Martin Furtner - Aktuelles zum Schlaganfall

Notarztrefresherkurs Innsbruck, 26.-27.2.2016
Aktuelles zum
Schlaganfall
…(und ein bisschen Altbekanntes)
OA Dr. Martin Furtner
Neurologie 1/Stroke Unit Innsbruck
Was ich heute ansprechen möchte…

Ein paar Daten zum Schlaganfall und dessen Behandlung

Prähospitale Phase


Hospitale Phase


Wiederholung einiger prähospitaler „Basics“
Lysetherapien: IV-Thrombolyse; neu: IA – Thrombektomie
Schlaganfall und AK-Therapie

Altbekannte NOAKs und neu: ein Antidot
Epidemiologie des Schlaganfalls

Zweithäufigste Todesursache

Häufigste Ursache körperlicher Behinderung

Kumulatives Erkrankungsrisiko 25%

Jährlich 20.000 Österreicher betroffen

60.000 leben mit den Schlaganfallfolgen

Tirol:

Inzidenz
2000 Patienten pro Jahr

Prävalenz
6000 Patienten
Ursachen/Formen des Schlaganfalls
Durchblutungsstörung
Hirnblutung
85 %
15 %
M. Knoflach
Verteilung der Stroke Units und deren
Erreichbarkeit
n = 38
Entwicklung der Aufnahmen an österreichischen
Stroke Units laut Stroke-Datenbank (2003-2014)
2003
2014
12 Stroke Units – 1.950 Aufnahmen
38 Stroke Units – 15.910 Aufnahmen
Diagnosestandards der OEGSF (Österr.
Gesellschaft für Schlaganfallforschung)
unter www.oegsf.at downloadbar:
Prähospitales Stroke-Management
(DGN-, ÖGSF-, AHA-Guidelines)

Rasches Erkennen von und Reagieren auf die Schlaganfallsymptome

durch Patienten oder Angehörige

z.B. FAST-Test

Face-Arm-Speech: Erkennen von Paresen und Sprachstörung durch Laien, gut validiert.

Umgehende Information der Rettungsdienste

Bevorzugter Transport mit Voranmeldung am Zielkrankenhaus
Prähospitales Stroke-Management

„On-Scene Time“ von maximal 15 Minuten empfohlen

ABC (Airway, Brathing, Circulation) beurteilen und ggf. stabilisieren

EKG anlegen

O2-Sättigung von mindestens 94% SpO2 anstreben

analog zu ACS, keine Daten zu Schlaganfall

IV Zugang legen

BZ messen


Hypoglykämie <60 mg/dl korrigieren

Hyperglykämie – keine prähospitalen Daten; behandeln wenn notfallmäßig
notwendig
Keine gerinnungsbeeinflussenden Medikamente !
Prähospitales Stroke-Management: Blutdruck

Keine prähospitalen randomisierten Studien

Hypotonie
 =Systolischer
RR <120 mm Hg oder „deutlich unter prämorbidem
RR“
 Flachlagerung

und isotone NaCl-Lösung
Hypertonie
 Benefit
routinemäßiger prähospitaler Korrektur nicht bewiesen
 Eingreifen
 Oder
> Systolischem RR von 220 mmHg erwägen
bei Sekundärorgankompikationen (=hypertensive Krise)
Prähospitales Stroke-Management: das
Wichtigste vor Ort (v.a. für Lysetherapien)…

Anamnese

Pat. selbst oft aphasisch, dysarthrisch oder anderweitig eingeschränkt

Zeitpunkt der ersten Symptome


Wenn primär unbekannt – Ursache dafür hinterfragen

„Weiß ich nicht…“  Aktives Nachfragen, Außenanamnese

Ist der Pat. vorher noch aus dem Bett aufgestanden/aufs WC, etc.

Normaler Tagesablauf rekonstruierbar (Post hereingeholt/ Gassi gegangen/ etc.)

Trauma, Anfall, Hypoglykämie in der Anamnese ?

Früherer Schlaganfall, DM, RR, Vorhofflimmern ? Rezente OP ?

Medikation – V.a. AK-Therapie
Schon ein Eingrenzen des Onsetzeitpunktes ist hilfreich – muss nicht auf die Minute
genau sein – IV-Lyse bis 4.5 h (Thrombektomie: 6 h) möglich !
Kurze Wiederholung der klinischen
Schlaganfallsymptome (I)

Wichtige Vorbemerkung: klinisch kann nicht zwischen Ischämie oder Blutung
differenziert werden ! CT notwendig.

Orientierende neurologische Untersuchung



Erkennen typischer Muster
Bemerken auffälliger Abweichungen davon
Typischer ACM-Infarkt

Hemiparese kontralateral

Kopf- und Blickdeviation nach ipsilateral

Ggf. Sprachstörung


ACM-Infarkt links, CAVE: Sprachlateralisation individuell verschieden
Zumeist keine Bewusstseinstrübung
links
Kurze Wiederholung der klinischen
Schlaganfallsymptome (II)


Typischer Hirnstamminfarkt

Schwindel, Nausea, Ataxie

Optomotorikstörungen

Paresen wechselnder Ausprägung
V.a. bei passageren Symptomen ist die Beurteilung des NA/NÄ oft
essentiell.
Weitere klinische Muster…

Bewusstseinsstörungen

Generell untypisch für Schlaganfall

Evtl. bereits initial bei großen Infarkten der vorderen Zirkulation

Bei (passageren) Basilaristhrombosen –


kaum jemals isoliert, meist weitere fokale Ausfälle (Optomotorikstörungen, Paresen)
„Verwirrtheitszustände“

Postiktal ?

Akut symptomatischer Anfall nach Schlaganfall = Rarität !

Metabolisch

Infektiös

Medikamentös – z.B. Sedativa, etc.
Akute intrahospitale Behandlung des
ischämischen Schlaganfalls

Aviso von NA erhalten (V.a. Schlaganfall, Pat.-daten)

 Schlaganfalldienst wartet bereits im MZA

Rasche neurologische Untersuchung, Labor, EKG

Die cerebrale CT Untersuchung sollte innerhalb von 25 Minuten nach
Eintreffen beginnen. Diese ist für IV-Lyse ausreichend.

Nur in Spezialfällen MRT notwendig.

IV-Lysetherapie mit rtPA sollte innerhalb von 60 Minuten nach
Eintreffen beginnen („Door-to-Needle"-Zeit).

Der Patient sollte innerhalb von 3 Stunden nach Eintreffen einer
Überwachung an einer Stroke Unit zugeführt werden.
Akute intrahospitale Behandlung des
ischämischen Schlaganfalls

Behandlung an einer Stroke Unit (Level I, A)

Intravenöse Thrombolyse



rtPA (=Actilyse®) 0.9 mg/kg KG; 10% Bolus, Rest über 1 h i.v.

< 4.5 Stunden nach Symptombeginn
Endovaskuläre Embolektomie (I, A)

nach IV-Lyse

bei Verschluss der A. carotis interna oder A. cerebri media (M1-Segment)
CEA einer 70 – 99%igen symptomatischen ACI-Stenose

„The Innsbruck Experience“: OP bei TIAs oder minor stroke oft am selben Tag (II,B)
Endovaskuläre Behandlung des akuten
ischämischen Schlaganfalls (Thrombektomie)
AHA Guidelines 10/2015

WICHTIG:
 Zunächst IV-Lysetherapie, erst dann weiterführende Diagnostik und
Therapie !
Fallbeispiel
Patientin, 38 Jahre, kommt um 7.50 h ins MZA
Anamnese:
Heute um 6.35 Uhr aus völliger Gesundheit beobachtete Hemiplegie
links.
Neurologischer Status:
Wach, orientiert, dysarthrische Sprache, keine Aphasie,
HN: deutliches cVII-Defizit links.
EX: Plegie li. OE, dichte Parese li. UE, Bab. li. pos., Sens. erhalten.
NIHSS = 16 (von 40)
mRS = 5
Therapie
i.v. Lyse (Actilyse für 86kg =77.4 mg, Bolus im CT 8:10, dann Perfusor),
bei M1-Verschluss.
08:05

•
•
•
•
•
•
Anamnese - Kontraindikationen:
Beginn >4.5 Stunden
Rezente schwere Blutung / Blutungsquellen (z.B. GE-Trakt)
Operationen
Schlaganfall/SHT in letzten Wochen (3 Monate)
Intracerebrales Hämatom
Antikoagulantieneinnahme mit INR>1,7




Neurologische Untersuchung (relevantes Defizit)
Laborabnahme (Thrombopenie, Gerinnung)
CCT (Blutungsausschluss)
RR < 185/110; BZ nicht <50 oder >400 mg/dl
 0,9 mg/kg KG rtPA (Actilyse®), 10% Bolus; 90% über 1h
Effektivität der IV Lysetherapie vs. Zeitfenster
1.5 - 3 h
OR 1.6
3 – 4.5 h
OR 1.4
4.5 - 6 h
(OR 1.2 )
Verbesserung
0 - 1.5 h
OR 2.8
Verschlechterung
The ATLANTIS, ECASS, and NINDS rt-PA Study Group Investigators.
Lancet 2004
In diesem Fall: keine Besserung
Warum keine Verbesserung ??
Laut Literatur: Rekanalisationsrate nur ca. 5%, wenn Thrombus
> 7 mm Länge
Penumbra System
Alt: MERCI System
Neu: Penumbra-„Stentriever“
Bose, Am J Neuroradiol 2008
08:05
8 randomized clinical trials of endovascular treatment
Stroke 2015;46
Die IA-Lyse unserer Patientin:
M1Segment
Carotis-T
09:03
09:49
TCCS postinterventionell
ACM re
MRT 7 Tage später
ACA re
Klinisches Ergebnis
Neurologischer Status (5 Tage):
Keine Dysarthrie, keine Aphasie, kein Neglect.
HN: Geringes mimisches Facialisdefizit links bei guter Innervation.
OE: Feinmotorik links gering herabgesetzt, Oberflächensensibilität seitengleich normal
UE: Im Beinvorhalteversuch Absinken im Bereich des linken Fußes.
Sensibilität seitengleich unauffällig. Babinski links positiv, rechts negativ.
Stand und Gang: normal
NIHSS = 2
mRS = 2
Barthel = 100
Nach 3 Monaten
mRS 1, keine behindernden Ausfälle
Zusammenfassung
zur
Thrombektomie
aus Stroke 2015;46

Wenn Kriterien erfüllt, jedenfalls als erste Maßnahme IV-rtPA.

Thrombektomie wenn:



Prä-Stroke selbständig ohne signifikante Behinderung

IV- Lyse innerhalb 4.5 h

ACI oder proximale ACM (M1) okkludiert

Alter >= 18 a

NIHSS >= 6 Punkte

Leistenpunktion innerhalb 6 h nach Symptombeginn
„In sorgfältig selektierten Fällen“ :

bei KIs gegen IV Lyse wie: AK-Therapie oder Koagulopathie

auch ohne vorherige IV-Lyse (Zeitfenster 4.5 bis 6 h)
Wichtig: Warten nach IV-Lyse auf deren Wirkung wird nicht empfohlen.
Antikoagulation und Schlaganfall:
die Rolle von NOAKs + einem Antidot
Monitoraufzeichnung an der SU
Antikoagulation und Schlaganfall:
Prävalenz des Vorhofflimmerns an österreischischen
Stroke-Units
60
men
women
50
% AF
40
30
20
10
0
<65
65-69
70-74
75-79
Age group
80-84
>=85
Antikoagulation bei Vorhofflimmern,
Schlaganfällen und TIAs: CHA2DS2VAsc Score
+2

Ab 2 Punkten:

High risk für Embolien

 Antikoagulation

Vitamin K-Antagonisten
(Sintrom, Marcumar)

Non-Anti-Vitamin KAntagonisten (NOAKs)
Non-Anti-Vitamin K-Antagonisten (NOAKs)
Wirkungsweise
Rivaroxaban
XARELTO®
Abixaban
ELIQUIS®
Edoxaban
LIXIANA®
Dabigatran
PRADAXA®
NOAKS versus VKAs: Effektivität
Stroke or systemic embolic events
RR (95% CI)
P
Dabigatran 150 mg BID
0.66 (0.53–0.82)
0.0001
Apixaban 5 mg BID
0.80 (0.67–0.95)
0.012
Rivaroxaban 20 mg OD
0.88 (0.75–1.03)
0.12
Edoxaban 60 mg OD
0.88 (0.75–1.02)
0.10
Combined
0.81 (0.73–0.91)
<0.0001
Favours NOAC
0.5
Favours warfarin
1.0
2.0
NOAKS versus VKAs: Blutungen
Major bleeding
RR (95% CI)
P
Dabigatran 150 mg BID
0.94 (0.82–1.07)
0.34
Apixaban 5 mg BID
0.71 (0.61–0.81)
<0.0001
Rivaroxaban 20 mg OD
1.03 (0.90–1.18)
0.72
Edoxaban 60 mg OD
0.80 (0.71–0.90)
0.0002
Combined
0.86 (0.73–1.00)
0.06
Favours NOAC
0.5
Favours warfarin
1.0
2.0
Versorgung der Patienten mit AK-Therapie (BRD) lt.
GLORIA-AF Register
10 675
patients
4.9%
Moderaterisk
risk
Moderate
14.5%
(CHA2DS2-VASc =1)
HighHigh
risk risk
(CHA2DS2-VASc ≥2)
14.5%
0,00%
0,00
Asia
85.5%
20,00%
20,00
32%
Europe
40,00%
40,00
60,00%
60,00
16%
0%
90% der Pat sind
antikoaguliert !
52%
29%
Africa/
Middle East
100,00%
100,00
52%
26%
Latin America
80,00%
80,00
26%
38%
North America
Huisman et al. ESC 2014
No OAC
VKA
56%
NOAC
64%
20%
40%
Other/none
60%
80%
100%
Konsequenzen für die akute
Schlaganfallbehandlung

Mehr Patienten, bei denen AK-Therapie bekannt ist

Anamnese !

Patient selbst, Außenanamnese, Arztbriefe im System (so vorhanden)

Mehr Patienten, bei denen AK-Therapie vermutet werden kann

In beiden Fällen: 3 Möglichkeiten

Suffizient antikoaguliert

Auch dies verhindert nur ca. 80% der embolischen Ereignisse !

Insuffizient antikoaguliert

Über-antikoaguliert
Vitamin K-Antagonisteneinnahme
bekannt und akuter Schlaganfall


Laut FDA (USA):

bei INR<1,7: IV-Thrombolyse mit rtPA erlaubt

bei INR>=1,7: IV-Thrombolyse kontraindiziert
Laut EMA: VKA sind Kontraindikation für rtPA, unabhängig von der INR


In der Praxis hält man sich zumeist, nach strengster Abwägung der Indikation, an
obige FDA-Empfehlung.
Bei INR>=1,7  Thrombektomie, wenn innerhalb 6 h Fenster (Level II)
Was tun, wenn NOAK-Einnahme bekannt
oder zu vermuten




Wenn innerhalb der letzten 48 Stunden (= 4 x Halbwertszeit)

KI gegen IV-Lyse mit rtPA

 ggf. IA Thrombektomie, wenn die anderen Kriterien erfüllt
Wenn keine Einnahme innerhalb der letzten 48 Stunden (= 4 x Halbwertszeit)

Keine Aktivität anzunehmen

Aber nur bei normaler Nierenfunktion !

IV Lyse möglich
Wenn Einnahme innerhalb der letzten 48 Stunden fraglich (=„real life“): Gerinnungstests

Dabigatran: Hemoclot oder ECT oder Thrombinzeit normal bzw. kein Wirkspiegel  IV Lyse usw.

Rivaroxaban und Apixaban: Dixal (= kalibrierte anti Faktor Xa Tests) – wenn kein Wirkspiegel  IV Lyse usw.
Quelle: Management of acute stroke in patients taking novel oral anticoagulants
Graeme J. Hankey et al, Int Journal of Stroke 2014
Intracranielle Blutung unter AK-Therapie


ICH = per definitionem „Major Bleeding“ bzw. lebensbedrohliche Blutung

wenn Verschlechterung, zu 70% in den ersten 24 h

Routine CCT-Ko nach 12 - 24 h

Bis 10 ml Volumen: gutes 3 Monats-Outcome

>60 ml: schlechtes Outcome
Vorgehen bei Vitamin K Antagonisten-Einnahme

1% Jahresinzidenz von ICHs

Maßnahmen:

 VKA absetzen

Vitamin K 10 mg iv

Faktor VII Konzentrat
Wie häufig sind Blutungen unter NOAKs
zu erwarten ?

In Österreich (2015) ca. 80.000 Personen unter NOAKs.

Statistische Erwartungswerte für Blutungen /Jahr laut Zulassungsstudien
 ca.
180 schwere Blutungen
 davon
ca. 30 intracranielle Blutungen
Anti Xa-NOAKs: Apixaban, Rivaroxaban,
Edoxaban – Vorgehen bei Major
Bleeding/lebensbedrohlicher Blutung

4-Faktor Prothrombin Komplex Konzentrate, z.B. Prothromplex

Wenn letzte Einnahme < 2 h  Aktivkohle

Antifibrinolytika, z.B. Tranexamsäure; Hämofiltration ?

Noch kein spezifisches Antidot am Markt

(Quelle: Garacia et al, UpToDate Datenbank, Feb 2016)
Antidot gegen Apixaban: Idarucizumab
(Praxbind®)
Wiederherstellung der Gerinnung



Hohe Bindungsaffinität: ~350 Mal höher als von Dabigatran zu Thrombin
Keinen pro- oder antithrombotischen Effekt
Kurze Halbwertszeit
Fully humanized
Einfache und rasche Applikation


IV Gabe, sofortiges Eintreten der Wirkung
2 x 2.5 g i.v. innerhalb von 15 Minuten
Geringes Risiko für Nebenwirkungen
Elimination

vorwiegend renaler Katabolismus
Fachinformation Praxbind
antibody fragment (Fab)
Die Anwendung von Praxbind® (Idarucizumab)
Intravenöse Kurzinfusion oder Bolus
Fachinformation Praxbind
Zusammensetzung
• Eine Ampulle (50 ml)
enthält 2,5 g Idarucizumab*
• Ampullen enthalten fertige
Infusionslösung; → einfache
und schnelle Anwendung
Empfohlene Dosierung ist 5 g (i.V.)
• Zwei Ampullen
(je 50 ml; 2×2,5 g)
entsprechen einer
kompletten Dosis
Empfohlene Anwendung von Praxbind®
Kurzinfusion (i.V.)
i.V. Bolus
Die komplette Dosis (5g)
sollte in zwei aufeinander
folgenden Infusionen über
je 5-10 Min. verabreicht
werden
Verabreichung der
Komplett-Dosis (5 g) in
2 separaten i.V.
Bolus-Injektionen
Innsbruck: im MZA und auf ICUs vorhanden.
Idarucizumab führt zu einer sofortigen Reversierung der
Dabigatran-Wirkung
End of idarucizumab injection (5 min infusion)
70
Dabigatran plus:
Placebo (n=9)
1 g idarucizumab (day 4) (n=9)
2 g idarucizumab (day 4) (n=9)
4 g idarucizumab (day 4) (n=8)
Normal upper reference limit (n=86)
Mean baseline (n=86)
65
60
dTT (s)
55
Dabigatran + placebo
50
45
40
35
30
–2
Dabigatran
0
2
4
6
8
10
12
24
Time after end of infusion (hours)
Antidote
36
48
60
72
REVERSE-AD Studie, NEJM 2015;373
Group A
(n=51)
Type of bleeding
Intracranial
18
Trauma
9
Gastrointestinal
20
Other*
11
Group B
(n=39)
Reason for surgery†
Aortic dissection
1
Pericardial tamponade
1
Peritonitis
1
Acute mesenteric ischaemia with sepsis
2
Bone fractures
8
Acute cholecystitis
5
Acute renal insufficiency, catheter
placement
4
Acute appendicitis
3
Joint/wound infection
3
Abscess (suprapubic, scrotal)
2
Primärer Endpunkt: TT/ECT-Normalisierung zu 100%
erreicht
Für wen wird ein Antidot notwendig sein ?
Eine relativ geringe (aber zunehmende) Zahl der NOAK-Patienten wird
ein spezifisches Antidot benötigen
Lebensbedrohliche Blutung
Neurologisch:
Intracerebrales Hämatom
Subarachnoidalblutung
Subduralhämatom
Epiduralhämatom
Traumatische Blutungen
Akut-Eingriff
Neurochirurgische,
Gefäßchirurgische
Eingriffe
In Entwicklung: weitere Antidote
Andexanet alfa
modifizierter rekombinanter aktivierter F. X
bindet Rivaroxaban, Apixaban, Edoxaban
Phase 3 Studien mit Rivaroxaban, Apixaban
Aripazine
Molekül, das alle NOAK und Heparine bindet
Dabigatran
Rivaroxaban, Apixaban, Edoxaban
Heparin (UFH, LMWH)
Phase 1 Studie mit Edoxaban
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.