtige Ämter/Posten gibt, die alle besetzt werZum selben Thema
den müssen und können und dies meistens –
Gerade für den Täter muss eine Kerze auf- von einer Fachfrau abgesehen – fast immer
gestellt und entzündet werden, er braucht mit Priestern, die vielleicht bei uns unten mal
es mehr denn je. Die Angehörigen der Op- einem armen „priestergemangelten‘‘ Pfarrer
fer haben vielleicht damit Schwierigkeiten. helfen könnten.
Paul Ludwig Henrichs,
Aber wir Menschen sind doch aufgefordert
Düsseldorf
zu verzeihen und nicht zu richten. Der Dom
hat richtig entschieden.
Erinnern wir uns doch
an Papst Johannes Paul
II. der seinem Attentäter vergeben hat. Ein
Vorbild für die Gnade
Gottes. Wenn wir nicht
verzeihen können, so
schwer das auch vielfach
ist, sind wir als Christen
nicht auf dem Platz der
uns zugewiesen ist.
M. Freudenhammer,
Köln
Das tun Bienen
Zu „Was haben die Bienen mit der Osterkerze
zu tun?“ in Nr. 14, Seite 52
Als langjähriger Imker kann ich diesen Artikel nicht unwidersprochen lassen. Es geht
um Wachs und Honig. Auf dieser Kinderseite
steht, dass die Bienen aus Wachs Honig herstellen. Zunächst zum Wachs. Das Wachs erzeugen die Bienen in Drüsen an der Unterseite
des Hinterleibs selbst. Der Honig ist ein pflanzliches Erzeugnis. Die Pflanzen produzieren in
den Blüten einen süßen Saft, den Nektar. Diesen sammeln die Bienen und bereiten daraus
den Honig. Dieser wird also niemals aus Wachs
gemacht.
Klaus Lung,
Rheinbach-Flerzheim
Kirchenzeitung
für das Erzbistum Köln
Herausgeber: Der Erzbischof von Köln
Chefredakteur: Robert Boecker
Redaktion: Siegbert Klein (Chef vom Dienst), Kathrin Becker,
Tobias Glenz, Helmut Pathe, Bernhard Raspels, Almud Schricke
Anschrift der Redaktion: Ursulaplatz 1, 50668 Köln,
Postfach 10 20 41, 50460 Köln
Telefon: (02 21) 16 19-1 31, Fax: (02 21) 16 19-2 16
E-Mail: [email protected]
Internet: www.kirchenzeitung-koeln.de
Bei unverlangt eingesandten Manuskripten und Fotos keine
Haftung und keine Rücksendung.
Verantwortlich für den Inhalt der Pfarrnachrichten sind die
jeweiligen Pfarrer.
J. P. Bachem Medien GmbH, Ursulaplatz 1,
50668 Köln, Postfach 10 03 52, 50443 Köln
Telefon: (02 21) 16 19-0, Fax: (02 21) 16 19-2 05
Geschäftsführung: Dipl.-Kfm. Lambert Bachem
Herstellung: Lensing Druck GmbH & Co. KG,
Auf dem Brümmer 9, 44149 Dortmund
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
Organisationsplan bitte
DIREKT

Gerade für ihn
Vertrieb: Verlagsbezirk Rhein-Sieg-Kreis rrh., Oberbergischer Kreis und
Kreis Altenkirchen (Dekanat Wissen) siehe unten.
Anzeigen: Klaus Boscanin
Telefon: (02 21) 16 19-1 30, Fax: (02 21) 16 19-2 16
E-Mail: [email protected]
(Anzeigenpreisliste vom 1. Januar 2015)
Vertrieb: Rüdiger Groß
Telefon: (02 21) 16 19-1 49, Fax: (02 21) 16 19-2 05
E-Mail: [email protected]
Der Zeitschriftenpreis beträgt monatlich 8,55 Euro inkl. MwSt. und Versandkosten. Bei Agenturzustellung beträgt der Gesamtpreis inkl. MwSt.
monatlich 8,20 Euro. Hierin ist eine Zustellgebühr für die zuständige
Ortsagentur auf deren Rechnung in Höhe von 0,95 Euro enthalten. Bei
Auslandsbezug Preis auf Anfrage. Einzelpreis 1,85 Euro.
Mitglied der Konpress-Medien e.G.
Hanauer Landstraße 189
60314 Frankfurt am Main
Telefon: (0 69) 2 56 29 66-0
Internet: www.konpress.de
Verlagsbezirk Rhein-Sieg-Kreis rrh., Oberbergischer Kreis und Kreis
Altenkirchen (Dekanat Wissen):
Degensche Druckerei, Verlagshaus GmbH & Co. KG.,
Kamillenweg 22, 53757 Sankt Augustin
Telefon: (0 22 41) 98 00-0, Fax: (0 22 41) 98 00-21
Erscheinungsweise: Wöchentlich freitags (in den Sommer- und Weihnachtsferien 14-täglich). Bei Postversand keine Gewähr für termingerechte Belieferung. Bei Nichterscheinen der Zeitung infolge höherer Gewalt oder
Störung des Arbeitsfriedens besteht kein Anspruch auf Lieferung,
Schadensersatz oder auf Minderung des Bezugspreises.
Bestellungen nehmen der Verlag und jeder Zusteller entgegen. Abbestellungen können nur schriftlich unter Beifügung der letzten Bezugsquittung oder mit Angabe der
Kundennummer erfolgen.
Vertrieb und Anzeigen: Evelin Müller
Telefon: (0 22 41) 98 00-13
E-Mail: [email protected]
Der Zeitschriftenpreis beträgt monatlich 8,55 Euro inkl. MwSt. und Versandkosten. Bei Agenturzustellung beträgt der Gesamtpreis inkl. MwSt.
monatlich 8,20 Euro. Hierin ist eine Zustellgebühr für die zuständige
Orts­agentur auf deren Rechnung in Höhe von 0,95 Euro enthalten. Bei
Auslandsbezug Preis auf Anfrage. Einzelpreis 1,85 Euro.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 17
KLEINANZEIGEN
BÜCHER
Heinos Weg
Fast jeder Deutsche kennt Heino.
Aber über Jahrzehnte mochten ihn
nur die Liebhaber von Volks- und
Wanderliedern. Das hat sich geändert, seit der Sänger mit der Baritonstimme eine CD mit nachgesungenen Liedern von Rockbands
veröffentlichte. Sein Publikum
verjüngte sich über Nacht um 40
Jahre, Heino wurde „Kult“. Jetzt
hat der Sänger mit der Sonnenbrille und dem blonden Haarteil seine Autobiografie veröffentlicht.
Sehr offen und angenehm ehrlich schreibt der 77-jährige Zahnarztsohn Heino von seiner Jugend,
sein Vater blieb im Krieg, seinen
Karriereschritten, seinen gescheiterten Beziehungen und seiner
glücklichen Ehe. Dass er Katholik
sei, verschweigt er nicht. Auch bekennt er, nicht jeden Schritt noch
mal so zu gehen. Das macht ihn
sympathisch, denn wer gibt das
schon zu.
PA
Heino, Mein Weg. 300 Seiten, zahlreiche
Abbildungen. Lübbe Verlag. ISBN 978-37857-2532-0. 19,99 Euro.
Ziemlich halbseiden
Dalia Gutbauer, einer älteren,
steinreichen Dame, wurde ein
Bild geraubt: Die „Dahlien“ einesberühmten Malers. Das Problem, weshalb sie sich trotz des
Millionenverlustes nicht an die
Versicherung wenden kann: Das
Bild war leider schon gestohlen,
als sie es in ihrer Jugend von einem Liebhaber geschenkt be-
18 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
kam. Also wendet sie sich an
Johann Friedrich von Allmen,
den Privatdetektiv – keiner kann
so gut im halbseidenen Milieu ermitteln. Schließlich arbeitet er stets gesetzestreu, außer,
es gereicht seinen Klienten zum
Nachteil... Die Geschichte ist
verwickelt, Gut und Böse ist auf
dem glatten Parkett nur schlecht
auszumachen. Martin Suter führt
mit präzisem Blick für pointierte Dialoge durch die fintenreiche
DPS
Bildersuche. Martin Suter. Allmen und die Dahlien. Roman. Diogenes-Ver/ag. 214 Seiten. ISBN
978-3-257-06860-3. 18,90 Euro.
Ein Moment
verändert alles
Der Titel führt in die Irre. Im Englischen lautet er „Perfect“ – und
hier zerbricht Perfektion. Zwei elfjährige Jungen erleben einen Sommer vor etwa 40 Jahren, der ihr
Leben verändert. ln diesem Jahr
werden der Zeit zwei Schaltsekunden zugefügt, und Byron gerät darüber völlig in Verwirrung. Dann
passiert ein Unfall, und die ganze Welt gerät aus den Fugen. Der
Leser sieht, was mit Byrons Mutter in den folgenden Monaten passiert, doch der Junge kann es noch
nicht verstehen. Diesen Teil der
Geschichte umgibt eine bittersüße Melancholie. Dazu kommt eine
zweite Zeitebene in der Gegenwart, in der ein Mann ein karges
Leben fristet, eingeengt in Ängste, Zwänge, Rituale, die ihm durch
die Perfektion Sicherheit bieten.
Erst kurz vor Schluss wird aufgelöst, wie diese Zeitebenen und Personen zusammengehören. Das ist
berührend und geht ans Herz. DPS
Rachel Joyce. Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte. Roman. Fischer Taschenbuch. 430 Seiten. ISBN 978-3-596-195374. 9,99 Euro.
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
KULTUR
Kein Kirchenchor im Finale
WDR-Chorwettbewerb geht in die letzte Runde
S
ingen macht glücklich“, so lautet die Adresse des WDR-Chorwettbewerbs 2015.
Die Feststellung ist sicher richtig. Das beweist auch die Resonanz zu dem Wettbewerb,
den der WDR gestartet hat. Über 300 Chöre
aus ganz Nordrhein-Westfalen haben sich beworben „beliebtester Chor NRWs“ zu werden,
darunter auch 16 Kirchenchöre und über 20
Gospel-Chöre. „Selbst in unseren kühnsten
Erwartungen waren wir weit entfernt von der
erreichten Bewerberzahl. Es stimmt ganz offensichtlich, dass gemeinsames Singen zu einem neuen Trend geworden ist“, so WDR-Redakteur Ralph Durchleuchter.
Einsenden mussten die Chöre ein Bewerbungsvideo. Dann hatte die Jury mit WDRModerator Thomas Heyer („Singen ist für
mich wie joggen... nur ohne laufen! Es macht
frisch, hält tatsächlich gesund und fröhlich.“),
Pia Meis, Andrea Zschunke, Redakteurin bei
WDR 3, Claudia Rübben-Laux, Landeschorleiterin des ChorVerbands NRW, und Rolf
Schmitz-Malburg, Sänger im WDR-Rundfunkchor, die schwierige Aufgabe, zehn Chö-
re auszuwählen, die ins Finale kamen. Um die
besten und beliebtesten Chöre in NRW auszusuchen, bewertete sie in den vier Kategorien technische und musikalische Leistung, Performance und Originalität. Anhand von Kriterienbögen musste jedes Jury-Mitglied seine
Punkte verteilen. Und weil so viele außergewöhnliche Chöre dabei waren, wird es auch
noch die Kategorie „Chöre der Herzen“ geben. Leider war dabei kein ausgewiesener
Kirchenchor, aber das „Gospelprojekt-Ruhr
e.V.“ (Herne). Dabei war der am häufigsten
gesungene Titel der Chöre ein „Halleluja“ von
unterschiedlichsten Komponisten.
Finalisten-Chöre präsentiert
Die zehn Finalisten-Chöre wurden in den
vergangenen Tagen im WDR-Fernsehen in
der Sendung „daheim + unterwegs“ sowie im
Kulturradio WDR 3 in der Sendung „Ton Art“
vorgestellt. Die Zuschauer und Zuhörer hatten
die Möglichkeit, per Online-Voting drei Chöre für das Finale auszuwählen. Das Ergebnis
stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.
Die Endausscheidung findet am Freitag, den
8. Mai 2015, in den Flottmann-Hallen in Herne statt und wird live im WDR-Fernsehen und
bei WDR 3 (16.15 bis 18.00 Uhr) übertragen.
Der Sieger des Wettbewerbs „Beliebtester
Chor NRWs 2015“ gewinnt eine Aktion mit
dem WDR-Rundfunkchor und einen Produktionstag mit einem WDR-Aufnahmeteam.
Aber für alle Chöre, die sich beworben haben, und nicht bis ins Finale gekommen sind,
gibt es einen Trostpreis. Mit „Drei Nächten
der Chormusik“ soll ihnen eine Bühne gegeben werden, hieß es vom WDR. Vom 8. bis
10. Mai sendet das WDR-Fernsehen nachts je
gut fünf Stunden die Videos, mit denen sich
die Chöre beworben haben.
Auf Grund des großen Echos auf den Wettbewerb überlegt man beim WDR auch, die
Aktion zu wiederholen. Dann hätten ja auch
die Kirchenchöre aus dem Erzbistum Köln
PA
wieder eine Chance. Klein, aber fein
Ein neues Buch zur Kunstgeschichte der Stadt Köln
W
enn man von „leichter Kost“ spricht,
hat das oft einen negativen Beigeschmack. Es sei denn, es geht ums Essen. Aber kein Autor möchte sein Werk als
„leichte Kost“ verstanden wissen. Wenn hier
jetzt aber ein leicht lesbares Buch vorgestellt werden soll, dann ist „leicht“
als Kompliment zu verstehen, denn Autor Udo
Mainer hat seine „Kleine illustrierte Kunstgeschichte der Stadt Köln“
so geschrieben, dass sie
durchaus als Urlaubslektüre zu gebrauchen ist. Professor Dr. Udo
Und das sogar für Nicht- Mainzer. (Foto: PA)
Kölner.
Sie könnten, so vermutet der Autor, nach
der Lektüre Lust bekommen, sich die Stadt,
die eben nicht nur „Dom“ ist, einmal näher
anzusehen. Das fast 200 Seiten starke Büchlein in einem angenehmen Format (15,5 mal
23,5 Zentimeter) ist ein guter Führer durch
die Stadt.
Köln ist seit mehr als 2000 Jahren eine
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
an Kunst überaus reiche Stadt. Diesen einzigartigen Reichtum und die damit verbundene kulturelle Vielfalt verdankt sie vornehmlich ihrer Lage am Rhein: Zahlreiche
wirtschaftliche Beziehungen brachten mannigfache Einflüsse Kunstschaffender aus anderen Kulturregionen. Zugleich bescherte
der Handel der rheinischen Metropole einen
Wohlstand, der es ermöglichte, die Kunst vor
Ort großzügig zu fördern. Anschaulich und
kenntnisreich zeichnet das Buch die Entwicklung der Kunst Kölns von der Römerzeit bis in die Gegenwart nach. Vom Grabmonument des Lucius Poblicius aus der Zeit
des Römischen Reiches, über bedeutende
Bildhauerwerke wie das Gerokreuz in der
Kreuzkapelle des Domes, bis hin zu den
modernen Kranhäusern im Rheinauhafen,
die die visionäre Idee vom Wolkenbügel des
El Lissitzky aus den 1920er-Jahren aufgreifen. Schließlich sei die Architektur doch die
Mutter aller Künste, so der Autor.
Der Kunsthistoriker Mainzer nimmt seine Leser mit auf eine abwechslungsreiche
Zeitreise und liefert dabei einen anschaulichen Überblick faszinierender Werke der
Architektur, Bildhauerei, Malerei sowie
des Kunstgewerbes. Umfangreich bebildert zeichnet dieser Band das Porträt einer
Metropole der Kunst und Kultur in Europa.
Alle behandelten Werke sind frei zugänglich
und ermöglichen es dem Leser, die kunstgeschichtlichen Schätze Kölns selbst zu erkunden.
Was das Buch ebenfalls gewinnend
macht, ist ein ausführliches Glossar und
zahlreiche Hinweise auf weiterführende Literatur sowie ein nach Sachgebieten unterPA
teiltes Personenregister. Udo Mainzer, Kleine illustrierte Kunstgeschichte
der Stadt Köln. 200 Seiten
mit zahlreichen farbigen Abbildungen. J. P.
Bachem Verlag, Köln.
ISBN 978-3-7616-28881. 19,95 Euro. Auch als
E-Book erhältlich.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 19
MEDIEN
RELIGIÖSE SENDUNGEN IM FERNSEHEN
Wort des Bischofs
Das „Wort des Bischofs“ ist eine Beitragsreihe des Erzbistums Köln. An Feiertagen, am Sonntag und zu besonderen Anlässen wendet sich Kardinal Rainer Maria Woelki mit einer Video-Botschaft an die Gläubigen. Regelmäßige
Sendeplätze sind: domradio.de (Radio):
sonntags jeweils um 8 und 18 Uhr.
Unter domradio.de und erzbistum-koeln.
de ab sonntags 8 Uhr. TV Partnersender:
nach der Messe, gegen 11 Uhr.
HÖRFUNK
Radio Vatikan
Empfang im Internet über www.radiovatikan.de.
Im Radio: 16.00 und 18.00 auf Radio Horeb; 6.00
und 19.00 auf domradio.de.
Täglich Nachrichten. Sonntag Menschen in der
Zeit. Ludger Kühnhardt – Auf der Suche nach dem
verlorenen Sinn. Dienstag Radioakademie. Das
Turiner Grabtuch. Täglich auch: 7.30 Lateinische Messe. 16.00 und 20.20 Nachrichten/Magazin. 17.00 Vesper. 20.40 Lateinischer Rosenkranz.
Radio Horeb
Sonntag 10.00 Messe. Werktags 9.00 Messe.
Täglich 16.00 und 18.00 Radio Vatikan.
Lokalradio
Sonntags von 8.00 bis 9.00 Magazin der Kirchen
„Himmel und Erde“. Montag bis Freitag 5.45,
Samstag 6.15 Augenblick mal.
WDR 2
Sonntag 7.45 Hör mal – Kirche in WDR 2. Werktags 5.55 Kirche in WDR 2.
WDR 3
Samstag 18.05 Vesper. Sonntag 8.30 Lebenszeichen. Persilscheine in Gottes Namen. Kirchliche
Fluchthilfe für NS-Verbrecher. 9.05 Geistliche
Musik. Werktags 7.50 Kirche in WDR 3. Choral
und Ansprache.
Werktags
8 bis 9 Uhr, Köln TV und EWTN (Satellit
Astra, Frequenz 12460 MHz): Gottesdienst.
Übertragung aus dem Kölner Dom.
Samstag, 2. Mai
9.30 bis 10 Uhr, Bayerisches Fernsehen
(BR): Maria Patrona Bavariae. Die Wallfahrt
der Bayerischen Gebirgsschützen 2006.
11.40 bis 13.30 Uhr, ARTE: Biblische Detektivgeschichten.
13.20 bis 13.25 Uhr, BR: Glockenläuten. Aus
der Schlosskapelle in Loifling bei Cham.
17.30 bis 18 Uhr, EWTN: Vaticano. Magazin.
18.30 bis 19.30 Uhr, EWTN: Gottesdienst.
Übertragung aus der Marienbasilika in Kevelaer.
20.15 bis 21.55 Uhr, ARTE: Denkmäler der
Ewigkeit. Hagia Sophia.
23.35 bis 23.40 Uhr, ARD: Das Wort zum
Sonntag.
Sonntag, 3. Mai
8.05 bis 8.25 Uhr, SAT.1: So gesehen – Talk
am Sonntag.
8.15 bis 8.45 Uhr, SWR FS: Menschen unter uns. Sophie findet ihren Weg. Leben mit
Down-Syndrom.
9 bis 9.30 Uhr, ZDF: Sonntags. Ist Frieden
möglich?
9.30 bis 10.15 Uhr, ZDF: Orthodoxer Gottesdienst aus der Gemeinde der heiligen Erzengel in Neuss mit Erzpriester Evgenij Iljusin.
10 bis 11.30 Uhr, Köln TV und EWTN:
Gottesdienst. Übertragung aus dem Kölner
Dom.
WDR 4
Täglich 8.55 Kirche in WDR 4. Mit Autoren aus
der katholischen Kirche.
WDR 5
Sonntag 8.40 Das Geistliche Wort. 9.20 Diesseits von Eden. Die Welt der Religionen. 10.00
Katholischer Gottesdienst aus der Pfarrkirche St.
Gangolf in Heinsberg. Es predigt Propst Markus
Bruns. 22.05 Lebenszeichen. Werktags 6.55 Kirche in WDR 5.
Deutschlandfunk
Werktags 6.35 Morgenandacht. Sonntag 6.10
Geistliche Musik. 8.35 Am Sonntagmorgen. Zu
welchem Tisch sind wir geladen? Über den fehlenden Hunger nach dem Abendmahl. Montag bis
Freitag 9.35 Tag für Tag. Mittwoch 20.10 Studiozeit. Aus Religion und Gesellschaft.
Südwest-Rundfunk 2
Samstag 19.05 Geistliche Musik. Sonntag 7.55
Lied zum Sonntag. Pater Albert Schmidt, GL 325:
Bleibe bei uns, Du Wandrer durch die Zeit. 8.03
Kantate. 12.05 Glauben. Himmlische kontra weltliche „Hochhinausbauten“. Werktags 7.57 Wort
zum Tag.
20 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
domradio.de
Gottesdienste
Am Sonntag, 3. Mai, um 10 Uhr, wird das
Kapitelsamt aus dem Kölner Dom übertragen. Um 18 Uhr ist die Chorvesper dort
live im Web-TV auf www.domradio.de zu
sehen, um 22 Uhr ist sie im Radio zu hören.
Werktags um 8 Uhr wird der Gottesdienst aus dem Kölner Dom live unter
www.domradio.de gesendet.
Tagesevangelium
Von Montag, 4., bis Samstag, 9. Mai, 8
Uhr, spricht der evangelische Pfarrer Dr.
Friedrich Seven Gedanken zum Tagesevangelium.
Neue Seelsorgestudie
Mitte April wurde die erste deutschlandweite Seelsorgestudie „Sorge für die Seel-
10 bis 11 Uhr, BR: Evangelischer Gottesdienst aus der Kirche St. Johannis in Würzburg.
12 bis 12.30 Uhr, EWTN: Angelus mit Papst
Franziskus.
12.30 bis 12.55 Uhr, ARTE: Philosophie.
Wert.
14.45 bis 15 Uhr, Bibel TV: Bibellesen.
15.10 bis 16.40 Uhr, ARTE: Denkmäler der
Ewigkeit. Hagia Sophia.
16.15 bis 16.45 Uhr, WDR FS: Wohin mit
uns? – 2. Man kann nicht alles haben.
20 bis 20.15 Uhr, Bibel TV: Andacht.
22 bis 22.30 Uhr, Bibel TV: In te Domine
speravi – Schwester Maria vom Göttlichen
Herzen Droste zu Vischering.
Dienstag, 5. Mai
15.05 bis 15.50 Uhr, 3sat: Leben über den
Wolken. Ein Kloster in den Pyrenäen.
Mittwoch, 6. Mai
7.35 bis 7.50 Uhr, SWR FS: Assisi, Italien.
Die Landschaft des Heiligen.
9 bis 9.30 Uhr, Bibel TV: Alpha und Omega. „Die Spatzen pfeifen lassen“ – 200 Jahre
Don Bosco.
10 bis 12 Uhr, EWTN und K-TV: Mittwochs-Audienz des Papstes.
19 bis 19.45 Uhr, BR: Stationen.
Donnerstag, 7. Mai
13.15 bis 13.35 Uhr, 3sat: Geheimnisvolles
Okzitanien. Eine Zeitreise durch das Land der
Katharer.
22.35 bis 23.05 Uhr, MDR FS: Suche nach
Heimat. Eine neue Kirche für Leipzig.
sorgenden“ vorgestellt. Rund 8600 Priester und Diakone sowie Pastoral- und Gemeindereferenten wurden für die Studie
befragt. Was bedeuten die Ergebnisse
der Studie für die Zukunft der pastoralen
Arbeit im Erzbistum Köln? Mit seinem
Wunsch einer geistlich-spirituellen Erneuerung, die alle Veränderungsprozesse durchdringen soll, hat Kardinal Woelki
bereits eine Weichenstellung vorgegeben
(Mi., 6. 5., 10 bis 12 und 20 bis 22 Uhr).
Schulgärten – Natur als Lehrer
Wenn die Kinder nicht in die Natur kommen, warum also nicht die Natur zu den
Kindern bringen und auf dem Schulgelände Gärten planen und gestalten? In der
domradio-Beratung geht es um die Natur als Lehrer. Zu Gast im Studio ist die
Landschaftsarchitektin Claudia Vogelsang (Do., 7. 5., 10 bis 12 und 20 bis 22
Uhr).
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
MEDIEN
Auf Heller und Pfennig
Wer ist die Nummer 1?
ZDF-Zweiteiler zur Geschichte des Geldes
Neue ZDF-Samstag-Show
Die zweiteilige ZDF-Dokumentation „Die
Spur des Geldes – Münzen und Mächte“ verfolgt die Entwicklung des Geldes von der
Antike bis zur Gegenwart. Die Geschichte zeigt: Geld bringt Fortschritt, ist aber
auch Auslöser fataler Krisen und Katastrophen. Damals wie heute spielen der Traum
vom schnellen Reichtum, das wirtschaftliche
Kurzzeitgedächtnis sowie Fehlentscheidungen, Psychologie, Politik und der berühmte
Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt,
eine Rolle. Allerdings sorgt die Globalisierung dafür, dass Finanzkrisen heute keinen
Halt mehr vor Landesgrenzen machen.
Im ersten Teil geht es um den Siegeszug
der Münze und dem ersten europäischen
Bankensystem in Florenz.
ZDF, So., 3. 5., 19.30 bis 20.15 Uhr
Johannes B. Kerner präsentiert die neue Spielshow im ZDF. 1000 Kandidaten treten gegeneinander an, um 100 000 Euro zu gewinnen.
Die Kandidaten aus allen Teilen Deutschlands
gehen gleichzeitig an den Start. Ob Jung oder
Alt, Mann oder Frau – alle sind bereit, in den
unterschiedlichen Spielrunden alles zu geben
und bis zuletzt um den Sieg zu kämpfen.
Im K.-o.-System müssen sich die Kandidaten Runde für Runde völlig unterschiedlichen
Aufgaben stellen. Dabei geht es nicht einfach
nur um Wissen, Geschicklichkeit, Cleverness
oder körperliche Fitness, sondern um immer
wieder neue Kombinationen von Fähigkeiten. Das Sendungskonzept ist zusammen mit
BBC Worldwide entstanden. Co-Moderation
ist Kate Abdo.
ZDF, Sa., 2. 5., 20.15 bis 23.15 Uhr
Christian Berkel begibt sich in der zweiteiligen Dokumentation
auf eine Reise von der Antike bis zur Gegenwart, um der
Entwicklung des Geldes nachzuspüren. (Foto: ZDF/Frank Dicks)
Der Sohn des Nazis – als Jude zurück nach Deutschland
Die Geschichte des Bernd Wollschlaeger klingt
unglaublich. 1958 im beschaulichen Bamberg
geboren, ist für den kleinen Bernd die Welt zunächst noch in Ordnung. Allenfalls die Besuche der Kriegskameraden seines Vaters, bei denen die „gute alte Zeit“ beschworen wird, kommen ihm merkwürdig vor. Als er in der Schule
dann zum ersten Mal vom Holocaust hört, beginnt er endgültig, Fragen zu stellen.
Was er dabei erfährt, erschüttert ihn bis ins
Mark. Bernds Vater war ein überzeugter Nazi,
der als Panzerkommandant überall an vorderster Front seine Angriffe fuhr: beim Einmarsch
in Polen, bei der Besetzung Frankreichs wie
bei der Invasion Russlands. Das Ritterkreuz,
das „sein Führer“ ihm dafür angeheftet hat,
hütet er wie ein Heiligtum. Bernd Wollschlaeger knüpft Kontakte zur kleinen jüdischen Gemeinde in Bamberg. Sie wird seine zweite Familie, bis ihm sein Vater ein Ultimatum stellt:
„Sie oder wir“. Zur Entscheidung gedrängt,
trennt sich Wollschlaeger von seiner Familie.
Er tritt zum Judentum über, emigriert nach Israel, wird Arzt und wandert schließlich in die
USA weiter. Seine Familiengeschichte macht
er selbst gegenüber seiner Frau und seinen
Kindern zunächst zum Tabu, hält sie für seine
Privatsache.
Inzwischen allerdings ist der Kampf gegen Rassenhass und für eine Verständigung
zwischen den Völkern und Religionen Bernd
Wollschlaegers großes Thema geworden. Vor
dem Hintergrund seiner eigenen Geschichte
hält er dazu überall auf der Welt leidenschaftliche Vorträge. Nur dort, wo diese Geschichte
vor über 30 Jahren begann, hat er sie noch nie
erzählt: in Deutschland.
Fast 70 Jahre nach dem Holocaust und in
einer Zeit, in der überall in Europa ein neuer
Antisemitismus ausbricht, hat Filmautor Uri
Schneider jetzt Bernd Wollschlaeger für den
Film „Der Sohn des Nazis“ in seine Heimatstadt Bamberg zurückgebracht. Entstanden ist
dabei ein Film über eine Reise voller überraschender Begegnungen. Er ist das Porträt eines
Menschen, der mit den Dämonen der Vergangenheit ringt – bis heute.
ARD, So., 3. 5., 17.30 bis 18 Uhr
Die Kö in Düsseldorf
Große Ostseekreuzfahrt
Was ist mit den Müttern los?
Die Dokumentation „Champs-Elysées vom
Rhein. Die Kö in Düsseldorf“ nimmt die Zuschauer mit auf einen unterhaltsamen Spaziergang über die weltberühmte Flaniermeile. Gut
800 Meter ist sie lang und voll mit Luxus: Alles, was Rang und Namen hat in der Welt der
Reichen und Schönen, präsentiert hier seine
Waren. Man zeigt was man hat – und was man
sich leisten kann. In aufwändigen Animationen können sie erleben, wie sich die Straße in
den vergangenen fast hundert Jahren gewandelt hat. Sie lernen die Menschen hinter dem
Luxus kennen. Immer schon war die Straße
auch ein Spiegel der Zeit.
Die Dokumentation ist der Auftakt zu einer lockeren Reihe über berühmte und geschichtsträchtige Straßen in Nordrhein-Westfalen.
WDR FS, Fr., 8. 5., 20.15 bis 21 Uhr
Im ersten Teil ihrer großen Ostseekreuzfahrt
zu acht Zielen in acht Ländern besucht Tamina Kallert in „Wunderschön! die große
Ostseekreuzfahrt“ die dänische Insel Bornholm, Danzig, den litauischen Teil der Kurischen Nehrung und die lettische Hauptstadt Riga. Sie besichtigt geschichtsträchtige Metropolen und erlebt eine große Vielfalt
an Kunst und Kultur, Geschichte und Architektur, Mentalitäten und Stimmungen. Zwischendurch verbringt sie entspannte Stunden
auf See und lässt sich vom Schweizer Kreuzfahrtexperten Thomas P. Illes Tipps zu Ausflügen, Einkaufsmöglichkeiten und den Besonderheiten einer Kreuzfahrt geben. Zu sehen ist auch die Marienburg, die im 14. und
15. Jahrhundert Sitz der Hochmeister des
Deutschen Ordens war.
WDR FS, So., 3. 5., 20.15 bis 21.45 Uhr
49 000 Frauen haben 2013 eine Mutter-KindKur gemacht, so viele wie noch nie. Depressionen, Angstzustände, Schlafstörungen –
inzwischen leiden nach Angaben des Müttergenesungswerks mehr als acht von zehn
Patientinnen in den Kuren am Erschöpfungssyndrom. Das ist eine Steigerung um nahezu
40 Prozent in den vergangenen zehn Jahren.
Das entsprechende Wort dafür ist schon gefunden: „Mutter-Burn-out“.
Ist Mutter sein heute also ein Problem? Ist
die Vereinbarkeit von Familie, Karriere, gesellschaftlicher Erwartung und eigenem Anspruch eine Illusion? Das fragt die Sendung
„Jetzt mal ehrlich. Stressgeplagt – Was ist
mit den Müttern los?“ Es ist die Rede von der
„überforderten Generation“.
Bayerisches Fernsehen, Mo., 4. 5.,
20.15 bis 21 Uhr
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 21
KLEINANZEIGEN
22 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
ERZÄHLUNG
D
ie Zeit – das ist eine bekannte Tatsache – fliegt manchmal wie ein Vogel und kriecht manchmal wie ein
Wurm.“ Als ich damals in Kaiser Neros Lateinstunden saß, habe ich dieses Zitat aus Iwan Turgenjews Roman „Väter
und Söhne“ noch nicht gekannt.
Aber ich habe die leidige Erfahrung gemacht, dass die Zeit tatsächlich so ätzend
langsam dahinkriechen kann wie ein Wurm
oder auch wie eine Schnecke oder sogar noch
langsamer. In Kaiser Neros Lateinunterricht
schienen fünf Minuten eine ganze Stunde lang zu dauern, und es hatte auch keinen
Sinn, dass ich wieder und wieder auf meine
Armbanduhr starrte, wenn unser grandioser
Lateinchampion vor der Obertertia stand und
über die Finessen der lateinischen Grammatik referierte.
Ich versuchte mich irgendwie abzulenken und zählte im Geiste die 65 Buchtitel
auf, die es zu dieser Zeit von Karl May gab,
begann mit „Durch die Wüste“ und „Durchs
wilde Kurdistan“ und kam irgendwann beim
Schatz im Silbersee und beim Ölprinzen an,
bis ich im Finale mit „Zobeljäger und Kosak“, dem Buschgespenst und dem Fremden
aus Indien abschloss.
Ich bediene mich sogar heutzutage noch
manchmal dieses erprobten Hilfsmittels,
wenn ich in der Nacht nicht einschlafen
kann, mit dem wichtigen Unterschied, dass
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
Karl Mays gesammelte Werke inzwischen
bis Band 90 – „Verschwörung in Wien“ – angewachsen sind.
Zuweilen funktioniert es, und ich dümpele vielleicht zwischen Band 45 und Band 55
in den wohlverdienten Schlummer hinüber.
Leider stellte sich dieser Effekt auch damals in Kaiser Neros prätentiösem Lateinunterricht ein. Bei dem Versuch, mich von den
konkurrenzlos eintönigen Grammatikvorträgen abzulenken, schoss ich immer wieder einmal über das anvisierte Ziel hinaus
und landete in den Armen des antiken Sandmännchens namens Morpheus.
Spätestens dann, wenn mein Kinn auf meinen Schultisch knallte, schritt unser Chefpädagoge ein und wandte sich unter furchterregendem Runzeln der Stirn und missmutigem
Anheben der Augenbrauen an mich.
Die dicken Gläser seiner dunklen Hornbrille funkelten bedrohlich.
„Aha, der Andersen“, bellte er. „Du wagst
es also, du ruchloser Bube, in meinem Unterricht einzuschlafen. Du wirst die vertrödelte
Zeit nach Schulschluss nachholen. Dann lasse ich dich nämlich zwei Stunden nachsitzen.
Ist das klar?“
„Ja, Herr Doktor“, stammelte ich, indem
ich meinen Kopf in die Höhe riss. „Entschuldigen Sie bitte vielmals, Herr Doktor.“
„Außerdem“, knurrte der Lehrer, „zieht
dein schäbiges Verhalten natürlich einen Eintrag ins Klassenbuch nach sich. Andersen“,
sagte er in amtlich-offiziellem Tonfall, „wegen permanenter Unaufmerksamkeit streng
getadelt.“
„Ich bedauere den Vorfall außerordentlich“, schnulzte ich. „Es soll nicht wieder
vorkommen, Herr Doktor.“
„Nicht wieder – bis zum nächsten Male“,
orakelte Kaiser Nero mit heiter-ironischem
Unterton.
Er setzte sich hinter sein Pult, schlug das
Klassenbuch auf und schwang seinen Füllfederhalter wie einen PiratensäbeL Er nahm
die angekündigte Eintragung vor.
Es muss wohl bei Band 26, „Der Löwe
der Blutrache“, gewesen sein, so fuhr es mir
durch den Kopf, wo ich eingeschlafen bin.
Ach, Karl May, du hinreißender alter Märchenerzähler, wenn du das wüsstest . . .
Peter Biqué
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 23
AUS DEM ERZBISTUM
KjG will sich um Kinder mit Fluchterfahrung kümmern
Philipp Büscher zum neuen geistlichen Leiter gewählt
KÖLN. Als geistlicher Leiter neu in den Vorstand gewählt wurde Philipp Büscher von
rund 85 Delegierten der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) im Erzbistum Köln auf
ihrer Diözesankonferenz in Bonn. Er löst damit Peter Otten ab und ergänzt den Vorstand
um Diözesanleiterin Lena Bloemacher und
die ehrenamtlichen Diözesanleiter Max Pilger und Volker Andres. Als Themenschwerpunkt für die Arbeit wurde die Unterstützung
von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrungen festgelegt. Die KjG-Mitglieder
waren sich einig: „Wir möchten einen konkreten Beitrag dazu leisten, junge Menschen
bei der Eingewöhnung in einer neuen Umgebung zu unterstützen und ihnen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung anbieten.“ Deshalb
will die KjG bestehende Angebote für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung öffnen und neue Angebote schaffen.
Darüber hinaus sprach sich die Konferenz mit dem Antrag „Alle sind willkommen! – Sexuelle Vielfalt & KjG“ gegen die
Diskriminierung von sexueller Vielfalt und
für die Gleichberechtigung aus. Die KjG
unterstütze die freie Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und die sexuelle
Identität sei ein wichtiger Bestandteil dieser
Entwicklung und deshalb auch ein Thema
der KjG.
KB
KLEINANZEIGEN
24 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Auch der Erzbischof predigt
NEUSS, DORMAGEN UND
GREVENBROICH:
Thilo Zimmermann,
Telefon (0 21 31) 46 10 27
Monatswallfahrten zur Schmerzensmutter beginnen
KNECHTSTEDEN. Am Mittwoch, 13. Mai,
beginnen die Monatswallfahrten zum Gnadenbild der Schmerzensmutter in der Basilika des
Spiritaner-Klosters. „Wir beten um Festigung
im Glauben, geistliche Berufe, Erneuerung der
Kirche und Frieden in der Welt“, so der frühe-
Ziel der Knechtsteden-Pilger: das Gnadenbild der
Schmerzensmutter.
(Foto: ZIM)
re Kreisdechant Monsignore Winfried Auel, der
das Programm zusammengestellt hat, zu dem
zahlreiche Pilger aus vielen Teilen des Erzbistums erwartet werden.
Die Monatswallfahrten werden jeweils um
18.30 Uhr mit Rosenkranzgebet und Beichtgelegenheit eingeleitet. Eucharistiefeier mit Predigt sowie Anbetung und sakramentaler Segen
folgen. Prediger sind Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki (13. Mai), Dresdens Bischof
Dr. Heiner Koch (13. Juni), Kreisdechant Monsignore Guido Assmann (13. Juli), SpiritanerSuperior Pater Bruno Trächtler (13. August),
Monsignore Auel (13. September) und Monsignore Herbert Ullmann, Pfarrer in Mettmann
(13. Oktober). „Wir gehen mit Freude, Zuversicht und Dankbarkeit in das 29. Jahr unserer
Monatswallfahrten”, so Auel. Zuständig für das
Rosenkranzbeten und die Lesungen sind die
kfd-Frauengemeinschaften St. Georg (Elfgen),
St. Jakobus (Neukirchen), St. Martinus (Wevelinghoven), St. Mariä Himmelfahrt (Gustorf),
St. Peter und Paul (Grevenbroich) sowie St.
Stephanus (Elsen).
ZIM
Spenden für das „Örgelchen“
Benefizkonzerte in Heilig Geist
WEISSENBERG. Ihr „Örgelchen“, wie Ma- gebaut, verfügt über 20 klingende Register
rion Auler sagt, bedarf dringend einer Sa- und ist bestens für Barockmusik geeignet.
nierung. Das Instrument in Heilig Geist sei Durch Staub- und Rußablagerungen können
einfach verschmutzt, erklärt die Kirchenmu- die Pfeifen aber nicht mehr gestimmt wersikerin im Seelsorgebereich „Neuss-Nord“. den. Außerdem sind im Oboen-Register die
Und für eine professionelle Reinigung sind Pfeifen schlicht umgekippt und somit nicht
mindestens 15 000 Euro notwendig, die Ge- mehr bespielbar. „Die Gemeinde singt wirkmeinde und Erzbistum aufbringen müssen. lich gut und gerne und braucht die UnterstütJetzt sind Spenden gefragt, und deshalb wur- zung der Orgel sehr“, so Fachfrau Auler. Das
de eine Reihe von Benefizkonzerten ins Le- übernächste Benefizkonzert – diesmal mit
ben gerufen. Die Resonanz auf die ersten einem Chor – hat sie schon in Planung. ZIM
beiden Veranstaltungen war schon gut. Am
Sonntag, 10. Mai, beginnt das dritte Konzert
um 17 Uhr. Das Blockflöten-Ensemble „Charivari“ spielt Musik aus
sieben Jahrhunderten.
Nina Krüger ist Gast
an der Querflöte, Orgelmusik und Gesamtleitung liegen in den Händen von Marion Auler.
Die
zweimanualige
Schleifladenorgel
stammt von der Firma
Schulte im bergischen Benefizkonzerte für die Sanierung der Orgel in Heilig Geist: Kirchenmusikerin Marion
(Foto: ZIM)
Kürten, wurde 1994 Auler.
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
NIEVENHEIM. Kantor Bert Schmitz
(Foto) hat die musikalische Leitung der
renommierten Konzertreihe „Im Schatten von St. Pankratius“ übernommen.
Er trat die Nachfolge des in den Ruhestand getretenen Organisten Hans Clemens an. Besonders stolz ist Schmitz
darauf, dass der
Kölner
Domorganist Winfried Bönig an der Sauer-Orgel in St. Pankratius spielen wird. Das Konzert findet am
25. Oktober statt, vier weitere Veranstaltungen schließen den Jahreskreis.
Schmitz gründete den Kammerchor in
Knechtsteden. Heute kümmert er sich
auch um die Belange der Rheinischen
Chorakademie in Knechtsteden und ist
Seelsorgebereichsmusiker im Dormagener Norden.
GREVENBROICH. Seit 25 Jahren wird
die Seifert-Orgel in St. Joseph in der
Südstadt bespielt. Die Gemeinde feiert das Jubiläum am Sonntag, 3. Mai,
ab 11.15 Uhr mit einem Festhochamt.
Es singt der Kirchenchor unter Leitung
von Peter Faller-Lubczyk. Um 17 Uhr beginnt ein Orgelkonzert mit Andreas Warler, Organist am Salvatorianer-Kloster
Steinfeld.
DORMAGEN. Eine Familienwallfahrt Rom
plant die Gemeinde St. Michael vom 10.
bis 15. Oktober 2016. Die Reise wird für
Familien angeboten, deren Kinder bis
2016 zur Erstkommunion gegangen sein
sollten. Diakon Klaus Roginger übernimmt
die Leitung. Ein Informationstreffen ist am
Sonntag, 3. Mai, um 12 Uhr im Pfarrzentrum „Römerhaus“.
KAPELLEN. Zwei Konzerte gibt der „Regenbogenchor“, dem rund 50 Kinder, Jugendliche und Erwachsene angehören.
Chorleiterin Regina Weusthoff und der
musikalische Leiter Richard Westerhaus
haben Werke aus den Konzerten der vergangenen zehn Jahre proben lassen. Die
Aufführungen in St. Clemens beginnen
am Samstag, 2. Mai, um 19 Uhr beziehungsweise tags darauf um 15 Uhr.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 33
AUS DEM ERZBISTUM
DÜSSELDORF:
Ronald Morschheuser,
Fax (0 21 73) 96 79 98
DÜSSELDORF. Mit einem „Caritas-Fachtag“ werden Menschen angesprochen,
die sich für Flüchtlinge einsetzen möchten. Am Freitag, 8. Mai, gibt es von 9 bis
12 Uhr Informationen über die Situation
von Flüchtlingen im Heimatland, auf der
Flucht und in Deutschland. Gemeinsam
überlegen die Teilnehmer, wie sie die
„neuen Nachbarn“ willkommen heißen
können. Der Tag wird von Flüchtlingsberater Sebastian Vogt geleitet und findet im
Caritas Fachdienst für Integration und Migration (FIM) in der Oststraße 40 statt. Die
Teilnahme inklusive Verpflegung ist für
Ehrenamtliche kostenfrei. Anmeldungen
bei Carolin Vornholt unter Telefon (02 11)
16 02-21 07 oder per E-Mail an carolin.
[email protected].
ALTSTADT. Im Mai bieten die Düsseldorfer Dominikaner eine dreiteilige abendliche Marienlob-Reihe mit dem Thema
„Reden wie Maria“ an. Beginn ist immer
montags um 18.45 Uhr in der ehemaligen Hofkirche St. Andreas an der Andreasstraße. Am 4. Mai spricht Pater Franz
Hoffmann OP zu „Ich bin die Magd des
Herrn“, am 11. Mai Pater Manuel Merten
OP zu „Meine Seele preist die Größe des
Herrn“. Dritter Termin ist am 18. Mai mit
Pater Elias H. Füllenbach OP, der „Was er
euch sagt, das tut“ thematisiert.
ITTER. „Jetzt ist hier aber mal Feuerabend!“ lautet die Einladung in der Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen.
Am Samstag, 9. Mai, wird um 18.30 Uhr
eine Familienmesse in St. Hubertus Am
Broichgraben gefeiert. Danach geht es
– bei jedem Wetter – auf die Pfarrwiese zum gemeinsamen Grillen, Singen am
Lagerfeuer und Stockbrotbacken. Spektakuläre Momente verspricht das Feuerspucken. Wer an dem „Feuerabend“ teilnehmen will, braucht dafür kostenpflichtige Karten, die gleichzeitig als Verzehrbons gelten. Sie sind am Samstag, 2. Mai
,nach der 18.30-Uhr-Messe erhältlich.
Fesselnde Wirkung
Paulus-Schwestern präsentieren faszinierende Literatur
DÜSSELDORF. Zu einer „Mußestunde“ luden die Paulus-Schwestern aus Anlass des
20. „Welttags des Buches“ ein. In der bahnhofsnahen christlichen Buchhandlung der
Schwestern an der Friedrich-Ebert-Straße
drehte sich alles um die „fesselnde“ Wirkung von Literatur. Diese wurde bildlich in
Schwester Teresia Higo FSP (von links), Amelie Besse, ihr
Bruder Benjamin, Theologin Ursula Thiele und Schwester
Gabriela Barucha FSP.
(Foto: RM)
Szene gesetzt mit einem übermannsgroßen
Buch, an das sich die Teilnehmer für ein Erinnerungs-Foto mit Tauen anbinden lassen
konnten. Leser, unter ihnen auch Bürgermeister Günter Karen-Jungen (Grüne), verrieten den Gästen, welches Werk sie besonders gefesselt hat. Der Bürgermeister sprach
über den Titel „Wir haben doch ein Auto“,
der von der Italien-Reise eines prominenten Paares mit dem Wohnmobil handelt. Die
zehnjährige Amelie Besse stellte das Kinderbuch „Die Nacht der Delfine“ vor. Die Theologin Ursula Thiele präsentierte den Roman
„Bleib bei mir“, der von der Bewältigung einer Lebenskrise mithilfe des persönlichen
Glaubens erzählt. „Das Ungewöhnliche an
der Veranstaltung war, dass von ganz verschiedenen Menschen ganz unterschiedliche
Bücher vorgestellt wurden“, sagt Buchhandlungs-Leiterin Schwester Gabriela Barucha
FSP. „Aber dennoch wurde etwas Schönes,
Verbindendes sehr deutlich: das Leseerlebnis.“ Nach jeder Vorstellung gab es für das
Publikum die rege genutzte Gelegenheit zu
Nachfragen an die Vortragenden. Die Mußestunde wurde abgeschlossen mit einem kleinen Umtrunk.
RM
„Gott in der Stadt“
Neue Veranstaltungsreihe im „maxhaus“ begeistert
DÜSSELDORF. Über ein ausverkauftes Haus
freute sich maxhaus-Programmreferentin Simone Twents bei ihrem neuen Angebot „Gott
in der Stadt“. „Es steht im Kontext missionarischer Pastoral und wendet sich an Menschen,
die sich gern in der Stadtkultur des 21. Jahrhunderts bewegen und sich den Glauben in ihrer
Kultur und Ästhetik angeboten wünschen“, erklärt sie das Konzept. „Das sind nach einer ersten Berührung mit Gott und Glauben Suchende,
aber auch Leute, die sich bereits in der Glaubens- und Kirchenwelt bewegen.“ Gewählt hat
Twents ein Freitag-Feierabend-Format mit Tapas, Musik und Gespräch. Christen berichten
aus ihrem Leben oder über Gotterfahrungen.
Am ersten Abend waren das Eva Essa und Eva
Bald. Sie engagieren sich im Verein Christliche
Hausgemeinschaft Düsseldorf für Menschen
in Drogenabhängigkeit und Prostitution. Auch
die Musik – den Auftakt machten Johannes
Falk und David Mette – kam nicht zu kurz. Der
nächste Termin ist für den 11. September vorgesehen. Frühzeitige Reservierung wird empfohlen unter Telefon (02 11) 9 01 0-2 52.
RM
DÜSSELDORF-SÜD. Ein Frühlingsfest feiern die Messdiener mit „ihrer“ Gemeinde
St. Bonifatius. Es steht unter dem Motto
„2015 Meter unter dem Meer – wir tauchen ab!“ Beginn ist am Samstag, 9. Mai,
nach der 17-Uhr-Messe in der Pfarrkirche
an der Max-Brandts-Straße.
Ausverkauft war das „maxhaus“ bei der Premiere von „Gott in der Stadt“.
34 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Foto: RM)
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Neue Nachbarn
HILDEN, LANGENFELD, MONHEIM:
Ronald Morschheuser,
KAB lädt Alteingesessene und Neuankömmlinge ein
Fax (0 21 73) 96 79 98
LANGENFELD/MONHEIM. „Alte“ und
„neue“ Nachbarn zusammenführen will die
Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)
in Langenfeld und Monheim. „Nicht erst seit
dem neuerlichen Schiffsunglück mit Hunderten toten Flüchtlingen im Mittelmeer gilt für
uns als KAB eine besondere Handlungsverpflichtung“, so die Vorsitzende der KAB St. Josef und Martin, Elsbeth Löken. „Gläubige und
nichtgläubige Menschen, überhaupt alle Humanisten, müssen jetzt tätig werden.“ Für eine
„Willkommensfeier“ am Samstag, 9. Mai, ist
das Pfarrzentrum St. Martin am Frankenplatz
in Richrath ausgewählt worden. Die Langenfelder KAB, der KAB-Städteverband Langenfeld/
Monheim und die Kreis-Caritas Mettmann kooperieren eng, um Alteingesessene und Neuankömmlinge miteinander in Kontakt zu bringen.
Zahlreiche ehrenamtlich Engagierte sind in der
Vorbereitung aktiv und kümmern sich um eine
herzliche Atmosphäre sowie das leibliche Wohl.
Sie haben auch die Kontakte zu Flüchtlingen
hergestellt. „Mit großer
und tiefer Freude kann
ich festhalten“, so die
Städteverbands-Vorsitzende Kerstin Hoffmann,
„dass erneut KAB-Mitglieder durch ihr Mittun
Solidarität als dauerhaftes und immer bewegendes Thema sichtbar machen.“ Wer sich bei weiteren Projekten ehrenamtlich einbringen will,
kann sich unter Telefon
Kerstin Hoffmann und der in Langenfeld wohnende KAB-Sekretär Rainer Pfuhl vor der (0 21 73) 7 18 04 melLandkarte von Monheim und Langenfeld auf dem Computer.
(Foto: RM) den.
RM
„Schätze heben“
Caritas-Initiative will Freiwilligenarbeit neu darstellen
KREIS METTMANN. „Freiwilligenarbeit samung und brauchen oft einfach nur Gesellmuss und darf Spaß machen“, so HeleneAdolphs schaft“, so Andreas Heitmann, Koordinator der
von der Caritas. Unter dem Motto „Augenblick Pflegestationen. Aber auch Helfer für Einkäumal… Mach, was du willst – verschenke Zeit“ fe oder das Erledigen von Post werden gesucht.
möchte die neue Initiative der Caritas im Kreis Dabei sollen die Freiwilligen auch von der Erehrenamtliches Engagement unter einem ande- fahrung älterer Menschen profitieren. Bei allem
ren Blickwinkel betrachten. „Unsere Tätigkei- werden die Freiwilligen von hauptamtlichen
ten waren schon immer von ehrenamtlichen En- Mitarbeitern begleitet. Alle Gesuche und Angagements flankiert“, so Matthias Katzenmeier, sprechpartner finden sich im Internet. MM
Caritas-Fachteamleiter. Neu sei die Bewertung, ➔ www.verschenke-zeit.de
dass „wir nicht nur Bittsteller sind, sondern auch
jede Menge zu bieten haben“, erklärt Katzenmeier. Ein konkretes Projekt
innerhalb dieser Initiative
ist „Schätze heben…“.
Dabei werden Personen
gesucht, die mit ihren individuellen Fähigkeiten
und Zeitmöglichkeiten
die Arbeit der CaritasPflegestationen in Velbert unterstützen. „Einige ältere Menschen Matthias Katzenmeier (rechts), Helene Adolphs und Andreas Heitmann wollen die
(Foto: MM)
leiden sehr unter Verein- Initiative in Velbert realisieren.
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
METTMANN, RATINGEN:
Maximilian Moll,
Telefon (02 02) 96 31 19 49
GRUITEN. Über die Restaurierung des Alten Nikolausturms auf dem katholischen
Friedhof (die Kirchenzeitung berichtete)
ist eine Dokumentation erstellt worden.
Herausgeber ist Professor Dr. Jürgen
Brandt. Das Buch „940 Jahre St. Nikolaus
bei Gruiten“ gibt Informationen zur Entstehungsgeschichte der Kirche aus dem
elften Jahrhundert, zu den Sanierungsmaßnahmen und archäologischen Skelettfunden am Turmsockel. Es kann im
Haaner Pfarrbüro gekauft werden.
MONHEIM. Die Frauengemeinschaft (kfd)
St. Gereon lädt zu einer Maiandacht „op
Platt“ ein. Sie wird am Mittwoch, 6. Mai,
in der Marienkapelle mit der Adresse An
d´r Kapell gefeiert. Beginn ist um 15 Uhr.
Die Mundart-Texte hat Paul Scharrenbroich geschrieben. Nach der Andacht
wird zu Kaffee und Kuchen in den Garten
des Deusser-Hauses eingeladen.
ERKRATH/UNTERBACH. Jugendliche und
Erwachsene können im Rahmen des Gemeindeprojekts „Schöpfung bewahren“
an St. Johannes der Täufer und Mariä
Himmelfahrt „natürlich kochen“. Mit frischen Zutaten wird am Dienstag, 5. Mai,
ein Schmorbraten mit Serviettenknödeln
zubereitet. Treffpunkt ist von 18 bis 21 Uhr
die Lehrküche der Realschule Erkrath in
der Karlstraße 7. Anmeldungen sind unter Telefon (02 11) 2 49 53 96 bei Andrea
Kampen erforderlich.
HEILIGENHAUS. Im Rahmen der Themenreihe „Schokolade“ des Ludgerustreffs
wird am Dienstag, 5. Mai, um 18 Uhr der
Film „Chocolat“ gezeigt. Um eine Anmeldung bei Ingrid Niering wird gebeten unter Telefon (0 20 56) 2 11 89.
NEVIGES. Die 334. Wallfahrtszeit im Mariendom zum Thema „Habt Vertrauen,
fürchtet euch nicht“ wird am Freitag, 1.
Mai, um 10 Uhr mit einem Pontifikalamt
mit Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp eröffnet.
METTMANN. Die Ministranten-Ausbildung in St. Lambertus beginnt am Sonntag, 3. Mai, um 15 Uhr in der Pfarrkirche
mit einem Informationstreffen. Interessierte Kinder sollten einen Elternteil mitbringen.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 35
AUS DEM ERZBISTUM
REMSCHEID UND SOLINGEN:
Michael Möller,
Telefon (0 21 91) 34 05 37
WUPPERTAL: Helmut Pathe,
Telefon/Fax (02 02) 8 54 08
SOLINGEN. Der Arbeitskreis Christlicher
Kirchen (ACK) lädt zum ökumenischen
Gottesdienst am Freitag, 8. Mai, um 19 Uhr
in die Stadtkirche am Fronhof ein. Erinnert
werden soll an den 70. Jahrestag des
Kriegsendes. ACK-Vorsitzender Stadtdechant Bernhard Dobelke hofft auf eine
große Beteiligung der Solinger Bürger.
WALD. Pater Louis stellt seine Sammlung von Madonnendarstellungen aus.
Briefmarken, Stempel, Statuen, Kerzen
und vieles mehr zeigen die Gottesmutter.
Zu sehen sind sie Exponate am Samstag,
2. Mai, von 16 bis 20 Uhr und Sonntag, 3.
Mai, von 11 bis 17 Uhr im Sälchen neben
St. Katharina.
WUPPERTAL. Zum vierten Mal lassen die
Künstler Olaf Reitz und Andy Dino Iussa
an Sonntagen im Mai Kirchtürme „sprechen“. Es seien Abende zwischen Theater, Literatur, Performance und Musik,
so die Organisatoren. Das Projekt habe
nichts mit religiöser Verkündigung zu tun,
betonen sie ausdrücklich. Am Sonntag,
10. Mai, 21.07 Uhr, findet die Aktion am
und mit dem Turm von St. Antonius statt,
am Sonntag, 24. Mai, 21.28 Uhr, steht der
Turm von St. Mariä Empfängnis im Mittelpunkt der Performance.
ELBERFELD. Zu einer Bergischen Kaffeetafel laden die Messdiener von St. Laurentius am Sonntag, 17. Mai, ab 15 Uhr in
den Breuer-Saal, Auer Schulstraße, ein.
Kostenpflichtige Karten sind im Pfarrbüro
erhältlich. Der Erlös kommt der Messdienerwallfahrt im Oktober zu Gute.
ELBERFELD. „Die Zehn Gebote aus jüdischer Sicht“ sind das Thema von Rabbiner David Vinitz von der Jüdischen Kultusgemeinde beim nächsten Glaubensforum von St. Laurentius. Es findet statt am
Mittwoch, 6. Mai, 20 Uhr, im Stadthaus am
Laurentiusplatz. Der Eintritt ist frei.
WUPPERTAL. Zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung zum Kriegsende laden die Stadt Wuppertal, die katholische
und die evangelische Kirche am Freitag,
8. Mai, 17 Uhr, in die Gemarker Kirche,
Zwinglistraße, ein. Stadtdechant Dr. Bruno Kurth und Superintendentin Ilka Federschmidt stehen der Liturgie vor.
Gastgeberin Rosina Wastl (Mitte) konnte ein Dutzend Gäste zu ihrem Märchenseminar begrüßen.
(Foto: MÖ)
Treff „Zum süßen Brei“
Märchenseminar für Senioren im „Lotsenpunkt“
LENNEP. Beim Märchentreff „Zum süßen
Brei“ stand zwar kein Brei, aber Kaffee und
Kuchen auf den Tischen des „Lotsenpunktes“.
Rund ein Dutzend Senioren war in die Kölner
Straße gekommen, um sich Märchen aus unterschiedlichen Ländern anzuhören, sie vorzulesen und über sie zu sprechen. Das Familienzentrum St. Bonaventura, die Pfarrgemeinde,
das katholische Bildungswerk und der Caritasverband haben diese Seminarreihe möglich gemacht. Bis zum 15. Mai stehen unter der Leitung von Rosina Wastl freitags von 15 bis
17.15 Uhr im „Lotsenpunkt“ für die Senioren
Märchen auf dem Programm. Weitere Informationen bei Rosina Wastl unter Telefon (0 21 91)
49 11 20.
MÖ
Ein Selfie nach Syrien
Ein herzliches Willkommen für Flüchtlinge
WUPPERTAL. Der Saal des Internationalen
Begegnungszentrums der Caritas war „ausverkauft“. Rund 150 Menschen, die ihre Heimat
verlassen mussten, waren zur Willkommensfeier für Flüchtlinge gekommen. Organisiert hatten das Treffen die Katholische Jugentagentur
(KJA), die Gemeinde St. Antonius, die Caritas
und die Katholische Arbeitnehmerbewegung
(KAB).
Bei typisch deutschem Kaffee und Kuchen,
aber auch orientalischem Tee bestand die Möglichkeit, sich über die Beratungsangebote in
Wuppertal zu informieren. Ein großer Stadt-
plan zeigte auf, wo welche Beratungsstelle zu
finden ist. Dass sogar Sozialamtsleiter Uwe
Temme gekommen war, machte deutlich, wie
wichtig auch der Stadtverwaltung solche Begegnungen sind. Die Gemeinde St. Antonius
zeigte auf, was sie an freizeitpädagogischen Angeboten für Kinder und Jugendliche organisiert.
Pfarrer Monsignore Michael Haupt begrüßte
die Besucher auf sehr ansprechende Art. Ihm
war die Begegnung von Mensch zu Mensch ein
besonderes Anliegen. Übersetzerinnen sorgten
dafür, dass er auch von den Flüchtlingen verstanden wurde. Mit dem Programm gelang es
schnell, eventuell bestehende Barrieren abzubauen. Dazu trug auch
Magier Donatus Weinert
bei, der mit einer Zauberschau die Kinder ansprach. „Dass von hier
ein Selfie nach Syrien
geschickt wurde, macht
sicher deutlich, dass die
Menschen sich bei uns
trotz ihres persönlichen
Schicksals angenommen
fühlen“, freute sich FeNicht nur die Kinder in der ersten Reihe, sondern den ganzen Saal unterhielt Magier lizitas Marx, GeschäftsDonatus Weinert und sorgte so für beste Stimmung.
(Foto: PA) führerin der KJA.
PA
36 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Arbeiten an Wallfahrtskirche beginnen
OBERBERGISCHER KREIS UND
ALTENKIRCHEN:
Heike Cosler,
Telefon (01 71) 3 60 96 14
Bis zur 600-Jahr-Feier der Stadt soll Projekt beendet sein
MARIENHEIDE. „Wir freuen uns, dass wir sade auch den Innenraum neu streichen und den
jetzt in die konkrete Planung der Instandset- Natursteinboden, der durch das hereingetragezung der Wallfahrtskirche einsteigen können“, ne Streusalz im Winter sehr gelitten hat, ausbessagte Martin Weiß vom Kirchenvorstand. Das sern könnten“, so Weiß. Er wünscht sich, dass
Erzbistum habe die Vorplanung für die Instand- bis zur 600-Jahr-Feier der Stadt Marienheide
setzung der Kirche St. Mariä Heimsuchung ge- 2017 das Projekt abgeschlossen ist. Die heutinehmigt und ein Architekt konnte beauftragt ge Pfarrkirche und Wallfahrtskirche St. Mariä
werden. „Wir werden den Putz an der Außen- Heimsuchung prägt seit dem ausgehenden 15.
fassade der Kirche instandsetzen und die Kir- Jahrhundert das Gesicht Marienheides.
HC
che anschließend wieder
Weiß streichen“, erklärte Architekt Peter Wirsing. Im Rahmen dieser
Arbeiten werden auch
an Dachrinnen und am
Dach schadhafte Stellen
ausgebessert. Ende 2012
wurden die ersten Schäden an der Außenfassade sichtbar. An den Eingängen zur Wallfahrtskirche sind Schilder angebracht worden, die vor
dem abbröckelnden Putz
warnen. „Es wäre schön,
wenn wir nach den Ar- Die Schäden an der Außenfassade sind unübersehbar. Schilder warnen die
(Foto: HC)
beiten an der Außenfas- Kirchenbesucher vor abbröckelndem Putz.
Plan nimmt Gestalt an
Erstes Informationstreffen am 8. Mai
RADEVORMWALD. „Pfarrer Marc D. Klein gen, gewandert. Harnischmacher konnte weitesprach mich an, ob ich nicht eine Wandergrup- re geübte Wanderführer von der Idee überzeupe in St. Marien und Josef auf die Beine stel- gen. „Jeder begibt sich gemäß seiner Tagesform
len könnte“, erklärt Hans Joachim Harnischma- in ‚seine‘ Gruppe mit eigener Wanderroute“, so
cher. „Die Idee fand Anklang und der Pfarrge- Harnischmacher. Am Freitag, 8. Mai, um 14.30
meinderat gab grünes Licht.“ Harnischmacher Uhr lädt er zu einem ersten Treffen in das Carihat in Sachen Wandern eine lange Erfahrung tashaus, Hohenfuhrstraße 16, ein. Information
– bereits seit zehn Jahren leitet er die Wander- und Anmeldung unter Telefon (0 21 95) 79 39
gruppe der VHS. Jetzt werden die Pfarrei-Plä- oder per E-Mail an hans.joachim.harnischne konkret: Die erste Wanderung soll am 7. [email protected]
HC
August stattfinden. Anschließend soll an jedem
ersten Freitag im Monat gewandert werden.
Treffpunkt ist um 14.30
Uhr am Caritashaus. „Es
soll ein Wandertag für
Jung und Alt werden.
Jeder kann mitmachen,
ob sportlicher Wanderer oder gemächlicher
Spaziergänger“, erklärte Harnischmacher. Es
wird in unterschiedlichen Gruppen, getrennt Hans Joachim Harnischmacher freut sich auf viele Teilnehmer bei den geplanten
(Foto: HC)
nach Leistungsvermö- Wanderungen der Pfarrgemeinde.
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
WALDBRÖL. Die Eröffnung der Maiandachten findet am Freitag, 1. Mai, um
18 Uhr in der Pfarrkirche St. Michael in
Waldbröl statt. Weitere Maiandachten
im Marienmonat Mai sind dienstags
um 18.15 Uhr in Nümbrecht sowie mittwochs um 18.15 Uhr in Waldbröl. Dazu
kommen die Maiandachten in Denklingen an jedem Donnerstag um 17 Uhr.
Informationen unter Telefon (0 22 91)
9 22 50.
ENGELSKIRCHEN-EHRESHOVEN. Das
Geistliche Zentrum der Malteser Kommende bietet vom 5. bis zum 7. Juni ein
Seminar zum Thema „Ende und Neuanfang – Zwischen dem Verlust Maltas
und der Neuformierung als Hospitalorden“ an. In dem Seminar wird die Malteser Geschichte von 1798 bis zum Jahr
1834 behandelt. Weitere Informationen
und Anmeldung unter Telefon (0 22 63)
80 00.
GUMMERSBACH. Die Frauengemeinschaft (kfd) bietet einen Nachmittag
mit „Meditativem Tanz – Bibeltanz“
an. Das Thema lautet „Bleibt in meiner Liebe“. Tanzleiterin Anne Helmes,
Mitglied in der Christlichen Arbeitsgemeinschaft Tanz, leitet die Veranstaltung am Samstag, 9. Mai, von 14.30
bis 16.30 Uhr im Gemeindezentrum, Bickenbacherstraße 98, Steinenbrück.
Anschließend haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, die Messe um 17
Uhr in St. Klemens mitzufeiern. Information und Anmeldung unter Telefon
(0 22 61) 47 90 18.
GUMMERSBACH. Seit 25 Jahren pilgert die Gemeinde in jedem Jahr nach
Sendschotten. Die Jubiläumswallfahrt
findet am Mittwoch, 6. Mai, statt. Die
Tour startet mit dem Wallfahrtssegen
um 8.30 Uhr in St. Franziskus, Gummersbach. Die nächste Station ist eine
Andacht um 9 Uhr in Derschlag. Von
dort geht es mit einer Planwagenfahrt
nach Belmicke, wo eine Andacht um 12
Uhr beginnt. Im Anschluss daran gibt
es eine Pause im Anna-Heim. Danach
geht es weiter nach Sendschotten, wo
die Wallfahrt mit der Messe um 15 Uhr
endet. Information und Anmeldung unter Telefon (0 22 61) 6 71 24.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 37
aus dem erzbistum
Rheinisch-Bergischer Kreis:
Siegbert Klein,
Mobil (01 77) 6 12 20 10
Leverkusen:
Kathrin Becker,
Mobil (01 62) 9 40 70 14
DÜRSCHEID. Ein Musikworkshop für Kinder und Jugendliche findet am 6. und 7.
Juli im Jugendheim von St. Nikolaus statt.
Es gibt ein Kreativ­orchester für Jugendliche von zehn bis 15 Jahren und einen
Ferienchor für Kinder von acht bis zwölf
Jahren. Informationen bei Willi Broich
unter Telefon (0 22 07) 62 03.
Stütze und Vorbild
Heinz-Peter Janßen als Pfarrer verabschiedet
BENSBERG. Den Weg von der Sakristei in
St. Nikolaus zum benachbarten Treffpunkt der
Pfarrei legt man in wenigen Sekunden zurück.
Für Pfarrer Heinz-Peter Janßen (70) dauerte er
am Samstagabend fast eine halbe Stunde, ehe
er zu seiner Abschiedsfeier kam. Immer wieder nahmen Pfarrmitglieder ihren Pfarrer in
den Arm und dankten ihm für sein fast 33 Jahre
langes Wirken in der Gemeinde.
Zuvor hatte Janßen seinen Abschied mit ei-
BERGISCH GLADBACH. Der Chor der
evangelischen Kirchengemeinde zum
Heilsbrunnen gestaltet am Sonntag, 3.
Mai, die Abendmesse um 18 Uhr in St.
Laurentius musikalisch mit.
BERGISCH GLADBACH. „Jung und Alt im
Glauben unterwegs“ ist die Pfarrwallfahrt
von St. Laurentius zur Abtei Marienstatt
überschrieben. Die Wallfahrt findet statt
am Samstag, 30. Mai. Nähere Informationen im Pastoralbüro.
LEVERKUSEN. Eine gemeinsame Maiandacht feiern die Kolpingsfamilien im
Stadtverband Leverkusen am Dienstag, 5.
Mai, um 19 Uhr im Altenberger Dom mit
Weihbischof Manfred Melzer und Kolping-Bezirkspräses Pfarrer Ulrich Kern.
Im Anschluss wird auf der Domwiese gegrillt. Einen Tag später, am 6. Mai, wallfahren die Frauengemeinschaften des
kfd-Stadtverbandes nach Altenberg und
feiern dort um 15.30 Uhr eine Maiandacht.
WALDSIEDLUNG. „Die Diskussion um
die Sterbehilfe und die Haltung der Kirche“ sind Thema bei der Veranstaltung
des Bildungskreises von St. Albertus Magnus am Dienstag, 5. Mai, um 19.30 Uhr im
Albertussaal. Referent ist Ulrich Fink, Diözesanbeauftragter für Ethik im Gesundheitswesen und Hospizseelsorge im Erzbistum.
WIESDORF. Am Wochenende 9./10. Mai
findet die Fußwallfahrt nach Bergheim
zum Gnadenbild der schmerzhaften Gottesmutter statt. Los geht es am Samstag
um 7 Uhr mit der Pilgermesse in St. Antonius. Für Personen, denen der Weg zu
weit ist, gibt es eine Busfahrt am Samstag
um 16.30 Uhr ab der Haltestelle Dhünnstraße/Adolfsstraße. Nähere Auskünfte erteilt Rainer Konertz unter Telefon
(0 21 71) 3 14 61.
➔➔ www.bergheim-wallfahrt.de
Gemeindemitglieder danken ihrem Pfarrer Heinz-Peter
Janßen für fast 33 Jahre Einsatz und wünschen ihm alles
(Foto: KL)
Gute für den Ruhestand. nem Dankgottesdienst in der Pfarrkirche gefeiert. Am 3. Oktober 1982 sei er ein Fremder gewesen. Heute sei er in der Gemeinde zu Hause.
Es falle ihm schwer loszulassen, aber es sei an
der Zeit, die Seelsorge in jüngere Hände zu geben. „Ich bin bereit für neue Aufgaben“, sagte
er in Erinnerung an seine Priesterweihe. Andreas Süß (40) werde sein Nachfolger sein, gab er
der Gemeinde bekannt.
Kreisdechant Norbert Hörter dankte seinem
Mitbruder für dessen Unterstützung in schwierigen Zeiten: „Du warst mir oft eine gute Stütze.“ Pfarrer Wolfgang Graf von der evangelischen Gemeinde sagte: „Lieber Bruder, Du
warst mir ein Vorbild. Du bist ruhig und besonnen, klar redend und hast einen festen Standpunkt. Mit Dir hat es Spaß gemacht, über den
Tellerrand der Gemeinden zu schauen.“
Für die Pfarrgemeinde dankte Martin
Broch­haus, weil er den Laien viel zugetraut
habe. Über 400 Männer und Frauen und 300
Kinder und Jugendliche seien aktiv. Bürgermeister Lutz Urbach (CDU) meinte, der Abschied mache traurig, jedoch dass Janßen in die
Nachbarschaft nach Herkenrath ziehe, stimme
KL
ihn und viele Menschen froh. Anlaufstelle auf dem Friedhof
Begegnungsstätte Reuschenberg jeden zweiten Sonntag geöffnet
LEVERKUSEN. „Irgendwann hab ich mir
ein Herz gefasst und bin reingegangen, verheult wie ich war. Und ich bin so lieb empfangen worden, das war eine richtige Wohltat.
Ich habe einen Kaffee bekommen und musste
erstmal kein Wort sagen – das hätte ich auch
noch gar nicht gekonnt. Die Woche drauf, da
hab ich dann reden können. Und auch das tat
einfach gut.“ So erinnert sich eine der Frauen,
die in der Begegnungsstätte auf dem Friedhof
Reuschenberg um die Kaffeetafel sitzen, an ihr
„erstes Mal“ im Pavillon. Die Holzhütte, die
früher im finnischen Dorf auf der Landesgartenschau stand, ist Anlaufstelle für alle Friedhofsbesucher, die ein offenes Ohr suchen, die
in ihrer Trauer nicht wissen wohin, die einfach
mal einen Moment verschnaufen wollen. Sie ist
ein Angebot des evangelischen Kirchenkreises
und wird vom katholischen
Stadtdekanat
unterstützt.
„Und unsere Ehrenamtler
kommen auch aus Gemeinden beider Konfessionen“,
sagt Dörte Polock, die das
Angebot koordiniert. Zwei
Ehrenamtliche sind zur Öffnungszeit immer vor Ort, oft
kommen andere dazu. „So
hat der Sonntag ein Ziel“,
sagt eine der Frauen. Geöffnet ist der Pavillon jeden
zweiten und vierten Sonntag
im Monat von 14 bis 17 Uhr.
Informationen gibt es bei
Doris Mews und Hannelore Langewiesche gehören zum Kreis der Ehrenamtlichen, Dörte Polock unter Telefon
die im Begegnungspavillon sonntags für Trauernde da sind.
(Foto: KB) (01 57) 80 56 66 66. KB
38 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.deAusgabe 18/15 | 1. Mai 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Nachmachen möglich
Sammlung von Wortgottesfeiern als Buch erschienen
ZANGE. „Eine Kirche ohne Hoffnung, was ist
das denn?“ Diese Frage spornte vor fünf Jahren eine kleine Gruppe von engagierten Christen an, für ihre Kirche zu kämpfen. St. Hedwig
sollte geschlossen werden, doch die fünf Laien
erreichten, dass sie dort einmal im Monat eine
Wortgottesfeier feiern durften. „Der Optimis-
Herausgeber Heinz Josef Stommel (rechts) und Verleger
Klaus Walterscheid bei der Vorstellung des Buches.
(Foto: CG)
mus war grenzenlos“, erinnert sich Dr. Heinz
Josef Stommel. Allerdings gab es kaum Gestaltungsvorlagen. Inzwischen wurde die 50. Wortgottesfeier begangen (die KiZ berichtete), und
das Team hat eine Form gefunden, in der alle
Sinne angesprochen werden. So wird bei den
Feiern, die inzwischen gut angenommen werden, gebetet, gesungen, über Bibeltexte meditiert, mittels Bildern das Gehörte visuell neu erlebt und vertieft. Um anderen Gemeinden, die
auch auf der Suche nach Möglichkeiten sind,
Gottesdienste ohne Priester zu feiern, Mut zu
machen, hat Heinz Josef Stommel jetzt fünf
verschiedene Wortgottesfeiern – vom österlichen Taufgedächtnis bis zum Totengedächtnis
und Auferstehungsgottesdienst – und ein Krippenspiel in einem kleinen Buch zusammengefasst. Zudem ist die Erfolgsgeschichte der Zanger Wortgottesfeiern dokumentiert. Die Publikation „Gottes Wort in unserer Mitte“ mit
75 Seiten und zahlreichen Illustrationen ist im
Rheinlandia-Verlag erschienen und im Siegburger „Treffpunkt am Markt“ oder im örtlichen Buchhandel erhältlich.
CG
Viel Platz zum Spielen und Träumen
Grundsteinlegung für den Kindergarten
UCKERATH. „Ihr seid heute die Allerwichtigsten“, versicherte Pfarrer Christoph Jansen den Kindern. Die hatten mit ihren Namen,
Handabdrücken und Wünschen – ein Trampolin, ein lila Pferd, einen Fußballplatz – ein Papierband geschmückt, das nun im Grundstein
verewigt werden sollte. Denn im Johannesweg, gleich neben der Kirche, entsteht ein neuer Kindergarten. Schon seit sechs Jahren hatte
man sich in der Pfarrei St. Johannes der Täufer
Gedanken über einen Neubau gemacht. Denn
der „alte“ dreigruppige Kindergarten war für
die Betreuung von Kindern unter drei Jahren
nicht geeignet. Vor vier Jahren wurden die Plä-
ne dann konkret und jetzt feierte die Gemeinde
Grundsteinlegung. 561 Quadratmeter Nutzfläche und 2690 Kubikmeter umbauten Raum hat
der Neubau, der ab August 2016 zwei Gruppen
mit insgesamt 10 Kindern unter und 30 Kindern ab drei Jahren beherbergen soll. Die dritte
Gruppe bleibt im jetzigen Kindergarten. „Wenn
alles fertig ist, haben wir hier ein schönes Pfarrzentrum mit renoviertem Pfarrheim, Pfarrhaus
und Kindergarten“, freut sich Kirchenvorstand
Hans-Peter Höhner. Der stellvertretende Bürgermeister Thomas Wallau (CDU) wünschte
eine schöne Zeit in dem neuen Kindergarten.
CG
EITORF, HENNEF, KÖNIGSWINTER,
NEUNKIRCHEN, SIEGBURG,
SANKT AUGUSTIN UND
TROISDORF:
Christa Gast,
Telefon (0 22 44) 46 85
NIEDERKASSEL. Silbernes Diakonenjubiläum kann am Dienstag, 5. Mai, Michael Ries (Foto) feiern.
Schon immer stark in
der Pfarrei engagiert,
drängte es ihn nach
über 30 Jahren als
Speditionskaufmann
sich noch stärker
einzubringen. Er entschloss sich 1986 zu
einem Studium am Diakoneninstitut in Köln
und wurde am 5. Mai 1990 von Weihbischof Dr. Augustinus Frotz geweiht. Während des anschließenden zweijährigen
Pastoralkurses war er an seinem Wohnort Niederkassel als Diakon eingesetzt.
Anschließend führte ihn sein Weg nach
St. Pantaleon in Brühl-Badorf. Dort unterstützte er den Pfarrer, nahm sich besonders der Erstkommunionkatechese und
der Caritas an und gab den Anstoß zur
Partnerschaft mit einer Pfarrei in Kenia.
Seit 2009 lebt er im Ruhestand und hilft in
Niederkassel aus, wenn Not am Mann ist.
BAD HONNEF. „Ich habe Dich mit Deinem Namen gerufen“ ist eine Einzel-Exerzitien-Begleitung im Schweigen überschrieben, die in der Woche vom 10. bis
17. Mai in der Begegnungsstätte Haus
Magdalena, Königin-Sophie-Straße 10,
stattfindet. Teilnahme nach Rücksprache
mit dem Exerzitienleiter Pater Friedel Weiland SAC. Information unter www.begegnungsstaette-haus-magdalena.de oder
Telefon (0 22 24) 95 00.
UNKEL. Anlässlich der Veranstaltung
„Rhein in Flammen“ findet am Samstag,
2. Mai, in St. Pantaleon um 17.30 Uhr eine
Jugendmesse zum Thema „Feuer“ statt.
EUDENBACH. Zum Kirchenkino im Pfarrheim lädt der Ortsausschuss am Sonntag,
3. Mai, um 10.30 Uhr nach der Messe ein.
Gezeigt wird der mehrfach international
ausgezeichnete Film „Philomena“. Eintritt
kostenlos. Freigabe ab 6 Jahre.
Unter den Augen von Architekt Guido Casper, Vize-Bürgermeister Thomas Wallau und Pfarrer Christoph Jansen (von links)
legte Hans-Peter Höhner die Plombe in die Mauer.
(Foto: CG)
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
WARTH. Ein Bibliodrama-Nachmittag
mit Pater Thomas Heck findet am Samstag, 2. Mai, von 14 bis 19 Uhr im Pfarrheim
der Pfarrei Liebfrauen statt. Anmeldungen unter Telefon (0 22 42) 41 82.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 39
AUS DEM ERZBISTUM
BAD MÜNSTEREIFEL, EUSKIRCHEN
UND ZÜLPICH: Anja Krieger
Telefon (0 22 51) 5 51 36
BORNHEIM, MECKENHEIM UND
RHEINBACH: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
VEYTAL. Die nächste Veranstaltung in der
Konzertreihe im Seelsorgebereich Veytal
findet am Sonntag, 3. Mai, um 19.30 Uhr in
St. Severinus in Kommern statt. Der spanische Organist Teófanes González Palenzuela spielt an der Klaisorgel.
„Alle Jahr, so lang das Dorp steht“
Wallfahrt 1807 auf Viehseuche begründet
PALMERSHEIM. Zu einer verheerenden Viehseuche und deren „Abwendung“ wurde im Gemeindenachbarbuch des Ortes im Jahr 1807 folgender Eintrag gemacht: „So hat die Gemeinde
sich entschlossen, alle Jahr, so lang das Dorp
steht, auf den 8ten Dag May, nämlich Michaels
Erscheinung, einen Bittgang auf Michelsberg
zu gehen“, die zu Hause Bleibenden sollten an
BAD MÜNSTEREIFEL. Kinder ab der ersten Schulklasse sind zum Kinderchortag
des Seelsorgebereichs Bad Münstereifel
eingeladen. Am Samstag, 9. Mai, wird das
kurze Singspiel „Der Rabe Tao“ eingeübt
und aufgeführt. Die Kinder können sich
singend im Kinderchor, sprechend, spielend oder bastelnd einbringen. Der Chortag beginnt um 9.45 Uhr im Josefshaus,
Alte Gasse 19, und endet gegen 16.30 Uhr.
Ab 16 Uhr sind Familien und Interessierte zur Aufführung eingeladen. Anmeldung bei Andreas Schramek unter Telefon (01 76) 24 01 62 73.
ZÜLPICH. Auf vielfachen Wunsch laden
der „Runde Tisch Flüchtlingsarbeit“ und
die Stadt Zülpich zu einem Bürgerinformationsabend ein. Themen werden die
aktuelle Situation und zukünftige Entwicklung der Flüchtlingszahlen sowie Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge sein. Referent ist Jürgen Preuß, Fachbereichsleiter der Stadt Zülpich. Mitglieder des „Runden Tisch Flüchtlingsarbeit“
werden über ihre Arbeit und Angebote für
die Flüchtlinge informieren. Die Veranstaltung am Montag, 4. Mai, beginnt um
19.30 Uhr im Pfarrzentrum, Mühlenberg.
KOMMERN. Die Frauengemeinschaft
(kfd) Kommern lädt zur Fußwallfahrt zur
Eickser Waldkapelle ein. Treffpunkt ist
am Mittwoch, 6. Mai, um 14 Uhr auf dem
Kirchbergplatz, Kirchberg 14. Gegen 15.30
Uhr findet eine Andacht in der Eickser
Pfarrkirche St. Martin statt. Der Pilgergang endet mit einem Beisammensein in
der Zehntscheune in Eicks. Informationen bei Margot Oberauner unter Telefon (0 24 43) 55 61.
Margret Witt mit dem Gemeindenachbarbuch. (Foto: AK)
der Pfarrkirche St. Peter und Paul „dem Umgang und dem Hochamt beiwohnen, sowie eine
Kollekte für ein Brandopfer im Dorf abhalten“.
Seitdem wird jährlich am 8. Mai die Wallfahrt
zum Michelsberg durchgeführt. „Wir haben
den ursprünglichen Termin immer beibehalten,
auch wenn er nicht auf ein Wochenende fiel“, so
Margret Witt, die seit mehr als 20 Jahren mitpilgert und gemeinsam mit Küsterin Uschi Spaleck die Vorbereitungen übernimmt. Von ihrem
mittlerweile verstorbenen Vater, Jahrgang 1921,
weiß Witt, dass die Tradition auch während der
Kriegsjahre nicht unterbrochen wurde. In einer
Chronik des Heimat- und Dorfverschönerungsvereins ist nachzulesen, dass 1954 eine Person
aus jedem Haushalt teilgenommen hat und bis
in die späten 1990er-Jahre während der Dauer der Prozession kein Vieh auf die Weide getrieben wurde. Heute gibt es keine Viehbauern
mehr im Ort, dennoch werden sich die Wallfahrer auch in diesem Jahr um 7.30 Uhr von der
Pfarrkirche aus auf den Weg machen, zunächst
zu Fuß bis zur Steinbachtalsperre, dann in Fahrgemeinschaften bis zum „Decke Tönnes“ und
wiederum zu Fuß zum Michelsberg, wo gegen
10.30 Uhr eine Andacht in der Kapelle St. Michael gefeiert wird.
AK
Quilt zum Geburtstag
Patchworkgruppe „MeckPatch“ dankt Familienbildungswerk
MECKENHEIM. Ein großer farbenfroher
Quilt ziert jetzt den Eingangsbereich des Familienbildungswerks im Caritashaus. Der Wandbehang ist das Geschenk der Patchworkgruppe „MeckPatch“ zum 40-jährigen Bestehen des
Bildungswerks.
Bei der Übergabe des Quilts an die Leiterin
der Einrichtung, Anne Schmidt-Keusgen, bedankte sich die Sprecherin der Gruppe, Genoveva Scheuerer, dafür, dass die Näherinnen in den
Räumen des Bildungswerks seit 2014 eine feste
Heimat gefunden haben. Der Quilt besteht aus
90 Quadraten, die allesamt auf die Arbeit des
Familienbildungswerks anspielen. Das „Katholische Familienbildungswerk im RheinSieg-Kreis“ entstand 1975 aus den Mütterbildungsmaßnahmen in den Gemeinden. Bis
heute bietet es Orientierung und Unterstützung bei der persönlichen Lebensgestaltung
in der Familie.
ES
WACHTBERG. Am Ehrenmal auf dem
Wachtberg bei Berkum findet an Christi Himmelfahrt, 14. Mai, zum vierten Mal
das Fest „Zwischen Himmel und Erde“
statt. Es beginnt um 10 Uhr mit einer
Messe, an die sich die Tiersegnung anschließt.
Anne Schmidt-Keusgen (links) erhielt von der Patchworkgruppe „MeckPatch“ einen bunten Quilt.
40 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Foto: ES)
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Ein hochkarätiges Dokument
St. Petrus feiert 1000 Jahre Stiftskirche
BONN. „Ein hochkarätiges Dokument“ ist für
Kardinal Rainer Maria Woelki die Kaiserurkunde aus dem Jahr 1015, die den Ursprung
der Stiftskirche dokumentiert. Im Grußwort
zu dem Jubiläum „1000 Jahre Kirche im Bonner Norden“ teilt der Erzbischof die Freude der
Pfarrei St. Petrus, zu der die Kirche St. Johannes Baptist und Petrus – auch der „Kuhle Dom“
genannt – gehört. Im Februar 1015 hatte Kaiser Heinrich II. dem Frauenkloster St. Petrus zu
„Dietkirchen“ eine große Besitzung geschenkt,
wie die Urkunde im Archiv der Stiftskirche belegt. Von diesem Kloster und späteren Stift war
die Pfarrei getragen. Denn Dietkirche (Diet =
Volk), so der leitende Pfarrer Raimund Blanke,
besage, dass die Kirche nicht nur dem dort ansässigen Konvent diente, sondern Pfarrkirche
und Taufkirche für das ganze Volk war: „Das
weist die Stiftskirche als erste Pfarrkirche im
Bonner Raum aus.“ Am Sonntag, 3. Mai, startet der Festmonat: mit
einem Gottesdienst um
10.30 Uhr und der Eröffnung einer Ausstellung zur Geschichte der
Pfarrei um 11.30 Uhr im
Katholischen Bildungswerk,
Kasernenstraße
60. In den folgenden Wochen wird das Jubiläum
mit Vorträgen, Führungen, Konzerten, einem
Mittelaltermarkt und vielem mehr begangen. Der
Festgottesdienst ist am
Sonntag, 10. Mai, um
Die Stiftskirche an der Kölnstraße feiert das Jubiläum „1000 Jahre Kirche im Bonner 9.30 Uhr.
BBW
Norden“.
(Foto: BBW) ➔ www.sankt-petrus-bonn.de
„Flüchtlinge nicht instrumentalisieren“
Ökumenischer Arbeitskreis mahnt Parteien zur Einigkeit
WACHTBERG. Die aktuelle Flüchtlingspro- ter der Parteien das Thema zur Profilierung nutblematik solle nicht zu einem Zankapfel der zen“, so Uhl und Zimmermann. Sie erinnern dapolitischen Parteien werden. Dazu mahnt der ran, dass die Zahl der augenblicklichen FlüchtÖkumenische Arbeitskreis zur Betreuung von linge im Vergleich zu der in den 1990er-Jahren
Flüchtlingen und Asylbewerbern Wachtberg in gering sei. Damals kamen 500 zu Betreuende
einem Offenen Brief an die Ratsfraktionen, den ins Drachenfelser Ländchen. Diese MammutKurt Zimmermann und Harald Uhl Wachtbergs aufgabe sei einvernehmlich gelöst worden. Der
Bürgermeisterin Renate Offergeld überreich- Ökumenische Arbeitskreis bietet in dem Brief
ten. Über die Unterbringung der Flüchtlinge seine Mitarbeit an, die aktuellen Probleme im
und der Einrichtung eines Runden Tisches für gleichen Geiste zu bewältigen.
ES
Flüchtlingsfragen war es
im Sozialausschuss des
Wachtberger Gemeinderates zu Differenzen
zwischen den Parteien
gekommen. Der Ökumenische Arbeitskreis
appelliert an die Kommunalpolitiker, die dringenden Aufgaben gemeinsam und in gutem
Einvernehmen zu lösen.
„Es ist für unser humanitäres Bemühen nicht Einen Offenen Brief zur Flüchtlingsproblematik überreichten Kurt Zimmermann (von links)
(Foto: Privat)
hilfreich, wenn Vertre- und Harald Uhl an Wachtbergs Bürgermeisterin Renate Offergeld.
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
BONN: Beate Behrendt-Weiß,
Telefon (0 22 26) 1 55 43
BORNHEIM, MECKENHEIM UND
RHEINBACH: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
BONN. Zum vierten Mal findet in diesem
Jahr das Bonner Orgelfest statt. Einen
ganzen Monat lang stehen Orgelkonzerte in Kirchen und Privathäusern, Orgelführungen für Familien mit Kindern, ein
Werkstattbesuch bei der Orgelbaufirma
Klais, die im vergangenen Jahr die neue,
am Fest beteiligte Orgel in St. Joseph ge-
baut hat (Foto), und vieles mehr auf dem
Programm. Die Eröffnung ist am Samstag,
2. Mai, von 11 bis 15 Uhr in der Namen-Jesu-Kirche, Bonngasse.
➔ www.bonner-orgelfest.de
BONN-WESTSTADT. Zur „Begegnung
unter dem Maibaum“ lädt die Gemeinde
St. Michael, Rheinbacher Straße 1, am
Sonntag, 3. Mai, nach dem Gottesdienst
ab 12 Uhr neben der Kirche ein.
BONN-BAD GODESBERG. Die Missionszentrale der Franziskaner lädt zu einer Pilgerreise auf den Spuren des heiligen Franziskus ein. Sie führt vom 19. bis
27. September zu den Stätten des Lebens
und Wirkens des heiligen Franz von Assisi. Informationen bei Pater Francis MCBS
unter Telefon (02 28) 9 53 54 31.
BONN-MUFFENDORF. Zum Thema „Der
Mensch als Untertan der Ökonomie“
spricht der Sozialethiker Professor Dr.
Friedhelm Hengsbach SJ am Mittwoch,
6. Mai, um 20 Uhr im Pfarrsaal St. Martin,
Klosterbergstraße 2 a.
BONN-TANNENBUSCH. „Der Islam in
Deutschland“ ist das Thema von Dr. Timo
Güzelmansur beim Thomas-Morus-Kreis
am Freitag, 8. Mai, um 19.30 Uhr im Pfarrsaal St. Thomas Morus, Pommernstraße.
BONN. „Resilienz – die Kraft in der Krise“.
Darüber spricht die Referentin Anke Uhlmann am Mittwoch, 6. Mai, um 19.30
Uhr in der Familienbildungsstätte, Lennéstraße 5.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 41
AUS DEM ERZBISTUM
BEDBURG, BERGHEIM, KERPEN,
PULHEIM, BRÜHL, ERFTSTADT,
FRECHEN, HÜRTH, WESSELING:
Benedikt Boecker,
Telefon (01 77) 8 77 24 94
[email protected]
RHEIN-ERFT-KREIS. Einen Tag für Paare rund um ihr silbernes Hochzeitsjubiläum bieten die Pastoralreferenten Regina
Oediger-Spinrath und Martin Bartsch unter dem Titel „Wie die Zeit vergeht!“ am
Sonntag, 31. Mai, an. Nähere Informationen und Anmeldung unter Telefon (01 52)
01 64 20 74 oder per E-Mail an reginaoe@
netcologne.de.
PULHEIM. Das Hospiz Pulheim lädt ein zur
Stadtführung „Orte der Trauer in Köln“
am Freitag, 8. Mai, um 16 Uhr. Treffpunkt
ist an der Kirche St. Agnes, Neusser Platz
18, in Köln. Bei dem Rundgang sollen gemeinsam mit Stadtführerin Petra LentesMeyer Orte besucht werden, an denen
auf eine besondere Art und Weise an
Tote und Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht wird. Der Weg führt von
St. Agnes über St. Ursula zu einer Grablegungsgruppe in Groß St. Martin. Von dort
geht es zu den Trauernden Eltern in der
Kirchenruine von Alt St. Alban und zu dem
„Schwebenden“ von Ernst Barlach in der
Antoniterkirche. Anmeldung erforderlich
unter Telefon (0 22 38) 5 27 13. Die Führung ist kostenfrei.
HÜRTH. Bei den Sommerferienspielen
von Stadt und Caritas sind in der Zeit von
Montag, 29. Juni, bis Freitag, 10. Juli, und
von Montag, 20. Juli, bis Freitag, 31. Juli,
unter dem Motto „Spitzenmäßige Ferienspiele“ noch Plätze frei. Die Veranstaltungen finden in der Friedrich-Ebert-Realschule Hermülheim, Krankenhausstraße
91, jeweils montags bis freitags von 9 Uhr
bis 16.30 Uhr statt. Auf dem Programm
stehen Spiel-, Sport- und Kreativangebote sowie Ausflüge. Anmeldung unter Telefon (0 22 33) 79 90 91 68.
ERFTSTADT. Der Hospiz-Verein Erftstadt
sucht für den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst im Rhein-Erft-Kreis ehrenamtliche Mitarbeiter. Begleiter in der
ambulanten Hospizarbeit tragen dazu bei,
den erkrankten Kindern, Jugendlichen
und jungen Erwachsenen eine möglichst
hohe Lebensqualität zu ermöglichen
und die letzte Lebenszeit würdevoll und
erfüllt zu gestalten. Interessierte erhalten
mehr Informationen am Dienstag, 12. Mai,
um 18 Uhr in den Räumen des Hospiz-Vereins Erftstadt Carl-Schurz-Straße 105.
Hilfe zur Selbsthilfe
Adolph-Kolping-Preis für Verein „Deutsche Kamerun-Hilfe“
KERPEN. Dem in Sindorf ansässigen Verein „Deutsche Kamerun-Hilfe“ ist von der
Adolph-Kolping-Stiftung der Adolph-Kolping-Preis verliehen worden. Nach einer
Marlies Sieburg überreichte Alphonse Yombi den mit 5000
Euro dotierten Adolph-Kolping-Preis.
(Foto: BB)
Festmesse in der Stiftskirche St. Martinus
folgte ein Festakt mit der Auszeichnung. Der
Verein wurde 2002 von Alphonse Yombi gegründet, einem ehemaligen Fußballnationalspieler und Weltmeisterschaftsteilnehmer
Kameruns. Er nahm den mit 5000 Euro dotierten Preis als Vorsitzender des Vereins entgegen.
Die „Deutsche-Kamerun-Hilfe“ hat bisher drei Ausbildungsstätten für bedürftige
Menschen in Kamerun gebaut. Schreinereien, Computerschulen, eine Nähschule, eine
Druckerei, eine Krankenstation und Fußballschulen gehören zu den Hilfsprojekten des
Vereins. Die Ausbildungsangebote basieren
auf der Grundidee: „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Die Menschen sollen durch eine qualitativ
hochwertige Ausbildung die Möglichkeit erlangen, ein eigenständiges Leben führen zu
können.
Marlies Sieburg (SPD), Bürgermeisterin
der Kolpingstadt Kerpen und Vorsitzende der
Adolph-Kolping-Stiftung, betonte den „unermüdlichen Einsatz ehrenamtlicher Kräfte
des Vereins“. Die Laudatio für den Preisträger hielt Peter Schwab vom Internationalen
Kolpingwerk.
BB
Gemeinsam stärker
Weihbischof Manfred Melzer besucht Jugendverbände
ERFTSTADT. Weihbischof Manfred Melzer
besuchte die Vertreter der Jugendverbände im
Rahmen seiner Visitation des Dekanats. Die Jugendlichen hatten den Weihbischof eingeladen,
um ihm ihre Arbeit in der Gemeinde zu präsentieren. So stellten sich die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg Stamm Las Casas, die Messdiener aus Erftstadt-Erp, Erftstadt-Lechenich,
Erftstadt-Bliesheim und Erftstadt-Liblar, die
Katholische Jugendgemeinschaft in Lechenich
und die Katholische Jugendgemeinschaft Erft-
stadt-Nord aus Kierdorf und Köttingen dem
Gast aus Köln vor. Anhand von Plakaten zeigten sie die Aktionen und die Struktur ihrer Verbände.
Melzer zeigte sich beeindruckt von der „Organisation, der Struktur und besonders dem Engagement“ der Jugendlichen. Er regte an, die
Jugendverbände sollten sich in Zeiten, in denen Kinder immer schwieriger für ein solches
Engagement zu begeistern seien, zusammenschließen, um so attraktiver zu sein.
BB
Die Angehörigen der Jugendverbände Erftstadts luden Weihbischof Manfred Melzer (Bildmitte) im Zuge seiner Visitation
des Dekanats zur Präsentation ihrer Aktivitäten ein.
(Foto: BB)
42 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Fürs Baby gibt es gleich die Klubkarte
KÖLN: Felicitas
Rummel-Volberg,
Telefon (02 21) 87 88 55
FC-Familienzimmer im St.-Elisabeth-Krankenhaus
HOHENLIND. Der Stürmer versprach, seinen
Kollegen gleich eine Rundmail zu schicken und
ihnen in Sachen Geburten das St.-ElisabethKrankenhaus zu empfehlen. Denn dort gibt es
ab sofort ein Familienzimmer, das dem 1. FC
Köln gewidmet ist. Zur Eröffnung war der Stürmer Patrick Helmes auf die Wöchnerinnenstation gekommen, um das neue FC-Zimmer
in Augenschein zu nehmen. Frisch gebackene
Eltern können die ersten Tage mit ihrem Neugeborenen in dem Zimmer verbringen und es
gleich auf den „richtigen“ Verein einstimmen.
Das Zimmer ist in Rot-Weiß gehalten, und typische Fan-Artikel wie ein Fußballtrikot oder
ein weißer Geißbock aus Gips, vervollständigen das Fußball-Zimmer. Wie KrankenhausGeschäftsführer Horst Kugelmeier erklärte,
können die Eltern direkt über das Krankenhaus
eine Mitgliedschaft beim FC für das Baby beantragen. Die Idee zu diesem Zimmer stammte von Professor Dr. Daniel Rein, Chefarzt der
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, der
gute Kontakte zum Präsidenten des FC, Werner
Spinner, hat. Spinner, selber in Hohenlind geboren, nahm die Idee gerne auf, und die Vorbereitungen konnten beginnen, die von Monique
Nentwich, der leitenden Hebamme, unterstützt
Stürmer Patrick Helmes kam zur Eröffnung des Zimmers in
Rot-Weiß, das dem FC gewidmet ist.
(Foto: RUM)
wurden. Bei der Eröffnung des Zimmers erklärte Kugelmeier, dass das Krankenhaus als Haus
mit Tradition Köln und seinem Fußballverein
eng verbunden sei und übergab Helmes, selber
Vater einer dreijährigen Tochter, seinen Antrag
auf die Aufnahme in den Verein.
RUM
Heimlich Stich für Stich genäht
Selbstgenähtes Messgewand für Pfarrer Thranberend
SÜLZ. Da musste schon eine ganze Menge
Stoff eingekauft werden. Denn es galt für den
knapp zwei Meter großen Geistlichen ein neues Gewand zu schneidern. Angelika Ottersbach, Direktorin des Irmgardis-Gymnasiums,
hatte sich zum Ziel gesetzt, dem langjährigen
Schulseelsorger Klaus Thranberend ein Messgewand zum Abschied zu nähen. Nach neun
Jahren verließ der beliebte Geistliche die Schule und wurde jetzt als Hochschulpfarrer eingeführt (die Kirchenzeitung berichtete). Bei seiner
Einführung trug der Pfarrer das in den Farben
dunkel-gelb-gold gehaltene Gewand – sehr zur
Freude von Ottersbach, die zur Einführung in
die Hochschulgemeinde gekommen war. Vier
Meter Rohseide kaufte die Hobbynäherin ein
und gleich nochmal soviel beiges Futter. Die
Vorderseite ziert ein zartes Geflecht von Satinbändern in Gelbtönen. „Die Bänder stehen als
Symbol für unsere Schulgemeinde, die gut miteinander verwoben ist; sie stehen für die Schüler, für die Lehrer, für die Eltern, für den Geistlichen“, so die Lehrerin, die neben dem Nähen
noch das Stricken von modischer Kleidung zum
Hobby hat. Ziehe man ein Band heraus, werde
die Lücke sichtbar, die er hinterlasse. In den
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
Klaus Thranberend mit seinem Messgewand.
BAYENTHAL. Pfarrer Herbert Limbach
starb jetzt im Alter von 82 Jahren. Der
in Duisburg geborene Geistliche wurde
1959 zum Priester geweiht und war zuerst
als Kaplan in Herz Jesu in Bad Godesberg und an Heilige Dreikönige in Neuss
eingesetzt. Später war er in St. Marien in
Nippes tätig. 1970 erfolgte sein Einsatz als
Pfarrer an St. Mariä Empfängnis in Raderthal. Zum Dekanatspräses für Kirchenmusik und Dekanatspräses des Cäcilienverbandes in Bayenthal wurde er im Juli
1980 ernannt. Das Amt des Definitors übte
er von 1982 bis 1994 aus. Seit 2007 lebte
Pfarrer Limbach im Ruhestand.
PORZ. Der Kreis der Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL) innerhalb der Frauengemeinschaft (kfd) in Porz feiert sein
40-jähriges Bestehen. Dieser Geburtstag
wird am Mittwoch, 13. Mai, im Ägidium in
Wahn gefeiert. Pater Professor Dr. Bernd
Werle von den Steyler Missionaren aus
Sankt Augustin spricht zum Thema „Die
Bedeutung Edith Steins für unser Leben
als Christinnen in der heutigen Zeit“. Der
Tag beginnt um 9 Uhr mit einer Messe in
St. Ägidius.
KÖLN. Zwei raumgreifende Arbeiten
zeigt die koreanische Künstlerin Sion
Jeong in St. Gertrud, Krefelder Straße
57, ab Freitag, 8., bis 31. Mai, jeweils
Donnerstag bis Freitag von 19 bis 22
Uhr. Die beiden Sound/Licht-Installationen „Concrescence“ und „Karat“ lassen Ton, Licht und Architektur miteinander verschmelzen. Bei der Ausstellung handelt es sich um eine Kooperation zwischen der Kunsthochschule für
Medien, der Stadt und der Kirche.
(Foto: RUM)
Weihnachtsferien hatte Angelika Ottersbach
sich heimlich ein Messgewand ausgeliehen,
um daran Maß zu nehmen. Bei der Verabschiedung vom Gymnasium erhielt Thranberend sein
Überraschungsgeschenk und zeigte sich sehr
gerührt.
RUM
KÖLN. Eine Kinderbuchausstellung in
der Kita St.-Josefs-Haus (5. Mai bis 7.
Mai) und in der Kita Rolandstraße (11.
Mai bis 13. Mai) veranstaltet die Gemeinde St. Severin. Von 9 Uhr bis 12
Uhr und von 14.30 Uhr bis 16 Uhr können Lesefreunde im Eingangsbereich
der Kita stöbern, lesen und bestellen.
KÖLN. „Mit Gott und König – Vom Dom
zur Trinitatiskirche“ lautet der Titel einer Führung, die am Mittwoch, 6. Mai,
um 15.30 Uhr mit Dr. Andreas Baumerich
stattfindet. Treffpunkt ist das Domforum.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 43
KLEINANZEIGEN
44 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
KLEINANZEIGEN
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 45
FORUM
Mit der Thomas-Morus-Akademie ins Kloster
Erkundungsfahrt in die Eifel
BENSBERG. Die Klöster Mariawald,
Steinfeld und Himmerod, die inmitten der
idyllischen Eifel-Landschaft liegen, erzählen mit ihren steinernen Zeugen, den
Kirchen und ihren Anlagen eine wechselvolle Geschichte. Aber auch ihre Situation heute wird von Kunsthistoriker Carsten
Schmalstieg in den Blick genommen. Bis
in die Gegenwart sind die meisten Klöster
Orte des geistlichen Lebens von Gemeinschaften, der Wallfahrt, Ruhe und Einkehr
geblieben. Nicht zuletzt vermitteln sie
durch ihre Naturnähe ein besonderes Erlebnis.
Wer diese drei Klöster näher kennenlernen möchte, ist am 1. Juli zu einer ganz-
tägigen kulturgeschichtlichen Erkundung
„Waldeinsamkeit und Klosteridylle“ der
Thomas-Morus-Akademie eingeladen.
Anmeldungen unter Telefon (0 22 04)
40 84 72 oder per E-Mail akademie@
tma-bensberg.de. Die Teilnehmerzahl ist
begrenzt. Die Fahrt erfolgt im modernen
Reisebus. EB
Touristengottesdienste
Auch Fahrzeugsegnung in Schwammenauel
HEIMBACH. „Berge, Wälder, Seen“, so charakterisiert ein Werbeslogan die Nordeifel. Bei Wanderungen in weiten Wäldern finden jedes
Jahr zahlreiche Touristen Entspannung. Schiffsfahrten auf der zweitgrößten Talsperre Deutschlands lassen einen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.
Auch in diesem Jahr werden auf dem oberen Parkplatz an der Rurtalsperre an Sonn- und Feiertagen Touristengottesdienste angeboten.
Der erste findet am Pfingstmontag, 25. Mai, 11 Uhr, statt. Anschließend findet eine Fahrzeugsegnung statt. Das Parken ist für Gottesdienstteilnehmer kostenfrei. Weitere Gottesdienste sind am 14. Juni,
21. Juni, 28. Juni, 26. Juli, 23. August und 6. September. Im Anschluss
an diesen Gottesdienst zaubert Pfarrer Rietdorf. EB
Ausbildung zum Kolpingführer
Auf den Spuren des Gesellenvaters
KÖLN. Wenn sich am 19. September in der Domstadt Kolpingmitglieder aus ganz Deutschland treffen, wollen sie auch mehr über das Leben des Gesellenvaters in der Domstadt erfahren. Dazu bietet der Kolping-Diözesanverband Köln eine Qualifizierung zum „Kolpingstadtführer“ an. Das eintägige Seminar informiert über die Wirkungsstätten
von Adolph Kolping ebenso wie über die Orte, die er gerne aufsuchte.
Dazu werden die Interessenten über die Aufgaben und das Auftreten
eines Stadtführers unterrichtet.
Informationen und Anmeldung unter Telefon (02 21) 2 83 95 17
oder per E-Mail an [email protected]. EB
Symbol der Macht?
KÖLN. Die Fertigstellung des Kölner Doms im 19. Jahrhundert unter
der Preußenherrschaft war zum einen von einer romantischen Begeisterung für das Mittelalter, zum anderen war sie politisch geprägt. Der
Dom wurde als Zeichen für die Größe und als identitätsstiftendes Symbol des deutschen Nationalstaates unter der Herrschaft Preußens angesehen. Die Eröffnung 1880 mit einem großen Domfest durch Kaiser
Wilhelm I. machte dies besonders deutlich. Die Thomas-Morus-Akademie widmet dem Thema einen Abend am Dienstag, 5. Mai, 21 Uhr,
EB
im Kölner Dom. 46 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Kultur der Talent-Entdeckung
1200 Frauen beim „FrauenWort“ der kfd im Dom
Bunt wie die Tücher vor dem Altar seien die Gaben und
Talente, die jedem von Gott geschenkt seien, erklärte Ulrike
Göken-Huismann in der Meditation.
(Foto: KB)
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
KÖLN. „Tochter, Herzenskind, Freundin des
Himmels, Christin erkenne Deine Würde“ –
mit diesem Zitat von Papst Leo dem Großen
begrüßte Lydia Wallraf-Klünter, Vorsitzende des Diözesanverbandes Köln der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands
(kfd), vergangenen Freitag rund 1200 Frauen beim „FrauenWort“ im Kölner Dom. Die
Meditation bei dieser Andacht, die in Anlehnung an das Motto des Dreikönigsjahres unter der Überschrift „reich beschenkt“ stand,
hielt die geistliche Leiterin des kfd-Bundesverbandes, Ulrike Göken-Huismann.
„Frauen, besonders
kfd-Frauen, machen
die Kirche lebendig,
interessant, kritikfähig, glaubwürdig, offen, barmherzig, zuversichtlich und auch
befreiend, vollständig
und gerecht“, sagte sie
in Bezug auf das Petruswort aus der Lesung
„Alle sollen einander
mit den Begabungen
dienen, die sie empfangen haben. Setzt sie
so ein, dass ihr euch
als Menschen erweist,
die mit der vielfältigen Gnade Gottes gut
haushalten können“.
Kritisch hinterfragte sie das Selbstbewusstsein der Frauen –
„Sind wir uns unserer
Charismen und Fähigkeit bewusst?“, „Trauen wir uns, dazu zu
stehen, zu sagen: Ich
kann das gut?“ – und
ihre Fähigkeit, gönnen
zu können. „Können
wir die Talente anderer Frauen anerkennen
und sie unterstützen?“,
fragte sie. Unter Frauen sei Neid leider immer noch ein Thema,
auch wenn es kaum
offen ausgesprochen
würde. „Wie schön
wäre es, wenn in unseren kfd-Gruppen eine
Kultur der gegenseitigen Talent-Entdeckung
und -Förderung gepflegt würde“, so Göken-Huismann. Auch
in Bezug auf die Kir-
che als Institution fragte sie kritisch: „Sind
die Gaben der Frauen in der Kirche wirklich
alle willkommen? Gibt es vielleicht Charismen bei Frauen, die von der offiziellen Kirche ausgeblendet werden?“
Abschließend ermutigte die geistliche
Leiterin des kfd-Bundesverbandes ihre Zuhörerinnen, „nicht nachzulassen in ihrem
Engagement, der Resignation keinen Platz
zu geben, neue Wege zu denken, den Begabungen wirklich Raum zu geben, neue
Bündnisse zu schließen und auf Gott zu vertrauen“.KB
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 47
48 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
AUS DEM ERZBISTUM
„Abenteuerlicher Weg“, der viel Freude bereitet
Gottesdienst zum Weltgebetstag für geistliche Berufe im Kölner Dom
KÖLN. „Habt keine Angst vor Jesus Christus“,
rief Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp
den Gottesdienstbesuchern im bis zum letzten
Platz gefüllten Dom zum „Weltgebetstag für
Geistliche Berufe“ am „Sonntag vom Guten
Hirten“ zu. Christus schenke seinen Jüngern einen abenteuerlichen Weg, der viel Freude bereite. Viele Ordensleute, Seminaristen und Theologie-Studierende wie auch Mitglieder der Gebetsgemeinschaft „Rogamus“ für geistliche Berufungen nahmen an der Messfeier und einem
anschließenden Treffen teil.
Weihbischof Schwaderlapp, der auch Bischofsvikar für „Geistliche Berufungen und
Geistliche Gemeinschaften“ ist, erinnerte an
drei Kerngedanken der Berufung zur Nachfolge Christi: „Berufung ist eine Berufung zur Einheit mit Christus, zur Hingabe und zur Freude“.
Ihm sei der Rat eines Priesters bleibend in Erinnerung, dass er zwei Sätze nie sagen dürfe:
„Ich habe keine Zeit“ und „Dafür bin ich nicht
zuständig“. Als Priester erlebe er die Messfeier nicht als Arbeit, sondern als „Vollzug unseres
Priestertums, als Lebensgrundlage“, das aus der
Einheit mit Christus lebe.
Zum Abschluss des Gottesdienstes dankte
er Subregens Andreas Süß, Leiter der Diözesanstelle für „Berufe der Kirche“, für seine Tätigkeit im Päpstlichen Werk für Geistliche Berufe. Er wird im August leitender Pfarrer in
Bergisch Gladbach-Bensberg.
BR
Schwester Sarah-Marie von der Monastischen Gemeinschaft der Schwestern von Jerusalem spricht über ihre Berufung: „Der
liebe Gott hat Humor.“ Neben ihr steht Subregens Andreas Süß, Leiter der Diözesanstelle „Berufe der Kirche“ (Foto: Ras)
„Wir sehen die Realität“
Bundestagung der Pfarrhaushälterinnen in Köln
KÖLN. „Schöne Tage, fruchtbare Tage, anstrengende Tage“ – so lautet das Fazit von
Petra Leigers, der alten und neuen Vorsitzenden des Bundesverbandes der Pfarrhaushälterinnen nach der Bundestagung, die vergangene Woche in Köln stattfand und bei
der 22 von 27 Diözesen vertreten waren.
„Insgesamt waren es 75 Personen – Pfarrhaushälterinnen aus den Vorständen der Berufsgemeinschaften und -vereine der Diözesen und Geistliche Beiräte“, erklärt Irmgard Schwermann, Vorsitzende der Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen im
Erzbistum Köln. Auch aus Österreich von
der Gemeinschaft Europäischer Pfarrhaus-
hälterinnen waren zwei Gäste im KardinalSchulte-Haus in Bensberg dabei. Neben den
Wahlen und Regularien gab es einen Themen-Nachmittag, an dem Palliativmedizinerin Dr. Gloria Behrens über „Leben in Würde bis zuletzt“ sprach.
„Am schwierigsten war es für uns auszuwählen, was von Köln wir den Gästen zeigen
wollten“, sagt Schwermann. Letztlich gab
es einen „Kölschen Abend“, bei dem Domdechant Monsignore Robert Kleine kräftige Unterstützung leistete, drei verschiedene
Stadtführungen und eine Dombesichtigung.
„Höhepunkt war für die meisten aber natürlich die Messe mit Kardinal Woelki in St.
Gereon“, so Schwermann. „In seiner Predigt
hat er uns Mut gemacht, unseren Weg zu gehen und unserer Berufung zu folgen – auch,
wenn sich die Zeiten geändert haben.“
Mit Blick auf sinkende Priesterzahlen
insgesamt und einen sinkenden Anteil der
Geistlichen, die eine Pfarrhaushälterin beschäftigen, meint Schwermann: „Wir sehen
die Realität und reden uns das nicht schön,
aber wir gehen trotzdem mit Zuversicht in
die Zukunft und legen die Sorge um unseren
Beruf in Gottes Hand. Vielleicht haben die
Teilnehmerinnen der Bundestagung das aus
Köln mitnehmen können: Et hätt noch imKB
mer joot jejange!“
Vor der Messe in St. Gereon wies Pfarrer Andreas Brocke auf ein paar Besonderheiten der Kirche hin und lenkte den Blick der Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer nach oben.
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 49
KLEINE KIRCHENZEITUNG
Was bedeutet Sportlern ihr Glaube?
Klasse 8b hat sich schlau gemacht und dabei auch ein Interview geführt
D
er Glaube ist im Leben vieler Sportler
ein wichtiger Bestandteil. Nicht wenige von ihnen bekreuzigen sich vor einem Wettkampf oder danken Gott nach einem Erfolg. Vor allem viele brasilianische
Fußballspieler, die in der Bundesliga ihr Geld
verdienen, zeigen manchmal Glaubensbotschaften unter ihrem Trikot, die sie nach einem Torerfolg gezielt in die Kameras halten.
Sie demonstrieren damit ihre Nähe zu Gott.
Aber warum ist das so? Der Fußballer
Dante sagte dazu einmal in einem Interview,
dass er schon als Juniorenspieler oft alleine in andere Länder reisen musste. In dieser schwierigen Situation, in der man schon
als junger Mensch sehr auf sich alleine gestellt sei, habe sein Glauben ihm Hoffnung
und Stärke gegeben. Gerade bei den brasilianischen Spielern spielt darüber hinaus eine
große Rolle, dass sie oft aus armen Verhältnissen, beispielsweise den sogenannten „Favelas“ in Rio de Janeiro, stammen. Hier ist es
oft der Glaube, an dem sie sich in einer von
Armut, Arbeitslosigkeit und Kriminalität geprägten Umgebung aufrichten können.
Und das vergessen selbst absolute Topstars wie der Fußballspieler Neymar, der als
Kind Mitglied einer sogenannten „Pfingstgemeinde“ war, nicht. Ihn begleitete sogar ein
Priester während der Weltmeisterschaft, mit
dem er auch heute noch in Kontakt steht.
Klasse 8b,
Collegium Josephinum Bonn
Interview mit dem Sportler
Alhassane Baldé:
Alhassane Baldé ist
Rennrollstuhlfahrer bei den
Schwimm- und Sportfreunden
(SSF) Bonn 1905 und
mehrfacher ParalympicsTeilnehmer. Ursprünglich stammt
er aus Guinea, einem kleinen
Land in Westafrika. Aufgrund
eines Arztfehlers ist Baldé von
Geburt an querschnittsgelähmt
– er kann also nicht laufen.
Trotzdem ist er ein erfolgreicher Sportler geworden.
Wir haben uns mit ihm über
seine Sportart unterhalten
und darüber, welche Rolle
der Glaube für ihn spielt.
Wie sind Sie zu Ihrem Sport gekommen?
Baldé: Ich bin mit sechs Jahren auf einer
„Messe“ (ein Ort, wo verschiedene Produkte
gezeigt werden) gewesen. Da habe ich einen
Stand gesehen mit einem Mini-Rennrollstuhl
und habe die Verantwortlichen gefragt, ob
Alhassane Baldé in seinem Rennrollstuhl mit Schülern der Klasse 8b.
ich mich mal reinsetzen könne. Später habe
ich ihn zum Geburtstag bekommen. Dann
begann meine Karriere.
Wie hilft Ihnen der Sport bei Ihrem
Handicap?
Baldé: Ich glaube, ohne den Sport wäre ich
heute nicht so mobil und flexibel. Ich bin
ab dem achten Brustwirbel gelähmt und als
ich nach Deutschland kam, hatte ich keinen
Rollstuhl und konnte mich nur auf dem Boden bewegen. Plötzlich hatte ich den Rollstuhl und konnte weite Strecken fahren.
Spielt der Glaube für Sie eine Rolle im
Sport?
Baldé: Ja, ich bin als Moslem geboren und
50 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Foto: Klasse 8b)
glaube an Gott. Ich glaube schon, dass etwas
uns leitet und zu dem anspornt und bringt,
was wir heute sind.
Beten Sie vor Ihren Wettkämpfen?
Baldé: Nein, ich motiviere mich und versuche, an etwas Positives zu denken.
Hilft Ihnen der Glaube, mit Niederlagen umzugehen?
Baldé: Der Glaube ist ein Teil davon – der
Glaube, dass es gut wird oder dass das Gute
sich einstellt, wenn man positiv denkt. Aber
ich würde nicht sagen, dass es ausschließlich
der Glaube ist, der mich prägt.
Klasse 8b
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
KLEINE KIRCHENZEITUNG
Wasser
marsch!
Wir, die Klasse 10c der
Liebfrauenschule Ratingen,
besuchten mit unserer
Religionslehrerin die
Hauptfeuerwehrwache
in Ratingen Mitte. Nach
einer ausgiebigen Führung
durch die Wache konnten
wir uns das Arbeitsumfeld
der Feuerwehrmänner und
-frauen genau ansehen.
Schülerinnen der Klasse 10c mit ihrer Religionslehrerin Annette Pieczyk (vorne rechts), Brandamtmann Jan-Hendrik Neumann (oben
auf der Leiter) und Praktikantin Jennifer Trenczek (vorne links).
(Foto: Klasse 10c)
I
m Jahr 2009 wurde die neue Feuerwehrwache in Ratingen Mitte gebaut. Zur
Feuerwehr gehören die Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr, die Jugendfeuerwehr und die Ehrenabteilung. Es gibt
104 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und
446 freiwillige Feuerwehrmänner und -frauen. In der Jugendfeuerwehr sind 45 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Die Berufsfeuerwehr hat 16 000 Einsätze pro Jahr.
Die Einsätze der Feuerwehr können sehr
vielfältig sein. Ein großer Teil besteht natürlich aus der Brandbekämpfung, aber so et-
Interview mit Brandamtmann
Jan-Hendrik Neumann:
Wie sieht ein Tagesablauf auf der Feuerwache aus?
Neumann: Der Tag beginnt für die Feuerwehrleute mit der Übergabe, wo sie alle wichtigen
Sachen für den Tag besprechen. Es gibt ein gemeinsames Frühstück, Mittagessen und Kaffeetrinken. Dann kommt der Dienstsport und
gegen 19.30 Uhr haben sie Feierabend. Die
Einsätze sind immer zwischendurch, das heißt,
die Feuerwehrleute müssen jederzeit bereit
sein. Der Job wird für die Feuerwehrmänner
nie langweilig, jeden Tag haben sie eine neue
Aufgabe.
was wie eine Katze von einem Baum zu retten, gehört auch dazu! Die Feuerwehr ist im
Rettungsdienst und Krankentransport tätig. In
einem Krankenwagen ist die gleiche Ausstattung vorhanden wie in einem Krankenhaus
– zum Beispiel auch verschiedene Medikamente. Außerdem wirkt die Feuerwehr beispielsweise bei Höhensicherung und Wasserrettungen mit. Die Feuerwehrmänner besitzen
alle Schutzanzüge aus „Nomex“, denn dieser
Stoff ist nicht brennbar. Bei Einsätzen, in denen Rauch im Spiel ist, gibt es für die Feuerwehrmänner eine spezielle Bezeichnung,
sie werden „Feuertaucher“ genannt und mit
Atemschutzmasken im Feuerwehrwagen ausgerüstet, damit sie direkt einsatzbereit aus
dem Wagen aussteigen können. Eine weitere
Hilfe für die Feuerwehrmänner ist die Wärmebildkamera. Diese können sie ebenfalls bei
Einsätzen mit Rauch verwenden, um in komplett verrauchten Räumen mithilfe der Kamera Menschen, die dort feststecken, zu retten.
Der Schutzpatron der Feuerwehr ist übrigens der heilige Florian!
Klasse 10c,
Liebfrauenschule Ratingen
Hatten Sie schon mal einen Schutzengel
bei sich?
Üben viele Frauen diesen Beruf aus?
Neumann: Bei unserer Berufsfeuerwehr hier
in Ratingen üben nur vier Frauen diesen Beruf
aus, jedoch gibt es bei der Freiwilligen Feuerwehr 25 Frauen.
Neumann: Ja, eigentlich immer. Ich glaube
schon, dass da irgendetwas ist, das auf uns aufpasst.
Ist Ihr Job Ihre Berufung?
Was passiert bei einer Alarmierung?
Neumann: Die Alarmierung wird per Fax, per
Durchsage und jedem Feuerwehrmann, der für
diesen Bereich zuständig ist, auf dem „Pager“
(Funkmeldeempfänger) durchgegeben. Auf allen drei Wegen wird immer die Adresse, die Art
des Einsatzes und der Weg dorthin beschrieben.
Neumann: Ja, auf jeden Fall! Man kann jeden
Feuerwehrmann auf der Wache fragen, alle
werden diese Frage mit „Ja“ beantworten. Dieser Job ist nichts für Jedermann, für diesen Beruf muss man berufen sein.
Fiona B., Sophia B., Pauline H.
Wo üben Feuerwehrmänner?
Wie wird man Feuerwehrmann?
Neumann: Alle Frauen und Männer haben vor
der Feuerwehrausbildung ein Handwerk gelernt. Die Feuerwehrausbildung besteht aus einem schriftlichen, mündlichen, sportlichen und
technischen Teil. Sie dauert eineinhalb Jahre.
Abitur ist für die Ausbildung nicht nötig.
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
Neumann: Es gibt in der Feuerwehrwache drei
spezielle Zimmer, die wie Wohnungen aufgebaut sind. Ein Raum hat einen integrierten
Schacht, durch den man zu dem darüber liegenden Raum gelangen kann, um Einsätze, die
unter der Erde sind, zu proben. Diese kann man
komplett verrauchen.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 51
FAMILIE
Feine Sensoren
Kinder bekommen die psychische Erkrankung ihrer Eltern mit
J
akob ist wütend. Jetzt hat sein Vater sich
schon wieder ins Bett gelegt, obwohl er
versprochen hatte, mit ihm Fußball zu
spielen. Manchmal ist er ein toller Vater mit
guter Laune und guten Ideen. Und dann kann
er plötzlich über Kleinigkeiten in Wut geraten.
Nie weiß Jakob, wie sein Vater reagieren wird.
Deshalb übt er herauszufinden, ob sein Vater
eine guten oder einen schlechten Tag hat. Lenas Mutter dagegen ist immer traurig und
müde. Sie sieht kaum, dass Lena da ist. Deshalb
übt Lena, ein „liebes Mädchen“ zu sein, damit
ihre Mutter sie wieder einmal anlächelt. Wenn
sie nur wüsste, was sie falsch gemacht hat.
Jedes siebte Kind – in Deutschland sind
das fast vier Millionen Heranwachsende – erlebt mit, dass ein Elternteil psychisch erkrankt
und von Angst, Depression, Stress oder Trauma betroffen ist. Viele Eltern versuchen, ihre
Kinder vor Schmerz, Trauer und Besorgnis zu
schützen und sprechen deshalb nicht mit ihnen
über ihre seelische Erkrankung. Sie schweigen
aus Scham, weil ihnen selbst die Worte fehlen
oder weil sie nicht wissen, was sie ihren Kindern „zumuten“ können. Aber wirklich verheimlichen können sie ihr Leiden in keinem
Fall. Denn wenn Eltern seelisch erkrankt sind,
betrifft das immer ganz wesentlich auch ihre
Kinder.
„Schon kleine Kinder haben feine Sensoren für die Atmosphäre – die Krise kommt bei
ihnen an, auch wenn niemand mit ihnen über
die Krankheit spricht. Sie fühlen und begreifen
viel mehr, als sie ausdrücken können“, weiß
Familientherapeutin Renate Lang aus ihrer Arbeit in der ambulanten Familienhilfe. Sie ist
überzeugt: Schweigen verschlimmert die tiefgehende Verunsicherung der Kinder, in die sie
durch die scheinbar unerklärlichen und unberechenbaren Stimmungsschwankungen und das
Gefangensein von Mutter oder Vater in Traurigkeit, Angst, Rückzug, Antriebslosigkeit oder
Verzweiflung geraten.
Ein belastender Rollentausch
Wenn eine seelische Erkrankung in der Familie ein Tabu ist, machen Kinder sich selbst
einen „Reim“ auf das, was sie erleben, und suchen häufig die Schuld für die Situation bei sich
selbst. Oder sie übernehmen schon früh viel zu
viel Verantwortung für die Eltern, etwa indem
sie als erste aufstehen, der Mutter den Kaffee
ans Bett bringen oder im Haushalt viele Arbeiten übernehmen. Schon Neun- oder Zehnjährige reagieren oft mit einem für sie belastenden
„Rollentausch“ auf die gestörte Grundordnung
in der Familie. Sehr häufig übernehmen Kin-
Schweigen und Tabus schaden. „Kinder suchen nach Zusammenhängen. Wir können ihnen helfen, indem wir offen über die Realität
reden, in der sie leben“, rät sie.
Verlust von Vitalität und Energie
Was hat Mama nur? Die seelische Erkrankung von Eltern
betrifft ganz wesentlich auch die Kinder.
(Foto: KNA)
der auch die Scham und das Schweigen ihrer
Eltern. Sie erzählen niemandem von ihrer Not
und von dem, was sie zu Hause erleben. Mit
dem „Geheimnis“, mit ihrer Verunsicherung
und mit ihren Sorgen werden sie einsam.
Nicht selten entwickeln betroffene Kinder
Verhaltensauffälligkeiten. „Schulversagen oder
Schulverweigerung, Aggressivität oder Rückzug können unbewusste Versuche sein, Hilfe
für ihre Familie zu holen“, beobachtet Renate
Lang. Kinder psychisch erkrankter Eltern brauchen Entlastung und Trost: „Du musst das nicht
alles alleine tragen. Du darfst auch an dich denken. Es gibt Hilfe für Mama oder Papa – und
für dich“, sind Botschaften, die Kinder unbedingt benötigen. Gut, wenn es Paten, Großeltern, Lehrerinnen und Lehrer, Nachbarn oder
Freunde gibt, die ihre Situation wahrnehmen.
Glücklicherweise gibt es inzwischen auch spezielle Hilfsangebote für Kinder psychisch kranker Eltern – nicht nur bei Selbsthilfeorganisationen, sondern auch bei vielen Jugendämtern.
Für Karen Glistrup, die seit vielen Jahren
als Sozialarbeiterin sowie Paar- und Familientherapeutin mit psychisch erkrankten Eltern
und ihren Kindern arbeitet, ist es wichtig, dass
Kinder begreifen: „Es ist nicht meine Schuld.“
Zugleich wird sie nicht müde zu betonen, dass
52 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Denn Geheimnisse und Sorgen rauben Vitalität und Energie und schwächen die Gemeinschaft der Familie. In ihrem Buch „Was ist bloß
mit Mama los?“ zeigt Glistrup Wege aus der
Sprach- und Hilflosigkeit auf. Mit ausdrucksstarken Illustrationen und viel Hintergrundwissen klärt sie über Hintergründe und Wesen verschiedener psychischer Erkrankungen auf, gibt
Anleitung zum Reden und Zuhören, regt an,
Hilfe anzunehmen und macht Mut, die Hoffnung auf Heilung oder Besserung nicht aufzugeben.
Dabei gibt es auf jeder Doppelseite gesonderte Abschnitte für Erwachsene und Kinder
ab drei Jahren; die „Kinderseiten“ sind auch
für Erwachsene unbedingt zu empfehlen. Denn
es gelingt Karen Glistrup zu verdeutlichen, was
eine Depression ist und wie Traumata, Ängste, Stress, Streit und Süchte entstehen und sich
auswirken. Sie erklärt Erwachsenen, weshalb
gutes Zuhören „von Herzen“ so wichtig ist,
und warum es gar nicht so schwer ist, mit betroffenen Erwachsenen und ihren Kindern zu
reden: „Wenn man es mit einer Mischung aus
Glaubwürdigkeit und Respekt versucht, kann
nicht so viel schief gehen“, macht sie Außenstehenden Mut zum Gespräch, selbst wenn die
vielleicht „nicht wissen, was man denn überhaupt sagen soll“.
Hilfreich ist auch ihre für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignete Anleitung,
wie sich durch Atemübungen innere Ruhe und
der nötige Abstand zu den Gefühlen eines seelisch Erkrankten finden lässt. Das Buch sollte
man auf keinen Fall ins Bücherregal stellen,
sondern für Kinder erreichbar offen herumlieKarin Vorländer
gen lassen.
➔➔ www.bag-kipe.de
Karen Glistrup: Was
ist bloß mit Mama
los? Wenn Eltern
in seelische Krisen
geraten. KöselVerlag. ISBN 9783-466-31020-3. 72
Seiten, 14,99 Euro.
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
LESERFORUM
Der Auszug aus der Messe ist nicht nur ihr Ende. Er ist vor allem der Anfang als Christ in der Welt zu leben und zu handeln. Unser Bild: Feierlicher Auszug im Bonner Münster. (Fotos: Ras)
Geht und bringt Frieden
Sprechen Sie Kirchisch? (Folge 25) – Messe
W
ann ist denn endlich Schluss?“ Eltern,
die einen Gottesdienst besuchen, kennen
diese Frage aus dem Mund ihrer Kinder
nur allzu gut. Aber auch Erwachsenen drängt
sie sich auf, wenn etwa ein Prediger sich wieder einmal allzu ausschweifend der Verkündigung hingibt.
„Kirmes“ leitet sich von der „Kirchweih-Messe“ ab
Dass sich aber sogar der Name „Messe“ von
dem Ende herleitet, ist allgemein weniger bekannt. Das mittellateinische „Missa“ bedeutet
einfach „Entlassung“, und der Ruf „Ite, missa
est“ am Ende des Gottesdienstes ist eigentlich
eine Art „Regieanweisung“: „Der Gottesdienst
ist zu Ende – ihr könnt gehen!“. Das klingt aber
so nüchtern und dürr in den Ohren vieler Gläubiger, dass man sich an verschiedenen geistlichen Interpretationen versucht hat, die alle von
dem lateinischen Verb „mittere“, „senden“ ausgehen. In der Alten Kirche stellte man die Tatsache in den Mittelpunkt, dass die Gemeinde
Opfer und Gebete an Gott richtete, „sandte“.
In unserer stärker religionspädagogisch beflissenen Zeit legt man dem Entlassruf häufig den
Gedanken einer Aussendung der Messbesucher
in die Welt unter: „Gehet hin in Frieden!“. Von
der Kirchweih-Messe, kurz: „Kirmes“, aus deren Anlass auch Waren angeboten wurden, leitet sich übrigens der weltliche Begriff der „Messe – Ausstellung“ ab.
Religiös gedeutet wurde die Entlassung
wohl auch deshalb, weil mit ihr immer der
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
Schlusssegen verbunden war, der viel über das
Wesen der Messe aussagt. Denn die Messe ist
die Hochform menschlichen Gebets und Gottesdienstes, wie das Zweite Vatikanische Konzil vor 50 Jahren nachdrücklich betont hat. Wir
tauchen auf unvergleichliche Weise ein in Gottes Gnade und Segen, haben Teil an seiner Liebe und seinem Leben. Darum ähnelt der Ablauf
auch einem Austausch zwischen Liebenden: Zu
Beginn grüßen wir Christus und bitten ihn, alles
zu tilgen, was uns von ihm trennt. In den Lesungen – besonders intensiv im Evangelium – hören wir Gottes Wort und antworten darauf mit
dem Zwischengesang und dem Halleluja. Die
Predigt soll nicht etwa ein Vortrag sein, sondern
wiederum eine vom Heiligen Geist getragene
Auslegung und Anwendung des an uns gerichteten Gotteswortes. Folgerichtig bekennen wir
danach unseren Glauben an Gott, dem wir auch
unsere Fürbitten vortragen.
Aus dem Kirchenraum in die Welt hinaustragen
An den Wortgottesdienst schließt sich die eigentliche Eucharistiefeier an, bei der Christus
in der Gestalt des Brotes wahrhaft und greifbar unter uns gegenwärtig wird und sich mit
uns vereint. Nach einem kurzen, abschließenden Dank- und Gebetsteil erfolgen Segen und
Entlassung.
Die Messe ist die innigste Form der Verbindung zwischen Gott und den Menschen, zugleich aber auch der Gläubigen untereinander;
deshalb wird sie im Normalfall inmitten einer
Gottesdienstgemeinde gefeiert. Das hat zur Folge, dass bestimmte Vorgaben, Strukturen und
Regeln befolgt werden müssen, die bisweilen
steif und sogar langweilig wirken mögen. Entgegenwirken können dem gestaltungsfähige
Elemente wie Liedauswahl und Predigt, aber
auch das Wissen um die Bedeutung der Messteile. Die festen Regelungen sind letztlich der
Notwendigkeit geschuldet, eine Gemeinschaft
ganz unterschiedlicher Menschen zu ermöglichen: junger und alter, kranker und gesunder, trauriger und froher. Schon etwa 55 nach
Christus sah sich der Apostel Paulus genötigt,
die Gemeinde in Korinth dazu anzuhalten, bei
ihren Gottesdiensten „alles . . . in Anstand und
Ordnung geschehen“ zu lassen (1. Korintherbrief 14,40).
Wer zumindest einmal in der Woche – am
Sonntag – in der heiligen Messe Gemeinschaft mit Gott und anderen Gläubigen erlebt, kann daraus die Kraft ziehen, Liebe und
Gnade aus dem Kirchenraum in die Welt hinauszutragen. In diesem Sinne trifft dann auch
die heute verbreitete Interpretation zu, die
den Entlassruf der Messe zur Aussendung
macht: „Ite, missa est: Gehet hin in Frieden!“.
Raimund Lülsdorff
Unser Autor, Diakon Dr.
habil Raimund Lülsdorff,
ist Erzbischöflicher
Ökumenebeauftragter
und Referent für
Glaubensfragen.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 53
RÄTSEL
Wer das werden möchte, muss viele Tests über sich ergehen lassen.
Die Lösung zeigen wir nächste Ausgabe. Die Lösung aus Nr. 17 sehen Sie in der Rätselmitte.
54 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015
BUNTE SEITE
„Eines Tages wird die Lebensmittelkontrolle noch alle Fernsehanstalten schließen!“ –
„Wieso die Lebensmittelkontrolle?“ – „Na,
bei den vielen alten Schinken!“
„Was ist eigentlich Seelenwanderung?“ –
„Das ist die Theorie, wonach Du nach Deinem Tod in einer Tiergestalt weiterlebst.“ –
„Aha, dann kann es also sein, dass ich dereinst als Esel wiederkehre?“ – „Nein, zweimal dasselbe ist nicht möglich!“
Der kleine Max kann erst spät ins Bett, weil
die Eltern Gäste hatten. Die Mutter besteht
trotzdem darauf, mit ihm das Nachtgebet zu
sprechen. Kaum begonnen, unterbricht Max
skeptisch die Mutter: „Sind die eigentlich
noch wach im Himmel...?“
„Was hast Du denn Deinem Mann zum Ge-
1. Mai 2015 | Ausgabe 18/15
„Ich will später doch kein Arzt werden! Da muss ich mir ja immer die Hände waschen!“
burtstag geschenkt?“ – „Ein silbernes Zigaretten-Etui mit meinem Bild auf der Innenseite.“ – „Oh, da hat er sich sicher sehr gefreut.“ – „Ich weiß nicht recht – er hat sich
danach sofort das Rauchen abgewöhnt.“
Der Bankdirektor ist verzweifelt: Zum
fünften Mal wurde seine Bank überfallen –
und das immer vom selben Täter. Fragt der
Kommissar: „Ist Ihnen nicht endlich was
an dem Täter aufgefallen?“ Der Bankdirektor überlegt kurz: „Wenn Sie es genau wissen wollen: Er war jedes Mal besser angezogen...“
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 55
BERICHT
Maschinengewehr Gottes
Vor 100 Jahren wurde der Jesuit Johannes Leppich geboren
J
ohannes Leppich war ein Phänomen.
Wann immer sich der äußerlich unscheinbare Mann im schwarzen Priesteranzug auf der Laderampe eines LKWs
vor den Mikrofonen positionierte, konnte er
sich sicher sein, dass ihm Tausende zuhörten.
In den 1950er- und 60er-Jahren kamen die
Menschen von weither angereist, um den Pater predigen zu hören. Vor kurzem wäre der
bekannteste Jesuit Deutschlands und Mitbegründer der Telefonseelsorge aus Ratibor in
Oberschlesien 100 Jahre alt geworden.
Der Priester mit dem unverwechselbaren oberschlesischen Tonfall kam aus bescheidenem Milieu: Sein Vater war Aufseher in einem Zuchthaus, gelegentlich nahm
er den Sohn mit zum Dienst. Seiner Herkunft verdankte er wohl auch den Blick für
soziale Nöte. Zeitlebens fühlte er sich den
unteren Bevölkerungsschichten, den Arbeitern und Ausgegrenzten zugehörig. In seinen Ansichten war er radikal – „roter Pater“
und „schwarzer Goebbels“ nannten ihn seine Gegner.
wusst ein. „Ich muss an ein Publikum heran, das kein Weihrauch mehr riechen kann“,
sagte er.
Auch sonst war er in der Wahl seiner Methoden nicht zimperlich. So lieferte er sich
einen heftigen Kleinkrieg mit einer Schulleiterin in Aschaffenburg, die sich im Religionsunterricht über seine „Gossensprache“
aufgeregt hatte. Leppich war das zu Ohren
gekommen; er versuchte die Lehrerin aus
dem Amt zu mobben, allerdings vergeblich.
Gegen „verfettete Kirchgänger“ und Co.
Vergleich mit Goebbels lag nahe
Der Vergleich mit Goebbels lag nahe angesichts seiner sich überschlagenden Rhetorik; „rot“ war Pater Leppich indes nie. Im
Gegenteil, schon vor 1933 war er als Jugendlicher begeisterter Hitler-Junge. Auch später
trommelte er bei seinen Predigten gegen die
Gefahren des Kommunismus: „Dolce vita –
bolce vita“ lautete seine arg verkürzte Auffassung von der Politisierung der Arbeiter.
Die Wende hin zu einem Leben in der
Kirche leitete sein Religionslehrer ein. Der
war es leid, sich mit seinem wortgewandten
Schüler über Politik zu streiten, und empfahl
ihm Exerzitien. Leppichs Kommentar: „Ich
bin aus der Hitlerjugend direkt umgestiegen
in den Jesuitenorden.“
Leppich absolvierte ein langjähriges Studium der Theologie und Philosophie, als Ordensangehöriger war er vom Wehrdienst befreit. Nach dem Krieg arbeitete er als Seelsorger in Breslau und Gleiwitz, er betreute
Flüchtlinge im Übergangslager Friedland
und war Gefängnisseelsorger. Die Not der
Menschen erlebte er in diesen Jahren hautnah; sie bestimmte seinen weiteren Lebensweg. Denn Leppich verstand sich als Mis-
Mit seiner oft drastischen Rhetorik zog er die Massen an,
wie es heute kaum noch vorstellbar ist: der wortgewaltige
Ordensmann Johannes Leppich.
(Foto: KNA)
sionar, materieller Mangel und die religiöse
Dürre seiner Mitmenschen trieben ihn gleichermaßen um.
Leppich zog die Massen in einer Weise an,
die heute kaum vorstellbar ist. Höhepunkt
seiner Prediger-Karriere war ein Auftritt vor
40 000 Zuhörern in Fulda. Häufig wurde er
mit dem amerikanischen Prediger Bill Graham verglichen; den Spitznamen „Maschinengewehr Gottes“ hörte er durchaus gern.
Seine Wortwahl war bildreich und ordinär –
weit entfernt von den sonst üblichen Predigten. Seine drastische Rhetorik setzte er be-
56 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Leppich wetterte gegen „religiöse Blindschleichen“ und „verfettete Kirchgänger“.
Vor allem die „Bestie Sexualität“ war ihm
ein Dorn im Auge. Legendär war sein Auftritt
auf der Reeperbahn 1963, bei dem er männliche „Raubritter“ und weibliche „Schlampen“ anprangerte. Überhaupt sei Deutschland der „Schweinestall Europas“. Aus heutiger Sicht wirken seine Auffassungen mitunter skurril und weltfremd. „In einem Kuss
haucht ein Mädchen seine Seele aus“, meinte er allen Ernstes. Sein großes Vorbild war
Spanien, sowohl in Bezug auf Sittenstrenge
als auch in politischer Hinsicht. Leppich war
erklärter Bewunderer des Diktators Franco.
Neben seiner rastlosen Arbeit als Wanderprediger setzte Leppich auch auf nachhaltige Strategien. Dabei war er offen für ökumenische Zusammenarbeit, die von ihm gegründete „action 365“ gibt es heute noch.
Tägliche Bibellektüre und die Zusammenarbeit in Basisgruppen sind der Kern dieser
Bewegung, die das eigene Tun – also die Aktion – an 365 Tagen im Jahr unter das Wort
Gottes stellen will. Auch die Schilder am
Ortseingang, die in vielen Städten auf die
Gottesdienstzeiten hinweisen, sind Ergebnis
der „action 365“. Daneben organisierte Leppich im großen Stil die Sammlung von Sachspenden; die Armut in der Welt trieb ihn um.
Mit seiner Gesundheit trieb er bei alledem Raubbau; nach einem Herzinfarkt im
Jahr 1971 wurde es ruhiger um den streitbaren Prediger. Die Massenauftritte stellte er
ein, predigte aber weiterhin in Kirchen. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Leppich
im Altersheim der Jesuiten in Münster. Hier
starb er am 7. Dezember 1992.
Birgitta Negel-Täuber
Ausgabe 18/15 | 1. Mai 2015