Moravian College, Studienjahr 2015/16, Marie Muhr

AuslAndssemester
Am
morAviAn College, PennsylvAniA
Liebe neugierige Weltenbummlerin,
Lieber neugieriger Weltenbummler,
wenn ihr mein Wörterbuch aufschlagt, findet ihr folgende Beschreibung für das was euch bevor steht:
Auslandssemester [Substantiv, Neutrum]: Türöffner zu neuen schönen Plätzen dieser Welt, Getümmel von neuen
Kulturen, Überraschungsei.
Und so sah mein Überraschungsei aus...
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... Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.
Daher begann alles mit dieser kleinen Checkliste vorab:
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... September bis Dezember:
Empehlungsschreiben eines Hochschullehrers
(ca. 2 Monate vorher drum kümmern)
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Motivationsschreiben
Nachweis von Englischkenntnissen auf B2 Niveau
(manche Unis verlangen einen internationalen Nachweis (z.B.
TOEFL), anderen reicht die kostenlose B2 Prüfung an der Uni
Erfurt)
... nach der Zusage im Januar:
„Medical Record“ von deinem Hausarzt ausfüllen lassen, dass du gesund & munter bist.
J1 Visa beim amerikanischen Konsulat in Frankfurt,
München oder Berlin beantragen
(Plane für den ganzen Prozess von der Terminvereinbarung bis zur
Ausstelung 6-4 Wochen ein - sicher ist sicher)
Auslandskrankenversicherung - überlege dir, ob du die
Versicherung von deiner Partner-Uni nutzen möchtest
oder eine eigene abschließen möchtest.
(Ich habe eine eigene abgeschlossen, da es günstiger war und ich
zudem noch danach gereist bin.)
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Wähle die Kurse, die du am Moravian College belegen
möchtest
Schließe ein Learning Agreement an der Uni Erfurt mit
deiner/deinem Studienberater/in ab
(So gehst du auf Nummer sicher, dass dir deine Kurse auch angerechnet werden, wenn du wieder zurück kommst)
Moravian College &
sein
CharMe...
Wenn man den Campus vom Moravian
College betritt, spürt man sofort seine alten Wurzeln. Es ist in der Tat das sechst älteste College
Amerikas. Und das hier zu sehende Hauptgebäude
„Comenius“ ist das Herzstück des Campus’.
Moravian ist wie der Ort Bethlehem, klein aber liebenswert.
Hier der Blick, wenn man die Bibliothek verlässt an einem
warem Oktobertag...
Man wird sofort willkoMMen geheißen – von den Studierenden, den Professoren und den Busfahrer/
innen. Moravian ist kleine aber sehr authentische Community. Auch in meinen Seminaren wurde ich
sofort gut aufgenommen. Meine Seminare waren einer der besten, die ich je belegen durfte. Nicht nur
das neue Wissen und Fähigkeiten, sondern auch die neue Art zu lernen, eigene Projekte in den Seminaren auf die Beine zu stellen und die eigenen Stärken zu erkennen, waren eine tolle Erfahrung.
Ich habe die Kurse: Industrial / Organizational Psychology, Happiness and Flow at the Workplace und
Human Resources belegt. Statt einem vierten Kurs, habe ich ein Praktikum bei der Community Service
Foundation absolviert. Dort habe ich an drei Tage in der Woche mit Jugendlichen zusammen gearbeitet, die aufgrund von sozialen Auffälligkeiten, Gewalt oder Drogen von ihrer Schule verwiesen wurden.
Das Praktikum war eine tolle Möglichkeit erste amerikanische Arbeitserfahrungen zu sammeln, Jugendlichen in ihrer Entwicklung zu helfen und mich dabei gleichzeitig auch ein Stück voran zu bringen.
Was zunächst völlig fremd erscheint ist das Lernsystem: jeden
Tag Hausaufgaben, regelmäßige Präsentationen und Papers, zwei
Mal im Semester tests/exams, die aber nicht so lernaufwendig
waren wie die gewohnten Abschlussklausuren. Das klingt erst
mal aufwendiger als bei uns, aber ich empfand besser den Lernstoff nicht geballt am Ende abrufen zu müssen, sondern verteilt über das Semester mehrere Übungen dazu anzufertigen.
Hier meine Study Buddies für unserer Abschlussprojekt im Kurs
Happiness & Flow at the Workplace:
Am Ende kann ich festhalten, dass ich genauso wie jeder anderer Teil dieser
einzigartigen Community war und jeder war stolz auf diese Gemeinschaft
oder in anderen Worten: „Today is a good day To be a hound!“
UnterkUnft
Für mich war das Campusleben völlig neu, da ich nicht in einem Studentenwohnheim lebe, sondern in einer WG in Erfurt. Aber irgendwie hatte unsere „Suite“ eindeutigen WG Charakter.
Ich lebte in einer „Suite“ mit 9 weiteren roommates: Zwei Amerikanerinnen, zwei
Australier, einer Australierin, einem Franzosen, einem Koreaner und zwei weiteren
Deutschen aus Erfurt (wir haben aber durchgehend englisch gesprochen). Wir waren die
International Suite und wuchsen zu einer tollen Truppe zusammen, die nicht nur zusammen studierten, sondern auch z.B. zu Football Games gingen oder Kurztrips unternahmen.
Dank unserem australischen Mitbewohner wurde unsere WG je nach „Holiday Season“ entweder halloween-artig
oder weihnachtlich dekoriert (mit Weihnachtsbaum!), also fast
wie zu Hause.
freizeitangebote & reisepläne
Das Freizeitangebot am Moravian College ist riesig. Neben
zahlreichen Sportteams, gibt es jede Menge Clubs, in denen
man sich engagieren kann oder einfach mal vorbei schauen
kann.
Am meisten werdet ihr vermutlich mit dem International Club zu tun haben, in dem ihr automatisch
Mitglied seid. Die amerikanischen Mitglieder helfen euch am Anfang beim Ankommen, informieren euch
über Events oder Ausflüge, die sie für euch geplant haben. Ein Ausflug wurde zum Beispiel nach New York
organisiert. Dort sind wir dann kostenlos ins Metropolitan Kunstmuseum reingekommen und haben und
die Stadt angesehen. New York ist praktisch um die Ecke (1,5 Stunden etwa entfernt), daher waren wir ein
paar Mal da und zuletzt haben wir den New Yorker Weihnachtstraum samt riesigem Christbaum bestaunt.
Auch Philadelphia ist nicht weit entfernt (ca. 1 Stunde).
Wenn man die Zeit hat, sollte man sich die günstigen Flüge in anderen Staaten nicht entgehen lassen. Auch Kanada ist mit dem Auto
etwa in 6-7 Stunden zu erreichen.
..wie z.B. die Wasserfälle „Niagara Falls“.
Message zUM MitnehMen:
Wenn ich vor der Frage stehen würde, ob ich mich wieder für ein
Auslandssemester entscheiden würde, dann lautet meine Antwort:
Ja, und zwar genau so. Ich hatte eine unvergessliche Zeit. Mein Kopf
ist voll von bunten Erinnerungen, vielen Schnappschüssen, fremden
Geräuschen und Gerüchen und vor allem eins: mit vielen lächelnden Gesichtern.
Und was ist euer
Überraschungsei?
Ich kann euch raten, wenn ihr die Chance habt, nehmt sie, wie sie
kommt. Vieles wird neu und anders sein, aber es gab bei mir keinen
Moment, in dem ich meine Entscheidung bereut habe. Es hat sich
sofort alles gut und richtig angefühlt, man muss sich nur trauen und
mit offenen Augen und einem Lächeln durch die Welt gehen.
Ich wünsche euch viel Spaß mit eurem Überraschungsei und wenn
ihr Fragen zu meinem habt, meldet euch gern.
[email protected]
Eure Marie