Feinstaub sorgt für Atemnot

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Im Gebirge sind wenige Pollen oder Feinstäube in der Luft – hier kann sich die Lunge von den Belastungen des Alltags erholen.
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Feinstaub sorgt für Atemnot
Warum die Partikel in der Luft so gefährlich sind
■ Landkreis (dbp/mbl) Seit
einigen Jahren ist das Thema
Feinstaub in aller Munde.
Feinstaub, das sind kleinste
Partikel in der Luft, die einen
Durchmesser von zehn Mikrometern und darunter haben
und beim Atmen in die Lunge
gelangen können. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar
hat einen Durchmesser von
100 Mikrometern. Feinstaub
gelangt auf verschiedenen
Wegen in die Luft – natürliche
Ursachen wie Bodenerosion,
Waldbrände oder Pollenflug,
aber auch Industrie- und
Autoabgase sind häufige
Quellen. Forscher sind mittlerweile einig, dass von
Feinstaub eine ernste Gefahr
für die Gesundheit ausgeht.
Doch warum ist das so?
Millimeter besitzt. Am Ende
dieses Baumes sitzen die Alveolen, die Lungenbläschen.
Beim Einatmen füllen sie sich
Filtrierungssystem der Lunge mit Luft, und durch ihre dünnen, stark durchbluteten
Bevor Atemluft in die Lunge
Wände findet der eigentliche
gelangen kann, wird sie gefil- Atmungsprozess statt – das
tert. Das geschieht einmal in verbrauchte Kohlendioxid
der Nase und ein zweites Mal wird abgegeben und der friin den Bronchien. Zwei
sche Sauerstoff gelangt ins
Hauptbronchien leiten die
Blut.
Luft von der Luftröhre in den
linken und den rechten LunSelbstreinigendes System
genflügel und verzweigen sich
immer weiter. Man spricht
Die Bronchien verfügen im
vom so genannten Bronchial- Inneren über eine Schleimbaum, der an seinen engsten haut, die Fremdkörper aus der
Stellen einen Innendurchmes- Atemluft filtert. Unzählige
ser von weniger als einem
Kapillarhärchen transportieren
die in Schleimklumpen gebundenen Partikel aus der Lunge,
wo sie ausgehustet oder verschluckt werden. Die Bronchien verfügen außerdem
über eine Muskulatur, die sich
zusammenziehen und den
Innendurchmesser weiter verkleinern kann. Dadurch können die meisten Partikel in
der Atemluft abgefangen werden. Je feiner diese Partikel
sind, desto tiefer können sie
in die Lunge eindringen.
Risiken durch Feinstaub
Einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge ist besonders feinster Staub
mit einer Größe von unter 2,5
Mikrometern für erhöhte
Todesraten bei Herz-KreislaufErkrankungen, Atemwegserkrankungen und Lungenkrebs
verantwortlich. Durch gröberen Feinstaub können demnach bestehende Atemwegserkrankungen wie chronische
Bronchitis oder Asthma verschlimmert werden. Besonders
betroffen sind jedoch Kinder.
Kinder besonders gefährdet
So soll Feinstaub Atemwegserkrankungen wie Husten oder
Bronchitis auslösen und die
Symptome einer Asthmaerkrankung verschlimmern.
Da die Lunge aber noch bis
weit ins zweite Lebensjahrzehnt ihr Volumen vergrößert,
kann bei Kindern die
Entwicklung des lebenswichtigen Organs gestört werden.
Das normale Lungenvolumen
wird dann gar nicht erst
erreicht und es kann wiederum zu Atembeschwerden
Straßenverkehr und Industrie sind die Hauptverantwortlichen
für den alljährlichen Sommersmog.
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kommen. Die größte Belastung für die Lunge ist allerdings nicht der Feinstaub in
der Atemluft. Dem Bundesverband der Pneumologen
zufolge ist der Rauch einer
Zigarette vergleichbar mit
einem 100 Minuten laufenden
Dieselmotor. Rauchen stellt
demnach immer noch das
Hauptrisiko für Lungenerkrankungen dar. In einem
Infobrief zum Thema Feinstaub formulierte der Verband
daher unmissverständlich:
„Wer mit der Zigarette in der
Hand gegen Feinstaub protestiert, ist unglaubwürdig.“
● Weitere Informationen zu
diesem Thema finden Sie auf
der Internetseite
www.gesund-durch.de