Versuch 1 - Lösen der Goldfinger von RAM-Riegel – Teil 4 Mittag 12:30 Uhr Habe die Lösung und RAM-Abschnitten nun noch einmal kontrolliert. Es scheint sich nicht wirklich mehr etwas zu tun. An einigen Abschnitten sind noch einzelne Anhaftungen, an ein paar einzelnen scheint sich so gut wie nichts abgelöst zu haben. Im Behälter scheinen sich auch keine weiteren Flitter abgelöst zu haben. Die Lösung fühlt sich von außen am Behälter recht kühl an. Meine Überlegungen sind, dass die Lösung entweder zu kühl ist (bei mir zu Hause am Versuchsort ist es recht kühl), und deshalb die Reaktion trotz Blubbers zum Erliegen kam, oder dass die Lösung erschöpft ist. Gegen ersteres spricht, dass die AP heute Morgen sicher auch nicht wärmer war und das dann das zuschalten des Blubbers geholfen hat. Andererseits könnte der Blubber auch nur bewirkt haben, dass bereits gelöstes, aber den Abschnitten anhaftendes Gold in die Lösung gesunken ist. Gegen zweiteres spricht, dass die Lösung zwar eine intensiv blaue Farbe hat, aber noch klar ist. Wenn ich das in Marcels Büchern richtig verstanden habe, dann wird eine verbrauchte Lösung jedoch trüb (Cu(I)Cl) und wird fast schwarz. Da ich die Lösung wegen der bisher gemachten Erfahrungen nicht wieder erwärmen will, versuche ich durch Hinzugabe von weiteren 50 ml Salzsäure etwas zu bewegen. Mal sehen, ob sich dann wieder etwas tut. Ergebnis des Versuchs Letzte Ernte 16:30 Uhr Das Hinzufügen von weiter Salzsäure hat das Lösen der Goldflitter wieder in Gang gebracht. Bei einer genauen Kontrolle der Abschnitte zeigt sich, dass sich nun beinahe alle Goldflitter (Schätzungsweise über 99%) gelöst haben. Bei einigen Abschnitten hängen noch Bruchstücke von Goldauflagen an den Übergängen vom Finger zur Platine fest, was wohl darauf hinzuführen ist, dass dort eine Beschichtung anfängt, welche die Goldauflagen festhaften. Ich hatte die meisten Finger der RAMs mit der Zange abgebrochen, sodass auch bei einigen einzelnen eine Winzigkeit mehr dran war, als nur die reinen Finger. Hier handelte es bei die ersten winzigen Löchlein in der Platine, die manchmal auch goldbeschichtet sind. Mir ist aufgefallen, dass diese sich zum größten Teil auch nicht gelöst haben, einige jedoch schon und bei einigen nur zum Teil. Insgesamt haben etwa ein Viertel der Finger noch winzige Goldanhaftungen, wobei es nicht wirklich sinnvoll ist mit diesen alleine in der AP weiterzumachen. Ich werde diese vorerst aufheben und mir überlegen wie ich mit diesen weiterverfahre. Wahrscheinlich werfe ich sie einfach bei meinem nächsten AP verfahren mit hinzu. Vor während dem Betrachten der einzelnen Finger habe ich diese über einen Kunststoffbehälter mit etwas Wasser abgespült, um die anhaftende Lösung noch weiter zu verdünnen und lose Goldflitter abzuspülen. Im Behälter hatte sich wieder etwas Gold angesammelt. Um die darin enthaltenen Schwebeteilchen zu gewinnen, wurde die Flüssigkeit wieder mit dem schon verwendeten Doppel-Kaffeefilter gefiltert. Die am Boden angesammelten Flitter wurden direkt in die kleine Sammelbox gespült, in der ich schon die vorherigen Zwischenernten gesammelt hatte. Mein Sammelbehälter mit dem bisher geernteten Goldflittern. Da ich sie immer mit der Sprühflasche hineingespült hatte, sind sie unter Wasser. In der AP waren noch einige Flitter enthalten. Aufschwimmen sehe ich keine mehr. Zur Sicherheit filtere ich sie trotzdem nochmal durch, bevor ich sie in den Stockpotkanister zur Wiederverwendung gebe. Das gewonnene Gold vom Boden fügte ich meiner Sammelbox hinzu. Ein Teil der Lösung während des letzten Filtervorgangs. Die Flüssigkeit ist noch immer klar und am Boden haben sich noch einige Flitter angesammelt. Anmerkung: Nein, ich habe die Lösung nicht in der Plastikbox auf der darunter liegenden Herdplatte aufgewärmt, sondern nur abgestellt. ;-) (Die Platte war kalt und der Stecker war auch raus!!!) Jetzt werde ich noch die Filter trocknen lassen und dann auf meinem Balkon abflammen. Das so gewonnene Gold werde ich meiner bisherigen Ausbeute hinzufügen. Am nächsten Morgen waren die Filter noch immer feucht, obwohl ich sie abends zum schnelleren Trocknen auf den Balkon gestellt hatte. Aber zwei Stunden später waren sie trocken genug. In einer kleinen Metallschüssel, welche ich nicht mehr benötige, habe ich die zwei kleinen Filter, den großen gerissenen Kaffeefilter und den doppelt gelegten dann abgefackelt. Leider ergab sich dadurch für das bisschen enthaltene Gold ziemlich viel Asche und ich denke, dass das Abfackeln dafür keinen Sinn macht. Vermutlich macht es nur dann Sinn, wenn man sämtliches gewonnenes Gold im Filter hat. So waren die kleinen Flitterchen kaum mehr zwischen der Asche zu sehen. Möglicherweise lag es auch an den braunen Kaffeefliltern, denn ich musste die Asche erst mal etwas zerstoßen, um überhaupt eine Möglichkeit zu haben, an das Gold zu kommen. Meine Beobachtung zeigte auch, dass sich einige Flitterchen an der Asche festgesetzt hatten. Deshalb und auch weil ich befürchte, dass die Flitter zu leicht sind, um nicht mit der Asche wegzufliegen, wenn man diese wegbläst, habe ich mich dann entschlossen, das Ganze mit Wasser aufzufüllen und Spülmittel hinzuzugeben, um das Absinken der Flitterchen zu erleichtern. Da einige Flitter jedoch hartnäckig an der Asche kleben blieben, ließ ich das Ganze erst einmal stehen, in der Hoffnung, dass sich irgendwann lösen. Deswegen sind sie nun nicht im Ergebnis mit enthalten, was jedoch ein unwesentlicher Faktor sein wird, da ich durch das Auswaschen der Filter zuvor sowieso das Meiste aus den Filterungen zurückgewonnen hatte. Irgendwann werde ich die Flitter in alter Goldgräbermanier dann auswaschen. Am Nachmittag wollte ich dann die Ernte trocknen und das Ergebnis abwiegen. Dazu füllte ich die Flitter samt dem Wasser in der Sammelbox in eine beschichtete Pfanne, um sie am Herd zu trocknen. Dies machen im Übrigen auch viele Goldsucher so, wenn sie Waschgoldflitter trockenen wollen. Dies war nicht wirklich eine gute Idee. Das Gold haftete nämlich ziemlich nach dem Verdunsten des Wassers an der Pfanne fest. Etwas lösen ließ es sich nur mit Hinzugabe von Wasser und etwas Umrühren. Wobei nun noch immer feinste Partikel anhaften. Im ersten Moment wirkte das Wasser dann ziemlich gelb, sodass ich befürchtet, noch minimal Lösung im Wasser gehabt zu haben, welches das Gold nun beim Kochen aufgelöst zu haben. Soweit ich es bis jetzt erkennen kann, handelt es ich jedoch zumeist um Schwebepartikel im Wasser. Zur Sicherheit werde ich später jedoch noch einen SC-Test machen, wenn sich alles wieder gesetzt hat. Währendessen werde ich mir auch überlegen, wie ich die anhaftenden Goldpartikel wieder von der Pfanne löse, möglichst ohne viel davon zu verlieren. Mal sehen, wie ich das Ganze nun trockne, um an das Gewicht zu kommen …
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