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Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
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01.09.2016
Kunstministerin Dr. Stange: Mit kulturellen Projekten
Brücken zwischen Flüchtlingen und Einheimischen bauen
Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange hat in der heutigen Debatte
im Sächsischen Landtag zur Großen Anfrage der Fraktion GRÜNE:
„Interkulturelle Kulturarbeit – Chancen für die Entwicklung von Kunst und
Kultur im Einwanderungsland Sachsen“ die Arbeit der Kultureinrichtungen
bei der Integration von Flüchtlingen gelobt.
„Kulturelle Einrichtungen in Sachsen haben als Erstes und am deutlichsten
Haltung gezeigt und dafür gesorgt, dass Integration gelebt wird. Das gilt
für die Großen wie das Staatsschauspiel und die Semperoper oder die
Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ebenso wie für die vielfältigen
Kultureinrichtungen in der Fläche oder auch neu gegründete Netzwerke.
Überall wird sichtbar, dass Kultureinrichtungen, besonders auch in der
Soziokultur tolle Initiativen entwickeln, um für Flüchtlinge und Einheimische
kulturelle Brücken zu bauen. Ich bin froh, dass Kulturprojekte nun auch
durch die Förderrichtlinie Integrative Maßnahmen der Staatsministerin
für Gleichstellung und Integration unterstützt werden können“, sagte die
Ministerin.
Im Landtag betonte Dr. Eva-Maria Stange: Kultur ist per se offen und frei für
alle. Sie hat eine ,Sprache‘, die ohne Dolmetscher auskommt und Menschen
zusammen bringt. Kultureinrichtungen, Künstler, soziokulturelle Zentren
sind offen für neue, inspirierende Kulturen. Sie können aber auch Zuspitzen
und Konflikte in der Gesellschaft mit ihren eigenen Mitteln thematisieren –
uns einen Spiegel vorhalten, ja auch streitbar sein.“
In den vergangenen Monaten sei in einer länderübergreifenden
Initiative ermittelt worden, welche Modelle zur Integration durch Kultur
entstanden sind und entstehen. „Wir können im Bundesländervergleich
feststellen, dass es in Sachsen trotz etwas anderer Ausgangslagen
als im Bundesdurchschnitt beziehungsweise in den westdeutschen
Ballungsräumen viele Aktivitäten gibt, die Teilhabe von Migranten an der
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Kultur zu ermöglichen. In der Kultusministerkonferenz verabreden wir
gegenwärtig, dass die Kulturarbeit mit Flüchtlingen in einer Best-PracticeDatenbank dokumentiert wird, von der wir alle lernen können“, so Dr.
Stange im Landtag.
„Die Feststellung, dass in Sachsen viel getan wird, ist aber nicht
ausschließlich ein Beleg für die vielfältige, engagierte und weltoffene
Kulturlandschaft des Freistaates. Wir können es auch als Problemanzeige
lesen, dass wir angesichts der zunehmenden Vorfälle rassistischer
Diskriminierung und fremdenfeindlicher Gewalt hierzulande dringend eine
gute integrative Politik brauchen, die auch die einheimische Bevölkerung
mitnimmt“, unterstrich die Kunstministerin und fügte hinzu: „Migration
und Teilhabe ist dabei nicht allein ein Thema der Kulturpolitik. Es ist
ein Querschnittthema, bei dem Kunst und Kultur durch ihre eigenen
Ausdrucksformen der gesellschaftlichen Teilhabe einen großen Beitrag für
den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten kann.“
Dr. Eva-Maria Stange verwies in ihrer Rede auf das geplante landesweite
Konzept für die Kulturelle Bildung.
Mit dem Koalitionsvertrag hat die SPD-CDU-geführte nicht nur die
Bedeutung der Kulturellen Bildung betont, sondern damit auch die
Aufgabe verbunden, im Laufe der Legislaturperiode ein flächendeckend
umfassend wirkendes Konzept für Sachsen zu erarbeiten. Der Aspekt
der interkulturellen Kulturarbeit wird hier einfließen. Im November 2015
hatte das Kunstministerium Experten und Akteure aus dem Bereich der
Kulturellen Bildung zu einem Runden Tisch eingeladen, der die Debatte für
die Entwicklung eines solchen Konzeptes angestoßen hatte.
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