Preisträger 2016, Transfette, EU-Haushalt 2017

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Höhepunkte des Plenums: SacharowPreisträger 2016, Transfette, EU-Haushalt
2017
[28-10-2016 - 09:38]
Einer der Höhepunkte dieser Plenartagung war die Verkündung des SacharowPreisträgers 2016. Die jesidischen Menschenrechtsaktivistinnen Nadia Murad und
Lamiya Aji Bashar werden mit dem Preis geehrt. Außerdem hat das Parlament
bindende Grenzwerte für industrielle Transfette in Lebensmitteln gefordert und
seine Verhandlungsposition zum EU-Haushalt 2017 angenommen. Die
Abgeordneten verlangen mehr Finanzmittel für Jobs und junge Menschen,
Wirtschaftswachstum und die Bewältigung der Migrationskrise.
Die jesidischen Menschenrechtsaktivistinnen Nadia Murad Basee Taha und Lamiya Aji
Bashar werden mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit ausgezeichnet. Nadia
Murad und Lamiya Aji Bashar wurden vom "Islamischen Staat" als Sexsklavinnen
missbraucht, doch konnten sie das Martyrium überleben und in Europa Zuflucht finden.
Sie sind heute das Sprachrohr der Frauen, die Opfer des systematischen Einsatzes von
sexueller Gewalt durch den IS geworden sind und setzen sich für die Rechte der
Gemeinschaft der Jesiden im Irak ein. Die Verkündung des Sacharow-Preisträgers
erfolgte am Donnerstag (27.10.). Die Preisverleihung findet am 14. Dezember in
Straßburg statt.
In einer am Mittwoch (26.10.) verabschiedeten Entschließung fordern die EUAbgeordneten die Einführung bindender Grenzwerte für industrielle Transfettsäuren
(TFS) in Lebensmitteln. Industrielle Transfette könnten das Risiko für Herz-KreislaufErkrankungen, Unfruchtbarkeit, Alzheimer, Diabetes und Fettleibigkeit erhöhen. Weitere
Fakten zu TFS finden Sie in unserem Artikel.
Die EU-Abgeordneten haben am Mittwoch ihre Verhandlungsposition zum EU-Haushalt
2017 angenommen. Sie verlangen mehr Finanzmittel, um die Jugendarbeitslosigkeit zu
bekämpfen, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und Drittstaaten zu unterstützen, um
so die Migrationskrise in den Griff zu bekommen. Nun beginnt die dreiwöchige
Vermittlungsphase, während der das Parlament und der Ministerrat sich auf den Haushalt
für das kommende Jahr einigen müssen.
Am Dienstag (25.10.) haben die Abgeordneten eine Entschließung verabschiedet, in der
sie einen jährlichen "Grundrechte-Check" für die EU-Mitgliedstaaten fordern. Die EUKommission solle einen rechtlich verbindlichen Mechanismus mit jährlichen Berichten zur
Lage der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit und der Grundrechte in den Mitgliedstaaten
einführen.
Das Parlament hat am Mittwoch eine Verordnung verabschiedet, um die Einschleppung
und Verbreitung von Pflanzenschädlingen wie das "Olivenbaum-Killerbakterium" Xylella
fastidiosa einzudämmen. Die neuen Bestimmungen umfassen zum Beispiel die
Einrichtung eines präventiven und raschen Reaktionsmechanismus auf verdächtige
Pflanzenimporte.
Ebenfalls am Mittwoch haben die EU-Abgeordneten neue Vorschriften gebilligt, unter
denen Websites und mobile Anwendungen öffentlicher Stellen wie zum Beispiel
Verwaltungen, Gerichte, Bibliotheken und Krankenhäuser gemeinsamen EU-weiten
Normen zur Barrierefreiheit entsprechen müssen. Die Richtlinie über den barrierefreien
Web-Zugang soll Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen den Zugang zu
Daten und Dienstleistungen im Internet erleichtern. Sehen Sie dazu auch unser Video.
DE
Pressedienst
Direktion Medien
Direktor - Sprecher : Jaume DUCH GUILLOT
Referenz-Nr.:20161024STO48416
Press switchboard number (32-2) 28 33000
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Das Parlament hat am Donnerstag eine Entschließung verabschiedet, in der es die Türkei
dazu auffordert, Journalisten und Medienschaffende freizulassen, die ohne zwingende
Beweise für kriminelle Tätigkeiten inhaftiert sind. In einer Debatte am Mittwochnachmittag
haben die Abgeordneten darauf hingewiesen, dass die türkische Regierung nach dem
gescheiterten Putschversuch mindestens 99 Journalisten und Schriftsteller verhaftet und
die Räumlichkeiten von über 100 Rundfunksendern, Zeitungen, Zeitschriften, Verlagen
und Vertriebsunternehmen geschlossen hatte.
Die EU-Strategie gegenüber dem Iran solle "umfassend, auf Zusammenarbeit ausgelegt,
kritisch und konstruktiv" sein. So steht es in einer am Dienstag verabschiedeten
Entschließung des Parlaments. In unserem Interview betont der britische Berichterstatter
Richard Howitt (S&D), dass die EU auf den Erfolg des Nuklearabkommens aufbauen solle,
um eine neue regionale Sicherheitsstruktur für den gesamten Nahen Osten anzustreben.
Die EU-Abgeordneten haben am Dienstag klare Vorschriften gefordert, um
sicherzustellen, dass EU-Unternehmen in allen ihren globalen Aktivitäten, vor allem in
Entwicklungsländern, die Menschenrechte achten. Die Handels- und
Investitionsabkommen der EU sollten Klauseln zur Verantwortlichkeit von Unternehmen
für Menschenrechtsverletzungen in Drittstaaten beinhalten, so die Abgeordneten.
Am Donnerstag haben die Abgeordneten eine Entschließung zum Europäischen
Freiwilligendienst und zur Förderung der Freiwilligentätigkeit in der EU angenommen.
Die EU benötige eine besser koordinierte Politik im Bereich der Freiwilligentätigkeit und
solle Freiwilligen einen angemessenen Rechtsstatus einräumen, so die Abgeordneten.
Links
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