Mitmachen statt vermeiden Inklusion: Sportwissenschaftler laden

URL: http://www.uni-jena.de/Mitteilungen/PM160318_Bewegungstag.pdf
Mitmachen statt vermeiden
Inklusion: Sportwissenschaftler laden junge Patienten mit Hämophilie
am 2. April zum "6. Gesundheits- und Bewegungstag" ein
Fußball, Klettern, Skifahren - was für gesunde Kinder und Heranwachsende sportliche
Herausforderungen sind, die zudem jede Menge Spaß machen, ist für Altersgenossen, die an
Hämophilie ("Bluterkrankheit") leiden, oft mit zusätzlichen Gefahren verbunden. Denn: Beim Sport
kann man sich leicht verletzen und jede noch so kleine Blutung ist ein ernsthaftes Problem für die
Betroffenen. "Das jedenfalls ist eine oft genannte Befürchtung von Angehörigen oder Lehrern und
Betreuern", sagt Judith Sondermann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Im Schul- und
Freizeitsport, so die Sportwissenschaftlerin weiter, seien Kinder und Jugendliche mit Hämophilie
daher häufig mit Unsicherheiten und Ängsten konfrontiert. "Und auch sie selbst wissen oft nicht,
was sie sich zutrauen können. Die Konsequenzen sind dann meist eine Schulsportbefreiung und
unzureichende körperliche Aktivität der Betroffenen."
Sportliches und informatives Programm
Doch das muss nicht sein. Auch mit der Bluterkrankheit lassen sich Bewegung und Sport in
Schulalltag und Freizeit integrieren. Das können junge Patienten mit Hämophilie und ihre
Angehörigen am 2. April beim 6. Gesundheits- und Bewegungstag erleben, zu dem die Teams des
Lehrstuhls für Sportmedizin und Gesundheitsförderung der Universität Jena und der Klinik für
Kinder- und Jugendmedizin des Jenaer Universitätsklinikums einladen. Von 9 bis 16:30 Uhr
erwartet die Besucher in der Dreifelderhalle (Seidelstraße 20 a) ein sportliches und informatives
Programm mit Kurzvorträgen, gemeinsamen sportlichen Übungen sowie Zeit für individuelle
Gespräche mit Ärzten und Therapeuten.
"In diesem Jahr werden wir ausgewählte Spiel- und Bewegungsformen aus den Sportarten
Tischtennis und Klettern aufgreifen", kündigt Judith Sondermann an. Ziel sei es, den jungen
Patienten zu zeigen, wie sich damit ihre Beweglichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer
verbessern lassen. "Auch Körperwahrnehmung, Konzentration und das Selbstvertrauen werden so
gestärkt."
Die Sportwissenschaftler der Universität Jena und Ärzte der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
des Jenaer Universitätsklinikums haben darüber hinaus in den vergangenen Jahren eine
interdisziplinäre Sprechstunde für Kinder und Jugendliche mit Hämophilie etabliert. Neben der
bestmöglichen Diagnostik steht dabei die bewegungstherapeutische Beratung und Betreuung der
Betroffenen im Fokus. "Unsere Untersuchungen haben immer wieder bestätigt, dass regelmäßige
Bewegung und Sport heute aus wissenschaftlicher Sicht grundsätzlich empfehlenswert sind",
unterstreicht Dr. Marco Herbsleb, Initiator der Veranstaltung. Angepasstes körperliches Training
schütze die Gelenke, beuge degenerativen Schäden vor und trage zur Prävention verschiedenster
Erkrankungen bei, macht der Sportwissenschaftler deutlich. "Nicht zu unterschätzen sind auch die
positiven psychosozialen Effekte des Mitmachen-Könnens." Zudem gebe es Hinweise darauf, dass
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hämophile Kinder, die regelmäßig Sport treiben, seltener unter spontanen Blutungen leiden als
inaktive Kinder.
Anmeldungen sind noch möglich
Wer sich für eine Teilnahme am "Gesundheits- und Bewegungstag für Patienten mit Hämophilie"
interessiert, kann sich auch noch kurzfristig telefonisch anmelden unter 03641 / 945628 oder per
E-Mail an [email protected].
Alle Interessierten sollten zum Bewegungstag Sportsachen mitbringen. Die Teilnahme ist
kostenlos. Für Verpflegung wird gesorgt.
Kontakt:
Judith Sondermann
Institut für Sportwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Wöllnitzer Str. 42, 07749 Jena
Tel.: 03641 / 945628 bzw. 03641 / 945650 (Lehrstuhlsekretariat)
E-Mail: [email protected]
Meldung vom: 18.03.2016 09:11 Uhr
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