Publikationen

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Emil Dill (1861-1938)
Emil Dill verbrachte über die Hälfte seines aktiven künstlerischen Lebens in Zug. Von 1895 bis 1935 war er Professor für Zeic
Zeichnen,
hnen, Kalligrafie und Mathematik an der Kantonsschule in
Zug. In dieser Zeit entstanden viele hervorragende Ansichten der Zentralschweizer Regionen, die nicht nur aufgrund ihrer zeit
zeitlichen
lichen Wiedergabe von kunsthistorischer Bedeutung sind,
sondern auch stilistisch durch ihre impressio
impressionistisch-reduktive
reduktive Malweise einen besonderen Stellenwert im Kontext der
zeitgenössischen Kunst beanspruchen. Die Aufarbeitung von Emil Dills Werk beschränkte sich in der Vergangenheit auf einige
wenige Aufsätze und Werkkommentare, die generell einen partie
partiellen
llen Einblick in sein Gesamtwerk gewährten und schon
Jahrzehnte zurückliegen. Mit dieser zweisprachigen Publikation (dt/en) wird nun dem Zuger Künstler erstmals eine umfassende
Monografie gewidmet, die sein Œuvre systematisch analysiert und seine Genese im zeitgenössischen Kontext kommentiert.
Cuno Amiet schrieb 1924 in einem Brief an Dill: „Du
warst mein Lehrmeister in der Aquarellmalerei“ und
posthum: “Wir, Giacometti und ich, waren viel mit Dill
zusammen […] Er hat in Paris […] das Aquarellmalen
gepflegt und konnte es ausnehmend gut. Durch ihn
haben wir Beide viel gelernt.“
Emil Dill ist ein wichtiger Exponent der Schweizer Moderne der ersten Stunde. Er studierte in den angesagtesten,
europäischen Kunstzentren der damaligen Zeit – Paris, München, Karlsruhe und Stuttgart. Während seinen extensiven
Studienaufenthalten durchlief er eine rigorose Ausbildung, welche dezidiert auch kunsttheoretische Bereiche beinhaltete. In
seiner Abhandlung Über die Entwicklung der bildenden Künste, insbesondere derjenigen der Gegenwart,
Gegenwart die 1903-1905
publizi
publiziert wurde, verarbeitete er seine im Studium und in der Praxis gewonnenen
nenen Erkenntnisse. Nach gemeinsamen
gemein
Studien in
den französischen und den deutschen Kunstzentren unterhielt Emil Dill zeitlebens engen Kontakt mit seinen prominenten
Weggefährten Cuno Amiet (1868–1961), Giovanni Giacometti (1868–1933)
1933) und Hans Emmenegger (1866–1940).
(1866
Der freundschaftliche Austausch der Künstler untereinander war ein integraler Bestandteil und relevanter Katalysator zur Genese der
Schweizer Moderne. Dills konsequentes Schaffen
en basiert auf einem innovativen Assimilationsprozess, der als Synthese zwischen
den Errungenschaften der alten Meister und den neuartigen, modernen Strömungen zu verstehen ist. In seinen reduktiven
Werken, in denen er bewusst die Vereinfachung der jeweili
jeweiligen
gen Motive forcierte, zeigt er sich als Wegbereiter der Abstrakten
Malerei. Aussagekräftig sind auch seine Illustrationen für das Satiremagazin Nebelspalter,
Nebelspalter die er von 1890 an während mehr als
einer Dekade anfertigte. In ihnen bezog Dill Stellung zum sozi
sozialpolitischen
alpolitischen Geschehen auf nationaler wie auch internationaler
Ebene.
Eingebunden in ein weitreichendes Beziehungsnetz experimentierte der vielseitig versierte Künstler mit neuen Techniken
und Bildfindungen – als passionierter Gestalter faszinierte ihn insbesondere
sbesondere auch das fernöstliche Kunstgewerbe. Dill
inkorporierte in seinen Arbeiten stilistische und motivische Elemente vor allem der japanischen Kunst. Dill war tief beeindru
beeindruckt
ckt von der japanischen Kultur. Als einer, der seine
künstlerischen Wurzeln selbst
bst im Kunstgewerbe hatte, konstatierte er eloquent: «[…] dem europäischen Geschmack [entsprechen] von jeher symmetrische Anordnungen,
Ano
und der jüngsten
Gegenwart war es vorbehalten, – denselben in dieser Hinsicht etwas zu ändern und Geschmack zu finden an den, einem anderen Prinzip unterstellten, herrlichen Erzeugnissen japanischer
Dekorations-Malerei,
Malerei, Seidenstickerei, Metallarbeiten u. mit ihren ganz willkürlich und zufällig erscheinenden, aber feinstes Gefühl für geschmackvolle
g
Dekoration beweisenden
Raumausfüllungen.»
Dill war sich sehr bewusst über den Einfluss, welche die fernöstliche Kultur auf das Kunstschaffen in Europa hatte – und mitunter auch auf sein Kunstschaffen. So beschrieb er deren
Einfluss mit den bezeichnenden Worten: «Japan, das […] mit seinen unübertrefflichen Arbeiten der dekorativen Kunst hervorragt und selbst die europäische befruchtet.»
„Emil Dill (1861-1938)“ (dt/en) ISBN 978-3-0340-1275-1, Chronos Verlag, 2015