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Pressemitteilung
Nr. 8 / 20.03.2015
Zum Weltwassertag am 22. März 2015
Endlich die grüne Arbeit für das blaue Lebenselixier
anerkennen und rote zu schwarzen Zahlen machen
In den Wäldern der Bundesrepublik werden je nach Region zwischen
40 und 90 Prozent unseres Trinkwassers gewonnen. Dank der
Sorgfalt der nachhaltigen Forstwirtschaft ist dieses Wasser von hoher
Qualität. Doch während andere durch den Verkauf des Trinkwassers
hohe Gewinne erzielen, müssen Forstwirtschaft und Waldbesitzer als
Hüter
und
Bereitsteller
des
sauberen
Wassers
sogar
noch
draufzahlen. Zum Weltwassertag fordern die Waldeigentümer nun
die Beseitigung dieser Ungerechtigkeit.
Berlin, 20.03.2015 – Eine Großstadt wie Frankfurt am Main bezieht 90 Prozent
ihres Trinkwasserbedarfs aus dem Grundwasser unter Waldgebieten. Durch die
vielfältigen Bodenschutzmaßnahmen der Waldeigentümer ist das Grundwasser
aus dem Wald kaum mit Schadstoffen belastet. Die Wasserversorgungsunternehmen
beziehen
dieses
„Bio-Wasser“
ohne
Honorierung
der
Waldeigentümer und haben dabei nur wenig Aufwand bei der Aufbereitung. So
sparen sie nach Berechnungen des Dachverbands AGDW – Die Waldeigentümer
ca. 20 bis 50 Cent pro Kubikmeter Wasser und machen damit große Gewinne.
Waldbesitzer werden geschädigt statt entschädigt
Die
Garanten
des
sauberen
Qualitätstrinkwassers,
die
nachhaltige
Forstwirtschaft und die Waldbesitzer, werden an diesen Gewinnen aber nicht
beteiligt. Stattdessen müssen sie aufgrund des Entzugs des Wassers aus ihren
Revieren sogar Nachteile befürchten. Der Geschäftsführer der AGDW – Die
Waldeigentümer, Alexander Zeihe, kritisiert: „Die Waldbesitzer in Deutschland
erhalten weitgehend weder Geld noch andere Zugeständnisse für die Produktion
dieses einwandfreien Trinkwassers, welches es ohne den multifunktionalen
nachhaltigen Waldbau nicht geben würde. Geradezu skandalös ist das, wenn man
bedenkt, dass die Entnahme des Grundwassers mancherorts zu Störungen des
Baumwachstums und der Zusammensetzung der ökologischen Waldgesellschaft
führt und damit auch zu Verlusten bei den Betriebsergebnissen der Forstreviere.“
Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist, dass die Waldbesitzer den
Wasserverbänden sogar noch Geld zahlen müssen. Zahlen müssten stattdessen
alle Verursacher von Schadstoffeinträgen, so wie es die EU nach dem „Pollutermust-Pay“-Prinzip fordert. Neben der Inkaufnahme zahlreicher Auflagen und
Beschränkungen
bei
der
Bewirtschaftung
ihrer
Wälder,
werden
die
Waldeigentümer unter Anwendung eines einheitlichen Flächenmaßstabes
zusätzlich
zur
Zahlung
von
Wasserverbandsbeiträgen
verpflichtet.
In
Niedersachsen hat die Empörung darüber zur Unterzeichnung der „Goslarer
Erklärung“ durch alle forstwirtschaftlichen Verbände geführt. Darin fordern sie
die Freistellung von den Abgaben, die Vergütung der Wasserentnahme aus ihren
Wäldern sowie die Einführung eines gesetzlichen Vorteilsmaßstabes für
Waldflächen wie etwa in Schleswig-Holstein.
Grundeigentumsrechte reklamieren
„So langsam wird’s uns zu bunt. Unsere grüne Arbeit für das blaue Lebenselixier
muss anerkannt und zu schwarzen statt roten Zahlen führen“,
sagt Zeihe. Und er geht in seinen Forderungen noch weiter:
Ohne
die
Partizipation
und
Zustimmung
der
Waldeigentümer dürfte zukünftig niemand mehr über das
Wasser aus dem Wald verfügen. In der EU müssten die
gleichen
Eigentumsrechte
für
alle
gelten
und
die
Harmonisierung der Rechte zur Grundwassernutzung auf
den Grundeigentümer übergehen. Alexander Zeihe mahnt:
„Wer den Grund und Boden besitzt und durch seine harte und
kompetente Arbeit die ausgezeichnete Trinkwasserversorgung
der Menschen überhaupt erst ermöglicht, der hat mehr
verdient als Auflagen und Kosten. Dies ist ein Gebot der
Gerechtigkeit!“
Die schonende Bewirtschaftung von 11,4 Millionen Hektar
Wald sorgt in Deutschland für exzellentes Trinkwasser.
Foto: AGDW
Pressekontakt: Christoph Graf Adelmann
Tel.: + 49 (0) 30 - 31 80 79 23
Fax: + 49 (0) 30 - 31 80 79 24
[email protected]
Hintergrundinformationen:
AGDW – Die Waldeigentümer vertritt als Dachverband für 13 Landesverbände die
Interessen der über zwei Millionen privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer in
Deutschland. Unser Denken und Handeln orientiert sich stets an den drei Säulen der
Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales. In diesem Sinne sehen wir in der
verantwortungsvollen Nutzung des Waldes die Grundlage für dessen Schutz und
Sicherung als Lebens- und Wirtschaftsraum. Der Verband ist Mitglied im Zentralverband
der Europäischen Waldbesitzer (CEPF).
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