Deutsch-Französischer Wirtschaftspreis und Deutsch-Französischer Preis der Kultur- und Kreativwirtschaft Unter der Schirmherrschaft von Emmanuel Macron, französischer Minister für Wirtschaft, Industrie und Digitales; und Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie Die sechs Gewinner des 3. Deutsch-Französischen Wirtschaftspreises wurden am Mittwoch, den 2. Dezember, für ihre beispielhaften deutsch-französischen Kooperationsprojekte in den Bereichen Industrie, Umwelt, Innovation, Personalmanagement und Start-up ausgezeichnet. Drei weiteren Gewinnern Kreativwirtschaft verliehen. wurde der Deutsch-Französische Preis der Kultur- und Zu der Preisverleihung kamen über 400 französische und deutsche Persönlichkeiten im Pavillon Gabriel in Paris zusammen, darunter Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Mittelstand und Tourismus, und Matthias Fekl, Staatssekretär im französischen Außenministerium für Außenhandel, Tourismus und Auslandsfranzosen. *** Paris, 3. Dezember 2015 - Den sechs deutschen und französischen Gewinnern des Deutsch-Französischen Wirtschaftspreises 2015 wurden am Abend des 2. Dezembers 2015 ihre Auszeichnungen überreicht: SARP und AVERMANN Laser- und Kant-Zentrum in der Kategorie Umwelt und Klima, GEA Batignolles Technologies Thermiques (Kelvion Gruppe) in Partnerschaft mit Technip und Wieland Werke AG in der Kategorie Innovation und neue Technologien, AES Aerospace Embedded Solutions GmbH in der Kategorie industrielle Kooperation, Alleo GmbH in der Kategorie Personalmanagement, sowie Captain Train in der Kategorie Start-up. Darüber hinaus wurden die Unternehmen Canson® SAS und Felix Schoeller mit einem Sonderpreis für ihre beispielhafte Kooperation ausgezeichnet. Die drei Gewinner des Deutsch-Französischen Preises der Kultur- und Kreativwirtschaft sind die Vereinigungen Comité Colbert und Meisterkreis e. V., die Think-Tanks Forum d’Avignon France und Forum d’Avignon@Ruhr sowie die Verlagshäuser Buveurs d’encre und TintenTrinker. Der Deutsch-Französische Wirtschaftspreis wurde im Jahr 2011 durch eine Initiative der DeutschFranzösischen Industrie- und Handelskammer (AHK Frankreich) unter der Schirmherrschaft des deutschen und des französischen Wirtschaftsministeriums ins Leben gerufen. Er wird alle zwei Jahre an deutsche und französische Unternehmen verliehen, die beispielhafte Kooperationsprojekte zwischen beiden Ländern geschaffen haben. Der Deutsch-Französische Preis der Kultur- und Kreativwirtschaft verschreibt sich denselben Zielen und richtet sich an den Kultursektor. Er wurde im Jahr 2013 zum ersten Mal verliehen. „Europa durchlebt heute bewegte Zeiten. Mehr als je zuvor brauchen wir starke Unternehmen, die für Wachstum und Arbeitsplätze sorgen. Hierfür ist es jedoch notwendig, dass die europäischen Unternehmen untereinander kooperieren, ihr Wissen miteinander teilen und europäische Champions erschaffen. Der Preis möchte solche Partnerschaften auszeichnen, insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich, den 1 beiden wichtigsten Volkswirtschaften des Kontinents“, sagte Guy Maugis, Präsident der DeutschFranzösischen Industrie- und Handelskammer und Präsident von Bosch Frankreich, anlässlich der Preisverleihung. Die Auszeichnungen wurden in Anwesenheit von Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Matthias Fekl, französischer Staatssekretär für Außenhandel, und Iris Gleicke, parlamentarische Staatssekretärin im deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sowie über 400 deutschen und französischen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Medien und Politik überreicht. 198 Unternehmen und Organisationen hatten sich dieses Jahr für den Deutsch-Französischen Wirtschaftspreis sowie den Deutsch-Französischen Preis der Kultur- und Kreativwirtschaft beworben. „Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist seit einigen Jahren ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. In Deutschland und Frankreich generiert die Branche einen Umsatz von ca. 200 Mrd. Euro und einen Mehrwert, der sieben Mal höher ist als der des Automobilsektors. Die beiden Länder nehmen hier eine Spitzenposition ein und es gibt eine Vielzahl an bilateralen Kooperationsprojekten. Unser Preis ist EU-weit einzigartig und hat zum Ziel, diese Erfolge und Initiativen zu fördern und zu ehren.“ sagt Jérôme Duval Hamel, Präsident der Jury des Deutsch-Französischen Preises der Kultur- und Kreativwirtschaft. Die Gewinner des Deutsch-Französischen Wirtschaftspreises 2015: Kategorie Umwelt und Klima: SARP (Frankreich) und AVERMANN Laser- und Kant-Zentrum GmbH (Deutschland) für die Entwicklung einer neuen Methode zur Abfallreduzierung und Wiederverwertung im Gastronomiebereich Das Unternehmen SARP gehört zur französischen Unternehmensgruppe Veolia Environnement, die umfassende und hochwertige Dienstleistungen in den Bereichen der Wasseraufbereitung und Hygiene anbietet. Seit 2014 arbeitet SARP mit dem deutschen Unternehmen AVERMANN Laser- und Kant-Zentrum GmbH zusammen, um eine verbesserte Methode der Speiseabfallverwertung für den Gastronomiebereich (Resto-Services) zu entwickeln. Dieses mittelständische Familienunternehmen wurde 1946 gegründet und hat sich auf die Konzeption und Herstellung von Entsorgungssystemen für die Abfallwirtschaft spezialisiert. Das Ergebnis dieser erfolgreichen deutsch-französischen Kooperation von SARP und AVERMANN Laser- und Kant-Zentrum GmbH ist eine Abfallreduzierung durch Wiederverwertung mit positiven Auswirkungen auf unsere Umwelt. Kategorie Innovation und neue Technologien: GEA Batignolles Technologies Thermiques S.A.S. (Kelvion Gruppe) für die Entwicklung neuartiger hydrothermischer Wärmeaustauscher in Kooperation mit Technip (Frankreich) und Wieland Werke AG (Deutschland) Die Firma GEA Batignolles Technologies Thermiques ist eine Tochtergesellschaft der deutschen Unternehmensgruppe Kelvion. Seit den 50er Jahren ist das Unternehmen weltweiter Marktführer in der Herstellung hydrothermischer Wärmetauscher, die Energiequellen mit Hilfe von Lufteinwirkung kühlen. Diese Technologien werden insbesondere in der Gas-, Öl- und Chemieindustrie genutzt und dienen zum Beispiel dazu, Gas zu verflüssigen. Durch den Aufschwung in der Gaswirtschaft hat das Unternehmen vor einigen Jahren beschlossen, eine deutsch-französischen Partnerschaft einzugehen, um seine Marktposition zu bewahren. Im Konsortium mit seinen deutschen und französischen Partnern Technip und Wieland Werke AG entwickelt GEA Batignolles Technologies Thermiques seit fünf Jahren neuartige hydrothermische Wärmeaustauscher, die für die Verflüssigung von Erdgas genutzt werden. Diese Technologie optimiert die Temperatursenkung bei der Gaskondensation und ermöglicht eine Verringerung der Investitionskosten für neue Flüssigerdgas-Fabriken. Kategorie industrielle Kooperation: AES Aerospace Embedded Solutions GmbH, für seinen internationalen Erfolg als deutschfranzösisches Joint Venture von Sagem (Safran Gruppe) und MTU Aero Engines AG Die Aerospace Embedded Solutions GmbH ist ein Joint Venture des französischen Unternehmens Sagem (Safran Gruppe) und des deutschen Unternehmens MTU Aero Engines AG. Seit 2013 2 konzipiert, entwickelt und zertifiziert die AES Aerospace Embedded Solutions GmbH sicherheitskritische elektronische Systeme (Embedded Software und Hardware) für die zivile und militärische Luftfahrt und stellt deren Support nach Markteinführung sicher. Seit seinem Start war das deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen an der Realisierung von Embedded-Systemen für den Airbus A400M (Motorsteuerung und GPS-Positionierung) und den Airbus A350 (Bremssystem), der Embraer KC390 (Bremssystem und Stromverteilung) oder die COMAC C919 (Steuereinheit für die Schubumkehr) aktiv beteiligt. Die Gründung von AES ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung und Konsolidierung der europäischen High-Tech-Forschungszentren im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik und der Verteidigung. Das deutsch-französische Joint-Venture ist ein Mitbegründer von ESSEI (Embedded Systems Software Engineering Institute), dem ersten deutschen Institut für Embedded System- und Softwareentwicklung. Kategorie Personalmanagement: Alleo GmbH, für seine deutsch-französische Belegschaft und interkulturellen Ausbildungsangebote als gemeinsames Unternehmen der Deutschen Bahn (DB) und der französischen SNCF Alleo ist ein gemeinsames Unternehmen der zwei größten europäischen Bahngesellschaften, der SNCF und der Deutschen Bahn (DB). Die Alleo GmbH wurde 2007 gegründet, um den Zugverkehr zwischen Frankreich und Deutschland zu realisieren. Alleo verfügt über die modernsten Hochgeschwindigkeitszüge und bietet täglich fünf Hin- und Rückfahrten (sechs ab 2016) auf der Strecke Paris-Frankfurt, vier Hin- und Rückfahrten zwischen Paris und Stuttgart (von der eine bis nach München fährt) sowie eine Hin- und Rückfahrt auf der Strecke Frankfurt-Marseille an. Alleo ist zu gleichen Teilen aus deutschen und französischen bilingualen Mitarbeitern zusammengesetzt. Grenzüberschreitende TGVs oder ICEs werden von einem deutschen oder französischen Fahrer geführt und das Bordpersonal im Zug besteht systematisch aus deutschem und französischem Personal. Auch die Unternehmensführung wird durch einen Vertreter der DB und der SNCF gemeinsam gewährleistet, die sich in den Funktionen des CEO und des COO abwechseln. Mit dieser besonderen Unternehmenskultur verfolgt Alleo die Devise, vom Besten aus jeder Kultur zu profitieren und dank der Sensibilisierung der Angestellten – insbesondere durch eine spezialisierte Ausbildung - den interkulturellen Austausch von jeweils bewährten Praktiken zu ermöglichen. Kategorie Start-up: Captain Train SAS, für seine Kooperation mit der DB und der SNCF sowie für sein deutschfranzösisches Management Captain Train ist eine Website und App (iOS/Android) um einfach, schnell und günstig Bahntickets für ganz Europa suchen und buchen zu können. Captain Train vergleicht und kombiniert heute bereits die Angebote der großen europäischen Bahnunternehmen (DB, SNCF, Trenitalia u.a.) für 19 europäische Länder. Mit über 1.000.000 angemeldeten Nutzern verkauft das in Paris ansässige Startup heute bereits mehr als 5.000 Fahrkarten pro Tag. Dank der Kooperation mit der Deutschen Bahn und der SNCF bietet Captain Train für Bahnreisen innerhalb Deutschlands und Frankreichs aber auch zwischen den beiden Ländern immer die günstigsten Preise an. Die rasante Entwicklung des Start-up ist auch die Geschichte einer deutschfranzösischen Zusammenarbeit im Management: Jean-Daniel Guyot, der französische Präsident und Gründer, und der deutscher Geschäftsführer Daniel Beutler führen ein internationales Team von fünfzig Mitarbeitern. Sonderpreis der Jury: Canson® SAS (Frankreich) und die Felix Schoeller Gruppe (Deutschland) für die Entwicklung des innovativen Papiersortiments Canson® Infinity für Digital- und Kunstfotografie Die Geschichte und das Savoir-Faire des französischen Unternehmens Canson® gehen auf ein halbes Jahrtausend zurück. Im Jahre 1557 wurde Canson® von der Familie Montgolfier in Annonay in der Ardèche gegründet und wurde rasch Experte in der Papierherstellung. Im Jahr 2007 schloss Canson® eine Partnerschaft mit dem deutschen Papierunternehmen Felix Schoeller, um ein komplettes Papiersortiment zu entwickeln. Daraus entstand eine einzigartige deutsch-französische Kooperation zwischen zwei großen Traditionsunternehmen im Papierbereich. 3 Canson® brachte sein Know-How im Bereich der Spezialpapiere für den Kunstbereich in die Partnerschaft ein. Die Papiere werden auf Rundsiebmaschinen und mit bedachten Papierstrukturen hergestellt und werden seit Jahrhunderten bis heute von bedeutenden Künstlern weltweit geschätzt. Diese Expertise wurde dann durch Felix Schoellers fortschrittliche Beschichtungstechnologie bereichert. Die deutsch-französische Kooperation hat 2008 die Produktlinie Canson® Infinity ins Leben gerufen. Diese ermöglicht es Künstlern und Fotografen traditionell hergestelltes Papier, das an die neusten Technologien angepasst wurde, zu nutzen. Die Produktlinie hat bereits zwei Preise der Technical Image Press Association, die die besten Fotografie-Produkte kürt, gewonnen und wird in mehr als 50 Ländern verkauft. Die Gewinner des Deutsch-Französischen Preises der Kultur- und Kreativwirtschaft 2015: • Comité Colbert & Meisterkreis e. V. Diese zwei Vereinigungen aus Frankreich und Deutschland stehen mit Ihren Mitgliedern für französischen Luxus und die deutsche High-End Industrie. Eine Kultur der Exzellenz ist die starke gemeinsame Verbindung. Über die letzten Jahre ist daraus eine intensive Zusammenarbeit mit zahlreichen deutsch-französische Projekten entstanden: Programme zum Schutz und Wertschätzung des geistigen Eigentums, Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Universitäten sowie dem Austausch junger Talente, Interkulturelles Engagement an der Schnittstelle Kultur und Wirtschaft durch die Partnerschaft der Ausstellung ImEx - Impressionismus - Expressionismus. Die Stärkung des immateriellen Kulturerbes, durch die Weiterentwicklung des Kunsthandwerks und des Meisterprinzips über Landesgrenzen hinweg, auch durch bilaterale Verbindungen der Mitglieder, trägt Früchte und unterstreicht die kulturelle Verankerung der Branche. Dank dieser Initiativen und konkreten Projekten hat sich eine echte deutsch-französische Dynamik entwickelt, aus der ein gemeinsames Verständnis für die Vielfalt des jeweils anderen entstanden ist. Dieser deutsch-französische Austausch beflügelt die unterschiedlichen Branchen, die viel voneinander lernen können. Das sind ideale Voraussetzungen um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit dieser Industrie gemeinsam zu stärken. • Forum d’Avignon & Forum d’Avignon@Ruhr Das Forum d’Avignon ist eine Denkfabrik im Bereich der Kultur- und Kreativrwirtschaft. Durch die Gründung einer deutschen Tochterorganisation, des Forum d’Avignon @Ruhr, hat es seine deutschfranzösische Dimension ausgebaut und trägt durch die Veröffentlichung von zahlreichen Schriften zur Kultur- und Kreativwirtschaft zur Entwicklung dieser Branche in beiden Ländern bei. Konkret werden jedes Jahr internationale Foren organisiert auf denen sich die Akteure dieser Branchen austauschen können. Diese Positionierung ist neu und sehr wichtig für die Stärkung des Wachstums in der deutschen und französischen Kultur- und Kreativwirtschaft auf dem internationalen Markt. • Le Buveur d’Encre & TintenTrinker Verlag Der von der Politologin Julie Cazier gegründete Tintentrinker Verlag (Köln) hat sich mit dem von Grégoire Cazier im Jahr 2001 gegründeten Verlag „le buveur d’encre“ (Paris) zusammengeschlossen. Gemeinsam haben sie bereits ca. 50 Jugendbücher herausgebracht. Beide Verlage arbeiten sowohl auf wirtschaftlicher als auch auf kreativer Ebene eng zusammen und haben gemeinsam Werke mit großem Symbolcharakter herausgebracht. Ihre neueste Veröffentlichung thematisiert den ersten Weltkrieg. Es handelt sich um einen Comic, „Tagebuch 14/18 - vier Geschichten aus Deutschland und Frankreich“, der für den deutschen Jugendliteraturpreis 2015 nominiert wurde. Für weitere Informationen über die Gewinner kontaktieren Sie bitte: Wolfgang Krill, Prix Franco-Allemande : 00 33 (1) 40 58 35 33 / [email protected] Alexandra Seidel-Lauer, Presse : 00 33 (1) 40 58 35 91 / [email protected] Weitere Informationen und Photos: http://www.francoallemand.com/deutsch-franzoesischerwirtschaftspreis-2015/ 4 Die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer begleitet seit 60 Jahren die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und Deutschland. Sie unterstützt Unternehmen bei dem Eintritt in den Partnermarkt und bietet konkrete Hilfestellung bei der Erschließung neuer Märkte. 5
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