Schattenblick Druckausgabe

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MA-Verlag
FAKTEN und MEINUNGEN
S. 5 EUROPOOL - FAKTEN:
Idomeni - Leere Gesichter von
Menschen, die die Hoffnung
verloren haben (Pressenza)
S. 5 EUROPOOL - WIRTSCHAFT:
Bericht über positiven Effekt von
Flüchtlingen auf die europäische
Wirtschaft (Pressenza)
Elektronische Zeitung Schattenblick
Donnerstag, 26. Mai 2016
Hip-Hop Straßenklassenfest - Protest pur, Rapkultur ...
Shivan im Gespräch
Soziale Fragen und migrantische Identität
Klassenfest gegen Staat und Kapital am 30. April 2016 in Hamburg
S. 6 MEDIEN - MEINUNGEN:
Langsamer Journalismus Gramsci gegen Burda (Pressenza)
S. 9 POLITIK - AUSLAND:
Brasilien - "Alles gebongt."
Putschplan im Audiomitschnitt
(poonal)
SPORT / BOXEN
Da kommt Langeweile auf ...
Erislandy Lara gewinnt die Revan­
che gegen Vanes Martirosyan
(SB) ­ Der in Houston lebende Kuba-
ner Erislandy Lara gehört zu den
technisch versiertesten, doch zugleich langweiligsten Akteuren der
gesamten Branche. Wenngleich Experten seine Kunstfertigkeit, den
Gegner zwölf Runden lang auszumanövrieren, durchaus zu schätzen
wissen, findet das breitere Boxpublikum wenig Gefallen an seinen zumeist ereignisarmen Auftritten ohne
regelrechten Schlagabtausch. Er hat
die Kampfesweise perfektioniert,
sich wahlweise durch fortgesetzte
Bewegung zu entziehen oder sofort
zu klammern und mit schnellen Einzeltreffern zu punkten ... (Seite 10)
Shivan
Foto: © 2016 by Schattenblick
(SB) ­ Vor allem Jugendliche mit Mi-
grationshintergrund prägen das Bild
des politischen Hip-Hop in Deutschland. Für sie ist der melodische
Sprechgesang nicht nur ein Ausdruck
künstlerischen Schaffens mit Versen
und Tönen, sondern in erster Linie
ein Sprachrohr für ihre Wut über die
zunehmende Gleichgültigkeit in der
Gesellschaft, die oftmals einhergeht
mit dem Verlust an Solidarität selbst
in linken Kreisen. Aus Gründen familiärer Herkunft und sozialer Zugehörigkeit ausgegrenzt, der imperativen Forderung nach Anpassung und
Assimilation ausgesetzt und dann
doch nichts als Herabsetzung zu spüren zu bekommen bringt Potentiale
zum Vorschein, die notwendigerweise antagonistisch sind. Links, rebellisch, unangepaßt, zu Verlierern im
Getriebe gesellschaftlicher Konkurrenzverhältnisse abgestempelt, stehen ihre Lieder für einen Kampf, der
längst noch nicht entschieden ist. Auf
dem "Klassenfest - gegen Staat und
Kapital" hatte der Schattenblick Gelegenheit, dem jungen Rapper Shivan
einige Fragen zu stellen.
Schattenblick (SB): Shivan, wie bist
du zum Rap gekommen?
Shivan: Wenn man in Problembezirken von Hannover wie zum Beispiel
Elektronische Zeitung Schattenblick
Bemerode groß wird, wächst man
automatisch mit einer Kultur des Widerstands auf, die dort sehr vertieft
ist. Als Teil dieser Lebensumstände
und Not ist es dann einfacher, mit
dem Rappen anzufangen, weil man
für die Mucke ein Gefühl hat. Ich bin
schon immer musikalisch gewesen
und wollte von daher mein Talent für
den guten Zweck einsetzen, den unterdrückten Menschen in der Gesellschaft eine Stimme zu geben. So bin
ich zum Rap gekommen.
SB: Menschen in sogenannten Problembezirken gelten als sozial abgehängt und weitgehend desillusioniert. In den Medien wird diese Mischung als idealer Nährboden für
Ausländerfeindlichkeit beschrieben,
also daß die Ärmsten der Gesellschaft auch noch untereinander in
Konkurrenz treten. Kannst du das
aus eigener Erfahrung bestätigen?
Shivan: Überhaupt nicht. In meiner
Gegend kann man sicher sein, daß
dort keine Faschos herumlaufen. Die
Leute in unserem Viertel halten,
wenn es darauf ankommt, zusammen. Außerhalb des Viertels sieht die
Situation jedoch ganz anders aus.
Wenn Leute wissen, daß man aus Bemerode kommt, heißt es sofort, der
ist kriminell und macht krumme Sachen. Dann wird man mit Vorurteilen konfrontiert, bekommt schiefe
Blicke in der Bahn und gerät in rassistische Polizeikontrollen, was ich
schon tausendmal erlebt habe. Die
Gesellschaft sieht einen nicht so an
wie jeden anderen, man fühlt sich
immer ausgegrenzt, und das schafft
viel Wut, die man irgendwie rauslassen muß. Klar lernt man in Problembezirken früh Drogen kennen, obwohl das gar nicht so tragisch ist.
Viel schlimmer ist, daß die Leute
voller Wut sind, weil sie in Ghettos
weggesteckt werden. Meine Eltern
sind vor 15 Jahren nach Deutschland
geflüchtet. Jetzt wohnen wir in diesem Viertel und gehören mit zur Unterschicht. Bei uns gibt es keine reichen Leute oder Anzugträger, sondern nur solche, die genauso arm
Seite 2
sind wie wir. Das schafft ein Solidaritätsgefühl. Wir im Viertel haben
daher eine bestimmte Einstellung gegenüber der Polizei und Autoritäten.
SB: Hat es ein Ereignis in deinem
Leben gegeben, wo du gesagt hast,
jetzt rappe ich gegen alles, mit dem
ich nicht einverstanden bin?
Shivan: Ich habe vor ungefähr drei
Monaten angefangen, öffentlich Musik zu machen. Ich wußte zwar, daß
ich Talent habe, aber nicht, wie ich
anfangen sollte, weil ich nicht das
Übliche erzählen wollte wie die anderen Rapper. Wenn man immer wieder damit konfrontiert ist, wie die
Cops gegenüber meinen Leuten und
mir drauf sind, nur weil ich so aussehe, wie ich aussehe, dann sagt man
sich irgendwann, jetzt reicht es. Entweder passiert dann etwas schlimmes
oder man verpackt, wenn man schlau
ist, seine Wut in Musik. Das habe ich
jedenfalls getan. Ich denke, eine klare Message ist schon deswegen nötig,
weil sich zur Zeit viele jugendliche
Migranten zu sehr von Dingen ablenken lassen, die gar nicht wichtig sind.
Es gibt einen Rechtsruck in Deutschland, der von vielen Migrantinnen
und Migranten kaum reflektiert wird.
Mit meinem Rap wollte ich darauf
aufmerksam machen.
hingehen kann, weil dort türkische
Faschisten sind. Im September letzten Jahres hat es eine Messerattacke
der Grauen Wölfe auf einen kurdischen Genossen in Hannover gegeben. Seitdem ist die Lage angespannt. Die Auseinandersetzungen
zwischen Türken und Kurden haben
an Heftigkeit zugenommen. Manche
Straßen werden regelrecht von
Grauen Wölfen kontrolliert, so daß
man als Kurde wirklich aufpassen
muß. Viele Kurden trauen sich nicht,
etwas dagegen zu machen, aber ich
verstecke mein Gesicht nicht, weil
ich finde, daß man keine Angst vor
ihnen zeigen darf. Die Kurden sind
zur Zeit in einer sehr schwierigen
Lage in Nordkurdistan; was dort geschieht, erreicht auch die Leute hier
in Deutschland. Die Kurden sind
wütend auf die deutsche Regierung
wegen ihrer Politik zur Türkei. Wir
lassen uns das nicht mehr bieten und
gehen auch gegen die Grauen Wölfe
auf die Straße.
SB: Nordkurdistan ist inzwischen
Kriegsgebiet und Diyarbakir liegt
teilweise in Trümmern. Könntest du
einmal schildern, wie sich Erdogans
Feldzug im Südosten der Türkei auf
das Zusammenleben von Kurden und
Türken hier in Deutschland auswirkt?
SB: Bist du politisch aktiv oder in Shivan: Was dort geschieht, prägt
auch das Leben hier. Ich hatte viele
linken Gruppierungen unterwegs?
türkische Freunde, aber sie reden
Shivan: Ich bin politisch aktiv, betei- jetzt nicht mehr mit mir. Allerdings
lige mich an Demos, wenn sie mei- gibt es auch Kurden, die so denken
nen Vorstellungen entsprechen, aber wie die Grauen Wölfe, wie andersmit Gruppierungen habe ich nicht herum eine Menge Türken die Einviel zu tun. Ich gehe auf die Straße, stellung linker Kurden teilen. Auch
wenn mir etwas nicht gefällt, und hierzulande haben sich viele Türken
zum Glück bin ich nicht der einzige, aufgrund der Gesetzesverschärfungen und der voranschreitenden Islader so denkt.
misierung der türkischen GesellSB: Du hast in einem deiner Lieder schaft politisiert und sind auf die linheute auf dem Klassenfest über den ke Seite gewechselt. So gesehen
Rassismus der Grauen Wölfe gesun- kann man die Menschen nicht paugen. Inwieweit bist du als Kurde hier schalisieren. Schlechte Menschen
in Deutschland damit konfrontiert? hat es immer gegeben, und auch
beim kurdischen Volk gibt es VerräShivan: Es gibt in Hannover Gegen- ter gegenüber den eigenen Leuten.
den, in die man als Kurde nicht mehr Viele Türken haben inzwischen verwww.schattenblick.de
Do, 26. Mai 2016
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standen, daß das, was die Türkei mit tige Menschen. Vor einigen Tagen
den Kurden und Armeniern gemacht wurden HDP-Abgeordnete im türkihat, nicht richtig war.
schen Parlament verprügelt. Meinen
Respekt hat vor allem Selahattin DeSB: Ich hatte dich vorhin gefragt, ob mirtas, der Gesicht zeigt und sich
du Türke bist. Wie aus der Pistole ge- immer wieder mit der Erdogan-Reschossen, hast du Nein geantwortet, gierung anlegt. Auch bei der Mehrich bin Kurde. In der Türkei gibt es heit der Kurden genießt die HDP eistarke Bestrebungen, die kurdische ne große Wertschätzung.
Identität auszulöschen. Inwiefern resultiert dein politisches Selbstver- SB: In einem anderen deiner Lieder
ständnis aus deiner kurdischen Ab- hast du - was ungewöhnlich für die
stammung?
Rap-Szene ist - für die Frauen Partei
ergriffen und die sexistische AusbeuShivan: Ich bin stolz darauf, ein Kur- tung durch den Kapitalismus angede zu sein. Es gibt Kurden, die hal- prangert. Wie würdest du das Verten sich für Türken, aber dann sind hältnis zwischen Mann und Frau in
es eben Türken und keine Kurden der kurdischen Gesellschaft bemehr. Es ist ja nicht so, daß die Kur- schreiben, die zum Teil auch sehr
den erst seit neuestem bekämpft wer- konservative Werte verkörpert?
den. Die Kurden haben als Volk noch
nie in Ruhe leben können. Deswegen Shivan: Ich bin mit der kurdischen
wird der Tag niemals kommen, an Tradition aufgewachsen, in der die
dem sich die Kurden von ihrer Iden- Frau eine angesehene Person ist. Der
tität abwenden. Wir haben das Re- Mann versucht immer, den Mächtibellische tief in uns, ob in Südkurdi- gen zu spielen, aber die Frau ist diestan, Nordkurdistan, Westkurdistan jenige, die gegen Unrecht kämpft.
oder Ostkurdistan. Wir Kurden ha- Das ist unser Weltbild, das nicht nur
ben immer gelitten, was ein starkes in Kurdistan, sondern auch in EuroSelbstbewußtsein in uns geschaffen pa gilt. Ich selbst bin gegen jede Art
hat. Ein wahrer Kurde wird niemals von Sexismus, und auch die kurdivergessen, woher er kommt.
sche Freiheitsbewegung vertritt
einen starken Feminismus. Das zeigt
SB: In der Türkei gibt es mit der sich auch in Rojava an den kämpfenHDP eine prokurdische Partei, die den Fraueneinheiten. Daß Mann und
die Interessen nicht nur der Kurden Frau gleichwertig sind, ist eigentlich
vertritt, sondern auch viele zivilge- selbstverständlich bei den Kurden.
sellschaftliche Kräfte gegen Erdogan Auch mein Vater hat kein konservamobilisiert. Gibt es auf kurdischer tives Bild von Frauen. Ich komme
Seite uneingeschränkte Sympathien aus einem feministischen und linken
für die HDP oder überwiegen viel- Elternhaus, und von daher habe ich
leicht doch die Vorbehalte, weil die von Geburt an gelernt, daß die Frau
HDP letzten Endes verschiedene nicht weniger wert ist als der Mann.
Gruppierungen in ein Bündnis Das ist bei den meisten kurdischen
schließt?
Familien so, außer bei denen, die
sehr religiös und gleichzeitig konserShivan: Meine persönliche Sympa- vativ sind.
thie für die HDP ist sehr groß, weil
sie sich nicht nur als Interessenver- SB: Rojava hat Hoffnungen bei den
tretung der Kurden sieht, sondern für Kurden geweckt, weil eventuell auch
alle Minderheiten eintritt und glei- die Frage nach einem selbständigen
chermaßen für die Rechte der Homo- kurdischen Staat im Raum steht bzw.
sexuellen, der Frauen, der Juden, nach den Ideen von Öcalan der AufChristen oder Atheisten kämpft. In bau einer Konföderation für alle Völmeinen Augen ist die HDP eine star- ker, die in dieser Region leben. Wie
ke Partei, und ihre Politiker sind mu- wird das generell in der kurdischen
Do, 26. Mai 2016
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Community hier in Deutschland aufgenommen, teilt man die Hoffnungen oder hat man doch eher Zweifel
an der politischen Umsetzbarkeit?
Shivan: Viele linke Kurden haben die
Befürchtung, wenn Rojava jetzt
wirklich eine autonome Region wird,
daß sie sich dann zu einem Teil des
weltkapitalistischen Systems entwickelt, wie es in Südkurdistan unter der Barzani-Regierung geschehen
ist. Auch dort hatte man sich etwas
anderes erhofft. Südkurdistan ist für
mich eines der kapitalistischsten
Länder der Welt. Die Kurden dort
haben sich leider daran gewöhnt,
aber ich denke, in Rojava kann man
sich auf den Vorsitzenden der PYD,
Salih Muslim, verlassen. Die Kurden
in Rojava wollen keinen Staat, sondern eine demokratische, klassenlose, autonome Region. Das ist beim
Barzani-Clan schiefgelaufen, der ein
kapitalistisches System aufgebaut
hat. In Südkurdistan herrscht eine
Klassengesellschaft. Ich selbst komme aus Kirkuk. Die Stadt ist von Armut gezeichnet, aber wenn man nach
Erbil geht, sieht man überall Edelrestaurants. Ich hoffe, daß es in Rojava nicht so sein wird. Die Türkei lebt
natürlich in der Angst, daß das kurdische Volk in Rojava seine Freiheit
erringt, aber möglicherweise wird sie
einsehen, daß das gar nicht so
schlimm wäre, wie sie es sich ausmalt.
SB: Unter den Kurden gibt es auch
Aleviten, die eine sehr alte Glaubensgemeinschaft darstellen, die sich
notgedrungen das Kleid des Islams
übergezogen hat, um im Osmanischen Reich überleben zu können.
Wie ist das Verhältnis zwischen sunnitischen bzw. schiitischen Kurden
und Aleviten, die strenggenommen
nicht islamisch sind und Traditionen
folgen, die wesentlich älter sind als
der Islam und daher eigene Wertvorstellungen haben?
Shivan: Aus Südkurdistan kenne ich
es so, daß jeder, egal, welcher Religion er angehört, dort frei leben
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Elektronische Zeitung Schattenblick
kann. Das ist in Südkurdistan gesichert. Die Haltung eines Kurden gegenüber Aleviten ist entspannt, Aleviten sind ganz normale Menschen
wie wir auch, nur daß sie eben einen
anderen Glauben haben. Ein Mensch
ist ein Mensch, das sieht auch die
Mehrheit der Kurden so. Daran ändert auch nichts, daß die Menschen
in Südkurdistan teilweise sehr konservativ sind, während Nordkurdistan auf jeden Fall Hardcore-sozialistisch ist. Das gilt auch für die Aleviten.
SB: Vor einigen Tagen fand in Hannover eine große Demonstration gegen TTIP und CETA statt. Wie ist die
Haltung der Kurden zu den Freihandelsabkommen?
Shivan: Die kurdische Freiheitsbewegung ist antikapitalistisch. Sowohl
die Freihandelsabkommen als auch
die Kräfte, die den Kapitalismus stützen und stärken, werden von linken
Kurden abgelehnt. TTIP und CETA
wollen für den Kapitalismus auf allen
Ebenen größere Freiheiten durchsetzen. Das sehe ich sehr kritisch.
SB: Shivan, vielen Dank für das Gespräch.
Klassenfest im Schattenblick
www.schattenblick.de → INFOPOOL → MUSIK → REPORT:
Auf der Bühne
des Klassenfestes
Fotos: © 2016 by
Schattenblick
BERICHT/031: Hip-Hop Straßenklassenfest - Weigerung und Offensive ... (SB)
INTERVIEW/053: Hip-Hop Straßenklassenfest - Rap und Revolution
... S. Castro im Gespräch (SB)
INTERVIEW/054: Hip-Hop Straßenklassenfest - Rap sozial ...
Cemo62 im Gespräch (SB)
INTERVIEW/055: Hip-Hop Straßenklassenfest - In der Sprache der
Leute ... Derbst im Gespräch (SB)
http://www.schattenblick.de/
infopool/musik/report/
muri0056.html
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Do, 26. Mai 2016
Elektronische Zeitung Schattenblick
EUROPOOL / FAKTEN / GRENZEN
Internationale Presseagentur Pressenza ­ Büro Berlin
Idomeni: Leere Gesichter von Menschen, die die Hoffnung verloren haben
Nachricht aus der Redaktion Athen vom 25. Mai 2016
Idomeni, Griechenland ­ 25.05.2016.
Gerüchte über die endgültige Entscheidung zur Evakuierung von Idomeni gingen seit zwanzig Tagen um.
In der Zwischenzeit führte das Gesundheitsministerium noch eine freiwillige Impfkampagne durch in Kooperation mit NGOs, die sich mit der
Gesundheitsversorgung beschäftigen. Die Polizei evakuierte gestern
in der Morgendämmerung mehr als
2000 Menschen und schickte Bulldozer, die die Zeltstadt zerstören sollen. Dieses provisorische Camp
diente ungefähr 10.000 bis 12.000
Asylsuchenden als Unterkunft, die in
der Falle saßen, als die mazedonischgriechische Grenze im März definitiv geschlossen wurde. Sie warteten
immer noch auf eine positive Entwicklung, sogar nachdem das EUTürkei-Abkommen in Kraft getreten
ist. Einige von ihnen versuchten sogar erfolglos, die Grenze zu überqueren, wurden aber von bewaffneten
mazedonischen Einsatzkräften aufgegriffen und zurück nach Griechenland geschickt.
Schliesslich wurden sie am Dienstag
in Busse gesetzt und zu Unterkünften gefahren, die von der Armee und
den lokalen Behörden aufgebaut
worden waren, während die Regierung versprach, den ganzen Bereich
mit den verbleibenden 6500 Menschen innerhalb der nächsten Woche
zu räumen. "Die Regierung wird keine Gewalt einsetzen. Es ist eine sehr
große Operation und alles muss sicher durchgeführt werden", sagte
George Kyritsis, der Regierungssprecher für Immigration. Nach Aussagen von Menschen der Solidaritätsbewegung, die so nahe wie möglich dran blieben, verbreitete die PoDo, 26. Mai 2016
lizei Angst und setzte in einigen Fällen Tränengas ein. Das kann man
auch in einem 10minütigen Video sehen, welches die griechische Polizei
gestern veröffentlichte. Mehr als 700
Polizeibeamte sowie ein Hubschrauber wurden nach offiziellen Informationen in dieser Operation eingesetzt.
Ein Ärztin von Ärzte ohne Grenzen,
die sehr nahe dabei war, berichtete
nach ihrer Schicht: "Was mich am
meisten schockierte, waren die leeren
Gesichter. Die Menschen sahen aus,
als hätten sie alle Hoffnung verloren."
Desweiteren wurden über das Wochenende alle NGOs aus diesem Gebiet entfernt. Die sogenannte Solidaritätsbewegung, die auch auf der Seite der tausenden Menschen in Idomeni war, wurde ebenfalls gebeten, den
Ort zu verlassen. Keine Journalisten
waren erlaubt, mit Ausnahme einiger
ausgewählter Medien, während alle
anderen den Einsatz nur aus einer Distanz von 6 km verfolgen konnten.
http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Die aktuellen Polizeiberichte sprechen
von 60 Flüchtlingen, welche einige Stunden später mit unbekannter Destination
vom Derweni Camp entfernt wurden.
Der Text steht unter der Lizenz
Creative Commons 4.0
*
Quelle:
Internationale Presseagentur
Pressenza - Büro Berlin
Johanna Heuveling
E-Mail:
[email protected]
Internet: www.pressenza.com/de
http://www.schattenblick.de/
infopool/europool/fakten/
eufg0110.html
EUROPOOL / WIRTSCHAFT / MELDUNG
Internationale Presseagentur Pressenza ­ Büro Berlin
Bericht über positiven Effekt von Flüchtlingen
auf die europäische Wirtschaft
von Evelyn Rottengatter, 25. Mai 2016
Einem Bericht der Tent Foundation
[1] zufolge könnte der Zustrom an
Flüchtlingen langfristig gesehen positive Effekte auf die europäische
und weltweite Wirtschaft haben.
fünf Jahren fast zwei Euro an ökonomischem Nutzen bringen", so die zusammengefasste Aussage des 77seitigen Berichtes, der von Phillipe
Legrain [2] erstellt wurde. Er muss
es wissen, als Senior Visiting Fellow
"Einen Euro in die Aufnahme von der London School of Economics
Flüchtlingen zu investieren, kann in und ehemaliger Berater des Präsiwww.schattenblick.de
Seite 5
Elektronische Zeitung Schattenblick
denten der Europäischen Kommission Baroso hat er unter anderem das
Buch "Immigrants: your country
needs them" geschrieben, das auch
in die engere Wahl des Financial Times Business Book of the YearAward von 2007 kam.
Der Bericht mit dem Titel "Refugees
work: a humanitarian investment that
yields economic dividends" [3] konzentriert sich hauptsächlich auf
mögliche Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft und zieht dabei
Vergleiche zu den damals nach dem
Krieg erfolgreich in die US-Gesellschaft integrierten vietnamesischen
"boat people". Er empfiehlt politischen Entscheidungsträgern, Flüchtlinge nicht als "Last" anzusehen,
sondern durch Vorabinvestitionen
und umsichtige Politik wirtschaftlichen Gewinn und demographischen
Zuwachs in einem Europa zu erzeugen, das durch sinkende Geburtenraten somit auch zusätzliche Steuerzahler und Konsumenten bekäme.
MEDIEN / MEINUNGEN / STANDPUNKT
Internationale Presseagentur Pressenza ­ Büro Berlin
Langsamer Journalismus: Gramsci gegen Burda
von Milena Rampoldi, 24. Mai 2016
Wir leben in einer dynamischen, beschleunigten Welt. Was die futuristische Bewegung zu Beginn des
20. Jahrhunderts so lobte, war die
Geschwindigkeit. Sie war in den
Rennwagen jener Zeit verkörpert
und regte die Phantasie futuristischer Künstler und Schriftsteller
an. Anbei der Lobgesang von F.T.
Marinetti auf die technische Beschleunigung, zu dem er in seinem
Manifest zur ästhetischen Dimension des Lebens anhebt: "Wir behaupten, dass die Herrlichkeit der
Welt sich um eine neue Schönheit
bereichert hat: die Schönheit der
Geschwindigkeit."
Leverkusen ­ 24.05.2016.
Aber diese Dynamik zeigte bald ihAnmerkungen:
re negativen Seiten: Aufrüstung um
jeden Preis, Blitzkrieg, beschleu[1] http://www.tent.org/
nigte, wissenschaftliche Tötung,
[2] https://www.project-syndicaÜberproduktion, Technologisiete.org/columnist/philippe-legrain
rung gesamter Lebensbereiche und
[3] http://migration4developGleichgültigkeit in ethischen, soment.org/sites/default/files/tentopen-refugeeswork_vfinal-singlepa- zialen und menschenrechtlichen
Fragen. Dieselbe Beschleunigung
ges.pdf
im negativen Sinne erfährt auch der
Der Text steht unter der Lizenz Crea­ Journalismus, der sich mit dieser
Welt auseinandersetzt. Er wird so
tive Commons 4.0
http://creativecommons.org/licen- zum Spiegel der beschleunigten
Welt und reagiert nur noch in Form
ses/by/4.0/
passiver Eilmeldungen auf sie. Immer weniger Journalisten schreiben
*
in immer weniger Zeit immer mehr
Quelle:
Nachrichten.
Internationale Presseagentur
Pressenza - Büro Berlin
Und da kommt natürlich die Zeit für
Johanna Heuveling
die Recherche, Ursachenforschung,
E-Mail:
[email protected] ethische Verantwortlichkeit und Lösungsorientierung zu kurz. Krieg,
Internet: www.pressenza.com/de
Terrorismus, Kriminalität, Menschenrechtsverletzungen und Gewalt
http://www.schattenblick.de/
jeglicher Art sind die Hauptthemen,
infopool/europool/wirtsch/
mit denen sich diese Welt der rechereuwm0081.html
Seite 6
www.schattenblick.de
chefreien Eilmeldungen befasst.
Ausweglos negative Nachrichten
machen Schlagzeilen, während positive Nachrichten mit konstruktiven
Lösungsansätzen verdrängt werden.
Eine endlose Reihe erschütternder
Eilmeldungen überschwemmt im
Sekundentakt Online-Nachrichtenportale und soziale Medien. Das Geschehen wird nicht verarbeitet, sondern nur passiv rezipiert und erneut
in die Welt geschossen, in der es
einen Bumerangeffekt erzeugt, der
visuell und akustisch (durch Bilder,
Videos, gesprochene Texte oder Musik, Geräusche, u. ä.) noch verstärkt
wird.
Was kommt dem traditionellen Journalismus auf diese Weise abhanden?
Ich würde sagen, alles. Die wichtigsten Aspekte dieses beschleunigten
Journalismus sind zweifelsohne der
Mangel an ethischem und deontologischem Verständnis und die unzureichende Ursachenforschung, die
den Journalismus in einem zweifachen Sinne betreffen: einerseits den
Journalismus als Zeitungs- und
Pressewesen, der extreme Qualitätseinbußen erfährt und seiner ethischen und sozio-politischen Aufgabe nicht mehr gerecht wird, und andererseits die Tätigkeiten und Handlungen der einzelnen JournalistInnen, die sich dieser irrationalen Herausforderung stellen und an ihr zerbrechen.
Im Folgenden möchte ich zwei
wesentlichen Fragestellungen zum
Thema nachgehen: Welche sind
die ethischen und Forschungsanforderungen an den Qualitätsjournalismus? Wie kann man diesen
Qualitätsjournalismus trotz der
Do, 26. Mai 2016
Elektronische Zeitung Schattenblick
derzeitigen Hindernisse wieder zum Die humanistische Ethik des Journalismus basiert auf der Wahrung
Erfolg führen?
der Menschlichkeit und Würde
Ethik ist für mich ein grundlegender des Anderen
Begriff, wenn es um Journalismus
und um alles geht, was mit Wort, Dia- Die Ethik ist ein kulturell, religiös,
lektik, Dialog, Reflexion und Kom- philosophisch und soziologisch sehr
munikation zu tun hat. Worte bewe- unterschiedlicher, dehnbarer und
gen sehr viel, und gerade wer an die auch manipulierbarer Begriff. Dies
Macht der Worte und den so wesent- gestaltet die journalistische Arbeit
lichen, massenpsychologischen Ein- komplexer und gefährlicher: denn sie
fluss der "Massenmedien" glaubt, bewegt Menschen, erreicht Massen,
muss die Ethik zur unerlässlichen verstärkt Emotionen und beeinflusst
Grundlage seines Handelns machen, großflächig die öffentliche Meinung.
um zu vermeiden, dass Worte zu Ethik bedeutet einerseits Diversität,
menschenverachtenden Unworten wenn man von der Welt ausgeht und
oder sinnentleerten, apathischen, ver- andererseits absolute Normativität,
balen Hüllen werden. Denn das Ge- wenn man die Sichtweise des Einzelgenteil von Wort, Dialog, Kommuni- nen zum Maßstab erhebt.
kation und Reflexion sind Gewalt,
Alle Menschen haben aber, unabhänNihilismus, Konflikt und Krieg.
gig von ihren kulturellen, ethnischen,
Qualitätsjournalismus meint einen religiösen, sozialen und wirtschaftliJournalismus mit einem wortwört- chen Unterschieden, die Menschlichen ethischen Filter als pri- lichkeit gemeinsam. Daraus folgt für
märem, berufsethischem Instru- mich, dass Qualitätsjournalismus ein
ment. An dieser Stelle spielt die langsamer Journalismus mit einem
zeitliche Dimension eine wesentli- humanistischen, ethischen Filter sein
che Rolle. Der ethische Filter hängt muss, der sich dann je nach Kultur,
nämlich mit der zeitlichen Dimen- Religion, Orientierung und sozio-posion der Reflexion über mich als litischer Sichtweise anders "dekliJournalistin, über den Gegenstand niert", ohne sich deshalb zu entwurmeiner Recherche und meine per- zeln. Die humanistische Ethik des
sönliche und ethische Beziehung zu Journalismus basiert auf der Wahdiesem Gegenstand-Subjekt, wie rung der Menschlichkeit und Würde
ich im Folgenden anhand von Ed- des Anderen und umfasst somit die
ward Saids These aufzeigen werde, Menschenrechte aller Weltbürger,
unabhängig von der "Deklination"
zusammen.
ihrer Kultur, Sprache, Religion und
Daraus folgt, dass nur ein langsa- Gruppenzugehörigkeit, gesellschaftmer Journalismus auch qualitativ lichen Stellung, Hautfarbe, Fähigsein kann, da JournalistInnen kei- keit, ihres Talents und ihrer Kompene passiven RezipientInnen sind, tenz.
die Informationen aufnehmen und
wiederkäuen, um sie in laute sen- Somit basieren die vorbereitende Resationelle Nachrichten zu verwan- cherche und Ursachenforschung, die
deln, sondern ethisch reflektieren- Verfassung des Artikels, seine Korde und handelnde Menschen, die rektur und Verbreitung im langsamen
sich mit der Dimension des "Du" Qualitätsjournalismus auf dem
im Sinne des jüdisch-französi- Grundprinzip der Menschlichkeit
schen Philosophen Emanuel des Anderen, seiner Welt und somit
Lévinas auseinandersetzen. Und der im Artikel darzustellenden Thedieses "Du" findet sich im Spiegel matik, die nur ethisch und humanider Ereignisse, Menschen, des stisch angegangen werden darf. Dies
Weltgeschehens und der eigenen gilt meiner Meinung nach im Besonderen für den Journalismus rund um
Wertewelt wieder.
Do, 26. Mai 2016
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Themen wie Flüchtlingskrise, Terrorismus, Krieg, Nord-Süd-Gefälle,
Feminismus und interkulturelle
Frauenrechte und Grenzen der Pressefreiheit.
Der langsame Journalismus setzt
sich mit Hilfe seines ethischen Fil­
ters auch seine eigenen Grenzen,
denn meine Freiheit hört dort auf, wo
die Freiheit, Würde und Menschlich­
keit des Anderen (meines Subjekts)
anfangen.
Den Qualitätsjournalismus sehe ich
auch als antikolonialistischen Journalismus im Sinne von Edward Saids Thesen in Orientalism und als pazifistischen und anti-rassistischen
Journalismus, da er den "Anderen"
nicht als Objekt seiner Wahrnehmung, seiner eigenen Vorurteile und
ethnozentrischen Standpunkte ansieht, sondern als gleichwertiges
"Du" betrachtet, zu dem man eine
dialektische und wahre Beziehung
aufbauen kann.
Der langsame Journalismus setzt
sich mit Hilfe seines ethischen Filters auch seine eigenen Grenzen,
denn meine Freiheit hört dort auf, wo
die Freiheit, Würde und Menschlichkeit des Anderen (meines Subjekts)
anfangen. Wie kann man nun als
JournalistInnen dem schnellen Journalismus auf dieser Grundlage am
besten entgegenwirken, um den
langsamen Qualitätsjournalismus als
Standard zu fördern, obwohl er in
unserer beschleunigten und vom Kapital bestimmten Welt zeitaufwändiger und wirtschaftlich weniger bzw.
gar nicht rentabel erscheint?
In diesem Bereich stehen die langsamen JournalistInnen vor einer zweifachen, qualitativen und quantitativen Herausforderung: einerseits
brauchen wir "langsame" Journalisten, die ethisch und konstruktiv recherchieren und sich mit dem Thema
in seiner "Würde" auseinandersetzen, Texte verfassen, die keine Informationen in wiedergekäute, laute
Sensationen verwandeln, und andeSeite 7
Elektronische Zeitung Schattenblick
rerseits brauchen wir mehr Journalisten für weniger Artikel in mehr Zeit,
weil die Zeit zur ethischen Dimension des Journalismus erhoben wird,
obwohl sie sich kapital- und technologietechnisch gar nicht "bezahlt".
Aber wie überzeugen wir McDonald-Kunden, in ein raffiniertes, osmanisches Restaurant mit Gerichten
aus dem 16. Jahrhundert zu wechseln? Denn der Journalismus betrifft
nicht nur die Macher, sondern auch
die Konsumenten. Um einen Qualitätsjournalismus durchzusetzen,
müssen wir an beiden Fronten ansetzen, um sowohl die Medienwelt
selbst als auch ihr Publikum davon
zu überzeugen, dass Ethik, Recherche, Verantwortlichkeit, Wahrheit,
Zeit und Menschenrechte den Journalismus bestimmen sollen und dass
dies unabhängig von und jenseits
jeglicher finanziellen Kalkulation erfolgen muss.
tätsjournalismus kann heute niemand mehr überleben" des Verlegers Hubert Burda von 2014 nicht.
Denn will man sich diese Qualität
leisten, so kann man sie sich auch
leisten. Diese Qualität ist meine
Zeit. Diese Qualität ist meine Ethik.
So hart das auch klingen mag: der
Tod des Qualitätsjournalismus und
der Beginn des Nihilismus entsprechen meinem Verzicht als JournalistIn auf meine Ethik und auf meine
Zeit. Und diesen Fehltritt Anderen
zuzuschreiben, wäre ein fataler Fehler, denn er ist die logische Folge
meiner Entscheidung für die Geschwindigkeit als ästhetische Dimension eines talentfreien Journalistenlebens.
Über die Autorin
Dr. phil. Milena Rampoldi ist freie
Schriftstellerin, Buchübersetzerin
und Menschenrechtlerin. 1973 in Bozen geboren, hat sie nach ihrem Studium in Theologie, Pädagogik und
Orientalistik ihren Doktortitel mit einer Arbeit über arabische Didaktik
des Korans in Wien erhalten. Neben
ihrer Tätigkeit als Sprachlehrerin und
Übersetzerin beschäftigt sie sich seit
Jahren mit der islamischen Geschichte und Religion aus einem politischen
und humanitären Standpunkt, mit Feminismus und Menschenrechten und
mit der Geschichte des Mittleren
Ostens und Afrikas. Sie wurde verschiedentlich publiziert, mehrheitlich
in der deutschen Sprache. Sie ist auch
die treibende Kraft hinter dem Verein
für interkulturellen und interreligiösen Dialog Promosaik.
www.promosaik.com
Ganz im Sinne des italienischen
Philosophen und Journalisten Antonio Gramsci gilt für mich im langsamen, ethischen Qualitätsjournalismus das Motto: "Was wir brauchen ist Nüchternheit: einen Pessi- Der Text steht unter der Lizenz CreaDie langsamen JournalistInnen be- mismus des Verstandes, einen Opti- tive Commons 4.0
finden sich in einer neokolonialisti- mismus des Willens."
http://creativecommons.org/licenschen, neoliberalen, vom Kapital,
ses/by/4.0/
der Technologie und Geschwindig- Der langsame Journalismus ist eine
keit bestimmten Welt, die globali- Berufung, eine Grundüberzeugung,
*
siert und gleichzeitig ethnozentrisch eine existentielle, ethische Haltung Quelle:
ist. In dieser Zwickmühle bleibt ih- und eine felsenfeste Überzeugung Internationale Presseagentur
nen nur eines übrig: sie müssen an der Würde und Gleichwertigkeit al- Pressenza - Büro Berlin
Wunder glauben, damit sie ihnen ge- ler Menschen und somit auch aller Johanna Heuveling
schehen und ihren Kampfgeist auf- Geschehnisse, unabhängig von ih- E-Mail:
rechterhalten, ohne an ihren ethi- rer, wie oben angesprochenen "De- [email protected]
schen Grundsätzen, für die sie leben klination". Der langsame Journalis- Internet: www.pressenza.com/de
und arbeiten, zu rütteln. Je mehr mus bedeutet Recherche, GründMenschen diese Sichtweise vertre- lichkeit, Verpflichtung zur Wahrheit
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ten, desto mehr schlägt der langsame und ethisches Zeitverständnis. Und
infopool/medien/meinung/
Journalismus unter den Machern und wer daran glaubt, finanziert das. An
mmsp0020.html
Konsumenten Wellen. Die beiden dieser Stelle kommt das "ethische
Ebenen überschneiden sich immer Kapital" der Macher und Konsumehr. Der Bürgerjournalismus be- menten ins Spiel. Somit macht sich
einflusst den professionellen Journa- Qualitätsjournalismus nicht nur belismus und umgekehrt.
zahlt, sondern zahlt sich auch aus,
wie paradox dies auch erscheinen
Liste der neuesten
und tagesaktuellen Nachrichten ...
"Allein mit Qualitätsjournalismus mag.
kann heute niemand mehr überle­
ben" Verleger Hubert Burda
Solange es Menschen gibt, die diesen ethischen Filter in ihre Arbeit
einbauen, stimmt die aufsehenerregende Aussage "Allein mit QualiSeite 8
Wir müssen uns als JournalistInnen
und als Gesellschaft gleichzeitig für
Pessimismus und Optimismus entscheiden und der diametralen Gegenüberstellung dieser beiden Dimensionen den Rücken kehren.
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Kommentare ...
Interviews ... Reportagen ...
Textbeiträge ... Dokumente ...
Tips und Veranstaltungen ...
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infopool/infopool.html
Do, 26. Mai 2016
Elektronische Zeitung Schattenblick
POLITIK / AUSLAND / LATEINAMERIKA
poonal ­ Pressedienst lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen
Brasilien
Putschplan im Audiomitschnitt: "Alles gebongt."
von Andreas Behn
Das Gespräch mit dem früheren Petrobras-Manager Sergio Machado
fand im März statt, zwei Monate bevor die Präsidentin Dilma Rousseff
in einem umstrittenen Amtsenthebungsverfahren vorläufig vom Amt
suspendiert wurde. Jetzt ist Michel
Temer Übergangspräsident und ernannte seinen Parteifreund und engen Vertrauten Jucá zum Planungsminister. Nachdem die Zeitung "Folha de São Paulo" am Montag den
Mitschnitt veröffentlichte, erklärte
Jucá zuerst noch, er habe mit "Ausbluten" die schwere Wirtschaftskrise
gemeint. Stunden später stellte er
sein Amt zur Verfügung.
tigt, von einem "Staatsstreich" zu
sprechen. Afonso Florence, PTFraktionschef im Parlament, bezeichnete den Mitschnitt als nicht
überraschend, aber endlich gebe es
ein Geständnis. "Die Rede ist von
Verbrechen wie Behinderung der Justiz und Angriffen auf die Demokratie." Endlich sei bewiesen, dass sie
"Alles gebongt"
(die Gegner*innen der PT) den Angriff auf Petrobras gestartet hätten.
Jucá sagte damals voraus, dass "Die Maske der Putsch-Regierung
Rousseffs Amtsenthebung dazu führen von Temer ist gefallen", erklärte Flowerde, dass "der Druck der Presse und rence.
anderer Sektoren zur Fortsetzung der
Korruptionsermittlungen aufhört". Die Opposition fordert die sofortige
Unverblümt berichtet der frühere Se- Entlassung von Jucá und strafrechtnator sogar von Unterredungen mit liche Ermittlungen. Er gehört wie
einzelnen Richtern und erläutert: "Nur Temer der PMDB an, die im März
wenige waren nicht zugänglich." Auch die Rousseff-Regierung verließ.
mit einigen Generälen habe er gespro- Kaum zwei Wochen im Amt, nimmt
chen. "Alles gebongt, sie halten zu der Druck aufTemers Übergangsreuns." Dann erzählt Jucá noch, dass die gierung zu. Bereits am Sonntag
Militärs die Landlosenbewegung MST machte er den ersten großen Rückbeobachten würden, er wisse aber zieher und nahm die vehement kritinicht, warum.
sierte Abschaffung des Kulturministeriums zurück. Sein Kabinett war
An diesem Punkt wird sogar Ver- von Anfang an kritisiert und verspotschwörungstheoretiker*innen mul- tet worden: keine einzige Frau und
mig. Sollte es wirklich stimmen, dass kein einziger Afrobrasilianer ist undas Militär und Teile des Obersten ter den 23 Ministern. Dafür aber sieGerichts dabei halfen, eine ungelieb- ben Herren, gegen die der Oberste
te Präsidentin aus dem Amt zu Gerichtshof bereits wegen des Petrokicken? Mehrere Mitglieder des bras-Skandals ermittelt.
Obersten Gerichtshofes reagierten
prompt und erklärten kategorisch,
dass diese Behauptung von Jucá völ- Protestkundgebungen nach Belig aus der Luft gegriffen sei.
kanntwerden des Audio-Mitschnitts
Vieles, das die Gegner*innen einer
Amtsenthebung von Rousseff immer
behaupteten, steht nun schwarz auf
weiß: Sie wurde nicht wegen Verfehlungen oder Korruption geschasst,
sondern im Gegenteil, um die Kor-
Der Ausfall von Jucá schwächt TeGegen sieben Minister der Temer- mers Wirtschaftsteam, das gerade
Regierung wird ermittelt
dabei ist, Brasilien ein striktes Sparprogramm aufzuerlegen. Umfragen
Die bis vor kurzem regierende Ar- zufolge ist Temer ähnlich unbeliebt
beiterpartei PT sieht sich darin bestä- wie Rousseff, die für die schwere
(Rio de Janeiro, 23. Mai 2016, npl)
- Um die Korruptionsermittlungen
zu stoppen, sei ein "nationaler Pakt"
notwendig, "samt Oberstem Gerichtshof, alle zusammen. Den Michel an die Spitze setzen, dann ist es
endlich vorbei, basta." Romero Jucá
spricht frei von der Leber weg, er
ahnt nicht, dass sein Gegenüber alles
mitschneidet. Dann bringt er es noch
einmal auf den Punkt: "Die Regierung muss wechseln, um das Ausbluten zu stoppen", sagt Jucá mit Blick
auf die vielen Politiker*innen, die in
Brasilien der Korruption verdächtigt
werden.
Planungsminister Romero Jucá
tritt zurück
Do, 26. Mai 2016
ruptionsermittlungen zu stoppen, die
die ganze politische Klasse und jetzt
vor allem die neue Regierung bedrohen. Jucá und Machado sind beide
bis zum Hals in den Korruptionsskandal um den halbstaatlichen Ölkonzern Petrobras verstrickt.
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Seite 9
Elektronische Zeitung Schattenblick
Wirtschaftskrise verantwortlich geSPORT / BOXEN / MELDUNG
macht wird. Täglich kommt es in
vielen Städten zu Protesten gegen die
umstrittene Übergangsregierung, am
Da kommt Langeweile auf ...
Sonntag konnte die Polizei eine Demonstration erst kurz vor Temers
Wohnhaus in Sao Paulo mit Gewalt Erislandy Lara gewinnt die Revanche gegen Vanes Martirosyan
stoppen. Am Montagabend gab es
nach Veröffentlichung des Audio- (SB) ­ Der in Houston lebende Kuba- derlagen sowie zwei Unentschieden
mitschnitts mit Jucá erneut spontane ner Erislandy Lara gehört zu den zu Buche stehen, hat der im kaliforKundgebungen.
technisch versiertesten, doch zu- nischen Glendale lebende Armenier
gleich langweiligsten Akteuren der 36 Auftritte gewonnen, drei verloren
Schon jetzt ist abzusehen, dass der gesamten Branche. Wenngleich Ex- und einen unentschieden abgeFall Jucá nicht das letzte Problem der perten seine Kunstfertigkeit, den schlossen. Da Martirosyan in der
Temer-Regierung sein wird. Der frü- Gegner zwölf Runden lang auszuma- jüngeren Vergangenheit gegen Jerhere Oppositionsführer und jetzige növrieren, durchaus zu schätzen wis- mell Charlo und Demetrius Andrade
Koalitionspartner Aécio Neves von sen, findet das breitere Boxpublikum verloren hatte, gehörte er längst nicht
der konservativen PSDB, der wenig Gefallen an seinen zumeist er- mehr zu den führenden Akteuren
Rousseff 2014 in der Stichwahl eignisarmen Auftritten ohne regel- seiner Gewichtsklasse und wurde in
knapp unterlag, wird immer wieder rechten Schlagabtausch. Er hat die der WBC-Rangliste erst an Nummer
mit dem Skandal in Verbindung ge- Kampfesweise perfektioniert, sich 15 geführt. Daher war der Rückbracht. Jucá bezeichnet ihn im Licht wahlweise durch fortgesetzte Bewe- kampf zum gegenwärtigen Zeitpunkt
der Ermittlungen schlicht als "hoff- gung zu entziehen oder sofort zu keine attraktive Option, da man Lanungslosen Fall". Und laut Pressebe- klammern und mit schnellen Einzel- ra lieber mit hochklassigen Gegnern
richten soll Jucás Gesprächspartner treffern zu punkten, was nur einer wie Austin Trout, den Brüdern JerMachado nicht nur diese sondern Minderheit der Zuschauerschaft ge- mall und Jermell Charlo oder Demeauch eine Unterredung mit dem Se- fällt.
trius Andrade im Ring gesehen hätnatspräsidenten Renan Calheiros
te. [1]
mitgeschnitten haben. Ein weiterer Als Erislandy Lara und Vanes MarPMDB-Kazike, gegen den bereits tirosyan im November 2012 zu ei- Bereits in der zweiten Runde stießen
ermittelt wird.
nem Ausscheidungskampf aufeinan- die Kontrahenten mit den Köpfen
dertrafen, lieferten sie einander ein zusammen, was sich später noch
für das Gros des Publikums schwer mehrfach wiederholen sollte. Da LaURL des Artikels:
zu ertragendes Gefecht ohne Höhe- ra in der Rechtsauslage und Martirohttps://www.npla.de/poonal/putsch- punkte, doch voller Regelwidrigkei- syan auf orthodoxe Weise boxt, ist
plan-im-audiomitschnitt-alles-ge- ten, das mit einem technischen Un- die Gefahr solcher Vorfälle generell
bongt/
entschieden in der neunten Runde größer als bei Stilen, die besser zuüberdies noch unerfreulich endete. einander passen. Im vierten Durch*
Martirosyan hatte bei einem Zusam- gang trug der Kubaner bei einem
menstoß mit den Köpfen eine böse solchen Zusammenstoß eine VerletQuelle:
Rißwunde über dem linken Auge da- zung an der Stirn davon, und bald
poonal - Pressedienst lateinamerika- vongetragen, die eine Fortsetzung darauf begann seine linke Augenparnischer Nachrichtenagenturen
des Kampfes ausschloß. Auch die tie in Folge weiterer mehr oder minHerausgeber:
Revanche, die nun in Las Vegas über der unabsichtlicher Kopfstöße anzuNachrichtenpool Lateinamerika e.V. die Bühne ging, war recht ereignis- schwellen.
Köpenicker Straße 187/188,
arm und von einer Vielzahl unsaube10997 Berlin
rer Aktionen geprägt.
Der Titelverteidiger blieb wesentlich
Telefon: 030/789 913 61
häufiger als bei ihm üblich in ReichE-Mail: [email protected]
Diesmal setzte sich der 33jährige La- weite des Gegners stehen und brachInternet: http://www.npla.de
ra einstimmig nach Punkten gegen te des öfteren solide Kombinationen
den drei Jahre jüngeren Martirosyan und linke Geraden ins Ziel. Martirodurch (115:112, 116:111, 116:111) syan verlegte sich vor allem auf
http://www.schattenblick.de/
und verteidigte damit den WBA-Ti- Schläge zum Körper, wobei er auch
infopool/politik/ausland/
tel im Halbmittelgewicht zum vier- mit einem ansehnlichen Uppercut
pala1574.html
ten Mal erfolgreich. Während für den und linken Haken aufwarten konnte.
Kubaner damit 23 Siege, zwei Nie- Der Armenier machte immer dann
Seite 10
www.schattenblick.de
Do, 26. Mai 2016
Elektronische Zeitung Schattenblick
eine gute Figur, wenn er energisch
auf Körpertreffer setzte, was ihm
insbesondere in der sechsten Runde erfolgreich gelang. Insgesamt
gesehen wartete er jedoch zu lange
ab und hielt Abstand, worauf ihm
Lara fast nach Belieben einzelne
Schläge versetzen konnte.
In den letzten vier Runden bewegte sich der Kubaner wesentlich
mehr als zuvor, um weitere Körpertreffer zu vermeiden. Ringrichter
Vic Drakulich zog Martirosyan im
elften Durchgang wegen eines vermeintlichen Tiefschlags einen
Punkt ab, doch zeigte die Zeitlupe,
daß es sich um einen regelkonformen Treffer gehandelt hatte. Diese
Fehlentscheidung kam Lara zugute, der in dieser Phase in Schwierigkeiten geraten war. Die zwölfte
Runde war schließlich die einzig
spannende im gesamten Kampf, da
der Armenier nun alles auf eine
Karte setzte und dem Weltmeister
etliche Treffer verpaßte. Lara wußte jedoch, daß er nach Punkten
nicht mehr einzuholen war, und
tanzte auf angeberische Weise im
Ring umher, als könne ihm dieser
Gegner keinesfalls das Wasser reichen.
Im Anschluß erklärte Erislandy Lara, daß sich Kopfstöße und Tiefschläge nie ausschließen ließen, da
man beim Boxen und nicht beim
Baseball sei. Er halte sich jedenfalls für einen sehr intelligenten
Boxer und sei zu keinem Zeitpunkt
in Gefahr gewesen, diesen Kampf
zu verlieren. Martirosyan beklagte
die Fehlentscheidung des Referees
wie auch den Umstand, daß er als
Herausforderer von vornherein
mehr als der Titelverteidiger zeigen
mußte, um von den Punktrichtern
angemessen wahrgenommen zu
werden. Er habe Lara den ganzen
Abend gejagt und seines Erachtens
genug getan, um den Sieg davonzutragen. Der Armenier war 2013 in
seinem ersten Titelkampf knapp an
Demetrius Andrade gescheitert und
dürfte nach diesem erneuten RückDo, 26. Mai 2016
schlag so schnell keine dritte Chance mehr bekommen. [2]
SCHACH - SPHINX
Erislandy Lara hatte kürzlich einen
Kampf gegen Gennadi Golowkin
ins Gespräch gebracht, der mehrere Titel im Mittelgewicht in seinem
Besitz hat. Nach seinem jüngsten
Erfolg in Las Vegas nannte der Kubaner Saul "Canelo" Alvarez als
weiteren Wunschgegner, dem er
2014 knapp nach Punkten unterlegen war. Daß es zu dieser Revanche kommt, ist jedoch sehr unwahrscheinlich, da Lara schlichtweg nicht publikumsfreundlich
boxt und keine große Fangemeinde
aufbieten kann. Dasselbe dürfte
wohl auch im Falle Golowkins gelten, dessen Popularität aufgrund
seiner beeindruckend offensiven
Kampfesweise rasant wächst. Angesichts des Tauwetters in den Beziehungen zwischen den USA und
Kuba ist nicht auszuschließen, daß
Lara eines Tages sogar in seiner alten Heimat auftritt, wo seine Mutter und seine Kinder nach wie vor
leben. Wenngleich er betont, daß
ihm ein Kampf auf der Insel große
Freude bereiten würde, ist doch
fraglich, ob seine Landsleute so
schnell vergessen haben, daß er auf
ihre Kosten zu einem erstklassigen
Amateurboxer ausgebildet wurde,
um diese Qualitäten dann in den
USA zu eigenen Gunsten zu versilbern.
Aufstand der Jugend
Anmerkungen:
(SB) ­ Als junger Schachadept mag
man sich in der Runde klangvoller
Großmeister wohl rasch wie das
sprichwörtliche graue Mäuschen
fühlen. Das eigene Konto steht in der
Kreide und so verhält man sich wohl
in seinem Lampenfieber zu respektvoll, fast unterwürfig, was Punkte
kostet und das Vorurteil vom
schwachspielenden Novizentum nur
erhärtet. Auf der 49. UdSSR-Meisterschaft von 1981 saßen Gawrikow, Judasin und Agsamow in sich
versunken am Brett und ließen sich
von den erfahrenen Meisters geradezu das junge Fell über die Ohren ziehen. Nach und nach erwachte in ihnen dann jedoch der Wille zum
Streit. Sterne können schließlich
auch erlöschen, so sagte sich der Leningrader Jungmeister Judasin und
warf sich mit Feuer und Begeisterung ans Brett, um den Veteranen Timoschtschenko das Fürchten zu lehren. Judasin eröffnete als Weißer mit
der Spanischen Partie, und kaum war
das Mittelspiel im Gange, da wurde
Großmeister Timoschtschenko in der
Tat etwas mulmig zumute. Judasins
junges Herz schäumte über und beim
26. Zug fand er einen Gewinnweg,
der ihm den Respekt und die Anerkennung der Alten verschaffte. Also,
Wanderer, an dich die Frage im heutigen Rätsel der Sphinx: Was sah das
junge Kämpferherz?
[1] http://www.boxingnews24.com/2016/05/lara-defeatsmartirosyan-rematch/#more-210555
[2] http://espn.go.com/boxing/story/_/id/15655127/erislandy-lara-defeats-vanes-martirosyan-unanimousdecision
http://www.schattenblick.de/
infopool/sport/boxen/
sbxm1963.html
www.schattenblick.de
Judasin - Timoschtschenko
UdSSR 1981
Seite 11
Elektronische Zeitung Schattenblick
DIE BRILLE / VERANSTALTUNGEN / LESUNG
Kulturcafé Komm du ­ Juli 2016
Manfred Basedow: "Es war einmal" - Märchen
Donnerstag, 7. Juli 2016, 20:00 bis 22:00 Uhr im Kulturcafé Komm du
Die Lesung im Kulturcafé Komm du beginnt um 20.00 Uhr
Platzreservierungen per Telefon: 040 / 57 22 89 52 oder E­Mail: [email protected]
Eintritt frei / Hutspende
Das Komm du lädt ein
zu einer Autorenlesung am Donnerstag,
den 07.07.2016, 20.00
bis 22.00 Uhr:
Manfred Basedow
"Es war einmal" Märchen
Fortsetzung von Seite 11:
Auflösung des letzten
Sphinx­Rätsels:
Das Wunderbare in die
Wirklichkeit des Alltags hineinholen, die
eigene Fantasie ausleben und in bildhafte
Worte kleiden - es gibt
viele Gründe, sich für
das Schreiben von
Märchen zu entscheiden. Auch Manfred
Basedow fand hier seine schriftstellerische
Heimat. Seine Geschichten stehen in der
Tradition des Kunstmärchens. Diese greifen häufig Motive der
Volksmärchentradition
auf, oft werden aber
auch neuartige fantastische Geschichten erfunden, die mit dem Volksmärchen den Aspekt des Wunderbaren und
Unwirklichen gemein haben.
Der Gewinn einer Figur bedeutet in
Das neue Märchenbuch "Die sieben
den meisten Fällen auch den Sieg der
Wanderer" von Manfred Basedow
Partie, und Breyer wußte auch wie:
erscheint im Juli 2016
1...Sg4-e3! 2.Tf1-f3 Kc8xd8 3.h2-h3
Foto oben: © by Manfred Basedow,
Tg6-g3 4.Tf3xg3 Sf5xg3+ und Weiß
Grafik unten: © by Jutta E. Schröder
gab auf.
Manfred Basedow lebt in Rostock
und schreibt außerdem Gedichte und
http://www.schattenblick.de/
Drabbles, das sind pointierte, aus ge- Manfred Basedow: "Es war einmal"
infopool/schach/schach/
nau 100 Worten bestehende Kurzgesph05847.html
schichten, sowie Erzählungen mit Es war einmal ... So beginnen alle
Märchen, die in einem großen und
autobiografischen Inhalten.
Seite 12
www.schattenblick.de
Do, 26. Mai 2016
Elektronische Zeitung Schattenblick
fernen Land spielen. Dieses Land ist
so groß wie die Fantasie aller Menschen zusammengenommen. Tanzende Wunder-Kreisel, Waldzwergenjungen, Drachen, eine Waldhexe
und viele andere, neue Märchenfiguren sorgen dort für märchenhafte
Spannung. Wie alles sich auf wundersame Weise zum Guten wendet,
gibt es in diesen zauberhaften Erzählungen zu lesen. Wie man ins Märchenland gelangen kann? Nun, das
ist doch ganz einfach: Man braucht
bloß die Erde dreimal zu umrunden
und dann ganz scharf nach links abzubiegen. Viel Spaß beim Eintauchen in die Welt der Märchen
wünscht Manfred Basedow.
Weitere Informationen:
Manfred Basedow bei BookRix:
http://www.bookrix.de/-baltikpoet/
*
Das Kulturcafé Komm du
in Hamburg-Harburg:
Kunst trifft Genuss
benswerten Stadtteil Harburg entschieden. Für Künstler und Kulturfreunde, für hungrige und durstige
Gäste gibt es im Komm du exzellente Kaffeespezialitäten, täglich
wechselnden frischen Mittagstisch,
hausgemachten Kuchen, warme
Speisen, Salate und viele Leckereien während der Veranstaltungen und
vor allem jede Menge Raum und
Zeit ...
Das Kulturcafé Komm du lädt ein ...
Die aktuellen Monatsprogramme des
Kulturcafé Komm du mit Lesungen,
Konzerten, Vorträgen, Kleinkunst,
Theater und wechselnden Ausstellungen finden Sie im Schattenblick
unter:
Schattenblick → Infopool →
Bildung und Kultur →
Veranstaltungen → Treff
http://www.schattenblick.de/infoDas Komm du ist geöffnet von:
Montag bis Freitag 7:30 bis 17:00 pool/bildkult/ip_bildkult_veranUhr, Samstag von 9:00 bis 17:00 Uhr st_treff.shtml
und an Eventabenden open end.
*
Näheres unter:
Quelle:
MA-Verlag /
http://www.komm-du.de
http://www.facebook.com/KommDu Elektronische Zeitung Schattenblick
Dorfstraße 41,
25795 Stelle-Wittenwurth
Kontakt:
Telefon: 04837/90 26 98 ·
Kulturcafé Komm du
Fax: 04837/90 26 97
Buxtehuder Straße 13
E-Mail: ma-verlag.redakt.schatten21073 Hamburg
[email protected]
E-Mail: [email protected]
Internet: www.schattenblick.de
Telefon: 040 / 57 22 89 52
Komm du­Eventmanagement:
Telefon: 04837/90 26 98
E-Mail: [email protected]
http://www.schattenblick.de/
infopool/d­brille/veranst/
dbvl5311.html
Hier vereinen sich die Frische der
Küche mit dem Feuer der Künstler
und einem Hauch von Nostalgie
Das Komm du in Harburg ist vor allem eines: Ein Ort für Kunst und
Künstler. Ob Live Musik, Literatur,
Theater oder Tanz, aber auch Pantomime oder Puppentheater - hier haben sie ihren Platz. Nicht zu vergessen die Maler, Fotografen und Objektkünstler - ihnen gehören die
Wände des Cafés für regelmäßig
wechselnde Ausstellungen.
Britta Barthel und Mensen Chu geben mit ihrem Kulturcafé der Kunst
eine Bühne und Raum. Mit der eigenen Erfahrung als Künstler und
Eindrücken aus einigen Jahren Leben in der Kulturmetropole London
im Gepäck, haben sie sich bewusst
für den rauen und ungemein lieDo, 26. Mai 2016
Kulturcafé Komm du in der Buxtehuder Str. 13 in Hamburg­Harburg
Foto: © 2013 by Schattenblick
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Elektronische Zeitung Schattenblick
______I n h a l t__________________________________Ausgabe 1836 / Donnerstag, den 26. Mai 2016____
MUSIK - REPORT
EUROPOOL - FAKTEN
EUROPOOL - WIRTSCHAFT
MEDIEN - MEINUNGEN
POLITIK - AUSLAND
SPORT - BOXEN
SCHACH-SPHINX
VERANSTALTUNGEN
DIENSTE - WETTER
Hip-Hop Straßenklassenfest - Protest pur, Rapkultur ... Shivan im Gespräch
Idomeni - Leere Gesichter von Menschen, die die Hoffnung verloren haben (Pressenza)
Bericht über positiven Effekt von Flüchtlingen auf die europäische Wirtschaft (Pressenza)
Langsamer Journalismus - Gramsci gegen Burda (Pressenza)
Brasilien - "Alles gebongt." Putschplan im Audiomitschnitt (poonal)
Da kommt Langeweile auf ...
Aufstand der Jugend
Manfred Basedow mit "Es war einmal", 7. Juli
Und morgen, den 26. Mai 2016
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DIENSTE / WETTER / AUSSICHTEN
Und morgen, den 26. Mai 2016
+++ Vorhersage für den 26.05.2016 bis zum 27.05.2016 +++
Jean-Luc fragt sich, was er frißt,
weil es keine Fliegen gibt
und kein Frühstück, Wetter trist,
obgleich er dasselbe liebt.
© 2016 by Schattenblick
IMPRESSUM
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