09/15 Herbizidanwendung in Kartoffeln

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Pflanzenbau Aktuell Nr. 8/2015
Herbizideinsatz in Kartoffeln
Mit den wärmeren und trockenen Witterungsbedingungen ist eine gute Befahrbarkeit der Flächen vielerorts gegeben, weshalb
mittlerweile die meisten Kartoffeln gepflanzt worden sind. Bei Anwendung kombinierter Verfahren ist die nächste Überfahrt zur
Unkrautkontrolle die Herbizidspritzung. Sollten die Dämme noch gezogen werden, so sollte dies gerade auf Sandboden bei noch
ausreichender Bodenfeuchte vor einer längeren Trockenperiode erfolgen, umso eine gute Stabilität der Dammflanken zu erreichen.
Beachten sollte man jedoch immer, dass der Damm nicht so verfestigt sein sollte, dass die Kartoffeln beim Auflaufen behindert
werden. Das zweite Problem beim Auflaufen der Kartoffeln ist ein zu hoher Unkrautbesatz. Bei der Unkrautregulierung sollte auf die
Metribuzinverträglichkeit der angebauten Sorte sowie auf eine ausreichende Ablagetiefe (mind. 12 cm) geachtet werden. Absolut
zu empfehlen hinsichtlich Verträglichkeit der eingesetzten Herbizide, aber auch der Wirkung gegen Unkräuter ist die Behandlung
im Vorauflauf. Dabei sollten keine grobklutigen, stark humosen und/oder ausgetrocknete Böden vorliegen um so die volle Wirkung
der Mittel zu erzielen. Sollten die optimalen Einsatzbedingungen durch die vorgenannten Faktoren nicht vorliegen, so sollte die
Applikation der Mittel in einer Spritzfolge erfolgen. dabei sollte bei einer Anwendung im Nachauflauf darauf geachtet werden, dass
nur noch Mistral und Cato gegen dikotyle Unkräuter zugelassen sind und die Aufwandmenge von Mistral aus
Verträglichkeitsgründen nicht mehr als 0,35 kg/ha sein sollte. Dieses allerdings begrenzt auch die Wirkung des Produktes deutlich.
Die Zugabe eines Oels erhöht die Wirkung senk jedoch im Gegenzug die Verträglichkeit.
Bei metribuzinempfindlichen Sorten kann als gute Alternative Centium 36 CS, am besten in Kombination mit Bandur,
eingesetzt werden. Aber auch zusätzlich bei metribuzinhaltigen Produkten zugesetzt werden, sodass ebenfalls Klette und
Windenknöterich mit erfasst werden. Allerdings sollten die entsprechenden Abstandauflagen beachtet werden und eine Spritzung
auf Grund möglicher Balttnekrosen ca. eine Woche vor dem Durchstoßen der Kartoffeln abgeschlossen sein. Sollte auch der
Einsatz von Centium 36 CS nicht möglich sein, so sollte eine Mischung aus 3,5 l/ha Boxer + 3,0 l/ha Bandur für eine breite
Wirkung eingesetzt werden. Zum Ausgleich von Schwächen eines Produktes aber auch zur Resistenzvorbeugung empfiehlt sich
grundsätzlich die Zugabe von Boxer besonders bei metribuzinhaltigen Produkten mit Lücken gegen Nachtschatten und Klette,
oder von Bandur insbesondere gegen Windenknötterich. Beide Produkte (Boxer sowie Bandur) verhindern zusätzlich eine weitere
Ausbreitung der Triazin-Resistenz (Triazine: Metribuzin, Metamitron, Terbuthylazin) von Gänsefuß, Nachtschatten und Melde. Bei
den genannten Problemunkräutern oder grundsätzlich weit entwickelten Unkräutern sollte der „Abbrenner“ Quickdown (0,3 l/ha) +
Toil (0,75 l/ha) appliziert werden.
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Alle Angaben wurden nach bestem Wissen erstellt. Die Umsetzung erfolgt auf eigenes Risiko
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Gräserbekämpfung
Graminizid
max. zugel.
Aufwand. in
l/ha
zugel.
Aufwandm.
geg. Quecke
in l/ha
Ackerfuchsschwanz
Windhalm
Trespe
Rispengras
(Jähr. Rispe)
Ausfallgetreide
Flughafer (Arten)
Hirse (Arten)
Weidelgras
(Arten)
Quecke**
Der Erfolg einer Gräserbehandlung wird durch den richtigen Termin (3-Blattstadium der Gräser) maßgeblich beeinflusst. Die Gräsermittel
wie Agil S oder Focus Aktiv sind in ihrer Wirkung auf alle gängigen Ungräser weitgehend vergleichbar, wenn die Gräser im 2-3
Blattstadium behandelt werden. Steht Ausfallgetreide im Vordergrund bietet sich eine Behandlung mit Agil-S oder Fusilade Max an.
Soll zusätzlich Rispengras oder Quecke bekämpft werden, sollte Fusilade Max zum Einsatz kommen. Tritt FOP-Resistenter
Ackerfuchsschwanz auf, so ist die beste Wirkung mit Select 240 EC + Para Sommer oder Focus Aktiv zu erzielen. In der
Vergangenheit hat sich eine Solodurchfahrt als die sicherste Lösung (Vermeidung von unbefriedigenden Wirkungsgraden) erwiesen.
Agil-S
1,0
n.z.


()
n.z.




-

()
-
()




(Focus Ultra + Dash)
2,50
+ 2,50 FHS
n.z.

Auch bei
FOPResistenz
Fusilade Max
1,0
2,0


()
-



()
()
1,0
+ 2,0 FHS

Auch bei
FOPResistenz



()




Focus Aktiv
Select 240 EC
+ Para Sommer
1,0
+ 2,0 FHS
Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung
Wir wollen nochmals auf die Änderungen der Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung hinweisen. So endet am
26.05.2015 die Antragsfrist für Altsachkundige, also diejenigen die schon vor dem 14.02.2012 sachkundig waren.
Der Antrag kann elektronisch auf dem Portal der Landwirtschaftsverwaltungen unter www.pflanzenschutz-skn.de
beantragt werden.
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