Newsletter März 2016 - Licht

1. Editorial
2. Termine & Fortbildungen
3. Wettbewerbe & Förderungen
4. Partnerschaften für Demokratie
5. Willkommen in Lichtenberg - Informationen zum Thema Flucht & Asyl
6. Schwerpunktthema
7. Rechtsextremismus / Lichtenberger Register
8. Materialien & Links
S.1
S.1
S.2
S.3
S.3
S.4
S.6
S.10
1. Editorial
Liebe Leser*innen,
die Pressekonferenz der Berliner Registerstellen hat in diesem Jahr erstmals die Daten aus elf Bezirken
präsentiert und dabei insgesamt einen Anstieg rassistischer Vorfälle konstatiert. Auch in Lichtenberg haben
sich die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr mit gezählten 234 Vorfällen mehr als verdoppelt. Der enorme
Anstieg ist vor allem auf die Mobilisierungen gegen geflüchtete Menschen und ihre Unterbringungen zurück
zu führen. Für alle, die rassistischen Argumentationen und ausgrenzenden Diskussionen etwas entgegen
setzen wollen, gibt es den aktualisierten Flyer der Fach- und Netzwerkstelle „Neue Nachbar*innen
willkommen heißen“ mit Fakten und Argumenten zum Thema Flucht und Asyl. Dieser befindet sich im
Anhang und kann im Büro in der Sewanstr. 43 abgeholt oder bei anderen Gelegenheiten mitgenommen
werden.
Wir wünschen viele Anregungen und viel Spaß beim Lesen,
das Licht-Blicke-Team
2. Termine & Fortbildungen
21. März - Vielwald Ausstellung - gemeinsam für Vielfalt gegen Rassismus
Wir laden euch ganz herzlich zur "Vielwald Ausstellung" in die alte Schmiede ein. Einige von euch haben
bereits einen Baum gemalt, gebastelt, geknetet, gefräst, gehäkelt.. einige haben bunte Blätter, Äpfel, Kugeln
als "Blattwerk" gebastelt. (...)
Das Ergebnis aller Kreationen wird es nun am 21.3.16 ab 15 Uhr zu bestaunen geben.
Zeit: ab 15.00Uhr bis 20.00Uhr;
Ort: Begegnungsstätte „Alte Schmiede“, Spittastraße 40 , 10317 Berlin
30. März - Abschlussveranstaltung zur Ausstellung „Nachbarn“
Sie waren unsere Nachbarn. Schicksale jüdischer Familien aus Karlshorst vorgestellt von Barbara Timm.
Zeit: 30.03.2016, 19.00 Uhr;
Ort: Museum Lichtenberg, Türrschmidtstraße 24, 10317 Berlin
09.-10. April - Workshop von Dissens – Sowas haben wir hier nicht!? Geschlechtliche und sexuelle
Vielfalt als Themen inklusiver Pädagogik
In Schule und Pädagogik werden oft Potenziale von Schüler*innen durch Normierungen "richtiger" oder
"falscher" geschlechtlicher und sexueller Lebensweisen eingeschränkt – durch Peergroups und bisweilen
auch durch die Pädagogik selbst. Dies beeinträchtigt das Selbstbestimmungsrecht aller Kinder und
Jugendlichen: Für homo- und bisexuelle sowie trans*- und inter*geschlechtliche Kinder und Jugendliche
stellen Diskriminierung, Gewalt sowie die Unsichtbarkeit ihrer Lebensweisen eine Einschränkung des
Menschenrechts auf Bildung dar. Aber auch heterosexuelle Mädchen und Jungen können ohne den Druck,
stereotyp "richtige" Jungen bzw. Mädchen sein zu müssen, freier leben und besser lernen.
Zeit: Samstag 9.4.2016, 10-17 Uhr und Sonntag, den 10.4.2016, 10-17 Uhr
Ort: Humanistischer Verband Berlin-Brandenburg, Wallstr. 61-65, 10179 Berlin
Anmeldung unter >>> oder telefonisch unter 030 – 613904-60
22. April Seminar „Alltagsrassismus – Entdecken von Handlungsmöglichkeiten gegen
gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit für Theologie und Religion“ von Bildungsinstitut RomAs
Die Alltagssprache ist voller abwertender und ausgrenzender Redewendungen. Manches kommt einem
„spanisch“ vor, da sieht es aus wie bei den „Zigeunern“ oder jemand wird zum „Spasti“. Die Fortbildung
will nicht nur für den alltäglichen Rassismus sensibilisieren, sie arbeitet auch Ursachen und Wirkung heraus
und macht dabei auch religiöse und kirchliche Anteile kenntlich. Darüber hinaus werden im Seminar
Handlungsmöglichkeiten gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit erkennbar gemacht. Das Seminar
richtet sich nicht nur an Theolog*innen und Lehrkräfte für Religions- und Ethikunterricht. Auch
Mitarbeiter*innen und Fachkräfte aus „helfenden“ und „fördernden“ Berufen sind in dieser Veranstaltung
herzlich willkommen.
Zeit: 22. April 2016; Ort: Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstraße 84, 10969 Berlin
Anmeldung unter>>>
3. Wettbewerbe & Förderungen
Offene Ausschreibung für Projektförderung Jugendbildung 2016 - Antragsfrist bis 8. April 2016
Ihr seid eine Gruppe von jungen Leuten und plant ein größeres Projekt zusammen? Dann stellt uns euer
Projekt vor! Im Rahmen der halbjährlichen Projektförderung könnt Ihr Mittel für Jugendbildungsprojekte
beantragen.
Ausschreibung online >>>
,,Respekt gewinnt“ - Der Wettbewerb 2015/2016 läuft
Ob in Schulen, Verbänden, am Arbeitsplatz oder im Sportverein. Berliner*innen engagieren sich in
unzähligen Projekten und Initiativen für Weltoffenheit, Respekt und Demokratie. Der Berliner Ratschlag für
Demokratie würdigt diese Arbeit mit einer Online- Plattform, auf der die Projekte präsentiert werden, sowie
mit einer Prämierung. Bis zum 20. März kann man sich online bewerben.
Ausschreibung online>>>
Projektfonds für Projekte mit Geflüchteten
Der Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung wird 2016 auf Initiative des Regierenden Bürgermeisters
Michael Müller und der Bildungssenatorin Sandra Scheeres um 500.000 Euro auf 2.500.000 Euro erhöht, um
zusätzliche Projekte mit und von Geflüchteten fördern zu können.
Ausschreibung online >>>
4. Partnerschaften für Demokratie
"Partnerschaften für Demokratie in Hohenschönhausen und Lichtenberg
Es ist soweit!
Der Begleitausschuss Hohenschönhausen hat bereits die ersten Projekte für 2016 bewilligt, darunter ein
Gartenprojekt mit und für Geflüchtete, das demnächst startet. Auch in Lichtenberg werden Ende des Monats
die ersten Projekte beginnen.
Weiterhin können Anträge gestellt werden, die Höchstfördersumme beträgt in diesem Jahr 750,- €. Die
nächsten Fristen hierfür sind:
Hohenschönhausen : 24. März, 22. Juli und 23. September
Lichtenberg: 15. April, 06. Mai, 01. Juli und der 07. Oktober
Auch die Förderung größerer Projektideen ist möglich. Bei Interesse oder Fragen bitte bei der
Koordinierungsstelle melden.
Weitere Infos dazu per Mail: [email protected]
oder per Telefon: 030/ 505 665 18
Die Antragsformulare und Fristen sind auch auf der Website
http://partnerschaft.koordinierungsstelle-lichtenberg.de/ abrufbar.
5. Willkommen in Lichtenberg – Informationen zum Thema Flucht und Asyl
Neu überarbeitet: „Neue Nachbar*innen (im Kiez) willkommen heißen!“
Die Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke stellt ihren überarbeiteten Flyer vor. Er bietet aktuelle
Kurzinformationen zu den Themen Flucht/ Asyl und liefert neue Zahlen/ Fakten bezüglich der Straftaten an
geflüchteten Menschen in Lichtenberg.
Clearingstelle für traumatisierte geflüchtete Menschen
Sollte es in Ihrer Einrichtung Geflüchtete geben, die an typischen Stress- oder Traumafolge-Symptomen wie
zum Beispiel Schlafstörungen, Nervosität, Aggressivität, sozialer Rückzug, Unruhe oder bei Kindern auch
nächtlichem Einnässen leiden, so können Sie die Patient*innen über die unten genannten Kontaktdaten gern
in der Clearingstelle anmelden. In dieser werden die Patient*innen zeitnah von einem multi-lingualen Team
von in transkultureller Psychiatrie erfahrenen Psychiater*innen aus der Erwachsenen-, Kinder- und
Jugendpsychiatrie untersucht.
Zeit: Montag bis Freitag zwischen 10.00Uhr.- 18:30Uhr; Ort: auf dem Gelände des LAGeSo in der
Turmstraße 21, Haus M, 1. OG, 10551 Berlin.
Information online >>>
18. Mai - Fachtag „Flüchtlingskinder und jugendliche Flüchtlinge in Schulen, Kindergärten und
Jugendfreizeiteinrichtungen“
(...) Wir freuen uns, die Autorin der gleichnamigen Broschüre, Frau Hanne Shah vom Zentrum für Traumaund Konfliktmanagement in Köln, als Hauptvortragende begrüßen zu dürfen. Hierbei wird es u.a. um
traumatisierte und trauernde Kinder gehen, um das mit Fluchterfahrung häufig verbundene Leben in Armut,
die Kooperation mit Eltern, Handlungstipps für die pädagogische Praxis, sowie um alters- und geschlechtsspezifische Besonderheiten von geflüchteten Kindern. Ein detailliertes Programm werden wir Ende März
veröffentlichen.
Zeit: 18. Mai 2016, 9.30Uhr – 16.00Uhr; Ort: Jugendkulturzentrum Pumpe, Lützowstraße 42, 10785 Berlin ,
Kosten: 10€ für Mittagessen und Kaffee/Tee
Anmeldung bis 06. April 2016
Anmeldeformular hier >>>
2. Mai - Workshop "Neonazistischen Bedrohungen effektiver entgegen treten: Unterstützung für
Willkommensinitiativen und Engagierte in der Flüchtlingshilfe"
(…) Neonazis bedrohen seit Monaten an vielen Orten diejenigen, die sich für Flüchtlinge und eine offene
Gesellschaft engagieren. Ziel ist es, sich durch Erfahrungsaustausch und Inputs von Expert_innen mit
niedrigschwelligen Strategien effektiver gegen neonazistische Bedrohungen und Kampagnen wehren zu
können. Gleichzeitig bietet der Workshop eine gute Gelegenheit, sich zu vernetzen und dadurch gegenseitig
zu unterstützen. Die Zahl der Teilnehmer*innen ist auf 40 Personen begrenzt.
Zeit: 02. Mai 2016 zwischen 10.00Uhr – 17.00Uhr; Ort: Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein in
Werftpfuhl/ Werneuchen, Anmeldung bis 08. April 2016 telefonisch unter 030 – 283 95 178
zur Internetseite>>>
Internetseite Der Flüchtlings-Notunterkunft Karlshorst
Lichtenberg-hilft (über das Portal schnell-helfen) online >>>
Die Internetseite der Willkommensinitiative Lichtenberg
Willi online>>>
6. Schwerpunktthema
Pressemitteilung
Berlin, 8.3.2016: Massiver Anstieg der Angriffe in Berlin - Gemeinsame Pressemitteilung der Berliner
Register und der Opferberatungsstelle ReachOut für das Jahr 2015
Im Jahr 2015 dokumentierten ReachOut, die Beratungsstelle für Opfer rassistischer und rechter Gewalt und
die Register in den Bezirken Angriffe und Vorfälle, die einen rassistischen, antisemitischen, homophoben
oder diskriminierenden Hintergrund hatten. Unter Vorfällen, die in den Registern dokumentiert werden, sind
neben Gewalttaten auch Propagandaaktivitäten, wie Aufkleber, Plakate oder Sprühereien, Veranstaltungen
und Beleidigungen gefasst, die einmal jährlich qualitativ ausgewertet werden. Im Gegensatz zu den
Statistiken der Ermittlungsbehörden, werden auch Vorfälle aufgenommen, die nicht angezeigt werden.
Dadurch werden in den einzelnen Bezirken Aktionsschwerpunkte von Neonazis und alltägliche Formen von
Diskriminierung sichtbar, die in den behördlichen Statistiken nicht unbedingt widergespiegelt werden.
Insgesamt erfasst ReachOut 320 Angriffe für das Jahr 2015 (2014: 179). Dabei werden mindestens 412
(2014: 266) Menschen verletzt, gejagt und massiv bedroht. Darunter sind 42 Kinder. Rassismus steigt an und
ist mit 175 Taten das häufigste Motiv (2014: 100). Politische Gegner_innen werden 59 Mal (2014: 31)
attackiert. Die antisemitisch motivierten Taten steigen von 18 auf 25 Angriffe an. Der größte Teil der
Angriffe findet in aller Öffentlichkeit statt: 120 Angriffe (2014: 107) werden auf Straßen und Plätzen verübt.
An Haltestellen, Bahnhöfen und in öffentlichen Verkehrsmitteln geschehen 65 Gewalttaten und
Bedrohungen (2014: 37).
Zum Beginn des Jahres 2016 ist es gelungen in allen Berliner Bezirken Registerstellen einzuführen. In die
Auswertung für das Jahr 2015 gehen Daten aus 11 Bezirken ein, lediglich Steglitz-Zehlendorf fehlt, da das
Register erst zu 2016 realisiert wurde. Zwei zusätzliche Projekte, die Antisemitismus und Antiziganismus
genauer betrachten, arbeiten eng mit den Registern zusammen.
Für 2015 konnten insgesamt 1820 Vorfälle (2014: 1128) mit rassistischen, extrem rechten, antisemitischen,
lbgtiq-feindlichen und anderen diskriminierenden Hintergründen dokumentiert werden. In allen Bereichen
sind erhebliche Anstiege zu verzeichnen. Hintergrund ist die bessere Vernetzung der Berliner Register, aber
auch die real gestiegene Anzahl von Vorfällen.
Unter den Vorfällen waren 683 Propagandavorfälle (2014: 507), 320 Angriffe (2014: 179), 250
Beleidigungen, Beschimpfungen und Bedrohungen (2014: 183) und 409 Veranstaltungen (2014: 174) bei
denen sich rassistisch, antisemitisch oder extrem rechts geäußert wurde. Lediglich bei der der NSVerharmlosung waren die Zahlen rückläufig. In vielen Bereichen gab es eine Verdopplung. 946 Vorfälle
waren rassistisch motiviert (2014: 472), 328 galten der Selbstdarstellung rechter Parteien und Gruppierungen
(2014: 258), 113 verharmlosten den Nationalsozialismus (2014: 130). 217 Fälle richteten sich gegen
politische Gegner_innen (2014: 106) 138 Fälle waren antisemitisch motiviert.
Bezüglich rassistischer Mobilisierungen, gibt es ein Ost-West-Gefälle. Während die Bezirke MarzahnHellersdorf, Lichtenberg-Hohenschönhausen und Treptow-Köpenick massiv davon betroffen waren, sind es
in Tiergarten die montäglichen Bärgida-Demonstrationen, die den Anstieg ausmachen. CharlottenburgWilmersdorf kann zwar ebenso viele Veranstaltungen ausweisen, wie die Ostberliner Bezirke, dort sind sie
aber auf neurechte und reichsideologisch-esoterische Vortragsreihen zurückzuführen. Mobilisierungen gegen
Geflüchtete, deren Unterkünfte und Unterstützer_innen sind in allen Bezirken zu beobachten. Am
gravierendsten ist jedoch die Lage in Marzahn-Hellersdorf, wo die Zahl an Angriffen und Bedrohungen
wesentlich höher ist als in anderen Ostberliner Randbezirken. Auch der Bezirk Mitte, bestehend aus
Tiergarten, Mitte und Wedding gibt Anlass zur Sorge, da die Vorfälle auf die antimuslimischen und
rassistischen Bärgida-Demonstrationen und eine Vielzahl von Angriffen und Bedrohungen zurückzuführen
ist.
Die starke Zunahme an Meldungen aus dem Bereich Antisemitismus ist auf die Bekanntmachung der neuen
Meldemöglichkeiten unter www.report-antisemitism.de zurückzuführen. Der Anstieg zeigt lediglich, dass der
richtige Weg eingeschlagen wurde, um mehr über das Ausmaß von Antisemitismus im Alltag in der Stadt zu
erfahren. Auch wenn die Zahl von 401 Vorkommnissen erschreckend hoch ist, kann von einer noch großen
Dunkelziffer, nicht bekannt gewordener Fälle ausgegangen werden.
Für das Jahr 2015 wurden in Lichtenberg 234 Vorfälle gezählt. Damit haben sich die Zahlen im Vergleich
zum Vorjahr (2014: 105) mehr als verdoppelt. Der enorme Anstieg ist vor allem auf die Mobilisierungen
gegen Flüchtlinge und ihre Unterbringungen zurückzuführen. Rassismus war mit 155 der Vorfälle das
vorherrschende Motiv in diesem Jahr. Vor allem bei den Kategorien Veranstaltungen (2015: 49, 2014:13),
bei Propaganda (2015: 127, 2014: 65) und Bedrohungen (2015: 13, 2014: 2) gab es starke Anstiege. Die Zahl
der Angriffe (2015: 23, 2014: 11) ist weiterhin konstant hoch. Jeden Monat geschehen somit durchschnittlich
fast zwei Angriffe.
Die Zahl der Vorfälle in Marzahn-Hellersdorf hat sich 2015 mehr als verdreifacht (2015: 298; 2014:85).
Geprägt wurde 2015 durch eine hohe Anzahl von rechtsextremen Aufmärschen gegen die
Gemeinschaftsunterkunft am Blumberger Damm, die häufig von Gewalt begleitet waren. Die Errichtung von
Notunterkünften in der zweiten Jahreshälfte führte zu einer geografischen Diffusion rechtsextremistischer
Aktivitäten gegen Flüchtlinge. Einen Schwerpunkt bildete jedoch Marzahn-Mitte. Auch politische
Gegner/innen waren häufiges Ziel von Angriffen.
Eine umfangreiche Pressemappe kann auf der Internetseite der Berliner Register heruntergeladen werden.
Für Nachfragen und weitere Informationen können Sie sich direkt an die Projekte wenden.
Koordinierungsstelle Berliner Register
7. Rechtsextremismus / Lichtenberger Register
Register
In dieser Rubrik werden die aktuellen Fälle von Übergriffen, Propaganda, Versammlungen und anderen
Erscheinungsformungen von Neonazis in Lichtenberg dokumentiert:
Register Februar 2016
1. Februar 2016
An einer mit Flugblättern mobilisierten “Bürgersprechstunde” die als Thema die Errichtung einer
Flüchtlingsunterkunft im Umfeld des S-Bhf. Wartenberg hatte nahmen etwas mehr als 100 Menschen teil.
Als erstes ergriff der NPD-Funktionär Jens Irgang das Wort und versuchte Stimmung gegen Flüchtlinge zu
machen. Versuche der zuständigen Wohnungsbaugesellschaft und von lokalen Vertreter_innen demokratischer Parteien wurden teilweise wütend abgeblockt oder mit “Lügner”-Rufen quittiert.
Quelle: Lichtenberger Register
2. Februar 2016
Gegen 7.40 Uhr rief eine Gruppe von vier Jugendlichen in der S-Bahn auf Höhe Nöldnerplatz “Sieg Heil”
und flüchtlingsfeindliche Parolen. Als eine Frau sie aufforderte, das zu unterlassen, wurde sie bedroht. Das
informierte Bahnhofspersonal unternahm aber augenscheinlich nichts, um die Gruppe aufzuhalten.
Quelle: Lichtenberger Register
3. Februar 2016
In der Lückstraße und Sewanstraße wurden mehrere Aufkleber für “Rudolf Hess Wochen” und für das
Neonazi-Internetportal “In Bewegung” gefunden und entfernt.
Quelle: Lichtenberger Register
4. Februar 2016
In der Ahrenshooper Straße und umliegenden Straßen wurden etliche Aufkleber von „Pro Deutschland“
gefunden.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
7. Februar 2016
An den Haltestellen der Station „Hauptstraße/Rhinstraße“ in Alt-Hohenschönhausen wurden mehrere
Aufkleber von „Pro Deutschland“ gefunden.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
7. Februar 2016
Die Lichtenberger AfD hielt in Lichtenberg Mitte ihren monatlichen Stammtisch ab.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
7. Februar 2016
In der Margaretenstraße und Wönnichstraße wurden mehrere Hakenkreuze und Parolen an die Wände
gesprüht, unter anderem “Jews out”, “Reds better run” und “C4 for reds, ANB” (Plastiksprengstoff gegen
Linke, Autonome Nationalisten Berlin).
Quelle: Lichtenberger Register
9. Februar 2016
In der Sewanstraße wurden mehrere selbstgemachte Etikettenaufkleber mit anti-muslimischen Parolen
gefunden und entfernt.
Quelle: Lichtenberger Register
9. Februar 2016
In der Ruschestraße und Möllendorffstraße wurden Flugblätter gegen „Asylmissbrauch“ von „Pro
Deutschland“ verteilt.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
11. Februar 2016
Die rechtspopulistische “Bürgerbewegung Pro Deutschland” steckte Partei-Zeitungen in Anwohner*innenBriefkästen in der Straße Alt Friedrichsfelde, der Alfred-Kowalke-Straße und Am Tierpark.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
12. Februar 2016
Die rechtspopulistische “Bürgerbewegung Pro Deutschland” steckte Partei-Zeitungen in
Anwohner*innenbriefkästen in der Zingster Straße und Ahrenshooper Straße.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
12. Februar 2016
Die rechtspopulistische “Bürgerbewegung Pro Deutschland” steckte Flugblätter gegen Asylmissbrauch in
Anwohner*innen-Briefkästen in der Falkenberger Chaussee.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
12. Februar 2016
Die rechtspopulistische “Bürgerbewegung Pro Deutschland” steckte Partei-Zeitungen in Anwohner*innenBriefkästen in der Landsberger Allee und in Nebenstraßen.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
14. Februar 2016
In der Vulkanstraße, Landsberger Allee und im Weißenseer Weg verteilten Aktivisten von „Pro
Deutschland“ ihre Parteizeitung in Briefkästen.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
16. Februar 2016
Die Partei „Pro Deutschland“ steckte in der Rhinstraße und anliegenden Straßen Broschüren gegen
Tierversuche in Anwohner*innen-Briefkästen.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
17. Februar 2016
Die Partei „Pro Deutschland“ steckte in der Konrad-Wolf-Straße, Degnerstraße und anliegenden Straßen
Postkarten gegen „Asylmissbrauch“ in Anwohner*innen-Brief-kästen.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
18. Februar 2016
Die Partei „Pro Deutschland“ steckte in der Treskowallee und anliegenden Straßen Postkarten gegen
„Asylmissbrauch“ in Anwohner*innen-Briefkästen.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
18. Februar 2016
Im Umfeld des S-Bhf. Rummelsburg und der Michiganseestraße wurden mehrere selbstgemachte
Etikettenaufkleber mit antimuslimischen Sprüchen gefunden und entfernt.
Quelle: Lichtenberger Register
19. Februar 2016
Die Partei „Pro Deutschland“ steckte am Tierpark, in der Sewanstraße und Volkradstraße Postkarten gegen
„Asylmissbrauch“ in Anwohner*innen-Briefkästen.
Quelle: Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz
20. Februar 2016
Die rechtspopulistische “Bürgerbewegung Pro Deutschland” steckte rassistische Flugblätter gegen „gegen
Moscheebau und Islamismus“ in Anwohner*innen-Briefkästen in Lichtenberg.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
20. Februar 2016
Die Partei „Pro Deutschland“ steckte in der Altenhofer Straße und anliegenden Straßen Postkarten gegen
„Asylmissbrauch“ in Anwohner*innen-Briefkästen.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
21. Februar 2016
Die rechtspopulistische “Bürgerbewegung Pro Deutschland” steckte Partei-Zeitungen in Anwohner*innenBriefkästen in Hohenschönhausen.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
22. Februar 2016
Die rechtspopulistische “Bürgerbewegung Pro Deutschland” steckte Flugblätter gegen Tierversuche in
Anwohner*innen-Briefkästen am Storchenhof in Alt-Hohenschönhausen.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
23. Februar 2016
Die rechtspopulistische “Bürgerbewegung Pro Deutschland” steckte Partei-Zeitungen in Anwohner*innenBriefkästen in Lichtenberg-Mitte um die Rummelsburger Straße und Sewanstraße.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
23. Februar 2016
Die rechtspopulistische “Bürgerbewegung Pro Deutschland” steckte Partei-Zeitungen in Anwohner*innenBriefkästen in Alt-Hohenschönhausen.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
25. Februar 2016
Der Kreisverband der „Alternative für Deutschland“ (AfD) veranstaltete eine Bezirkswahlversammlung.
Daran nahmen neben Beatrix von Storch auch andere Vertreter des Landesvorstandes teil.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
27. Februar 2016
Die rechtspopulistische “Bürgerbewegung Pro Deutschland” steckte Partei-Zeitungen in Anwohner*innenBriefkästen in Falkenberg.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
27. Februar 2016
Die rechtspopulistische “Bürgerbewegung Pro Deutschland” steckte Partei-Zeitungen in Anwohner*innenBriefkästen in Neu-Hohenschönhausen.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
27. Februar 2016
Mehrere Neonazis der Lichtenberger NPD verteilten am S-Bahnhof Wartenberg und den angrenzenden
Straßen Flugblätter gegen „Asylbetrug“. Mit dabei war unter anderem Manuela Tönhardt.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
28. Februar 2016
Auf der Facebookseite “Kein Asylanten-Containerdorf in Falkenberg” wurde im Februar vor allem auf die
Einrichtung von neuen Asylunterkünften im Bezirk Bezug genommen. Diese wurde rassistisch kritisiert und
als Plan der Bundesregierung dargestellt, das Land zu „überfremden“. Weiter wurde sich über die
vermeintliche Kriminalität von Geflüchteten ausgelassen und Fotos von Baustellen für Asylunterkünfte
veröffentlicht. Nicht zuletzt wurde damit die NPD Veranstaltung am 29.02. gezielt beworben.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
29. Februar 2016
Der NPD Landesverband veranstaltete einen Aufmarsch. Die Veranstaltung startete gegen 18.30 Uhr am SBhf. Wartenberg, wo zunächst rechte Musik gespielt wurde. Dann ging es über die Ribnitzer Straße auf die
Zingster Straße. Dort wurde am Linden Center eine Pause eingelegt, da der Lautsprecherwagen der NPD
einen Schaden hatte. Letztendlich wurde die Demonstration deshalb an dieser Stelle gegen 20.25 Uhr
aufgelöst. Als Redner traten auf: Sebastian Schmidtke (NPD Landesvorsitzender Berlin), Marcel R. (NPD
Kandidat Marzahn-Hellersdorf), Manuela Tönhardt (NPD BVV Lichtenberg), Jens Irgang (NPD
Lichtenberg). Die ca. 100 Teilnehmer führten neben einem Transparent der NPD auch Reichsfahnen, NPDFahnen und das Wappen von Sachsen mit. An der Zingsterstraße wurde die Demonstration vorzeitig
aufgelöst, da der Lautsprecherwagen auf Grund eines Motorschadens nicht mehr weiter fuhr.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
29. Februar 2016
Ein Neonazi der an der NPD Demo teilnahm versuchte einen Pressevertreter am Rande der Versammlung
anzugreifen. Der Täter rannte mit einer Fahne in der Hand auf den Pressevertreter zu, konnte jedoch durch
Polizisten aufgehalten werden.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
29. Februar 2016
Im Februar wurde auf der Facebookseite der Lichtenberger NPD versucht mit dem Verbreiten von
rassistischen Meldungen für die Demonstration am 29.02. zu mobilisieren. Dabei wurde vor allem der Zuzug
von Geflüchteten kritisiert und als angebliche Strategie der Bundesregierung zur gezielten „Überfremdung
dargestellt. Die Demonstration wurde als Wahlkampf Aktion benutzt.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
29. Februar 2016
In den Veröffentlichungen auf der Facebookseite der rechtspopulistischen Partei “Pro Deutschland” war im
Februar das Hauptthema der Zuzug von Geflüchteten nach Deutschland und den Bezirk. Die Situation wurde
rassistisch verklärt und vor angeblich ansteigender Kriminalität gewarnt, die durch Geflüchtete verursacht
werde.
Quelle: Antifa Hohenschönhausen
8. Materialien & Links
Kiks für Alle! Fußball! Fanszenen! Geschlechtervielfalt!
Die KoFaS (Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit) wurde 2012 unter der
Leitung von Prof. Dr. Gunter A. Pilz am Institut für Sportwissenschaft der Leibniz Universität Hannover
gegründet und hiernach seit Mitte 2015 in Form einer gemeinnützigen GmbH fortgeführt. Nun ist das Projekt
auf einer Homepage online.
hier gehts zur Homepage>>>
AfD - Link zur neuen Broschüre von Miteinander e.V.
Das Themenheft soll dazu beitragen, Programmatik und politische Praxis der AfD in Sachsen-Anhalt kritisch
zu hinterfragen und die dahinterliegende Ideologie der Ungleichwertigkeit zu entschlüsseln. Zudem will das
Heft auf die argumentative Auseinandersetzung mit den rechten Positionen der Partei vorbereiten.
mehr Informationen>>>
Analyse zu Björn Höcke von Andreas Kemper
"...Die neurotische Phase überwinden, in der wir uns seit siebzig Jahren befinden"
Andreas Kemper kommt in seiner Analyse zu dem Schluss, dass Björn Höckes Äußerungen die Kriterien
erfüllen, die es erlauben, von einer faschistischen Ideologie zu sprechen. Zudem gibt es Indizien dafür, dass
Höcke schon vor seinem Beitritt zur AfD politisch aktiv gewesen ist, und zwar im neurechten Spektrum. Mit
zahlreichen Zitaten Höckes...
zur Analyse>>>
Analysen zu Wahlprogrammen der AfD mit geschlechterpolitischen Standpunkten
zu den Analysen>>>
Acht Thesen zum 13. März
Demokratie verteidigen. Die rechtsradikale AfD stellen. Ein Appell aus Anlass der Landtagswahlen in
Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt (von Micha Brumlik/ Hajo Funke)
zum Essay>>>
Gender-Glossar
Das Gender Glossar ist ein transdisziplinäres Online-Nachschlagewerk, das wissenschaftliche Beiträge zu
Begriffen, Themen, Personen und Institutionen aus dem Bereich der Gender Studies beinhaltet. Die Beiträge
entsprechen den Standards wissenschaftlicher Veröffentlichungen und stehen jederzeit kostenfrei zur
Verfügung.
zum Glossar>>>
Neues aus der Gerüchteküche
Spätestens seit Mitte des vergangenen Jahres ist zu beobachten, dass zunehmend Gerüchte über
Asylsuchende* in die Welt gesetzt und viral verbreitet werden. Von gewilderten Schwänen und
geschändeten Gräbern - hier werden sie gesammelt.
zur Internetseite>>>
Breiter Rand (Annette Ramelsberger, SZ 5.3.16)
Silvia S., zum Beispiel. Sie hat nichts mit der Terrorzelle NSU zu tun. Nicht sie, die tüchtige Friseurin aus
Niedersachsen. Roter Pony, akkurat geschnittener Bubikopf. Sie hat nur ihre AOK-Karte für 300 Euro
weitergegeben. Mit der ist dann Beate Zschäpe zum Arzt gegangen. Die Zeugin sagt dazu: "Ich bin eine arme
Friseurin und brauchte das Geld. Punkt."
zum Artikel>>>
Broschüre „Darf die NPD wegen Taten parteiloser Neonazis verboten werden?“
Aus aktuellem Anlass weisen wir auf die Broschüre "Darf die NPD wegen Taten parteiloser Neonazis
verboten werden? Erkundungen zu rassistischen Akteuren in ost-deutschen Regionen und den Folgen eines
NPD-Verbots" hin. Sie wurde im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung, Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung
Sachsen und der Amadeu-Antonio-Stiftung von Johannes Lichdi herausgegeben. Beiträge von: Johannes
Lichdi, Horst Meier, Dierk Borstel, Sebastian Striegel, Michael Nattke und Matthias Quent.
zur Broschüre>>>
Redaktion LICHT-BLITZE
LICHT-BLICKE Fach- und Netzwerkstelle, Sewanstraße 43, 10319 Berlin
Tel. 030 - 50 56 65 18
E-mail: [email protected] , Internet: http://www.licht-blicke.org
Quellen: Newsletter Landeszentrale für politische Bildung, Newsletter LAG, Newsletter SPI Ostkreuz,
Newsletter Amadeu Antonio Stiftung, Newsletter Anne Frank Zentrum, IDA-Newsletter, Newsletter
Netzwerkstelle [moskito], Berliner Register, Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin
(apabiz e.V.), Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR), ReachOut
Die Veröffentlichung von Artikeln und Meldungen bitte nur nach vorheriger Absprache mit der Licht-Blitze
Redaktion! Wenn Sie unseren Newsletter nicht mehr erhalten möchten, senden Sie eine E-Mail mit dem
Betreff „Licht-Blitze abmelden“ an: [email protected]
V.i.S.d.P.: Andreas Wächter
pad gGmbH - präventive, altersübergreifende Dienste im sozialen Bereich, Kastanienallee 55, 12627 Berlin