Reden Dr. Johannes Teyssen und Michael Sen (PDF

Bilanzpressekonferenz der E.ON SE, 9. März 2016
Ausführungen
D r. J o h a n n e s Te y s s e n , C E O , E . O N S E
Michael Sen, CFO, E.ON SE
Es gilt das gesprochene Wort.
Rede Dr. J. Teyssen / M. Sen – Bilanzpressekonferenz 9.03.2016
[Sprecher: Dr. Johannes Teyssen]
Guten Morgen und ein herzliches Willkommen zur Bilanzpressekonferenz
von E.ON. Zunächst werde ich Ihnen einen Überblick zu unserer
Geschäftsentwicklung, unserer Strategie und den Zielen von E.ON und
Uniper geben. Danach wird Michael Sen unser Jahresergebnis im Detail
erläutern. Im Anschluss steht Ihnen der gesamte Vorstand gerne für Fragen
zur Verfügung.
Wir dürfen Sie heute zum ersten Mal am neuen, modernen E.ON Campus in
Essen begrüßen. Wir sind hier Ende des Jahres mit mehr als
1.500 Kolleginnen und Kollegen eingezogen, Anfang Januar haben wir
offiziell Einweihung gefeiert. Sie haben es vielleicht gesehen, als Sie vom
Eingang in diesen Raum gekommen sind, dass das große Atrium noch mit
den Plakaten unseres offiziellen „Day One“ geschmückt ist: „Ein Haus – Ein
Team – Ein guter Start“ können Sie dort lesen. Das ist nicht symbolisch,
sondern sehr praktisch gemeint:
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Hier arbeiten erstmals zahlreiche operative Einheiten unter einem Dach,
die bisher auf unterschiedliche Städte verteilt waren.
Wir haben hier Räume geschaffen, in denen wir anders und kreativer
miteinander arbeiten können.
Hier sind die Wege kurz – und auf kurze Wege, schnelle Entscheidungen
und hohe Flexibilität kommt es in der Zukunft an – in der klassischen
Energiewelt von Uniper ebenso wie in der neuen Energiewelt der neuen
E.ON.
Meine Damen und Herren, 2015 war geprägt durch
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eine ordentliche operative Performance in weiten Teilen unseres
Geschäfts,
die klare Rückführung unserer wirtschaftlichen Nettoverschuldung,
die Aufteilung unserer Aktivitäten in zwei eigenständige Unternehmen,
und damit die Schaffung der Grundlage für eine stärker fokussierte und
wertschöpfende E.ON.
2015 war aber zugleich ein Jahr, in dem die Strom- und Commoditypreise in
vielen unserer Märkte neue Tiefststände erreicht haben. Vor diesem
Hintergrund sind die Zahlen des letzten Geschäftsjahres sehr ordentlich.
Unser EBITDA von 7,6 Milliarden Euro und der operative Cashflow von
6,1 Milliarden Euro liegen zwar jeweils unter den Vorjahreswerten, bewegen
sich aber im Rahmen unserer Prognose für das Gesamtjahr 2015. Der
Rückgang ist im Wesentlichen auf die Abgabe von Geschäften, negative
Preisentwicklungen im Kraftwerksgeschäft, die niedrigen Öl- und Gaspreise
und den extrem schwachen Rubel zurückzuführen. Der nachhaltige
Konzernüberschuss lag mit 1,6 Milliarden auf Vorjahresniveau und damit
ebenfalls im Rahmen der Prognose von 1,4 bis 1,8 Milliarden Euro. Für das
Jahr 2015 verzeichnen wir einen Konzernfehlbetrag von 7 Milliarden Euro
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Rede Dr. J. Teyssen / M. Sen – Bilanzpressekonferenz 9.03.2016
infolge hoher Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt 8,8 Milliarden
Euro, über die wir bereits berichtet hatten. Wir hatten diese Abschreibungen
vor allem auf Kraftwerke vorgenommen, deren Wert durch die grundlegende
strukturelle Veränderung unserer Branche stark gemindert wird. Den
Dividendenvorschlag von 50 Cent pro Aktie – das entspricht einer
Ausschüttungsquote von rund 60 Prozent des bereinigten
Konzernüberschusses – können wir bestätigen.
Nach zwei Monaten im neuen Geschäftsjahr ist erkennbar, dass sich unser
Marktumfeld weiter eingetrübt hat, Strom-, Öl- und Gaspreise bleiben
niedrig oder geben weiter nach, Wechselkurse bleiben schwach.
Wir erwarten ein Konzern-EBITDA im Bereich von 6,0 bis 6,5 Milliarden
Euro. Für den nachhaltigen Konzernüberschuss rechnen wir 2016 mit einem
Ergebnis von 1,2 bis 1,6 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung der
Beschlussfassung der Hauptversammlung der E.ON SE am 8. Juni 2016 über
die Abspaltung eines Mehrheitsanteils an Uniper und dem erwarteten
Wirksamwerden der Abspaltung noch im Jahr 2016 wird es aufgrund der
hieraus resultierenden bilanziellen Effekte zu einer Anpassung unserer
Prognosen kommen. Wir erwarten, dass unsere Prognose dann deutlich
niedriger liegen wird. Näheres werden wir im Zusammenhang mit der
Veröffentlichung der Unterlagen für die Hauptversammlung 2016
kommunizieren. Die Angaben lassen aufgrund der bilanziellen Effekte
keinen Rückschluss auf das erwartete EBITDA und den nachhaltigen
Konzernüberschuss der Uniper für das Jahr 2016 zu.
So viel zunächst zu den wesentlichen Kennzahlen, Michael Sen wird Sie im
Anschluss im Detail erläutern und einordnen.
Meine Damen und Herren, zu den Themen, die uns 2015 besonders
beschäftigt haben, zählt auch die immer noch nicht gelöste politische und
gesellschaftliche Frage, wie wir in Deutschland den Ausstieg aus der
Kernenergie organisieren und finanzieren. Sie wissen, dass die deutsche
Kernenergie nicht zu den strategischen Zukunftsfeldern von E.ON gehört.
Unsere verbleibenden drei Kernkraftwerke werden bis zum Ende ihrer
Laufzeit mit höchster Zuverlässigkeit und in weitgehender Eigenständigkeit
von der PreussenElektra in Hannover betrieben. Dort werden auch der
Rückbau und die Entsorgung unserer Anlagen verantwortet. Ohne Einfluss
auf das Ergebnis von E.ON ist dieses Geschäft aber – wie Sie wissen –
natürlich nicht. Daher ist es von großer Bedeutung, welche Ergebnisse der
politische Prozess haben wird. Die Kommission zur Finanzierung des
Kernenergieausstiegs hat nach meiner Wahrnehmung in konstruktiver
Atmosphäre gearbeitet, Ende Februar aber festgestellt, dass noch einige, vor
allem technische Details zu klären sind. Deshalb wird ihre Arbeit noch
einige Wochen bis Ende April fortgesetzt. Wir werden auch den weiteren
Beratungsprozess konstruktiv begleiten.
Das bei uns beherrschende Thema aber war und ist der Konzernumbau. Vor
rund einem Jahr haben wir ausführlich unsere Pläne und den Zeitplan für die
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Aufteilung unserer Aktivitäten in zwei eigenständige Unternehmen
dargelegt. Bis zum Ende des vergangenen Jahres haben wir alle Meilensteine
dieses strategisch, operativ, organisatorisch und rechtlich höchst
anspruchsvollen Vorhabens im Zeitplan erreicht. Ich bin stolz, mit welchem
Engagement und welcher Disziplin unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
diesen Unternehmensumbau aktiv vorangetrieben und sich mit Mut und
Offenheit auf eine für uns alle neue Zukunft eingelassen haben. Seit Beginn
des Jahres 2016 sind E.ON und Uniper bereits operativ getrennt am Start.
Wir sind heute mehr denn je überzeugt, dass es der beste Weg ist, den immer
weiter auseinandergehenden Ansprüchen unserer Stakeholder, allen voran
unserer Kunden, mit völlig unterschiedlichen und passgenauen
unternehmerischen Antworten zu begegnen. Die Entwicklungen des letzten
Jahres bestätigen die generellen Trends, die unserer strategischen
Neuausrichtung zugrunde liegen. Die neue Energiewelt zeichnet sich immer
klarer ab und wird sehr greifbar, aber auch die Trends in der klassischen
Energiewelt verfestigen sich:
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Erneuerbare Energien werden mehr und mehr zur führenden Säule des
Energiesystems. Während die schon gut etablierte Solarenergie moderat
weiterwächst, ist jetzt die Zeit für den kräftigen Ausbau der OffshoreWindenergie gekommen. Rund 2.300 Megawatt kamen 2015 in der
deutschen Nord- und Ostsee dazu. Insgesamt sind damit bereits rund
3.300 Megawatt am Netz. 6.500 Megawatt sollen es nach den
gegenwärtigen Plänen der Bundesregierung bis 2020 werden,
15.000 Megawatt bis 2030. Zugleich hat diese Technik einen
industriellen Reifegrad erreicht, der es möglich macht, wie vom
Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagen von einer direkten
Förderung zu Ausschreibungen überzugehen.
Der Anteil von regenerativem Strom steigt kontinuierlich. Aktuell
speisen allein in die E.ON-Netze 360.000 Erneuerbare-Anlagen ein.
Mehr als 80 Prozent des Stroms, der in unseren Netzen fließt, sind
regenerativ erzeugt. Und der Trend ist ungebrochen.
Die Nachfrage nach E.ON-Ökostromprodukten hat in den letzten drei
Jahren um 50 Prozent zugenommen.
Die Digitalisierung von Energiedienstleistung ist in vollem Gange. Die
Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen rund um Energie steigt, mit
enormen Wachstumsraten. 10.000 neue Kunden jeden Monat
entscheiden sich, von unserem „Smart Check“ Gebrauch zu machen.
Diese digitale Plattform ermöglicht es dem Kunden, seinen
Energieverbrauch mit anderen Haushalten zu vergleichen,
maßgeschneiderte Energiespartipps zu erhalten, seinen Verbrauch
ständig im Blick zu haben oder auch seinen Abschlag dynamisch
anzupassen. Und in Großbritannien nutzen bereits 1,2 Millionen Kunden
unsere digitale Energiesparlösung „Energy Saving Toolkit“.
Die Trends der klassischen Energiewelt sind hingegen leider negativ für
das Geschäft von Uniper: Auch 2015 haben die Wholesale- und
Commodity-Preise weiter nachgegeben. Die deutschen Strompreise
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Rede Dr. J. Teyssen / M. Sen – Bilanzpressekonferenz 9.03.2016
fielen 2015 nach einer kurzen Erholung gegen Ende des zweiten
Quartals weiter und erreichten im Dezember erneut ein Zwölf-JahresTief. Der Ölpreis ist zum Jahresende deutlich unter die 40-Dollar-Grenze
gefallen. Der Gaspreis folgt dem Ölpreis mit Abstand. Es gibt, soweit
ich sehe, niemanden, der davon ausgeht, dass sich dies in naher Zukunft
ändern könnte. Zudem hat der Rubel, wegen unseres substanziellen
Kraftwerksgeschäfts in Russland eine sehr relevante Größe für uns,
weiter dramatisch – rund 40 Prozent – an Wert verloren.
Aus der Analyse dieser für unser Geschäft wesentlichsten Entwicklungen
des letzten Jahres muss man meines Erachtens zwei Schlüsse ziehen:
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Es ist heute mehr denn je richtig, dass wir uns in getrennten
Unternehmen jeweils mit ganzer Kraft auf die sehr unterschiedlichen
Anforderungen der neuen und der klassischen Energiewelt
konzentrieren.
Wir müssen aber auch klar sehen, dass sich das wirtschaftliche Umfeld
im Allgemeinen und die Rahmenbedingungen der Branche seit der
Kommunikation unserer Strategie im Dezember 2014 deutlich
verschlechtert haben und wir daher die Ausrichtung und die erreichbaren
Ambitionen von Uniper und E.ON überprüfen müssen.
Die Energiewelt der Zukunft wird nicht durch den aktuellen Verfall der
Ölpreise aufgehalten. Vielleicht wird der Preisvergleich an der Zapfsäule für
eine gewisse Zeit nicht mehr so interessant sein, aber wir sollten der
Versuchung widerstehen zu glauben, der Umbau der Energiestrukturen
würde durch das billige Öl gebremst. Das würde bedeuten, die
Eigendynamik zu unterschätzen, die der energietechnische Fortschritt und
neue Kundenwünsche bereits gewonnen haben. Dies gilt vor allem für die
fundamentalen Veränderungen im Strommarkt durch den weiteren Ausbau
von Wind- und Solarenergie, die neue Rolle der Netze als intelligente
Plattformen und die Entwicklung individueller Energielösungen für Kunden.
Für diesen Energiewandel ist das Preisniveau fossiler Energieträger kein
strategischer Parameter mehr.
Hinzu kommt, dass durch die Festlegung des letzten Klimagipfels in Paris
der Klimaschutz ein strategisches Thema für den Industriestandort
Deutschland und insbesondere für Energieunternehmen bleiben wird. In
Paris haben sich 195 Staaten politisch verpflichtet, die Erderwärmung auf
2 Grad, möglichst auf 1,5 Grad, zu begrenzen, dies mit nationalen Plänen zu
unterlegen und diese Pläne alle 5 Jahre überprüfen zu lassen. Diese
Beschlüsse werden in den Staaten zu stabilen Rahmenbedingungen für neue
Geschäftsmodelle, Investitionspläne und Strategien sorgen, die auf
Klimaschutz basieren. Klimaschutz wird so neue unternehmerische Chancen
eröffnen.
Wir können diese neue Energiewelt nur aktiv mitgestalten, wenn wir uns mit
ganzer Kraft auf die neuen Anforderungen konzentrieren. Ohne
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Kompromisse. Frühere Größe und Komplexität weicht neuer Agilität und
schlanken Strukturen. Dass damit für beide Unternehmen bessere
Zukunftsperspektiven als in der alten Struktur verbunden sind, davon wollen
wir im Juni bei der Hauptversammlung unsere Eigentümer überzeugen. Ich
bin sehr zuversichtlich, dass das gelingt und damit der Weg für die
Börsennotierung von Uniper im Laufe des Herbstes frei wird. E.ON wird
dann nur noch eine Minderheitsbeteiligung an Uniper halten, ohne
operativen Einfluss, und das auch nur für wenige Jahre. Wir sind und bleiben
also voll im Zeitplan – und bei dem Weg der vollständigen Trennung, der in
dieser Konsequenz übrigens nach wie vor einzigartig in der europäischen
Energiewirtschaft ist.
Die klare Verfestigung der zuvor genannten Trends und Entwicklungen
bestärkt uns in der Überzeugung, dass der Spin-off der richtige Weg ist und
der Zeitpunkt richtig ist. Es ist richtig, die Geschäfte jetzt zu trennen und
jetzt die Voraussetzungen zu schaffen, dass sie sich entlang eigener
Strategien weiterentwickeln können. Unseren Anteilseignern bieten wir
damit mehr Optionen, und dem Management von E.ON und Uniper mehr
Gestaltungsspielraum.
Zugleich sehen wir aber deutlich, dass wir unsere Annahmen über die
Entwicklung von E.ON und Uniper kritisch reflektieren müssen. Der frei
verfügbare Cashflow von Uniper wird vor dem Hintergrund der zuvor
beschriebenen Marktsituation gegenüber den Annahmen vor 15 Monaten
deutlich geringer ausfallen. Auch E.ON wird – verglichen mit unseren
Annahmen von Ende 2014 – mit einem deutlich geringeren Cashflow
wirtschaften müssen. Hier wirken sich vor allem geringere Beiträge von
Uniper und aus dem Kernenergiegeschäft aus. Künftig geplante Investitionen
und Dividenden müssen dies reflektieren. Die Vorstände von E.ON und
Uniper werden in den kommenden Wochen genau prüfen, was die
veränderten Rahmenbedingungen und neuen Herausforderungen für die
Entwicklung beider Unternehmen bedeuten. Ergebnisse werden wir Ihnen
Ende April vorstellen.
Lassen Sie mich aber auch dies deutlich sagen: Trotz des ungünstigen
Umfeldes ist die Performance des Kerngeschäfts der neuen E.ON – Netze,
Erneuerbare Energien und Kundenlösungen – sehr gut, gerade in diesen
harten Zeiten. Diese Geschäfte sind stabil, haben ein gutes Risikoprofil und
sind der Volatilität der Commodity-Märkte wenig ausgesetzt. Klar ist auch:
Das negative Umfeld mit den hier angedeuteten Kompetenzen trifft E.ON
und Uniper im Übrigen unabhängig von der Trennung der Geschäfte, ebenso
wie unsere Wettbewerber. Wir sind aber überzeugt, dass wir mit unserer
strategischen Grundentscheidung bessere Voraussetzungen haben, wieder
Wert zu schaffen für das Unternehmen und seine Anteilseigner.
Meine Damen und Herren, in diesen schwierigen Zeiten ist es umso
wichtiger festzustellen, dass E.ON die richtigen Kompetenzen hat, um in
Zukunft erfolgreich die entstehende neue Energiewelt maßgeblich
mitzugestalten.
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Rede Dr. J. Teyssen / M. Sen – Bilanzpressekonferenz 9.03.2016
Die erste Säule der neuen E.ON sind die Energienetze. Die Ergebnisbeiträge
in diesem regulierten Geschäft sind stabil und solide, die Ertragsaussichten
entwickeln sich gut. In Schweden werden beispielsweise in der jeweils
nächsten Regulierungsperiode höhere Erlöse zugelassen sein, in Tschechien
wird zudem eine höhere Kapitalverzinsung akzeptiert, um Investitionen in
neue Infrastruktur attraktiver zu machen. Netze sind europaweit in den
Fokus der neuen Energiewelt gerückt: So, wie die moderne Kommunikation
das Internet braucht, braucht die neue Energiewelt hervorragende
Energienetze, die Millionen einzelner Produktionsanlagen und Kunden
verbinden und flexibel auf Kundenbedürfnisse und den schwankenden
Charakter der erneuerbaren Produktion reagieren. Zunehmend eingesetzte
smarte Technik erlaubt unseren Kunden, Energie ganz anders zu beziehen,
zu teilen oder zu verkaufen als bisher. Solche innovativen Energienetze zu
entwickeln und effizient zu betreiben, ist unsere Stärke. So nutzen unsere
Netzgesellschaften im Norden Deutschlands eine besonders innovative
Technologie, um das Netz bei schwankenden Einspeisungen von
erneuerbarem Strom vollautomatisch zu stabilisieren, Windparks müssen
dadurch viel seltener vom Netz genommen werden. Im Regelbetrieb können
so die Übertragungskapazitäten für regenerative Energien um bis zu
50 Prozent gesteigert werden.
Die zweite Säule der neuen E.ON ist unser sehr starkes RenewablesGeschäft. Wir haben in den vergangenen Jahren mehr als
2.500 Windkraftanlagen und einige Solarparks gebaut. Damit haben wir seit
2007 mehr als 10 Milliarden Euro in Erneuerbare Energien investiert. Vor
vier Wochen erst konnte ich unseren neuen Offshore-Windpark Amrumbank
West offiziell einweihen. Nicht unser erster Offshore-Park, aber ein weiterer
Meilenstein in Sachen Industrialisierung der Erneuerbaren Energien. Als
Nummer 2 in der Welt beim Offshore-Windgeschäft beherrschen wir den
hochkomplexen Bau von Hochseewindparks sehr gut, haben Abläufe und
Technik weitgehend standardisiert und konnten so mit unseren speziellen
Errichterschiffen allein im letzten Jahr zwei große Offshore-Windparks in
der Nordsee innerhalb des Budgets und des Zeitplans fertig stellen. Steile
Lernkurven und ein hoher Industrialisierungsgrad tragen dazu bei, dass die
Erneuerbaren Energien wirtschaftlich zunehmend auf eigenen Beinen stehen
und zu einer tragenden Säule der Energieversorgung werden können. Dabei
haben wir uns einen herausragenden Ruf als Planer, Errichter und Betreiber
von Offshore-Windparks erworben und sind daher ein gesuchter Partner für
Unternehmen, die in grüne Energie investieren wollen.
Ein gutes Beispiel hierfür ist auch unser aktuelles Projekt Rampion in
Großbritannien südlich von Brighton. An diesem Projekt sind die britische
Green Investment Bank sowie das kanadische Unternehmen Enbridge
beteiligt. Auch in Deutschland gehen die Planungen für unser jüngstes
Projekt Arkona-Becken Südost in der deutschen Ostsee voran, wir bereiten
derzeit die finale Investitionsentscheidung vor. In Deutschland sind wir
außerdem in der Vorentwicklung für das Projekt Delta Nordsee nördlich von
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Rede Dr. J. Teyssen / M. Sen – Bilanzpressekonferenz 9.03.2016
Borkum. Und in der dänischen Ostsee haben wir uns gemeinsam mit Statoil
für das Bieterverfahren Kriegers Flak präqualifiziert.
Die zukünftige E.ON ist das erste große europäische Energieunternehmen,
das seine Strategie so konsequent auf grüne Energie ausgerichtet hat. Sie
wird bis 2025 mindestens 80 Prozent unserer eigenen Erzeugungsleistung
ausmachen und damit einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz
leisten.
Die dritte Säule sind Kundenlösungen, vom klassischen Energieverkauf bis
hin zu neuen, innovativen Produkten und Dienstleistungen. Hier zählen nicht
nur die überzeugende technische Lösung, sondern auch die genaue Kenntnis
der Anforderungen, der persönliche Kontakt und die Nähe zum Kunden. So
helfen unsere Solar- und Batterieprofis dem Solaranwender, seine eigene
Solaranlage effizient zu nutzen und selbst erzeugte Energie zu speichern.
Unser Ziel ist es, einer der führenden Anbieter von Speicherlösungen zu
werden. Dazu haben wir Partnerschaften mit Technologieführern wie
Samsung SDI und Solarwatt geschlossen. Ein schon traditionell starkes
Geschäftsfeld sind dezentrale Lösungen auf Basis der Kraft-WärmeKopplung. Hier zählt E.ON in Deutschland schon seit Jahren zu den
Marktführern mit mehr als 4.000 realisierten Anlagen und einem Umsatz
von nahezu 1 Milliarde Euro. Unser Spektrum reicht von der effizienten
Strom- und Wärmeversorgung von Krankenhäusern und Universitäten über
Solarkonzepte für Landwirte, Energiemanagement für die
Wohnungswirtschaft und intelligentes Energiedatenmanagement für
Logistik- und Rechenzentren bis hin zur Energieversorgung für den neuen
Berliner Flughafen. Jüngstes Beispiel: Anfang Februar haben wir einen
Vertrag über Bau und Betrieb einer großen KWK-Anlage mit Oleon, einem
führenden oleochemischen Unternehmen in Belgien, vereinbart. Die Anlage
wird unseren Kunden mit Strom, Wärme und Prozessdampf für die
Produktion versorgen. Und wenige Wochen vorher konnten wir das größte
und leistungsstärkste Blockheizkraftwerk der Region Hamburg in Betrieb
nehmen. Es wird zukünftig Strom für bis zu 21.500 Haushalte und Wärme
für bis zu 6.000 Einfamilienhäuser erzeugen. Wir verfügen also über
hervorragende Kompetenzen, um die Energiewelt der Zukunft zu gestalten.
Unser nächstes Ziel: Wir werden diese Kompetenzen über unsere
Geschäftsbereiche hinweg bündeln, um unseren Kunden neue Konzepte und
Produkte anzubieten. Das ist uns in Berlin schon eindrucksvoll gelungen.
Ende 2015 haben wir den Zuschlag für die Stromversorgung aller Kliniken,
Universitäten und Lichtsignalanlagen in Berlin erhalten. Vorausgegangen
war eine Ausschreibung des Landes Berlin. Zentrale Bedingung für den
Zuschlag war, dass der künftige Stromanbieter nicht nur grünen Strom
liefert, sondern auch jährlich neue erneuerbare Energiequellen in Betrieb
nimmt. Hier war der gesamte E.ON-Konzern gefordert: Mehrere Einheiten
von E.ON haben gemeinsam ein überzeugendes Paket geschnürt, dass die
Verantwortlichen der Stadt überzeugt hat. Seit dem 1. Januar 2016 leuchten
alle „Ampelmännchen“ in Berlin mit E.ON Strom.
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Rede Dr. J. Teyssen / M. Sen – Bilanzpressekonferenz 9.03.2016
Meine Damen und Herren, Sie sehen an diesen Beispielen: Die zukünftige
E.ON ist alles andere als ein theoretisches Konstrukt. Diese Geschäfte der
Zukunft beherrschen wir schon jetzt und verfügen damit über ein robustes
Fundament für die konsequente Neuausrichtung von E.ON. Wir werden auf
der Basis dieser Kompetenzen erfolgreich sein, auch unter den
beschriebenen schwierigen Rahmenbedingungen. Meine Damen und Herren,
so viel von meiner Seite. Nun wird Michael Sen Sie durch das Ergebnis des
Geschäftsjahres im Detail führen und unsere Zahlen einordnen.
[Sprecher: Michael Sen]
Vielen Dank, Johannes. Meine sehr geehrten Damen und Herren, auch von
meiner Seite guten Morgen und ein herzliches Willkommen zu unserer
Bilanzpressekonferenz 2015, meiner ersten bei E.ON seit meinem Einstieg
Mitte des letzten Jahres.
Ich freue mich daher sehr, Sie nun auch persönlich kennen zu lernen,
nachdem wir zu den Halbjahres- und Quartalszahlen ja nur per Telefon
miteinander sprechen konnten.
Im Folgenden möchte ich Ihnen einen Überblick zur Entwicklung der
Ertrags- und Finanzlage des Hauses, den Ausblick auf das laufende
Geschäftsjahr sowie ein kurzes Update zum weiteren Prozess der Abspaltung
von Uniper geben.
Meine Damen und Herren, wenn wir uns vergegenwärtigen, wie sich das
erste Jahr nach Ankündigung der neuen Strategie entwickelt hat, kann man
ohne Übertreibung feststellen, dass die letzten 12 Monate von massiven
Herausforderungen geprägt waren.
Das wirtschaftliche und politische Umfeld war sehr schwierig. Die Stromund Commodity-Preise sind weiter auf neue Tiefststände zurückgegangen.
Die Neuaufstellung des Unternehmens und die damit verbundenen
komplexen Aufgaben haben unsere Mannschaft außergewöhnlich gefordert.
Hinzu kamen die Diskussionen um die Konzernhaftung für den
Kernenergieausstieg und das Gutachten zum Kernenergie-Stresstest. Dies
hatte zwischenzeitlich auch deutliche Spuren im Kursverlauf der E.ONAktie hinterlassen und viele Marktteilnehmer und Mitarbeiter verunsichert.
Auch wenn sich nach erfolgreichem Stresstest die Spekulationen gelegt
haben, ist das Thema Finanzierung der Nuklearverpflichtungen damit
keineswegs ausgestanden.
Und dennoch: 2015 haben wir das erreicht, was wir uns selbst vorgenommen
hatten, und, was noch viel wichtiger ist, wir haben das geliefert, was wir den
Märkten und der Öffentlichkeit versprochen haben. Insgesamt hat E.ON
somit eine ordentliche operative Performance gezeigt.
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Bei der Dividende halten wir Wort. Wir hatten uns bereits sehr frühzeitig
auf einen Dividendenvorschlag von 50 Cent pro Aktie festgelegt –
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Rede Dr. J. Teyssen / M. Sen – Bilanzpressekonferenz 9.03.2016
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diesen können wir heute bestätigen. Das entspricht einer
Ausschüttungsquote von gut 60 Prozent des nachhaltigen
Konzernüberschusses.
Unser EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen liegt mit 7,6 Milliarden Euro am oberen Ende unserer
Erwartungen von 7,0 bis 7,6 Milliarden Euro.
Der nachhaltige Konzernüberschuss lag mit 1,6 Milliarden, trotz des
signifikanten Rückgangs im EBITDA auf Vorjahresniveau und damit
ebenfalls im Rahmen der Prognose von 1,4 bis 1,8 Milliarden Euro.
Wir haben zudem unser Portfolio erfolgreich angepasst. Die E&PAktivitäten in Norwegen und Großbritannien wurden zu einem, wie ich
denke, ordentlichen Preis veräußert, ebenso unsere Erzeugungs- und
Renewables-Geschäfte in Südeuropa.
Bei der Stärkung unserer Bilanz – und das ist in diesen Zeiten besonders
wichtig – sind wir gut vorangekommen. Die Verschuldung konnte weiter
reduziert werden, um nahezu 6 Milliarden Euro gegenüber 2014 auf
nunmehr 27,7 Milliarden Euro.
Des Weiteren ist es uns gelungen, unsere Kosten im letzten Jahr um
weitere 100 Millionen zu senken, so dass wir eine NettoKostenreduktion von rund 1,4 Milliarden Euro seit 2012 erreichen
konnten.
Lassen Sie mich zunächst auf die wichtigsten Faktoren für die Entwicklung
des EBITDA eingehen, das mit 7,6 Milliarden Euro erwartungsgemäß um
rund 10 Prozent bzw. 0,8 Milliarden Euro unterhalb des Vorjahres lag.
Der größte Rückgang ist im Segment Erzeugung zu verzeichnen. Hier ist das
EBITDA um rund 0,74 Milliarden Euro beziehungsweise 34 Prozent
gesunken. Darin ging der Anteil im Bereich Kernenergie gegenüber dem
Vorjahr um gut 0,4 Milliarden Euro zurück. Dies war im Wesentlichen durch
die Stilllegung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld im Sommer 2014 und
durch Produktionsausfälle in Schweden begründet. In der fossilen Erzeugung
nahm das EBITDA um gut 0,3 Milliarden Euro ab. Hier sind es vor allem die
Portfolioveräußerungen, namentlich der Verkauf von Kraftwerken in Spanien
und Italien, sowie auch die Stilllegung von Kraftwerken in Deutschland, die
den Rückgang gegenüber dem Vorjahr erklären.
Das Segment Erneuerbare Energien verringerte sich um 0,15 Milliarden
Euro beziehungsweise 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. In der
Wasserkraft in Schweden waren gesunkene Großhandelspreise ein
wesentlicher Faktor. Darüber hinaus wirkte auch hier der Verkauf von
Wasserkraftwerken in Spanien und Italien mit insgesamt rund 0,1 Milliarden
Euro.
Im Bereich Wind und Solar lag das EBITDA zwar um 43 Millionen Euro
unter dem Vorjahreswert; dies, weil wir hier im ersten Quartal des Vorjahres
einen hohen Abgangsgewinn im Rahmen unserer Build-and-sell-Strategie in
10
Rede Dr. J. Teyssen / M. Sen – Bilanzpressekonferenz 9.03.2016
den Büchern hatten. Die in der zweiten Hälfte 2015 in Betrieb genommenen
Windparks Amrumbank und Humber Gateway konnten demgegenüber schon
deutliche Ergebnisbeiträge liefern – Rückenwind kam dabei nicht zuletzt
auch von den tatsächlich starken Windverhältnissen. Das vierte Quartal im
Bereich Wind und Solar war gegenüber dem Vorjahr positiv.
Das Ergebnis der Einheit Globaler Handel hat sich mehr als verdoppelt und
nahm um rund 0,1 Milliarden Euro zu, vor allem dank einer positiven
Optimierung des Gasgeschäfts.
Das EBITDA der Einheit Exploration & Produktion lag mit knapp
0,9 Milliarden Euro um 21 Prozent unter dem Vorjahreswert. Trotz leicht
gestiegener Ausstoßmengen in den Nordseefeldern wurden diese im
Wesentlichen durch den signifikanten Verfall des Ölpreises überkompensiert.
Sehr positiv verlief die Geschäftsentwicklung der regionalen Einheit
Deutschland. Sie konnte das Ergebnis um knapp 0,4 Milliarden Euro
beziehungsweise 22 Prozent steigern. Vor allem positive Einmaleffekte im
Schlussquartal haben zu dem starken Ergebnisanstieg beigetragen. Aber auch
die konsequente Kundenausrichtung im Vertrieb führte operativ zu einer
Ergebnisverbesserung.
Das EBITDA in den weiteren EU-Ländern und Regionen lag in etwa auf
dem Vorjahresniveau. In der Region Russland sank das EBITDA um
30 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Hier spüren wir den
signifikanten Verfall des Rubels. In lokaler Währung nahm das Ergebnis
lediglich um 7 Prozent ab.
Soweit zum EBITDA, dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen. Unter dem Strich verzeichnen wir für das Geschäftsjahr
2015 einen Konzernfehlbetrag in Höhe von 7 Milliarden Euro. Grund
hierfür waren die hohen außerordentlichen Abschreibungen von insgesamt
8,8 Milliarden Euro, die wir im Rahmen der Überprüfung unserer
langfristigen Prognosen – die im Übrigen auch mit externen Daten validiert
wurden – vorgenommen haben. Wir führen Werthaltigkeitsprüfungen, wie
Sie wissen, regelmäßig einmal im Jahr durch. Dabei mussten wir feststellen,
dass sich die künftigen Preise und Preisbildungsmechanismen signifikant
verändert haben. Vor allem Erzeugungsanlagen wurden neu bewertet und in
der Konsequenz wertberichtigt.
Im Kern wurde erneut deutlich, dass der Energiesektor einen sehr
tiefgreifenden Strukturwandel erlebt. Dieser zeigt sich vor allem in den seit
Jahren kontinuierlich fallenden Großhandelspreisen. Diese Entwicklung traf
und trifft die Branche mit Wucht und hinterlässt gleichermaßen deutliche
Spuren in unserer Bilanz sowie auch im Eigenkapital.
Wir hatten unsere Wertberichtigung bereits zum dritten Quartal des letzten
Jahres verkündet. Mittlerweile mussten die Märkte in den letzten Monaten
und während der aktuellen Veröffentlichungsperiode zur Kenntnis nehmen,
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Rede Dr. J. Teyssen / M. Sen – Bilanzpressekonferenz 9.03.2016
dass auch andere Unternehmen im Sektor nennenswerte Abschreibungen
vorgenommen oder solche angekündigt haben.
Unsere Nettoverschuldung haben wir im Geschäftsjahr 2015 signifikant
reduziert – von 33,4 Milliarden Euro Ende 2014 auf nunmehr
27,7 Milliarden Euro. Hierzu hat vor allem der hohe operative Cashflow,
also der Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft, beigetragen. Er lag mit
6,1 Milliarden Euro auf dem hohen Niveau des Vorjahres, und dies trotz des
zu verzeichnenden Rückgangs im EBITDA in Höhe von 800 Millionen Euro.
Damit konnten die Investitionen sowie auch die Dividende aus den Mitteln,
die das operative Geschäft generiert hatte, bedient werden. Zusammen mit
den schon erwähnten Desinvestitionserlösen kommen wir auf insgesamt
5,7 Milliarden Euro, die unsere Verschuldung um ansehnliche 17 Prozent
reduzieren.
Meine Damen und Herren, das ist wichtig, denn eine solide Bilanz ist vor
dem Hintergrund des zuvor beschriebenen Branchenumfelds die zentrale
Tugend. Die Bilanz aktiv und risikobewusst zu managen fordert die
Verantwortung für unser Unternehmen.
Mit Blick nach vorne müssen wir feststellen, dass die ersten Monate des
neuen Jahres 2016 keine Zeichen der Besserung unseres Marktumfeldes
zeigen, sondern vielmehr weitere Eintrübungen aufweisen. Bei den
wesentlichen Preisen ist eine nachhaltige Bodenbildung nur schwer
einschätzbar. Die Strompreise im Großhandel sind zu Beginn des Jahres
weiter gefallen. Stärker, als selbst die meisten Experten dies angenommen
haben.
Gleichwohl müssen wir auch in einem schwierigen Umfeld Kurs halten.
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Ja, wir segeln hart am Wind. Teilweise bläst er auch massiv von vorne.
Dies trifft aber alle Unternehmen in unserer Branche.
Deshalb: Die konsequente strategische Ausrichtung von E.ON und
Uniper auf zwei Energiewelten ist und bleibt die richtige
unternehmerische Antwort auf den strukturellen Umbruch. Der
eingeschlagene Weg wird aber aller Voraussicht nach steiniger.
Wir werden das, was wir selbst in der Hand haben – allen voran unsere
Kapitalallokation – fokussiert, diszipliniert und zielstrebig umsetzen.
Disziplin und vorausschauendes Handeln gelten natürlich besonders für
Dividendenzahlungen. Ungeachtet des schwierigen Marktumfeldes haben
wir für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 eine feste Dividende von 50 Cent
pro Aktie zugesagt. Dieses Versprechen werden wir halten. Zukünftig aber
wird auch unsere Dividendenpolitik das aktuelle Geschäftsumfeld
reflektieren müssen.
Bei der Umsetzung des Spin-offs sind wir im Plan. In der nächsten Phase des
Projektes wird sich der Fokus nun noch stärker auf die Finanztransaktion
verschieben. Unser Team arbeitet derzeit an einem Spaltungsbericht, den wir
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Rede Dr. J. Teyssen / M. Sen – Bilanzpressekonferenz 9.03.2016
der Öffentlichkeit mit der Einladung zur Hauptversammlung vorstellen
werden. Ziel ist es, dass unsere Aktionäre bei der Jahreshauptversammlung
am 8. Juni 2016 auf der Basis vollständiger Transparenz über die Trennung
der Gesellschaften abstimmen und wir den Börsengang von Uniper
durchführen können. In Zukunft werden dann beide Unternehmen die
Chance haben, sich individuell zu entwickeln und konsequent auf die
jeweilige Energiewelt zu fokussieren.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Diese Rede enthält möglicherweise bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den
gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des E.ON-Konzerns und
anderen derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Verschiedene bekannte wie auch
unbekannte Risiken und Ungewissheiten sowie sonstige Faktoren können dazu führen, dass
die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Leistung der
Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen abweichen. Die E.ON SE
beabsichtigt nicht und übernimmt keinerlei Verpflichtung, derartige zukunftsgerichtete
Aussagen zu aktualisieren und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
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