LES Entwicklung - Ergebnisse Fragebogen

LOKALE ENTWICKLUNGSSTRATEGIE 07-14 MITTELBURGENLAND
FRAGEBOGEN AUSWERTUNG
Web 2.0 Beteiligungsprozess im Rahmen der LES-Entwicklung für die LAG
mittelburgenland plus
Um die Vorbereitungsarbeiten für die kommende Leader-Förderperiode auf einem möglichst breiten
Konsens aufzubauen, wurden erste Ziele und Themenfelder einer Bewertung durch die Mitglieder
der Generalversammlung unterzogen.
Dies erfolgte aus Gründen der Effizienz online mittels internetbasiertem Umfrageinstrument. Entlang
der drei Themenfelder „Tradition, Kultur, Tourismus“, „Standortattraktives Mittelburgenland“ und
„Gesundes Mittelburgenland“ wurden die LAG-Mitglieder gebeten ihre Einschätzung zur Wichtigkeit
unterschiedlicher Ziele und Themen zu treffen und konnten jeweils auch zusätzliche Ziele und
Themen einbringen.
Insgesamt füllten 34 Personen den Fragebogen aus.
Ergebnisse und Interpretation:
Insgesamt lässt sich resümieren, dass im Durchschnitt keines der Ziele oder Themen als „weniger
wichtig“ oder „unwichtig“ eingeschätzt wird. Dennoch erlauben die Ergebnisse eine Priorisierung
dessen, was in der kommenden Periode im Rahmen von Leader bearbeitet werden sollte. Es zeigen
sich auch kaum eklatante Spaltungen der Einschätzung in dem Sinne, als dass viele Personen das
Thema als sehr wichtig und ähnlich viele es als „unwichtig“ einstufen.
Standortattraktives Mittelburgenland
Vergleicht man die drei Themenfelder miteinander, so sticht „Standortattraktives
Mittelburgenland“ als für die Befragten besonders bedeutsam hervor.
25
25
20
20
15
15
10
10
5
5
0
sehr wichtig
2
3
unwichtig
0
sehr wichtig
2
3
unwichtig
Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen
Demographischer Entwicklung (Überalterung der
Bevölkerung) Rechnung tragen
Lebensqualität für Jungfamilien und Mütter steigern
Steigerung der Lebensqualität der MittelburgenländerInnen
Wirtschaftsnachwuchs unterstützen
Bevölkerungszuwachs: Trendumkehr zu positiven Zahlen
Es zeigten sich hierbei auch kaum Unterschiede hinsichtlich der Bedeutung der Region als
„Wirtschaftsstandort“ oder „Wohn- und Lebensstandort“. Als höchst bewertetstes Ziel gilt dabei
„Steigerung der Lebensqualität der MittelburgenländerInnen“, gefolgt von „Bevölkerungszuwachs:
Trendumkehr zu positiven Zahlen“ und „Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen“. Das Thema, das
in diesem Zusammenhang als besonders wesentlich eingestuft wurde, war die „Steigerung der
Lebensqualität von Jungfamilien und Müttern“, mit deutlichem Abstand zu „Wirtschaftsnachwuchs
unterstützen“ und „Demographischer Entwicklung (Überalterung der Bevölkerung) Rechnung
tragen“. Als zusätzliches relevantes Thema wurde hier von zwei Personen „Mobilität“ eingebracht,
der vor dem Hintergrund der älter werdenden Bevölkerung sicherlich eine zunehmende Bedeutung
zukommt.
Tradition, Kultur, Tourismus
Das Themenfeld „Tradition, Kultur, Tourismus“ bildet das Mittelfeld in der Bedeutung für die
Befragten.
25
25
20
20
15
15
10
10
5
5
0
sehr wichtig
2
3
unwichtig
0
sehr wichtig
2
3
Verlängerung der Aufenthaltsdauer der
Gäste
Steigerung der Gästeankünfte
Die kulturelle Vielfalt stärker nutzen
Erhöhung der Tourismusgesinnung der
MittelburgenländerInnen
Regionale Produkte und regionales
Handwerk stärken
unwichtig
Natur- und Umweltbewusstsein stärken
Die „Erhöhung der Tourismusgesinnung der MittelburgenländerInnen“ als Ziel findet dabei sehr
große Zustimmung – es gibt hier auch keine Person, die es „unwichtig“ findet. Die Anmerkungen der
Befragten lassen sich in drei Stichworten zusammenfassen: Qualitätsentwicklung –
Angebotsentwicklung – Vernetzung (AkteurInnengruppen und Angebote).
Gefragt nach der Einschätzung einzelner Themenbereiche wird „Regionale Produkte und regionales
Handwerk stärken“ als besonders relevant hervorgehoben. Danach folgen „Natur- und
Umweltbewusstsein stärken“ sowie „Die kulturelle Vielfalt stärker nutzen“
Gesundes Mittelburgenland
„Gesundes Mittelburgenland“ hat sich in der Befragung als das Thema herausgestellt, bei dem die
Mitglieder der LAG am wenigsten meinen, dass es im Rahmen von LEADER14-20 bearbeitet werden
soll.
25
20
15
10
5
0
sehr wichtig
2
3
unwichtig
Bewusstsein für gesunde Ernährung ( mehr Bezug zu regionalen
Lebensmittel – kochen – gärtnern)
Bewegung und Sport und Vorsorge
Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Privatleben ("Work-Life
Balance")
Obwohl einige Befragte „die Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Privatleben“ als sehr wichtig
einstufen, gibt es doch auch eine nicht zu vernachlässigende Anzahl an Personen, die dieses Thema
als weniger wichtig oder unwichtig sehen.
Anders als bei den beiden oben genannten Themenfeldern wurden keine weiteren Vorschläge für
Ziele oder Themen von Seiten der Befragten angemerkt. Auch dies kann bereits als Indikator dafür
gesehen werden, dass „Gesundheit“ nicht als Top-Thema gesehen wird.
Welche Themen stehen im Leben oder Arbeiten der Personen selbst im Fokus?
Die bisherigen Angaben der Befragten hatten eher den Charakter von „Fremdauskünften“ in dem
Sinne, als die Befragten indirekt ihre Einschätzung abgaben, was „die Region“ brauchen könnte.
Da Regionalentwicklung nur lebt, wenn Personen hinter Themen stehen und sie aktiv als TrägerInnen
vorantreiben, wurden die LAG Mitglieder gebeten folgendes Statement zu ergänzen.
Wir als Gemeinde/ wir als Institution/ ich als Privatperson werde mich/ werden uns in den
nächsten Jahren besonders dem Thema widmen….
Auswahloptionen waren die Ziele und Themen, die zuvor bewertet wurden sowie einige Leerfelder
für eigene Ergänzungen.
Es wurde dabei dem Umstand Rechnung getragen, dass die Personen nicht nur als Teil ihrer
Organisationen (Gemeinden, Kammern, Unternehmen, etc.) handeln sondern auch als
zivilgesellschaftliche AkteurInnen Themen aufgreifen und voranbringen können.
Die Ergebnisse spiegeln stark das zuvor beobachtete Bild wider: Es sind vor allem Ziele und Themen
die vorrangig den Bereichen Standort (Arbeit und Wirtschaft), Tradition/Kultur/Tourismus (wobei
Tourismus eher unterrepräsentiert ist) sowie Lebensqualität angehören.
Gleichzeitige Betrachtung von Engagementfeldern und Wichtigkeit, die den Themen im Rahmen von Leader beigemessen
werden:
0
2
4
Engagierte Personen
6
8
10
12
14
16
18
Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Privatleben ("Work-Life Balance")
Bewegung und Sport und Vorsorge
Bewusstsein für gesunde Ernährung ( mehr Bezug zu regionalen…
Wirtschaftsnachwuchs unterstützen
Lebensqualität für Jungfamilien und Mütter steigern
Demographischer Entwicklung (Überalterung der Bevölkerung) Rechnung…
Steigerung der Lebensqualität der MittelburgenländerInnen
Wichtigkeit
Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen
Engagement
Bevölkerungszuwachs: Trendumkehr zu positiven Zahlen
Regionale Produkte und regionales Handwerk stärken
Natur- und Umweltbewusstsein stärken
Die kulturelle Vielfalt stärker nutzen
Erhöhung der Tourismusgesinnung der MittelburgenländerInnen
Steigerung der Gästeankünfte
Verlängerung der Aufenthaltsdauer der Gäste
1
1,5
2
2,5
3
Wichtigkeit
1... unwichtig
4...sehr wichtig
3,5
4
Empfehlungen, Handlungsoptionen:
Aus den Rückmeldungen der Mitglieder der Generalversammlung lassen sich folgende
Priorisierungen für eine künftige LES ableiten:
Das Themenfeld „standortattraktives Mittelburgenland“ mit seinen zwei Ausprägungen „die Region
als Wirtschaftsstandort“ und „die Region als Wohn- und Lebensstandort“ sticht als besonders
relevant hervor. Die erste Dimension des Themenfels fügt sich in den durch das BMLFUW
vorgegebenen Zielkorridor „Wertschöpfung“ ein. Je nachdem, ob sich die Region nun der Sicherung
bestehender Betriebe oder der Ansieldung neuer Betriebe widmet, sind unterschiedliche strategische
Wege denkbar (siehe Präsentation im Rahmen der Vorstandssitzung am 18.3.)
In diesem Themenbereich gilt es nun in der weiteren Entwicklungsphase, die
Wirkungshypothesen mit ExpertInnen zu verifizieren und Möglichkeiten für Maßnahmen
auszuloten. Es empfiehlt sich dabei eine Auswahl zu treffen, auf welche Ziele bzw.
Maßnahmen(bündel) der Fokus gelegt werden soll. Vor allem der vorhandene Input (i.w.S.
die Ressourcen) gilt dabei als wesentlicher Faktor bei der Beurteilung, was tatsächlich in 7
Jahren über LEADER umgesetzt werden kann.
Die zweite Standort-Dimension thematisiert die Lebensqualität der Region in ihrer Funktion als
Wohn- und Lebensraum und nimmt somit die Sicht der BewohnerInnen ein. Vor allem die
Lebensqualität einer bestimmten Zielgruppe, nämlich der Jungfamilien und Mütter, wird von den
Befragten als besonders wichtig hervorgehoben.
Aus dem vom BMLFUW im Zuge der LES Workshops präsentierten Aktionsfelder, lassen sich in
Zusammenhang mit „Gemeinwohl“ folgende strategische Ansatzpunkte identifizieren, die je nach
Zielgruppe spezifisch ausformuliert werden müssen.
„Attraktive Arbeitsplätze schaffen und sichern“ als Teilziel kann im Themenbereich „Die Region als
Wirtschaftsstandort“ mitbearbeitet werden, sollte aber die Zielgruppe der Jungfamilien und Müttern
mit im Blick behalten.
Work-Life-Balance kann als Teilziel aus dem ehemaligen Themenfeld „Gesundes Mittelburgenland“
mit dem speziellen Fokus auf junge Familien und Mütter eingearbeitet werden.
Wie im Themenbereich „Wirtschaftsstandort“ müssen auch für die beiden Zielgruppen
„Jungfamilien und Mütter“ sowie „älter werdende Bevölkerung“ die Interventionen mit
ExpertInnen entwickelt und Möglichkeiten für Maßnahmen auszgelotet werden.
Anschließend wird es auch hier wesentlich sein, eine Auswahl für strategische Wege zu
treffen um sich diesen fokussierter zuwenden zu können.
Aus dem Themenfeld „Tradition/Kultur/Tourismus“ sollte eher „Tradition und Kultur“ fokussiert
werden. Hier wurden von den Befragten vor allem die Teilziele „Regionale Produkte und regionales
Handwerk stärken“ sowie „Natur- und Umweltbewusstsein stärken“ priorisiert. Aufgrund der
unklaren Situation der Tourismusorganisationen im Burgenland könnte „Tourismus“ als Teilbereich
vorerst zurückgestellt und im Rahmen einer Strategie-Aktualisierung wieder diskutiert werden.
Da das Themenfeld „Gesundes Mittelburgenland“ im Vergleich zu den beiden anderen kaum sehr
hohe Wichtigkeit attributiert wurde und sich auch kaum in den eigenen Handlungen der AkteurInnen
wiederfindet wäre es eine Option, dieses Thema als Teilbereich der Lebensqualität mitzubearbeiten.
„Gesudheit“ würde dann aber insofern eine Bedeutungsverschiebung erhalten, als dass sich Ziele
dieses Themenbereichs den Zielen des „Standortattraktiven Mittelburgenlands“ unterordnen und
diesen quasi „zuarbeiten“ sollten.