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Reise
Samstag, 12. März 2016
NR. 61 RRS2M
Urlaub in Deutschland boomt
Trotz Pegida und Silvester in Köln: Viele Bundesländer vermelden neue Rekorde
W
ohin man in
Deutschland
auch schaut – fast
überall neue Rekorde. Zumindest touristisch.
Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bayern, Hessen, Bremen und Nordrhein-Westfalen lockten 2015 so viele Besucher an wie noch nie. BadenWürttemberg zählte zum fünften Mal in Folge einen Anstieg
der Übernachtungen, Brandenburg sogar zum elften Mal.
Und der Berlin-Hype ist sowieso ungebrochen. Kein
Wunder, dass die Stimmung
auf der weltgrößten Reisemes-
»Wir erleben eine
Renaissance der
Naherholung. Die
Menschen
suchen kleine
Fluchten aus
dem Alltag.«
Claudia Gilles,
Deutscher Tourismusverband
se ITB in Berlin (noch bis 13.
März) an den Ständen der
deutschen Aussteller ziemlich ausgelassen ist.
Dass Deutschland insgesamt als Reiseziel ungebrochen beliebt ist, zeigen die
Statistiken: 436,4 Millionen
Übernachtungen aus dem Inland und Ausland im Jahr
2015 – noch ein Rekord. Die
meisten Urlaubsreisen der
Deutschen führen zu Zielen
im eigenen Land. Im vergangenen Jahr waren es 29 Prozent,
steht in der aktuellen Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen
(FUR).
Erklärungen für den anhaltenden Boom gibt es viele.
Eine hat damit zu tun, dass die
Deutschen seit einigen Jahren
vermehrt kürzere Reisen ma-
Dresden ist ein beliebtes Ziel für Städtereisen – die Stadt wehrt sich gegen ein Negativimage durch Pegida.
chen. „Dann sucht man sich
Ziele in der Nähe“, sagt Claudia Gilles, Geschäftsführerin
des Deutschen Tourismusverbands (DTV). „Wir erleben
eine Renaissance der Naherholung. Die Menschen suchen kleine Fluchten aus dem
Alltag.“
Es gibt aber auch Gründe für
Urlaub im eigenen Land, die
nicht so werbewirksam sind:
Deutschland ist günstig. „Die
Anreisekosten sind niedrig,
das ist besonders für Familien
relevant“, sagt Prof. Torsten
Kirstges, Tourismusexperte an
der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Millionen Menschen können sich – sofern sie
überhaupt
verreisen
–
schlicht keine zehn Tage auf
Kreta oder den Kanaren leisten.
Profitiert Deutschland in
diesem Jahr auch von der Unsicherheit in anderen Teilen
der Welt? Das glauben die Touristiker nicht. „Wir sind überzeugt, dass Deutschland nicht
das Ausweichziel für die Türkei oder Ägypten ist“, sagt
DTV-Chefin Gilles. Wen Reisen in diese Länder schrecken,
der tendiert derzeit eher in
Richtung Spanien, Italien und
Portugal. Doch auch in
Deutschland zeigen sich manche dunkle Flecken auf einer
ansonsten ziemlich weißen
Weste, unabhängig von der
Terrorgefahr, die gefühlt noch
einmal größer geworden ist.
Mit Sachsen zum Beispiel
verbinden viele Menschen in
diesen Tagen vor allem Fremdenfeindlichkeit. Und die verträgt sich so gar nicht mit Gastfreundschaft. Gegen das negative Image kämpft das Bundesland im Osten (Motto: „Spüre
die Natur“) nun auch auf der
ITB. Die Übernachtungszahlen in Sachsen waren 2015
rückläufig. Besonders Dresden hat unter den gesellschaftlichen Spannungen gelitten.
„Fremdenfeindliche
Äußerungen im Rahmen der Pegida-Bewegung haben uns Sympathien gekostet und dem öffentlichen Bild von Dresden
vor allem innerhalb Deutsch-
Foto: dpa-tmn
lands Schaden zugefügt“, sagt
die Geschäftsführerin von
Dresden Marketing, Bettina
Bunge. Die Stadt kam 2015 auf
5,1 Prozent weniger Übernachtungen aus dem Inland
als im Jahr zuvor. Es kamen
aber mehr ausländische Gäste.
Dennoch schaut man genau
auf das Bild Deutschlands in
der Welt. „Wir schließen aktuell nicht aus, dass die zunehmende Fremdenfeindlichkeit
zu Imageschäden führt“, sagt
die Vorstandsvorsitzende der
Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), Petra Hedorfer.
Dann gab es da noch die leidigen Übergriffe an Silvester
in Köln. „Das hat für viel negative Aufmerksamkeit weltweit
»Wir schließen
aktuell nicht aus,
dass die
zunehmende
Fremdenfeindlichkeit zu
Imageschäden
führt.«
Petra Hedorfer, Deutsche
Zentrale für Tourismus
gesorgt“, erzählt Josef Sommer, Geschäftsführer von Köln
Tourismus.
Verunsicherte
Gäste, Sorge um Karneval –
eine Herausforderung, „die es
in der Form noch nie gegeben
hat“, erinnert sich der Tourismuschef. An Karneval blieb
dann aber glücklicherweise
alles ruhig, und Silvester war
schnell vergessen.
In Köln kehrte schnell wieder Normalität ein. Ohnehin
ist der Koloss DeutschlandTourismus nur schwer ins
Wanken zu bringen. Gibt es
überhaupt noch neue Trends?
Regionalität und individueller Urlaub, nennt DTV-Chefin
Claudia Gilles. Man besucht
mit Einheimischen deren
Lieblingsplätze, probiert regionale Küche, schätzt urige
Möblierung in den Hotels.
(dpa)
Reisen im Sessel – Die weite Welt im Fernsehen
Samstag, 12. März
09.35 Uhr 3sat D’Gosinger. Leben am Dachstein
10.10 Uhr 3sat In steiler Höh ... – Salzburger Bergbauern
11.30 Uhr MDR Mitteldeutschland: Das Haselbacher Vogelparadies
12.05 Uhr ARD Vierwaldstättersee, da will ich hin!
12.15 Uhr NDR Weltreisen: Mit dem Moped durch Vietnam
12.30 Uhr MDR Expedition Mittelmeer
13.00 Uhr Arte Kulinarische Reise durch Brasilien
14.30 Uhr 3sat Korsika – Mit dem Zug von Calvi nach Ajaccio
14.45 Uhr NDR Der große Urlaubscheck: Zypern
15.45 Uhr 3sat Marokko – Oase der Sinne
16.00 Uhr SWR Eisenbahn-Romantik: die Federseebahn
17.00 Uhr SWR Meine Traumreise über die Alpen
18.00 Uhr 3sat Mein Peking
18.00 Uhr BR Zwischen Spessart und Karwendel
18.15 Uhr MDR Unterwegs in Sachsen: Zwickaus besondere Note
18.45 Uhr Arte Zu Tisch im Burgenland
19.00 Uhr BR natur exklusiv: Die Fränkische Schweiz
21.00 Uhr HR Die größten Wasserfälle der Erde: Iguazu
Sonntag, 13. März
11.30 Uhr NDR Wunderschön!: Die Westfriesischen Inseln
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14.30
15.10
15.15
16.00
20.30
20.30
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3sat Wintercamping – Urlaub zwischen kalt und warm
3sat Wunderland: Sarneraatal
Arte Heimathafen: London
SWR Wanderlust!: Durch Irlands Südwesten
Arte Heimathafen: New York
WDR Wunderschön!: Berchtesgadener Land
NDR Landpartie: Ostern an der Schlei
Montag, 14. März
14.15 Uhr NDR Bilderbuch Deutschland: Die Wupper
16.10 Uhr Arte Eine Sommerreise durch den Kaukasus
17.00 Uhr BR traumpfade
18.15 Uhr Arte Südkorea
19.30 Uhr Arte Wildes Deutschland: Die Zugspitze
20.15 Uhr HR Wunderschön! Südschwarzwald
Dienstag, 15. März
11.20 Uhr Arte Der Traum von der Alp
12.50 Uhr Arte Reisen für Genießer: Frankreich
13.20 Uhr 3sat Schlösserwelten Europas
15.15 Uhr RBB Die großen Seebäder: Westkap
18.15 Uhr Arte Südkorea: Die Inseln Jeju und Wando
Geprüfte
Touren am
Niederrhein
N
eun Rundwanderwege
im Naturpark MaasSchwalm-Nette
mit
einer Gesamtlänge von rund
100 Kilometern sind vom
Deutschen Wanderinstitut geprüft und zertifiziert worden
–einmalig für eine Flachlandregion. Die Routen, aktuell nominiert für den Wettbewerb
„Deutschlands schönste Wanderwege 2016“, sind zwischen
sechs und 19 Kilometer lang
und führen durch Wälder und
Heidemoore, Bruchlandschaften, Bach– und Auenlandschaften sowie vorbei an Flüssen, Seen und historischen
Bauten – alles Wegmarken, die
typisch sind für die Region
Niederrhein.
www.wa-wa-we.eu
Mittwoch, 16. März
14.50 Uhr 3sat Irlands Küsten:
Dublin und der Osten
15.15 Uhr SWR Bilderbuch: Straubing
15.30 Uhr 3sat Irlands Küsten: Die
irische Riviera
17.00 Uhr BR traumpfade: Der Maximiliansweg
Donnerstag, 17. März
14.30 Uhr WDR Australiens Nationalpark: Die rote Wüste
15.15 Uhr NDR Von Sibirien nach Japan: Ein vergessenes Paradies
15.15 Uhr SWR Bilderbuch: Niederbayern
21.00 Uhr NDR mareTV: Sardinien
21.00 Uhr SWR Der Bodensee – Wildnis am großen Wasser
Freitag, 18. März
14.05 Uhr 3sat Die Marquesas – Vergessene Inseln der Südsee
17.00 Uhr BR traumpfade
17.25 Uhr Arte Heimathafen: New Orleans
19.45 Uhr BR Landgasthäuser Franken: Haßberge
Abstimmung mit den Füßen
Eifelsteig zum schönsten Wanderweg gewählt
G
etestet und für sehr
gut befunden: Wanderer haben den Eifelsteig
zum
schönsten
Wanderweg
Deutschlands gewählt. Die
Zeitschrift „Wandermagazin“
hatte bundesweit zwischen
Von Aachen bis Trier: Der Eifelsteig ist 313 Kilometer lang
Foto: Dominik Ketz
und führt durch Täler und Hochebenen.
fünf Fernwanderwegen abstimmen lassen. Ergebnis:
Rund 53 Prozent von insgesamt etwa 17 000 Stimmen
entfielen auf den 313 Kilometer langen Weg, der von
Aachen in Nordrhein-Westfalen bis nach Trier verläuft. Der
Eifelsteig, einer der „Top
Trails of Germany“, führt auf
seinen 15 Etappen mit Längen
von 14 bis 29 Kilometern
durch Täler und über Hochebenen, Bergkuppen und
durch tiefe Wälder. Auf seinem
abwechslungsreichen
und naturbelassenen Weg
durchquert er einzigartige Naturräume, darunter in NRW
die Moorlandschaft des Hohen Venn, das einsame Rurtal
und die mächtigen Stauseen
der Nordeifel.
www.eifelsteig.de
Kulinarik im
Siegerland
Erst wandern, dann schlemFoto: Westfälisch genießen
men.
K
ulinarische Wanderwochenenden bietet
die Region SiegerlandWittgenstein an. Im Mai, Juni
und Juli werden geführte
Zwei-Tagestouren auf besonders reizvollen Wegen angeboten, auf denen unterwegs kulinarische Spezialitäten serviert
werden, zubereitet von Gastgebern, bei denen die Teilnehmer auch übernachten können.
www.siegerlandwittgenstein-tourismus.de