wieso nicht mal eine Reise nutzen, um gesundheitlic

reise Medical Wellness
Der Urlaub,
der wirklich
was bringt
Rückenprobleme, Allergien, Stress, Magenkrämpfe –
wieso nicht mal eine Reise nutzen, um gesundheitliche
Baustellen anzugehen? Immer mehr Hotels haben
sich auf MEDICAL WELLNESS spezialisiert. Was die
können? Wir haben es ausprobiert
Mal gaaanz langsam: BRIGITTE-Redakteurin
Nikola Haaks fuhr „mit Rücken“ nach Tirol
164 B rigitte .de
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F ot o L i s a H ö r t e r e r
Vier
Frauen,
vier Ziele,
vier
TherapieAnsätze
Mein Rücken genießt die Aufhängung, eindeutig. Ich kämp­
fe noch ein bisschen mit Blutzufuhr und pochenden Schläfen,
dann reicht es mir. Langsam fährt Mario das Gerät wieder run­
ter und mich damit in die Waagerechte.
Mein Rücken und ich verstehen sich eigentlich ganz gut,
aber leichte Spannungen gab es schon immer. Besonders bei
Stress. Und natürlich werden sie mit der Zeit nicht besser:
­eingefahrene Bewegungen, langes Sitzen im Büro, immer etwas
unter Druck und gehetzt durch den Alltag. All dem versuche
ich schon lange mit Sport und regelmäßigen Massagen ent­
gegenzuwirken, aber das reicht nicht mehr.
Gut abgehangen – erst am SwingMED-Gerät mit Therapeut
Mario, anschließend am Infinity Pool Dehnbar Michaela legt beim
Meridian-Stretching Hand an Entrückt im Massagen-Nirwana
Ja, dauernd dieses Gerenne. Das nervt! Und dann wird per­
manent irgendwas in der Gegend rumgeschleppt. Reitutensilien,
Hunde, Weinkartons. Und am Schreibtisch immer schön krumm
sitzen. Wie soll ich da bitte nicht blockieren, hä?
Im „Hotel Jungbrunn“ in den Tiroler Bergen haben sie sich
auf Menschen wie mich spezialisiert: Der Gast bekommt nicht
nur ein außergewöhnliches Wellnessangebot mit diversen
­Saunen, einem eigenen Badeteich und Infrarot-Hütte, sondern
auch die entsprechende „Hardware“. Und so gibt es hier –
­unter anderem – therapeutische Rückenanwendungen wie die
Dorn-Breuss-Wirbel-Therapie, die Gelenk- und Wirbelblo­
ckaden mobilisieren soll, SwingMED oder eine Pulsations­
therapie, bei der mit elektronischem Unterdruck Muskel­
verklebungen gelöst werden.
„Deine Wirbel stehen wie Kraut und Rüben“, sagt Mario bei
unserem ersten Treffen zu mir. Schönes Kompliment, denke
ich noch – und schon legt der Mann Hand an. Bei der DornBreuss-Therapie schiebt Mario mit sanftem, aber bestimmten
Druck Wirbel für Wirbel an seinen Platz zurück, während ich
auf einer Liege sitze. Er hat gut zu tun, ich bin fasziniert.
1
Für den
Rücken nach
Tirol
Endlich räumt mal einer auf. Das war überfällig! Unglaublich,
dass wir dafür erst ans Ende der Welt fahren müssen . . .
Wer viel am Schreibtisch sitzt,
kennt sie: die typische
Schulterverspannung.
Bei BRIGITTE-Redakteurin
Nikola Haaks blockieren dazu
noch die Wirbel. Darum haben sie
und ihr Rücken sich mal so
richtig hängen lassen
Mein Rücken jubelt! Ich hänge, komplett über Kopf, meine
Füße in Schlaufen. Hätte ich meinen Therapeuten Mario
Thumler nicht schon vorher ein bisschen kennengelernt: Ich
hätte ihm nicht erlaubt, mich in eine derartig entwürdigende
Position zu bringen. „SwingMED“ heißt die relativ neue
­Methode, die an einer Klinik in Innsbruck entwickelt wurde
und Muskeln und Bänder der Wirbelsäule sanft dehnen soll.
­„Manuel Neuer kommt auch ab und zu vorbei und hängt sich
hier auf“, sagt Mario so ganz nebenbei, während mir das Blut
in den Kopf schießt. DER Manuel Neuer? Unser Torwart? Na,
dann. Kein Problem. Total prominent diese Haltung!
„Kannst Du noch?“ fragt Mario. „Jooooaaaa...“
Also ich find’s super! Von mir aus können wir hier den Rest des
Tages so abhängen. Ist mal was anderes als immer dieses Rum­
gehocke am Computer mit hochgezogenen Schultern . . .
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F oto s L i s a H ö r t e r e r L i s a H ö r t e r e r
H
Hals
über Kopf
m, das ist jetzt auch mal eine Erfahrung. Irre. Da könnt ihr
mal sehen, was in euch steckt, ihr kleinen Bandscheiben.
Ihr seid ja gleich doppelt so breit! Ich dreh durch, verrückt.
Na, das Ende der Welt ist das Tannheimer Tal nicht ganz.
Aber das Hotel liegt relativ versteckt hinter kleinen traditio­
nellen Bauernhöfen im Dörfchen Tannheim. Ein grandioses
Bergpanorama umrahmt das Tal, so stellt man sich als ein­
gefleischtes Nordlicht Tirol vor. Morgens werden die Kühe mit
Glockengeläut an meinem Balkon vorbei auf die Tagesweide
getrieben, und wenn der eine oder andere Sportwagen eines
Hotelgastes sich durch die engen Gassen zwängt, scheint das
nicht so recht hierher zu passen. Dennoch: Das „Jungbrunn“
ist ein alteingesessener Familienbetrieb. Markus Gutheinz ist
Tannheimer durch und durch; mit seiner Frau Ulrika betreibt
er das Haus in zweiter Generation.
Entstanden ist es aus einer Skiliftstation, die sein geschäfts­
tüchtiger Vater im Jahr 1957 baute. Heute gibt es neben dem
riesigen Wellnessbereich Indoor-Tennisplätze, zwei Restau­
rants und herrliche Terrassen und Außenplätze zum Rumsit­
zen und Nichtstun. Wenn ich also gerade mal keinen Termin
mit Therapeut Mario habe, genieße ich an einem der vielen
schönen Plätze: den Naturteich, den Blick und den einen oder
anderen Roséwein.
Nach Dorn-Breuss-Therapie und SwingMED fühle ich mich
auf jeden Fall leicht und beschwingt. Der Druck zwischen den
Schulterblättern ist weg. Ich drehe an Tag 2 eine Joggingrunde
und muss leider feststellen: Das war nicht so gut. Irgendwas
hakt wieder. Zum Glück sehe ich Mario nachmittags, und er
kann die Blockade bei einer klassischen Thai-Massage gleich
mit seinen Zauberhänden beheben. Na ja, was heißt Hände –
eher mit vollem Körpereinsatz, wie es sich für eine Thai-­
Massage gehört! An Tag 3 behandelt er meine Schulterpartie
mit einer Pulsationstherapie. Saugnäpfe werden auf meinem
­Rücken angesetzt, durch eine elektronisch gesteuerte Vakuum­
pumpe wird Unterdruck erzeugt. Diese Behandlung, die ans
klassische Schröpfen angelehnt ist, soll hartnäckige Verkle­
bungen lösen. Und siehe da: es funktioniert. Als Mario danach
meine Schultern knetet, ist alles viel durchlässiger.
Mario, Mario, Mario – ich kann es nicht mehr hören! Kommt
der jetzt mit nach Hamburg? Besser wäre, der würde dir mal sagen,
wie du mich in Zukunft zu behandeln hast, damit wir nicht gleich
wieder Kraut und Rüben haben . . .
Tut er auch. Aber er sagt mir auch nichts so ganz Neues:
Stress und Anspannung sind in meinem Fall die Hauptursache
für die Verspannungen. Ich muss mehr auf meine Haltung ach­
ten, besonders am Schreibtisch – und auch beim Joggen. Und
immer schön tiiiiiief atmen. Ich beschließe, die nächsten Tage
aufs Laufen zu verzichten, um die ganze schöne Rundum-Ent­
spannung nicht wieder gleich zunichtezumachen, und gönne
meinem Rücken viel Wärme (Sauna, Tepidarium), Schwimmen
(im Infinity-Pool mit Bergblick) und Infrarotstrahlung. Mor­
gens noch ein wenig Meridian-Stretching, und nach ein paar
Tagen habe ich das Gefühl, dass auf der Rückseite alles im Lot
ist. Wie lange, weiß ich allerdings nicht. Aber ganz ehrlich: Es
wäre nicht so schlimm, demnächst mal wiederzukommen.
Die Unterkunft
Hotel Jungbrunn. Zirbelholz und Lodenstoffe gemischt mit Design: Das Hotel
besticht durch eine sehr liebevolle alpine Ausstattung (man merkt den stilsicheren
Einfluss der Hausherrin) und einen riesigen, gut durchdachten Wellnessbereich.
Abends kann man zwischen einem Sechsgang-Menü wählen oder im Restaurant
„Was Guat´s vom Berg“ à la carte essen. Mittags gibt es ein frisches, leichtes Buffet,
zu dem man im Bademantel kommen darf. EZ inkl. Vollpension ab 122 Euro (Oberhöfen 25, Tannheim-Tirol, Tel. 00 43/56 75 62 48, www.jungbrunn.at).
Die Therapie
Die Anwendungen kann man sich je nach Beschwerden individuell zusammenstellen. Nach einem Gespräch mit dem zuständigen Therapeuten erhält man dann den
Therapieplan. In meinem Falle waren die Kosten: SwingMED in Kombination mit
Dorn-Breuss-Therapie: 169 Euro (dauert cira 1,5 Stunden). Nuad-Thai-Massage:
ab 79 Euro. Pulsationstherapie: ab 48 Euro.
Ausflugstipp
Vilsalpsee. Ungefähr 4 Kilometer vom Hotel entfernt liegt der wunderschöne Bergsee. Man kann dort hinwandern (ca. eine Stunde) oder mit dem Bus fahren (Autos
sind auf dem letzten Stück der Strecke nicht erlaubt).
Anreise
Das Hotel ist am besten mit dem Auto zu erreichen. Für Menschen aus dem Norden
bietet sich die Anreise mit dem Flugzeug nach Memmingen (Allgäu) an. Germanwings
fliegt z. B. mehrmals die Woche von Hamburg oder Berlin aus (ab 49,90 Euro pro Strecke, www.germanwings.com). Vom Flughafen aus sind es noch ca. 80 km nach Tannheim – entweder mit einem Mietwagen oder das Hotel nach einem Shuttle fragen.
Tief durchatmen! Und für die Augen ist
auf Norderney auch was dabei . . .
2
Für die
Atemwege
an die
Nordsee
Immer wieder geht ihr die Luft aus.
BRIGITTE-Redakteurin
Doris Ehrhardt plagt sich
mit einer heftigen Allergie. Kann eine
Thalasso-Therapie helfen?
E
in paar Hundehaare, Tulpenpollen im Nebenzimmer, und
meine Stimme klingt wie die einer heiseren Quietscheente.
Eigentlich ganz lustig, fühlt sich aber nicht so an. Stellen
Sie sich vor, man würde Ihren Hals und die Bronchien mit
­Stacheldraht umwickeln. Dann haben Sie eine ungefähre Idee.
168 B r i gitte .de
REGENERATION DURCH NATURKRAFT.
F oto L a i f L a i f
Mehr
Aerosole,
bitte!
Diesen Winter sollen meine Atemwege mehr Aerosole als
Allergene bekommen: bei einer Thalasso-Therapie. Thalasso
versteht das Meer als Medizin, denn Wasser, Salz, Schlick und
Algen haben heilende Wirkung. Außerdem ist die Luft in der
Brandungszone derart voller Meerwassertröpfelchen (Aerosole), dass ein Spaziergang einer Dauerinhalation gleichkommt.
Eine ausgezeichnete Thalasso-Region ist die Nordseeinsel
Norderney. Da Kaltreize die therapeutische Wirkung noch verstärken, rechne ich mir aus, dass eine einzige Thalasso-Woche
auf Norderney im Winter so viel bringt wie zwei Wochen im
Sommer. Wenn ich rund um die Uhr thalasse, erziele ich meinem Kalkül nach die Effekte von drei Wochen. Damit ich sogar
nachts inhalieren kann – schlafend bei geöffnetem Fenster –,
habe ich extra ein Hotel in der Brandungszone gebucht.
Das „Strandhotel Georgshöhe“ ist ein Thalasso-Zentrum
mit Schick und allen Schikanen. Zum Beispiel hat es einen
­eigenen Meerwasserbrunnen, der reines Nordseewasser liefert.
Dass ich am Ende der Woche kurz in die echte Nordsee ein­
tauchen möchte, ist mein ganz persönliches Ziel.
Das Ausziehen ist so ziemlich das einzige, was mir die
­netten Damen im Spa des Hotels nicht abnehmen. Sie peelen
­meine Haut mit Algen und Meersalz, bereiten mir ein Algen-
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Liegen Algen-Körperpeeling gehört zum
Programm Laufen Doris Ehrhardt am Strand
B
is zum Horizont freier Blick ins Graublaue. Die Wellen
grummeln, Sand stürmt mir entgegen. Der Wind ist
scharf wie Chili. Gut so. Das ist beste Seeluft. Nur her
damit! Freie Bahn für Sauerstoffmoleküle! Jetzt zischt mal zügig in die letzten Zipfel meiner Atemwege! Nach zwei Stunden
ziehe ich kurz die Stiefel aus und wate rasch durchs Wasser.
Dumm gelaufen. Zwei Tage und vier stramme Strandmärsche später fühlen sich meine Atemwege belegter an als zuvor.
Warum, erfahre ich von der ortsansässigen Heilpraktikerin
Karin Rass, bei der ich noch schnell eine Klimatherapie buchen
möchte. „Das Reizklima hier ist wie eine Naturarznei“, sagt sie,
„und mit Ihren Märschen haben Sie praktisch die ganze
Schachtel auf einmal genommen.“ Oha. „Mit Ihren Fußbädern
in der Nordsee tun Sie etwas für die Gefäße“, fügt sie an, „aber
Klimatherapie geht anders.“ Nämlich langsam. Geduldig erklärt mir Karin Rass den Ablauf dieser präventiven Maß­nahme.
Im Kern geht es dabei darum, sich draußen zu bewegen und
jeden Tag ein Kleidungsstück mehr auszuziehen. Dafür braucht
man etwa drei Wochen. Echte drei Wochen.
Leuchtet mir ein. Ab sofort halte ich weniger von meinem
klimatherapeutischen Halbwissen und mehr davon, die Angebote des Hotels wahrzunehmen. Morgens speise ich so aus­
170 B r i gitte .de
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giebig, wie es dem überwältigenden Frühstücksbuffet und dem
Seeblick im Restaurant angemessen ist. Bauchtraining mache
ich im Fitness-Studio, zwischendurch lasse ich machen: wohltuende Anwendungen. Als ich von der letzten aufstehe, fühle
ich mich so fit – und in den Bronchien kratzt rein gar nichts
mehr –, dass ich die Holzpfähle der Buhnen ausreißen könnte.
Trotzdem nehme ich Abstand von meinem Ziel, zum Abschluss in der Nordsee zu schwimmen. Allerdings springe ich
noch mal in ihren Ableger, den Indoorpool des Hotels.
„Ich mag an TENA Lady,
dass die Produkte hautfreundlich und nicht
parfümiert sind.“
NATÜRLICH TENA!
Ilona Lutterbach, 35 Jahre,
Mitglied bei Zurück-zu-mir
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Mehr als 40 Jahre Erfahrung zahlen sich aus,
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Die Unterkunft
Strandhotel Georgshöhe. Direkt am Strand und nahe dem Stadtzentrum gele­
genes 4-Sterne-Superior-Resort mit zertifizierter Thalasso-Kompetenz. Überdurch­
schnittlich: die Freundlichkeit des Personals, die Qualität, die Größe der Zimmer
sowie des Spa-, Wellness- und Fitness-Bereichs. Sehr gute Küche, zwei Restaurants.
Eine Thalasso-Woche mit 18 Behandlungen, sechs Gruppenaktivitäten und Halb­
pension (Thalasso-Menü) kostet im EZ ab 1167 Euro (Kaiserstraße 24, 26548
­Norderney, Tel. 049 32/89 80, www.georgshoehe.de).
„Toll –
TENA Lady Produkte
sind super bequem
und absolut sicher.“
... bevorzugen TENA Lady gegenüber
ihren bisherigen Produkten,
Petra-Helene Wischinski,
56 Jahre, Mitglied bei
Zurück-zu-mir
... empfinden den TENA Lady Schutz als diskret,
... fühlen sich mit TENA Lady sicher, trocken & frisch.
Die Therapie
Thalasso-Therapie. Meerwasser, Meersalz, Algen und Naturschlick entfalten in
Kombination mit der frischen Nordseeluft eine gesundheitsfördernde Wirkung für
die Atemwege. Auf Norderney sind außerdem fünf Thalasso-Rundwege angelegt,
die auf verschiedene Bedürfnisse ausgerichtet sind (www.norderney.de).
TENA – SEI, WIE DU BIST.
„Ich finde für jede
Situation den richtigen
Schutz. Mit TENA Lady
Maxi Night sogar für
die Nacht.“
TM
Weitere Thalasso-Adressen auf norderney
bade:haus. Öffentliches Thalasso- und Wellness-Zentrum, auch architektonisch
beeindruckend. 2014 eröffnet, auf zwei Ebenen Spa- und Wellness-Erlebnisse mit
Thalasso-Zutaten, die direkt von der Insel stammen. Für Familien gibt es einen
separaten „Spaß“-Bereich. 4 Stunden 18 Euro (Am Kurplatz 2, Tel. 049 32/89 14 00,
www.badehaus-norderney.de).
Klimatherapie. Die Heilpraktikerin und Osteopathin Karin Rass kooperiert mit
dem „bade:haus“; sie berät individuell und macht z. B. mit kleinen Gruppen klima­
therapeutische Spaziergänge nach Prof. Dr. Menger (ca. 5 Euro pro Person). Mit
Atemwegserkrankungen kennt sie sich mindestens so gut aus wie auf ihrer Hei­
matinsel (Am Kurplatz 2, Tel. 049 32/89 13 56, www.naturheilpraxis.rass.de).
ANREISE
Mit der Bahn bis Norddeich-Mole, dann mit der Fähre bis Norderney; dort in den
Bus der Linie 1 bis zur Haltestelle „Georgshöhe“. Mit dem Auto auf der B72 nach
Norddeich; dann weiter Richtung „Norderney“ bis zur Fähre.
Aline Kunze, 33 Jahre,
Mitglied bei Zurück-zu-mir
F oto s Pri vat
sprudelbad, betten mich anschließend rücklings auf eine
Schwebeliege, die mit warmem Wasser gepolstert ist. Sanfte
Hände schmieren mich von Hals bis Fuß mit braungrüner
Thalgo-Algenmasse ein. Die Liege fährt hoch und lässt mich
schweben. Ein wirklich feiner Zustand.
Das Thalasso-Programm des Hotels sieht 18 Anwendungen
in einer Woche vor und dazu täglich ein, zwei Sporteinheiten.
Klingt viel, lässt mir aber doch genug Luft, um noch andere
Dinge zu unternehmen. Erstens: ein bisschen durch den Ort
Norderney zu stromern, der – wie man an den Villen erkennen
kann – im 19. Jahrhundert ein mondänes Seebad war. Zweitens: am Strand zu laufen, schließlich kann man sich hier auf
14 Kilometern Gesamtstrecke verausgaben.
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Marktführer in Drogerien, Supermärkten und Apotheken,
Quelle: Nielsen & IMS, Deutschland Umsatz 2014
** Onlineumfrage 2014 in Deutschland, 4.138 Frauen,
zusammengefasste Ergebnisse für
TENA Lady Slipeinlagen, Einlagen und Einlagen+.
„ Ich bin da, wo man mich braucht.
Gut, dass auch mir
jemand den Rücken freihält.“
3
England . . . Nein, Norddeutschland
Freifrau . . . Karina Bostelmann fühlte sich
für drei Tage fast wie in einer Adelsserie
Für den
Magen nach
SchleswigHolstein
. . . hatte BRIGITTE-Mitarbeiterin
Karina Bostelmann schon lange nicht
mehr. Ihre chronischen Magen-DarmBeschwerden führten sie
deshalb in eine Klinik bei Lübeck
M
ein Aufenthalt in diesem romantischen Herrenhaus
beginnt eher unromantisch – mit einem einstündigen
Gespräch über Verdauungssysteme und meine langjährigen Beschwerden: Fast täglich bläht sich mein Bauch für
einige Stunden auf. Das tut nicht nur weh, sondern führt auch
dazu, dass meine Garderobe inzwischen überwiegend aus
­Hängekleidern und Jogginghosen besteht.
Mein Elend ist teils selbst verschuldet: Seit zwei Jahren
weiß ich, dass ich sowohl an einer Lactose- als auch einer
­Fructose-Intoleranz leide. Dennoch nehme ich immer wieder
mal Milchprodukte und Obst (Fruchtzucker!) zu mir. Aber es
gibt auch Tage, an denen ich brav alles Kritische weglasse und
dennoch von Krämpfen geplagt werde. Das lässt die Ärztin
­Renate Schleker aufhorchen. Mit detektivischem Eifer inspiziert sie den Speiseplan meines Lebens und empfiehlt eine
­umfassende Allergie- und Unverträglichkeitsdiagnostik. Spätestens nun ist klar: „Schloss Warnsdorf“ ist nicht das, was
meine Oma als Kurhotel bezeichnet hätte, sondern eine Klinik
mit Hotelcharakter. Labortests werden ebenso angeboten wie
172 B r i gitte .de
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Die Unterkunft
Schloß Warnsdorf. Die Privatklinik mit Hotelcharakter punktet statt mit luxu­riösen Zimmern durch die familiäre Atmosphäre, was viele Stammgäste
zu schätzen ­wissen. Zur medizinischen Betreuung gehören bei Bedarf z.B. auch
psychothe­rapeutische Gespräche, Akupunktur oder Reflexzonentherapien.
Im sogenannten ­Pflegesatz enthalten sind die medizinische Untersuchung
(EKG, Blutbild, Labor­besprechung, alle notwendigen Visiten, ärztliches Abschlussgespräch und -bericht); ­Heilfastenverpflegung; tägliche Sport- und Entspannungs­angebote (u.a. Nordic-Walking, Yoga, Pilates, Aquagym). Eine Nacht im EZ
inklusive ­Pflegesatz: 125–185 Euro (Schloßstraße 10, 23626 Warnsdorf/Ratekau,
Tel. 0 45 02/84 00, www.schloss-warnsdorf.de).
Die Therapie
Heilfasten nach Buchinger. Die am häufigsten angewendete Fastenmethode
wurde vom Internisten Otto Buchinger begründet, der 1920 die erste Heilfasten­
klinik Deutschlands eröffnete. Es handelt sich um eine reine Trinkkur auf der Basis
von Gemüsebrühe, Säften und Tees. Eingeleitet wird das Heilfasten mit zwei sogenannten Entlastungstagen, in denen leichte Kost den Körper auf das Fasten
vorbereitet. Nach einer kompletten Darmentleerung beginnt für mindestens fünf
Tage das eigentliche Fasten. Die Methode hat den Vorteil, nicht völlig kalorienfrei
zu sein und somit den Stoffwechsel weniger zu belasten als Nulldiäten.
Anreise
Mit der Bahn bis Travemünde (Strand) bzw. Timmendorfer Strand – von dort
abholen lassen. Mit dem Auto auf der A1 Richtung Puttgarden – Abfahrt Ratekau/
Timmendorfer Strand; weiter über Kreuzkamp nach Warnsdorf.
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Voltaren Schmerzgel mit der Zweifach-Wirkung.
Stoppt den Schmerz und bekämpft
seine häufigste Ursache, die Entzündung.
F oto s PR, Privat
ein gutes
Bauchgefuhl
internistische Diagnostik. Zwei Drittel der Gäste kommen zum
Heilfasten her. So viel Zeit habe ich leider nicht mitgebracht.
Darum soll es für mich zwei Tage lang je 800 Kalorien geben.
Vormittags werde ich die angebotenen Sportkurse besuchen,
mittags mit einem Leberwickel ruhen, eine individuelle Ernährungsberatung soll folgen, sobald Laborwerte vorliegen.
Ich bin schon wieder zu Hause, als die Ergebnisse meines
Bluttests kommen. Tatsächlich liegen bislang unentdeckte
­Unverträglichkeiten vor: Ich werde auch Schafs- und Kuhkäse
sowie Mandeln meiden müssen. Zudem erhalte ich ein Kochbuch mit Rezepten, die auf meine Problematik zugeschnitten
sind. Die Anleitung für eine heimische Fastenkur habe ich auch
bekommen. Euphorisiert bin ich noch nicht, aber motiviert.
Allein dafür hat sich der Kurzaufenthalt in Warnsdorf gelohnt.
Damit Sie da sein können, wenn Sie gebraucht werden.
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Immer wieder mittendrin
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Traumen, z.B. Sport- u. Unfallverletzungen; der gelenknahen Weichteile (z.B. Schleimbeutel, Sehnen, Sehnenscheiden, Bänder, Muskelansätze u. Gelenkkapseln) bei Arthrose der Knie- u. Fingergelenke; bei Epicondylitis (Entzündung der Sehnenansätze im Bereich des
Ellenbogens, auch Tennisellenbogen bzw. Golferellenbogen genannt); bei akuten Muskelschmerzen z.B. im Rückenbereich. Jugendliche über 14 J.: Zur Kurzzeitbehandlung. Zur lokalen, symptomatischen Behandlung von Schmerzen bei akuten Prellungen, Zerrungen od.
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4
Runter
vom HektikPlaneten
Für die
Seele ins
Allgäu
flach. Es seien, sagt Alexandra Obser, „viele Kleinigkeiten, die das Leben besser machen. Da müssen wir
ansetzen“. In meinem Fall: Schultern nicht hochziehen, sondern herabfallen lassen, ganz bewusst; die
Körperhaltung verändern; nicht dauernd so tun, als
wäre man auf der Flucht. Die Nackenverspannungen
massiert sie mir weg, schickt mich anschließend ins
Heu-Bad, bettet mich in duftendes Alpengras, das
­entspannend und schlaffördernd wirken soll. Stimmt!
Nach wenigen Minuten nicke ich selig weg.
Stress im Job, Kind krank,
die Fernbeziehung schlaucht:
BRIGITTE-Mitarbeiterin AnneBärbel Köhle drohte zusammenzuklappen. Dann fuhr sie zur
Burn-out-Phrophylaxe
D
er nächste Morgen beginnt, wie alle weiteren,
wieder mit Güssen. Nachmittags steht Progressive Muskelentspannung an. Dazwischen gehe
ich lange spazieren, mache bei einer Qigong-Gruppe
mit, werde wieder massiert. Ich liege im Rosenblü­
tenbad, schlurche stundenlang durch den riesigen
Wellness-Bereich, stapfe im Storchenschritt durch ein
kaltes Kneipp-Becken, fühle mich gepampert, verwöhnt,
umsorgt. Und penne wie ein Siebenschläfer im Winter.
Schön, wenn mal nicht nur die anderen dran sind.
Stress ist reine Kopfsache, hatte mir Dr. Laqua
­erklärt. Allmählich verstehe ich, was er meint. Relax.
Schultern runter. Tief durchatmen. Fünf Tage sind
­genug, um mal wieder die Vorzüge des Bei-sich-Seins
zu entdecken. Um den Blick aufs Leben ein bisschen
zu verändern. Für mich heißt das: weniger Marathon,
mehr Zauberberg. Zumindest mal fürs Erste.
O
e
Kattadlao! g
is
„Ich liebe
Mein Schiff.“
facebook.com/MeinSchiff
Die Unterkunft
Schüle’s Gesundheitsresort & Spa. Am Rande der Allgäuer Alpen, fünf
Minuten zu Fuß vom Ortskern Oberstdorf entfernt. Toll: der 2600 Qua­
dratmeter große, top gepflegte, moderne Wellnessbereich, inkl. Ladies’
Spa. Sehr freundliches, zugewandtes Personal, sehr gute Küche, die
jeden Abend ein extra Schlank-Menü anbietet. Im Haus: zwei Ärzte und
mehrere Physiotherapeuten. EZ/F 118 Euro pro Person (Ludwigstr. 37–
41a, 87561 Oberstdorf, Tel. 083 22/70 10, www.schueles.com).
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die aus Gästen Fans macht:
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Die Therapie
Am besten lässt man sich vorab beraten, welche Gesundheitsleistung
zu einem passt. Der Klassiker: Medical all inclusive – sieben Übernach­
tungen mit Vollpension, Benutzung des Spa- und Wellness-Bereichs,
medizinisches Eingangs- und Abschlussgespräch, sämtliche verordnete
Therapien wie Kneipp-Güsse, Physiotherapie und Massagen. Kosten:
ca. 1200 Euro. Eine Präventionsreise Entspannung & Stress beinhaltet
fünf Übernachtungen mit Vollpension, 8 Einheiten Entspannungs­
training und 6 Einheiten Bewegungstraining. Kosten: ab 825 Euro.
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AuSSer Haus speisen
Das Maximilians. Einen Michelin-Stern hat sich Restaurant-Chef
Tobias Eisele mit seiner bodenständig-internationalen Küche erkocht.
Vier-Gänge-Menü 85 Euro. Unbedingt reservieren! (Freibergstraße 21,
87561 Oberstdorf, Tel. 083 22/967 80, www.das-maximilians.de).
Anreise
Oberstdorf ist sehr gut mit der Bahn zu erreichen – und das Hotel liegt
in Fußnähe zum Bahnhof.
F oto s Ju li a Rott e r
Beine hoch Der Zauberberg lässt grüßen Es ist angerichtet
Eine Wanne wie für Kleopatra Ommmm Alles ist im Fluss
Na, geht doch! Statt mit Tunnelblick durch den Tag zu hetzen,
hängt Anne-Bärbel Köhle gut gelaunt im Pool ab
kay, Psyche. Genug gejammert. Ich gebe zu, dass die
letzten Monate heftig waren. Aber ich kann ja auch
nichts dafür. . . Jedenfalls wird es nicht besser, wenn
du mich nachts nicht schlafen lässt! Oh: und herzlichen Dank
für den Bluthochdruck!
So weit ist es schon. Ich führe Selbstgespräche mit meinem
eigenen Burn-out. Ich liege, ärztlich verordnet, auf meinem
­Balkon auf einer Liege, eingewickelt in eine warme Decke. Der
Blick schweift über die Allgäuer Alpen. Ich komme mir vor wie
eine Schwindsuchtpatientin auf dem Zauberberg, schonungsbedürftig und schwach. Fünf Tage Auszeit habe ich mir selbst
verordnet – im Medical-Wellness-Hotel „Schüle’s“ im All­
gäuer Kurort Oberstdorf. Unter anderem ist man dort auf
Burn-out-Prophylaxe spezialisiert.
Ich hatte mir das folgendermaßen vorgestellt: viel Ruhe,
aber vor allem sehr viele effiziente Anwendungen, die mich
blitzschnell herunterbeamen von meinem Hektik-Planeten.
Nur: So funktioniert Burn-out-Prophylaxe nicht. Das erfahre
ich gleich beim medizinischen Eingangsgespräch mit Dr. Franz
Laqua. Das, was der Kurarzt mir in seinem Praxisräumen im
Gesundheitshotel sagt, klingt hart. „Sie können an Ihren
­Lebensumständen derzeit nichts ändern“, meint er nüchtern.
„Es kommt darauf an, das, was Sie tun, anders zu bewerten.“
Er zückt den Block und schreibt ein paar Behandlungen auf.
­„ Jeden Tag nur ein oder zwei“, sagt er. „Sie brauchen Freiraum
und Ruhe, Ihr Kopf muss anders denken lernen.“
Ich bin ein wenig enttäuscht. Eigentlich hatte ich auf TurboEntschleunigung gehofft, nach dem Motto: Viel hilft viel. Ich
wollte mich fit und stark machen für den nächsten LeistungsMarathon. Stattdessen hängen meine Arme in einer Art Babybadewanne aus Keramik in warmem Wasser. Danach kommen
sie ins kalte Wasser. Das Ganze noch mal. Die Kneipp-Anwendung soll meinen Blutdruck stabilisieren und für guten Schlaf
sorgen. Danach steht wieder Zauberberg auf dem Programm –
und am Nachmittag eine Massage.
Zuvor sitze ich in Hemd und Höschen vor Physiotherapeutin
Alexandra Obser. Sie ertastet Nackenverspannungen und überhaupt eine ziemlich harte Muskulatur. Meine Atmung ist zu
De r ne u
Weitere Adressen für Gesunde Urlaube
Auch viele große Veranstalter bieten inzwischen gezielt Medical Wellness an (u. a. FIT oder Dertour), und auch im Internet gibt es diverse
Portale. Empfehlenswert: www.gesundheitsreise.de. Hier kann man
seine Beschwerden eingeben und findet so das passende Ziel.
B r i g i t t e. de 6 /2 015
175
TUI Cruises GmbH
Anckelmannsplatz 1
20537 Hamburg