Qualität • Herkunft • Kontrolle DER STEAK & BBQ GUIDE INHALT DIE BESTFLEISCHGARANTIE Projekt CULT BEEF – Was das AMA-GütesiegelRindfleisch von normalem Rindfleisch unterscheidet 4 SO GELINGT IHR STEAK GARANTIERT! Die besten Methoden für Grill und Pfanne Die richtigen Kerntemperaturen für eine perfekte Garstufe 6 STEAKS & PATTIES VON CULT BEEF FILETSTEAK RUMPSTEAK RIB EYE STEAK FLAT IRON STEAK FLANK STEAK HÜFTSTEAK T-BONE STEAK PRIME RIB STEAK BURGER PATTIES 8 9 10 11 12 13 14 15 16 LOW & SLOW BBQ und Niedertemperaturgaren 17 RIB ROAST 18 BRISKET 19 02 Das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel steht auch bei Rindfleisch für besondere Qualität. Durch strengere Richtlinien als die gesetzlichen Vorgaben. So stammt der Großteil des Futters vom eigenen Bauernhof. Zugekaufte Ergänzungsfuttermittel müssen AMA-zertifiziert sein. Futtermittel tierischer Herkunft oder Speisereste dürfen nicht an Wiederkäuer verfüttert werden. me g Durch transparente und garantiert österreichische Herkunft. Die Tiere werden in Österreich geboren, gemästet und geschlachtet. Durch unabhängige, regelmäßige Kontrollen auf allen Produktionsstufen, von der Geburt bis in die Verkaufstheken. Arzneimittel dürfen etwa nur nach Verordnung durch einen Tierarzt und nicht vorbeugend eingesetzt werden. Werden Antibiotika verabreicht, müssen die Landwirte doppelt so lange als gesetzlich vorgeschrieben warten, ehe die Tiere oder die Milch der Tiere verkauft werden. Damit Fleisch das AMA-Gütesiegel tragen darf, wird aber auch der pH-Wert kontrolliert. So werden Fleischfehler ausgeschlossen. g g Bei Rindfleisch muss eine Mindestreifezeit eingehalten wer- den. Das erst garantiert die Genussreife durch wichtige enzymatische Prozesse. 03 DIE BESTFLEISCHGARANTIE Über die strengen Produktionsrichtlinien des AMA-Gütesiegels hinaus definiert das Projekt CULT BEEF noch weitere Kriterien: Am Schlachthof selektieren unsere Experten die besten Qualitäten an Kalbinnen- und Ochsenfleisch – nur wenige Prozent der nationalen Rindfleischproduktion kommen für dieses spezielle Sortiment überhaupt in Frage. Und dass dies ausschließlich Fleisch dieser Kategorien ist, also jenes von jungen, weiblichen Rindern sowie von Mastochsen, ist natürlich kein Zufall. Denn diese Qualitäten sind eindeutig zarter und besser marmoriert. Daher ist die intramuskuläre Fetteinlagerung eines der wichtigsten Kriterien für das Urteil der Profis von der Österreichischen Rinderbörse. Zu diesen Qualitäten kommen beim Projekt CULT BEEF dann noch eine spezielle, aufwendige Fleischreifung unter kontrollierten Bedingungen, ein professioneller – also dicker und gleichmäßiger – Zuschnitt der Steaks sowie ein spezielles Gefrierverfahren, das ein Optimum an Fleischqualität garantiert. 04 Reife Leistung Die Reifung spielt bei AMAGütesiegel-Rindfleisch–speziell für Kurzbratstücke – eine große Rolle. Daher wird bei CULT BEEF das Fleisch für die Steaks mindestens drei Wochen bei exakt definierten Bedingungen im Vakuum gelagert. Erst durch die dabei stattfindenden enzymatischen Prozesse werden die Fleischfasern entspannt und zart, das volle Rindfleischaroma entsteht. Und am Höhepunkt dieser Qualität werden die Steaks dann portioniert und sofort schockge frostet. Premium Freeze Dieses spezielle Schockgefrierverfahren (bei minus 40 Grad Celsius) gewährleistet, dass die Zellstruktur des Fleisches nicht durch grobe Eiskristalle geschädigt wird. Denn durch die schnelle Frostung bei extrem tiefer Temperatur entstehen nur winzige Kristalle, die den Zellwänden nichts anhaben können. So bleibt die Safthaltigkeit des Fleisches voll erhalten, die Mürbheit als Resultat des Reifungsprozesses wird durch das Gefrieren sogar noch unterstützt. Profi Cut Jedes Steak und jedes Teilstück braucht seine eigene Schnittstärke, um optimale Ergebnisse am Grill oder in der Pfanne zu gewährleisten. Und diese sind meist um einiges dicker als sonst üblich. Denn am Rost bzw. beim Kurzbraten verlieren die Steaks noch gehörig an Volumen. Zu dünne oder ungleichmäßig geschnittene Scheiben machen es daher fast unmöglich, einen perfekten Garpunkt zu erzielen. 05 SO GELINGT IHR STEAK GARANTIERT! Nehmen Sie das Fleisch nach dem vollständigen Auftauen mindestens eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank, damit es auf Zimmertemperatur kommt. So gart es später nämlich viel gleichmäßiger, weil der Unterschied zwischen Oberflächen- und Kerntemperatur geringer ist. g Salzen Sie das Steak unbedingt vor dem Braten oder Grillen. Frisch gemahlener Pfeffer kommt aber erst danach darauf, da seine Aromen sehr hitzeempfindlich sind. Und viel mehr an Gewürzen braucht erstklassiges Rindfleisch eigentlich nicht. g Die richtige Garstufe kontrollieren Sie am besten mit einem Stichthermometer (siehe nächste Seite). Zur Kerntemperaturmessung wird die Nadel des Stichthermometers von der Seite (parallel zur Rostfläche) in das Steak geführt. Selbst Topprofis arbeiten nie ohne Temperaturkontrolle, denn oft entscheidet ein halbes Grad über die perfekte Garstufe. g g Das Braten und Grillen von Steaks geschieht in zwei Phasen: In der ersten Phase wird das Fleisch bei starker Hitze auf beiden Seiten rasch knusprig braun gebraten. Fertiggegart wird das Steak bei mäßiger Hitze (maximal 120 °C im Ofen oder im Grill) bis zum gewünschten Garpunkt. Es geht aber auch umgekehrt – dann spricht man vom sogenannten „Rückwärtsgarverfahren“. Wichtig ist eine anschließende Rastphase, die ein paar Minuten dauern sollte und bei der die Kerntemperatur auch noch um ein paar Grad steigen kann. Dabei entspannen sich die Fleischfasern und der Saft tritt beim Anschnitt nicht aus. Besonders gut für die Rastphase eignet sich eine Thermobox oder ein am Grill vorgewärmtes Holzbrett. Nicht empfehlenswert ist das Einwickeln in Alufolie, denn dies bringt das Steak nur zum Schwitzen und weicht die Kruste auf. g 06 Die perfekten Kerntemperaturen Garstufe Kerntemperatur in °C nach dem vor dem Ras- Fleischfarbe und Beschreibung blue rare bleu 44 ° - 46 ° 46 ° - 48 ° lauwarmer, roher Kern, roter Saft rare saignant 47 ° - 50 ° 49 ° - 52 ° warmer, roter Kern, roter Saft medium rare anglais 51 ° - 55 ° 53 ° - 57 ° hellroter, weicher Kern, rosa Saft medium à point 56 ° - 58 ° 58 ° - 60 ° rosa, mittelweicher Kern, rosa Saft medium well demi-anglais 59 ° - 63 ° 61 ° - 65 ° rosa-grauer, fester Kern, klarer Saft ab 64 ° ab 66 ° well done bien cuit grau und relativ fest, klarer Saft *Die Rastphase ist notwendig, damit sich die Fleischfasern entspannen können und die Saftigkeit des Steaks gewährleistet wird. Ihre Dauer hängt von Garzeit und Gartemperatur ab, beträgt aber in der Regel mindestens fünf Minuten. 07 FILET STEAK FILETSTEAK Das FILET, auch Lungenbraten genannt, liegt an der Innenseite des „Englischen“, also der Lende des Rindes, und ist aufgrund seiner geringen physischen Beanspruchung das mit Abstand zarteste und kurzfasrigste Stück Rindfleisch. Mit gerade einmal drei bis vier Prozent Fettanteil ist es auch ausgesprochen mager. Schon ohne längere Reifung ist dieses Teilstück von ausgesprochen mürber Textur, beim AMA-Gütesiegel-Filet von CULT BEEF ist jedoch trotzdem eine gewisse Lagerung Standard, weil nur durch die enzymatischen Prozesse auch ein Optimum an Fleischgeschmack erzielt werden kann. Der Filetanteil beim Rind liegt übrigens nur bei etwa zwei Prozent. Zubereitung: Das Filet sollte keinesfalls übergart werden, „well done“ ist hier für Kenner schon ein No-Go. Also sollte dieses sensible Fleisch nicht zu lange starker Hitze ausgesetzt werden, weil es sonst unweigerlich trocken wird. Empfehlenswert ist – neben einer mächtigen Schnittstärke wie bei unseren Steaks – die flotte Zubereitung am sehr heißen Grill (von den Profis „Searing“ genannt) oder das Braten in der Pfanne mit viel Butter bzw. einer Mischung aus Butter und Öl. Dünne oder ungleichmäßig geschnittene Scheiben machen es daher fast unmöglich, einen perfekten Garpunkt zu erzielen. 08 R S RUMP STEAK RUMPSTEAK Das RUMPSTEAK – in den USA auch Striploin genannt – wird aus der sogenannten Niederen Beiried geschnitten, also dem hinteren Rücken des Rindes. Es ist eher mager, hat aber einen sehr typischen festen, weißen Fettrand, der das Fleisch beim Braten vor dem Austrocknen schützt. Der Geschmack ist kräftig, die Fleischfasern sind eher kurz. Trotzdem ist dieses Teilstück jenes, an dem man die Fleischqualität eines Rindes und auch die Reifung besonders gut beurteilen kann. Denn während Topqualitäten besonders zart und saftig sind, werden bescheidenere am Grill oder in der Pfanne gerne recht bissfest. Zubereitung: Der Fettrand sollte unbedingt am Fleisch bleiben, jedoch in Zentimeter-Abständen eingeschnitten werden, um ein „Schüsseln“ des Fleisches zu verhindern. Dabei sollte man auch die Sehne unterhalb der Fettauflage durchtrennen. Die klassische Garstufe für ein Rumpsteak ist übrigens „medium rare“, denn diese steht diesem Fleisch ganz besonders gut. 09 RIB EYE STEAK RIB EYE STEAK Das hochgeschätzte, mit einem prägnanten Fettauge durchzogene RIB EYE STEAK, oft auch „Entrecote“ genannt, wird aus dem Rostbraten geschnitten, also jenem Teil des Rinderrückens, der an die Beiried anschließt. Seine Zusammensetzung aus gleich vier verschiedenen Muskelsträngen und den dazugehörigen Fetteinlagerungen macht es zu einem besonders saftigen, aromatischen Steak, das bei Kennern oft auf Platz 1 der persönlichen Hitparade geführt wird. Zubereitung: Dieses Steak wird beim Braten nicht nur besonders aromatisch und saftig, sondern verzeiht auch mehr als andere Fehler beim Garen. Ein Grad mehr oder weniger Kerntemperatur sind hier nicht so folgenreich wie etwa beim Rumpsteak, es schmeckt sowohl „rare“ als auch „medium well“. Ganz durchbraten sollte man aber auch dieses Steak nicht – es wäre schade um sein Aroma. 10 F I S FLAT IRON STEAK FLAT IRON STEAK Das FLAT IRON STEAK wird aus der Schulter geschnitten und entspricht genauer gesagt dem parierten Schulterscherzel, das dafür allerdings der Länge nach entlang der Sehne halbiert und zugeputzt wird. Anatomisch gesehen ist dieser Muskel, der in Deutschland bildhaft „Schaufelstück“ genannt wird, zwischen der „Dicken Schulter“ und dem „Mageren Meisel“ zu finden. Dieses Fleisch, das man sonst eher aus der Wiener Suppenküche kennt, ergibt bei entsprechender Qualität, Zuschnitt und Reifung ganz hervorragende Steaks, die geschmacklich ihresgleichen suchen. Zubereitung: Bedingt durch seine flache Form wird das Flat Iron Steak am besten im Ganzen gebraten oder gegrillt, kurz und bei kräftiger Hitze bis zur Garstufe „medium rare“ etwa, und dann – nach einer kurzen Rastphase – kurz vor dem Servieren quer zur Faser in dünne Scheiben geschnitten. Diese Faserung läuft übrigens nicht parallel, sondern eher diagonal zur Form des Teilstücks! Ideal sind diese Streifen dann übrigens auch für die Füllung von Tortillas und Wraps. 11 FLANK STEAK FLANK STEAK In den USA ist dieses Steak längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein Star der BBQ-Szene. Und auch bei uns verstehen es immer mehr Fachleute, das schmackhafte Fleisch des „Flanks“ aus dem vorderen, weniger fetten Teil des Bauchlappens zu extrahieren. Eine durchaus knifflige Aufgabe, denn nach Entfernung der Sehne, die dieses Teilstück in seiner ganzen Länge durchzieht, bleiben nur mehr etwa drei Zentimeter Gesamthöhe. Diese sind aber von ganz besonders intensivem Rindfleischaroma. Zubereitung: Gegart wird also auch das Flank Steak nur im Ganzen, und zwar schnell und heiß am Rost oder auf der Grillplatte, um danach quer zur Faser in dünne Streifen geschnitten zu werden. Das empfiehlt sich schon deswegen, weil damit die recht langen Fasern geteilt werden und das Fleisch sehr zart im Biss wird. Als Garstufe sollte man auch hier eher „medium rare“ anpeilen, denn wird das Fleisch zu durch, wird es fester in der Konsistenz. 12 H S HÜFT STEAK HÜFTSTEAK Das HÜFTSTEAK wird aus dem zartesten Teil des Hüferscherzels geschnitten, also dem besten Stück des Rinderschlögels. Dieses feinfaserige Steak steht richtig zubereitet dem Filet in seiner Struktur nur wenig nach, ist ebenso mager, aber deutlich intensiver im Fleischaroma. Und natürlich auch wesentlich preiswerter. Voraussetzung sind allerdings eine sehr gute Fleischqualität sowie eine ausreichende Reifung. Zubereitung: Das magere Hüftsteak ist besonders empfindlich gegen Übergarung. Seine feinen Fasern haben eine geringe natürliche Safthaltefähigkeit und werden jenseits der 58 °C Kerntemperatur schlagartig grau und fade im Geschmack. Umgekehrt aber ist ein schnell und kräftig gegrilltes oder gebratenes Hüftsteak erstklassiger Qualität in der Garstufe „rare“ oder „medium rare“ nur schwer zu schlagen. In der Pfanne verträgt dieses Steak aufgrund seiner Fettarmut übrigens eine gehörige Portion Butter. 13 T-BONE STEAK T-BONE STEAK Der Name ist nahelliegend: Das aus der Lende des Rindes geschnittene T-BONE STEAK hat einen Fleischanteil aus der Beiried sowie einen weit kleineren aus dem zarten Lungenbraten, die durch einen T-förmigen Knochen getrennt werden. Ersterer ist der Grund dafür, dass T-Bones aus schlecht gereiften oder nicht ausreichend marmorierten Rinderlenden eine gehörige Enttäuschung garantieren. Die AMA-Gütesiegel-Qualität von CULT BEEF Jedoch zählt zur besten des gesamten Steakuniversums. Zubereitung: Ob als „Bistecca alla fiorentina“ oder T-Bone vom Grill – dieses Steak mag es außen „black“ und innen „blue“. Gebraten oder gegrillt wird das mindestens drei Zentimeter dick geschnittene T-Bone also bei sehr kräftiger Hitze und mit wenig Fett. Um das Filet dabei aber vor dem Übergaren zu schützen, empfiehlt es sich, dieses am Rost oder in der Pfanne mit einer großen, rohen Kartoffelscheibe zu schützen, wenn der gewünschte Gargrad hier bereits erreicht ist. 14 P R S PRIME RIB STEAK PRIME RIB STEAK Das PRIME RIB STEAK wird zwischen der 7. und der 12. Rippe aus dem „Englischen“, also dem Rücken des Rindes, geschnitten. Wie das Rib Eye Steak besteht es aus verschiedenen Muskelsträngen, die bei Qualitätsrindfleisch gut in feste intermuskuläre Fettadern eingepackt sind. Sein Fleisch ist also nicht nur besonders aromatisch, sondern auch ausgesprochen saftig und gut marmoriert, wodurch es sich auch besonders gut zum Grillen eignet. Zubereitung: Im Gegensatz zum T-Bone Steak hat das Prime Rib Steak keinen Filetanteil am Knochen, was die Zubereitung gehörig vereinfacht. Gebraten oder gegrillt wird aber auch dieses Rinderkotelett bei kräftiger Hitze und auf keinen Fall zu lange. Der klassische Gargrad ist auch hier „medium rare“, das Prime Rib Steak verzeiht jedoch aufgrund seiner intensiven Marmorierung auch Übergarung und bleibt selbst „well done“ noch saftig. 15 BURGER PATTIES BURGER PATTIES Das Fleisch für unsere BURGER PATTIES schneiden wir ausschließlich aus der Rindsschulter. Denn dort hat es genau den richtigen Biss, Fettgehalt und jenes kräftige Aroma, die es für einen perfekten Burger braucht. Ganz anders als bei unseren Steaks wird dieses Fleisch jedoch dann nicht gereift, sondern kommt so frisch wie möglich in den Wolf und wird anschließend sofort schockgefrostet. So erreichen wir ein besonders frisches, kräftiges Rindfleischaroma und einen fleischigen Biss der fertig gegrillten Patties. Zubereitung: Sie können die Patties nach dem Auftauen direkt aus dem Kühlschrank auf den heißen Grill oder in die Pfanne legen. Bevorzugen Sie aber eher einen rohen Kern (rare, medium rare), ist es auch möglich, die Patties nur ganz kurz antauen zu lassen und dann direkt auf die heiße Grillplatte zu legen. So werden sie außen knusprig und innen nur leicht erwärmt. Keinesfalls aber sollten Sie Ihre Burger Patties so totgaren, wie dies in Fastfoodketten aus Sicherheitsgründen Usus ist. 16 LOW & SLOW BBQ und Niedertemperaturgaren Der Begriff „Barbecue“ wird in unseren Breiten fälschlicherweise oft für Grillen im Allgemeinen verwendet, steht jedoch für eine gänzlich andere Philosophie. Statt schnell und heiß wird beim BBQ langsam und bei relativ niedrigen Temperaturen gegart. In den stundenlangen Garprozessen wird das Bindegewebe (Kollagen) auch bei sogenannten „unedlen“ Teilstücken zu flüssiger Gelatine abgebaut – das Fleisch wird saftig und mürbe. Dieser Effekt ist natürlich auch bei anderen Garmethoden wie „sous vide“ (im Wasserbad) oder im Niedertemperatur-Ofen möglich, besonders aromatisch wird es jedoch in der Anwesenheit von Rauch – also im Smoker bzw. im Grill durch Zugabe von Räucherspänen. Der Temperaturbereich des BBQ bewegt sich von etwa 80 bis 130 °C, darüber ist es dann schon eher indirektes Grillen. Je zäher das Fleisch ist, desto niedriger sollte man die Temperatur wählen, denn dann findet der Kollagenabbau schneller statt als die Denaturierung des Fleischeiweißes, die für die Garstufe verantwortlich ist. Das bedeutet zarteres Fleisch, allerdings auch längere Garzeiten. Die ideale Kerntemperatur liegt beim BBQ deutlich höher als beim Grillen von Steaks (ab ca. 75 °C beim Rib Roast und bei etwa 90 °C beim Brisket). Was einerseits mit dem notwendigen Gargrad, andererseits aber auch mit der Tatsache zu tun hat, dass Fleisch beim BBQ kaum Flüssigkeit verliert und auch durchgegart unglaublich saftig bleibt. 17 RIB ROAST RIB ROAST Der RIB ROAST wird von uns aus dem sogenannten Hinteren Ausgelösten (alias „Gab“) geknüpft, das am Rücken des Rindes zwischen Hals und Rostbraten liegt. Dieses Fleisch ist besonders gut durchzogen, aromatisch sowie saftig und eignet sich damit optimal für einen Braten. In AMA-Gütesiegel-Rindfleischqualität von CULT BEEF kann der Rib Roast jedoch auch in drei Zentimeter dicke Steaks zum Kurzbraten oder Grillen geschnitten werden. Zubereitung: Das Binden mit dem Küchengarn hält den Rib Roast im Ofen oder am Rost perfekt in Form. Es ist also hier kaum was zu tun, als die Temperatur des Ofens oder Smokers auf 130-160 °C einzustellen und den Braten mit grobem Salz und frischem Pfeffer zu würzen. Der Kollagenabbau ist bei diesem großartigen Teilstück kaum ein Thema, weswegen man ihn nicht nur „well done“, sondern auch in der Garstufe „medium“ servieren kann. Hier sind etwa zwei bis vier Stunden Garzeit einzukalkulieren. 18 B K BRIS KET BRISKET Das BRISKET ist nichs anderes als der sogenannte Brustkern, der für diesen BBQ-Klassiker in Form geschnitten wird. Dessen Fleisch ist mager, eher grobfaserig und als Braten recht bissfest, was sich durch die richtige Garmethode allerdings gründlich ändert. Denn beim BBQ mutiert das vermeintliche Suppenfleisch zu einem zarten Leckerbissen mit ganz unglaublich viel Aroma. Zubereitung: Das Fleisch sollte vor der Zubereitung im Kühlschrank vollständig auftauen, kann von dort aber nach der Würze direkt in den Ofen oder Smoker wandern. Die Fettauflage sollte vor dem Grillen oder Braten auf keinen Fall entfernt werden, denn sie schützt das Fleisch während des langen Garprozesses vor dem Austrocknen und liefert viel Geschmack. Für dieses kollagenreiche Fleisch sind eher niedrige Gartemperaturen bis etwa 120 °C sowie eine finale Kerntemperatur von etwa 90 °C ideal, was natürlich die Garzeit deutlich verlängert. Bis zu 12 Stunden kann es dauern, wenn man es zart mag. Und damit das Brisket dabei nicht austrocknet, wird es dann und wann mit einer „Moppsauce“ bestrichen. 19 Impressum & Kontakt Medieninhaber, Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: ARGE RIND registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Auf der Gugl 3, A-4021 Linz. www.cultbeef.at/amagsinfo
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