Year Ahead 2016

UBS House View
Year Ahead 2016
Chief Investment Office WM
Dezember 2015
2
UBS House View – Year Ahead 2016
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser
Willkommen bei unserer UBS House View:
Year Ahead 2016.
In dieser und der begleitenden Publikation
Years Ahead präsentiert das globale CIO-Team
seine Einschätzungen für 2016 und die Jahre
danach.
2015 war ein Jahr der grossen Bewegungen –
von der Aufhebung der Euro-Schweizer-FrankenUntergrenze über die Krise in Griechenland
bis zur Volatilität an den Aktienmärkten im dritten Quartal. Die Welt ist im Wandel. Die Ver­
änderungen reichen von den Wachstumstreibern
in China und den Schwellenländern bis zu den
­politischen Strukturen in Europa und der Zukunft
der globalen geldpolitischen Interventionen. In
einer solchen Welt sind noch mehr Überraschun-
Jürg Zeltner
President
UBS Wealth Management
gen zu erwarten. Beim Blick auf das kommende
Jahr versuchen wir deshalb, unsere Analysen
der künftigen Entwicklung so kreativ und durchdacht wie möglich zu gestalten.
Unser digitales Angebot ist in diesem Jahr
­umfassender geworden: Alle Inhalte zu unserem
Year Ahead 2016 sind auch für Smartphones
und Tablets unter ubs.com/houseview verfügbar.
Mit «My House View» können Sie ausserdem
Ihr Portfolio mit der UBS House View vergleichen
und diejenigen Inhalte zum Thema Geld­
anlage finden, die für Sie persönlich am rele­
vantesten sind.
Wir hoffen, dass Sie unser neues digitales An­ge­
bot nützlich und anregend finden und dass diese
UBS House View: Year Ahead 2016 ein hilf­reicher
Leitfaden ist, der Sie und Ihr Portfolio erfolgreich
durch unsere Welt im Wandel begleitet.
Mark Haefele
Global Chief Investment Officer
UBS Wealth Management
My House View
Wir wählen die passendsten Analysen und
Inhalte zu Ihrem Portfolio.
Massgeschneiderte Lektüre für Sie.
Wir verwenden einen interaktiven Filter, der Ihr Portfolio mit der UBS
House View abgleicht und die relevantesten Inhalte zu Anlagethemen
heraussucht. Individuell angepasst an Ihre spezifische Situation.
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Weitere Informationen finden Sie unter ubs.com/myhouseview
Impressum
UBS House View:
Year Ahead 2016
Dieser Bericht wurde erstellt von
UBS AG, UBS Switzerland AG und
UBS Financial Services Inc. (UBS FS).
Editor-in-chief
Kiran Ganesh
Produktmanagement
Joscelin Tosoni
Redaktion
Caspar Heer
Pierre Weill
Design-Konzept
Rodrigo Jiménez
Layout
Rodrigo Jiménez
Linda Sutter
Bilder
gettyimages.com
istockphoto.com
Desktop Publishing
Werner Kuonen
Margrit Oppliger
Redaktionsschluss
24 November 2015
Illustrationen
Rodrigo Jiménez
Cover & 3D Art
Katlego Phatlane
Photos
Gian Marco Castelberg, Zurich
Vernon Leow, Vital Images Singapore
George Stilabower, New York
Sprachen
Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch,
Russisch, Chinesisch (traditionell
und vereinfacht) und Japanisch
Übersetzung
CLS Communication
Kontakt
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Bestellungen und
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Inhalt
06Welt
im Wandel
12 Rückblick auf 2015
und ein Blick voraus
14 Sechs Fragen
für 2016
21Globaler
Konjunkturausblick
23 USA
23 Europa
23 Asien-Pazifik
24 Schwellenländer
24 Schweiz
30Aktien
30 Global
32 USA
33 Eurozone
34 Schwellenländer
35 Japan
36 Grossbritannien
37 Schweiz
38 Asien-Pazifik
39Anleihen
44 Alternative Anlagen
47Währungen
50 Rohstoffe
25 Von der Prognose
zur Anlage
28 Globale taktische
Positionierung
52Immobilien
54 Disclaimer
Welt im
Wandel
2015 legten die Aktienmärkte der grossen Industrieländer
zunächst um 20% zu, fielen dann um 20% und stiegen
schliesslich wieder. Wie haben Sie die grossen Wellen
überstanden? An einem solchen Markt mussten selbst
einige der angesehensten Fondsmanager negative
Performance­zahlen in zweistelliger Höhe ausweisen.
Mark Haefele
Global Chief Investment Officer
Fast jeder Monat brachte Überraschungen
Es ereigneten sich viele Dinge, die in unserem Basisszenario für 2015 nicht
vorgesehen waren:
• Die Schweizerische Nationalbank gab ihre Wechselkursuntergrenze von
1,20 zum Euro auf.
• Immer mehr Staatsanleihen der Eurozone weisen negative Renditen auf.
• Im zweiten Quartal setzte eine rasante Verkaufswelle am Anleihenmarkt ein.
• Die Aktienblase in China schwoll weiter an – bis sie dann platzte.
• Griechenland stand kurz vor dem Austritt aus der Eurozone.
• China unternahm einen abrupten Schritt in Richtung auf die Freigabe
des Yuan.
• Die Volatilität stieg auf das höchste Niveau seit 2008.
• Viele dachten, das Wachstum in China würde unkontrollierbar abnehmen.
• Schwellenländerwährungen werteten massiv ab.
• Der Ölmarkt ist immer noch nicht bereinigt.
• Die US-Notenbank schien in der Sorge über das globale Wachstum einen
Grund gegen eine Zinserhöhung zu sehen.
Trotz dieser Verwerfungen befinden
sich zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts die meisten unserer
­Modellportfolios seit Jahresbeginn im
Plus, und die meisten erzielten eine
Performance im Rahmen unserer langfristigen Annahmen für die Kapitalmärkte.
Die grossen Entwicklungen richtig
einschätzen
Die Kunst beim Aufbau eines robusten
Portfolios besteht darin, solche un­­
vermeidbaren Überraschungen einzukalkulieren und vor allem zwei Dinge
richtig zu machen, nämlich die stra­
tegische Vermögensallokation und das
Risikomanagement.
Das bedeutet unter anderem:
Das Unerwartete akzeptieren. Zu Beginn des Jahres 2015 widersprach
die Entscheidung der Schweizerischen
Nationalbank, die Wechselkursuntergrenze gegenüber dem Euro aufzu­
6
UBS House View – Year Ahead 2016
heben, unserer Prognose: Wir hielten
eine Untergewichtung im Schweizer
Franken. Doch unser Grundsatz, den
Umfang taktischer Positionen zu
­begrenzen, reduzierte die Auswirkung
auf das Portfolio. Ausserdem begrenzte unsere strategische Entscheidung,
Portfolios gegen Währungsrisiken abzusichern, die Volatilität für Schweizer
Anlegerinnen und Anleger.
Den Anlageprinzipien treu bleiben.
Im August war die relativ magere
Performance qualitativ hochwertiger
Anleihen vor dem Hintergrund der
fallenden Aktienmärkte recht frustrierend. Obwohl wir erstklassige Anleihen untergewichten, spielen sie eine
strategische Rolle bei der Diversifika­
tion unserer Portfolios. Im September
kam dieses Prinzip der Diversifikation
der Performance wieder zugute.
Den Prozess anwenden. Während des
Einbruchs an den Aktienmärkten im
August und September überprüften
wir unsere Annahmen zur Verfassung des globalen Wachstums. Wir
kamen zum Schluss, dass es am sinnvollsten sei, den Kurs zu halten. Nach
einem Anlageprozess vorzugehen,
unter­­drückt Verhaltenstendenzen, die
häufig die Performance untergraben.
Die Welt wandelt sich weiter
Für mich zählen die Veränderungen
zu den interessantesten Aspekten
des Jahres 2016.
In den USA geht eine langen Nullzins­
phase ohne nennenswerte Inflation
­ih­­rem Ende entgegen, und Präsident
­Barack Obama wird sein Amt an einen
Nachfolger abtreten.
Nachdem die Verfassungsmässigkeit
der quantitativen Lockerung in Europa
bestätigt wurde, setzt Europa den
Wandel zu einem politischen und
wirtschaftlichen Block fort. Es ist aber
ein Prozess, der ständig neue Herausforderungen mit sich bringt.
China entwickelt sich von einer fer­
tigungslastigen zu einer konsumorientierten Wirtschaft und von einem
staat­­lich gelenkten zu einem freien
Markt. Beides wird zeitweise Unsicherheit über den Wachstumskurs und
die Aussichten für die Kapitalströme
hervorrufen.
Andere Schwellenländer müssen neue
Wachstumstreiber finden und dürften
durch die US-Zinserhöhungen belastet
werden.
Anlageeinschätzung
Unsere Positionierung für den Start ins
neue Jahr orientiert sich an der An­­
lageeinschätzung auf Basis verschiedener Prognosen:
• Das Wachstum der Weltwirtschaft
wird 2016 sich leicht beschleunigen.
• 2015 war nicht der Höhepunkt des
Zyklus für risikoreiche Anlagen.
• China kann sowohl schnell abbremsen als auch eine harte Landung
vermeiden.
• Der Abschwung in den Schwellenländern und an den Rohstoffmärkten könnte sich dem Tiefpunkt
nähern.
• Die Inflation wird zurückkehren,
aber nicht wertvernichtend wirken.
• Die politischen Wahlen werden
2016 viel Drama aber weniger
Tragödien bringen.
Unsere wichtigsten taktischen Posi­
tionen für das kommende Jahr umfassen eine Übergewichtung in Aktien
gegenüber erstklassigen Anleihen,
eine regionale Präferenz für Aktien der
Eurozone und Japans sowie Über­
gewichtungen in EUR-Hochzins- und
US-Investment-Grade-Unternehmensanleihen.
Ich wünsche Ihnen ein gesundes,
erfolgreiches und interessantes
neues Jahr.
2015
«Richtig und falsch»
Richtig
Falsch
• US-Dollar vs. Euro: Die Euro­
päische Zentralbank weitete ihr
Lockerungsprogramm aus, worauf der Euro auf den niedrigsten
Wert seit einem Jahrzehnt fiel.
• Britisches Pfund vs. austra­
lischer Dollar: Das Pfund setzte
seine Aufwertung 2015 fort,
während der australische Dollar
unter der schwachen Rohstoffnachfrage aus China litt.
• Übergewichtung von Aktien:
Die Übergewichtung in Aktien
war zuweilen schmerzhaft, er­­
wies sich aber zum Zeitpunkt der
Erstellung dieses Berichts als richtige Entscheidung für das Jahr:
Globale Aktien stiegen um 2%.
• Die Übergewichtung in
Schweizer Aktien litt unter
dem plötzlichen Anstieg des
Schweizer Franken, der die Aussichten der Exporteure beeinträchtigte.
• Die Untergewichtung im
Schweizer Franken erwies sich
als falsch, da die Schweizerische
Nationalbank die Aufwertung
des Franken nicht mehr verhinderte.
• Die Übergewichtung in
­hochverzinslichen US-Unternehmensanleihen enttäuschte
die Erwartungen aufgrund der
Besorgnis über die Finanzlage
US-amerikanischer Ölbohrunternehmen.
2016
Aufwärts oder abwärts?

Aufwärts
Abwärts
Gemischt
Weiterhin
Aktien
Globales
Wachstum
Inflation
US-Zinssätze
Öl
Staatsanleihen
Euro-Zinssätze
US-Dollar
Euro
Volatilität
ubs.com/houseview
7
Welt im Wandel
US
Europa
Mike Ryan
Themis Themistocleous
US-Anleger, die in vertraute Anlageklassen investierten,
schnitten in den letzten Jahren besser ab. In den Jahren
2013 und 2014 entwickelte sich ein 60/40-Standardmix
aus US-Aktien und -Anleihen deutlich besser als ein Port­
folio mit diversifizierenden Anlagen wie internationalen
­Aktien, Unternehmensanleihen, Rohstoffen oder alternativen ­Anlagen. Wir erwarteten, dass sich das im Jahr 2015
ändern würde – und in gewisser Weise tat es das auch.
Für die Anleger in Europa war 2015 ein denkwürdiges Jahr,
aber nicht aus gutem Grund. Volatilität, Unsicherheit
und politische Turbulenzen sorgten für ein schwieriges
­Anlageumfeld.
Chief Investment Strategist
Wealth Management Americas
Doch waren die Anlagerenditen gering. Die Aufnahme von
währungsabgesicherten internationalen Aktien ins Portfolio
hätte dessen Gesamtrendite zwar erhöht, jedoch nicht im
Masse unserer langfristigen Schätzungen.
Für 2016 erwarten wir einen stabileren US-Dollar und stabilere Rohstoffpreise. In den USA legen wir den Schwerpunkt
auf diejenigen Sektoren, die vom anhaltenden Wachstum
der US-Wirtschaft besonders profitieren, eine im Allgemeinen
günstige Gewinndynamik aufweisen und/oder sehr attraktiv bewertet sind. Ausserdem geben wir Small Caps weiterhin den Vorzug gegenüber Large und Mid Caps.
Im An­leihenbereich bevorzugen wir US-Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating (IG). IG-Anleihen weisen die höchsten Spreads seit mehreren Jahren auf und
spiegeln die mit dem Kreditzyklus verbundenen Risiken daher bereits wider. Die Anlageklasse wird in Zeiten, in denen
die Volatilität erhöht ist und es bei risikoreichen Anlagen
zu einer Verkaufswelle kommt, weiter eine wichtige Rolle
bei der Portfoliodiversifikation spielen.
Im Jahr 2015 waren die Marktrenditen dürftig, und es
gab keine magische Formel für eine überdurchschnittliche
Performance im Vergleich zu den Referenzindizes. Wir
blicken optimistisch ins kommende Jahr, aber die Anleger
werden ihre Renditeerwartungen im Zaum halten, mehr
Volatilität in Kauf nehmen und weiterhin selektiv vor­
gehen müssen.
Head of European Investment Office
Europäische Anleger, die ihr Geld lieber an Heimmärkten
anlegten, durften sich über die Rally im ersten Quartal
freuen. Jedoch erwies sich eine Bevorzugung des Heimmarkts im dritten und vierten Quartal als verlustreich.
Die Gefahr eines Grexit löste an den Märkten eine massive
Verkaufswelle aus. Die Besorgnis über China drückte sie
ebenfalls nach unten. Das zeigte, wie wichtig es war, auf
das Unerwartete vorbereitet zu sein und nach Regionen
als auch nach Anlageklassen zu diversifizieren.
Oft halten Kunden immer noch viel Liquidität in ihren
­Portfolios. Doch der Anstieg europäischer Aktien um rund
15% im Jahr 2015 hat uns gelehrt, dass es sinnvoll sein
kann, Positionen aufzubauen und investiert zu bleiben.
Hohe Barbestände brachten den Anlegern Verluste und
werden es wahrscheinlich auch im Jahr 2016 tun.
Wir rechnen 2016 mit einer überdurchschnittlichen Entwicklung von risikoreichen Anlagen. Europa finden wir interessant. Die Gründe dafür sind die konjunkturelle Erholung,
die Bereitschaft der Europäischen Zentralbank (EZB), die
geldpolitischen Bedingungen bei Bedarf zu lockern, und die
attraktive Bewertung von Anlageklassen wie Aktien und
Hochzinsanleihen.
Die Aktien der Eurozone dürften von der Konjunktur­
erholung in Europa, dem schwachen Euro und dem niedrigen Operational Leverage profitieren. Da die Gewinne
nun allmählich von ihren zyklischen Tiefs steigen, ist das
Aufwärtspotenzial beträchtlich. Auch die Emittenten
von Hochzinsanleihen könnten die Erholung nutzen und
von den niedrigen Kreditkosten profitieren.
Risiken bestehen aber nach wie vor. Die globale Konjunkturerholung ist labil, und politische Unruhe in Europa ist
immer möglich, sodass die Anleger wachsam und diversifiziert bleiben müssen.
8
UBS House View – Year Ahead 2016
Welt im Wandel
Asien-Pazifik
Min Lan Tan
Schwellenländer
Jorge Mariscal
Head of APAC Investment Office
Head of EM Investment Office
Für asiatische Anleger begann das Jahr 2015 mit einem
­robusten Aktienmarkt, sodass sich die Kapitalabflüsse in
Grenzen hielten. Dann platzte in China die Aktienblase,
und China änderte sein Wechselkursregime. Beunruhigte
Anleger befürchteten eine Wiederholung der Krise von
1997, da die Währungen einbrachen und sich die Finanz­
bedingungen in der Region verschärften, doch auch
­diese Welle ging vorüber.
Trotz der sehr guten Wertentwicklung im April ist das
Jahr für Anleger in den Schwellenländern schwach
­ver­laufen. Die Besorgnis über einen Abschwung in China
und die schwachen Rohstoffpreise resultierten in niedrigen
­Renditen. Politische Krisen in Ländern wie Brasilien und
­Russland trugen auch nicht zur Beruhigung der Anleger bei.
Aktien, Währungen und auf Lokalwährungen lautende
Staatsanleihen der Schwellenländer entwickelten sich daher
schwach. Anleger, die in einem diversifizierten Portfolio
Unternehmens- und Staatsanleihen in Hartwährungen hielten, konnten dies jedoch zum Teil kompensieren.
Das Wachstum in Asien dürfte sich 2016 abschwächen.
Es bestehen weiterhin Überkapazitäten, und der Kreditzyklus
der Region ist weit fortgeschritten. Doch die regionalen
Kreditmärkte und Zahlungsbilanzen zeigen nur begrenzte
Anzeichen von Stress. Die Leitzinsen in der Region haben
­weiteren Spielraum nach unten, und aufgrund der niedri­
geren Rohstoffpreise und der Überkapazitäten dürfte die
­In­flation unter Kontrolle bleiben. Chinas Wandel von einer
­industrieorientierten zu einer dienstleistungsorientierten Wirtschaft dürfte sich fortsetzen. Dies kommt den Sparten Internet, Versicherung, Gesundheitswesen und Tourismus zugute.
Eine umfangreiche Liquidität im Inland und ein stärkerer
politischer Support dürften eine harte Landung in China
verhindern und die Stimmung in der Region stützen – trotz
der bevorstehenden Zinserhöhung der US-Notenbank und
der Stärke des US-Dollar. Wir beurteilen südasiatische Währungen wie jene Malaysias und Indonesiens mit Vorsicht.
Südasien ist einer Abschwächung des Kreditmarkts besonders ausgesetzt, doch wir erwarten, dass eine expansive
Politik eine allmähliche Abschwächung des Kreditzyklus
abfedern wird. Wir beurteilen auch die Dynamik regionaler
Reformen positiv, insbesondere in Singapur, Indien und
China. Die Bewertungen in Indien widerspiegeln die Reformen, jene in China und Singapur indes weniger.
Bei asiatischen Aktien ist eine Neubewertung möglich, da
die Unternehmen höhere Cashflows generieren und sich
die Gewinne entsprechend erholen. Zu dieser Entwicklung
tragen eine grössere Kapitaldisziplin und bessere Renditen
auf Aktiven bei. Dies ist auch für das asiatische Kredit­
segment ein gutes Zeichen, obschon hier im Vergleich zu
Aktien mit begrenzteren Erträgen zu rechnen ist.
Am Anfang des vierten Quartals legten Schwellenländer­
anlagen von ihren Tiefständen kräftig zu. Für positive
­Impulse sorgen Anzeichen für eine Stabilisierung in China,
die Verbesserung der Frühindikatoren in mehreren Schwellenländern, die Verschiebung der Zinserhöhung durch die
US-Notenbank und die expansive Geldpolitik in Europa und
Japan. Die niedrigen Bewertungen und die sehr negative
Stimmung gegenüber den Schwellenländern könnten Spielraum für eine Erholung bieten.
Die Anleger müssen geduldig sein. Die Entwicklung in
­China sollten sie aufgrund der Bedeutung des Landes für
andere Schwellenländer und den Rohstoffsektor genau
im Auge behalten. Ein moderater, kontrollierter Abschwung würde die Angst vor einem raschen Rückgang
des Yuan – ein bedeutendes Extremrisiko für die Wäh­
rungen der Schwellenländer – mindern. Die reichlich vorhandene Liquidität stützt zwar die Schwellenländer. Die
niedrigen globalen Zinssätze spiegeln aber auch die grossen Sorgen um das globale Wachstum.
Wir glauben, dass eine ausgewogenere Positionierung mit
einer neutralen anstelle einer untergewichteten Position
in Aktien der Schwellenländer in globalen Portfolios angemessen ist.
Die Heterogenität der Schwellenländer ist heute ausgeprägter denn je. Anleger, die in den Schwellenländern
­sorgfältig nach Anlagen und Ländern diversifizieren, können ihre Renditen im Jahr 2016 steigern.
ubs.com/houseview
9
Welt im Wandel
Schweiz
Ultra High Net Worth
Daniel Kalt
Simon Smiles
Als die Schweizerische Nationalbank (SNB) am 15. Januar
2015 den Mindestwechselkurs für den Schweizer Franken
gegenüber dem Euro aufhob, mussten Schweizer Anleger
auf leidvolle Weise erfahren, wie sehr eine Bevorzugung
des Heimmarkts einem Anlageportfolio schaden kann.
Der Schweizer Aktienmarkt verlor innert zweier Tage 14%,
­derweil US-amerikanische und europäische Aktien zulegten. Ein global diversifiziertes Portfolio zu halten und
die Währungsrisiken abzusichern ist also für ein langfristig
erfolgreiches Portfoliomanagement überaus wichtig.
Sehr wohlhabende Privatanleger (UHNW) haben Vorteile
gegenüber anderen Arten von Anlegern – sie können
­Illiquidität in Kauf nehmen, Anlagen global streuen und
­haben im Gegensatz zu professionellen Anlageverwaltern
nicht mit Problemen zu kämpfen, die aus einer Funktion
als Vertreter des Anlegers resultieren. Aus diesen Vorteilen
ergaben sich im Jahr 2015 Anlagemöglichkeiten, und für
2016 ist mit einer ähnlichen Situation zu rechnen.
Head of Swiss Investment Office
Die nächste Herausforderung folgte in Gestalt negativer
Geldmarkt- und Anleihenrenditen. Als die SNB die drei­
monatigen Libor-Zinsen auf –0,75% drückte, bewegte sich
die gesamte Renditekurve für CHF-Staatsanleihen in den
negativen Bereich. Konservative Anleihenanleger könnten
sich noch geraume Zeit mit diesem Niedrig- oder gar Negativzinsumfeld konfrontiert sehen, da die EZB die Zinsen
durch ihr quantiatives Lockerungsprogramm weiter drückt.
Wo sollten Schweizer Anleger also investieren? Wenn die
Risikotoleranz dies zulässt, raten wir, einen Teil in Aktien zu
investieren und breit über die globalen Märkte zu streuen.
Das Gewinnwachstum dürfte ordentlich sein, da sich die
zugrunde liegende Konjunkturerholung in Europa und den
USA fortsetzt und die Wachstumsverlangsamung in den
Schwellenländern wieder in eine allmähliche Beschleunigung mündet. Bei Schweizer Aktien finden wir wegen der
soliden Bilanzen und des überdurchschnittlichen organischen Wachstums das Mid-Cap-Segment interessant.
­Ausserdem weisen wir auf Schweizer Dividendentitel hin,
die das Potenzial für einkommensteuerfreie Ausschüttungen besitzen. Alternative Anlageklassen bieten ebenfalls
eine Möglichkeit, den negativen Anleihenrenditen aus dem
Weg zu gehen. Hedge Funds haben sich als zuverlässige
Renditequellen erwiesen und weisen gute Merkmale für
die Diversifikation des Portfolios auf.
Da wir mit einem schwierigen Jahr 2016 rechnen, sollten
insbesondere Schweizer Anleger die Vorteile eines
­global diversifizierten, währungsabgesicherten Portfolios
berücksichtigen.
10
UBS House View – Year Ahead 2016
Head of UHNW & Alternatives
Die Zentralbanken hielten die Renditen im Jahr 2015 erneut
niedrig. Besonders hilfreich war dabei, dass UHNWs Illiquidität in Kauf nehmen können, denn sie erzielten zusätzliche
Renditen, indem sie sowohl in Senior Loans in den USA
und Europa investierten als auch die noch höheren Illiquiditätsprämien von Privatanlagen einnahmen.
UHNWs nutzten zudem 2015 wirkungsvoll ihr unbeschränktes globales Anlagemandat. Aktienmarktübergreifende
­Absicherungen sind ein Beispiel. Als das beträchtliche Emissionsvolumen strukturierter Produkte in Asien die Märkte
für Aktienoptionen verzerrte, nutzten einige ­UHNW ohne
Beschränkungen dies aus, indem sie globale Portfolios
mit relativ günstigen Puts auf den asiatischen Aktienmarkt
absicherten. Während der Verkaufswelle im zweiten
­Halbjahr 2015 erzielten diese UHNW-Anleger dadurch
­beachtliche Gewinne.
Wir glauben, dass UHNW-Anleger 2016 weiterhin von
­Anlagevorteilen gegenüber professionellen und privaten
Anlegern profitieren werden. Da grosse Finanzinstitute
durch strengere Vorschriften nur begrenztere Risiken ein­
gehen können, bieten sich hohe Risikoprämien, die flexible
UHNW-Anleger einnehmen können. Wenn das Auseinanderdriften der Geldpolitik der Zentralbanken an den Finanzmärkten für Volatilität sorgt, die eine Reaktion im Ver­
halten von professionellen Anlegern hervorruft, etwa eine
durch das Karriererisiko bedingte Risikoabneigung, ergeben
sich für unbeschränkte UHNW-Anleger weitere Möglich­
keiten. Die langfristigen Perspektiven im Bereich der Onkologie, in der die Wissenschaft intensiv nach einer Heilung
für Krebs forscht, eröffnen ebenfalls Chancen, die sich für
UHNW-Anleger eignen.
2015
Januar
1 Fr.
1
20
2015
Die Schweizerische Nationalbank rückte von ihrer
Politik ab, den Wert des Schweizer Franken
gegenüber dem Euro nach oben zu begrenzen.
EUR0
2015
Die Europäische Zentralbank kündigte ein
quantitatives Lockerungsprogramm im Volumen
von EUR 60 Mrd. pro Monat an – der Euro sank
auf den tiefsten Stand seit über zehn Jahren.
€60mrd.
€60mrd.
April
n
he
lei en
Annleih
A
n
he
lei en
Annleih
A
n
he
lei en
Annleih
A
An den Anleihenmärkten kam es aufgrund der
Aussicht auf höhere US-Zinssätze und Anzeichen
für ein kräftigeres Wachstum in der Eurozone zu
Anleihenmärkte massiven Verkäufen. Unsere Umfrageergebnisse
stimmen für 2016 nicht optimistisch, erwarten
doch zwei Drittel der Befragten enttäuschende
Anleihenrenditen.
150%
Anleihenerträge
2016
Anleihen
enttäuschen
66.6%
Juni
Nach einer Rendite von fast 150% in den vorherigen zwölf Monaten erreichte der chinesische
Aktienmarkt den Höhepunkt. Seitdem hat er ein
Drittel seines Werts verloren.
In zwölf
Monaten
erreicht
Juni 2015
Juli
«Grexit» war ständig in aller Munde.
August
CNY
China gestattete dem Yuan, um 3% abzuwerten,
was die Angst vor einem Währungskrieg weckte.
3%
Drittes Quartal
2011
2015
Globale Aktien erlitten den höchsten Quartalsverlust
seit 2011. Die US-Notenbank liess ihre Zinssätze
daraufhin unverändert.
September/Oktober
Aktien 3Q
Die Flüchtlingskrise stellt die europäische Einheit auf
eine harte Probe.
November
Eine Serie von Terroranschlägen wirft Fragen zur
globalen Sicherheit auf.
?
2016
Februar
>60%
unter 6%
Das chinesische Jahr des Affen beginnt. Der Optimismus, der
im Jahr des Affen Geborenen nachgesagt wird, wurde von
den Teilnehmern unserer Umfrage nicht geteilt: mehr als
60% erwarten weniger als 6% Wachstum.
Chinas harte
Landung
Ein Drittel der Personen in unserem Industry Leaders Network
sagt, eine harte Landung in China würde starke oder sehr
starke Auswirkungen haben, ein Drittel erwartet geringe bis
gar keine Auswirkungen.
März
Ostern steht im christlichen Kalender für Wiedergeburt.
Nach einem vierjährigen Rückgang erwarten die Teilnehmer
unserer Umfrage eine Wiedergeburt für Rohstoffe: vor allem
von dieser Anlageklasse erwarten sie für 2016 positive
Überraschungen.
Juni
Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die Fussball-Europameisterschaft in Frankreich. 44% erwarten, dass Deutschland den
Titel gewinnt. 6% zählen auf England.
2016
Rohstoff
2016
Fussballeuropameister
Deutschland
44%
England
6%
Juli
Brasilien wird sich 2016 unseres Erachtens in der Rezession
befinden, erinnern wird man sich an dieses Jahr wahrscheinlich aber eher wegen der ersten Olympischen Spiele
in dem Land. 75% der Umfrageteilnehmer rechnen damit,
dass Usain Bolt zum 3. Mal in Folge Olympisches Gold über
100 m gewinnen wird.
Oktober
1929 1987 2008
Starke oder
sehr starke
Auswirkungen
Geringe oder
keine
Auswirkungen.
Nach den Crashs im Oktober 1929, 1987 und 2008 ein
gefürchteter Monat für die Aktienmärkte. Fast zwei Drittel
der Befragten glauben, dass die grössten Risiken 2016 von
den Schwellenländern ausgehen werden.
Olympische
Goldmedaille
über 100m
Usain Bolt
75%
Grösstes
Risiko 2016
Schwellenländer
November
Hillary
Clinton
60%
Mehr als 60% der Befragten erwarten, dass Hillary Clinton
US-Präsidentin wird. Allerdings glauben 79% der Personen
in unserem Industry Leaders Network, dass der Ausgang
der US-Präsidentschaftswahl nur geringe bis keine Auswirkungen auf ihr Geschäft im Jahr 2016 haben wird.
Dezember
Die Mehrzahl unserer Kunden erwartet der Umfrage
zufolge für 2016 eine Rendite von 0% bis 5% für ausgewogene Portfolios.
Auswirkungen
auf die
Unternehmen
Keine oder
geringe
Auswirkungen
Rendite
ausgewogener
Portfolios
Wir fragten 828 UBS-Mitarbeitende nach ihren Prognosen für das kommende Jahr.
Unser Industry Leaders Network ist ein UBS-eigenes Netzwerk von UBS-Kunden, die
Unternehmer oder Führungskräfte in zyklischen Branchen sind.
0–5%
Sechs Fragen
für 2016
Kiran Ganesh, Editor-in-chief
Christopher Swann, cross-asset strategist
14
UBS House View – Year Ahead 2016
Die Welt ist im Wandel. Um erfolgreich
anzulegen, muss man die richtigen Fragen
stellen. Wir versuchen hier, die «6 für
2016» zu identifizieren, also sechs entscheidende Fragen, deren Beantwortung den
Erfolg an den Finanzmärkten massgeblich
beeinflussen könnte.
Abbildung 1
Weiteres Potenzial, sogar nach dem langen Anstieg
S&P 500, logarithmisch, umbasiert
0
19
92
19
94
19
96
19
98
20
00
20
02
20
04
20
06
20
08
20
10
20
12
20
14
19
8
19
9
6
8
19
8
2
19
8
Markierte das Jahr 2015
den Höhepunkt im Zyklus
für risikoreiche Anlagen?
19
8
1
4
2,4
2,2
2.0
1,8
1,6
1,4
1,2
1,0
0,8
Quellen: Bloomberg, UBS, Daten per 13. November 2015
Globale Aktien und Hochzinsan­leihen notieren immer noch
unter ihren Hochständen des Jahres 2015. Liegt gerade
erst ein Teil einer Korrektur hinter uns oder markierte das
Jahr 2015 den ­Ü bergang zu einer Baisse?
In Kürze: Nein. An der Schwelle zum
Jahr 2016 sind wir in Aktien über­
gewichtet.
Keine Hausse währt ewig. Im Laufe
des Jahres 2015 wuchs die Angst,
dass dem Aufschwung seit Ende der
Finanzkrise allmählich die Puste ausgeht. Die Dauer der Rally weckt den
Verdacht, dass ein Rückgang über­
fällig sein könnte: US-Aktien steigen
seit nunmehr sieben Jahren in Folge.
Im August und September erschütterte die Besorgnis über China das Vertrauen, obgleich das Wachstum den
offiziellen Daten zufolge im Rahmen
der Erwartungen liegt.
Dennoch scheint heute keiner der
Faktoren vorzuliegen, die traditionell
für eine Baisse sprechen:
Wirtschaftliche Rezession? Nein.
Das Wachstum der Weltwirtschaft
enttäuschte die Erwartungen. Doch
es war nur geringfügig schwächer
als prognostiziert (+3,1% im Vergleich
zu ursprünglich erwarteten +3,5%).
Für 2016 rechnen wir mit einer moderaten Beschleunigung von 3,1% auf
3,4%, die von einer Stabilisierung in
den Schwellenländern (auch wenn
sich China weiter abschwächt) und
­einem leichten Anstieg der Konsumausgaben in den wichtigsten Indus­
trieländern getragen wird.
Rückgang der Unternehmens­
gewinne? Nein. Die Gewinne in
den USA litten 2015 unter einem starken US-Dollar und den Belastungen
für Energieunternehmen wegen der
niedrigen Öl- und Gaspreise. Diese
nega­tiven Faktoren dürften 2016 an
Wirkung verlieren. Wir rechnen im
Jahresverlauf nämlich mit einem
schwächeren US-Dollar und höheren
Ölpreisen. Und die Konsumausgaben
entwickeln sich weiter robust. Wir
erwarten ein Gewinnwachstum von
6% bis 10%. In der Eurozone und
­Japan dürften die Belebung des
Wachstums und die extrem lockere
Geldpolitik die Gewinne stützen, derweil das stabilere Wirtschaftswachstum und stabilere Rohstoffpreise die
Probleme der Schwellenländer lindern.
Aggressive Zinserhöhungen der
Zentralbanken? Nein. Die US-Notenbank und die Bank of England dürften ihre Zinssätze nur allmählich anheben. Beide haben 2015 gezeigt, dass
sie sehr genau auf das wirtschaftliche
Umfeld achten. Auch wenn die Infla­
tion 2016 steigt, werden die Zentralbanken darauf angesichts der starken
strukturellen deflatorischen Kräfte
kaum aggressiv reagieren.
Bewertungsblasen? Nein. Der
MSCI All Country World Index ist mit
­einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf
­Basis der realisierten Gewinne von
16,6 bewertet im Vergleich zum lang­
fris­tigen Durchschnitt von 17,6. Das
ist zwar e­ twas teuer, doch sind die
­Be­wer­tungen weit günstiger, als es bei
einem bewertungsbedingten Aus­
verkauf normalerweise der Fall ist. Die
Indexbewertung erreichte im Jahr
2000 bei 30,6 den Höhepunkt.
Die in nächster Zeit veröffentlichten
Daten werden wir weiterhin sehr
­genau beobachten. Rezessionen sind
schwierig vorherzusagen, und die
­Unternehmensgewinne könnten unter
sinkenden Gewinnmargen leiden,
­besonders in den USA, wenn sich das
Lohnwachstum beschleunigt. Auch
ein kräftiger Anstieg der Rohstoffpreise
könnte ausreichen, um die Zentral­
banken zum Handeln zu zwingen. Das
sind jedoch eher Extremrisiken als
konkrete Prognosen.
Fazit: Kurz vor Beginn des Jahres
2016 sind wir in Aktien übergewichtet
und legen den Schwerpunkt auf
die Märkte der Eurozone und Japans.
ubs.com/houseview
15
Sechs Fragen für 2016
Abbildung 2
Kommt die Zinswende oder doch nicht?
Der Markt ist wegen des Zinsentscheids verunsichert
Quellen: Bloomberg, UBS, Daten per 13. November 2015
Die geldpolitischen Kurse dürften auseinanderdriften.
Die Fed dürfte die Zinsen anheben, während die EZB und
die Bank of Japan auf eine weitere Lockerung zusteuern.
In Kürze: Generell dürften die
Zentral­banken 2016 im Zweifel eher
einen zu lockeren Kurs verfolgen
Im vergangenen Jahr trug unsere
Publikation Year Ahead den Titel «Die
Welt driftet auseinander», was unter
anderem an unserer Erwartung lag,
dass die Geldpolitik im Jahr 2015
­divergieren würde. Wir rechneten
einerseits mit höheren Zinssätzen in
­Grossbritannien und den USA und
­an­­dererseits mit einer quantitativen
Lockerung in der Eurozone und Japan.
Doch die Politik der Zentralbanken
war im Jahr 2015 alles andere als vorher­
sagbar. Wie können wir nun an der
Schwelle zum Jahr 2016 die Haltung der
Zentralbanken effektiver abschätzen?
techniken und neue Technologien,
die für eine bessere Preistransparenz
sorgen. Diesen Kräften entgegen­
zuwirken und Inflation herbeizuführen ist nicht einfach, aber in einer
Welt mit hohen nominalen Schulden
werden die Zentralbanken versuchen, eine Deflationsspirale zu verhindern.
• In den USA und Grossbritannien
sind die Konjunkturdaten ordentlich
und die Arbeitslosigkeit ist niedrig.
Wir erwarten, dass die Fed und die
Bank of England (BoE) die Zins­
sätze im Dezember 2015 beziehungsweise im Mai 2016 anheben werden. Allerdings stellen wir auch fest,
dass keine der beiden Zentralbanken unbedingt handeln muss, solange die Lohninflation so gering ist.
Wir müssen folgende Punkte bedenken:
• Die Zentralbanken wollen eine Deflation verhindern. Seit der Finanz­
krise ist die Welt mit vier deflatorischen Kräften konfrontiert:
Schulden­abbau im Bankensektor,
Über­angebot in der chinesischen
Industrie, Einsatz neuer Ölförder-
16
UBS House View – Year Ahead 2016
• Die Zentralbanken müssen nicht den
Erwartungen des Marktes gerecht
werden. 2015 zeigte sich, dass die
aktuellen Zentralbankchefs nicht
nach der Pfeife der Märkte tanzen.
Die Fed überraschte die Märkte, als
sie die Zinssätze im September unverändert liess, die EZB kündigte im
April und Mai keine neuen Mass­
nahmen an, um den nachgebenden
Anleihenmarkt zu stützen, und
die Bank of Japan hat ihr Lockerungsprogramm nicht aufgestockt, obgleich Japans Wirtschaft enttäuschte.
Unser Basisszenario geht davon aus,
dass die Fed die Zinsen bis Ende
2016 auf 1,25% bis 1,50% anheben,
die EZB ihr quantitatives Lockerungs­
programm über den September 2016
hinaus verlängern und die BoE die
Zinssätze ab Mai 2016 erhöhen wird.
Doch die Lehren des Jahres 2015 legen
es nahe, alle diese Prognosen mit Vorsicht zu geniessen.
Fazit: Wir müssen uns auf ein Jahr mit
Überraschungen seitens der Zentralbanken, auf deflatorische Kräfte und
wenige Anzeichen für eine nennenswerte Lohninflation einstellen. Und
wir sollten darauf gefasst sein, dass
die Zentralbanken im Zweifel eher
eine lockerere Geldpolitik verfolgen
werden.
v. 1
5
No
t. 1
5
Ok
15
p.
15
g.
Au
Se
i1
5
Jul
i1
5
Jun
i1
5
Ma
15
Ap
r il
15
rz
Mä
F eb
.1
5
.1
5
Wo stehen wir aktuell in
der Geldpolitik?
Implizierte Wahrscheinlichkeit der
Fed Fund Futures, dass die Zinsen
Ende 2016 unter 1% liegen
Jan
2
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
Abbildung 3
Langsamer, aber das ist alles
Quelle: UBS, Daten per 13. November 2015
Eine ungeordnete Krise in China ist nicht unser
­Basis­szenario, zählt aber zu den potenziellen
­Extremrisiken für die Finanzmärkte im Jahr 2016.
In Kürze: Jein. Das Land kann den
Abschwung nicht stoppen, sollte
­grössere Verwerfungen indes verhindern können.
China hat eine Menge Probleme:
• Die Verschuldung ist zu hoch, und
das Wachstum ist zu stark auf Kredite angewiesen. Die Gesamtkreditvergabe ist bis 2015 auf rund 250%
des BIP angewachsen, nach rund
150% im Jahr 2008. Wir schätzen,
dass 14% des Gesamt-BIP für Zinszahlungen an Gläubiger aufgewendet werden müssen. Angesichts
des sich verlangsamenden nominalen Wachstums wird der Schuldendienst zu einer immer grösseren
­Herausforderung für chinesische
­Unternehmen, die auf Basis der Verschuldungsquote (Verhältnis Schulden/BIP) bereits zu den am stärksten überschuldeten weltweit zählen.
• Am Immobilienmarkt herrscht ein
gewaltiges Überangebot. Falls der
Hausabsatz kräftig bleibt, wird die
Immobilienschwemme im nächsten
Jahr abgebaut, und die Bauinves­
titionen werden sich erholen. Falls
nicht, werden die Hauspreise und
das Konsumentenvertrauen weiter
nachgeben, und Bauunternehmen
werden in finanzielle Schwierig­
keiten geraten. Darüber hinaus ist
auch Chinas Finanzsektor der Immobilienentwicklung in hohem Masse
ausgesetzt.
• Aufgrund kurzfristiger Stimulierungsmassnahmen zur Wachstumsförderung bestehen in China Überkapazitäten in der Industrie. Das führt
zu drei wesentlichen Problemen:
a) ein grosser Teil des Fertigungs­
sektors ist unrentabel und braucht
mehr staatliche Gelder, um den
­Betrieb aufrechtzuerhalten, b) Chinas
Erwerbsbevölkerung ist zu einem
zu grossen Teil in diesen unrentablen
Industrien tätig und muss umgeschult werden, c) durch die Über­
kapazitäten in der Industrie können
effizientere Lösungen nicht Fuss
­fassen.
In nächster Zeit muss China neue
Wachstumsmotoren finden. Wenn das
Land bloss Immobilien und die Indus­
trie fördert, wird dies immer höhere Schulden zur Folge haben. Die alten
Industrien benötigen Hilfe bei der
­Anpassung: China kann sich Massenarbeitslosigkeit und eine Krise im
­Bankensektor nicht leisten.
Mag es auch unheilvoll klingen, so
glauben wir doch, dass Chinas Regierung eine gute Chance hat, diesen
Prozess zu bewältigen. Wir erwarten,
dass sich das Wachstum 2016 auf
6,2% abschwächt, nach 6,9% in diesem Jahr. Zu beachten ist jedoch,
dass das Wachstum trotz der erwähnten Bedenken (die auch wir vor einem
Jahr hatten) im Jahr 2015 in der Tat
unsere Erwartungen übertroffen hat.
Die chinesischen Behörden haben den
Vorteil, dass das Bankensystem staatlich kontrolliert ist. In einer Marktwirtschaft folgt auf einen Investitionsboom in der Regel eine Konkurswelle,
mit Folgen auf das Konsumenten­
vertrauen, das Geschäftsklima und die
allgemeinen Kreditvergabestandards.
China kann Unternehmen, die in eine
Schieflage geraten sind, mit billigen
Krediten unterstützen und dadurch
Unternehmenspleiten abwenden und
Verwerfungen verhindern.
Ausserdem verfügt Chinas Regierung –
bei Devisenreserven in Höhe von USD
3,5 Bio. und einer Verschuldungsquote
von nur 40% des BIP – über die Mittel,
um das Finanzsystem zu stützen. Dadurch sinkt die Gefahr eines Ereignisses
wie der Lehman-Pleite, das eine Ansteckungswelle auslösen könnte.
Fazit: Kurzum, wir erwarten, dass
sich die Konjunktur in China verlangsamt, rechnen aber nicht mit be­
deutenden Störungen für risikoreiche
Anlagen. Wir sind für das Jahr 2016
in Aktien übergewichtet. Vor Kurzem
haben wir die Aktien der Schwellenländer auf neutral heraufgestuft sowie
chinesische Aktien in einem Port­
folio mit Schwerpunkt Asien über­
gewichtet.
ubs.com/houseview
17
2017
2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
Bekommt China den
Abschwung in den Griff?
2005
3
2004
16
14
12
10
8
6
4
2
0
2003
BIP-Wachstum in China und Prognose (%, J/J)
Sechs Fragen für 2016
Abbildung 4
Die dunkle Zeit vor der Morgendämmerung?
Performance von MSCI EM in Bezug auf MSCI World (umbasiert)
0
–10
–20
–30
–40
4
–50
–60
Nähert sich der Abschwung
in den Schwellenländern
und an den Rohstoff­
märkten dem Tiefpunkt?
–70
2010
Das Jahr 2016 könnte die Antwort liefern. Die Schwellenländer haben seit
2010 einen grossen Teil ihres Glanzes
verloren. Die Aktienmärkte sind in diesem Zeitraum fast 60% hinter denen
der Industrieländer zurückgeblieben,
und das BIP-Wachstum hat sich mehr
als halbiert. Die Begeisterung der
­Anleger verflüchtigte sich, und es floss
auch einheimisches Kapital aus den
Schwellenländern ab. Diesen drohte
2015 deshalb der erste Nettokapital­
abfluss seit 27 Jahren, wie das Institute
for International Finance feststellt.
Angesichts des Abschwungs in China,
des starken Rückgangs der Rohstoffpreise sowie der politischen und wirtschaftlichen Krisen in Russland und
Brasilien bewegen sich die Bewertungen der Aktien der Schwellenländer
im Bereich ihrer tiefsten Stände seit
2008. Zudem hat die extreme Währungsschwäche im Jahr 2015 die
­Wettbewerbsfähigkeit im Aussen­
handel verbessert.
Ob das Jahr 2016 tatsächlich einen
Wendepunkt markiert, wird von mehreren Faktoren abhängen.
18
UBS House View – Year Ahead 2016
2012
2013
2014
Quellen: Bloomberg, UBS, Daten per 13. November 2015
Nach einer steten Underperformance gegenüber den Industrieländern und angesichts der schweren Rezession in Brasilien
und Russland herrschte in den Schwellenländern im Jahr
2015 zuweilen Untergangsstimmung. Ist dies das Dunkel vor
der Morgendämmerung?
In Kürze: Ja. Ein neuer Schwellenländer-Hype ist indes unwahrscheinlich.
2011
• Vermeidung einer harten Landung in China: Gelingt es Chinas
Regierung, eine allmähliche Ver­
langsamung zu bewerkstelligen,
wird das Vertrauen in die Schwellenländer insgesamt davon profitieren.
China macht 24% des MSCI EM
­Index aus. Das Land ist zudem der
wichtigste Exportmarkt für Brasilien
und Malaysia und der zweitgrösste
Kunde für russische Unternehmen.
• Rückkehr zum Gewinnwachstum:
Die Unternehmensgewinne in den
Schwellenländern sind seit 2011
in US-Dollar um 26% und in Lokalwährungen um 2% gesunken.
­Wegen der schwierigen Marktlage
versuchen viele Unternehmen auf
Kosten ihrer Gewinne oder Gewinnmargen ihre Marktanteile zu verteidigen. Ein Anstieg der Gewinne und
Margen wäre ein klarer Beleg, dass
für Anleger in den Schwellenländern
das Schlimmste vorüber ist.
• Moderate Zinsstraffung durch
die US-Notenbank: Die Unter­
nehmen der Schwellenländer haben
ihre Verschuldung rasch erhöht,
und dürften bei einem Zinsanstieg
in den USA anfälliger sein. Nach
­Berechnungen des Internationalen
Währungsfonds ist die Schuldenlast
auf USD 18 Bio. gestiegen – das
Vier­fache von 2004.
• Stabilisierung der Rohstoffpreise:
Die grössten Schwellenländer,
­darunter Nettoimporteure wie China
und Indien, profitieren zwar von
niedrigeren Rohstoffpreisen, doch
viele Entwicklungsländer sind in
­hohem Masse auf Rohstoffexporte
angewiesen. Länder wie Brasilien,
Russland, Indonesien und Südafrika
werden durch die stark gesunkenen
Rohstoffpreise belastet.
Alle genannten Punkte stehen mit
­unserem Basisszenario im Einklang.
Für China erwarten wir eine Verlangsamung, aber keine harte Landung.
Für die Unternehmen in den Schwellenländern rechnen wir mit 2% bis
6% Gewinnwachstum. Wir glauben,
dass sich die Rohstoffpreise im Jahr
2016 insgesamt nach oben bewegen
werden. Das lässt vermuten, dass das
Schlimmste vorüber ist.
Doch es gibt nach wie vor Heraus­
forderungen. So müssen Wachstums­
treiber gefunden und die Schulden
im Privatsektor abgebaut werden.
Die Schwellenländer haben also wahrscheinlich das Schlimmste hinter sich,
eine Wiederholung der überschwänglichen Begeisterung für die BRIC-­
Staaten – Brasilien, Russland, Indone­
sien und China – wie in der Mitte
der 2000er-Jahre erwarten wir nicht.
Fazit: Unsere Einschätzung zu Aktien
der Schwellenländer haben wir kürzlich von einer Untergewichtung auf
neutral heraufgestuft, um die besseren Aussichten zu reflektieren.
Abbildung 5
Die Energiepreise werden allmählich zur Inflation
beitragen
Veränderung des Ölpreises zum Vorjahr, angenommene Terminpreise, in %
20
10
–0
–10
–20
5
–30
–40
Ist 2016 das Jahr, in dem
die Inflation zurückkehrt?
–50
–60
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
Quellen: Bloomberg, UBS, Daten per 13. November 2015
Schuldenabbau im Bankensektor, Einbruch der Rohstoff­
preise, technologischer Wandel, Über­a ngebot, säkulare
Stagnation – die Gründe sind zahlreich. Fakt ist aber, dass es
seit der Finanz­k rise trotz der Bemühungen der Zentral­
banken keine Inflation mehr gibt. Wird die Inflation im
Jahr 2016 zulegen?
In Kürze: Wahrscheinlich. Aber das
ändert wahrscheinlich auch nichts.
Die Hyperinflation ist ausgeblieben,
die einige Ökonomen befürchteten,
als die Zentralbanken nach der Finanzkrise von 2008 immer neues Geld
druckten. Stattdessen ist die Teuerung
beständig unter die offiziellen Ziel­
marken gesunken. Drei Viertel der 34
OECD-Länder weisen Ende 2015 eine
Inflation von 1% oder weniger auf.
Zehn OECD-Länder verzeichnen (Stand
August) sogar sinkende Preise. Das Inflationsziel der meisten Industrieländer
liegt im Vergleich dazu bei 2%.
Wir glauben, dass sich die Inflation
2016 wieder auf normaleren Niveaus
bewegen dürfte, besonders wenn
die Ölpreise nicht weiter sinken. Die
niedrigeren Ölpreise werden die
­Gesamtrate der Konsumentenpreis­
inflation ab Januar 2016 fortlaufend
weniger belasten. In der Kerninfla­
tionsrate ist der Faktor Energie zwar
theoretisch nicht enthalten, jedoch
können sich starke Bewegungen der
Ölpreise dennoch auf fast alle Preise
auswirken, zählen sie doch zu
den Faktorkosten für ein sehr breites
Spektrum von Waren. Wenn der
­Effekt der Energiepreise schwindet,
dürfte die Inflation steigen.
Insgesamt erwarten wir, dass die Inflation 2016 in den USA auf 1,6% (von
0,2%) und in der Eurozone auf 1,0%
(von 0,1%) steigen wird.
Ein leichter Anstieg der Inflation wäre
willkommen, hilft er doch, die Defla­
tionsgefahr zu mindern. Was für die
Anlagenpreise jedoch am meisten
zählt, ist die Reaktion der Zentral­
banken. Theoretisch sollten die Zentralbanken auf eine höhere Gesamt­
infla­tion mit einer Straffung der
Geldpolitik reagieren. In der Realität
neigen die meisten geldpolitischen
Entscheidungsträger jedoch dazu,
über den Effekt der veränderlichen
Energiekosten hinwegzusehen, wie sie
es bei früheren Ölpreiserhöhungen
wie im Jahr 2011 taten.
die Märkte einen Grund haben, sich
über die Aussichten für die Margen
der Unternehmen zu sorgen.
Doch angesichts des relativ grossen
Anteils der Unterbeschäftigten und
Teilzeitkräfte, die wieder auf den
Arbeitsmarkt drängen könnten, und
des Umstands, dass sich die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer in den
letzten Jahren zugunsten der Arbeit­
geber verschlechtert hat, scheint eine
bedeutende Lohn-Preis-Spirale noch
Zukunftsmusik zu sein.
Fazit: Insgesamt glauben wir zwar,
dass die Inflation 2016 höher tendieren
wird, jedoch dürfte dieser Anstieg
in erster Linie durch die Energiepreise
angetrieben werden. Dies gibt daher
nur wenig Anlass zur Beunruhigung.
Problematischer für die Märkte als ein
energiepreisbedingter Anstieg der
­Inflationsraten wäre ein Anstieg der
Preise infolge höherer Lohnabschlüsse.
Am wahrscheinlichsten ist ein Lohn­
anstieg in den USA oder Grossbritannien, wo die Arbeitslosenquote niedrig genug ist, damit die Arbeitnehmer
allmählich höhere Löhne fordern können. Sollte das geschehen, könnten
ubs.com/houseview
19
Sechs Fragen für 2016
Abbildung 6
Der Aufstieg der Randparteien
Europäische Parlamentswahlen, Stimmanteile, %
6
Schwedische Demokraten
Wird die Politik 2016
Einfluss auf die Märkte
haben?
Die US-Präsidentschaftswahl, ein möglicher
Brexit, die Flüchtlingskrise in der EU und die
Wirtschaftskrise in den Schwellenländern.
Politiker und Wähler werden 2016 in der Welt
im Wandel eine bedeutende Rolle spielen.
Werden unschöne politische Überraschungen
im Jahr 2016 das Wirtschaftswachstum
gefährden?
In Kürze: Ja, aber wir erwarten keine
langfristigen Auswirkungen auf Volkswirtschaften oder Märkte.
Folgende Punkte dürften für potenzielle Dramen sorgen:
Politiker der grossen Parteien verlieren an Boden: Die Gegenkandi­
daten der etablierten Politiker sind bei
den Vorwahlen der Republikaner und
der Demokraten im Vorfeld der USWahlen im November ernst zu nehmende Herausforderer. In Europa sind
extremere Parteien in Frankreich, Ita­
lien und Spanien auf dem Vormarsch.
Das Reformtempo könnte sich dadurch
weiter verringern. Ähnliche Gefahren
bestehen in den Schwellenländern,
wo die sinkenden Rohstoffpreise für
Spannungen in vielen politischen
­Systemen gesorgt haben. Die Anleger
werden auch sehr aufmerksam auf
Anzeichen für eine Verschärfung der
politischen Krise in Brasilien achten.
Zuwanderungsgegner sorgen
­weiter für Unruhe: Die Flüchtlingswelle aus dem Nahen Osten verstärkt
die politische Angst in Europa. Bundeskanzlerin Angela Merkels Bekenntnis
zu offenen Grenzen lässt die ­Gefahr
ihrer Ablösung wachsen. Ende 2015
wählte Polen eine Regierung, die gegen Zuwanderung ist, und auch in
­Dänemark, der Schweiz, den Niederlanden und Belgien ist die politische
Rechte im Aufwind.
20
UBS House View – Year Ahead 2016
Alternative für Deutschland
Goldene Morgenröte (Griechenland)
Die Finnen (Finnland)
Partei für die Freiheit (Niederlande)
Dänische Volkspartei
Nationale Front (Frankreich)
Freiheitliche Partei Österreichs
UKIP (Grossbritannien)
0
Quelle: Wikipedia
Daten per 13. November 2015
Fragen zum Thema Sicherheit:
Nach den Terroranschlägen in Paris im
November und aufgrund der Anzeichen einer geografischen Ausbreitung
der Aktivitäten der Terrororganisation
IS steigt das Risiko, dass die Konsumentenstimmung und die Verbraucherausgaben Schaden nehmen. Die
­Haltung des Westens in Bezug auf
­Syrien ist nun ebenfalls komplexer.
Grossbritannien steuert auf einen
EU-Austritt zu: Die Stimmung gegen
Zuwanderung scheint auch die Unterstützung für die Mitgliedschaft Grossbritanniens in der Europäischen
­Union auszuhöhlen, über die 2016
oder 2017 in einem Referendum
­abge­­stimmt wird. Eine wachsende
­Unterstützung für einen Austritt
­könnte die Finanzmärkte schwer belasten – und das Vertrauen sowohl
in Grossbritannien als auch in der
­Eurozone beschädigen. Ohne Grossbritannien würde es wahrschein­
licher, dass sich die EU von einer
marktfreundlichen Politik entfernt.
Bedenken rund um das Ende der
Abenomics: Japans reformfreudiger
Ministerpräsident Shinzo Abe könnte
bei den Parlamentswahlen, die etwa
für Juli 2016 erwartet werden, einen
Dämpfer erhalten. Eine Mehrheit
im Oberhaus ist dringend notwendig,
um sicherzustellen, dass die von ihm
versprochenen Strukturreformen
umgesetzt werden können. Da die
5
2009
10
15
20
25
2014
Beliebtheit der Regierung Abe nach
der Verabschiedung der unpopulären
Gesetze zur nationalen Sicherheit
unter 40% gesunken ist, dürfte ein
solcher Wahlsieg alles andere als
sicher sein.
Diese Trends sind zweifellos besorgniserregend und werden im Jahr 2016
höchstwahrscheinlich an den Märkten
für Unruhe sorgen, allerdings erwar­
teten wir keine grösseren Beeinträchtigungen.
Die Verbraucher haben sich in der Vergangenheit gegenüber Terrordrohungen als erstaunlich widerstandsfähig
erwiesen. Beim US-Vorwahlkampf stehen häufig die extremsten Flügel jeder
Partei im Rampenlicht, jedoch dürften
deren Kandidaten bei der Wahl letztlich nicht gegen einen Kandidaten aus
der politischen Mitte bestehen können. Das politische Establishment in
Grossbritannien spricht sich unterdessen zunehmend für einen weiteren
Verbleib in der EU aus. Zudem hat der
EU-freundliche Premierminister David
Cameron den Vorteil, dass er den Zeitpunkt der Abstimmung wählen kann.
In den Schwellenländern schliesslich
bestehen zwar viele politische Gefahren, jedoch ist Argentiniens Abkehr
vom Populismus ein ermutigendes Zeichen, dass wirtschaftlich harte Zeiten auch dazu führen können, dass die
Wähler sich für eine marktfreundli­
chere Politik aussprechen.
Fazit: Kurzum erwarten wir nicht,
dass die politischen Ereignisse die
Märkte langfristig beeinflussen.
Wir bleiben zuversichtlich, dass sich
eine risikofreundliche Haltung aus­
zahlen wird.
30
Globaler
Konjunkturausblick
Wir erwarten, dass sich das
Wachstum 2016 belebt.
Insgesamt bleiben wir aber
bei unserer Einschätzung,
wonach die Welt im Wandel sich weiter langsam
entwickelt. Wir rechnen mit
einem Jahreswachstum von
3,4% – zum vierten Mal in
den letzten fünf Jahren.
Wachstum in unerwarteten
Bereichen
In einem Jahr, in dem die Sorgen über
einen Grexit und eine harte Landung
in China die Schlagzeilen der Finanzpresse dominierten, stellen wir fest,
dass die Wirtschaft 2015 sowohl in
China als auch in der Eurozone schneller gewachsen ist als erwartet.
China verzeichnete eine Abkühlung,
aber unsere Wachstumsprognose von
6,8% erwies sich als etwas pessimistisch: Jetzt rechnen wir mit einem
Wachstum von 6,9% im Gesamtjahr.
In der Eurozone dürfte das Wachstum
mit 1,5% die ursprüngliche Prognose
von 1,2% übertreffen.
In den USA wurden die Erwartungen
enttäuscht (2,5% gegenüber erwarteten 2,9%), hauptsächlich aufgrund des
unwirtlichen Wetters im ersten Quartal.
Im restlichen Jahr erfüllte das Wachstum unsere positiven Erwartungen.
Brian Rose, US economist, Wealth Management Americas
Ricardo Garcia, Head of Eurozone Economics
Philip Wyatt, Head of APAC Economics
Jorge Mariscal, Head of EM Investment Office
Daniel Kalt, Chief Economist Switzerland
Japan enttäuschte bitter (0,5% gegenüber erwarteten 1,2%), da die
­Wirtschaft nach der Mehrwertsteuer­
erhöhung nicht wieder in Schwung
kam. Indien übertraf die Erwartungen,
doch die neue Berechnungsmethode
für das BIP erschwert den Vergleich.
Rohstoffexportierende Länder blieben
am weitesten hinter den Prognosen
zurück. Russland und Brasilien rutsch-
ubs.com/houseview
21
Globaler Konjunkturausblick
• Eine Eskalation des Kapitalabzugs
führt zu einer Finanzkrise in den
Schwellenländern.
• Die japanische Wirtschaft reagiert
weiterhin nicht auf die Stimulationsmassnahmen.
• Ein geopolitisches Ereignis, mög­
licherweise im Zusammenhang mit
Russland und dem Nahen Osten,
untergräbt die Zuversicht.
Abbildung 7
Wachstumserwartungen 2015 – damals und heute
Welt
Russland
Indien
Italien
Brasilien
Frankreich
8
6
4
2
0
–2
–4
Deutschland
UBS-Prognose für das reale BIP-Wachstum 2015, in %
Grossbritannien
Die Verlangsamung in China wird das
globale Wachstum im Vergleich zum
Vorjahr am stärksten belasten.
• Die Rohstoffpreise sinken weiter.
Dies belastet Exportländer, während
die Konsumenten in den Import­
ländern die eingesparten Mittel
nicht ausgeben.
Japan
Unserer Meinung nach wird sich die
Belebung des globalen Wachstums
2016 etwa zur Hälfte auf die Indus­
trieländer verteilen, während die
Schwellenländer die andere Hälfte
beisteuern, insbesondere aufgrund
der anhaltenden Belebung der
­Produktion in Indien und einer Stabi­­
lisierung in Brasilien und Russland.
• In der Eurozone wird das Verbrauchervertrauen durch eine erneute
politische Krise gedämpft.
• Der chinesische Fertigungssektor
bremst drastischer ab und beeinträchtigt den Konsum. Dies führt zu
einem über Erwarten geringeren
Gesamtwachstum.
China
Die Wachstumsimpulse für 2016
dürften gleichmässiger verteilt sein
als im Jahr 2015, als die Industrie­
länder am meisten zur Beschleunigung beitrugen.
• Der Konsum und die Investitionen in
den USA werden durch höhere Zinssätze belastet.
Eurozone
Beschleunigung des Wachstums
im Jahr 2016 zu erwarten
Wir rechnen mit einer Beschleunigung
des globalen Wachstums von 3,1%
2015 auf 3,4% im Jahr 2016. Wir
glauben, dass die Weltwirtschaft mit
einem soliden aber schleppenden
Tempo dahintrotten wird. Dies könnte das vierte Jahr mit einem Wachstum von 3,4% in den letzten fünf
Jahren werden.
Wichtige Risiken für das globale
Wachstum
Als grösste Risiken für unsere Prognose
einer Beschleunigung des globalen
Wachstums im Jahr 2016 sehen wir die
folgenden Faktoren:
USA
ten statt der prognostizierten Stag­
nation in eine schwere Rezession:
In Russland dürfte die Wirtschaft um
3,7% schrumpfen und in Brasilien
um 3,0%.
November 2015
November 2014
Quelle: UBS, Daten per 13. November 2015
Abbildung 8
Die Wachstumstreiber sind gleichmässig verteilt
Beiträge zur Beschleunigung des globalen Wachstums (in Prozentpunkten)
2015
Nordamerika
Westeuropa
Japan
Brasilien
Russland
Indien
China
Andere Industrieländer
Andere Schwellenländer
2016
3,0
3,1
Quelle: UBS, Daten per 13. November 2015
22
UBS House View – Year Ahead 2016
3,2
3,3
3,4
3,5
Regionen
US-Nachfrage steigt
Wir erwarten, dass sich das Wachstum
in den USA im Jahr 2016 von 2,5%
auf 2,8% beschleunigt.
Die Verbrauchernachfrage wird durch
die bessere Lage am Arbeitsmarkt,
das stärkere Kreditwachstum, positive
Wohlstandseffekte und die steigende
Zahl neuer Haushalte unterstützt.
Wir erwarten, dass die Unternehmensinvestitionen moderat steigen werden,
wenngleich die Unternehmen immer
noch vorsichtig sind. Die Unsicherheit
aufgrund der Präsidentschaftswahl im
November könnte sich im zweiten
Halbjahr auf die Investitionsausgaben
auswirken, jedoch erwarten wir bis
2017 keine bedeutenden Veränderungen infolge der Wahl.
Wie in anderen Regionen dürfte die
Inflation 2016 auch in den USA dank
der stabileren Rohstoffpreise steigen.
Das Risiko einer höheren Kernteuerung in den USA ist indes grösser als
in anderen Regionen. Das liegt an
der relativ niedrigen Arbeitslosigkeit
und am Wachstum, das stärker ist
als in den anderen Regionen.
Die US-Notenbank dürfte darauf mit
Zinserhöhungen reagieren, dabei aber
unseres Erachtens vorsichtig vorgehen
und die Zinsen nur anheben, wenn
dies das Wachstum nicht gefährdet.
Fortgesetzte Erholung in Europa
Für die Eurozone rechnen wir mit einer
Beschleunigung des Wachstums von
1,5% im Jahr 2015 auf 1,8% im Jahr
2016. Das Wachstum in Grossbritan­
nien dürfte mit 2,4% robust bleiben.
Wir glauben, dass die geldpolitischen
Impulse der Dynamik des BIP weiter
Schwung verleihen werden und der
private Konsum aufgrund der aussergewöhnlich niedrigen Kreditkosten
und des guten Verbrauchervertrauens
stark bleiben dürfte.
Die Investitionsausgaben dürften spürbar steigen, wenn sich die Erholung
stärker verfestigt. Das Konjunkturklima
bessert sich, und Umfragen zur Kreditvergabe deuten darauf hin, dass sich
die Zugänglichkeit von Bankkrediten
ebenfalls bessert.
Die Exporte dürften der Region keine
bedeutenden Impulse geben, da die
Euro-Schwäche nun zum grössten Teil
hinter uns liegt. Jedoch dürfte die
­Fiskalpolitik dem Wachstum leicht zugutekommen. Der mit EUR 315 Mrd.
ausgestattete Europäische Fonds für
Strategische Investitionen dürfte in
den kommenden Quartalen für posi­
tive Impulse sorgen.
Anhaltender Abschwung in Asien
Wir erwarten, dass sich das Wachstum
in Asien 2016 vor allem infolge des
­Abschwungs in China im nunmehr dritten Jahr in Folge leicht abschwächt.
Im ersten Halbjahr 2016 dürften
­aufgrund der hohen Lagerbestände in
China die Neuinvestitionen und die
­industrielle Aktivität schwach ausfallen
und die Sachinvestitionen weiter ­sinken.
Bis zum Jahresende, wenn der Prozess
des Lagerbestandsabbaus endet,
­erwarten wir ein stabiles einstelliges
Wachstum der Sachinvestitionen.
­China könnte auch von der staatlichen
Politik Unterstützung erhalten, die
­Neuinvestitionen im Gesundheits-, Versorger- und Hightech-Sektor fördert.
Ein bedeutender Belastungsfaktor
werden indes die weiterhin hohen
Kapazitätsüberschüsse in bestimmten
Teilen der Schwerindustrie bleiben,
deren Abbau Jahre dauern wird.
Die schwache zugrunde liegende Inflation würde Spielraum für eine weitere
Lockerung der Geldpolitik bieten.
UBS-Prognosen für das BIP-Wachstum und die Inflation
Land
Reales BIPwachstum (in %)
2015
Australien
Inflation (in %)
2016
2015
2016
2,2
2,6
0,2
1,6
Brasilien
– 3,0
– 2,0
9,9
6,4
Kanada
1,1
2,2
1,5
1,9
China
6,9
6,2
1,5
1,5
Eurozone
1,5
1,8
0,1
1,0
Frankreich
1,1
1,5
0,1
1,2
Deutschland
1,5
1,9
0,2
1,0
Italien
0,8
1,5
0,2
1,4
Spanien
3,2
2,7
– 0,6
0,6
Indien
7,1
7,6
5,0
4,6
Indonesien
4,7
4,9
6,4
5,0
Japan
0,5
1,3
0,9
1,0
Mexiko
2,3
2,7
2,6
3,5
Russland
– 3,7
– 0,4
15,6
6,9
Schweiz
1,0
1,4
– 1,2
– 0,4
Grossbritannien
2,4
2,4
0,1
1,1
USA
2,5
2,8
0,2
1,6
Welt
3,1
3,4
3,5
3,8
Quelle: UBS, Daten per 13. November 2015
ubs.com/houseview
23
Globaler Konjunkturausblick
Mässige Stabilisierung in den
Schwellenländern
Das Wachstum in den Schwellen­
ländern wird schwach bleiben, dürfte
sich unter dem Strich aber bessern.
Wir erwarten 4,3% Wachstum für die
Entwicklungsländer gegenüber 4,1%
im Jahr 2015.
Der Wertverlust zahlreicher Währungen im Jahr 2015 ist der Wettbewerbsfähigkeit spürbar zugutegekommen.
In nächster Zeit dürften sich durch die
schwächeren Währungen die Leistungsbilanzpositionen bessern und
mehr Potenzial für positive Wachstumsüberraschungen bieten.
Starke Schweizer Binnenwirtschaft
Die Schweizer Wirtschaft ist an einer
Rezession vorbeigeschrammt.
Investitionsausgaben dürften hingegen
das reale BIP-Wachstum bremsen, das
2016 gemäss unseren Erwartungen
1,4% betragen wird. Die Verbraucherpreise, die bereits 2015 um 1,2%
­gesunken waren, werden wahrscheinlich noch weiter zurückgehen. Der
Rückgang wird allerdings geringer
ausfallen, da die Basiseffekte der niedrigeren Ölpreise und der starken
­Währung langsam nachlassen dürften.
Es gibt jedoch keinen Grund, warum
die SNB ihre geldpolitische Haltung in
nächster Zeit ändern sollte.
Die boomende Binnenwirtschaft konnte die vom starken Schweizer Franken
verursachten Erschütterungen in den
Exportsektoren abfedern. Die jährliche
Zuwanderung, die etwa 1% der Bevölkerung ausmacht, wird in Verbindung
mit der extrem lockeren Geldpolitik
der Schweizerischen Nationalbank (SNB)
den Binnenkonsum und die Bauinvestitionen stützen. Die Netto­exporte und
Der Schuldenabbau im Privatsektor
wird in mehreren Ländern aber weitergehen müssen. Ausserdem bedeutet
der Rückgang vieler Schwellenländerwährungen, dass Schulden in US-­
Dollar nun stärker belasten. Einigen
Ländern könnten 2016 Herabstufungen
ihres Kreditratings oder ihres RatingAusblicks drohen.
Die politischen Entscheidungsträger in
den Schwellenländern werden auf
Möglichkeiten achten, ihre Fiskal- und
Geldpolitik zu lockern. Der Spielraum
dafür wird jedoch in denjenigen Ländern, deren Währungen am stärksten
abgewertet haben, begrenzter sein.
In einigen Ländern ist das BIP in US-Dollar seit 2012 massiv
geschrumpft
Globale Volkswirtschaften nach BIP (aktuelle USD-Werte)
Veränderungen
seit 2012
Rankings
unverändert
1
USA
unverändert
2
China
45%
unverändert
3
Japan
–30%
UBS House View – Year Ahead 2016
16%
unverändert
4
Deutschand
–2%
aufwärts 1
5
Grossbritannien
16%
abwärts 1
6
Frankeich
–7%
aufwärts 3
7
Indien
30%
unverändert
8
Italien
–10%
abwärts 2
9
Brasilien
–31%
aufwärts 1
10
Kanada
–13%
aufwärts 3
11
Südkorea
aufwärts 1
12
Spanien
abwärts 1
13
Australien
19%
–7%
–19%
aufwärts 1
14
Mexiko
abwärts 6
15
Russland
unverändert
16
Indonesien
–5%
unverändert
17
Niederlande
–6%
unverändert
18
Türkei
–9%
aufwärts 1
19
Schweiz
abwärts 1
20
Saudi Arabien
Quelle: IMF, UBS, Daten per 13. November 2015
24
Veränderungen
2012 bis 2016
0%
–42%
3%
–12%
Von der Prognose
zur Anlage
Mads Pedersen,
Head of Global Asset Allocation
Katarina Cohrs,
TAA and Investment Methodology
Ein konsistenter Ansatz trägt unserer
Meinung nach zu einer konsistenten Performance bei – bei kurzfristigen ebenso
wie bei langfristigen Anlagen. Hier fassen
wir einen Teil der Anlagephilosophie
zusammen, die über unsere taktischen
Anlageempfehlungen hinausgeht – von
der Entscheidung, Risiken einzugehen
oder zu vermeiden, bis hin zu Entscheidungen innerhalb bestimmter Anlage­klassen.
ubs.com/houseview
25
Von der Prognose zur Anlage
Risiken eingehen oder vermeiden?
Die Entscheidung, ob risikoreichere
Anlagen wie Aktien und Hochzins­
anleihen gehalten werden sollen, kann
Erträge erheblich beeinflussen.
kann es dauern, bis eine Verbesserung
der fundamentalen Aussichten auf die
Kurse durchschlägt.
Zudem analysieren wir die Auswirkungen qualitativer Faktoren. Hierzu gehören Ereignisse wie Veränderungen
der Geld- oder der Regierungs­politik.
In unserer Welt im Wandel haben politische Interventionen grossen Einfluss
auf die Finanzmarkterträge.
Unser Entscheidungsfindungsprozess
beruht auf zwei Säulen:
Die quantitative Säule umfasst Entwicklungen im weltweiten Konjunkturzyklus und bei der Kursdynamik
(­Momentum).
Der Markt erscheint günstig –
Zeit zu kaufen?
Nicht unbedingt. Über einen langen
Zeithorizont ist die Bewertung eine
wichtige Basis für Anlageentscheidungen, und je länger dieser Horizont
ist, desto wichtiger ist die Bewertung.
Über kürzere Zeiträume, wie unseren
taktischen Anlagehorizont von sechs
Monaten, ist die Bewertung jedoch
kein besonders nützlicher Indikator
für künftige Erträge.
Wenn die Trends und die Dynamik der
globalen Gewinne und Unternehmensaktivitäten positiv sind, sollte das
­Umfeld vorteilhaft für risikoreichere
Anlagen sein. Aktien stellen eine
­Forderung an die künftigen Cashflows
dar: Bei positiven Cashflow-Trends
sollten die Aussichten für Aktien positiv sein.
Über kurze Zeithorizonte verzeichnen
die Märkte indes häufig ein Trend­
phänomen: Wenn sich die Märkte
aufwärts bewegt haben, besteht eine
grössere Wahrscheinlichkeit eines
­weiteren Anstiegs als einer Kehrt­
wende. Dies ist zum Teil auf die Ver­
hal­tens­tendenz des Konservatismus
­zurückzuführen: Anleger halten an
­ihrer Meinung fest, statt sich an neue
Informationen anzupassen. Deshalb
Günstige Märkte werden oft noch
günstiger, wenn die Stimmung oder die
Konjunkturdynamik gegen sie arbeiten.
Die Schwellenländer waren in den
­letzten Jahren ein gutes Beispiel dafür.
Ebenso können Märkte, deren Bewertungen ausgereizt scheinen, mit der
richtigen Unterstützung durch den Konjunkturzyklus und die Stimmung ihren
Wert halten oder noch teurer werden.
Dies traf zum Beispiel auf den US-­
Aktienmarkt in den letzten Jahren zu.
Deshalb ist die Bewertung zwar ein
wichtiger Indikator für die langfristige
strategische Vermögensallokation,
spielt aber bei unseren taktischen
­Anlageentscheidungen keine wesent­
liche Rolle.
Wie unter den Aktienregionen
entscheiden?
Mit dem Kauf eines Aktienindex kauft
ein Anleger eine Beteiligung an den
künftigen Gewinnen einer Reihe von
Unternehmen. Deshalb untersuchen
wir bei der Entscheidungsfindung über
die regionale Allokation vor allem die
wahrscheinlichen Veränderungen der
Gewinne in verschiedenen Regionen.
Wir berücksichtigen die Währungs­
bewegungen, die auf eine Veränderung
der Aussichten für Exporteure hin­
deuten könnten, die Dynamik der Stimmung in der Industrie, die eine Ver­
änderung der lokalen Wirtschafts­entwicklung signalisieren könnte, sowie das Wachstum und die Rentabilität
der Unternehmen selbst. Zudem be­
ziehen wir eine Momentumkompo­
nente mit ein, um Veränderungen der
Stimmung gegenüber verschiedenen
Märkten zu berücksichtigen.
Abbildung 9
Abbildung 10
Die Bewertung ist kein bedeutender Treiber für
kurzfristige Erträge
Manchmal ist es besser, statt der Prognosen die
Realität zu betrachten.
40
Gesamtrenditen in den folgenden sechs Monaten gegenüber zurückliegenden
Kurs-Gewinn-Verhältnissen, S&P 500
IBES-Gewinnschätzungen für den MSCI US, Monatsdaten seit 1988
100
30
80
20
60
10
–10
20
–20
0
–30
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
Quellen: Shiller, UBS, Daten per 13. November 2015
26
43%
40
0
–40
82%
UBS House View – Year Ahead 2016
100 110 120 130
Häufigkeit, mit der Analysten mehr als
10% Gewinnwachstum für die nächsten
zwölf Monate prognostizierten, in %
Häufigkeit, mit der die Gewinne
über einen 12-Monatszeitraum um
mehr als 10% gestiegen sind, in %.
Source: Thomson Reuters, UBS, Daten per 13. November 2015
Von der Prognose zur Anlage
Wir stellen fest, dass nicht alle Faktoren für jeden Markt gleich wichtig
sind. So werden Aktienmärkte, die
hauptsächlich aus Exporteuren bestehen, wie die Schweiz, in der Regel
stärker von Wechselkursbewegungen
beeinflusst, eher handelsorientierte
Länder wie Japan dagegen stärker
vom Momentum.
Wir berücksichtigen auch Faktoren
wie Veränderungen der Zentralbankpolitik, die zu immer wichtigeren
­Treibern für die Aktienmarkterträge
geworden sind.
Wie wissen wir, ob die Renditen
steigen werden?
Der vermutlich dauerhafteste Grund
zur Frustration bei Finanzprognostikern
in den letzten Jahren war der stetige
Rückgang der Staatsanleihenrenditen.
Trotz des passablen Wirtschaftswachstums, der rückläufigen Arbeitslosigkeit
und der allgemein risikobereiten
­Märkte tendierten die Staatsanleihenrenditen weiter abwärts.
Dies zeigt uns, dass am Anleihenmarkt
nicht nur wirtschaftliche Fundamentaldaten am Werk sind. Unser Investment­
rahmen berücksichtigt den Mix aus
fundamentalen und technischen Faktoren, die den Markt antreiben, und
verbindet technische Faktoren, wie die
Anlegerstimmung, mit fundamentaleren wie den Konjunkturtrends.
Wir können nicht genau sagen, wann
die Renditen steigen werden. Mit dem
Fokus auf technische Faktoren und
­Fundamentaldaten sollte uns unser
Rahmen jedoch dabei helfen, die
­Kräfte zu erkennen, die auf den Markt
einwirken.
Wann ist es Zeit, Kreditrisiken
einzugehen?
Wie bei anderen Anlageklassen ver­
suchen wir, diese Frage durch einen
quantitativen und qualitativen Ansatz
zu beantworten.
Unser quantitativer Ansatz untersucht
die mögliche künftige Entwicklung
der Spreads und die Kompensation,
die Anleger derzeit für die Inkauf­
nahme des Ausfallrisikos erhalten.
Die Spread-Modelle berücksichtigen
fundamentale gesamtwirtschaftliche
Variablen, Indikatoren für die globale
Risikobereitschaft und länderspezi­
fische Indikatoren. Das Modell für die
Ausfallquote bezieht dagegen fundamentale Faktoren für das erste Jahr
mit ein, bevor es von einer Rückkehr
zum Mittelwert im Laufe des Konjunkturzyklus ausgeht.
Ausserdem untersuchen wir qualita­
tive Faktoren, wie Neuemissionstrends
(bei denen ein hohes Angebot für
Anlageklassen wie Hochzinsanleihen
sogar positiv sein kann, soweit es eine
positive Stimmung und günstige
­Refinanzierungskonditionen anzeigt),
­Veränderungen und Trends der Kredit­
ratings und sowie Beurteilungen der
Liquidität, die bei Hochzinsanleihen
besonders wichtig ist.
Wie heute über die besten
Währungen entscheiden?
Für die meisten Anleger, ist ihre Heimwährung unserer Meinung nach die
beste Wahl. Aufgrund der starken
­Volatilität an den Währungsmärkten,
die keine Garantie für langfristige
­Erträge bieten, empfehlen wir, den
Grossteil des Portfolios in die Heimwährung abzusichern. Wir sind aber
auch der Ansicht, dass die Währungsmärkte über einen kurzfristigen
­Horizont eine Chance zur Erzielung
­einer taktischen Performance bieten
könnten.
Währungen werden oft von mehr
­Faktoren beeinflusst als jede andere
An­lageklasse. Wir sind der Ansicht,
dass Währungen langfristig zu ihrem
fundamentalen Wert zurückkehren
sollten. Daher beinhaltet unser Entscheidungsfindungsprozess Schätzun-
gen, wie über- oder unterbewertet
Währungen im Vergleich zu lang­
fristigen Kaufkraft- oder Zinsparitäts­
trends sind.
Manchmal dauert es aber lange, bis
Abweichungen korrigiert werden.
Deshalb ergänzen wir unseren taktischen Entscheidungsfindungsprozess
mit der Untersuchung kurzfristiger
Faktoren. Wir sind der Ansicht, dass
Währungen in der Regel steigen
­sollten, wenn das Wachstum und die
Realzinsen hoch sind, sich aber abschwächen dürften, wenn das Wachstum und die Realzinsen niedrig sind.
In Zeiten mit geringer Marktvolatilität
werden Hochzinswährungen in der
Regel bevorzugt, und wenn die Posi­
tionierung angespannt ist oder die
­Volatilität in die Höhe schiesst, muss
das Risiko solcher «Carry-Trades»
­berücksichtigt werden.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für
den Kauf von Rohstoffen?
Anleger, die Rohstoffe als Anlage­klasse
betrachten, sollten ihre taktischen
­Entscheidungen auf der Basis von vier
Faktoren treffen. Erstens die Entwicklungen im globalen Konjunkturzyklus,
denn eine stärkere Wirtschaftsaktivität
deutet in der Regel auf eine höhere
Rohstoffnachfrage hin. Zweitens ging
die Entwicklung rohstoffbezogener
Aktienmärkte in der Vergangenheit
den Rohstoffmärkten voraus und kann
deshalb ein nützlicher Indikator sein.
Drittens können die Rollkosten einen
wesentlichen Einfluss auf die gesamten
realisierten Rohstoffrenditen haben.
Und zuletzt ist auch die Preisdynamik
zu beachten, da sich die Rohstoff­
preise in der Regel langfristig in Trends
oder Zyklen bewegen.
Wir schliessen Rohstoffe aus unseren
langfristigen Portfolios aus, da sie im
Verhältnis zu ihren langfristigen
­Ertragsaussichten sehr volatil sind und
nur begrenzte Vorteile für die Port­
foliodiversifikation bieten.
ubs.com/houseview
27
Globale taktische
Positionierung
Mads Pedersen
Head of Global Asset Allocation
Mark Andersen
Head of Regional Asset Allocation
Auf eine Welt im Wandel stellen wir uns ein, indem wir
Aktien gegenüber Anleihen übergewichten. Da sich die
Weltwirtschaft von dem leichten Abschwung im Jahr
2015 erholt, die Rentabilität der Unternehmen gut ist und
die Zinssätze im Allgemeinen niedrig bleiben dürften,
betrachten wir die Aussichten für Aktien als gut. Unsere
bevorzugten regionalen Märkte sind die Eurozone und
Japan, derweil wir bei britischen Aktien vorsichtiger sind.
Im Anleihenbereich sind wir in europäischen Hochzinsund kurzfristigen USD-Investment-Grade-Unternehmensanleihen übergewichtet, da sie unseres Erachtens einen
attraktiven Carry aufweisen und gegen den Übergang
zu höheren Zinssätzen in den USA relativ immun sein
­dürften. In den sichersten erstklassigen Anleihen sind wir
untergewichtet.
28
UBS House View – Year Ahead 2016
Globale taktische Positionierung
en
leih
An
al
Tot
EM-S
t
anlei aatshen
EM
Ro
anl Unte
hs
eih rn.
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Grossbritannie
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GBP
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IG-Untern.- Hochzins
anleihen
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n
ru
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W
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r
Erste
klassig
Eurozone
JPY
ANLAGEKLASSEN
Taktische Anlagestrategie
USA
CHF
l
Tota
tal
To
ität
uid
Liq
ien
Akt
NOK
CAD
SAA
Strategische Vermögensallokation
Taktische Vermögensallokation
Übergewichtung: taktische Empfehlung, von einer Anlagenkategorie mehr
zu halten, als in der strategischen
Vermögensallokation angegeben
Neutral: taktische Empfehlung zur
Gewichtung der Anlageklasse entsprechend der strategischen Vermögensallokation
Untergewichtet: Untergewichtung:
taktische Empfehlung, von einer
Anlagenkategorie weniger zu halten, als in
der strategischen Vermögensallokation
angegeben
Daten per 20. November 2015
ubs.com/houseview
29
Aktien
Global
Positive Haltung gegenüber
globalen Aktien gerechtfertigt
Im ersten Quartal 2015 entwickelten
sich die globalen Aktien positiv, wobei
die Eurozone dank der lockeren Geldpolitik die Rally anführte. Im zweiten
Quartal stagnierten die Märkte, weil
die massiven Verkäufe an den Anleihen­
märkten für Unsicherheit sorgten.
Die japanischen Aktien entwickelten
sich indes weiterhin gut.
Markus Irngartinger, Head of Macro & Equities Strategy
Jeremy Zirin, Chief Equity strategist, Wealth Management Americas
David Lefkowitz, US Equity strategist, Wealth Management Americas
Die Aussichten für Aktien beurteilen wir an der
Schwelle zum Jahr 2016 positiv. Unsere bevorzugten
regionalen Märkte sind die Eurozone und Japan,
die von steigenden Gewinnen, den niedrigen Refinanzierungskosten und den auf handelsgewichteter
Basis schwachen Währungen profitieren dürften.
Im dritten Quartal gaben alle globalen
Aktienmärkte nach, da die Sorge über
den Zustand der Nachfrage aus der
chinesischen Wirtschaft und die Folgewirkungen auf die Rohstoffpreise
wuchs. Die Währungen und Aktienmärkte der Schwellenländer waren
­davon am stärksten betroffen. Dabei
verzeichneten die Grundstoff- und
Energiesektoren massive Rückgänge,
was die Aktienkursentwicklung in den
Industrieländern belastete.
Im vierten Quartal ist bislang eine
kräftige Rally zu beobachten, bei der
sich die Sektoren erholen, die im
­dritten Quartal am schwächsten abschnitten.
Insgesamt glauben wir, dass die posi­
tive Haltung gegenüber Aktien gerechtfertigt ist, denn aktuell liegen die
globalen Aktien im laufenden Jahr
im Plus. Für die Anleger war Disziplin
indes unverzichtbar, denn abgesehen
von den Jahren 2008 und 2011 sind
die risikobereinigten Aktienrenditen in
diesem Jahr die niedrigsten seit zehn
Jahren.
30
UBS House View – Year Ahead 2016
Positive Einschätzung zu globalen
Aktien für 2016
Unser Ausblick für Aktien für das Jahr
2016 ist positiv.
E­ inschätzung mit überdurchschnittlich
starken Engagements in dieser
Anlage­klasse vorsichtig sein sollten.
Für das Jahr 2016 rechnen wir mit
einigen potenziellen Risiken.
Erstens dürfte sich die Weltwirtschaft
in diesem Jahr erholen. Angesichts
der Beschleunigung des Konsums in
den Industrieländern und der grös­
seren Stabilität in den Schwellenländern
dürften die Unternehmen ihre Um­
sätze 2016 einfacher steigern können
als 2015.
Zweitens werden zwar wahrscheinlich
sowohl die US-Notenbank als auch
die Bank of England die Zinssätze anheben, doch sie werden dies ganz
­allmählich tun und so die Refinanzierungskosten niedrig halten. Auf
globaler Ebene bleibt die Geldpolitik
aussergewöhnlich expansiv, verfolgen
doch sowohl die Bank of Japan als
auch die Europäische Zentralbank
quantitative Lockerungsprogramme.
Schliesslich bleiben auch die Aussichten für die Unternehmensgewinne
gut. Aufgrund der steigenden Umsätze,
der niedrigen Refinanzierungskosten
und des weiterhin relativ geringen
Drucks, der von den Löhnen und den
Rohstoffpreisen ausgeht, erwarten
wir, dass das globale Gewinnwachstum von 4% bis 9% die Aktienkurse
2016 antreiben wird.
Auf eine holprige Aktienkurs­
entwicklung gefasst sein
Das Jahr 2015 hat die am Aktienmarkt
herrschende Volatilität deutlich gemacht und zeigt, warum die Anleger
trotz unserer allgemein positiven
Region
Position
Zunächst verdeutlicht die Verkaufswelle
im dritten Quartal die Unsicherheit
über die Aussichten für China und die
Schwellenländer. Auch wenn das chine­
sische Wachstum stärker war als erwartet, haben die Veränderungen in
der Struktur des Wachstums und
der Kapitalflüsse bedeutende Auswir­
kungen auf die Lieferkette für den
­chinesischen Handel, besonders in den
Schwellenländern.
Zudem bergen die geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbanken Risiken.
Noch herrscht Uneinigkeit über die
potenziellen Auswirkungen höherer
US-Zinssätze.
Darüber hinaus bestehen politische
­Risiken. Die US-Präsidentschaftswahl,
die Unsicherheit über die europäische
Einheit im Zuge der Flüchtlingskrise,
Fragen rund um den EU-Status Grossbritanniens, die geopolitische Lage
in Russland und dem Nahen Osten
und die Wahlen in Japan sind allesamt
potenzielle Risiken.
Der US-Optionsmarkt wird aufgrund seiner höheren Liquidität
sehr viel stärker genutzt als der
europäische Optionsmarkt.
Daher sind US-Optionen unserer
Ansicht nach gemessen an der
­Volatilität am Kassamarkt häufig
teurer als Optionen in der Euro­
zone. Systematisch langfristige
­Futures auf den V2X (Volatilitäts­
index für die Eurozone) zu kaufen,
die Pendants auf den VIX (Vola­
tilitätsindex für die USA) zu verkaufen und dann abzuwarten, bis
die Fundamentaldaten die Kapital­
flüsse der Anleger bestimmen, war
in der Vergangenheit eine erfolgreiche Strategie.
Die Inflation bleibt ein weiteres Risiko.
Die Rentabilität der Unternehmen war
in den letzten Jahren gut, was unter
anderem an den schwachen Rohstoffpreisen und dem geringen Lohnwachstum lag. Sollten diese zulegen,
könnten die Gewinnmargen der Unternehmen schrumpfen, was Zweifel
an den Börsenbewertungen wecken
könnte.
Erträge
2014
(%)
Von globalen Risiken
profitieren
Viele institutionelle Anleger nutzen
den Optionsmarkt zur Absicherung
von Aktienportfolios. Dazu kaufen
sie Put-Optionen, die sie berechtigen, aber nicht verpflichten, Aktien
zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu
einem festen Kurs zu verkaufen.
Bewertung
2015
(%)
Nach­
laufendes
KGV (x)
EPS-Wachstum
20-j. DividendenMittelwert
rendite
(x)
(%)
2015
(%)
2016
(%)
Schwellenländer
Neutral
-2,0
-11,7
12,2
12,9
3,0
- 4 – 0
2 – 6
Eurozone
Übergewichtet
+5,8
+14,5
15,8
15,8
3,2
10 – 14
8 – 12
+9,9
+13,3
15,8
21,3
1,9
13 – 17
2 – 8
+11,5
+2,2
17,9
17,7
3,2
–2 – 2
6 – 9
Japan
Übergewichtet
Schweiz
Neutral
Grossbritannien
Untergewichtet
USA
Neutral
Welt
O/W
+0,8
-1,3
15,4
14,3
4,2
-17 – -13
0 – 5
+13,4
+0,4
18,4
17,4
2,1
0 – 2
6 – 10
+9,3
+2,3
16,6
16,9
2,6
0 – 4
4 – 9
Quelle: UBS, Daten per 17. November 2015
ubs.com/houseview
31
USA
Neutral
US-Aktien 2015: seitwärts,
abwärts, aufwärts
Ein Chart des S&P 500 für 2015 könnte
leicht mit einer Karte von Florida verwechselt werden. Im ersten Halbjahr
trat der Markt weitgehend auf der
Stelle, da das schwache Gewinnwachstum das Aufwärtspotenzial begrenzte, während das allgemein
­passable Wirtschaftswachstum und
die immer noch expansive Geldpolitik
vor einem Rückgang schützten. Da­
rauf folgte im August die grösste Verkaufswelle seit fast vier Jahren, die
durch die Besorgnis über die möglichen
Auswirkungen einer Konjunktur­
verlangsamung in China ausgelöst
wurde. Nach einer kräftigen Rally im
Oktober befindet sich der Markt
zum Zeitpunkt der Niederschrift erneut
nahe an seinen Allzeithochs.
Die Bereiche Nicht-Basiskonsumgüter,
Technologie und Gesundheitswesen
führten den Markttrend an, während
rohstoffab­hängige Energiewerte,
Grundstoffaktien und Versorger die
Aufwärtsbewegung hemmten.
Beschleunigtes Gewinnwachstum
Das Gewinnwachstum der Unternehmen im S&P 500 ist relativ schwach:
Für 2015 wird kaum ein Wachstum
­erwartet. 2016 dürfte es jedoch auf
6% bis 10% beschleunigen, da die
grössere Stabilität des Ölpreises und
des US-Dollar die Gewinne im Energieund Exportsektor unterstützen. Diese
Beschleunigung dürfte den Markt
2016 antreiben.
Das Wirtschaftswachstum ist weiterhin relativ gut, denn die Konsum­
ausgaben werden durch die kontinuierliche Verbesserung des Arbeits­marktes und der Haushaltsbilanzen
angekurbelt. Die Investitionen dürften
2016 ebenfalls anziehen, da die Be­
lastung durch die schwachen Energie­
investitionen nachlässt und die Unternehmensinvestitionen für Fertigung
und Technologie weiter anziehen.
Risiken durch die Fed, Schwellenländer, Inflation und Politik
Wir heben eine Reihe potenzieller
­Risiken für den US-Markt im Jahr 2016
hervor.
Erstens könnten die Aktienkurse anfällig
für unerwartet rasche Zinserhöhungen
der US-Notenbank sein. Die Bewer­
tungen von US-Aktien sind nicht günstig, und eine überraschend hohe
­Inflation könnte die Fed zu aggressiven
Zinserhöhungen veranlassen.
Zweitens könnte der Effekt einer un­­
erwartet hohen Inflation verstärkt
werden, wenn er auf das Lohnwachstum durchschlägt. Die Gewinnmargen
der US-Unternehmen sind relativ
hoch. Sie könnten unter Druck geraten, wenn die Löhne stark steigen,
vor allem im arbeitsintensiven NichtBasiskonsumgütersektor.
Drittens sind US-Aktien, wie sich im
August 2015 zeigte, nicht immun
­gegenüber einer negativen Stimmung,
die durch unangenehme Überraschungen aus Schwellenländern entsteht,
obwohl die wirtschaftliche Abhängigkeit relativ gering ist.
Und nicht zuletzt ist 2016 ein Wahljahr. Während ein demokratischer Präsident vermutlich den Status quo halten dürfte, könnte ein republikanischer
Sieger versuchen, eine Reihe politischer
Veränderungen umzusetzen. Diese
schaffen politische Unsicherheit, welche die Märkte belasten könnte.
In unserer taktischen Vermögens­
allokation halten wir eine neutrale Position in US-Aktien. Unserer Meinung
nach bleibt die Haussephase intakt,
doch andere Märkte wie die Eurozone
und Japan bieten aufgrund ihres
­grösseren Spielraums für kurzfristige
Gewinnzuwächse günstigere Aus­
sichten.
Chance im Technologiesektor
Bei den US-Aktien bevorzugen wir
den Technologiesektor, der sich
seit Mitte 2013 kontinuierlich besser entwickelte als der S&P 500
und auch 2015 in Führung lag. Unserer Meinung nach wird dies im
Jahr 2016 anhalten.
Die Bewertungen sind attraktiv.
In den letzten 25 Jahren notierte
der Sektor mit einem durchschnittlichen Aufschlag von 20% gegenüber dem Rest des Marktes. Heute
weist er jedoch einen leichten Abschlag auf. Unserer Meinung nach
können die Gewinne dank der
­höheren Unternehmensinvestitionen
und langfristigen Wachstumstrends
wie Cloud Computing, Mobilität,
Internetsicherheit, Online-Werbung
und «Big Data» im Jahr 2016 weiter
steigen.
Der Sektor führt auch aggressiv
Kapital an die Aktionäre zurück,
was sich dank der hohen freien
Cashflows und der Bilanzstärke
2016 fortsetzen könnte. Insgesamt
verfügt der Technologiesektor
­derzeit über beachtliche USD 500
Mrd. an liquiden Mitteln.
Abbildung 11
Aurieb für US-Gewinne durch stabile Energiepreise
und US-Dollar
16
14 Wachstum der Gewinne im S&P 500 mit und ohne Energie, in %
12
10
8
6
4
2
0
–2
–4
1Q15
2Q15
3Q15S
4Q15S
1Q16S
2Q16S
3Q16S
S&P 500
S&P 500 ohne Energie
Quelle: UBS, Daten per 13. November 2015
32
UBS House View – Year Ahead 2016
4Q16S
S = Schätzung
Schliesslich stellt die Politik ein Risiko
dar. Die Sicherheit wird nach den
­Terroranschlägen in Paris ein wichtiges
Thema sein. Zudem müssen sich die
Anleger auf Wahlen in Italien oder erneute politische Auseinandersetzungen
in Griechenland gefasst machen.
Die anhaltende Flüchtlingskrise stellt
die europäische Einheit auf die Probe.
­Zudem dürfte sich die Unsicherheit
bezüglich des künftigen Status Gross-
Somit können sich Dividenden-­
Futures der Eurozone 2016 als attraktive Anlagegelegenheit erweisen.
Da sich die Fundamentaldaten behaupten werden, rechnen wir für
2016 mit einer Rendite von 4% bis
9% auf Dividenden-Futures.
Abbildung 12
Relativ niedrige Margen deuten auf dauerhaes
Aufwärtspotenzial hin
EBIT-Margen der Eurozone
2015
2014
2013
8
7
6
5
4
3
2
1
0
2012
Die Steigerung der Gewinnmargen
in den letzten Monaten ist vielversprechend. Die Netttogewinnmargen
­liegen mit 4,2% noch deutlich unter
dem zyklischen Höhepunkt des Jahres
2008 von 7,3%. Ein weiterer Anstieg
der Margen würde auf ein dauerhaftes
Aufwärtspotenzial von Aktien der
Und dies, obwohl sich das Gewinnwachstum laut Konsensprognose
auf rund 8% und unseren eigenen
Erwartungen zufolge auf 8% bis
12% belaufen wird: Normalerweise
nehmen Unternehmen bei steigenden Erträgen keine Dividendenkürzungen vor.
2011
Die Euro-Schwäche könnte Expor­
teuren der Eurozone zugutekommen,
die Refinanzierungskosten für Unternehmensanleihen sind gering, Binnennachfrage und Umsatzwachstum steigen. Insgesamt rechnen wir mit einem
Gewinnwachstum von 8% bis 12%
in den nächsten zwölf Monaten, das
alle übrigen Regionen übertrifft.
Zweitens ist die Eurozone, wie sich
im dritten Quartal gezeigt hat, von der
Unsicherheit über das Wachstum in
den Schwellenländern betroffen – 30%
der Unternehmensgewinne der Euro­
zone stammen aus diesen Märkten.
2010
Steigende Erträge in der Eurozone
Unsere taktische Vermögensallokation
für das Jahr 2016 sieht eine Über­
gewichtung in Aktien der Eurozone vor.
Dividenden-Futures: Auf Wachstum in der Eurozone setzen
Der Dividenden-Futures-Markt geht
nun für 2016 davon aus, dass die
Dividendenzahlungen gegenüber
dem Vorjahr gleich bleiben.
2009
Nach einem deutlichen Anstieg im
vierten Quartal liegt der Markt zwar
immer noch unter seinen Höchstständen, hat aber rund 15% seit Jahres­
beginn zugelegt. Konsumgüter- und
Gesundheitswerte entwickelten sich
überdurchschnittlich, Grundstoffe,
Versorger und Energie blieben zurück.
Zunächst sind Aktien aus den Staaten
der Eurozone rein technisch gesehen
volatiler als diejenigen der meisten
­anderen Industrieländer. Im vergangenen Jahr betrug die durchschnittliche
Volatilität des MSCI Eurozone Equity
Index 20,4% gegenüber nur 11,8%
beim MSCI World Equity Index. Es gibt
keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass
sich dies 2016 ändern wird.
2008
Im zweiten Quartal folgte eine Verkaufswelle, da man über die Auswirkungen eines globalen Ausverkaufs am
Anleihenmarkt und danach über den
möglichen Ausstieg Griechenlands
aus der Eurozone besorgt war. Sie beschleunigte sich im dritten Quartal
­wegen der Unsicherheit über das Engagement in den Schwellenländern,
wo die Unternehmen der Eurozone
30% ihres Ertrags erwirtschaften. Der
MSCI Eurozone Index war im September
nur noch um Haaresbreite von einer
offiziellen Baisse entfernt.
Gelegenheiten in Italien
Unser bevorzugtes Land der Eurozone
im Jahr 2016 ist Italien. Die italienische
Wirtschaft entwickelte sich 2015 un­
erwartet gut, und jüngste Umfragen
unter den Banken haben ergeben,
dass sich die Kreditvergabestandards
lockern – was sowohl für das Wachstum als auch die Rentabilität des
­Bankensektors förderlich sein dürfte.
Finanzwerte machen 42% des italie­
nischen Aktienmarktindex aus, und wir
rechnen für die kommenden zwei
­Jahre mit einem überdurchschnittlichen
Gewinnwachstum.
Volatilität wie üblich
Obwohl wir Aktien aus der Eurozone
insgesamt positiv beurteilen, sollten
Anleger darauf achten, die Region
nicht übermässig stark zu gewichten.
2007
2015, ein ereignisreiches Jahr
Inhaber von Aktien der Eurozone erlebten ein ereignisreiches Jahr 2015.
Die Ankündigung einer quantitativen
Lockerung der EZB im Januar löste
­einen Anstieg um über 20% in nur
drei Monaten aus, wozu auch die Abwertung des Euro und Zuflüsse von
Anleiheninhabern beigetragen hatten,
die keine negativen Renditen hin­
nehmen wollten.
2006
Übergewichtet
britanniens innerhalb der Europäischen
Union auch auf die europäischen
­Aktienmärkte auswirken.
E­ urozone hindeuten. Die EZB dürfte
ihre Geldpolitik durch Zinssenkungen
oder die Verlängerung der Lockerungsmassnahmen noch expansiver
gestalten oder zumindest die lockere
Geldpolitik beibehalten. Die Aus­
wirkungen dürften für Aktien der
Euro­zone durchweg positiv sein.
2005
Eurozone
Quelle: UBS, Daten per 13. November 2015
ubs.com/houseview
33
Schwellenländer
Neutral
2015: ein Jahr zu früh für
Schwellenländer­aktien
Nach einem ereignislosen ersten
­Quartal kam zu Beginn des zweiten
Quartals etwas Optimismus in Bezug
auf die Schwellenländer auf. Die
­Blase bei chinesischen Festlandsaktien
hatte sich auch auf andere Märkte
ausgeweitet, und Schwellenländer­
aktien stiegen im März und April um
über 10%.
Leider erwies sich dies als verfrüht,
und die Kombination aus der poli­
tischen Krise in Brasilien, der Aussicht
auf höhere US-Zinsen, dem Platzen
der Blase in Shanghai und dem weiteren Rückgang der Rohstoffpreise
schuf im dritten Quartal einen perfekten Sturm bei Schwellenländeraktien.
Die defensiven Sektoren Gesundheitswesen und Basiskonsumgüter hielten
sich relativ gut, aber Versorger,
Grundstoff- und Finanzwerte fielen.
Viel Pessimismus eingepreist
Unserer Meinung nach sind die Bewertungen von Schwellenländeraktien
jetzt relativ attraktiv. Mit einem KursBuch-Verhältnis von 1,4 bewegen
sich die Bewertungen von Aktien aus
Schwellenländern in etwa auf den
Tiefstwerten von 2003 und 2008,
und das Kurs-Gewinn-Verhältnis
von 12 entspricht einem Abschlag
von 30% zu den Industrieländern.
Nach unserer Einschätzung sind die
Anlegererwartungen für die Region
jetzt niedrig genug, dass die Märkte
der Schwellenländer 2016 steigen
könnten, wenn mehr positive Über­
raschungen gemeldet werden. Die An­­
legerpositionen in Schwellenländern
haben sich normalisiert – globale
­Anleger halten im Durchschnitt eine
­Portfoliogewichtung von 15,6% in
Schwellenländern, nach 17,3% am
Höhepunkt.
Nachdem wir 2015 zumeist eine untergewichtete Position in Schwellen­
länder­aktien gehalten hatten, sind wir
vor kurzem zu einer neutralen Gewichtung umgeschwenkt. Nach der jahrelangen Underperformance gegenüber
Indus­trie­länderwerten könnte jetzt ge­­
nügend Pessimismus eingepreist sein,
34
UBS House View – Year Ahead 2016
Nicht zuletzt gibt es immer noch eine
Reihe von grösseren Risiken, die den
Markt belasten könnten. Hierzu zählen
unter anderem die politische Situation
in Brasilien und geopolitische Risiken in
Russland und im Nahen Osten.
um eine bessere Kursentwicklung in
der Zukunft zu ermöglichen. Wir
­räumen aber auch ein, dass immer
noch einige Hürden überwunden
­werden müssen.
Schwellenländer müssen noch
einige Hürden überwinden
Obwohl die Bewertungen attraktiv
sind, gehen davon allein über einen
Anlagehorizont von einem Jahr nicht
genügend Performanceimpulse aus­.
Und im Jahr 2016 kommen zahlreiche
Herausforderungen auf die Schwellenländer zu.
Schwellenländeraktien mit
hochwertigen Dividenden
Unserer Meinung nach wird sich
das Wachstum in den Schwellenländern 2016 zwar stabilisieren,
aber weiterhin verhalten bleiben.
In diesem Umfeld dürfte der Markt
Unternehmen belohnen, die liquide Mittel an die Aktionäre zurück­
leiten, statt sich auf künftiges
Wachstum zu verlassen.
Erstens rechnen wir zwar 2016 mit
einer Stabilisierung des Wirtschaftswachstums. Es dürfte aber weiterhin
verhalten bleiben. Der Schulden­
abbau im Privatsektor muss weiter­
geführt werden, die Rezession in
­Russland und Brasilien dürfte anhalten, und wir gehen davon aus, dass
sich das Wachstum in China 2016
noch deutlicher verlangsamt als 2015.
Wir durchkämmen den Markt nach
«Aktien mit hochwertigen Dividen­
den», Aktien mit einer Dividen­
denrendite über 3%, einer Eigenkapitalrendite über 10% und einem
positiven Gewinnwachstum, die
ihre Dividendenausschüttungen
auch bisher schon angehoben
­haben. Hierzu zählen Unternehmen
in einer Reihe von Sektoren wie
­Finanzen, Telekommunikation, Konsumgüter und Energie.
Zweitens könnten hohe US-Zinsen
oder ein durch eine Zinserhöhung in
den USA ausgelöster Anstieg des
­US-Dollar Schwellenländer, die auf
Dollar-Finanzierungen angewiesen
sind, vor Probleme stellen.
Trotz der schlechten Performance
von Schwellenländeraktien in den
letzten Jahren hätten solche Aktien
in den letzten zwei Jahren Renditen
von rund 20% abgeworfen, ein
Outperformance-Trend, der sich
unserer Meinung nach im kommenden Jahr fortsetzen wird.
Drittens ist das Gewinnwachstum
­immer noch mager. Die Gewinne sind
seit dem Höhepunkt von 2011 um
30% gefallen, und unserer Meinung
nach könnten die Konsenserwartungen
an das Gewinnwachstum (9% im Jahr
2016) zu optimistisch sein. Wir rechnen mit 2% bis 6%. Dies wäre niedriger als in anderen Regionen.
Abbildung 13
Anleger haben in den letzten Jahren ihr Vertrauen
in die Schwellenländer verloren
Wertberichtigte Portfolioallokationen, in % der Anleihen- und Aktienallokationen
insgesamt
86,0
85,5
85,0
84,5
84,0
83,5
83,0
82,5
82,0
81,5
81,0
2008
2009
2010
Reife Märkte (links)
2011
2012
2013
2014
Schwellenländer (rechts)
Quelle: Bloomberg, Daten per 13. November 2015
2015
18,0
17,5
17,0
16,5
16,0
15,5
15,0
14,5
14,0
13,5
13,0
Japan
Übergewichtet
Japanische Aktien: Ein Auf und Ab
Zur Jahresmitte 2015 rangierten japanische Aktien an der Weltspitze.
Der MSCI Japan verzeichnete einen
Anstieg um rund 15%. Doch eine
sechswöchige Verkaufswelle ab Mitte
August machte alles wieder zunichte.
Japan steht in enger wirtschaftlicher
Beziehung zu China, der Yen (eine beliebte «Zufluchtswährung» bei Marktturbulenzen) wertete auf, was sich in
den Gewinnprognosen der Exporteure
niederschlug, und die Anleger waren
zusehends enttäuscht darüber, dass die
Bank of Japan ihr Stimulierungs­
programm nicht ausbauen wollte.
Während der Rally im vierten Quartal
stiegen die japanischen Aktien wieder
und lagen in der ersten Novemberhälfte rund 13% über dem Stand zu
Jahresbeginn. Die Sektoren Gesundheitswesen, Basiskonsumgüter und
Versorger erzielten eine Performance
von über 20%. Seit Jahresbeginn
­liegen lediglich der Grundstoff- und
der Energiesektor im Minus.
Politische Anreize für Japan
Zum Jahresbeginn 2016 sind wir in
­japanischen Aktien übergewichtet, da
diese im nächsten Jahr von höherer
Rentabilität und politischen Initiativen
zur Wachstums- und Marktförderung
profitieren dürften.
Der relative Erfolg japanischer Aktien
in den letzten drei Jahren beruhte
auf Premierminister Shinzo Abes «Drei
Pfeilen» (geldpolitische Lockerung,
Staatsausgaben und Strukturreformen).
Seit Oktober 2012, als der Begriff
«Abenomics» aufkam, haben japanische Aktien den globalen Aktien­markt
in Lokalwährung um ganze 90%
übertroffen.
Wir rechnen damit, dass diese Entwicklung auch 2016 anhalten wird.
Zum einen könnte die Bank of Japan ihr
geldpolitisches Lockerungsprogramm
erweitern, um der Deflation entgegen­
zuwirken. Dabei könnte sie unter
­anderem wesentlich mehr direkte
­Aktienkäufe tätigen. Derzeit kauft sie
Aktien für JPY 3 Bio. pro Jahr.
Zum anderen dürfte der staatliche
Pensionsfonds (GPIF) stärker in den
japanischen Aktienmarkt investieren
und in den nächsten ein bis drei Jahren
Aktien für JPY 90-120 Bio. kaufen.
Schliesslich dürfte die Änderung des
Corporate-Governance-Kodex des
Landes für höhere Eigenkapitalrenditen
der japanischen Unternehmen und
mehr Barmittelrückführungen an die
Aktionäre sorgen.
Politische Unsicherheit in Japan
zu erwarten
Ein Hauptrisiko für den stark politik­
abhängigen japanischen Markt sind
die für Juli 2016 angesetzten Oberhauswahlen. Die Beliebtheit von Premierminister Abe, dem Hauptimpulsgeber für eine marktfreundliche
Politik, ist den jüngsten Umfragen
­zufolge auf unter 40% gesunken,
nachdem ein unpopuläres Verteidigungsgesetz verabschiedet wurde.
Wir erwarten, dass man sich 2016 auf
unternehmensfreundlichere Mass­
nahmen konzentrieren wird, um dadurch die Unterstützung der Wähler
zurückzugewinnen. Eine mögliche
Niederlage Abes bei den Oberhauswahlen ist jedoch ein bedeutendes
­Risiko für japanische Aktien im Jahr
2016. Trotz der verschiedenen positiven Faktoren für den Markt sollten
sich Anleger nicht übermässig in japanischen Aktien engagieren.
Bevorzugte japanische Aktien
Wir bevorzugen Aktien von Unternehmen, die Aktienrückkauf­
programme durchführen. Die Änderung des japanischen CorporateGovernance-Kodex veranlasst
Unternehmen dazu, Überkreuzbeteiligungen von Firmen abzubauen
und damit Barmittel für die Aktionäre freizusetzen. Während dies
2015 langsamer als erwartet vor
sich ging, rechnen wir 2016 mit
­einer Beschleunigung, zumal Abe
­erklärte: «Die Reform der Corporate Governance steht ganz oben
auf meiner Agenda». Jedenfalls
haben die Rückkäufe bereits 2015
um 56% im Vorjahresvergleich
­zugenommen, und die Unternehmen, die Rückkäufe angekündigt
hatten, entwickelten sich besser
als der breitere Markt.
Wir sind zudem der Meinung,
dass die japanischen Autohersteller
2016 einer der am besten aufgestellten Sektoren des japanischen
Aktienmarktes sein werden. Während die deutschen Autohersteller
unter dem Abgasskandal und den
Bemühungen um einen trans­pazi­
fischen Partnerschaftsvertrag zu
leiden haben, sind die japanischen
Autofirmen gut aufgestellt, um
von verschärften Emissionskontrollen und Energiesparvorschriften zu
profitieren.
Abbildung 14
Die Bank of Japan kau Aktien
ETFs in der Hand der Bank of Japan (in Bio. JPY)
7
6
5
4
3
2
1
0
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Quelle: UBS, Daten per 13. November 2015
ubs.com/houseview
35
Grossbritannien
Untergewichtet
Weiteres Stagnationsjahr für
britische Aktien
Nach einem passablen ersten Quartal
2015 litt der britische Markt im zweiten Quartal unter seinem relativ ­hohen
Engagement im Grundstoff- und im
Energiesektor, da die Rohstoffpreise
fielen. Dank seiner defensiven Qualitäten konnte sich der britische Markt
während der Verkaufswelle im dritten
Quartal besser halten als andere, zyklischere Märkte. Aufgrund der ungünstigen Sektorzusammensetzung war
der Schaden jedoch bereits angerichtet.
Trotz der Rally im vierten Quartal
­haben britische Aktien seit Anfang des
Jahres etwa 1% eingebüsst.
Vorteile des britischen Marktes im
Portfoliokontext
Trotz unserer Untergewichtung
britischer Aktien raten wir Anlegern
immer noch, die Vorteile einer lang­
fristigen Anlage in britischen Aktien
zu beachten.
Untergewichtung von britischen
Aktien wegen schwachem
Gewinnwachstum
Wir sind in britischen Aktien unter­
gewichtet.
Trotz seines relativ hohen Gewichts
im Rohstoff- und Energiesektor ist
die Zusammensetzung des britischen
Aktienmarktes verhältnismässig defensiv: In den letzten fünf Jahren wies
er ein «Beta» von rund 0,9 gegenüber
den globalen Märkten auf. Das bedeutet zwar, dass er in unserem Basis­
szenario steigender Märkte höchstwahrscheinlich schwächer abschneidet.
Falls es jedoch zu einer Verkaufswelle
kommt, dürfte er sich besser halten als
andere Aktienmärkte von Industrie­
ländern, vor allem, wenn der Kursrutsch
durch die Besorgnis über das Wachstum in Industrieländern ausgelöst
wird. Im langfristigen Portfoliokontext
ist diese Art von Diversifikation sehr
wertvoll.
Ebenso wie in den USA ist der Konjunkturzyklus in Grossbritannien
weit fortgeschritten. Nach unserer
Einschätzung wird die Bank of
­England 2016 ihren Leitzins anheben
(in unserem Basisszenario im Mai),
und die Rendite 10-jähriger bri­
tischer Staatspapiere dürfte 2016
ebenfalls steigen.
In einem Umfeld steigender 10-jähriger Zinsen und vor einer Zins­
erhöhung rechnen wir mit einer
Outperformance von Substanz­
werten gegenüber Wachstums­
werten. Anleger dürften nämlich
zögern, für Wachstum zu zahlen,
während die Dis­kontierungssätze
steigen.
Abbildung 15
Gewinne in Grossbritannien unter Druck
Realisierte Gewinne gemäss IBES für MSCI UK
Quelle: Thomson Reuters, Daten per 13. November 2015
36
UBS House View – Year Ahead 2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
180
170
160
150
140
130
120
110
100
2007
Die relative Stärke des britischen
Pfunds ist ein zusätzliches Hindernis
für die Gewinne. Die Währung be­
lastet die Gewinne zwar nicht mehr so
stark wie im Vorjahr. Grossbritannien
profitiert aber auch nicht davon, dass
die Währungsentwicklung die Unternehmen unterstützt wie in der Euro­
zone und in Japan. In diesem Jahr wer­
tete das Pfund gegenüber dem Euro
um etwa 10% auf und tendierte
­gegenüber dem US-Dollar seitwärts.
2006
Darüber hinaus müssen die schwächeren Rohstoffpreise in den Konsens­
erwartungen erst noch berücksichtigt
werden. Wir rechnen mit weiteren
negativen Gewinnkorrekturen in den
kommenden Monaten.
Im Jahr 2016 sollte die Möglichkeit
­einer Erholung im Rohstoff-/Schwellenländerkomplex in Betracht gezogen
werden, von der britische Aktien überdurchschnittlich profitieren würden.
Britische Aktiengesellschaften erwirtschaften rund 10% bis 15% ihrer
­Umsatzerlöse in China und insgesamt
etwa 35% in Schwellenländern.
2005
In den letzten zwei Jahren verzeich­
nete der britische Markt einen negativen Gesamtertrag. Aber unserer Meinung nach ist jetzt nicht der richtige
Zeitpunkt, um auf eine Erholung zu
setzen. Dem Markt fehlt die Gewinndynamik, die in der Regel mit einer
nachhaltigen Rally assoziiert wird:
Nach einem Rückgang um 4% im Jahr
2014 dürften die Gewinne in diesem
Jahr um mehr als 13% zurückgehen.
Wir rechnen mit einer
­Out­performance britischer
Substanzwerte 2016
Bei britischen Aktien dürfte der
Markt werthaltige Unternehmen
mit niedrigen Bewertungen und
hohen Dividendenrenditen im
­Vergleich zum restlichen Markt
­belohnen.
Schweiz
Neutral
Schweizer Markt trotz
Schocks ­robust
Im Januar 2015 gaben Schweizer
­Aktien vom Höchst- bis zum Tiefstwert
um 15% nach, als die Schweizerische
Nationalbank die Untergrenze für den
Wechselkurs des Schweizer Franken
aufhob. Am Ende des ersten Quartals
notierten sie aber höher als am Jah­
resanfang. Das war auf die stetige
­Abschwächung der Währung gegenüber dem US-Dollar und der über­
raschend robusten Rentabilität der
Unternehmen zurückzuführen.
Im August wurde der Schweizer Aktienmarkt aufgrund der globalen Bedenken rund um das Wachstum in den
Schwellenländern, in denen Schweizer
Unternehmen ein Drittel ihrer Gewinne erwirtschaften, von einer zweiten
Verkaufswelle erfasst, schnitt aber
dank seiner relativ defensiven Sektorzusammensetzung besser ab als
­andere globale Märkte.
An der weltweiten Rally im vierten
Quartal partizipierte der Schweizer
Aktienmarkt zwar, aber weniger stark
als andere, zyklischere Märkte. Der
Schweizer Markt ist seit Jahresbeginn
hinter dem globalen Markt zurück­
geblieben, jedoch ist die Seitwärts­
entwicklung angesichts der Umstände
beeindruckend.
Die Sektoren Basiskonsumgüter und
Finanzwesen haben besser abgeschnitten als der breite Markt, derweil
zyklische Konsumgüter die Performance am stärksten belasten.
Frankenstärke belastet
Schweizer Aktien
Durch die plötzliche Aufwertung des
Schweizer Franken im Januar gaben
Schweizer Aktien von ihren Hoch­
ständen um 15% nach.
Diese Entwicklung machte die Bedeutung von Wechselkursbewegungen
für den sehr internationalen Schweizer
­Aktienmarkt deutlich, erzielen die
Schweizer Unternehmen doch ein Drittel ihrer Gewinne in Westeuropa, ein
weiteres Drittel in den Schwellenländern
und ein Viertel in Nordamerika.
Die Aufwertung des Schweizer Franken gegenüber den Währungen der
wichtigsten Handelspartner (besonders Europa und die Schwellenländer)
belastet das Umsatzwachstum, das in
Schweizer Franken umgerechnet gesunken ist.
Dieser negative Wechselkurseffekt
dürfte im Jahr 2016 an Bedeutung
verlieren, jedoch sollten die Anleger
unseres Erachtens auf kurzfristige
­Gewinnenttäuschungen gefasst sein
und ein zu starkes Engagement in
Schweizer Aktien vermeiden.
Gewinne dürften sich
mittelfristig bessern
Die Stärke der Währung wird zwar
kurzfristig zu Gewinnenttäuschungen
führen, jedoch sind die Schweizer
­Unternehmen ziemlich robust, und in
Lokalwährung zieht das Umsatzwachstum leicht an. Unseres Erachtens
ist es unwahrscheinlich, dass der
Schweizer Franken 2016 gegenüber
dem Euro sehr stark aufwerten wird.
Zudem erwarten wir, dass die Schweizerische Nationalbank einschreiten
würde, um eine kräftige Aufwertung
zu verhindern.
Daher gehen wir mittelfristig von
­einem stärkeren Gewinnwachstum
aus und glauben, dass Schweizer
­Aktien ein robuster und rentabler Bestandteil eines langfristig orientierten
Aktienportfolios sein können.
Auch die Dividenden werden weiterhin einen bedeutenden Teil der
­Gesamtrendite von Schweizer Aktien
ausmachen. Nachdem die Mehrzahl
der Unternehmen ihre Dividenden im
Jahr 2015 angehoben hat, rechnen wir
für 2016 mit einem weiteren Anstieg
der Dividendenzahlungen insgesamt.
Qualitativ hochwertige
­Dividendentitel und Mid Caps
bieten Chancen
Am Schweizer Aktienmarkt finden
wir qualitativ hochwertige Divi­
dendenzahler und Mid Caps interessant. Im Jahr 2015 läutete die
Aufhebung der Wechselkursuntergrenze für den Schweizer Franken
gegenüber dem Euro eine Negativzinsphase in der Schweiz ein, bot
die Schweizerische Nationalbank
doch für die bei ihr gehaltenen Einlagen einen Zinssatz von –0,75%
pro Jahr. Unseres Erachtens erhöht
das die Attraktivität qualitativ hochwertiger Dividendentitel – Unternehmen mit nachhaltigen Gewinnen, hohen Erträgen und einer
Tradition, die Dividendenausschüttungen an ihre Anleger zu erhöhen.
Was die verschiedenen Segmente
betrifft, bevorzugen wir Schweizer
Mid Caps mit a) einem bereits in der
Vergangenheit stärkeren Gewinnund Dividendenwachstum als Large
und Small Caps – das Gewinnwachstum war in den letzten zehn
Jahren doppelt so stark. b) solideren Bilanzen (47% weisen eine Nettoliquidität auf) und c) attraktiven
Bewertungen mit einer Prämie von
nur 5% gegenüber dem breiten
Markt im Vergleich zum langfristigen Durchschnitt von 12%.
Abbildung 16
Schweizer Aktien werden stark von
Auslandsgewinnen beeinflusst
SMI nach geschätzten Beiträgen zum operativen Gewinn
7%
Schweiz
32%
25%
Westeuropa
Andere Industrieländer
Schwellenländer
35%
Quelle: UBS, Unternehmenszahlen, Daten per 13. November 2015
ubs.com/houseview
37
Asien-Pazifik
38
UBS House View – Year Ahead 2016
Anleger, die eine «Absicherung
zum Nulltarif» wünschen, könnten
zu diesem Zweck eine billige Ab­
sicherung in zyklischen Märkten
wie Korea und Taiwan in Erwägung
ziehen, die sie durch den Verkauf
relativ teurer Absicherungen in eher
defensiven Märkten wie den USA
voll finanzieren.
In Singapur bringt die wirtschaftliche
Restrukturierung landesspezifische
Risiken mit sich, aber die verhältnismässige Schwäche des Singapur-­
Dollars schafft attraktive Chancen für
Exporteure und international engagierte Unternehmen.
Abbildung 17
Bewertungen asiatischer Aktien nahe am Tiefpunkt
Kurs-Buch-Verhältnis MSCI Asia ex-Japan
3,0
2,5
2,0
Quelle: Bloomberg, Daten per 13. November 2015
2015
2014
2013
2012
2011
1,0
2010
1,5
2009
Wahrscheinlich werden die Erträge
unter Druck bleiben. Das Wachstum in
dieser Region dürfte sich 2016 wieder
verlangsamen. Dabei wird das Wachstum in China unserem Basisszenario
zufolge noch stärker zurückgehen als
2015. Es ist weiterhin mit starken
Stimmungsschwankungen zu rechnen.
Aufgrund des beträchtlichen Emis­
sionsvolumens strukturierter Produkte insbesondere in Korea und
Taiwan sind Verkaufsoptionen
(die den Anlegern Absicherung gegen Aktienmarktrückgänge bieten)
unseres Erachtens im Verhältnis
zur Wahrscheinlichkeit ihrer Ausübung unterbewertet.
2008
Bewertungen unterstützen Asien
ohne Japan
Die derzeit niedrigen Bewertungen
dürften für Aktienanlagen in der
­Re­gion Asien ohne Japan förderlich
sein. Mit einem Kurs-Buchwert-­
Verhältnis von 1,4 liegen die Bewertungen von Aktien aus dieser Region
nahezu auf dem Niveau der 2008
­erreichten Tiefstwerte.
Asiatische Märkte können
globale Absicherung bieten
Unserer Ansicht nach bieten vereinzelte asiatische Märkte effiziente
Möglichkeiten zur Absicherung des
globalen Aktienengagements.
So ist beispielsweise die Abschwächung des Immobilienmarkts in Hongkong ein Hemmnis sowohl für die
Konjunktur als auch für den Aktien­
marktindex. Die Einzelhandelsumsätze
in Hongkong selbst sind zwei Jahre
in Folge gesunken. Unserer Ansicht
nach dürften Unternehmen mit globalem Engagement ein höheres Gewinnwachstum verzeichnen als binnenmarktorientierte Unternehmen.
2007
Manchmal glaubte man sich in das
Jahr 1997, als die Asienkrise ausbrach,
zurückversetzt. Heute jedoch, an der
Schwelle zum Jahr 2016, bleiben wir
bei unserer Übergewichtung Asiens
ohne Japan im Kontext eines auf
­A sien ausgerichteten Portfolios. Die
Verkaufswelle war aus unserer Sicht
unbegründet, sind doch die makroökonomischen Fundamentaldaten
heute erheblich solider als 1997. Flexible Wechselkurse begrenzen das
­Risiko einer Verlagerung der Krise in
die Zukunft, die Arbeitsmärkte sind
nach wie vor robust, und die Immo­
bilienwerte gehen zwar zurück, verfallen aber nicht.
In China schliesslich, wo die Aussichten für die Binnenwirtschaft ungewiss sind, könnten die Anleger unseres ­Erachtens von Engagements in
den zahlreichen Unternehmen profitieren, die ins Ausland expandieren.
Anlagegelegenheiten in der
Asien-Pazifik-Region
Da sich das Wachstum in Asien 2016
voraussichtlich wieder verlangsamen
wird, empfehlen wir die Konzentration
auf Unternehmen in der Region, die
sich Wachstumschancen im Ausland
zunutze machen.
2006
Nach einem recht guten Start ins neue
Jahr, insbesondere dank der guten
Wertentwicklung der Aktien in Hongkong, setzte im April eine Verkaufswelle ein. Die lokalen Währungen
werteten insbesondere in südostasia­
tischen Ländern wie Malaysia, Indo­
nesien und Thailand ab, und die
­Erträge gerieten unter Druck. Auch in
Singapur, Indonesien und Thailand
entwickelten sich die Aktienmärkte
schwach, da man über den Immo­
bilienmarkt, die Rohstoffpreise und die
Risiken einer weltweiten Konjunkturabkühlung besorgt war.
Allerdings beginnen sich die Unternehmen erfolgreich an das geringere
Umsatzwachstum anzupassen,
­indem sie ihre Fixkosten reduzieren
und die Investitionspläne anpassen.
Dies könnte einen unerwartet hohen
freien Cashflow bedeuten, trotz
des wei­terhin enttäuschenden Umsatzwachstums.
2005
Schwieriges Jahr für Asien
ohne Japan
Anleger in Aktien aus Asien ohne
Japan hatten es 2015 schwer.
Anleihen
Halbjahr. Die sinkenden Energiepreise und globale Wachstums­
bedenken belasteten dagegen konjunktursensitive Anleihen im 3.
Quartal. Auf EUR lautende Hochzinsanleihen, die ein geringeres
­Engagement im Energiesektor aufweisen, schnitten besser ab.
Schwellenländeranleihen entwickelten sich vor dem Hintergrund des
nach­lassenden Wachstums gut. Ihre
relativ lange Duration war in einer
Welt der niedrigen Renditen von
Vorteil, und die Ausfallquoten blieben unter Kon­trolle.
Carolina Moura-Alves, Head of Fixed Income Strategies
Douglas Rothstein, Head of Rates Strategies
Philipp Schoettler, Head of DM Credit Strategies
Michael Bolliger, Head of EM Asset Allocation
Die Welt steuert auf ein moderat schnelleres
­Wachstum, eine höhere Inflation und höhere Zinssätze in den USA zu. Daher erwarten wir, dass
die Anleihenrenditen steigen werden. In einem für
Anleihen schwierigen Umfeld haben wir die
­Anlageklasse ­insgesamt untergewichtet, erkennen
aber Chancen bei europäischen HochzinsUnternehmens­anleihen sowie in kurzfristigen
Investment-Grade-Unter­nehmensanleihen.
Rückblick auf den Anleihenmarkt 2015
Investment-Grade-Anleihen erlebten in der Eurozone ein volatiles
Jahr. Die gute Performance im ersten Quartal wurde von der Ankündigung eines quantitativen Lockerungsprogramms durch die EZB
sowie dem Rückgang der Ölpreise
und der Inflation angetrieben.
Doch folgten zwei schwache Quartale. Besonders US-Investment-­
Grade-Unternehmensanleihen hat-
ten infolge des Rekordvolumens an
Neuemissionen mit Schwierigkeiten
zu kämpfen. Anzeichen, dass die
US-Notenbank ihre Zinserhöhungen
verschieben würde, liessen die
­Kurse im letzten Quartal wieder
steigen.
Auch die Renditen der US-HochzinsUnternehmensanleihen entwickelten sich weitgehend seitwärts. Die
Erholung der Ölpreise unterstützte
die gute Performance im ersten
In Anleihen sind wir
untergewichtet
In unserer taktischen Vermö­gens­
allokation sind wir in Anleihen
im Vergleich zu Aktien unter­
gewichtet.
Die Renditen der sichersten Anleihen sind nach wie vor sehr niedrig,
und wir stehen an der Schwelle
zu einem Jahr, in dem die US-Notenbank die Zinssätze wahrscheinlich
anheben wird. In unserem Basis­
szenario gehen wir davon aus, dass
erstklassige Anleihen in den nächsten sechs Monaten eine Performance
von 0% bis –2% erzielen werden.
Die lockere Geldpolitik der Zentralbanken in der Eurozone, in Japan
und in der Schweiz dürfte sehr negative Renditen zwar verhindern.
Wir glauben jedoch nicht, dass die
sichersten Anleihen insgesamt
ein attraktives Risiko-Rendite-Profil
bieten.
Höhere Zinssätze dürften auch
die Performance von Investment-­
Grade-Unternehmensanleihen
­niedrig halten (1% bis 2%). Der
Ausblick für risiko­reichere HochzinsUnternehmensanleihen ist besser,
aber die Erträge dürften nicht höher
ausfallen als die aktuellen Renditen,
da steigende Zinssätze und eine
Zunahme der Ausfälle den positiven
Effekt der engeren Spreads aus­
gleichen dürften.
ubs.com/houseview
39
Anleihen
Den Fokus auf Unternehmens­
anleihen legen
Unternehmensanleihen dürften sich
unseres Erachtens 2016 relativ gut
­entwickeln. Wir halten sie für das
interessanteste Segment des Anleihenmarkts. Investment-Grade- und europäische Hochzins-Unternehmens­
anleihen haben wir im Vergleich zu den
sichersten «erstklassigen» Anleihen
übergewichtet. Allgemein bevorzugen
wir Emittenten aus Marktsegmenten
mit dem Rating «BBB» bis «B».
Der wirtschaftliche Hintergrund mit
einem ordentlichen Wachstum dürfte
Unternehmensanleihen als Anlageklasse im Allgemeinen unterstützen.
Das Wachstum ist zu schwach für
deutlich höhere Zinssätze, aber immer
noch stark genug, um eine Verengung
der Spreads zu ermöglichen und
eine erhebliche Zunahme der Ausfälle
zu verhindern.
Bei Unternehmensanleihen empfehlen wir, den Schwerpunkt auf USDAnleihen mit kurzer Laufzeit zu legen,
da die Titel mit der längsten Laufzeit
sehr empfindlich auf die Erwartungen
des Marktes in Bezug auf die Zins­
aussichten reagieren dürften.
Steigende Renditen
Wir erwarten, dass die Renditen
im kommenden Jahr steigen werden.
Die strukturelle Nachfrage nach
Staatsanleihen wird zwar anhalten,
­jedoch dürften die Zinssätze in den
Performance (%)
2014
USA und Grossbritannien 2016 angehoben werden, da sich anscheinend
beide Volkswirtschaften bis zum Jahresende ihren Inflationszielen annähern.
Vor diesem Hintergrund, der auf ein
stärkeres Wachstum und eine steigende Inflation hindeutet, erwarten wir,
dass sich die Renditen 2016 nach
oben bewegen werden. Wir prognostizieren 2,5% für die 10-jährigen
­US-Treasuries und 2,3% für die 10-jährigen britischen Gilts.
Zwar ist es wahrscheinlicher geworden, dass die Europäische Zentralbank
ihr quantitatives Lockerungsprogramm
über den ursprünglichen Endtermin
September 2016 hinaus fortsetzen
wird. Wir glauben aber, dass die Renditen auch in der Eurozone steigen
werden. Für 2016 erwarten wir ein nominales BIP-Wachstum von 2,8% in
der Eurozone, das unseres Erachtens
zu stark ist, um mit Anleihenrenditen
von unter 1% vereinbar zu sein. Für
die 10-jährigen deutschen Bundes­
anleihen prognostizieren wir eine Ren­
dite von 1,2%.
Angesichts der ähnlichen Lage in der
Schweiz erwarten wir, dass die Deflation auch 2016 andauern wird. Das
kräftigere Wachstum dürfte indes ausreichen, um die Renditen wieder in
den positiven Bereich zu bewegen. Für
die 10-jährigen Eidgenossen prognostizieren wir eine Rendite von 0,2%.
Durchschn.
Kreditrating
Rendite auf
Verfall (%)
Lauf. Jahr
2015
Laufzeit
Fokus auf Titeln mit fünf bis
sieben Jahren Laufzeit
In einem Umfeld mit steigenden
Anleihenrenditen könnten Anleger
der Versuchung erliegen, in ihren
Anleihenportfolios in kurzfristige
Anleihen umzuschichten oder das
Zinsrisiko vollständig durch Fixed-­forFloating-Swaps abzusichern. Bei
Investment-Grade-Unternehmens­
anleihen mit kürzeren Laufzeiten
­erkennen wir zwar taktische Möglichkeiten, glauben aber nach wie vor,
dass die Anleger in ihren Portfolios
langfristig eine durchschnittliche
Laufzeit von fünf bis sieben Jahren
anstreben sollten, auch wenn die
Renditen allmählich steigen.
Unseres Erachtens wird mit einer
durchschnittlichen Laufzeit von fünf
bis sieben Jahren eine optimale
­Balance aus angemessener Rendite
und Absicherung des übrigen Port­
folios gegen Schocks erreicht.
Erstklassige
Erstklassige Anleihen unter Druck
Angesichts des wahrscheinlichen
­Anstiegs der Renditen glauben wir,
dass sich die hochwertigsten An­
leihen 2016 schwächer entwickeln
dürften als Aktien und Anleihen
mit mehr Kreditrisiko.
Kredit-Spread (Bp.)
Aktuell 10-J.-Durchschnitt
Ausfallquote (%)
12 Mte. 10-J.-Durchtrailing
schnitt
USD erstklassig (5–7J.)
+5,5
+2,4 AA/AA+
2,4
49
77
0,0
circa 0
EUR erstklassig (5–7J.)
+8,7
+1,3 AAA
0,2
27
53
0,0
circa 0
CHF erstklassig (5–7J.)
+6,0
+3,3 AA/AA+
–0.3
47
69
0,0
circa 0
US-Unternehmensanleihen
+4,4
+1,5 A-/BBB+
2,9
129
172
0,0
0,2
US HY
+2,5
–1,5 B+
8,1
619
608
2,8
3,8
EU HY
+5,5
+3,1 BB-
5,2
483
642
0,2
2,4
EM Staatsanleihen
+7,4
+2,3 BB+/BBB-
6,1
387
322
0,0
0 –1
EM-Unternehmensanleihen
+5,7
+2,8 BBB-
6,0
387
305
3,1
2,5
Quelle: UBS, Daten per 17. November 2015
40
UBS House View – Year Ahead 2016
Anleihen
Zu diesen langfristigen Investment-­
Grade-Anleihen geben wir eine vorsichtige Prognose ab und empfehlen
den Anlegern sicherzustellen, dass
sie in diesem Segment nicht zu stark
­engagiert sind. Die starke Emissions­
tätigkeit und die steigende Zinsvolatilität haben sich bereits auf diese längerfristigen Anleihen ausgewirkt. Wir
gehen von einer anhaltenden Underperformance aus, da die Anleger
­zinssensitive, sichere festverzinsliche
­Anlagen zugunsten eher kurzfristiger
Unternehmensanleihen, Aktien oder
Barmittel verkaufen. Selbst wenn sich
langfristige Anleihen anders entwickeln können als erwartet und 2016
nach wie vor gut unterstützt werden,
glauben wir, dass die für diese Emis­
sionen typische hohe Volatilität im Allgemeinen nicht ausreicht, um das mit
dem Besitz dieser Papiere verbundene
Risiko von Marktwertverlusten zu
rechtfertigen.
Abbildung 18
Renditen zeigen längeren Rückgang
Renditen 5-jähriger Staatsanleihen, in %
8,0
6,0
4,0
2,0
0
USA
Deutschland
2015
2013
2011
2009
2007
2005
–2,0
2003
Unser Basisszenario geht zwar weiter
von höheren Renditen aus, doch
wäre es unseres Erachtens unklug,
wenn sich die Anleger zu stark in
diese Richtung positionieren würden.
Der Ausblick ist weniger gut als in
der Vergangenheit; dennoch sollten
erstklassige Anleihen in den meisten
Portfolios weiterhin eine wichtige
Rolle spielen.
Wir empfehlen, den Schwerpunkt
auf Unternehmensanleihen mit kürzeren Laufzeiten zu legen, die relativ
­unempfindlich gegen Veränderungen
der Zinssätze sind. Die Anleihen von
Emittenten mit schwächerem Rating
(zum Beispiel BBB) sind nach unserer
Einschätzung günstiger und dürften von der Nachfrage seitens institu­
tioneller Anleger profitieren.
Zinsanstieg als Risiko für lang­
fristige Unternehmensanleihen
Das Niedrigzinsumfeld hat viele
­Unternehmen dazu ermutigt, sich die
niedrigen Kreditkosten bis weit in
die Zukunft zu sichern. Dazu haben
sie langfristige Anleihen begeben.
Die durchschnittliche Laufzeit neu
ausgegebener US-Investment-GradeAnleihen hat sich in den letzten zehn
Jahren mehr als verdoppelt (von 8,6
Jahren im Jahr 2005 auf durchschnittlich 17 Jahre im Jahr 2015).
2001
Aufgrund des labilen Wirtschaftswachstums, der allgemeinen Vorsicht
der Zentralbanken beim Thema Zins­
erhöhungen, des strukturellen Deflationsdrucks sowie der Überkapazitäten
in China und des technologischen
Wandels ist es gut möglich, dass sich
erstklassige Anleihen erneut anders
entwickeln werden als erwartet.
Vor dem Hintergrund eines ordent­
lichen Wirtschaftswachstums in den
Industrieländern sind die aktuellen
Kreditspreads von 110 Basispunkten
attraktiv.
1999
Ist eine erneute Rally von erst­
klassigen Anleihen möglich?
In unserem Basisszenario gehen wir
zwar von höheren Renditen und einer
schwachen Kursentwicklung für erstklassige Anleihen aus. Wir müssen
aber einräumen, dass sich genau diese
Prognose in den letzten Jahren unter
Anlagestrategen sehr grosser Beliebtheit erfreute. Dennoch haben die
hochwertigsten Anleihen die Erwartungen laufend übertroffen.
Positive Einschätzung zu
Unternehmensanleihen
Mit Blick auf das Jahr 2016 halten
wir eine übergewichtete Position in
kurzfristigen, auf US-Dollar lautenden
Investment-Grade-Unternehmens­
anleihen. Im Jahr 2015 stiegen die Kreditspreads auf die höchsten Niveaus
seit 2012, was unserer Ansicht nach
aber eher technische als fundamentale
Gründe hatte.
1997
Wir rechnen für die nächsten sechs
Monate mit Gesamtperformance von
–1,3% für auf EUR lautende Anleihen,
von –1,2% für erstklassige auf USD
lautende Anleihen und von –2,3% für
auf CHF lautende Titel.
IG Unternehmensanleihen
1995
Wir erwarten zwar, dass die Zinsen
nur in den USA und Grossbritannien
steigen werden, glauben aber, dass
die hochwertigsten Anleihen in allen
wichtigen Währungen 2016 unter
Druck geraten. Die niedrigsten Performance dürften dabei die Anleihen
mit den niedrigsten Anfangsrenditen
erbringen, vor allem aus der Schweiz
und der Eurozone.
Schweiz
Quellen: Bloomberg, UBS, Daten per 13. November 2015
ubs.com/houseview
41
Hochzinsanleihen
Chancen bei europäischen
Hochzinsanleihen
Hochzinsanleihen besitzen in Europa
mit Blick auf 2016 einen gewissen
Reiz. Die Performance der europäischen
Hochzinsanleihen von rund 5% sind
attraktiv, und wir erwarten auf Sicht
der nächsten sechs Monate eine Performance von 3%.
Vor allem hat der Kreditzyklus in
­Europa nach wie vor erst eine relativ
geringe Reife erlangt. Die Region erholt
sich nur langsam von der Finanzkrise
2008 und der Krise in der Eurozone
2011. Das hat zwar die Rentabilität der
Unternehmen belastet, ist aber positiv
für Anleiheninhaber, da sich der Verschuldungsgrad nicht so stark erhöht
hat wie in anderen Regionen.
Der nächste Ausfallzyklus bei
Hochzinsanleihen?
Wir glauben zwar, dass die meisten
Anleger ein gewisses strategisches
­Engagement in US-Hochzinsanleihen
beibehalten sollten, denken aber
auch, dass die Ausfallquoten 2016
steigen dürften, was Druck auf die
Anlageklasse ausüben könnte.
Der US-Kreditzyklus ist bereits relativ
weit vorangeschritten. Die Erlöse aus
der Neuemissionstätigkeit werden zunehmend für Kapitalinvestitionen oder
Übernahmen verwendet. Für das Wirtschaftswachstum insgesamt ist das
zwar potenziell gut, für die Kredit­
qualität aber in der Regel schlecht, da
sich die Verschuldung der Unternehmen erhöht. Die Verschuldungsquote
der Unternehmen ist vom 3,2-fachen
des EBITDA im Jahr 2010 auf das
4,9-fache in diesem Jahr gestiegen.
Das und die aktuelle Rohstoffpreisschwäche, welche die Cashflows von
Unternehmen aus dem Rohstoffsektor
belastet, dürfte unserer Erwartung
nach in den nächsten zwölf Monaten
zu einem Anstieg der Ausfallquote bei
US-Hochzinsanleihen in Richtung
4,5% führen.
Abbildung 19
USA und Europa in unterschiedlichen Phasen des
Kreditzyklus
Durchschnittliches Verhältnis Nettoverschuldung zu
EBITDA bei Hochzinsunternehmensanleihen
6
5
4
3
2
1
USA (ohne Energie)
Europa
Quellen: Bank of America, UBS, Daten per 13. November 2015
42
UBS House View – Year Ahead 2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
0
2005
Das Wirtschaftswachstum dürfte sich
2016 wieder beschleunigen. Wir rechnen damit, dass die Ausfallquoten für
europäische Emittenten von Hoch­
zinsanleihen in den nächsten zwölf
Monaten unter 2% bleiben.
Anleihen
China – der Lichtblick
bei ­Unternehmensanleihen
China ist unseres Erachtens der Lichtblick am Kreditmarkt in Asien.
Die Behörden haben die Zinssätze
bereits mehrmals gesenkt, um den
Finanzierungsdruck für Unternehmen
zu mindern. Sobald der Bestands­
überhang im ersten Halbjahr 2016
­abgebaut ist, beurteilen wir die Aussichten für chinesische High-YieldEmittenten aus dem Immobiliensektor
besonders positiv, da sie von höheren
Bauinvestitionen und der Erholung der
Hauspreise profitieren könnten.
Die Unternehmensanleihen in der
Region dürften unter den Bedenken
rund um die Auswirkungen höherer
US-Zinssätze leiden, und wir sehen in
diesem Umfeld nur wenig Spielraum
für Kurszuwächse.
Abbildung 20
Ratings von Unternehmensanleihen aus
Schwellenländern unter Druck
Ratingveränderungen, Investment-Grade- und Hochzinsanleihen aus Schwellenländern (EM)
10
Heraufstufungen
5
0
–5
–10
Herabstufungen
–15
EM-Investment-Grade-Anleihen
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
–20
2007
Ist die Schwäche der Schwellen­
länder eskomptiert?
Es gibt zwar gute Gründe, bei Anleihen
aus den Schwellenländern vorsichtig
zu sein. Wir glauben allerdings, dass
die Spreads von Unternehmens- und
Staatsanleihen die schwächeren Funda­
mentaldaten möglicherweise bereits
zu einem grossen Teil widerspiegeln.
Die Kreditspreads haben sich in den
letzten Monaten ausgeweitet – auf
390 Basispunkte für einen diversifizierten Korb von Staats-und Unternehmensanleihen.
Malaysia und Indonesien dürften 2016
die anfälligsten Länder sein, da sie
­beide auf ausländische Finanzierungsmittel und höhere Rohstoffpreise
­angewiesen sind, um die Liquidität
und Solvabilität aufrechtzuerhalten.
Ausserdem erwarten wir für 2016 eine
schwächere Emissionstätigkeit, was
dem Markt aus technischer Sicht zugutekommen dürfte. Im Jahr 2014
wurden in Asien Neuemissionen im
Rekordvolumen von 190 Mrd. USDollar auf den Markt gebracht. Dieser
Wert dürfte bis Ende 2015 auf rund
140 Mrd. US-Dollar gesunken sein,
und für 2016 rechnen wir mit einem
ähnlichen Rückgang (auf 100 Mrd.
bis 120 Mrd. US-Dollar).
2006
Die Staatsanleihen der Schwellen­
länder weisen zudem im Allgemeinen
eine relativ lange Duration auf und
könnten daher empfindlicher auf
­höhere US-Zinssätze reagieren als andere Anleihensegmente.
Begrenztes Potenzial für
­Unternehmensanleihen
Die Gesamtrenditen von Unter­
nehmens­anleihen aus der Region
­A sien- Pazifik dürften insbesondere verglichen mit den jeweiligen
­Aktien verhalten ausfallen. Die An­
leihen scheinen bei den aktuellen
Spreadniveaus fair bewertet zu sein,
doch fehlt es an kurzfristigen Im­
pulsen.
2005
Die Rentabilität der Unternehmen
steht unter Druck. Wir erwarten, dass
die Ausfallquote bei Unternehmen
aus den Schwellenländern im ersten
Halbjahr 2016 steigen wird, denn
die schwächeren Währungen der
Schwellenländer, die niedrigen Roh­­
stoffpreise und die schwache
­Wachstumsdynamik zehren die Liqui­
ditätspolster der Schwellenländer­
unternehmen weiter auf. Staatsanleihen
könnten besser abschneiden, sind
aber mit ganz eigenen Risiken verbunden, wie die kürzlich erfolgte Herabstufung der Bonität Brasiliens auf SubInvestment-Grade-Status belegt.
Asien-Pazifik
2004
Fundamentaldaten der Schwellenländeranleihen unter Druck
Für die Schwellenländer erwarten wir
ein stabileres Wachstum im Jahr 2016.
Allerdings sind die Wachstumsraten
niedriger als in der Vergangenheit.
­Zudem sind in vielen Ländern Struktur­
reformen nötig, und der Schulden­
abbau im Privatsektor steht noch aus.
Anleger sollten daher bei Anlagen
in Staats- oder Unternehmensanleihen
von Emittenten aus den Schwellen­
ländern vorsichtig sein.
Das erste Halbjahr 2016 könnte zwar
eine turbulente Zeit werden, jedoch erwarten wir, dass sich das Wachstum in
den Schwellenländern 2016 insgesamt
stabilisieren wird. Stabilere Rohstoffpreise könnten einigen der anfälligsten
Emittenten ebenfalls zugutekommen.
Daher positionieren wir uns am Übergang zum Jahr 2016 neutral und behalten ein strategisches Engagement
in dieser Anlageklasse bei. Die attraktiven Renditen bieten einen Ausgleich
für die unsicheren fundamentalen
Rahmenbedingungen in der Region.
2003
Schwellenländer
EM-Hochzinsanleihen
Quellen: Bank of America, UBS, Daten per 13. November 2015
ubs.com/houseview
43
Alternative
Anlagen
Simon Smiles, Head of UHNW & Alternatives
Andrew Lee, Deputy Head of UHNW & Alternatives
Nils Beitlich, Head of Funds
Karim Cherif, hedge fund strategist
Unsere Welt wandelt sich hin zu niedrigeren Ren­
diten. Daher sind wir der Meinung, dass alternative
Anlagen in Portfolios eine immer bedeutendere
Rolle spielen werden. 2016 könnten Anleger von
der Diversifizierung von Anlagen über verschiedene
Strategien in einem gut ausgewogenen HedgeFund-Portfolio profitieren.
44
UBS House View – Year Ahead 2016
Alternative Anlagen
Hedge
funds
Ein durchwachsenes Jahr
2015 war ein schwieriges Jahr für
Hedge Funds. Das lag an den schwachen Renditen an den globalen
­Aktienmärkten und einer Reihe von
Ereignissen, die sich auf beliebte
­Einzeltitel auswirkten. Zum Zeitpunkt
der Erstellung dieses Artikels notiert
der HFRI Fund of Funds Composite
­Index im Vergleich zum Jahresanfang
unverändert.
Massgeblichen Einfluss auf die
­Ren­diten hatte unter anderem der
­Umstand, dass die Aktienmärkte
das drittschlechteste Jahr seit zehn
Jahren erlebten. Equity-Hedge-Stile
waren davon besonders stark betroffen (unverändert seit Jahresbeginn).
Macro-Fonds entwickelten sich zu
­Jahresbeginn sehr gut, litten aber ab
April unter der Umkehr der langen
Hausse bei Aktien und Staatsanleihen
sowie unter Anzeichen, dass die Rohstoffpreise die Talsohle erreicht haben
könnten (–1,5% im laufenden Jahr).
Event-Driven-Fonds starteten ebenfalls
gut ins Jahr, spürten im August und
September aber die schwache Performance einiger beliebter Titel aus dem
Gesundheitssektor.
Daraus könnten sich Handelschancen
ergeben, jedoch bedarf es eines eher
thematischen und taktischen Anlage­
ansatzes unter Bevorzugung aktiv
­verwalteter Anlageinstrumente, die
sich leichter an geänderte Verhältnisse
anpassen lassen. Die Normalisierung
der Volatilität auf ihren langfristigen Durchschnitt dürfte auch Arbi­
tragemöglichkeiten schaffen.
Insgesamt erwarten wir für 2016
Renditen von 4% bis 6% für die
gesamte Anlageklasse. Ein gut diversifiziertes Portfolio, das in eine Reihe
von Managern mit verschiedenen
Anlagestilen und -ansätzen investiert,
ist die beste Möglichkeit, die einzigartigen Anlageressourcen von Hedge
Funds zu nutzen.
Risiken von Hedge Funds 2016
In einem Umfeld erheblicher und
­unerwarteter Korrekturen des Aktienmarkts, auf die eine V-förmige Erholung folgt, tun sich Manager schwer,
wie wir im Jahr 2015 gesehen haben.
Stile
Hochgradig direktionale aktienorientierte Strategien, deren Ertrag eher
vom Marktbeta als vom Alpha abhängt, könnten auf dieses Umfeld
sensibel reagieren.
Bei Anleihen könnten Tiefe und Liquidität des Marktes ein Problem sein.
Manager, die sich auf Illiquiditätsprämien am Anleihenmarkt ausrichten,
könnten vorübergehend dem Risiko
einer erheblichen Marktverzerrung
ausgesetzt sein. Unser Basisszenario
sieht diesen Fall jedoch nicht vor.
Privatmärkte
Wendepunkte nutzen
An den Privatmärkten bestehen unsere
bevorzugten Strategien darin, lang­
fristig in Bereiche zu investieren, die
derzeit nicht in der Gunst der Publikumsmärkte stehen.
Ertrag 2014
Ertrag 2015
laufendes Jahr 2015
Equity Hedge
+1,8
+0,0
Event Driven
+1,1
–1,7
Macro
+5,6
–1,5
Relative value
+4,0
+1,2
HFRI Fund of Funds
+3,4
–0,1
Quelle: UBS, Daten per 17. November 2015
Möglichkeiten bei Hedge Funds
Wir glauben, dass Hedge Funds im
Jahr 2016 höhere risikobereinigte
­Renditen erzielen können als 2015.
2016 dürften die Bedingungen für
Hedge-Funds-Manager günstiger sein,
da strukturelle makroökonomische
Faktoren wie die Normalisierung der
Geldpolitik in den USA, die anhaltende
quantitative Lockerung in der Euro­
zone und Japan sowie die rückläufige
Nachfrage aus China eine unterschiedliche Entwicklung von Regionen
und Sektoren in allen Anlageklassen
fördern.
Abbildung 21
Aktien-Hedge-Funds entwickeln sich in Zeiten
starker Streuung überdurchschnittlich
8
6
4
2
0
–2
–4
–6
1992
Outperformance des HFRI Equity Hedge Index gegenüber
35
dem S&P 500 und Renditestreuung innerhalb des Aktienmarkts
30
25
20
15
10
5
0
1995
1998
2001
2004
2007
2010
2013
Gleitende Überschussrendite von Equity Hedge gegenüber S&P 500
über vier Quartale (in %, linke Skala)
Vierteljährliche Renditestreuung am Aktienmarkt, S&P 500 (in %, rechte Skala)
Quellen: Bloomberg, UBS, Daten per 13. November 2015
ubs.com/houseview
45
Alternative Anlagen
Der Schwerpunkt der Anlagen liegt
auf der frühen Entwicklungsphase,
i­nvestieren. Wagniskapital in der Spätphase und Sekundäranlagen zählen
weiterhin zu unseren am wenigsten
bevorzugten Strategien.­
da grosse Unternehmen die Forschung häufig an junge Unter­
nehmen auslagern und erst später
mit den aussichtsreichsten Produkt­
entwicklern Partnerschaften ein­
gehen oder diese übernehmen.
Aufgrund des erforderlichen hochspezialisierten Wissens konzen­
trieren sich nur wenige Manager von
Wagniskapitalfonds auf die Onko­
logie. Häufiger sind Anlagen in den
breiten Gesundheits- oder Bio­
technologiesektor. In den letzten
zwölf Jahren tätigten nach Angaben
von Pitchbook von 751 Fonds nur
gerade 125 Fonds zehn oder mehr
Anlagen im Onkologiebereich.
­Preqin hat nur drei Manager ermittelt, die sich ausschliesslich auf
­diesen Bereich konzentrieren.
Abbildung 22
Onkologie: Krebsraten steigen mit dem Alter dramatisch
4000
3500
Krebsfälle pro 100 000 Menschen,
Grossbritannien, nach Altersgruppen
3000
2500
2000
1500
1000
Männer
Frauen
Quelle: Cancer Research UK, Daten per 13. November 2015
46
UBS House View – Year Ahead 2016
85+
80–84
75–79
70–74
65–69
60–64
0
55–59
500
50–54
Potenzielle negative Faktoren in
der Spätphase des Zyklus
In Bezug auf neue Anlagen in LargeCap-Buyouts sind wir vorsichtig,
da wir in diesem Markt mit einigen
Turbulenzen rechnen. Die Bewertungen an den Sekundärmärkten sind
hoch, bewegen sich die durchschnitt­
lichen Kaufpreise für neue Buyouts in
den USA und Europa doch mit dem
10,3- bzw. 9,0-fachen des EV/EBITDA
auf Allzeithochs. Das ungenutzte
­Kapital hat aktuell auch ein Niveau wie
vor dem Hochstand von 2006 erreicht
und konzentriert sich besonders stark
in grossen Fonds, die auf grössere
­Unternehmen abzielen. Auf dem Markt
für grosse Unternehmen herrscht daher
ein starker Bieterwettstreit.
Solche Wagnisinvestitionen bieten
Aussicht auf attraktive Renditen und
auch einen positiven Nutzen für die
Gesellschaft, besteht ihr Ziel doch in
einer effektiveren, weniger schmerzhaften Versorgung von Patienten.
45–49
Bei den realen Vermögenswerten bevorzugen wir Anlagen im nordamerikanischen Midstream-Bereich und in arg
gebeutelten Energiewerten, die aufgrund des starken Ölpreisrückgangs in
den letzten Jahren niedrig bewertet
sein könnten. Unseres Erachtens dürften sich die Ölpreise im Jahr 2016
­stabilisieren und teilweise erholen.
Langfristige Anlagen im
Onkologiebereich
Die Privatmärkte bieten attraktive
langfristige Anlagemöglichkeiten im
Gesundheitssektor, besonders im
­Vergleich zu der hohen Volatilität, die
zuletzt bei börsennotierten Ak­tien aus
dem Sektor zu beobachten war. Ein
besonders interessanter Bereich ist die
Onkologie, der Zweig der Medizin,
der sich mit der Behandlung von Krebs
befasst und der über Wagniskapitalfonds für die Frühphase zugänglich ist.
40–44
Im Private-Debt-Bereich sehen wir
Möglichkeiten, vor dem Hintergrund
des Schuldenabbauprozesses im Bankwesen in Europa notleidende Kredite
zu kaufen. Das Wachstum in der Eurozone überraschte 2015 positiv, und wir
rechnen für 2016 mit einer weiteren
Beschleunigung.
Alles in allem deutet das darauf hin,
dass es möglicherweise besser ist,
die Gewinne aus bestehenden Anlagen
einzubringen, als neues Kapital zu
35–39
Im Private-Equity-Bereich bleibt
Wachstumskapital in Schwellenländern
eine gute Möglichkeit, in bestimmten
Sektoren aktiv zu werden, die über
­liquide Instrumente weniger gut zugänglich sind. Nach einigen schwie­
rigen Jahren mit einem schwachen
Wachstum, das sich unserer Erwartung
nach im Jahr 2016 stabilisieren dürfte,
sind die Bewertungen in den Schwellenländern attraktiv.
Währungen
Tom Flury, Head of FX Strategies
Constantin Bolz, FX strategist
Der US-Dollar dürfte über
weite Strecken des Jahres 2016
an­gesichts von Zinserhöhungen
durch die US-Notenbank weiter
Stärke zeigen, könnte sich aber
dem Ende des Aufwärtstrends
nähern. Für den Euro rechnen
wir unterdessen kurzfristig mit
Schwäche, da die EZB ihre
lockere Geldpolitik ausweitet.
Die norwegische Krone und
der kanadische Dollar dürften
sich 2016 gut entwickeln.
US-Dollar – fast am Ende
­seines Weges
Nachdem der US-Dollar im Jahr 2015
gegenüber den Währungen der Handelspartner um rund 10% aufgewertet
hat, notiert er nun auf handelsgewichteter Basis auf dem höchsten Stand
seit mehr als zehn Jahren.
Wir glauben, dass sich die Stärke des
US-Dollar im ersten Halbjahr 2016
fortsetzen wird. Die US-Arbeitslosigkeit ist niedrig genug für die US-­
Notenbank (Fed), um die Zinssätze im
Jahr 2016 schrittweise zu erhöhen,
derweil die EZB und die Bank of Japan
anscheinend eher zu Zinslockerungen
als zu Zinserhöhungen tendieren.
Wir sind der Ansicht, dass eine Aufwertung im Zuge der ersten Zins­
erhöhungen den Aufwärtstrend des
USD beenden könnte. Die Bewertung
des USD erscheint auf Basis der Kaufkraftparität angespannt (wir halten 1.25
gegenüber dem Euro für angemessen), und einige Fed-Vertreter ­haben
sich über den möglichen Effekt des
starken US-Dollar auf die Exporteure
und die Inflation besorgt geäussert.
ubs.com/houseview
47
Währungen
Euro – schwächer infolge der
lockeren Geldpolitik
Nachdem der Euro im ersten Quartal
2015 infolge der von der EZB angekündigten quantitativen Lockerung
auf handelsgewichteter Basis um mehr
als 10% abgewertet hatte, hat er
sich im Jahresverlauf im Grossen und
Ganzen stabil gezeigt.
Kurzfristig erwarten wir einen weiteren Rückgang. Die EZB hat gegen­
wärtig keine Veranlassung, die geldpolitische Lockerung zu begrenzen.
Die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor
hoch und die Inflation niedrig. EZBPräsident Mario Draghi hat kürzlich
angedeutet, dass die Geldpolitik kurzfristig noch lockerer werden könnte.
Längerfristig dürfte EURUSD unseres
Erachtens im Bereich seines Tiefstands
bei 1.05 notieren. Gegenüber dem
USD ist der EUR bereits rund 15% und
gegenüber dem GBP 10% unter­
bewertet (auf Basis der Kaufkraftparität), und langfristig sollte die beharrlich niedrige Inflation in der Eurozone
positiv für die Währung sein.
Britisches Pfund – weiter im
Aufwind
Nachdem das britische Pfund 2015
erneut aufgewertet hat (+7% auf
handelsgewichteter Basis), ist es so
stark wie zuletzt 2008, als die
­Bankenkrise einen massiven Rückgang auslöste.
Das GBP dürfte vom aktuellen Niveau
aus zulegen, besonders gegenüber
dem EUR. Wie in den USA dürfte auch
in Grossbritannien eine Normalisierung
der Zinssätze bevorstehen. Das solide
BIP-Wachstum, der starke Wohn­
immobilienmarkt und die sinkende
­Arbeitslosigkeit bedeuten, dass Zinssätze auf Krisenniveau nicht mehr
­notwendig sind.
Da aber keine unmittelbare Inflationsgefahr besteht und in den letzten
­Monaten Anzeichen für ein moderat
schwächeres Wachstum in Gross­
britannien erkennbar waren, dürfte die
Bank of England vorsichtig vorgehen.
Daher ist es unwahrscheinlich, dass
das britische Pfund 2016 so stark zulegen wird wie in den letzten Jahren.
Schweizer Franken – nach der
Aufhebung der Untergrenze
Seit die Schweizerische Nationalbank
(SNB) Anfang 2015 die Untergrenze
für den Wechselkurs gegenüber dem
Euro aufhob und der Schweizer Franken
daraufhin drastisch aufwertete, ist
der CHF gegenüber dem EUR in einer
engeren Bandbreite gefangen und
hat gegenüber den anderen wichtigen
Währungen stetig abgewertet.
Wir glauben, dass sich der Schweizer
Franken auch im Jahr 2016 in einer
festen Bandbreite gegenüber dem Euro
bewegen wird. Einerseits ist eine Abwertung der Schweizer Währung
­gegenüber dem Euro unwahrscheinlich,
solange die EZB weiter zu einer Lockerung ihrer Geldpolitik tendiert. Andererseits hat sich die Schweizer Wirtschaft relativ widerstandsfähig gegen
die Stärke der eigenen Währung gezeigt, wenngleich durchaus Anzeichen
erkennbar sind, dass die Situation
schwieriger geworden ist. SNB-Vertre-
Währungsprognosen
Währung
KKP
Währung
EURUSD
Spot 12 Mte.
1.07
1.10
1.25
USDCNY
Spot 12 Mte.
6.37
6.80
EURCHF
1.08
1.10
1.24
USDTWD
32.8
34.0
USDCHF
1.01
1.00
0.99
USDINR
66.0
68.5
EURGBP
0.70
0.70
0.77
USDIDR
13 732
15 750
GBPUSD
1.52
1.58
1.62
USDRUB
65.3
65.0
USDJPY
123
124
78
USDTRY
2.88
3.20
AUDUSD
0.71
0.65
0.69
USDZAR
14.3
13.9
USDCAD
1.33
1.22
1.22
USDMXN
16.8
16.0
EURNOK
9.29
8.50
9.49
USDBRL
3.83
4.30
Quelle: UBS, Daten per 17. November 2015
48
UBS House View – Year Ahead 2016
ter haben angedeutet, dass sie ver­
suchen werden, die Auswirkungen
­einer weiteren quantitativen Lockerung
der EZB auf den Schweizer Franken
auszugleichen.
Für 2016 halten wir bei EURCHF eine
Handelsspanne zwischen 1.05 und
1.10 für wahrscheinlich.
Japanischer Yen – weitere leichte
Schwäche
Im Jahr 2015 hat der JPY nach der
­starken Abwertung in den Vorjahren in
­einer sehr engen Bandbreite gegenüber dem USD notiert und im Jahresverlauf auf handelsgewichteter Basis
um insgesamt 3% aufgewertet.
Für 2016 rechnen wir mit einer wei­
teren leichten Schwäche. Japans Geld­
politik wird weiterhin dazu beitragen,
dass der Yen schwach bleibt. Die Inflation liegt immer noch unter der Zielmarke der Regierung, und es ist zweifelhaft, ob sie dieses 2%-Ziel im Jahr
2016 erreichen wird.
Doch der starke Rückgang des Yen in
den letzten Jahren begrenzt den
­Spielraum für eine weitere Abwertung.
Nach unseren Schätzungen herrscht
beim JPY gegenüber dem USD bei 78
Kaufkraftparität. Auf diesem Niveau
wäre der JPY erheblich stärker als heute.
Wie dem EUR dürfte auch dem JPY
die niedrige Inflation langfristig zugutekommen.
Die anderen G10-Währungen
Der kanadische Dollar hat unter dem
Rückgang des Ölpreises gelitten und
notiert zurzeit gegenüber dem USDollar auf dem tiefsten Stand seit mehr
als zehn Jahren. Für 2016 rechnen
wir mit einem stabileren Ölpreis,
und ­Kanadas Währung ist aktuell
­gegenüber dem USD unterbewertet.
Die norwegische Krone dürfte 2016
spürbar zulegen, da sich die Wirtschaft vom jüngsten Abschwung
er­­holt und sich der Lockerungszyklus
dem Ende nähert. Die schwedische
Krone dürfte sich gegenüber dem
Euro weiterhin in einer festen Handelsspanne bewegen. Die Riksbank will
Währungen
eine schädliche Aufwertung unbedingt verhindern.
bei unserem allgemein negativen Ausblick für die Währungen der Region.
Unser Ausblick für den australischen
und den neuseeländischen Dollar
ist negativ. Die Gründe dafür sind die
rückläufige Rohstoffnachfrage aus
China und deren Auswirkungen auf
die Preise für wichtige Rohstoffe
und Molkereiprodukte. Nach der Abwertung um jeweils 10% und 8%
(auf handelsgewichteter Basis) im Jahr
2015 sind die Bewertungen nun angemessener. Wir glauben aber, dass
im Jahr 2016 noch Spielraum für eine
weitere Schwäche besteht, während
das Rohstoffangebot gekürzt wird.
Die Ereignisse in China, das fast die
Hälfte zur Wirtschaftsleistung in der
Region beisteuert, werden erheblichen
Einfluss haben. Das Land dürfte die
Zinssätze bei Bedarf weiter senken, um
die eigene Wirtschaft zu stützen. Dadurch wird der CNY weniger attraktiv,
und andere Länder könnten nach­
ziehen. Wir erwarten, dass der CNY
weiter abwerten und bis Ende 2016
bei 6.8 USDCNY notieren wird.
Weiteres Abwärtspotenzial für den Euro,
aber Bodenbildung in Sicht
EURUSD inklusive Prognosen und Schätzungen der Kauraparität
1.30
PPP = 1.25
1.25
1.20
1.15
1.10
1.05
Nov. 16
Aug. 16
Mai 16
Feb. 16
1.00
Okt. 15
Asien-Pazifik – negativer Ausblick
Nachdem sich die meisten Währungen
in der Region Asien-Pazifik im Jahr
2015 gegenüber dem USD negativ entwickelt haben, bleiben wir für 2016
Abbildung 23
Juli 15
Für 2016 erwarten wir eine – obschon
nur mässige – Verbesserung des BIPWachstums in den Schwellenländern
(von 4,1% auf 4,3%) und einen geringen Unterschied im Vergleich zu den
Industrieländern (2,1%). Die Rohstoffpreise dürften sich erholen. Allerdings
wird die Belebung mässig ausfallen,
und die Hochstände werden nicht erreicht werden. Schliesslich wird es
aufgrund der steigenden Zinssätze in
den USA für die Schwellenländer
schwieriger, Kapital anzuziehen. Daher
erwarten wir, dass die Währungen
der Schwellenländer weiter unter Druck
stehen werden.
Optionen auf den Hongkong-Dollar
und den saudi-arabischen Rial
­deuten in letzter Zeit auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit hin, dass
die Kopplung der jeweiligen Währung aufgehoben werden könnte.
Beide Ereignisse halten wir für das
­kommende Jahr aber weiterhin
für unwahrscheinlich.
Der philippinische Peso zählt zu den
attraktiveren Währungen. Die Philippinen weisen einen stabilen Leistungsbilanzüberschuss auf, und der
Ausblick für das Binnenwachstum
ist solide. Deshalb erwarten wir, dass
die Währung in einem Umfeld mit
steigenden US-Zinsen vergleichsweise
robust ist.
April 15
Die Währungen der Schwellenländer
werten gewöhnlich auf, wenn das BIPWachstum stark ist und einen grossen
Unterschied gegenüber den Industrieländern aufweist, wenn die Rohstoffpreise hoch sind und weiter steigen
und wenn sinkende Zinssätze in den
Industrieländern Kapital in die Schwellenländer treiben.
Vor der Aufhebung einer Währungskopplung ist die Volatilität niedrig,
sodass es häufig günstig ist, zu investieren und damit darauf zu spekulieren, dass eine Währungskopplung
aufgehoben werden könnte. Wird
sie dann tatsächlich aufgehoben,
können die Volatilität und die Renditen sehr hoch sein. Anlegerinnen
und Anleger werden aber dringend
darauf hingewiesen, dass es auf das
Timing ankommt und dass die für
die Wette auf eine Kopplung aufgewendeten Prämien oder gezahlte
Carrys verloren sind, falls die Kopplung bestehen bleibt.
Die anfälligsten Währungen in der
­Region sind die indonesische Rupiah
und der malaysische Ringgit. In Indonesien sind die hohe Inflation und das
Leistungsbilanzdefizit strukturell
­negative Faktoren. Malaysia verfügt
hin­gegen über niedrige und weiter
sinkende Devisenreserven, sodass es
für das Land schwierig ist, die Währung im Falle einer Krise zu stützen.
Allerdings wäre eine Erholung der Ölpreise im Jahr 2016 hilfreich.
Dez. 14
Währungen der Schwellenländer
erneut unter Druck
Nachdem das Jahr 2015 für die Währungen der Schwellenländer besonders
schlecht verlaufen ist, dürfte 2016 ein
moderat besseres Jahr werden.
Aufhebung von
Währungskopplungen
Das Jahr 2015 war bemerkenswert,
da einige Währungskopplungen
­sowie Wechselkursober- und
-­untergrenzen aufgehoben wurden,
unter anderem in der Schweiz,
­China, Kasachstan und Vietnam.
Quellen: Bloomberg, UBS, Daten per 13. November 2015
ubs.com/houseview
49
Rohstoffe
Öl – ein positiveres Jahr
Nachdem die Talsohle im ersten Halb­­
jahr 2015 erreicht schien, sind die
­Ölpreise im zweiten Halbjahr a­ ufgrund
der Besorgnis über das anhaltende
Überangebot und die ­schwächere Nachfrage aus China erneut unter Druck
geraten. Zum Zeitpunkt der Erstellung
dieses Artikels war der Preis für BrentRohöl mehr als 20% niedriger als am
Jahresanfang.
Wir erwarten, dass sich die Ölpreise
2016 stabilisieren und leicht erholen
werden, und prognostizieren auf Sicht
von zwölf Monaten Ölpreise von
USD 63 je Barrel (Brent) und USD 60
je Barrel (WTI).
Dominic Schnider, Head of Commodities
Wayne Gordon, commodities analyst
Giovanni Staunovo, commodities analyst
Wir erwarten, dass sich die Rohstoffpreise im Jahr
2016 stabilisieren und dann im hohen einstelligen
Bereich steigen werden. Angetrieben werden dürfte
dieser Preisanstieg durch das Rohöl, derweil der
anhaltende Konjunkturabschwung in China die
Basismetallpreise niedrig halten wird. Wir erwarten,
dass sich die Aussichten für das Gold 2016 bessern
werden, wenn die Realzinsen in den USA tiefer ins
Minus sinken.
Infolge der niedrigen Preise wurden
die Investitionsausgaben in aller Welt
gekürzt, besonders im US-Schieferölsektor. Dadurch dürfte die Produktion
ausserhalb der OPEC im Jahr 2016
unseres Erachtens um mindestens 0,3
Mio. Barrel pro Tag (mbpd) sinken.
Das Wachstum der Ölnachfrage dürfte
unterdessen robust bleiben, da die
Autofahrer wegen des billigen Benzins
ihr Fahrverhalten ändern – sie fahren
mehr und kaufen Fahrzeuge mit höherem Verbrauch. Wir erwarten, dass
der Ölverbrauch 2016 um 1,1 bis 1,2
mbpd steigen wird. Der aktuelle Überschuss am Markt sollte dadurch bis
zum zweiten Halbjahr 2016 fast beseitigt sein.
Gold – Erreichen der Talsohle
Am Jahresanfang erhielt der Goldpreis
von der Ankündigung neuer quan­
titativer Lockerungsmassnahmen der
­Europäischen Zentralbank Auftrieb,
gab aber im Laufe des Jahres 2015
wieder nach. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts sind die Gold­
preise 8,6% niedriger als am Jahres­
anfang – das dritte negative Jahr
in Folge.
50
UBS House View – Year Ahead 2016
Rohstoffe
Wir rechnen für 2016 mit marginal
­höheren Preisen. Angebotskürzungen
sind weiterhin notwendig, um den
Markt ins Gleichgewicht zu bringen.
Das chinesische Nachfragewachstum
dürfte schwach bleiben. Bei Kupfer
und Eisenerz drohen die grössten
­Gefahren.
Angesichts der wenigen Anzeichen für
einen schnellen Anstieg der Inflation
und der fehlenden Dynamik, die ETFKäufe unterstützen könnte, gibt es aber
kaum einen Grund, mit einem erheb­
lichen Aufwärtspotenzial zu rechnen.
Wir erwarten für 2016 relativ unveränderte Preise und sehen das 12-Monatsziel bei USD 1100 je Unze.
Agrarrohstoffe – wenig
­Begeisterung
Die Preise von Agrarrohstoffen
­sanken 2015 im dritten Jahr in Folge,
und der Bloomberg-Index notiert
11% niedriger als zu Jahresanfang.
Die kräftige Rally im Dürresommer
2012 scheint vergessen, haben
die Preise seitdem doch um nahezu
50% nachgegeben.
Industriemetalle – unter Druck
Industriemetalle standen 2015
­aufgrund der schwachen Nachfrage
aus China unter Druck. Die Preise
l­iegen heute 50% unter ihren Hochständen von 2011 und damit im
­Bereich ihrer Tiefstände von 2008.
Die Preise der meisten Industrie­
metalle bewegen sich im Bereich
­ihrer Angebotskosten.
2016 dürften sich die Preise stabili­
sieren und die Renditen bei durchschnittlich 2% bis 3% liegen. Klima­
störungen durch El Nino könnten die
Preise für Palmöl höher treiben. Bei
Sojabohnen droht indes ein Überschuss, denn die Produktion in Brasi­
lien steuert auf ­einen Rekord von
mehr als 100 Millionen Tonnen zu,
und die Lagerbestände sind riesig.
Gold
USD/Feinunze 1086
1100
–0,4
–8,6
Platin
USD/Feinunze
1000
–11,8
–29,1
861
4000
Baker Hughes Gesamtzahl der
3500 weltweiten Öl- und Gasbohrtürme
3000
Silber
USD/Feinunze
14.3
13
–17,5
–9,1
Kupfer
USD/t
4706
4500
–16,8
–25,2
2500
Eisenerz
USD/t
46
45
–47,1
–35,0
2000
Sojabohnen
USD/Bushel
8.55
8.2
–22,3
–16,2
Kakao
USD/t
3369
2800
+7,4
+15,8
Palmöl
MYR/t
2300
2600
–12,8
–6,9
Quelle: UBS, Daten per 17. November 2015
1500
1000
500
9
–9,4
–16,3
199
–5,9
–2,6
7
4.2
5.2
199
3.67
4.95
5
USD/Bushel
USD/Bushel
199
Mais
Weizen
Quellen: Bloomberg, UBS, Daten per 13. November 2015
ubs.com/houseview
51
201
5
–23,9
–24,4
201
3
–48,3
–45,9
201
1
63
60
09
43.6
40.3
20
USD/Barrel
USD/Barrel
07
Brent-Rohöl
WTI-Rohöl
Geringeres Angebot trägt 2016 zur Stabilisierung
des Ölpreises bei
20
2014 Lfd. Jahr
Abbildung 24
05
Kursrendite (%)
20
12-Mt.Prognose
03
Preis
20
Einheit
01
Rohstoff
20
Die US-Notenbank dürfte die Zins­
sätze erhöhen, jedoch glauben wir,
dass die Inflation zügiger steigen wird
(zum Beispiel in den USA von 0,2%
auf 1,6%), was das Gold im Lauf des
Jahres relativ attraktiver macht. Zusätzliche Unterstützung könnte von den
Zentralbanken der Schwellenländer
kommen.
Immobilien
Claudio Saputelli, Head of Global Real Estate
Matthias Holzhey, Head of Swiss Real Estate Investments
Seit der Finanzkrise hat sich vieles geändert,
doch im Durchschnitt liegen die Immobilienpreise
heute über den Hochständen aus der Zeit vor
der Krise. Der Wohnimmobilienboom in einigen
Märkten ragt heraus. In London und Hongkong
ist das Risiko einer Korrektur am grössten. Zürich
und Genf erscheinen nur leicht überbewertet,
­derweil New York eine angemessene Bewertung
aufzuweisen scheint.
52
UBS House View – Year Ahead 2016
Immobilien
Der UBS Global Real Estate
Bubble Index
In den UBS Global Real Estate Bubble
Index fliessen Kennzahlen für die
Hauspreisbewertungen sowie Indikatoren für die Marktaktivität ein, die mit
den langfristigen Normwerten für die
einzelnen Städte verglichen werden.
Die Komponente des Preis-Einkommens-Verhältnisses misst das Vielfache
des jährlichen Bruttoeinkommens, das
für den Kauf einer 60m²-Wohnung in
zentraler Lage aufgewendet werden
muss. In London liegt dieser Wert bei
14 Jahren, in Frankfurt nur bei fünf.
Das Kaufpreis/Mietzins-Verhältnis misst
die Kosten für den Kauf einer Wohnung im Vergleich zu den Kosten bei
einer Miete. Dieser Wert reicht von
über 30 Jahren für Zürich, Vancouver,
Hongkong und Genf bis zu 20 Jahren
oder weniger für Amsterdam, San
Francisco, Boston und Chicago.
Der Index enthält auch Kennzahlen
zur Erkennung der Marktdynamik –
darunter die Veränderung des Verhältnisses zwischen ausstehenden Hypothekendarlehen und dem BIP und die
Veränderung des Anteils des Bau­
gewerbes am BIP.
Schliesslich messen wir die Preise von
Stadtimmobilien im Vergleich zu
­ bjekten im Rest des Landes – das
O
kann Hinweise liefern, ob sich die
­Preise in Grossstädten von denen im
Umland entkoppeln.
London und Hongkong erscheinen
am stärksten überbewertet
Der Rekordwert von 21 für das PreisEinkommens-Verhältnis und das Kaufpreis/Mietzins-Verhältnis von 33 für
Hongkong deuten auf eine hohe
­Korrekturgefahr hin. Angeheizt vom
Kreditboom, hat sich der Wohnimmobilienmarkt in Hongkong während
und nach der Finanzkrise vergleichsweise gut entwickelt. Ohne langfris­
tige Korrektur sind die Immobilienpreise
heute 60% höher als im Jahr 2006
und fast 200% höher als im Jahr
2003. Die Mieten sind hingegen nur
um real 35% gestiegen.
Die Situation in London erscheint noch
angespannter, hat der Bubble I­ndex
hier doch den höchsten Wert weltweit
erreicht. Real liegen die Hauspreise in
London 6% über ihrem Hochstand von
2007, derweil die ­Preise landesweit
um 18% gesunken sind. Die Entkopplung des Immobilienmarktes in London
von dem im übrigen Grossbritannien
fällt noch dras­tischer aus, wenn man
berücksichtigt, dass die realen Durchschnittseinkommen im selben Zeitraum
sowohl in London als auch landesweit
um 7% gesunken sind.
Werte für Zürich, Genf und New
York zeigen keine Blase an
Der Indexwert für Zürich deutet auf
eine moderate Überbewertung hin.
In den letzten fünf Jahren sind die
Preise um 25% gestiegen, derweil die
Mieten und Einkommen stagnierten.
Doch wie am breiteren Schweizer
Wohnimmobilienmarkt sind die Preise
auch hier in letzter Zeit langsamer
­gestiegen. Die Hauspreise in Genf sind
in den letzten drei Jahren um 5% gesunken, während die Preise landesweit
gestiegen sind.
Der Wohnimmobilienmarkt in New
York ist angemessen bewertet. Nach
einer scharfen fünfjährigen Korrektur
im Anschluss an die Subprime-Krise
erreichten die realen Hauspreise in New
York im Jahr 2012 die Talsohle. Trotz
der jüngsten Erholung liegt der Preis
für ein durchschnittliches Haus infla­
tionsbereinigt aktuell immer noch
mehr als 25% unter dem Hochstand
von 2006. Das Preis/Einkommensund das Kaufpreis/Mietzins-Verhältnis
sind zu ihren historischen Durch­schnitts­
niveaus zurückgekehrt.
Abbildung 25
Risiko einer
Blase
Überbewertet
Fair bewertet
Unterbewertet
London
Sydney
New York
Chicago
Hong Kong
Vancouver
Boston
Einige Märkte erscheinen anfälliger auf
Blasenbildung als andere
UBS Global Real Estate Bubble Index
Tokio
Singapur
Quelle: UBS, Daten per 13. November 2015
London
Hongkong
New York
Zürich
Quelle: UBS, Daten per 13. November 2015
ubs.com/houseview
53
20
15
20
13
20
11
07
09
20
20
05
03
20
20
9
19
9
01
7
19
9
20
5
19
9
19
93
9
19
91
Frankfurt
7
Paris
19
8
Zürich
5
Genf
19
8
Amsterdam
19
8
San Francisco
2,5
2,0
1,5
1,0
0,5
0
–0,5
–1,0
–1,5
–2,0
Disclaimer
Die Anlagebeurteilungen des Chief Investment Office WM von UBS werden durch Wealth Management und Retail & Corporate oder Wealth Management Americas, Unternehmensbereiche von
UBS AG (in der Schweiz durch die FINMA beaufsichtigt), eine Tochtergesellschaft oder ein verbundenes Unternehmen («UBS») produziert und veröffentlicht. In gewissen Ländern wird UBS AG als
UBS SA bezeichnet. Dieses Material dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Offertenstellung zum Kauf oder Verkauf von Anlage- oder
anderen spezifischen Produkten dar. Einige Dienstleistungen und Produkte unterliegen gesetzlichen Beschränkungen und können deshalb nicht unbeschränkt weltweit angeboten und / oder von
allen Investoren erworben werden. Alle in diesem Material enthaltenen Informationen und Meinungen stammen aus als zuverlässig und glaubwürdig eingestuften Quellen, trotzdem lehnen wir
jede vertragliche oder stillschweigende Haftung für falsche oder unvollständige Informationen ab (ausgenommen sind Offenlegungen, die sich auf UBS beziehen). Alle Informationen und Meinungen sowie angegebenen Preise sind nur zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Publikation aktuell und können sich jederzeit ohne Vorankündigung ändern. Die in den Performance-Grafiken und
Tabellen angegebenen Marktpreise entsprechen den Schlusskursen an der jeweiligen Hauptbörse. Der Inhalt basiert auf zahlreichen Annahmen. Unterschiedliche Annahmen könnten zu materiell
unterschiedlichen Ergebnissen führen. Hierin geäusserte Meinungen können von den Meinungen anderer Geschäftsbereiche von UBS abweichen oder diesen widersprechen, da sie auf der Anwendung unterschiedlicher Annahmen und / oder Kriterien basieren. UBS und ihre Direktoren oder Mitarbeiter könnten berechtigt sein, jederzeit Long- oder Short-Positionen in hierin erwähnten
Anlageinstrumenten zu halten, in ihrer Eigenschaft als Auftraggeber oder Mandatsträger Transaktionen mit relevanten Anlageinstrumenten auszuführen oder für den Emittenten beziehungsweise
eine mit diesem Emittenten wirtschaftlich oder finanziell verbundene Gesellschaft bzw. das Anlageinstrument selbst andere Dienstleistungen zu erbringen. Zudem könnten Mitglieder der Konzernleitung bei der Emittentin oder einer mit ihr verbundenen Gesellschaft als Verwaltungsräte tätig sein. Die von UBS und ihren Mitarbeitern getroffenen Anlageentscheidungen (einschliesslich der
Entscheidung, Wertpapiere zu kaufen, verkaufen oder zu halten) könnten von den in den Research-Publikationen von UBS geäusserten Meinungen abweichen oder ihnen widersprechen. Bei
Illiquidität des Wertpapiermarkts kann es vorkommen, dass sich gewisse Anlageprodukte nicht sofort realisieren lassen. Aus diesem Grund ist es manchmal schwierig, den Wert Ihrer Anlage und
die Risiken, denen Sie ausgesetzt sind, zu quantifizieren. UBS setzt Informationsbarrieren ein, um den Informationsfluss aus einem oder mehreren Bereichen innerhalb von UBS in andere Bereiche,
Einheiten, Divisionen oder verbundene Unternehmen von UBS zu steuern. Der Termin- und Optionenhandel ist mit Risiken behaftet. Die Wertentwicklung einer Anlage in der Vergangenheit stellt
keine Gewähr für künftige Ergebnisse dar. Weitere Informationen sind auf Anfrage erhältlich. Manche Anlagen können plötzlichen und erheblichen Wertverlusten unterworfen sein. Bei einer Liquidation Ihrer Anlagewerte kann es vorkommen, dass Sie weniger zurückerhalten als Sie investiert haben, oder dass man Sie zu einer Zusatzzahlung verpflichtet. Wechselkursschwankungen können
sich negativ auf den Preis, Wert oder den Ertrag einer Anlage auswirken. Der / die Analyst(en), der / die diesen Bericht erstellt hat / haben, können zum Zweck der Sammlung, Zusammenfassung
und Interpretation von Marktinformationen mit Mitarbeitern des Trading Desk und des Vertriebs sowie anderen Gruppen interagieren. Die steuerliche Behandlung hängt von der individuellen
Situation ab und kann sich in Zukunft ändern. UBS erbringt keine Rechts- oder Steuerberatung und macht keinerlei Zusicherung im Hinblick auf die steuerliche Behandlung von Vermögenswerten
oder deren Anlagerenditen – weder im Allgemeinen noch in Bezug auf die Verhältnisse und Bedürfnisse eines spezifischen Kunden. Wir können nicht auf die persönlichen Anlageziele, finanziellen
Situationen und Bedürfnisse unserer einzelnen Kunden eingehen und empfehlen Ihnen deshalb, vor jeder Investition Ihren Finanz- und / oder Steuerberater bezüglich möglicher – einschliesslich
steuertechnischer – Auswirkungen zu konsultieren. Dieses Material darf ohne vorherige Einwilligung von UBS nicht reproduziert werden. UBS untersagt ausdrücklich jegliche Verteilung und
Weitergabe dieses Materials an Dritte. UBS übernimmt keinerlei Haftung für Ansprüche oder Klagen von Dritten, die aus dem Gebrauch oder der Verteilung dieses Materials resultieren. Die Verteilung dieser Publikation darf nur im Rahmen der dafür geltenden Gesetzgebung stattfinden. Die Konjunkturprognosen des Chief Investment Office (CIO) wurden in Zusammenarbeit von CIOÖkonomen mit Ökonomen von UBS Investment Research erstellt. Die Prognosen und Einschätzungen sind lediglich zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Publikation aktuell und können sich jederzeit
ohne Vorankündigung ändern. Informationen darüber, wie das UBS CIO WM Konflikte regelt und die Unabhängigkeit seiner Anlagebeurteilungen, des Publikationsangebots, des Research sowie
der Ratingmethoden aufrechterhält, finden Sie unter www.ubs.com/research. Weitere Informationen über die jeweiligen Autoren dieser und anderer CIO-Publikationen, auf die in diesem Bericht
verwiesen wird, sowie Kopien von vergangenen Berichten zu diesem Thema können Sie bei Ihrem Kundenberater bestellen.
Externe Vermögensverwalter und Finanzberater: Für den Fall, dass dieses Research oder die Publikation an einen externen Vermögensverwalter oder Finanzberater ausgegeben wird, untersagt UBS dem externen Vermögensverwalter oder Finanzberater ausdrücklich, diese an ihre Kunden und / oder Dritte weiterzugeben beziehungsweise zur Verfügung zu stellen. Australien: 1)
Kunden von UBS Wealth Management Australia Ltd: Diese Mitteilung wird von UBS Wealth Management Australia Ltd. ABN 50 005 311 937 (Inhaberin der australischen «Financial Services Licence» Nr. 231127) ausgestellt: Der Inhalt dieses Dokuments ist allgemeiner Art und stellt keine persönliche Beratung zu Finanzprodukten dar. Die Publikation berücksichtigt weder die Ziele noch
die finanzielle Situation oder Bedürfnisse einer bestimmten Person. Vor jeglichen Anlageentscheidungen sollte ein Empfänger Beratung von einem unabhängigen Finanzberater einholen und alle
relevanten Angebotsunterlagen oder Offenlegungsdokumente prüfen. 2) Kunden von UBS AG: Diese Mitteilung wird durch UBS AG ABN 47 088 129 613 (Inhaberin der australischen «Financial
Services Licence» Nr. 231087) ausgestellt: Diese Publikation wird durch UBS AG ausgestellt und verteilt, auch wenn in vorliegendem Dokument eine gegenteilige Bestimmung enthalten ist. Die
Publikation ist einzig zur Verwendung durch «Firmenkunden» gemäss der Definition in Section 761G («Wholesale Clients») des Corporations Act 2001 (Cth) («Corporations Act») bestimmt. Unter
keinen Umständen darf die Publikation von UBS AG einem «Privatkunden» gemäss der Definition in Section 761G des Corporations Act zur Verfügung gestellt werden. Die Research-Services von
UBS AG stehen einzig «Firmenkunden» zur Verfügung. Die Publikation enthält nur allgemeine Informationen und berücksichtigt weder die persönlichen Anlageziele noch die finanzielle oder
steuerliche Situation oder besonderen Bedürfnisse einer bestimmten Person. Bahamas: Diese Publikation wird an Privatkunden von UBS (Bahamas) Ltd verteilt und darf nicht an Personen verteilt
werden, die laut «Bahamas Exchange Control Regulations» als Bürger oder Einwohner der Bahamas gelten. Bahrain: UBS AG ist eine Schweizer Bank, die nicht in Bahrain von der Zentralbank von
Bahrain zugelassen ist oder von ihr überwacht oder reguliert wird und die keine Bankgeschäfte oder Kapitalanlagegeschäfte in Bahrain unternimmt. Deshalb haben die Kunden keinen Schutz nach
den örtlichen Rechtsvorschriften zum Bankrecht und zum Recht der Kapitalanlagedienstleistungen. Brasilien: Erstellt durch UBS Brasil Administradora de Valores Mobiliários Ltda, eine Einheit, die
durch die Comissão de Valores Mobiliários («CVM») beaufsichtigt wird. Deutschland: Herausgeberin im Sinne des deutschen Rechts ist UBS Deutschland AG, Bockenheimer Landstrasse 2-4,
60306 Frankfurt am Main. UBS Deutschland AG ist von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht lizenziert und wird durch diese beaufsichtigt. Dubai: Der Vertrieb von Research erfolgt durch UBS AG Dubai Branch innerhalb DIFC ausschliesslich an professionelle Kunden und darf nicht innerhalb der Vereinigten Arabischen Emirate weitergegeben werden. Frankreich: Diese
Publikation wird an Privatkunden und «Prospects» von UBS (France) SA, einer französischen «Aktiengesellschaft» mit einem Aktienkapital von EUR 125 726 944 vertrieben. Ihr Domizil ist an der
69, boulevard Haussmann, F-75008 Paris, R.C.S. Paris B 421 255 670. UBS (France) SA ist als Finanzdienstleister entsprechend den Bestimmungen des französischen «Code Monétaire et Financier»
ordnungsgemäss zugelassen und ist eine unter der Aufsicht der französischen Bank- und Finanzaufsichtsbehörden sowie der «Autorité de Contrôle Prudentiel et de Résolution» stehende Bank.
Hongkong: Diese Publikation wird durch die Niederlassung von UBS AG in Hongkong, einem nach der «Hong Kong Banking Ordinance» lizenzierten und gemäss den Bestimmungen der «Securities and Futures Ordinance» registrierten Finanzinstitut, an Kunden der Niederlassung von UBS AG in Hongkong verteilt. Indien: Verteilt durch UBS Securities India Private Ltd. 2 / F, 2 North Avenue, Maker Maxity, Bandra Kurla Complex, Bandra (East), Mumbai (India) 400051. Telefon: +912261556000. SEBI-Registrationsnummern: NSE (Kapitalmarktsegment): INB230951431, NSE
(F&O-Segment): INF230951431, BSE (Kapitalmarktsegment): INB010951437. Indonesien: Dieses Research- oder Publikationsmaterial ist nicht zum Zwecke eines öffentlichen Zeichnungsangebots
gemäss indonesischem Kapitalmarktrecht und dessen Umsetzungsbestimmungen ausgelegt und erstellt. Die hierin erwähnten Wertpapiere sind und werden nicht gemäss indonesischem Kapitalmarktrecht und dessen Bestimmungen eingetragen. Israel: UBS AG ist als ausländischer Händler eingetragen, der mit UBS Wealth Management Israel Ltd, einer 100%igen Tochtergesellschaft von
UBS, zusammenarbeitet. UBS Wealth Management Israel Ltd ist zugelassener Portfolio Manager, der auch Investment Marketing betreibt und unter der Aufsicht der «Israel Securities Authority»
steht. Diese Publikation kann keine auf Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Anlageberatung und / oder Marketingangaben zu Finanzanlagen durch entsprechend lizenzierte Anbieter
ersetzen. Italien: Dieses Dokument wird an Kunden der UBS (Italia) S.p.A., via del vecchio politecnico 4 – Mailand, eine ordnungsgemäss von der «Banca d’Italia» als Finanzdienstleister zugelassene und unter der Aufsicht von «Consob» und der «Banca d’Italia» stehende italienische Bank, verteilt. UBS Italia war weder an der Erstellung dieser Publikation noch an den hierin enthaltenen
Anlagenuntersuchungen und Finanzanalysen beteiligt. Jersey: UBS AG, Niederlassung Jersey, wird reguliert und autorisiert durch die Jersey «Financial Services Commission» zur Durchführung
von Bankgeschäften, Anlagefonds und Investmentgeschäften. Kanada: In Kanada wird diese Publikation von UBS Investment Management Canada Inc. an Kunden von UBS Wealth Management
Canada verteilt. Luxemburg: Diese Publikation stellt kein öffentliches Angebot nach luxemburgischem Recht dar, kann jedoch Kunden der UBS (Luxembourg) S.A., 33A avenue J.F. Kennedy,
L-1855 Luxembourg, R.C.S. Luxembourg B 11142, einer lizenzierten Bank unter der Aufsicht der «Commission de Surveillance du Secteur Financier» (CSSF), der diese Publikation nicht zur Genehmigung vorgelegt wurde, zu Informationszwecken zur Verfügung gestellt werden. Mexiko: Dieses Dokument wurde verteilt von UBS Asesores México, S.A. de C.V., einem Unternehmen, das
weder der UBS Grupo Financiero S.A. de C.V. noch einer anderen mexikanischen Finanzgruppe angehört. Die Verbindlichkeiten dieses Unternehmens werden nicht von Dritten garantiert. UBS
Asesores México, S.A. de C.V., sichert keine Rendite zu.. Neuseeland: Diese Mitteilung wird von UBS Wealth Management Australia Ltd an Kunden von UBS Wealth Management Australia Limited ABN 50 005 311 937 (Inhaberin der australischen «Financial Services Licence» Nr. 231127), Chifley Tower, 2 Chifley Square, Sydney, New South Wales, NSW 2000, verteilt. Sie erhalten diese
UBS-Publikation, weil Sie gemäss Ihren Angaben gegenüber UBS als «Wholesale»-Anleger und / oder zugelassener Anleger («zertifizierter Kunde) in Neuseeland zertifiziert sind. Diese Publikation
oder dieses Material ist nicht für Kunden bestimmt, die keine zertifizierten Kunden («nicht zertifizierte Kunden») sind. Falls Sie kein zertifizierter Kunde sind, sollten Sie keine Entscheidung auf
Basis dieser Publikation oder dieses Materials treffen. Falls Sie trotz dieser Warnung Entscheidungen auf Grundlage dieser Publikation oder dieses Materials treffen, anerkennen Sie hiermit, (i) dass
Sie sich möglicherweise nicht auf den Inhalt dieser Publikation oder dieses Materials verlassen können und dass die Empfehlungen oder Meinungen in dieser Publikation oder diesem Material nicht
für Sie bestimmt sind, und (ii) dass Sie, soweit das Gesetz dies zulässt, (a) UBS und deren Tochtergesellschaften oder verbundenen Unternehmen (und deren Direktoren, Führungskräfte, Agenten
und Berater [einzeln eine «relevante Person»]) schadlos halten für Verluste, Schäden, Verbindlichkeiten oder Forderungen, die in Zusammenhang mit dem unberechtigten Vertrauen auf diese
Publikation oder dieses Material entstanden sind oder die Sie deshalb möglicherweise erleiden und (b) auf die Durchsetzung von Rechten oder auf Rechtsmittel gegenüber der relevanten Person
für (oder in Bezug auf) Verluste, Schäden, Verbindlichkeiten oder Forderungen, die in Zusammenhang mit dem unberechtigten Vertrauen auf diese Publikation oder dieses Material entstanden
sind oder die Sie deshalb möglicherweise erleiden, verzichten. Niederlande: Diese Publikation stellt kein öffentliches Kaufangebot oder eine vergleichbare Anwerbung nach niederländischem
Recht dar, kann jedoch zu Informationszwecken Kunden der UBS Bank (Netherlands) B.V. zur Verfügung gestellt werden. UBS Bank (Netherlands) B.V. ist eine lizensierte Bank unter Aufsicht der
niederländischen Nationalbank «De Nederlandsche Bank» (DNB) und der niederländischen Finanzmarktaufsicht «Autoriteit Financiële Markten» (AFM), der diese Publikation nicht zur Genehmigung vorgelegt wurde.. Saudi-Arabien: Diese Publikation wurde von UBS Saudi Arabia (eine Tochtergesellschaft der UBS AG) genehmigt, einer geschlossenen saudiarabischen Aktiengesellschaft
nach dem Recht des Königreichs Saudi-Arabien mit der Handelsregisternummer 1010257812, die ihren angemeldeten Geschäftssitz in Tatweer Towers, P.O. Box 75724, Riyadh 11588, Königreich
Saudi-Arabien hat. UBS Saudi Arabia ist von der «Capital Market Authority of Saudi Arabia» zugelassen und reguliert. Singapur: Bitte kontaktieren Sie die Niederlassung von UBS AG Singapore,
einem «exempt financial adviser» gemäss dem «Singapore Financial Advisers Act» (Cap. 110) und eine nach dem «Singapore Banking Act» (Cap. 19) durch die «Monetary Authority of Singapore»
zugelassene Handelsbank, für alle Fragen, welche sich durch oder in Verbindung mit der Finanzanalyse oder dem Bericht ergeben. Spanien: Diese Publikation wird durch die UBS Bank, S.A., eine
bei der «Banco de España» registrierte Bank, an Kunden der UBS Bank, S.A., verteilt. Taiwan: Dieses Material wird in Einklang mit den Gesetzen Taiwans oder mit dem Einverständnis der Kunden
oder auf deren Wunsch zugestellt. UK: Genehmigt von UBS AG, in der Schweiz beaufsichtigt und autorisiert von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht. In Grossbritannien ist UBS AG autorisiert durch die «Prudential Regulation Authority» und unterliegt der Regulierung durch die «Financial Conduct Authority» und der beschränkten Regulierung durch die «Prudential Regulation Authority». Einzelheiten zum Umfang unserer Regulierung durch die «Prudential Regulation Authority» sind auf Anfrage erhältlich. Mitglied der «London Stock Exchange». Diese Publikation wird an
Privatkunden von UBS London in Grossbritannien verteilt. Produkte und Dienstleistungen, die ausserhalb Grossbritanniens angeboten werden, werden nicht von den britischen Regulierungen oder
dem «Compensation Scheme» der «Financial Services Authority» erfasst. USA: Diese Publikation darf weder in den USA noch an «US persons» verteilt werden. UBS Securities LLC ist ein Tochterunternehmen von UBS AG und ein verbundenes Unternehmen von UBS Financial Services Inc., UBS Financial Services Inc. ist ein Tochterunternehmen von UBS AG. Vereinigte Arabische Emirate:
Diese Research-Publikation stellt in keiner Weise ein Angebot, einen Verkauf oder eine Lieferung von Aktien oder anderen Wertpapieren gemäss den Gesetzen der Vereinigten Arabischen Emirate
(VAE) dar. Der Inhalt dieser Publikation wurde und wird nicht durch irgendeine Behörde der Vereinigten Arabischen Emirate einschliesslich der VAE-Zentralbank und der «Dubai Financial Services
Authority», der «Emirates Securities and Commodities Authority», des «Dubai Financial Market», des «Abu Dhabi Securities Market» oder einer anderen Börse in den VAE genehmigt.
Stand 05/2015
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