Plakat

#NoHateSpeech
Hetze ohne Ende in den sozialen Medien
Möglichkeiten und Grenzen rechtlicher Verfolgung
Fachgespräch am Mittwoch, 2. März 2016, 17-19 Uhr
Berliner Abgeordnetenhaus, Raum 304
Niederkirchnerstraße 5, 10111 Berlin
Die Hetze gegen Flüchtlinge, Flüchtlingshelfer*innen, Politiker*innen, Journalist*innen und andere
hat beängstigende Ausmaße angenommen. Drohungen, Volksverhetzung und Mordaufrufe sind
an der Tagesordnung. Sie vergiften nicht nur die politische Diskussion, sondern schlagen auch
immer häufiger in Gewalt um.
Wir wollen diskutieren, wie es gelingen kann, strafbare Inhalte aus dem Internet zu entfernen.
Vorschläge dafür liegen auf dem Tisch: Von der Meldung entsprechender Inhalte durch die
Nutzer*innen, der Überprüfung durch die Anbieter*innen und ggf. Weiterleitung an die Behörden
bis zur effektiven Strafverfolgung. Dazu haben wir eingeladen:
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Canan Bayram, Sprecherin für Integration, Migration und Flüchtlinge
Dr. Ulf Buermeyer, LL.M., Richter am Landgericht Berlin
Timo Reinfrank, Geschäftsführer und Koordinator der Amadeu-Antonio-Stiftung
Berliner Staatsanwaltschaft (angefragt)
Faceboook Deutschland (angefragt)
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Moderation: Dirk Behrendt Sprecher für Recht und Demokratie
Betroffene von Hass und Bedrohung im Internet berichten immer wieder darüber, dass die
Staatsanwaltschaft diese Verfahren sehr schnell einstellt und von einer wirklichen Strafverfolgung
kaum etwas zu spüren ist. Dies beginnt bereits bei der Frage, unter welchen Voraussetzungen die
Berliner Staatsanwaltschaft für strafbare Äußerungen im Internet örtlich überhaupt zuständig ist.
Angesichts der besonderen Herausforderungen dieser Fälle stellt sich weiter die Frage nach der
technischen und personellen Ausstattung. Wie bei der Bekämpfung von Cybercrime kann es auch
hier angezeigt sein, spezielle Zuständigkeiten innerhalb der
Staatsanwaltschaft zu schaffen. Darüber hinaus wollen wir darüber
diskutieren, ob der Hetze im Internet mit dem geltenden, nationalen
Strafrecht überhaupt beizukommen ist oder ob es neuer, ggf.
transnationaler Instrumente bedarf.
Doch auch die Betreiber der sozialen Medien stehen in der Pflicht, auf Meldungen von
Nutzer*innen zu reagieren und Hasskommentare auf ihren Seiten schnell zu löschen. Facebook hat
im Sommer 2015 versprochen hier aktiver zu werden und dafür in Berlin ein eigenes Büro
gegründet. An der Gründung der „Initiative für Zivilcourage Online“ ist auch die Amadeu-AntonioStiftung beteiligt, die sich in Deutschland einen Namen im Kampf gegen Rassismus gemacht und
eine Broschüre zum Umgang mit Hate Speech und Debattenkultur im Internet veröffentlicht hat.
Schließlich wollen wir wissen, welche Möglichkeiten jedeR Einzelne von uns hat, sich gegen Hetze
im Internet zur Wehr zu setzen und welche Handlungsstrategien dabei Erfolg versprechend sind.
Hierzu wird uns Canan Bayram als Betroffene von ihren Erfahrungen berichten.