THEMA DER WOCHE Mit einem starken Europa zur industriellen

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14.04.2016
Daten | Fakten | Argumente
THEMA
DER
WOCHE
Mit einem starken Europa zur
industriellen Digitalisierung
Industrielle
Wertschöpfung
verändert sich
Europa ist insgesamt in einer guten Ausgangssituation. Insbesondere die deutsche
Industrie zählt in vielen Bereichen der Fertigungstechnologie und -steuerung sowie bei
der Produktionsplanungs-Software zu den Weltmarktführern. Doch diese angestammte
Position ist nicht selbstverständlich. Im Bereich der Datenplattformen sind europäische
Anbieter im internationalen Wettbewerb bislang relativ schwach aufgestellt. Dabei sind
diese künftig Dreh- und Angelpunkt der industriellen Wertschöpfung: Sie dienen der
Sammlung und Verarbeitung von Daten, die für die Steuerung und Optimierung industri­
eller Prozesse verwendet werden.
Strategie der EUKommission
Es ist wichtig, dass die EU-Kommission einen einheitlichen Rechtsrahmen für Daten­
eigentum und Datennutzungsrechte erarbeitet. So steht es auch im Strategieplan. Es
ist außerdem vorausschauend, dass sie sich für übergreifende, europäische Standards
einsetzen will. Letztere sind die Voraussetzung dafür, dass europäische Datenplattformen
entstehen. Weiterhin hat die Kommission erkannt, dass digital kompetente Mitarbei­
ter ein Schlüssel für Innovation und Wettbewerb sind. Darauf müssen sich Berufliche
Bildung und akademische Ausbildung einstellen. Zukünftig sind mehr Kompetenzen in
den Bereichen IT-Sicherheit, Prozess-Know-how, Prozessgestaltung sowie Erfahrungen
im Umgang mit spezifischen IT-Systemen gefragt.
Schnelle Umsetzung
gefragt
Über die Strategie hinaus sind eine leistungsfähige Breitbandinfrastruktur, hohe
­ aten- und Informationssicherheit sowie der Finanzierungszugang für kleine und mitt­
D
lere Unternehmen und Start-ups notwendig. Die Europäische Kommission sollte sich bei
diesen Themen auf das beschränken, was sie am besten kann: Koordination von Aktivi­
täten und Harmonisierung auf europäischer Ebene, wo nationalstaatliche Lösungen zu
kurz greifen. Mit ihrem Vorschlag zeigt die Kommission insgesamt die richtigen Ansätze.
Die europäische Wirtschaft braucht nun eine schnelle Umsetzung der zentralen Elemen­
te der Strategie, damit sie im internationalen Wettbewerb weiterhin erfolgreich besteht.
Ansprechpartner:
Holger Kindler, DIHK Brüssel, Telefon +32 2 286-1628
Autos fahren selbstständig, künstliche Intelligenzen werden zu „Mitarbeitern“ in Unter­
nehmen, Fabriken steigern ihre Effizienz durch Vernetzung: Digitalisierung macht‘s –
bald – möglich. Schon jetzt bestimmt sie ein Drittel des industriellen Wachstums in
Europa. Deswegen hat die EU-Kommission einen Strategieplan zur Unterstützung der
Digitali­sierung in der europäischen Wirtschaft entworfen. Aus Sicht des DIHK sind die
Entwicklung einer europäischen Datenplattform sowie damit verbundene europäische
Standardisierungslösungen besonders wichtig.