Dok 5 – Das Feature

Dok 5 – Das Feature
So long, Marianne. Leonard Cohen und seine norwegische Muse
Übersetzer-Kommentar [TFS]:
- Forteller = Erzähler
MARIANNE:
Det er veldig stille på havet i dag, eller sjøen…er det vel
vi kaller det. Bevegelse Nu skal vi sjå.. Opa!
Du, tenk å ha stereoanlegget så lavt da, du. Ok, kom
igjen!
Das Meer ist sehr ruhig heute, oder die See ... wie wir es
nennen. Bewegung. Mal schauen... Uha! Muß die
Stereoanlage so weit unten stehen. Ok, mach schon.
Leonard Cohen: So Long, Marianne/Marianne synger med
Leonard cohen: So Long, Marianne/Marianne singt mit
MARIANNE:
Du, i natt… jeg hadde en veldig rar drøm i natt. I de siste
50 årene av mitt liv så drømmer jeg fremdeles om
Leonard. Uansett om han er sammen med en annen eller
hva som er scenen rundt det, så er det en positiv drøm
for meg. Men i natt så dukket han igjen opp i min drøm.
Og så sier han: ”Marianne, you must not talk so much.”
Og her sitter jeg og ser på deg, og du får meg til å prate,
prate, prate, prate. Ja, ja!
Heute Nacht hatte ich einen seltsamen Traum. Die letzten
fünfzig Jahre träumte ich immer mal wieder von Leonard.
Unabhängig davon, ob er mit einer anderen zusammen
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Dieses Manuskript einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt.
Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des WDR unzulässig.
Insbesondere darf das Manuskript weder vervielfältigt, verbreitet noch öffentlich wiedergegeben
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ist oder was sonst so los ist. Es ist für mich ein positiver
Traum. Aber heute Nacht tauchte er wieder in meinem
Traum auf. Er sagte: „Marianne, you must not talk so
much.“ Und jetzt sitze ich hier und du lässt mich reden,
reden, reden. Ja, ja!
Leonard Cohen:
Now so long, Marianne, it’s time that we began
to laugh and cry and cry and laugh about it all again
FORTELLER:
”So Long, Marianne.” Leonard Cohens norske
ungdomskjæreste. Endelig skulle jeg få høre historien
bak sangen.
Erzähler:
MARIANNE:
„So long, Marianne“ Leonard Cohens norwegische
Jugendliebe. Endlich würde ich die Geschichte hinter dem
Lied hören.
Alt det rare som er skrevet, som er bare vill fantasi. Ah, ja
vel. Jeg har aldri giddet å si hvordan det var. Det er
veldig, veldig, veldig mange som har villet treffe meg,
men det har liksom ikke… jeg har aldri skjønt hvorfor.
Men det er mye lettere å snakke om disse tingene nå enn
det noen gang har vært. Og det er den eneste årsaken til
at jeg har hatt lyst til å treffe deg.
Es wurde viel Komisches geschrieben, nur wilde
Phantasie. Na ja. Ich hatte nie Lust zu erzählen, wie´s
war. Sehr, sehr viele wollten mich treffen, aber ich habe
[irgendwie ]... nie richtig verstanden, warum. Jetzt geht es
viel leichter, über diese Dinge zu sprechen als früher. Das
ist der einzige Grund, warum ich Lust hatte, dich zu
treffen.
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FORTELLER:
Jeg hadde sett bilde av henne bak på platecoveret til
”Songs from a room”. Marianne i et hvitt, gresk rom.
Sittende foran skrivemaskinen til Leonard Cohen.
(Marianne i bakgrunnen:
-Nå skal jeg lave en gresk kaffe til deg). Hun så så utrolig
uskyldig og ung ut. Cohen sa hun var den vakreste
kvinnen han noen gang hadde møtt.
Erzähler
Ich hatte ihr Bild auf der Rückseite des Plattencovers von
„Songs from a room“ gesehen. Marianne in einem
weißen, griechischen Zimmer. Sie sitzt an Leonard
Cohens Schreibmaschine
(Marianne im Hintergrund: Jetzt werde ich dir einen griechischen Kaffee
machen.)
Erzähler:
Sie sah so unglaublich jung und unschuldig aus. Cohen
sagte, sie sei die schönste Frau gewesen, die er je
getroffen habe.
MARIANNE:
Jeg følte jo aldri at jeg så ut i det hele tatt, jeg. Jeg trodde
ikke på det da Leonard sa ”you’re the most beautiful
woman I’ve ever seen”. Og det har han jo fortsatt å si.
Men jeg mener altså… Jeg syns at jeg hadde for rundt
ansikt. Så jeg har gått og sett ned hele livet. Men jeg
hadde jo… du vet solen bleket håret ditt, og du var jo… i
Grekenland var du jo så blond, så blond, så blond, for der
var jo de fleste mørke. Tynn. Ingen pupper nesten. ler Til
min store beklagelse.
Ich hatte nie das Gefühl, gut auszusehen. Ich glaubte
nicht an das, was Leonard sagte „you´re the most
beautiful woman I´ve ever seen.“ Und das hat er immer
wieder gesagt. Aber... ich fand mein Gesicht zu rund. Und
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so habe ich also tiefgestapelt.... mein ganzes Leben.
Aber.. du weißt, die Sonne bleichte dein Haar, und ... in
Griechenland war man ja so blond, so blond, so blond,
denn da waren die meisten ja schwarz. Dünn. Fast keine
Brüste. Lacht. Zu meinem größten Bedauern.
FORTELLER:
Leonard da, hvordan så han ut?
Und Leonard, wie sah er aus?
MARIANNE:
Å, han var skjønn! Har du ikke sett bilder av
Leonard da han var ung? Jo, det har du. Han var flott. Han
syns heller ikke han så ut i det hele tatt. Vi hadde begge
problemer. Du aner ikke. Vi sto veldig ofte foran speilet før
vi gikk ut og lurte på hvem vi var i dag og sånn. Ja gud,
hvor rare vi mennesker er, du…mmm. Ser du, der kommer
det en and…
Oh, er war schön! Hast du keine Bilder von Leonard
gesehen, als er jung war? Doch, hast du. Er sah gut aus. Er
fand auch nicht, dass er irgendwie gut aussah. Wir hatten
beide Probleme. Sehr oft standen wir vor dem Spiegel, ehe
wir ausgingen, und dachten darüber nach, wer wir waren
und so. Ach Gott, wie seltsam wir Menschen sind. Schau
mal, da kommt eine Ente...
FORTELLER:
Vi er i det velse huset hennes, i strandkanten på Larkollen,
der hun vokste opp sammen med mormoren sin under
krigen.
Wir sind in dem kleinen Haus, am Strand von Larkollen, im
südlichen Oslofjord, wo sie während des Krieges
zusammen mit ihrer Großmutter aufwuchs.
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MARIANNE:
Jeg er så vant til denne gardinen, men for deg skulle jeg i
grunnen ha trukket den opp, for vi ser alt som i et gitter.
Trekker opp persienner
Ich bin an diese Jalousie so gewöhnt, aber deinetwegen
hätte ich sie eigentlich hochziehen sollen, wir sehen ja alles
wie durch ein Gitter. Zieht die Jalousien hoch.
FORTELLER:
Hun har vært gift i 25 år. Er fremdeles vakker, med grått hår
og linjer i ansiktet. Bare noen uker gammel ble Marianne
lagt på kjøkkenbordet til mormoren.
Marianne war 25 Jahre verheiratet. Ist immer noch schön,
mit grauem Haar und Falten im Gesicht. Nur ein paar
Wochen alt, wurde sie auf den Küchentisch ihrer
Großmutter gelegt.
MARIANNE:
Og så forteller min mormor: ”Og så løftet jeg deg opp, og så
så jeg deg dypt inn i øynene, og så sa jeg: Endelig er du
kommet, min lille prinsesse!” Og så hadde hun dette her…
”jeg ser, og jeg vet, Marianne”. Og det sa hun da jeg var
liten en gang. Og det var: ”Du skal treffe en mann som
snakker med en tunge av gull.” Og når jeg liksom tenker på
valget av menn senere, så har det jo vært… Jeg vil si… den
mest gyldne tungen av de alle er vel helt uten tvil Leonard
Cohen, altså.
Meine Großmutter erzählte: „Und dann hob ich dich hoch,
sah dir tief in die Augen und sagte: Endlich bist du
gekommen, meine kleine Prinzessin!“ Und dann noch: „ich
schaue, und ich weiß, Marianne“. Als ich klein war, sagte
sie folgendes: „Du wirst einmal einen Mann treffen, der mit
einer Zunge aus Gold spricht.“ Und wenn ich an die Wahl
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der Männer später denke, dann war das ja... Ich meine...die
goldenste Zunge hatte ja ohne Zweifel Leonard Cohen.
Leonard Cohen: ”If it be your will”
If it be your will
That a voice be true
From this broken hill
I will sing to you
From this broken hill
All your praises they shall ring
If it be your will
To let me sing
MARIANNE:
Jeg har jo for lang tid tilbake hatt veldig lyst til å skape selv.
Altså, jeg skulle prøve å komme inn på teaterskolen. Og jeg
ble så motarbeidet av min mor og far at jeg mistet alt mot,
og torde ikke. Og jeg tror det var det som på en måte fikk
meg til å stikke av. Det var det som fikk det hele til å velte.
Vor langer Zeit hatte ich Lust, selbst kreativ zu sein. Ich
versuchte, an der Theaterschule angenommen zu werden.
Meine Mutter und mein Vater waren so sehr dagegen, daß
ich schließlich den Mut verlor. In gewisser Weise war das
auch der Grund, warum ich abhaute. Das brachte alles zum
Kippen.
FORTELLER:
Det var på slutten av 50-tallet, og hun visste ikke en gang
at Leonard Cohen fantes. Marianne var 22 år gammel, og
forelsket i forfatteren og bohemen Axel Jensen (kjent norsk
forfatter).
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Das war Ende der fünfziger Jahre. Marianne wusste noch
nichts von Leonard Cohen. Sie war 22 Jahre alt und
verliebt in den bekannten norwegischen Schriftsteller und
Bohemien Axel Jensen.
MARIANNE:
Han skulle ut og reise. Han skulle til et land han ikke hadde
vært i. Han hadde reist hele verden rundt før han traff meg.
Han fikk røsket meg opp med roten. Og vi dro nedover til
Grekenland da i –58. Jeg stakk av hjemmefra.
Er wollte ins Ausland reisen. Er wollte in ein Land, das er
nicht kannte. Er war um die ganze Welt gereist, bevor er
mich traf. Er riss mich mit der Wurzel aus. Und wir fuhren
runter nach Griechenland. Ich haute ab von zu Hause.
FORTELLER:
Og fordi båten fra Athen tilfeldigvis stoppet der, havnet de
på Hydra, der mange andre kunstnere alt hadde slått seg
ned.
Weil das Schiff aus Athen zufällig dort anlegte, landeten sie
auf Hydra, wo sich viele andere Künstler niedergelassen
hatten.
MARIANNE:
Dette er ikke bare det jeg finner på. Ikke fordi det var min
øy, men det er den vakreste øen i Egeerne. Altså, for det
første er havnen formet som en hestesko. Og så kryper
denne lille hvitvaskede byen bare oppover langs fjellet
rundt hele. Og så fins det ingen biler. Det er bare trapper.
Og båten stanser langt ute. Og så ble du fraktet inn med
småbåter. Og jeg kom midt i desember. Og det var storm,
og det var regn, og det var så kaldt. Og så var det bare
elektrisitet en time om aftenen, og en time om morgenen.
Og parafinlamper.
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Das denke ich mir nicht aus. Es war die schönste Insel der
Ägäis, nicht nur weil es meine Insel war. Also, erstens ist
der Hafen wie ein Hufeisen geformt. Und dann kriecht
dieses kleine, weißgewaschene Dorf einfach den Berg
hinauf und drum herum. Es gibt auch keine Autos. Nur
Treppen. Und das Schiff hält weit draußen. Man wird mit
kleinen Booten rüber transportiert. Ich kam mitten im
Dezember. Es herrschte Sturm, es regnete, und es war
kalt. Elektrizität gab es nur eine Stunde am Abend und eine
Stunde am Morgen. Und Parafinlampen.
Musikk
Først så fant vi et bittelite hus som vi leide, med utedo og
det hele. Og da Axel fikk forskudd på ”Line”, eller var det
”Ikaros”…? (svært kjente norske romaner)
Og så gikk vi og så etter hus. Så fant vi et som var helt
praktfullt. Med svært hull i gulvet og greier. Jeg mener, det
var mest ruiner, men det kostet 13 000 norske kroner, så
det hadde vi ikke råd til. Og så føyk vi av gårde. Videre. Og
så fant vi et som kostet 11 000. Og det så ut som et
ørnerede. Sånn ”stuck in the mountain”. Nå er det huset
et… ja, det eies av en av de største skipsrederne i Athen.
Og det er nå altså… det har svømmebasseng
selvfølgelig… Det ligger så… Du har det der! Der henger
det! Her er porten (engelsk for ”havna”) her nede. Da
hadde vi hund og pus.
Zuerst mieteten wir ein winziges Häuschen, mit Plumpsklo
und so. Und als Axel für seinen Roman „Line“ einen
Vorschuss bekam, oder war es „Ikarus“...? (beides sehr
bekannte norwegische Romane) Da suchten wir nach
Häusern. Wir fanden ein ganz tolles. Mit schwarzen
Löchern im Boden und solchen Sachen. Was ich sagen
will: Die meisten waren Ruinen, kosteten aber 13.000
Kronen, das Geld hatten wir nicht. Wir machten uns aus
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dem Staub. Weiter. Und fanden eins, das 11.000 kostete.
Es sah aus wie ein Adlernest. In der Art „stuck in the
mountain“. .... das Haus gehörte einem der größten
Reeder in Athen. Und ... es hatte natürlich ein
Schwimmbad.... Es lag so... Hier siehst du es! Da hängt es!
Hier unten ist der „port“. Wir hatten da Hunde und Katzen.
INTERVJUER:
Så vakkert. Er det deg?
Wie schön. Bist du das?
MARIANNE:
Ja, det er meg. Og der er oppgangen til huset. Så går du
opp den trappen der. Det var den gode tiden. Men på et
veldig tidlig tidspunkt så var det et eller annet som skar
seg.
Ja, das bin ich. Und das ist der Weg hinauf zum Haus. Man
geht die Treppe hinauf. Doch ganz früh schon lief
irgendwas falsch.
Leonard Cohen: ”Tonight will be fine”
Sometimes I find I get to thinking of the past
We swore to each other then that our love
would surely last
You kept right on loving, I went on a fast
Now I am too thin and your love is too vast
MARIANNE:
Altså, Axel og jeg vi gikk jo barbent. Vi hadde to rene tskjorter og to par bukser hver, og dårlig råd. Men vi var
rene. Den første store mannen vi traff var Onsassis.
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Also, Axel und ich gingen ja barfuß. Wir hatten zwei
saubere T-Shirts und jeder zwei Hosen, und wenig Geld.
Aber wir waren sauber. Den ersten Prominenten, den wir
trafen, war Onassis.
Du skjønner, øya besto jo av noen enormt rike familier,
som ikke bodde der fast mer. De kom da ned på
weekender, med kurver med blomster, og kokkepike og
tjener og alt dette her. Så vi ble da invitert på disse
cocktailparties, som det het da, klokken 6, ”for drinks”.
”Before dinner.” Og der havnet vi… og der traff vi Onassis.
Jaqueline Kennedy var der, og Princess Margareth og…
Og så kom alle de kjente kunstnerne.
Verstehst du, die Insel gehörte zwei unwahrscheinlich
reichen Familien, die nur an den Wochenenden kamen, mit
Körben voller Blumen, mit Köchin und Diener. Wir wurden
auf diese Cocktailparties eingeladen, wie das hieß, um 6
Uhr, „for drinks“. „Before dinner“. Und da landeten wir... und
trafen Onassis. Jaqueline Kennedy war da, und Prinzessin
Margareth und... Und dann kamen all die bekannten
Künstler.
Musikk
Altså, det første året på Hydra var fantastisk, fordi han
skrev og han skrev og han skrev. Og jeg føk ned og
handlet og kjøpte inn mat og… Ja, jeg var hans greske
muse, som satt ved hans føtter. Og han var den skapende.
Das erste Jahr auf Hydra war phantastisch, denn er schrieb
und schrieb und schrieb. Und ich sauste runter und kaufte
ein... Ja, ich war die griechische Muse zu seinen Füßen.
Und er war der Schöpfer.
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Men så kom alle disse andre kvinnene inn i livet vårt.
Første gang var det en med mørkt hår, og da… Hva gjorde
Marianne da? Jo, hun farget håret. Kullsvart. Våknet om
morgenen og så liksom svart hår på puten og lurte på ”gud,
hvem er dette?” ler
Det var beintøft. Det var det.
Aber dann tauchten immer neue Frauen auf. Das erste Mal
war es eine mit schwarzen Haaren, und... Was machte
Marianne da? Sie färbte sich die Haare. Kohlrabenschwarz.
Wachte am Morgen auf und sah schwarzes Haar auf dem
Kissen und fragte sich „Gott, wer ist das?“ lacht Das war
ziemlich hart.
Og så …så dro Axel stadig til Norge, da. Ja, det var jo
utgivelser av bøker og gud vet hva. Å, det er en sånn lang
historie at den kan nesten ikke gjøres så veldig kort, men…
Und dann... Axel fuhr dauernd nach Norwegen. Es ging ja
um die Veröffentlichung von Büchern und weiß Gott was.
Das ist eine so lange Geschichte, dass man sie eigentlich
nicht kurz erzählen kann, aber...
FORTELLER:
Historien jeg alltid har hørt er at Leonard Cohen stjal
Marianne fra Axel Jensen. I virkeligheten var det stadig nye
kvinner som tok hennes plass. Til slutt bestemte hun seg
for å forlate Axel og Hydra.
Die Geschichte, die ich kenne lautet: Leonard Cohen hat
Marianne von Axel Jensen gestohlen. In Wirklichkeit
wechselte er dauernd die Frauen. Am Ende entschied sie
sich, Axel und Hydra zu verlassen.
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MARIANNE:
”Alright, nå reiser jeg hjem til far, og så får han rett.” Det var
ikke Axel jeg skulle gifte meg med.
„All right, jetzt fahre ich zurück zu Vater, und dann
bekommt er Recht.“ Er wollte nicht, dass ich Axel heirate.
INTERVJUER:
Så da returnerte du til Norge da?
Du fuhrst zurück nach Norwegen?
*MARIANNE:
Ja, men før det så måtte jeg jo innom mine beste venner i
Athen. Og der kommer Axel Jensen på besøk. Da hadde
han vært på fylla i 6 uker. Kvinnen som skulle komme kom
ikke. Solgte billetten, tok pengene. Og den aftenen så sa
han at ville gifte seg med meg. Og så sa jeg ja, for det var
jo det jeg hadde lyst til. Det var jo det jeg ønsket. Det var jo
det jeg hadde håpet skulle skje. Jeg angrer ikke på det...
Ja, aber vorher musste ich noch bei meinen besten
Freunden in Athen vorbei. Und da kommt Axel Jensen zu
Besuch. Sechs Wochen lang war er besoffen gewesen.
Die Frau, die kommen sollte, ist nicht erschienen. Hatte ihr
Ticket verkauft und das Geld genommen. An dem Abend
sagte er, dass er mich heiraten möchte. Und da sagte ich
ja, denn genau das war es ja, was ich wollte und mir erhofft
hatte,. Ich bereue es nicht...
Leonard Cohen: ”Stranger Song”
It’s true that all the men you knew were dealers
who said they were through with dealing
Every time you gave them shelter
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MARIANNE:
Jeg elsker denne sangen
Ich liebe diesen Song.
I know that kind of man
It’s hard to hold the hand of anyone
who is reaching for the sky just to surrender
FORTELLER:
Det var sommeren 1958, og Marianne og Axel giftet seg i
den engelske kirken i Athen.
Es war im Sommer 1958, als Marianne und Axel in der
englischen Kirche in Athen heirateten.
who is reaching to the sky just to surrender.
FORTELLER:
Et års tid senere var Marianne med barn. Lille Axel
var på vei.
Ein Jahr später war Marianne schwanger. Klein-Axel
war unterwegs.
And then sweeping up the jokers that he left behind
you find he did not leave you very much
not even laughter
Like any dealer he was watching for the card
that is so high and wild
he’ ll never need to deal another
MARIANNE:
Men det som skjedde etterpå var bare trist, fordi at jeg
reiste hjem, fikk mitt barn. Axel hadde jo da ny bok ute, og
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kunne ikke være i Norge så lenge av gangen fordi han
måtte da betale skatt til Norge. Så jeg kom ikke ned med
babyen min før… Lille Axel var vel 4 måneder, 4 ½ måned.
Og da var jo Axel over alle hauger igjen. Da hadde han
funnet enda en dame. Og midt oppi dette ståket her så
dukker Leonard Cohen opp.
Aber was danach passierte, was nur traurig, ich fuhr also
nach Hause, bekam mein Kind. Axel hatte ein neues Buch
veröffentlicht und konnte nicht so lange am Stück in
Norwegen sein, denn dann hätte er Steuern zahlen
müssen. Ich kam also nicht runter, ehe mein Baby... KleinAxel so 4, 4 1/2 Monate war. Aber da war Axel schon über
alle Berge. Da hatte er wieder eine Frau gefunden. Und
mitten in dem Durcheinander tauchte Leonard Cohen auf.
Musikk
Jeg sto i butikken med kurven min og skulle hente
flaskevann og melk. Og han står i døråpningen med solen
bak seg. Og da ser du ikke ansiktet, du ser bare konturene.
Og så hører jeg stemmen, som sier: ”Would you like to join
us, we’re sitting outside?”
Og så sier jeg takk, og så handler jeg ferdig. Og så går jeg
ut. Og så setter jeg meg ved dette bordet hvor det satt 3-4
mennesker, som bodde på Hydra den gangen.
Ich stand mit meinem Korb im Laden und wollte Wasser
und Milch holen. Er stand in der Türöffnung mit der Sonne
im Rücken. Da siehst du das Gesicht nicht, nur die
Konturen. Und dann höre ich die Stimme, die sagt „Would
you like to join us, we´re sitting outside?“
Und ich sage ja, danke, und kaufe zu Ende ein. Dann ging
ich hinaus und setzte mich an den Tisch, an dem 3 oder 4
Leute saßen, die damals auf Hydra wohnten.
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Det jeg ikke visste da jeg traff han var jo at han visste om
alt det som hadde skjedd før jeg kom. For han hadde jo
vært der, og forstått hva som foregikk. Så jeg tror allerede
da han så meg så hadde han enorm medlidenhet med meg
og barnet.
Was ich nicht wusste, war, dass er über alles bescheid
wusste, was passiert war, ehe ich kam. Denn er war ja da
gewesen, und verstand, was vor sich ging. Deshalb glaube
ich, dass er da schon ein großes Mitgefühl für mich und
das Kind hatte.
INTERVJUER:
Kan du huske hvordan han så ut?
Erinnerst du dich, wie er aussah?
MARIANNE:
Han hadde på seg khakibukser, mer over i det grønne. Og
så hadde han sine elskede… det vi kalte i gamle dager,
tennissko. Og så hadde han en nydelig liten sixpence.
Er hatte Khakihosen an, so grünliche. Und dann seine
geliebten... was wir damals Tennisschuhe nannten. Und
dann trug er noch eine niedliche kleine sixpence cap.
Men jeg husker godt at når øynene mine møtte hans øyne
så kjente jeg det gjennom hele kroppen. trommer med
fingrene Det vet du hva er. Det er helt utrolig.
Ich weiß noch....als meine und seine Augen sich trafen,
ging es mir durch und durch. Trommelt mit den Fingern Da
weißt du, was los ist. Es war unglaublich.
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Så skulle jeg da oppover Gala Pigadhi, til mitt lille hus. Og
den siste kneika er veldig, veldig bratt, så du er helt våt av
svette når du kommer opp til huset. Og kurven var veldig
tung. Og der var hun søte, lille Evegania, og hadde vært
sammen med Axel og lekt med ham. Og så gikk hun. Og
så var jeg veldig… jeg var nesten litt pussa. Jeg satte på
musikk med en gang, husker jeg. musikk Danset litt rundt,
og syns det var kjempegøy å være sammen med min sønn
plutselig og… syns det var enkelt og greit og… Om ikke
han ville få legge seg med en gang så var det alright. Det
var en letthet, en letthet over meg.
Ich wollte über Gala Pigadhi, zu meinem kleinen Haus
hinauf. Die letzte Steigung ist ziemlich steil, und man war
völlig durchgeschwitzt, wenn man am Haus ankam. Der
Korb war ziemlich schwer. Die süße kleine Evegania war
da, die mit Axel gespielt hatte. Sie ging dann. Und ich war
sehr... ich war fast ein bißchen betrunken. Ich machte
Musik an, erinnere ich mich. Musik Tanzte ein wenig, und
hatte plötzlich einen Riesenspaß mit meinem Sohn
zusammen zu sein und..., alles war auf einmal ganz
einfach. Wenn er nicht sofort schlafen wollte, dann war das
ok. Eine Leichtigkeit, eine Leichtigkeit überkam mich.
Leonard Cohen: ”I’m your man”
If you want a lover
I’ll do anything you ask me to
And if you want another kind of love
I’ll wear a mask for you
If you want a partner
Take my hand
Or if you want to strike me down in anger
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Here I stand
I’m your man
FORTELLER:
Det var i mai 1960, og Marianne var 25 år. Men selv om
hun danset seg hjem etter det første møtet med Leonard
Cohen, var det fremdeles Axel Jensen hun ventet på. Han
hadde dratt på båttur for å finne ut om han skulle velge
Marianne eller sin amerikanske elskerinne.
Das war im Mai 1960, Marianne war 25. Aber auch wenn
sie nach dem ersten Treffen mit Leonard Cohen nach
Hause tanzte, wartete sie immer noch auf Axel Jensen. Er
war auf einen Segeltörn gegangen, um herauszufinden, ob
er Marianne oder seine amerikanische Geliebte wählen
sollte.
MARIANNE:
Så jeg husker da vi skulle si adjø til ham og se ham seile ut
så ble jeg i grunnen litt glad, for jeg følte at det er kanskje
håp allikevel. Så jeg ba noen venner opp til det lille huset
mitt, for jeg kunne jo ikke gå ut så mye, fordi jeg hadde
baby. Og så husker jeg at det var blomstring. Det var i
slutten av mai, og hele verandaen vår var full av de
blomstene som er hvite i midten og gule rundt. Så knep jeg
hodene av de, og så la jeg de i en konvolutt med en liten
lapp hvor jeg skrev: ”Jeg er glad i deg.”
Ich weiß noch, dass ich, als wir uns verabschiedeten und
ihn hinaus segeln sahen, ein bisschen froh wurde, denn ich
spürte, dass es noch Hoffnung gab. Ich lud einige Freunde
hinauf zu mir in das kleine Haus ein, denn ich konnte ja mit
dem Baby nicht so viel rausgehen. Das war Ende Mai und
alles blühte, die ganze Veranda war voll von Blumen, die in
der Mitte weiß und außen gelb sind. Ich knipste ihre Köpfe
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ab und steckte sie in einen Umschlag mit einem kleinen
Zettel, auf den schrieb ich: „Ich liebe dich“.
FORTELLER:
En ung amerikaner, som var på besøk hos Marianne, la
merke til at hun puttet blomstene i brevet. Han dro videre til
Athen neste dag. Mariannes brev ble sendt med samme
båt.
Ein junger Amerikaner, der bei Marianne zu Besuch war,
bekam mit, dass sie die Blumen in den Brief steckte. Er
reiste am nächsten Tag weiter nach Athen. Mariannes Brief
ging mit demselben Schiff ab.
MARIANNE:
Og den historien var underlig, fordi at Axel Jensen hadde
ikke tenkt å reise ut på båten og finne ut av hvem han var
glad i. Han reise til den neste øya og traff denne kvinnen,
og så seilte de sammen til Athen. Og på American Express,
neste dagen da, så sto de to, og Axel hentet sin post, åpnet
det brevet og så datt disse blomstene ut. Og så sto denne
amerikaneren i køen ved siden av og ventet på sin post, og
så tenkte han: ”Dette må være brevet fra Marianne. Dette
må være Axel.” Han kjente ham jo ikke. Så tok han båten
tilbake til Hydra. Og så kom han opp til meg, og så sa han:
”I just had to tell you, Marianne, that they are together.”
”Han er ikke på noen båttur for å finne ut av seg selv.” Og
da forsto jeg at da er alt over. sukker
Die Geschichte war merkwürdig, denn Axel Jensen dachte
nicht daran, die Bootstour zu machen, um herauszufinden,
wen er liebte. Er fuhr zur nächsten Insel, traf diese Frau,
und sie segelten zusammen nach Athen. Am nächsten Tag
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standen die zwei im American Express Büro und Axel holte
seine Post, öffnete den Brief und da fielen diese Blumen
raus. Der Amerikaner stand in der Schlange neben ihnen
und wartete auf seine Post, und er dachte: „Das muss der
Brief von Marianne sein. Das muss Axel sein.“ Er kannte
ihn ja nicht. Dann nahm er das Schiff zurück nach Hydra. Er
kam zu mir hinauf und sagte: „I just had to tell you,
Marianne, that they are together.“ (Ich wollte dir nur sagen,
dass sie zusammen sind.“) „Er ist auf keiner Segeltour, um
etwas über sich selbst herauszufinden.“ Da verstand ich,
dass alles vorbei war. Seufzt
Nei, huff, jeg kan ikke fortelle alt dette her. Det har vært så
mye. Det har vært så mye. Skjønner ikke hvordan jeg har
greid det jeg, når jeg tenker på det. musikk Nå må vi ha litt
te.
Nein, ich kann das nicht alles erzählen. Es ist so viel
gewesen. So viel. Verstehe nicht, wie ich das geschafft
habe, wenn ich daran denke. Musik Jetzt brauchen wir
etwas Tee.
Leonard Cohen: ”Hey that’s no way to say goodbye.”
I loved you in the morning, our kisses deep and warm,
your hair upon the pillow like a sleepy golden storm,
MARIANNE:
Mmm. Det er helt utrolig hvisker på musikken
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Mmm. Das ist ganz unglaublich flüstert zur Musik
yes, many loved before us, I know that we are not new,
in city and in forest they smiled like me and you,
but now it’s come to distances and both of us must try,
your eyes are soft with sorrow,
Hey, that’s no way to say goodbye.
Himmel og hav, for et opprør hele tiden…
Så begynte Leonard og jeg å møtes. Tidlig på dagen så
gikk vi kanskje ned til stranden. Noen ganger så ble jeg og
lille Axel med opp til det lille huset han hadde leid, for det
var ikke så høyt. Og så laget vi lunsj. Og så sovnet jo Axel,
og så leste han dikt for meg, og så… Så vi begynte å se
hverandre på dagene. Men den historien som Axel hele
tiden… ”Leonard Cohen took my wife or whatever he calls
it” Nei, det var… det var ikke sånn det var. Han kjørte meg
til og med helt hjem til Norge med denne bilen som Axel
hadde tatt med seg ned dit. Jeg var ikke så bortskjemt når
det gjaldt å liksom møte en mann som oppførte seg sånn
som han gjorde. Det må jeg si. Han minnet meg veldig om
mormor, altså. Hennes energi, hennes… En enorm
tilstedeværelse. Du kunne virkelig stole på ham. Det var
sånn at… går det an å være så glad i meg som han sier
han er? Ikke sant?! Jeg kan da umulig være så mye?!
Så kjørte han meg helt hjem til Norge med denne bilen. Og
da var det jeg forsto at det var noe mer enn vennskap. Men
da var jeg skral. Da var jeg veldig… da kom reaksjonene.
Den ene etter den andre. Men da han reiste tilbake til
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Montreal så gikk det ikke lange tiden før jeg fikk et
telegram: ”Have house, all I need is my woman and her
son. Love Leonard.” Sånn var det.
Was für eine schwierige Zeit....
Dann begannen wir uns zu treffen, Leonard und ich. Früh
am morgen gingen wir manchmal an den Strand. Ein paar
Mal kamen der kleine Axel und ich mit in das winzige Haus,
das Leonard gemietet hatte, denn es lag nicht so hoch.
Dann machten wir Mittagessen (Lunch). Axel schlief, und er
las mir Gedichte vor, und dann... dann fingen wir an, uns
jeden Tag zu sehen. Aber die Geschichte, die Axel die
ganze Zeit... „Leonard Cohen took my wife or whatever he
calls it“. Nein,... so war das nicht. Leonard fuhr mich sogar
zurück nach Norwegen mit dem Wagen, den Axel
mitgebracht hatte. Ich war nicht gerade verwöhnt, was
Männer betraf, die sich so verhielten wie er. Das muss ich
sagen. Er erinnerte mich sehr an meine Großmutter. Ihre
Energie, ihre... ungeheure Präsenz. Du konntest dich
wirklich auf ihn verlassen. … War er wirklich so verliebt in
mich, wie er sagte, dass er es wäre?! Nicht wahr? So viel
kann ich ihm unmöglich bedeuten!
Dann fuhr er mich also in diesem Wagen den ganzen Weg
nach Norwegen. Und ich verstand, dass da etwas mehr
war als Freundschaft. Aber da verhielt ich mich mies.... da
kamen die Reaktionen. Eine nach der anderen. Aber
nachdem er nach Montreal zurück gereist war, dauerte es
nicht lange, bis ein Telegramm kam: „Have house, all I
need is my woman and her son. Love Leonard.“ (Habe
Haus, alles, was ich brauche ist meine Frau und ihren
Sohn. Alles Liebe Leonard.“) So war das.
FORTELLER:
Og Marianne emigrerte fra Oslo til Montreal med vesle Axel
og et par kofferter med klær.
Und Marianne emigrierte von Oslo nach Montreal mit dem
kleinen Axel und ein paar Koffern mit Klamotten.
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MARIANNE:
Tenk, jeg emigrerte, du. Og jeg husker Axel og Leonard
satt i badekaret og skrev på skrivemaskin under vann. ler
Det er veldig rart å tenke på, men da jeg så hendene til
Leonard første gang, så var det som å se min fars hender.
Litt butte. Men han skrev fort på maskin. liten latter
Stell dir vor, ich wanderte aus. Und ich entsinne mich, wie
Axel und Leonard in der Badewanne saßen und unter
Wasser Schreibmaschine schrieben. Lacht Es ist komisch
daran zu denken, aber als ich Leonards Hände zum ersten
Mal sah, war es, also ob ich die Hände meines Vaters sähe.
Ein bisschen dick. Aber er schrieb schnell auf der
Maschine. Kleines Lachen
Det er et veldig vakkert dikt som er unpublished. Og det må
jeg vise deg. musikk Jeg er ikke noe flink til å lese jeg,
men jeg kan prøve.
Es gibt ein sehr schönes Gedicht, das nicht veröffentlicht
ist. Das muss ich dir zeigen. Musik Ich bin nicht besonders
gut im Vorlesen, aber ich kann´s probieren.
Musikk
(Leonard Cohen: ”Undertow”)
MARIANNE:
This is for you
It is my full heart
(Dies ist für dich, es ist mein ganzes Herz.)
LEONARD COHEN:
It is the book I meant to read you when we were old
Now I am a shadow
I’m restless as an empire
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You are the woman who released me
I saw you watching the moon
You did not hesitate to love me with it
At night I saw you dance alone on the small wet pebbles of
the shore line
And you welcomed me into the circle
More than a guest
All this happened in the truth of time
In the truth of flesh
I saw you with a child
You brought me to his perfume and his visions
Without demand of blood
Musik soll eigentlich nicht übersetzt werden.
(Es ist das Buch, das ich dir vorlesen wollte, wenn wir alt
sind/Jetzt bin ich ein Schatten/Ich bin eine ruhelose
Gewalt/Du bist die Frau, die mich erlöst hat/Ich sah dich
den Mond betrachten/Du zögertest nicht, mich mit ihm zu
lieben/Ich sah dich in der Nacht auf den kleinen, nassen
Kieseln am Strand tanzen/und du nahmst mich in den Kreis
auf (hinein)/Mehr als einen Gast (nicht nur als Gast)/All das
geschah in der Wahrhaftigkeit der Zeit/in der Wahrhaftigkeit
des Fleisches/Ich sah dich mit einem Kind/Du führtest mich
zu seinem Duft und seinen Visionen/ohne Blut zu fordern)
Leonard Cohen: ”Undertow”
With a child in my arms
And a chill in my soul
And my heart the shape
Of a begging bowl
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FORTELLER:
Marianne, vesle Axel og Leonard ble boende i Montreal i ett
år før de dro tilbake til Hydra.
Marianne, Klein-Axel und Leonard lebten ein Jahr in
Montreal, dann kehrten sie nach Hydra zurück.
MARIANNE.
Mmm, så rart. Det er på Leonards terrasse. Februar –63.
Da var Axel tre år. Han har gått med t-skjorte ser du, så
han er svart og brun på armer og ben, men ikke på magen.
Hm, komisch. Das ist auf Leonards Terrasse. Februar ´63.
Da war Axel drei. Er hatte ein T-Shirt an, deshalb sind
Arme und Beine braun, aber nicht der Bauch.
INTERVJUER:
Hvordan var Leonard som far da?
Wie war Leonard als Vater?
MARIANNE:
Vel, altså, han… Jeg var jo livredd for at Axel skulle
forstyrre ham, fordi han skulle skrive. Men det som skjedde
var jo at Axel lå jo langflat på gulvet og tegnet. Og sa ikke
et ord. Han var et night mare overfor meg. Da skulle han…
uhuhuhu. Du vet hvordan unger er med mor. Og da åpnet
jo Leonard elegant døren inn til sitt lille atelier, og så sa
han: ”Axel, I need your help.” Og så var det dødsstille der
inne i to timer. Og Leonard skrev. Sånn opplevde jeg det,
altså. Og lille Axel var enormt stolt. Han kalte ham Cohne.
... Ich hatte ja eine Heidenangst, dass Axel ihn beim
Schreiben stören würde. Aber Axel lag auf dem Bauch und
zeichnete, sagte kein Wort. Es war ein Albtraum für mich.
Wenn er etwas tun sollte.... uhuhuhu. Du weißt, wie Kinder
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bei Müttern sind. Da öffnete Leonard die Tür zu seinem
kleinen Atelier und sagte: „Axel, I need your help. (Axel, ich
brauche deine Hilfe.)“ Danach war es drinnen zwei Stunden
lang totenstill. Und Leonard schrieb. So erlebte ich das.
Und Axel war unheimlich stolz. Er nannte ihn Cohne.
Nei, de årene der var gode. Veldig gode. Vi satt i solen og
vi lå i solen, vi gikk i solen, vi lyttet til musikk, vi badet, vi
lekte, vi drakk, vi diskuterte. Det ble skrevet og elsket og…
Det var ganske flott, vet du, å kunne ha det sånn. I fem år
hadde jeg ikke sko på bena, ikke sant. Jo, jo, om vinteren
hadde jeg på meg noe på bena, men.. Og jeg traff mange
nydelige mennesker. De er spredd for alle vinder. Noen er
døde. Mange er døde… Nå må jeg sette rundstykkene i
ovnen.
Nein, die Jahre dort waren gut. Sehr gut. Wir saßen in der
Sonne, wir lagen in der Sonne, wir gingen in der Sonne
spazieren, wir hörten Musik, wir badeten, wir spielten, wir
tranken, wir diskutierten. Es wurde geschrieben und geliebt
und... Es war schon ziemlich toll, dass es einem so gehen
konnte/dass man so leben konnte,. Fünf Jahre lang hatte
ich keine Schuhe an. Doch, im Winter.... Und ich traf viele
wunderbare Menschen. Sie sind in alle Winde zerstreut.
Einige sind tot. Viele sind tot... Jetzt muß ich die Brötchen
in den Ofen schieben.
Leonard Cohen: ”Dance me to the end of love”
Dance me to your beauty with a burning violin
Dance me through the panic ’til I’m gathered safely in
Lift me like an olive branch and be my homeward dove
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love
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Papirrasling
MARIANNE:
Flere brev fra Leonard. Skal vi si det er mange
kjærlighetsbrev da? Tror det. Og det er Leonards russiske
seng. Jernseng. Er ikke den flott?
Einige Briefe von Leonard. Sind viele Liebesbriefe dabei?
Ich glaube schon. Und das ist Leonards russisches Bett.
Eisenbett. Ist es nicht herrlich?
INTRERVJUER:
Helt enorm..
Og så er det du?
Ja, sehr... Und das bist du?
MARIANNE:
Ja, det er meg. I min… min Mari Mekko kjole. Jeg har vært
modell mye.
Ja, das bin ich. In meinem... meinem Marimekko-Kleid. Ich
bin oft Model gewesen.
INTERVJUER:
Men det er jo virkelig spesielt vakre bilder du har. Det er
ikke et sånn gjennomsnitts familiealbum dette her.
Du hast wirklich sehr schöne Bilder. Das hier ist nicht so
ein durchschnittliches Familienalbum.
MARIANNE:
ler Nei, det er det ikke. Men jeg har jo aldri levd i et sånn
gjennomsnitts familieliv heller, det må jeg jo ærlig
innrømme. Det var jo det jeg prøvde å flykte fra.
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Lacht Aber ich habe ja auch nie so ein
Durchschnittsfamilienleben gelebt, muss ich zugeben. Das
war es ja, wovor ich zu flüchten versuchte.
FORTELLER:
Marianne og Leonard var kjærester på andre året. Men
bruddet med Axel sved fortsatt.
Marianne und Leonard waren seit zwei Jahren ein
Liebespaar. Aber der Bruch mit Axel (Jensen) schmerzte
noch immer.
MARIANNE:
Jeg var veldig lite tilstede i meg selv. Det visste jeg ikk e
da. Jeg hadde fått et såpass sjokk at jeg var i en
sjokktilstand hvor jeg liksom ikke verken hang hist eller pist.
Jeg hadde ikke fotfeste. Og samtidig med barn og det hele.
Det var beintøft. Jeg tror på mange måter at jeg kanskje
svevde litt over de vanskelighetene som jeg var midt oppi
også. Så hadde han ikke vært så tålmodig så vet jeg ikke
om vi hadde vært sammen. For når jeg skulle danse gresk
dans og drikke retsina så satt han og ventet på meg til jeg
var ferdig med å danse og drikke min retsina. Og så gikk vi
hjem sammen. Og så var det så usannsynlig fredfullt og så
harmonisk å være sammen med ham, fordi det var en sånn
ro. Man kan jo si det sånn at det var litt gammeldags. Sånn
som du på mange måter syns måtte være fantastisk at en
ung gutt kan være, ikke sant? Og det gjorde et sterkt
inntrykk på meg.
Ich war sehr wenig ich selbst. Das wusste ich damals nicht.
Ich hatte einen Schock bekommen, und in dem Zustand
wusste ich nicht, wo ich hingehörte. Ich hatte keinen Halt.
Und dann mit Kind und all dem. Das war sehr hart. Ich
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glaube, dass ich ein wenig über den Schwierigkeiten
schwebte, in denen ich steckte. Wäre er nicht so geduldig
gewesen, ich weiß nicht, ob wir zusammen geblieben
wären. Wenn ich tanzen und Retsina trinken wollte, saß er
da und wartete, bis ich fertig getanzt und ausgetrunken
hatte. Dann gingen wir zusammen nach Hause. Es war
unwahrscheinlich friedlich und harmonisch mit ihm
zusammen, denn er war so ruhig. Fast ein wenig
altmodisch. Dass ein junger Mann so sein kann? Das
machte großen Eindruck auf mich.
Leonard Cohen: ”Because of”
Look at me, Leonard
Look at me one last time.
MARIANNE:
latter. Ja…
Gelächter. Ja...
then they bend over the bed
and cover me up like a baby
that is shivering
Like a baby
Like a baby….
MARIANNE:
Ja, jeg ble vel sett for første gang, kanskje. Det er veldig
viktig. Senere i livet så har jeg forstått at Leonard så noe i
meg som jeg ikke var oppmerksom på den gangen. Så jeg
vet ikke om du husker noen linjer fra hans siste cd. ”Look at
me one more time, Leonard.” Og det… Da tenkte jeg:
”Hvorfor skriver han fortsatt sanger som jeg i grunnen har
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notert første linjen på eller del av refrenget, spøkefullt til
meg selv?” Fordi jeg har veldig ofte sagt når jeg har truffet
venner og kjente:
”Gud, jeg skulle gjerne truffet ham nu, så han kan se meg
nu.” Ikke sant? Og så kommer den sangen.
Ja, zum ersten Mal wurde ich gesehen. Das ist sehr
wichtig. Später im Leben verstand ich, dass Leonard etwas
in mir sah, das ich damals nicht bemerkte. Ich weiß nicht,
ob du dich an einige Zeilen von seiner letzten CD erinnerst.
„Look at me one more time, Leonard.“... Da dachte ich:
„Warum schreibt er immer noch Lieder, von denen ich
eigentlich die erste Zeile notiert hatte oder einen Teil des
Refrains, aus Spaß, für mich?“ Denn oft, wenn ich Freunde
traf, habe ich gesagt: „Gott, ich hätte ihn gerne jetzt
getroffen, damit er mich jetzt sehen kann.“ Nicht wahr? Und
dann kommt dieses Lied.
Marianne leser
Oh, look at me, Leonard
Look at me one last time
Schau mich an, Leonard/schau mich ein letztes Mal an.
Leonard Cohen:
Look at me Leonard
Marianne leser
then they bend over te bed
dann beugen sie sich über das Bett
Leonard Cohen:
look at me one last time
then they bend over the bed
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Marianne leser
and cover me up like a baby
und decke(n) mich zu wie ein Baby
Leonard Cohen:
…cover me up like a baby
that is shivering
Like a baby
Llike a baby…
FORTELLER:
Men det var ikke bare Marianne som ville bli sett av
Leonard Cohen.
Aber es war nicht nur Marianne, die von Leonard Cohen
gesehen werden wollte.
MARIANNE:
ler Jeg ville helst bure ham inne og lukke ham av. Svelge
nøkkelen, jeg. Nei, jeg var sjalu. Fordi han var utrolig
ettertraktet. Og så var han en… han var jo så oppvartende
og så hensynsfull og så… Han var hele tiden… Han var like
barmhjertig overfor alle, på en måte. For eksempel, hvis
han var ferdig med å jobbe så gikk han ned på porten
tidligere, for eksempel. Så skulle vi spise middag senere,
og så skulle jeg vente på barnevakten og så kanskje jeg
kom ned en time eller to etter ham. Og hver eneste gang så
satt han ved bordet med en eller annen fantastisk dame. ler
Og… sånn som Helen reiser seg opp og sier: ”Nu har jeg
erobret din mann!” Ikke sant.
Lacht Ich hätte ihn am liebsten in einen Käfig gesperrt und
abgeschlossen. Den Schlüssel verschluckt. Nein, war ich
eifersüchtig. Weil er so begehrt war.... er war ja so
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hilfsbereit und rücksichtsvoll und so... Er war zu allen gleich
mitfühlend. Wenn er mit der Arbeit fertig war, ging er früher
zum Hafen hinunter, zum Beispiel. Dann würden wir später
zu Abend essen, ich wartete auf das Kindermädchen und
kam ein oder zwei Stunden später hinterher. Und jedes Mal
saß er am Tisch mit irgendeiner tollen Frau. Lacht Und...
wie Helen aufsteht und sagt: „Jetzt habe ich deinen Mann
erobert!“ Nicht wahr.
Men jeg mener, alt var på spøk, og det var bare godt
vennskap. Men det stakk i meg hver gang. ler Det var som
å bli dolket, vet du. Sånn er det når du velger sånne sterke,
handsome, tall and dark, handsome men, ikke sant?
Himmel og hav. Alle jentene lå jo paddeflate. Du aner ikke
hvor vondt jeg hadde det. Og det ødela jo så mye. Men det
var jo min egen usikkerhet. Jeg skulle jo bare gått med
høyreist hode og tenke: ”Han lever jo sammen med meg.
Det er jo meg han har valgt.” Og så…åh… Ja, jeg vil gå så
langt som til å si at jeg holdt på å ta livet av meg på grunn
av det. Jeg ville bare dø.
Aber ich denke, alles war nur Spaß, und es ging nur um
gute Freundschaft. Doch ich spürte jedes Mal einen Stich in
mir. Lacht Es war, als ob man erdolcht würde, weißt du. So
ist das, wenn man solche starken - handsome, tall and dark
- Männer wählt, nicht wahr? Liebe Güte. Alle Mädchen
lagen ja flach. Du machst dir keine Vorstellung, wie
schlecht es mir dabei ging. Und das zerstörte so viel. Es
war meine eigene Unsicherheit. Ich hätte ja mit erhobenem
Haupt herumlaufen sollen und sagen: „Er lebt ja mit mir
zusammen. Mich hat er gewählt.“ Und dann...oh... Ja, ich
würde so weit gehen zu sagen, dass ich kurz davor war,
deswegen Selbstmord zu begehen. Ich wollte nur sterben.
Det var denne fantastiske unge modellen fra New York,
som kom til Hydra. Og så ble de borte en hel dag. Og så
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innbilte jeg meg alt mulig. Jeg krøllet meg opp som et lite
foster, og bygget en stor trekiste rundt meg, sånn
imaginært, ikke sant. Folk som kom innom trodde faktisk
jeg var død.
Da war das phantastische junge Model aus New York, das
nach Hydra kam. Sie blieben einen ganzen Tag weg. Ich
stellte mir alles mögliche vor. Ich rollte mich ein wie ein
Embryo und baute eine große Mauer um mich herum auft.
Leute, die vorbei kamen, dachten, ich wäre tot.
INTERVJUER:
Hva mener du med at folk som kom innom trodde du var
død?
Was meinst du mit Leute, die vorbei kamen, dachten, du
wärst tot?
MARIANNE:
Nei, men jeg ble jo liggende der på gulvet, jeg. Et døgn.
Jeg ville ikke kommunisere med utenomverdenen.
Jeg vil ikke rippe opp i mer sorg. Oh!
Gud, så vondt man kan ha det, du!
Ich blieb einfach auf dem Boden liegen. Den ganzen Tag.
Ich wollte nicht mit der Außenwelt kommunizieren. Ich
wollte den Schmerz nicht noch mehr schüren. Oh! Ach
Gott, wie sehr man doch leiden kann!
Leonard Cohen: ”Bird on the wire”
Like a bird on the wire
like a drunk in a midnight choir
I have tried in my way to be free
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Skritt ute
Schritte draußen
MARIANNE:
Det er stille i dag.
Ja, der er Tarjei der. Kom da. Ja, kom da. Du skal få lunsj i
dag og, din heldiggris. Ja, kom du, Tarjei Vesaas (svane,
oppkalt etter berømt norsk forfatter). Kraftig fin fugl. Han har
overlevd, han. Svanen hveser Ja, du er fin er du. Det er et
ensomt liv, er det ikke det?
Es ist ruhig heute. Das dort ist Tarjei. Komm. Ja, komm. Du
kriegst heute Mittagessen, du Glückspilz. Ja, komm, Tarjei
Vesaas (berühmter norwegischer Schriftsteller). Ein
kräftiger schöner Vogel. Er hat überlebt. (Der Schwan
faucht) Ja, du bist ein braver, du. Es ist doch ein einsames
Leben, oder?
If I, if I have been unkind
I hope that you can just let it go by
”Like a bird on the wire
I have tried in my way to be free”
Det er flott å skrive sanger, for du kan i grunnen få sagt
mye som du kanskje i øyeblikket ikke er i stand til å utføre.
Men litt om litt så er det det du må gjøre for å overleve.
Es ist schön, Lieder zu schreiben, denn im Grunde kannst
du vieles sagen, was du im Augenblick nicht ausdrücken
kannst. Aber früher oder später musst du es tun, um zu
überleben.
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”Bird on the wire”... Da kom elektrisiteten til Hydra, ikke
sant, og så landet de på disse underlige ledningene som
plutselig skar tvers foran vinduet, ikke sant. Akkurat som
noter.
Praktfullt. Så jeg følte at det var også min sang, da. Men
alle refererer jo til ”So Long, Marianne”.
„Bird on the wire“... Als die Elektrizität nach Hydra kam,
landeten sie auf diesen seltsamen Drähten, die plötzlich vor
dem Fenster die Luft durchschnitten. Genau wie
Notenlinien. Großartig. Ich hatte das Gefühl, dass das auch
mein Lied war. Aber alle denken ja an „So long, Marianne“.
INTERVJUER:
Men du har jo alltid vært hun som fikk den fantastiske
sangen da...
Aber du bist diejenige gewesen, die diesen phantastischen
Song bekam...
MARIANNE:
Ja. Ja… Men han har skrevet mye annet bra og. Himmel
og hav. Jeg har begynt å lese litt av diktene hans igjen, jeg.
Jeg satt her i går og leste masse dikt, jeg.
For jeg syns de diktene han har skrevet til meg… der føler
jeg meg mer hjemme. Da handler det om oss. Mye mer enn
i ”So Long, Marianne”. Den lille der, for eksempel.
... Aber er hat auch viel anderes Gutes geschrieben. Liebe
Güte. Ich habe angefangen, seine Gedichte wieder zu
lesen. Gestern saß ich hier und las eine Menge Gedichte.
Ich finde, die Gedichte, die er für mich geschrieben hat...
..darin fühle ich mich mehr zu Hause. Darin geht es um uns.
Viel mehr als in „So long, Marianne.“ Das kleine da, zum
Beispiel.
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Jeg føler liksom.., den boka har jeg vært med på, på mange
måter.
Irgendwie fühle ich... bei diesem Buch war ich mit dabei, auf
viele Weisen.
INTERVJUER:
Den er dedisert til deg også den.
Das ist auch dir gewidmet.
MARIANNE:
Er den det? Ja, det er den kanskje. Er den, er den det? Det
har jeg ikke tenkt på en gang, jeg. Are you sure? Nei. blar
Der står det, ja! Diskret ute på venstre side.
Ja, det visste jeg ikke. Men det var hyggelig. Ja, men jeg
var med på den. Den har vi skrevet sammen.
Ja? Ja, vielleicht. Ist es das wirklich? Darüber habe ich
nicht nachgedacht. Are you sure? Nein. Blättert Ja, da steht
es! Diskret außen links.
Ja, das wusste ich nicht. Aber das ist nett. Ja, bei dem war
ich mit dabei. Das haben wir zusammen geschrieben.
FORTELLER:
Det hadde gått over fem år siden Marianne og Leonard
første gang møttes. Leonard skrev dikt og sanger, og
pendlet etter hvert mer og mer mellom Hellas, Montreal og
New York. Marianne og vesle Axel var alene igjen på
Hydra.
Fünf Jahre waren vergangen, seit Marianne und Leonard
sich das erste Mal getroffen hatten. Leonard schrieb
Gedichte und Lieder und pendelte nach und nach immer
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häufiger zwischen Griechenland, Montreal und New York.
Marianne und Klein-Axel waren wieder allein auf Hydra.
MARIANNE:
Han måtte jo stadig over dammen, som vi sa. Både for å
søke inspirasjon, og for å, som han sa: ”… become a little
more miserable again.” Og da hadde vi jo ikke råd til å reise
alle sammen. Så jeg var jo mye alene på Hydra, da. Det
var jeg. Og så kom det til det punktet hvor jeg ikke ville
være alene mer.
Jeg syns det var så trist. Det var ikke nok å leke hjem og
hus og alt det der. Så det ble til at jeg spurte om å få være
med. Og den perioden der var…, den var dramatisk, på
veldig mange plan.
Er musste ja ständig über den Teich, wie wir das nannten.
Um Inspiration zu suchen als auch um, wie er sagte:
„...become a little more miserable again.“ (um ein bißchen
unglücklicher zu werden). Wir hatten ja kein Geld, um
gemeinsam zu reisen. Deshalb war ich auf Hydra viel
allein. Und dann kam der Punkt, dass ich nicht mehr allein
sein wollte. Ich fand das schrecklich traurig. Es reichte
nicht, Haus und Heim zu spielen. So kam es, dass ich
fragte, ob ich mitfahren könnte. Und diese Zeit war, ... sie
war dramatisch, in vieler Hinsicht.
FORTELLER:
Leonards karriere skjøt fart, og etter ca tre år på Hydra
flyttet den vesle familien igjen til Montreal.
Leonards Karriere kam in Schwung, und nach drei Jahren
auf Hydra zog die Familie wieder nach Montreal.
MARIANNE:
Det var da ”Sisters of mercy” ble skrevet. Leonard reiste
mye. Det begynte å gå opp for meg at noe var ved å skje.
Ja, hvor lenge er man forelsket av gangen før man må
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fornye seg? Jeg vet akkurat den situasjonen i vårt liv vi var i
da, hvor det er sånn at man plutselig ikke kan snakke
ordentlig sammen. Vi kom ingen sted. Jeg forsto ikke hva
han sa, han forsto ikke hva jeg sa. Jeg kunne ikke sette ord
på hvordan jeg følte meg. Leonard gikk selvfølgelig inn i sin
skriving, og fortsatte med sine sanger.
Damals enstand „Sisters of Mercy“. Leonard reiste viel. Mir
wurde klar, dass etwas geschah. Tja, wie lange ist man
verliebt, ehe man sich erneuern muss? Ich weiß noch
genau die Situation in unserem Leben, als wir plötzlich
nicht mehr richtig miteinander sprechen konnten. Wir
kamen nicht weiter. Ich verstand nicht, was er sagte, er
verstand nicht, was ich sagte. Ich konnte nicht ausdrücken,
was ich fühlte. Leonard ging natürlich in seinem Schreiben
auf und machte mit seinen Songs weiter.
Så der og da var jeg sønderknust og svimeslått og fortvilet,
og visste ikke helt hva jeg skulle gjøre.
Og for at vi skulle prøve å lempe litt på alt så dro jeg til
Mexico, da, for å besøke min gamle venn. Tok med meg
lille Axel. Og det ble jo en meget sterk opplevelse. Blant
indianere. I disse fjellene. Nei, det var helt utrolig. hvisker
Da hadde jeg følelsen av at jeg var på en måte veldig nær
Gud. Jeg trodde nesten aldri jeg skulle komme ned fra det
fjellet, jeg.
Så det var min avstikker fra Montreal, da verden holdt på å
falle i grus. Da hadde jeg med meg et meksikansk vevet
teppe tilbake. Og det er mannen og kvinnen. Så da jeg kom
hjem til Montreal så satt Leonard og jeg under det teppet
litt. Da begynte vi faktisk å sitte stille begge to og la alt falle
til ro.
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Manchmal war ich am Boden zerstört, betäubt und
verzweifelt und wusste nicht, was ich tun sollte.
Um alles ein wenig abzumildern, fuhr ich nach Mexiko, um
einen alten Freund zu besuchen. Klein-Axel nahm ich mit.
Das war ein sehr starkes Erlebnis. Unter Indianern. In
diesen Bergen. Nein, das war unglaublich. Flüstert Da
hatte ich das Gefühl, Gott irgendwie sehr nah zu sein. Fast
dachte ich, ich würde nie von diesen Bergen
herunterkommen.
Das war mein Abstecher aus Montreal, als die Welt dabei
war, in Trümmer zu gehen. Ich brachte eine mexikanische
gewebte Decke mit zurück. Als ich heim nach Montreal
kam, saßen Leonard und ich ein wenig unter der Decke. Da
begannen wir, alles ein wenig zur Ruhe kommen zu lassen.
Men det var også en tid da Leonard og jeg eksperimenterte
med mange ting i livet, så det var en spesiell tid, men…jeg
vet ikke hva han deler med omverdenen av sånne ting, så
den overlater jeg til ham.
Aber es war auch eine Zeit, in der Leonard und ich mit
vielen Dingen im Leben experimentierten, es war eine
besondere Zeit, aber ... ich weiß nicht, was er der Welt
darüber mitteilt, ich überlasse das ihm.
Vi hadde jo så mange tilbaketog, og vi prøvde og vi prøvde.
Vi hadde ikke lyst til å gi opp helt noen av oss.
Jeg kom meg jo på beina og kom meg hjem til Norge. Jeg
hadde noen attester og jeg vet ikke hvordan det gikk til,
men jeg fikk meg jobber og jeg fikk meg leilighet – alt
ordnet seg.
Es gab so viele Rückzüge, wir probierten und probierten.
Keiner von uns beiden hatte Lust, ganz aufzugeben.
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Ich kam wieder auf die Beine und fuhr nach Norwegen. Ich
hatte ein paar Zeugnisse und weiß nicht wie es passierte,
aber ich bekam Jobs, eine Wohnung – alles regelte sich.
Nå må jeg bare sitte og bli varm innvendig igjen…
Jetzt brauche ich bloß hier zu sitzen und alles wird wieder
warm in mir...
FORTELLER:
Marianne var ikke tilbake i Norge igjen for godt før i 1973.
38 år gammel.
Erst 1973 kam Marianne wieder ganz nach Norwegen
zurück. 38 Jahre alt.
MARIANNE:
Vil du høre på syngebollen min?
Willst du meine Klangschale hören?
INTERVJUER:
Ja.
Ja.
Klang av syngebolle
Leonard Cohen: ”I tried to leave you”
LEONARD COHEN LESER:
Days of Kindness
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Greece is a good place
To look at the moon, isn’t it
You can read by the moonlight
You can read on the terrace
You can see a face
As you saw it when you were young
There was good light then
Oil lamps and candles
And those little flames
That floated on a cork in olive oil
What I loved in my old life
I haven’t forgotten
It lives in my spine
Marianne and the child
The days of kindness
It rises in my spine
And it manifests as tears
I pray that a loving memory
Exists for them too
The precious ones I overthrew
For an education in the world
[Griechenland ist ein guter Ort/um den Mond
anzuschaun/Du kannst im Mondlicht lesen/Du kannst auf
der Terrasse lesen/Du kannst ein Gesicht sehen/so wie du
es sahst, als du jung warst/Es gab damals gutes
Licht/Öllampen und Kerzen/und diese kleinen Flammen/die
auf einem Korken in Olivenöl trieben/Was ich in meinem
alten Leben liebte/habe ich nicht vergessen/es wächst in
meinem Rückgrat/Marianne und das Kind/Die Tage der
Güte/steigen in meinem Rückgrat empor/und offenbaren
sich als Tränen/Ich bitte, dass eine liebevolle
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Erinnerung/auch für sie existiere/Die heiß Geliebten, die ich
wegwarf/für ein (Hinein-)Wachsen in die Welt]
Musikk
MARIANNE:
Dette forholdet var en gave til meg. Og en gave til Leonard
vil jeg vel også si, for ikke å undervurdere meg selv helt. Og
det var det det var. Men jeg tror det har vært liksom en
åpning for resten av livet for oss begge, på godt og vondt.
Jeg leste akkurat i dag morges, noen sånne små linjer, vet
du, som du kan lese et par av hver dag, hvor jeg gjentar og
gjentar dette med at det er av de harde støtene i livet du
virkelig har sjansen til å komme deg videre, altså. Ut av
sorgen, ikke sant.
Diese Beziehung war ein Geschenk für mich. Und auch für
Leonard, würde ich sagen, um mich nicht völlig
unterzubewerten. Es war, was es war. Ich glaube, es war
für uns eine Öffnung für den Rest des Lebens, im Guten
wie im Schlechten. Erst heute morgen las ich so ein paar
kleine Zeilen, die du jeden Tag lesen kannst, wo ich immer
wiederhole, dass es die harten Schläge im Leben sind, die
dich weiterbringen. Heraus aus der Trauer, nicht wahr.
Hva er avstanden mellom gråt og latter? Jeg mener, det er
hele den… Det godt på den ene siden, og så er det vondt
på den andre siden. Jeg mener, når det er mørkt så er det
mørkt fordi lyset er borte. Og når det er lyst så er mørket
borte. Men det er det samme.
Welche Entfernung gibt es zwischen Weinen und Lachen?
Ich meine, es ist das Ganze... Das Gute auf der einen
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Seite, und auf der anderen tut es weh. Ich meine, wenn es
dunkel ist, dann ist es dunkel, weil das Licht weg ist. Und
wenn es hell ist, ist die Dunkelheit weg. Aber es ist
dasselbe.
Leonard Cohen:
I tried to leave you, I don’t deny
I cloosed the book on us, at least a hundred times.
I’d wake up in the morning by your side.
MARIANNE:
Livet mitt sitter i kroppen min. Du bærer hele din fortid i din
kropp. Det er den som husker når det gjorde vondt. Når det
gjorde godt. Når det var vanskelig og når du ble redd. Og et
par ganger i dag så har jeg følt at jeg har holdt pusten.
Minnene våknet litt, liksom.
Og så har jeg lyst til å si som Leonard, men dette kommer
fra meg: ”Don’t believe a word I’ve said. Don’t believe a
word I’ve said. It’s all a dream.”
Mein Leben sitzt in meinem Körper. Du trägst deine ganze
Vergangenheit im Körper. Er erinnert sich, wann es weh tat.
Wann es gut tat. Wann es schwierig war und wann du
Angst hattest. Ein paar Mal spürte ich heute, dass ich den
Atem anhielt. Die Erinnerungen erwachten, sozusagen.
Und schließlich möchte ich gern sagen wie Leonard, aber
es kommt von mir: „ Don´t believe a word I´ve said. Don´t
believe a word I´ve said. It´s all a dream.“ [Glaube kein
Wort, das ich gesagt habe. Glaube kein Wort, das ich
gesagt habe. Es ist alles ein Traum.]
Absage:
So long, Marianne
Leonard Cohens norwegische Jugendliebe
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Ein Feature von Kari Hesthamar, Deutsche Übersetzung Thomas FechnerSmarsly
Es sprachen:
Katharina Zapatka, Jutta Hoffmann und die Autorin
Technische Realisation Kare Johan Lund und Peter Kainz
Regieassistenz Dirk Leyers
Regie Nikolai von Koslowski
Redaktion Dorothea Runge
Eine Produktion von Norsk Rikskringkasting 2005 und dem Westdeutschen
Rundfunk 2007
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