Feldhamster-Vorkommen in Deutschland mit Verbreitungskarte

Pressemitteilung
Der Feldhamster stirbt heimlich aus
Deutsche Wildtier Stiftung: Neue Verbreitungskarte belegt den dramatischen Rückgang
des Säugetieres
Hamburg, 8. 8. 2016. Für Nordrhein-Westfalen gibt es traurige Gewissheit: In diesem
Bundesland ist der Kampf um den Feldhamster schon verloren! Vorkommen des stark
bedrohten Säugetieres, das seit Jahren einen Stammplatz auf der Roten Liste hat, können nur
noch in wenigen Bundesländern nachgewiesen werden. Das belegt eine Verbreitungskarte der
Deutschen Wildtier Stiftung und des Forschungsinstituts Senckenberg. Die Karte zeigt, wie
dramatisch der Rückgang des sympathischen Säugetieres ist.
Die Gründe für den rasanten Rückgang der Feldhamster-Population sind vor allem im August
überall gut zu beobachten. „Die Agrarlandschaft war einst ein artenreicher Lebensraum. Die
zunehmend intensive Nutzung ist dagegen ein Todesurteil für die Artenvielfalt“, sagt Peer
Cyriacks, Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung. Ein Beispiel: Aktuell wird gerade der
Winterweizen eingefahren. Für die Feldhamster ist die Ernte ein Schock: Über Nacht wurde aus
ihrem wogenden Weizenfeld eine kahle Ackerwüste!
Der Nager braucht aber nicht nur die Deckung im Feld, die ihn vor Fressfeinden wie Fuchs oder
Bussard schützt – er braucht vor allem auch die Feldkörner und Samen für sein Winterlager.
Denn hat er während des Winterschlafs keinen unterirdischen Nahrungs-Vorrat in seinem Bau
liegen, stehen seine Überlebenschancen sehr schlecht.
Die neue Verbreitungskarte zeigt, wie stark die Vorkommen geschrumpft sind. Manche
Feldhamsterpopulationen stehen vor dem Aus, weil sie isoliert von anderen sind. In den
Randgebieten bestehen isolierte Grüppchen oft nur noch aus wenigen Individuen. „Bei weniger
als 50 Tieren auf einem Fleck gibt es für den Feldhamster keine Zukunft“, erklärt Tobias Reiners
vom Forschungsinstitut Senckenberg.
Peer Cyriacks von der Deutschen Wildtier Stiftung warnt: „Wenn nicht schnell passende
Schutzmaßnahmen ergriffen werden, stirbt die Art schon bald komplett aus.“ Dass eine
Zusammenarbeit mit Landwirten zum Schutz der Tiere funktionieren kann, beweisen die
Deutsche Wildtier Stiftung und die AG Feldhamsterschutz in Hessen in gemeinsamen
Projekten. Für feldhamsterfreundliche Landwirtschaft erhalten teilnehmende Landwirte einen
finanziellen Ausgleich.
Mehr Infos unter: https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/feldhamster
Kostenloses Bildmaterial: www.Presse.DeutscheWildtierStiftung.de
Pressekontakt
Eva Goris, Pressesprecherin, Christoph-Probst-Weg 4, 20251 Hamburg,
Telefon 040 9707869-13, Fax 040 9707869-19,
[email protected], www.DeutscheWildtierStiftung.de
Feldhamster in Deutschland
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ehemalige Verbreitung
Verbreitung 2016
Quelle: T. Reiners/Deutsche Wildtier Stiftung