08_Mehrheit Gl u. Sch.

Privatrecht I/Teil 3
Beteiligung mehrerer Personen an einem Schuldverhältnis § 8 Mehrheit von Gläubigern und Schuldnern u
b
Prof. Susan Emmenegger
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Mehrheit von Gläubigern Teilgläubigerschaft
Jeder kann (nur) seinen Teil
fordern
Gemeinschaftliche
Gläubigerschaft
Alle oder jeder kann (nur) die
Leistung an alle fordern
Solidargläubigerschaft
Jeder kann die ganze Leistung
an sich selbst fordern
2
n 
Teilgläubigerscha<: n 
Beispiel: Anleihensobliga@onen (Art. 1156 ff. OR) 3
n 
Gemeinscha<liche Gläubigerscha<: n 
Beispiel: Konsor@alkredite (Finanzierung von Grossprojekten/
Grosskrediten) 4
n 
Solidargläubigerscha<: n 
Beispiel: Compte joint/Gemeinscha<skonto Gemeinschaftskonto
5
Mehrheit von Schuldnern Teilschuldnerschaft
Jeder ist (nur) auf seinen Teil
verpflichtet
Gemeinschaftliche
Schuldnerschaft
Alle müssen gemeinsam leisten
(Zusammewirken)
Solidarschuldnerschaft
Jeder schuldet das Ganze
6
Soldiarschuldnerscha6 (Überblick) Aussenverhältnis:
Einer [z.B. B] für alle
Innenverhältnis:
Jeder für seinen Anteil. Im
Zweifel jeder gleich viel
B
X
C
D
Solidarschuld von 15‘000.
X kann von B das Ganze
fordern (Art. 144 OR).
B
C
D
B kann von C und von D
je 5‘000 fordern (Art. 148
OR).
7
Entstehung n 
Vertrag: n 
Beispiel: Mietvertrag Bei Mitmietverträgen [mehrere MieterInnen] ist der Vertrag von
sämtlichen Solidarmieterinnen und bzw. Solidarmietern zu unterzeichnen.
8
Motorrad
n 
Gesetz: n 
Beispiel: Strassenverkehrs-­‐
gesetz Verletzte Fussgängerin:
Solidarische Haftung Motorrad und Linksabbieger
(Art. 60 I SVG)
Linksabbieger
Verletzter Fahzeughalter:
Solidarische Haftung Motorrad und Linksabbieger
(Art. 61 III SVG)
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Rechtslage im Aussenverhältnis (Art. 144-­‐147 OR) n 
Verpflichtung des Solidarschuldners auf das Ganze n 
Befreiung des Solidarschuldners (Art. 147 OR) n 
Verteidigung: Einwendungen und Einreden (Art. 145 OR) n 
Erschwerung der Lage der anderen Solidarschuldner durch einsei@ge Handlungen (Art. 146 OR)? 10
Rechtslage im Innenverhältnis (Art. 148 f. OR) n 
Ha<ungsquote n 
Rückgriffsanspruch n 
n 
n 
Regress Subroga@on Echte und unechte Solidarität n 
n 
Echte Solidarität: Gleicher Ha<ungsgrund für jeden Solidarschuldner (Art. 50 OR) Unechte Solidarität: Verpflichtungen der Solidarschuldner beruhen auf verschiedenen Rechtsgründen (Art. 51 OR) 11
Fazit zur Solidarität Aussen: Einer für alle. Verteidigungspflicht.
Innen: Jeder gleichviel (Grundsatz). Wer bezahlt, übernimmt die
Rechte des Gläubigers gegenüber den anderen Schuldnern
(Subrogation)
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