Programmheft - Deutsche Radio Philharmonie :: Saarbrücken

PROGRAMM
ALBERTO FRANCHETTI
Auszüge aus der Oper Glauco
(Orchestrierung: Helmut Krausser und Torsten Rasch)
„Un’alba serena sospirano i fiore” – Andantino pastorale
Arie der Scilla aus dem 1. Akt
Liana Aleksanyan, Sopran
Vorspiel zum 2. Akt
„È una fanciulla della mia Sicilia”
Arie des Glauco aus dem 2. Akt
Ray M. Wade, Jr., Tenor
„Splendan per te” – Andantino ondulato
Duett Circe-Glauco aus dem 2. Akt
Liana Aleksanyan, Sopran
Ray M. Wade, Jr., Tenor
„Avevi un‘ usignuolo …“
Arie des Pastorello aus dem 3. Akt
Liana Aleksanyan, Sopran
„Ah! Morta! No …” – Agitato
Arie des Glauco aus dem 3. Akt
Ray M. Wade, Jr., Tenor
„No, piange ancora”
Arie des Pastorello aus dem Finale, 3.Akt
Liana Aleksanyan, Sopran
Erste Aufführung seit der Uraufführung in Neapel 1922 und
Uraufführung der Orchestrierung
von Helmut Krausser und Torsten Rasch.
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HELMUT KRAUSSER
Suite aus der Oper Am Rande der Nacht
nach dem Roman von Friedo Lampe
An Bord der Adelaide / Der teuflische Kapitän Martens
Duett Fanny – Peter (Die Prostituierte und ihr junger Kunde)
Berthas Stelldichein in der Besenkammer
Das Flöten-Intermezzo des Herrn Berg
Der Ringkampf Alvarez gegen Dieckmann
Martens und Bauer jagen sich.
Bertha tanzt und bricht zusammen.
Liana Aleksanyan, Sopran
Ray M. Wade, Jr., Tenor
Uraufführung
GIACOMO PUCCINI
Vorspiel zum 3. Akt der Oper Edgar
„O soave fanciulla“
Duett Mimi-Rodolfo aus dem 1. Akt der Oper La Bohème
Liana Aleksanyan, Sopran
Ray M. Wade, Jr., Tenor
PAUSE
GIACOMO PUCCINI
„In quelle trine morbide“
Arie der Manon aus dem 2. Akt der Oper Manon Lescaut
Liana Aleksanyan, Sopran
„Non piangere, Liù“
Arie des Calaf aus dem 1. Akt der Oper Turandot
Ray M. Wade, Jr., Tenor
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„Ma come puoi lasciarmi“
Duett Magda-Ruggero aus dem 3. Akt der Oper La Rondine
Liana Aleksanyan, Sopran
Ray M. Wade, Jr., Tenor
Intermezzo (Die Reise nach Le Havre)
aus dem 2. Akt der Oper Manon Lescaut
„Vissi d‘arte“
Arie der Tosca aus dem 2. Akt der Oper Tosca
Liana Aleksanyan, Sopran
„E lucevan le stelle“
Arie des Cavaradossi aus dem 3. Akt der Oper Tosca
Ray M. Wade, Jr., Tenor
„Ah! Franchigia a Floria Tosca“
Duett Tosca/Cavaradossi aus dem 3. Akt der Oper Tosca
Liana Aleksanyan, Sopran
Ray M. Wade, Jr., Tenor
Sendetermine:
Sonntag, 22. November 2015 | 12.04 Uhr auf SR2
Montag, 14.Dezember 2015 | 20.03 Uhr auf SWR2
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DIE PROGRAMMIDEE
Baron Alberto Franchetti war Giacomo Puccinis Freund, Rivale und längst
weltberühmt, bevor er aus der Mode geriet und darüber hinaus von den
italienischen Faschisten Aufführungsverbot bekam. Während Puccinis
Schaffen in hunderttausenden Aufnahmen dokumentiert ist, wird Franchetti jetzt erst zaghaft wiederentdeckt.
Alberto Franchetti war ein Tausendsassa, der Autorennen fuhr und gewann, der sich Duellen auf Leben und Tod auslieferte, ein Schwerenöter
und leidenschaftlicher Spieler, Koch, Alpinist, der Präsident der italienischen Wagner-Gesellschaft und Sohn des reichsten Mannes Italiens.
Zudem war er Puccinis bedeutendster Rivale und in vielen Dingen sogar
dessen Vorbild. Beide waren ähnlich talentiert und mit den drei Welterfolgen Asrael, Cristoforo Colombo und Germania konnte Franchetti den
freundschaftlichen Wettstreit lange – von 1888 bis ca.1906 – ausgeglichen
gestalten. Doch während Puccini zunehmend ganz normale Menschen in
Musik setzte, geriet Franchetti durch sein Festhalten an mythischen, heroischen und überlebensgroßen Stoffen außer Mode.
Weil er Jude war, durften seine bis dahin so erfolgreichen Opern ab 1938
nicht mehr aufgeführt werden. Während Puccinis Schaffen in unzähligen
Aufnahmen vorliegt, fiel Franchetti dem Vergessen anheim. Zusätzlich zu
anderen Schicksalsschlägen verbrannten viele seiner Partituren durch einen Bombenangriff auf sein Verlagshaus Sonzogno.
Seine Oper Glauco wurde 1922 mit Erfolg in Neapel uraufgeführt. Der
Komponist geriet danach in Streit mit seinem Verleger und zog die Oper
zurück. Das ist der einzige Grund, warum sie nie wieder irgendwo gegeben
wurde. Helmut Krausser hat als Autor die so weit auseinandergedrifteten
Rivalen Puccini und Franchetti wieder zusammengeführt in seiner Doppelbiographie „Zwei ungleiche Rivalen" (btb). Durch die Instrumentation
einiger Auszüge aus dem (nur als Klavierauszug erhaltenen) Glauco, bei
der die Feinarbeit Torsten Rasch übernahm, nähert er sich Franchetti auch
musikalisch.
Das Programm wird abgerundet durch die Suite aus Kraussers eigener Oper Am Rande der Nacht nach dem Roman von Friedo Lampe, ein
Text, den die Nazis kurz nach dessen Erscheinen 1933 verbieten ließen
– wegen angeblich unzüchtiger homoerotischer und „gemischtrassiger"
Schilderungen. Die Suite enthält auch eines der schönsten Duette der
Oper zwischen der Prostituierten Fanny und ihrem jungen Kunden Peter.
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FREUNDE UND RIVALEN
Der ohnehin schon bettelarme junge Giacomo Puccini lernte den schwerreichen Milliardärssohn Baron Alberto Franchetti zu einer Zeit kennen,
als seine Situation noch prekärer war als je zuvor. Denn er war mit seiner
großen Liebe Elvira Bonturi aus Lucca geflohen, da sich deren Schwangerschaft nicht länger verheimlichen ließ und Elvira den Sohn auch nicht
ihrem Ehemann unterjubeln wollte. Das Paar lebte unter ärmlichsten Verhältnissen, Puccini musste sogar Klavierunterricht geben, um irgendwie
über die Runden zu kommen. Man weiß nicht genau, inwieweit Franchetti seinem Kollegen geholfen hat, aber als ziemlich gesichert kann
gelten, dass er in ein Zwischenlager der Flucht in den Bergen ein Klavier
transportieren ließ, damit Puccini arbeiten konnte. Kurz darauf fuhr Puccini zur Generalprobe von Franchettis Asrael in Reggio Emilia 1888. Man
muss wissen, dass der Intendant des Opernhauses in Reggio zu dieser Zeit
Franchettis Vater Raimondo war, der den Posten nur angestrebt hatte,
um seinen Sohn aus Deutschland zurückzulocken, wo dieser in München
und Dresden, gegen den Willen des Vaters, Komposition studiert hatte.
Puccini konnte nicht frei von Neid geblieben sein angesichts solcher optimaler Bedingungen für eine Uraufführung. Er wollte es Franchetti sofort gleichtun und ebenfalls eine große Oper schreiben; bisher hatte er
nur mit Le Villi leidlichen Erfolg gehabt, ein Werk, das er selbst als „una
operetta“ bezeichnete. Wie wir wissen, fiel Edgar an der Scala durch, und
es dauerte noch ein paar Jahre, bis Puccini Franchetti in Sachen Ruhm einund überholte. Aber Franchetti blieb für Puccini in vielerlei Hinsicht ein
Vorbild. Franchetti war ein fast noch eifrigerer Schürzenjäger als er selbst,
und von Franchetti übernahm er auch die Liebe zu den Automobilen, wobei er sich natürlich nicht drei an einem Tag kaufen konnte, wie es der
Baron einmal getan hatte. Das Verhältnis der beiden muss als nicht sehr
herzliche Freundschaft mit starkem Rivalitätsdenken bezeichnet werden.
Franchetti war öfter einmal zu Gast in Puccinis Haus in Torre del Lago,
und in den Briefen, in denen Puccini über die Begegnungen berichtet, ist fast immer davon die Rede, wie viel PS Franchettis neuestes
Gefährt aufweist. Franchetti war auch bei der Uraufführung von La
Bohème. Zur Tosca in Rom zu erscheinen konnte er sich nicht entschließen, denn er hatte ja selbst an diesem Stoff drei Monate komponiert, bevor er auf- und ihn an Puccini abgab, mit dem Hinweis, das Libretto sei ihm zu dramatisch bzw. nicht melodramatisch genug. Später
hat er in einem Brief an den Librettisten Illica geschrieben: Ich habe die
Musik dazu einfach nicht gehört. Franchettis Tochter Elena, die italienische Kafka-Übersetzerin – sie ist erst 2011 gestorben – hat ein-
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mal gesagt, Franchetti sei zu reich gewesen, und es habe ihm am letzten Willen gefehlt, sich bei den ganz großen Komponisten durchzusetzen.
Man kann das aber auch völlig anders sehen: Er tat immer nur, was ihm
gefiel, war auf sehr vielen Gebieten unterwegs, gründete unter anderem
die Richard-Wagner-Gesellschaft, gründete den italienischen Automobilclub, gründete den ersten europäischen Hundefriedhof, war Präsident der
Florentiner Musikademie, war Präsident des italienischen Alpinistenverbandes, ein begeisterter Koch und Lebemann, ein leidenschaftlicher Spieler, Hundezüchter, ein Rennfahrer, der bedeutende Rennen auch gewann,
ein Duellant, der mehrmals unter härtesten Bedingungen auf Leben und
Tod kämpfte, und ein Künstler, der sich in seinen Prinzipien nie verbiegen
mochte. Er hielt fest an dem, was er besonders konnte: heroische, übermenschliche Gestalten, phantastische, mythische Stoffe. Sein einziger
Ausflug in den Verismo, Fior d’Alpe, endete mit einem Flop. Aber man
muss konstatieren, dass seine Partituren immer eleganter und raffinierter
wurden, dass er sich unter dem Einfluss von Debussy durchaus weiterentwickelte, und dass Kritiker, die ihn als Eklektizisten brandmarkten, ihn oft
gründlich missverstanden, wenn nicht gar verleumdeten. Am Ende wurde er vom Giganten Puccini auf allen Gebieten besiegt, aus dem jungen
bettelarmen Musiker aus Lucca war ein vielfacher Millionär geworden,
während Franchetti, enterbt, verarmt und mit Aufführungsverbot belegt,
seine späten Jahre in Viareggio verbrachte, nur ein paar Straßen entfernt
vom letzten Wohnsitz seines großen Rivalen.
Helmut Krausser
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Fotos aus einem Zeitungsbericht über die Uraufführung von Franchettis „Glauco“,
Teatro San Carlo Neapel, 1922
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ALBERTO FRANCHETTI
* 18. September 1860 in Turin
† 4. August 1942 in Viareggio
Alberto Franchetti entstammte einer wohlhabenden Bankiersfamilie. Er
studierte bis 1884 in München bei Josef Rheinberger und anschließend in
Dresden bei Felix Draeseke, wo auch seine Sinfonie e-Moll entstanden ist.
Da seine Familie zu den reichsten Italiens gehörte – seine Mutter war eine
geborene Rothschild – , konnte er sich unbehelligt dem Komponieren widmen und dafür sorgen, dass seine Werke unter den besten Bedingungen
aufgeführt wurden.
Franchetti hat vor allem Opern komponiert. 1888 fand die Uraufführung
seines ersten Bühnenwerks Asrael statt. Nach Cristoforo Colombo zur
400-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas (uraufgeführt 1892) entstanden
noch Fior d'Alpe (1894), Il Signor di Pourceaugnac (1897), Germania (1902),
unter der Leitung von Arturo Toscanini uraufgeführt, La Figlia di Jorio
(nach einem Libretto von Gabriele D'Annunzio, 1906), Notte di Leggenda (1915) und Glauco (1922). Alberto Franchettis Opern wurden weltweit
gespielt. Im Dritten Reich erhielten seine Werke wegen seiner jüdischen
Abstammung Aufführungsverbot. Auch in Italien verschlechterte sich seine Situation ab 1938. Er geriet – wie so viele jüdische Komponisten – in
Vergessenheit: Nach dem Krieg wurden seine ehemals so erfolgreichen
Werke nur mehr selten aufgeführt. 1992 erschien in einer CD-Produktion
des Hessischen Rundfunks eine Gesamtaufnahme der Oper Christoforo
Colombo unter der Leitung von Marcello Viotti mit Renato Bruson in der
Titelrolle, 2006 brachte die Deutsche Oper Berlin in einer Inszenierung der
Intendantin Kirsten Harms Germania heraus.
Franchettis Opern zeigen individuelle Lösungen einiger ästhetischer Probleme der Oper des Fin-de-siècle: So versucht er, die Tradition der großen
italienischen Oper über historische Themen mit Elementen der deutschen
Oper zu verbinden. Doch war seine Idee von Oper eher im 19. Jahrhundert
verwurzelt: Etwas Neues schaffen und dennoch in der Tradition verhaftet
bleiben – das ist mein Plan. Unter Tradition verstehe ich Form, Melodie, Harmonie und Farbe – alles miteinander verbunden. Um es kurz zu sagen, es
geht um Musik und nicht um die Kakophonie, die derzeit geschaffen wird.
„Glauco“
Franchettis Oper Glauco basiert auf einem Libretto von Giovacchino Forzano, das wiederum auf dem gleichnamigen Theaterstück des italienischen Dramatikers und Regisseurs Ercole Luigi Morselli beruht. Die Oper
wurde am 18. April 1922 im Teatro San Carlo in Neapel unter der Leitung
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von Alberto Franchetti selbst uraufgeführt – ein letzter großer Erfolg für
ihn, wie aus einer Rezension der Zeitung „La Stampa“ hervorgeht. Warum Glauco von anderen Bühnen nicht nachgespielt wurde, blieb lange ein
Rätsel, bis im letzten Jahr bekannt wurde, dass der Komponist mit seinem
Verlag Sonzogno in einen heftigen Streit geraten war und das Werk beleidigt zurückgezogen hatte. Erst zwanzig Jahre später, kurz vor seinem
Tod 1942, schrieb Franchetti wieder eine Oper, Don Napoleone, allerdings
bislang nur für die Schublade, sie harrt noch ihrer Uraufführung.
Von Glauco existiert also nur noch der Klavierauszug. Glücklicherweise gibt
er sehr viele Hinweise auf die Instrumentierung, so dass Helmut Krausser
und Torsten Rasch daran gehen konnten, Teile aus der Oper (sie enthält
noch viel mehr großartige Musik) neu zu orchestrieren. Angestrebt wird,
die gesamte Oper wieder bühnentauglich zu gestalten.
Die Handlung
Glauco ist ein junger Fischer, der in sein Mädchen Scilla („Un alba serena“
besingt das Idyll) verliebt ist und unbedingt mehr aus seinem einfachen
Leben machen möchte. Er begleitet Jason und die Argonauten auf deren
Abenteuern, kommt zu Reichtum und Ruhm und gerät in den Palast der
Zauberin Circe. Mit ihrer Hilfe erlangt er sogar Unsterblichkeit. Aber mitten in der Liebesnacht („Splendan per te“) erinnert er sich seiner Liebe zu
Scilla und preist sie („É una fanciulla“) – zum denkbar falschen Moment.
Die zurückgewiesene Circe rächt sich furchtbar, indem sie Scilla tötet.
„Avevi“ – die Arie des Hirten, des Pastorello (Hosenrolle), der eine Art Erzähler darstellt und an der Handlung nicht direkt beteiligt ist, verkündet
drohendes Unheil.
Glauco findet nur noch Scillas Leiche und fleht den Tod an, sie ihm zurückzugeben („O Morte!“). Vergeblich. Seither – so teilt es uns der Pastorello
mit – weint Glauco um seine verlorene Liebe („No, piange ancora“). Und
wenn er weint, steigt von seinen Tränen der Meeresspiegel an.
So entstanden Ebbe und Flut.
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Andantino Pastorale
SCILLA
Un alba serena sospirano i fiori,
e cantano i bimbi, le donne e i
pastori. Entriamo felici di riso e di
pianto, la nera capanna fiorisce
d'incanto!
Ah! E tante zampogne risuonano liete:
o voi dello stretto, correte, correte ...
la nera capanna di Glauco è fiorita.
Fiorita è d'amore per tutta la vita!
SCILLA
Ein wolkenloser, blumiger Morgen,
Kinder, Frauen und Hirten singen.
Treten wir ein in die wunderbare
schwarze Hütte,
lachend und weinend vor Glück.
Ach! Fröhlich ertönt die Musik:
Oh, Ihr Küstenbewohner, kommt zusammen, kommt, die schwarze Hütte
Glaucos steht offen, offen und voller
Liebe für ein ganzes Leben!
„È una fanciulla“
GLAUCO
È una fanciulla della mia Sicilia che
va pei prati con un gregge bianco e
sol di fiori e d'umiltà gemmata,
povera pastorella innamorata!
È lei che accesse il sol della mia gloria,
la sorgente divina di mia forza,
È lei che in ogni impresa in cuor mi canta mi canta l'inno del ritorno trionfal!
Io l'amo, l'amo! più della mia vita, io
l'amo, l'amo più della mia spada. Più
del mio onore, più del mio valore!
Io l'amo, l'amo più della mia gloria, più
della mia vita. Io l'amo, l'amo!
GLAUCO
Da gibt es ein Mädchen aus meiner
Heimat Sizilien, mit einer Herde weißer
Schafe zieht sie durch die Wiesen, eine
besitzlose verliebte Hirtin, nur von Blumen und Bescheidenheit geschmückt.
Sie ist die Sonne meines Ruhms, die
götttliche Quelle meiner Kraft. Sie ist
es, die mit allem, was sie tut, mir ins
Herz singt, daß ich bald zu ihr zurückkehren möge, im Triumph.
Ich liebe sie mehr als mein Leben, mehr
als mein Schwert, mehr als meine Ehre,
mehr als meinen Rang. Ich liebe sie!
Andante Ondulato
CIRCE
Splendan per te nel cielo del ebbrezza
tutte le stelle della mia bellezza.
La reggia in fior il talamo sarà. Qui tutto splende, tutto freme per te d'amor
per te!
GLAUCO
Il tuo canto divino m'inebria.
Canta ancora!
CIRCE
Für dich, in himmlischem Rausch,
lasse ich alle Sterne meiner Schönheit
erstrahlen.
Dein blühendes Königreich wird mein
Brautbett sein. Hier leuchtet alles, alles
erzittert aus Liebe zu dir.
GLAUCO
Dein göttlicher Gesang macht mich
betrunken. Sing weiter!
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CIRCE
Bevi, bevi, eroe!
GLAUCO
Regina, sei bella! Senti brucio di desiderio per te!
CIRCE
Bevi, bevi, eroe!
GLAUCO
Lasciami accarezzare il tuo braccio, il
tuo seno! Ah! Io lo scorgo il tuo seno
divino! Sei bella, sei bella, Regina! Il tuo
bacio! Il tuo bacio! Il tuo bacio, Regina,
lo voglio!
CIRCE
Più bella di Scilla? Più bella di Scilla? Rispondimi, eroe! Rispondi eroe se aneli
mio bacio mi ami tu ora più di Scilla?
GLAUCO
Gli occhi si schiudono c ome in un sogno ... dove son io? Forse nel regno della
morte o del sonno?
CIRCE
Trink, Held, trink!
GLAUCO
Königin, du bist schön. Spürst du, wie
ich aus Verlangen nach dir brenne?
CIRCE
Trink, Held, trink!
GLAUCO
Laß mich deinen Arm streicheln, deine
Brust! Ah! Ich weide mich an deinem
göttlichen Busen! Du bist schön, Königin. Einen Kuß. Einen Kuß, Königin, will
ich von dir!
CIRCE
Bin ich schöner als Scilla? Antworte
mir, Held, antworte, wenn du meinen
Kuß ersehnst. Liebst du mich mehr als
Scilla?
GLAUCO
Meine Augen fallen zu, wie in einem
Traum ... wo bin ich? Im Königreich des
Todes oder des Schlafes?
„Avevi un usignuolo“
PASTORELLO
Avevi un usignuolo sul tuo prato
t’empiva la capanna d’allegrezza.
E c’era un fiore tutto profumato di vita,
di calore, di freschezza.
Scacciasti l’usignuolo e l’hai perduto il
fiore dallo stello e l’hai reciso.
Il fior sfiorisce e l'usignuolo è muto;
ma alla capanna tua manca il sorriso,
manca il sorriso ed il perchè non sai.
Ricchiama Scilla e allor sorriderai, allor
sorriderai!
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PASTORELLO
Du hattest eine Nachtigall, die auf deiner Wiese das Land mit Heiterkeit
füllte.
Da war auch eine Blume, mit dem Duft
nach Leben, Wärme und Frische.
Du verjagtest die Nachtigall, verlorst
die Blume, hast sie abgeschnitten.
Die Blume ist verwelkt und die Nachtigall stumm; in deiner Hütte ist es traurig und du weißt nicht warum. Erinnere dich an Scilla, dann wirst du wieder
lächeln!
Agitato e Larghetto
GLAUCO
Ah! Morta! No! No, tu non sei morta, è
vero, piccola Scilla?
Tu non sei morta, hai freddo, soltanto
un gran freddo ... piccola Scilla mia!
Scilla! Scilla mia! O morte! Ridonami
Scilla! Ridonami l'amor mio! Morte!
Te lo comanda un Dio, Morte! Io te lo
chiedo...
O morte, ascolta, ascolta ... Un Dio
t'implora, t'implora un Dio che
s'inginocchia dinanzi a te È un Dio che
piange, piange, piange e invoca pietà!
Cerbero latra, latra o buon Caronte,
mettile paura ed ella fuggirà ...
Qui sul mio cuore. O Scilla, Scilla! Scilla
mia, ascolta il pianto mio disperato, ritorna ancora a me, ritorna a me!
GLAUCO
Ah! Tot! Nein! Nein, Du bist nicht tot,
nicht wahr, kleine Scilla?
Du bist nicht tot, dir ist nur kalt, dir ist
sehr kalt, meine kleine Scilla!
O Tod, gib mir Scilla wieder! Gib mir
meine Liebe wieder! Ein Gott befiehlt
dir das. Tod, ich verlange es von dir.
Tod, hör zu: Ein Gott fleht dich an, der
vor dir kniet, es ist ein Gott, der weint,
der weint und um Mitleid fleht.
Der Zerberus bellt, ach guter Charon,
mach ihm Angst, damit sie fliehen
kann.
Hier, komm an mein Herz, Scilla, hör
meinen verzweifelten Plan, kehr noch
einmal zurück zu mir, kehr zurück.
Finale – Larghetto
PASTORELLO
No; piange ancora! Io so, io so quello
che brami, che il profumo del cuor di
Scilla renda miglior ogni cuore umano! Sì la mia zampogna lo spargerà pel
mondo semenza eterna semenza eterna di serena pace!
PASTORELLO
Nein, er weint noch immer! Ich weiß,
ich weiß, was er hinausschreit, daß der
Duft von Scillas Herz jedes Menschenherz veredelt. Mein Instrument wird
davon künden, es in aller Welt verbreiten, als ewige Saat des stillen Friedens.
Übersetzung: Helmut Krausser
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HELMUT KRAUSSER
* 11. 7. 1964 in Esslingen am Neckar
Helmut Krausser hat als Literat
fast alles gemacht, was denkbar
ist. Immer hat er sich nebenbei
aber auch mit Musik beschäftigt –
unter anderem jahrelang als Statist
im Münchner Nationaltheater, als
Sänger einer Popband, als Biograph
von Puccini und Franchetti, als Librettist für u. a. Moritz Eggert und
Louis Andriessen und als Komponist eigener Lieder, Kammer- und
Hörspielmusiken. 2010 bekam er
den Auftrag, zwei ShakespeareSonette für sechsstimmigen Chor
zu vertonen, die im Jahr darauf in
einer Kirche in Kassel mit großem
Erfolg uraufgeführt wurden. Fast
zeitgleich fand er endlich ein Libretto, das er für den lange gehegten Traum, eine eigene Oper zu
schreiben, als geeignet befand. Seither sind mit Orlok und Der Poet und
sein Schatten noch zwei abendfüllende Opern entstanden. Die Uraufführung der Suite aus Am Rande der Nacht ist seine erste Erfahrung mit einem großen Orchester.
Suite aus „Am Rande der Nacht“
Am Rande der Nacht, eine Oper nach dem ebenso wegweisenden wie viel
zu wenig bekannten Roman von Friedo Lampe, der gleich nach seinem Erscheinen von den Nazis aufgrund angeblich anstößiger Szenen verboten
wurde, bedient sich einer Klangsprache, die bewusst dem Entstehungszeitpunkt des Stoffes geschuldet ist.
Der Roman spielt in der Hafengegend von Bremen zu Beginn der 30er
Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Musik übernimmt den Part der bezaubernden Lyrismen jener halb ex-, halb impressionistischen Prosa. Das
sehr spezielle Flair des Textes, übersetzt ins theatralisch-dramatische, ginge sonst unweigerlich verloren. Der Inhalt ist nicht leicht nachzuerzählen,
denn weit über dreißig Protagonisten reichen sich die Hand. Lampe nimmt
das Short-Cut-Prinzip von Raymond Carver um Jahrzehnte vorweg, was
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bedeutet: Bei Anbruch der Nacht folgen viele kleine Geschichten aufeinander und verzahnen sich, meistens prallen die Menschen aneinander ab,
nehmen eine neue Tür und begegnen sich unter völlig anderen Umständen wieder. Da ist zum Beispiel der zweiundzwanzig Jahre alte Peter, der
bei der Hure Fanny endlich seine Jungfräulichkeit verlieren will, aber feststellen muss, dass er offenbar frei von jeder Libido ist.
Da sind die Studenten Oskar und Anton, die an Bord des Dampfers Adelaide nach Rotterdam wollen und erleben, wie der grausame Kapitän Mertens den Stewart Fritz Bauer, einen ehemaligen Kommilitonen von ihnen,
quält und erniedrigt. Da sind die beiden Frauen, die Nachbarinnen Mahler
und Jacobi, von denen die eine im Verlauf der Oper zur Witwe wird. Neben
dem Totenbett des Herrn Mahler finden sie zueinander. Dazu spielt der
lungenkranke Angestellte, Untermieter und Amateurflötist, Herr Berg,
am Fenster eine elegische Melodie hinein in die Nacht, bevor er seinerseits
die Hure Fanny aufsucht. Vor ihrer Tür trifft er überraschend auf seinen
Chef. Dieser Mensch namens Karl ist soeben von seiner Gattin Bertha betrogen, verhöhnt und beraubt worden. Bertha ist nacheinander mit dem
Steuermann eines Ausflugsdampfers, dann mit einem schwarzen Gentleman fremdgegangen. Grund genug für die Nazis, um den (eigentlich
erotisch ganz harmlosen) Roman sofort zu verbieten. Schwer wog auch
die Geschichte vom alternden Ringer Dieckmann, der gegen den jungen,
schönen Alvaroz eigentlich nicht antreten will, ihm schöne Augen macht
und einen Schaukampf vorschlägt. Alvaroz, stolz und siegessicher, lehnt
ab, von der homoerotischen Anmache angeekelt. Im Ring dann, während
ein entferntes Orchester schmissige Takte aus Carmen spielt, kommt es
zum Eklat, zur Katastrophe. Und noch so viele andere originelle und sonderbare Gestalten bevölkern diesen herrlichen Roman, darunter Nita, die
Tingeltangel-Koloratursopranistin mit den unglaublichsten Spitzentönen,
die Jungs, die bei Anbruch der Nacht die Ratten beobachten und dann Zeugen einer Liebschaft werden. Und der ominöse alte Mann auf der Bank,
von dem niemand genau weiß, was oder wer er ist, der aber plötzlich zum
Megaphon greift, um den Figuren zuzurufen: „ALLES, ALLES IST MÖGLICH,
ZU JEDER ZEIT AN JEDEM ORT“.
Friedo Lampe hatte kein Glück mit seinen drei Büchern, das erste wurde
verboten, das zweite verbrannte Tage vor der Auslieferung und wurde
dann wegen Papierknappheit nicht nachgedruckt. Er war ein homosexueller Lektor im Rowohlt-Verlag und wurde in den letzten Kriegstagen 1945
von einer russischen Patrouille erschossen, da man ihn irrtümlich für einen
SS-Mann hielt.
Helmut Krausser
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IV. Duett Fanny-Peter (Die Prostituierte und ihr junger Kunde)
FANNY:
Du willst dich wirklich anziehen?
PETER:
Siehst du doch.
FANNY:
Und ich hab gedacht, heut wirds mal besonders nett – und anders.
PETER:
Na, anders ists ja auch geworden.
FANNY:
Aber ich meine: so richtig nett. Ich mag dich gern.
PETER:
Du hast mir ja auch gefallen.
FANNY:
Komm mal her, komm mal her. Nun magst du mich nicht mehr?
PETER:
Doch, schon.
FANNY:
Bist du denn gar nicht sinnlich?
PETER:
Über so was kann man doch nicht sprechen.
FANNY:
Ja, warum geht es denn nicht?
PETER:
Ich hab eben gedacht, es geht.
FANNY:
War ich nicht nett zu dir? Warum willst du nicht mehr?
PETER:
Laß das doch.
FANNY:
Komm doch her.
PETER:
Ich kann nicht.
FANNY:
Warum kannst du denn nicht?
PETER:
Weiß nicht.
FANNY:
Warum bist du so traurig? Du Dummer.
PETER:
Laß mich.
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„AVANTGARDE WAR GESTERN – JETZT IST FREIHEIT“
Helmut Krausser im Gespräch mit Dr. Beate Früh
Wie sind Sie überhaupt auf Puccini und Franchetti gestoßen?
Über Puccini habe ich drei Bücher geschrieben und bin so zwangsläufig
auf Franchetti gestoßen. Faszinierend ist natürlich erstmal, dass die beiden
lange auf einem ähnlichen Popularitätslevel waren, bevor sich komplett
unterschiedliche posthume Karrieren ergaben. Puccini der meistgespielte
Opernkomponist, Franchetti beinahe vergessen. Dabei waren sie vom Talent gar nicht so weit auseinander, wie man vermuten würde. Franchetti
war für meine Begriffe begabter als Puccinis andere Rivalen, Leoncavallo,
Mascagni, Samara, Smareglia, Cilea und Giordano. Sein Colombo gehört
für mich zu den besten fünfzehn Opern überhaupt. Ich bin übrigens nicht
der einzige Franchetti-Fan. Wolfgang Rihm schrieb mir jüngst: Bei Franchetti schimmert der Klang (oft mehr noch als bei Puccini) in immer neuen
Facetten.
Wie groß ist Ihre Identifikation mit den beiden Komponisten nach der
jahrelangen und intensiven Beschäftigung mit ihnen?
Wenn man Biographien verfasst, entstehen Menschen im Auge des Betrachters neu und man glaubt, sie bald gut zu kennen. Aber während ich
bzw. man über Puccini wirklich sehr viel weiß, gibt es noch zu wenige Zeitzeugnisse, um wirklich Fundiertes über die Persönlichkeit Franchettis aussagen zu können.
Während Puccini in Richtung Verismo ging, also ein „Neutöner“ war, ist
Franchetti eher rückwärtsgewandt. Er bevorzugt in seinen Opern historische Sujets und sie basieren auf der Tradition eines Verdi, Meyerbeer und
Wagner.
Da würde ich widersprechen. Er war für seine Begriffe überhaupt nicht
rückwärtsgewandt, aber er wollte etliche „modische Tollheiten“ nicht
mitmachen, sprich: Er war konservativ, entwickelte sich zögerlich, suchte aber durchaus neue Wege zu gehen, zum Beispiel Wagner und Verdi
auf originelle Weise zu verbinden. Später spürt man den Einfluss Debussys, angeblich haben sich beide geschätzt. Mit Meyerbeer hat er rein
musikalisch weniger zu tun. Außerdem hat er sehr viel ausprobiert, alle
möglichen Formen und Tableaus, von der Molièrschen Komödie über
das Gruseldrama, vom Übermenschlichen bis zur Bauerntragödie und
er unternahm sogar einen kurzen Ausflug in den Verismo mit beinahe
ganz normalen Menschen. Aber solche Stoffe inspirierten ihn meist nicht.
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Noch 1915 urteilte einer der renommiertesten italienischen Kritiker, auf
seinem Gebiet, der Fantastik und Heroik, sei Franchetti ohne Konkurrenz.
Franchettis Glauco liegt nur als Klavierauszug vor, die Oper hatte 1922
Premiere in Neapel, wurde nicht gedruckt und fiel dann in einen Dornröschenschlaf, bis Sie sie wiederentdeckt und zusammen mit Torsten Rasch
orchestriert haben. Nach welchen Kriterien? Haben Sie sich die Orchesterpartituren seiner anderen Opern angeschaut, um so ganz vertraut zu
werden mit seinem Stil?
Der Klavierauszug gibt viele Hinweise auf die Orchestrierung, viel mehr als
üblich und ich denke, was wir hinbekommen haben, ist vertretbar, wenn
natürlich immer auch etwas spekulativ. Wir können von älteren Partituren
nicht unbedingt Rückschlüsse auf Glauco ziehen, der Komponist könnte
sich ja ganz anders entwickelt haben und das hat er ziemlich sicher. Ich
sage mal so: Wir haben diese Suite gemacht, um für Franchetti zu werben, das ist ein lauteres Unterfangen. Ist das Interesse erst entfacht,
kann vielleicht irgendwo in Italien die Originalpartitur wiedergefunden
werden. Bestimmt liegt sie noch in irgendeinem Schrank. Aber das kann
noch Jahrzehnte dauern. Für jetzt mussten erst Mal wir ran, denn es gilt ja
auch ungeheuerliche Behauptungen angeblicher Experten zu widerlegen,
die sagten, daß Franchettis Erfindungskraft zuletzt völlig versagt habe
und die Zeichen des Verfalls unübersehbar seien. Das Gegenteil ist wahr.
Franchetti wurde nach einer wirklichen schwachen Oper, La Figlia di Jorio
(1905), wieder stärker und vor allem, viel graziöser und eleganter als bei
seinem sehr eindrucksvollen Frühwerk.
Bühnenbild Glauco, 2. Akt
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Welche Stärken, welche Schwächen hat der Glauco?
Gloriose Melodien vor allem. Die Schwäche liegt wie so oft im Text, obwohl der gar nicht so schlimm ist. Man kann sich heute nicht mehr vorstellen, dass die Vorlage von Morselli damals ein ungeheuer populäres Theaterstück war, trotz aus heutiger Sicht sehr verquaster Verse, die ich relativ
frei übersetzt habe, um ihren Reiz herüberzubringen.
Sie arbeiten an einer Oper Am Rande der Nacht nach einem Roman von
Friedo Lampe und haben für dieses Konzert eine Suite daraus zusammengestellt. Friedo Lampe hat den Roman 1932 geschrieben – eine Aneinanderreihung und Überblendung einzelner Szenen, Momentaufnahmen,
short cuts – mit vielen unterschiedlichen Charakteren, also sehr filmisch.
Warum haben Sie gerade diesen doch sehr komplexen Stoff als Opernvorlage gewählt?
Er schien mir ideal für eine quirlige Oper mit ständig wechselnden Schauplätzen und vielen interessanten Charakteren, die man kurz illustrieren
kann. Ich habe oft keine Geduld für lange Szenen.
Wie ist die Oper aufgebaut? Und ist sie eher avantgardistisch oder wie
bei Franchetti mit Blick in die Vergangenheit?
Ich habe für diese Oper eine freitonale Sprache gewählt, die sich ein wenig
auf die Zeit der Handlung – September 1929 – bezieht und den Schwerpunkt auf das fast ständige Vorhandensein einer nachsingbaren Melodie
legt. Ich empfinde das weder als Retro, noch als Avantgarde im Sinne einer
radikalen Rückkehr, eher als zeitlose Musik, die sich dem Sujet bestmöglich
anschmiegt. Mein Credo lautet: Mit einem starken Melos und interessanten Geschichten, die auch im Sprechtheater funktionieren würden, bekommen wir neues Interesse für das Genre Oper. Sonst nicht. Im Übrigen
mache ich einfach die Musik, die ich selbst gerne hören würde. Avantgarde war gestern. Jetzt ist Freiheit.
Mit der Suite wird ja zum ersten Mal ein Werk von Ihnen von einem großen Sinfonieorchester aufgeführt wird – ist das besonders und spannend
für Sie?
Ich glaube, das wird der aufregendste Moment in meinem Leben sein.
Ich fiebere seit einem Jahr auf nichts anderes hin und bin dem Orchester
überaus dankbar, dass es sich so offen und interessiert gezeigt hat und
mir diese Chance bietet.
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GIACOMO PUCCINI
* 22. Dezember 1858 in Lucca
† 29. November 1924 in Brüssel
Giacomo Puccini entstammte einer Musikerfamilie. Er studierte am Mailänder Konservatorium bei Amilcare Ponchielli. Nach Verdi entwickelte er
eine ganz eigene Opernästhetik. Statt der tragischen Helden bevölkerten
nun gesellschaftliche Außenseiter die Bühne: kleine Leute, Näherinnen,
Künstler, Lebedamen, politisch Verfolgte. Ihnen allen ist gemein, dass sie
am Rande einer bürgerlich umfriedeten Gesellschaft stehen und dadurch
– stets durch Normalität gespiegelt – in schicksalhafte Konflikte auf Leben und Tod geraten (Bernhard Rzehulka). Puccinis Bühnengestalten singen Melodien von so sengendem Verlangen und so bitterem Leid, dass es
wenig wundert, wenn Millionen reale Menschen sich in ihnen wiedererkennen (Michael Klonovsky). Die Liebe und der Schmerz, so sah Puccini es
selbst, sind mit der Welt geboren, und in seinen Opern wollte er den großen Schmerz in kleinen Herzen darstellen. Und so faszinieren diese Opern
mit der sinnlichen Glut und ihren herzzerreißenden Melodien bis heute
Menschen auf der ganzen Welt.
Mit der Aufführung seiner Oper Le Villi in Mailand erregte Puccini 1884
erstmals Aufsehen in der Musikwelt, woraufhin der Musikverleger Giulio
Ricordi ihn unter Vertrag nahm und ihn gleich zu seiner zweiten Oper
Edgar anregte. Sie wurde 1889 an der Mailänder Scala uraufgeführt wurde
und fiel durch, woraufhin Puccini weiter daran feilte: heute gibt es drei
Fassungen davon.
Die Handlung von Edgar (Libretto: Ferdinando Fontana nach Alphonse
de Musset) erinnert an Bizets Carmen: Ein unsicherer Jüngling muss sich
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zwischen der Liebe für ein braves Mädchen aus der Heimat und der alles
verzehrenden Leidenschaft für eine exotische, aber treulose Frau entscheiden. Der Ausbruch aus der heilen Welt scheitert ebenso wie die Rückkehr
in ein konventionelles Leben.
Nach dem Misserfolg von Edgar suchte Puccini nach einem fesselnden
Stoff für seine nächste Oper. Schließlich fiel seine Wahl auf den Roman
„L’histoire du Chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut“ von Abbé Prévost, den Jules Massenet schon vertont hatte. Nachdem Puccini ein halbes
Dutzend Textbuchautoren verschlissen hatte, legte er selbst mit Hand an
und beendete die Oper Manon Lescaut im Oktober 1892. Die Uraufführung am 1. Februar 1893 in Teatro Regio in Turin war ein riesiger Erfolg und
begründete Puccinis internationale Karriere.
Manon Lescaut ist eine Schönheit, die alle betört, alles hat und es wieder
verliert. Ihre Sehnsucht nach wahrer Liebe steht in ständigem Kampf mit
ihrem unstillbaren Bedürfnis nach Luxus. Und so verlässt sie den Studenten Renato Des Grieux, um einen reichen älteren Herrn zu heiraten. Doch
ihr Leben im Luxus langweilt sie – sie sehnt sich nach ihrem früheren Leben zurück – was sie in der Arie „In quelle trine morbide“ zum Ausdruck
bringt – und so kommt Des Grieux wieder ins Spiel. Manons Ehemann
ertappt die beiden. Voller Eifersucht denunziert er seine Frau, die bald des
Landes verwiesen wird.
Drei Jahre nach Manon Lescaut, am 1. Februar 1896, kam Puccinis vierte
Oper, La Bohème, im Teatro Regio Turin unter der Leitung von Arturo Toscanini zur Uraufführung, doch erst nach einer Aufführung am 13. April
in Palermo wurde die Oper ein Welterfolg. Bis heute gehört La Bohème
zu den meistgespielten Opern überhaupt. Puccini schrieb sie nach Henry
Murgers Roman „Scènes de la vie de Bohème“, dem populärsten Künstlerroman des 19. Jhs. Dass Puccini sich von diesem Buch angezogen fühlte, ist
unmittelbar aus seiner Biographie verständlich, hatte er doch selber seine
Mailänder Studienzeit in ärmlichen Verhältnissen zugebracht (Peter Ross).
Die Librettisten Giuseppe Giacosa und Luigi Illica mussten die lockere Bilderfolge Murgers dramaturgisch verdichten. Der erste Akt spielt in einer
Künstlermansarde, wo der Dichter Rodolfo nach einer lebhaften Diskussion mit seinen Freunden allein zurückbleibt, als es an der Tür klopft. Es
ist die Blumenstickerin Mimi, die um Licht für ihre Kerze bittet. Rodolfo
verliebt sich in sie: Die etwas angekränkelte, zarte Schönheit hatte Rodolfo bezaubert. Doch was ihn am meisten verliebt machte, waren ihre
schönen Hände, die sich weißer erhalten hatten, trotz eigner Führung ihrer Wirtschaft, als jene von müßiggehenden Schönheiten ...“ (Luigi Illica).
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Turandot ist Puccinis letzte Oper. Er arbeitete von 1921 bis Oktober 1924 daran und konnte sie nicht ganz beenden – bevor er das Duett und das Finale
des letzten Aktes fertigstellen konnte, starb er am 24. November in einer
Klinik in Brüssel. Sein junger Kollege Franco Alfano vollendete das Werk
dann auf der Basis zahlreicher Skizzen Puccinis. Die Uraufführung fand am
25. April 1926 an der Mailänder Scala unter der Leitung von Arturo Toscanini
statt: nicht mit der Alfanoschen Ergänzung, sondern – pietätvoll – als Torso.
Die Geschichte der Turandot entstammt einer Erzählung aus der persischen Sammlung „Tausend und ein Tag“, die Carlo Gozzi für die Bühne bearbeitet hatte. Dieser exotische Märchenstoff inspirierte Puccini zu einer
Partitur mit einem ungewöhnlichen Reichtum an Klangfarben.
Niemals will die Prinzessin Turandot einem Mann gehören. Allen Bewerbern gibt sie deshalb Rätsel auf. Wer die Antwort nicht findet, wird getötet. Prinz Calaf möchte, geblendet von ihrer Schönheit, das Rätsel lösen.
Sein Vater und die Sklavin Liù, die ihn heimlich liebt, versuchen, ihn davon
abzubringen. In der Arie „Non piangere Liù“ bittet Calaf die junge Frau,
seinem Vater immer zur Seite zu stehen.
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Im Oktober 1913 reiste Puccini nach Wien zur Uraufführung seiner Oper
La fanciulla del West. Er sah sich während seines Aufenthalts auch Aufführungen von Franz Lehár im Operettentheater an. Die Intendanten des Theaters versuchten auch ihn davon zu überzeugen, eine Operette zu komponieren und boten ihm dafür die gewaltige Summe von 200 000 Kronen.
Eine Operette, das kommt für mich nicht in Frage, so reagierte Puccini
zunächst auf das Angebot aus Wien, und wollte es dann doch nicht ausschlagen. Zurück in Italien entschied er sich nach einigem Hin- und Her für
„Die Schwalbe“, ein Stück der beiden Operettenlibrettisten Alfred Maria
Willner und Heinz Reichert, das Giuseppe Adami für ihn bearbeiten sollte.
Bedingt durch Kriegswirren wurde die Operette mit dem Titel La Rondine
nicht, wie vorgesehen, in Wien, sondern am 27. März 1917 im Opernhaus
von Monte Carlo uraufgeführt.
Magda lebt in Paris als Mätresse vom Geld eines reichen älteren Herrn und
verliebt sich in den jungen Ruggero. In Paris ist die sentimentale Liebe gerade Mode, Magda gibt sich ihr hin, verlässt den reichen Rambaldo, merkt
aber, dass ein Ehemann mit Haus und Kind ihr zu langweilig wären und verlässt auch Ruggero, fliegt als „Schwalbe“ davon. Nicht ohne hochdramatische Unterhaltung mit Ruggero, der verzweifelt auf der Strecke bleibt …
Als Puccini 1889 in Mailand das Schauspiel „La Tosca“ von Victorien Sardou
mit Sarah Bernard in der Titelrolle sah, war er fasziniert von dem blutrünstigen Schauerdrama und plante schon damals, den Stoff zu vertonen, für
den sich auch Verdi interessierte. Und nicht nur er, sondern auch Puccinis „Rivale“ Franchetti, für den Luigi Illica 1896 ein Libretto verfasst hatte.
Franchetti überließ ihm Tosca schließlich, auch dank der Vermittlung des
Verlegers Ricordi. In dieser leidenschaftlichen Oper voll dramatischer Kraft
will Puccini die Nerven der Zuschauer ein wenig strapazieren. Bis jetzt waren wir sanft, jetzt wollen wir grausam sein. Puccini meißelt Charaktere
heraus: Die Sängerin Tosca erscheint im ersten Akt noch als launisches
Weibchen, gewinnt dann aber als wahre Liebende Heroenformat. Scarpia, der Statthalter von Rom, ist ein abgründiger Mensch, ein abgefeimter
Schurke. Cavaradossi, ein glutvoller Künstler, der den politischen Umsturz
herbeisehnt, gerät in die Fänge von Scarpias Schergen. Tosca will ihn aus
dem Gefängnis befreien – mit tödlichem Ausgang. Die Oper wurde im Januar 1900 in Rom uraufgeführt und bald auch in London, Paris, Nord- und
Südamerika gezeigt und fesselt das Publikum bis heute – auch dank so
großartiger Protagonistinnen wie Maria Callas, Renata Tebaldi, Leonie Rysanek und Leontyne Price.
Dr. Beate Früh
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„O soave fanciulla“
Duett Mimi-Rodolfo aus La Bohème, 1. Akt
RODOLFO
O soave fanciulla, o dolce viso
Di mite circonfuso alba lunar,
In te ravviso il sogno
Ch'io vorrei sempre sognar!
MIMI
(Ah, tu sol comandi, amor! ...)
RODOLFO
Fremon già nell'anima
Le dolcezze estreme.
MIMI
(Tu sol comandi, amore!)
RODOLFO
Fremon nell'anima
dolcezza estreme, ecc.
Nel bacio freme amor!
MIMI
(Oh! come dolci scendono
Le sue lusinghe al core ...
Tu sol comandi, amor!)
(Rodolfo la bacia.)
No, per pietà!
RODOLFO
Sei mia!
MIMI
V'aspettan gli amici ...
RODOLFO
Già mi mandi via?
MIMI
Vorrei dir ... ma non oso.
RODOLFO
Di'.
MIMI
Se venissi con voi?
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RODOLFO
O du süßestes Mädchen, mild ist dein
Antlitz, umflossen von des Mondes Licht.
In dir erblick' ich zur Wirklichkeit
geworden, mein schönstes Gedicht.
MIMI
(Ach, das tat der Liebe Macht ...)
RODOLFO
Durch die Seele ziehen leis' Wonnen,
die mir nie erklungen!
MIMI
(Ach, das tat der Liebe Macht ...)
RODOLFO
Durch die Seele ziehen leis' Wonnen,
die nie mir erklungen ...
O laß die Lippen dein mich leis
berühren.
MIMI
(O wie sein schmeichelnd Liebeswort
dringt in die Seele ein,
das tat der Liebe Macht.)
(Rudolf küßt sie.)
Ach, bitte, nein!
RODOLFO
Sei mein!
MIMI
Dort warten die Freunde ...
RODOLFO
Wie, du schickst mich fort?
MIMI
Ich möchte – nein, ich wag's nicht.
RODOLFO
Sprich!
MIMI
Wenn ich nun mit Ihnen käm'?
„In quelle trine morbide“
Arie der Manon aus Manon Lescaut, 2. Akt
In quelle trine morbide ...
Nell‘alcova dorata v‘è un silenzio
gelido, mortal, v‘è un silenzio,
un freddo che m‘agghiaccia!
Ed io che m‘ero avvezza
a una carezza
voluttuosa
di labbra ardenti e d‘infuocate
braccia ...
or ho tutt‘altra cosa!
Ach, in den kalten Spitzen herrscht
Trotz der Pracht, nur ödes Schweigen;
Oh, mich schauert's, ich erfriere
Will kein Herz sich zu mir neigen! ...
Einst kannt' ich andere Wonnen. Von sel'ger Liebe stammelte sein Mund
O mia dimora umile,
tu mi ritorni innanzi
gaia, isolata, bianca
come un sogno gentile
di pace e d‘amor!
Du meine stille Hütte,
Dich seh' im Geist ich wieder
Weiss schimmernd, traulich; zart
Umblüht von blauem Flieder ...
Ew'ge Friedensträume
Durchzogen still die Räume.
Die heißen Lippen suchten seine
Küsse ...
Jetzt fühl ich mich zum Tode wund ...
„Non piangere, Liù“,
Arie des Kalaf aus Turandot, 1. Akt
Non piangere, Liù
se in un lontano giorno
io t'ho sorriso
per quel sorriso,
dolce mia fanciulla m'ascolta
il tuo signore
sarà, domani,
forse, solo al mondo
Non lo lasciare ...
portalo via con te
Dell'esilio,
addolcisci a lui le strade
Questo ... questo,
o mia povera Liù,
al tuo piccolo cuore
che non cade
chiede colui
che non sorride più.
O weine nicht, Liù!
Wenn einst vor langer Zeit
ich dir hab’ zugelächelt:
um dieses Lächelns willen
hör mich an, o Mägdlein.
Dein alter, treuer Herr
wird vielleicht morgen auf der Welt
allein sein.
Verlaß ihn niemals,
niemals, Liù!
Ja, leidensvoll sind der Verbannung
Wege.
Drum hilf ihm, hilf,
liebreiche Liù!
Hilf ihm,
dies Leid zu ertragen:
tu’s dem zuliebe,
der nie mehr lächeln wird!
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„Ma come puoi lasciarmi“
Duett Magda-Ruggero aus La Rondine, 3. Akt
RUGGERO
Ma come puoi lasciarmi
se mi struggo in pianto,
se disperatamente io m’aggrappo a te!
O mia divina amante
o vita di mia vita
non spezzare il mio cuor!
MAGDA
Non disperare, ascolta:
se il destino vuole
che tutto sia finito pensa ancora a me!
Pensa che il sacrificio
che compio in questo istante
io lo compio per te!
RUGGERO
No! Rimani! Rimani! … Non lasciarmi!
MAGDA
Non voglio rovinarti!
RUGGERO
No! Rimani!
MAGDA
L’anima mia che solo tu conosci,
l’anima mia è con te, con te per
sempre!
Lascia che io ti parli
come una madre al suo figliuolo caro …
Quando sarai guarito, te ne
ricorderai …
Tu ritorni alla casa tua serena …
Io riprendo il mio volo e la mia pena …
RUGGERO
Amore …
MAGDA
Non dir niente …
Più niente … Che sia mio questo
dolore … Ah!
chiede colui
che non sorride più.
26
RUGGERO
Wie kannst Du mich verlassen,
wenn ich mich weinend quäle,
wenn ich mich verzweifelt an
Dich klammere!
O meine göttliche Geliebte!
O mein Leben!
Brich mir nicht das Herz!
MAGDA
Verzweifle nicht, hör mir zu:
Wenn das Schicksal will,
dass alles vorbei ist,
denk trotzdem an mich!
Denk, dass das Opfer,
Das ich in diesem Augenblick bringe …
RUGGERO
Nein! Bleib! Verlass mich nicht!
MADGA
Ich will Dich nicht ruinieren!
RUGGERO
Nein! Bleib! Verlass mich nicht!
MAGDA
Ich will Dich nicht ruinieren!
Meine Seele, die nur Du kennst,
meine Seele ist bei Dir alle Zeit!
Lass mich zu Dir sprechen
Wie eine Mutter zu ihrem geliebten Sohn.
Wenn Du geheilt bist, wirst Du daran
denken,
Kehre Du in Dein reines Elternhaus zurück,
die Schwalbe fliegt wieder zurück in
ihre Heimat – in ihr Unglück!
RUGGERO
Meine Liebe!
MAGDA
Sag nichts mehr,
lass mir den Schmerz.
„Vissi d'Arte"
Arie der Tosca aus Tosca, 1. Akt
Vissi d’arte, vissi d’amore,
non feci mai male ad anima viva!
Con man furtiva
quante miserie conobbi aiutai.
Sempre con fè sincera
la mia preghiera
ai santi tabernacoli salì.
Sempre con fè sincera
diedi fiori agl’altar.
Nell’ora del dolore
perchè, perchè, Signore,
perchè me ne rimuneri così?
Diedi gioielli della Madonna al manto,
e diedi il canto agli astri, al ciel,
che ne ridean più belli.
Nell’ora del dolor
perchè, perchè, Signor,
ah, perchè me ne rimuneri così?
Ich lebte für die Kunst, lebte für
die Liebe,
tat keinem Lebewesen etwas zuleide!
Mit diskreter Hand
half ich, wo immer ich Elend sah.
Stets mit aufrichtigem Glauben
stieg mein Gebet auf
zu den heiligen Tabernakeln.
Stets mit aufrichtigem Glauben
schmückte ich die Altäre mit Blumen
In dieser Schmerzensstunde.
Warum, warum, o Herr,
warum dankst du mir das so?
Ich spendete Juwelen für den Mantel
der Madonna,
brachte Gesang den Sternen und dem
Himmel dar,
wodurch diese noch schöner strahlten.
In dieser Schmerzensstunde,
warum, warum, o Herr,
warum dankst du mir das so?
„E lucevan le stelle ...“,
Arie des Cavaradossi aus Tosca, 3. Akt
E lucevan le stelle ...
e olezzava la terra ...
stridea l’uscio dell’orto
e un passo sfiorava la rena ...
entrava ella, fragante,
mi cadea fra le braccia ...
Und es leuchteten die Sterne,
und es duftete die Erde
es knarrte die Gartentür
und Schritte streiften über den Sand.
Sie trat ein, duftend,
sank mir in die Arme.
Oh, dolci baci, o languide carezze,
mentr’io fremente
le belle forme disciogliea dai veli!
Svanì per sempre il sogno mio
d’amore ...
Oh! Süße Küsse, o sehnsüchtiges
Kosen,
indes ich bebend den schönen
Körper enthüllte!
Für immer ist mein Liebestraum
verflogen.
Die Stunde ist vorbei und ich
sterbe verzweifelt!
Und hab das Leben niemals so sehr
geliebt!
L’ora è fuggita e muoio disperato,
e muoio disperato!
E non ho amato mai tanto la vita ...
Tanto la vita!
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„Franchigia a Floria Tosca ...”
Duett Tosca-Cavaradossi aus Tosca, 3. Akt
CAVARADOSSI (legge)
Franchigia a Floria Tosca ...
... e al cavaliere che l'accompagna.
TOSCA
... e al cavaliere che l'accompagna.
(a Cavaradossi con un grido
d'esultanza)
Sei libero!
CAVARADOSSI
Scarpia! ...
Scarpia che cede? La prima
sua grazia è questa ...
TOSCA
E l'ultima!
CAVARADOSSI
Che dici?
TOSCA
Il tuo sangue o il mio amore
volea ... Fur vani scongiuri e pianti.
Invan, pazza d'orror,
alla Madonna mi volsi e ai Santi ...
L'empio mostro dicea: già nei
cieli il patibol le braccia leva!
Rullavano i tamburi ...
Rideva, l'empio mostro ... rideva ...
già la sua preda pronto a ghermir!
„Sei mia!" – Sì. – Alla sua brama
mi promisi. Lì presso
luccicava una lama ...
Ei scrisse il foglio liberator,
venne all'orrendo amplesso ...
Io quella lama gli piantai nel cor.
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CAVARADOSSI (liest)
Ah! Freies Geleit für Tosca ...
... und für den Herrn, der sie begleitet.
TOSCA
(liest zusammen mit ihm mit schwankender Stimme)
... und für den Herrn, der sie begleitet.
(mit einem Freudenruf zu Cavaradossi)
Du bist frei!
CAVARADOSSI
(betrachtet das Blatt, sieht das
Signum)
Scarpia?
Scarpia läßt mich frei?
Das ist seine erste Gnade ...
TOSCA
Und die letzte!
CAVARADOSSI
Was sagst du?
TOSCA
Dein Blut wollte er oder meine Liebe.
Vergebens flehte ich und weinte.
Umsonst, verrückt vor Schrecken,
flehte ich zur Madonna und den
Heiligen.
Das gottlose Scheusal sprach:
„Zum Himmel streckt schon
der Galgen die dürren Arme!"
Man rührte schon die Trommeln ...
Es lachte, das gottlose Ungeheuer,
lachte, bereit, sich auf die Beute
zu stürzen!
„Bist du mein?" „Ja."
Seiner lüsternen Begierde versprach ich
mich. Dort nahe bei ihm leuchtete eine
Klinge ...
Er schrieb das Blatt, das uns befreit,
dann wollte er mich umarmen ...
Ich stieß ihm jene Klinge ins Herz.
CIRCE
Bevi, bevi, eroe!
GLAUCO
Regina, sei bella! Senti brucio di desiderio per te!
CIRCE
Bevi, bevi, eroe!
GLAUCO
Lasciami accarezzare il tuo braccio, il
tuo seno! Ah! Io lo scorgo il tuo seno
divino! Sei bella, sei bella, Regina! Il tuo
bacio! Il tuo bacio! Il tuo bacio, Regina,
lo voglio!
CIRCE
Più bella di Scilla? Più bella di Scilla? Rispondimi, eroe! Rispondi eroe se aneli
mio bacio mi ami tu ora più di Scilla?
GLAUCO
Gli occhi si schiudono c ome in un sogno ... dove son io? Forse nel regno della
morte o del sonno?
CIRCE
Trink, Held, trink!
GLAUCO
Königin, du bist schön. Spürst du, wie
ich aus Verlangen nach dir brenne?
CIRCE
Trink, Held, trink!
GLAUCO
Laß mich deinen Arm streicheln, deine
Brust! Ah! Ich weide mich an deinem
göttlichen Busen! Du bist schön, Königin. Einen Kuß. Einen Kuß, Königin, will
ich von dir!
CIRCE
Bin ich schöner als Scilla? Antworte
mir, Held, antworte, wenn du meinen
Kuß ersehnst. Liebst du mich mehr als
Scilla?
GLAUCO
Meine Augen fallen zu, wie in einem
Traum ... wo bin ich? Im Königreich des
Todes oder des Schlafes?
AVEVI
PASTORELLO
Avevi un usignuolo sul tuo prato
t’empiva la capanna d’allegrezza.
E c’era un fiore tutto profumato di vita,
di calore, di freschezza.
Scacciasti l’usignuolo e l’hai perduto il
fiore dallo stello e l’hai reciso.
Il fior sfiorisce e l'usignuolo è muto;
ma alla capanna tua manca il sorriso,
manca il sorriso ed il perchè non sai.
Ricchiama Scilla e allor sorriderai, allor
sorriderai!
PASTORELLO
Du hattest eine Nachtigal, die auf
deiner Wiese das Land mit Heiterkeit
füllte.
Da war auch eine Blume, mit dem Duft
nach Leben, Wärme und Frische.
Du verjagtest die Nachtigall, verlorst
die Blume, hast sie abgeschnitten.
Die Blume ist verwelkt und die Nachtigall stumm; in deiner Hütte ist es traurig und du weißt nicht warum. Erinnere dich an Scilla dann wirst du wieder
lächeln!
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LIANA ALEKSANYAN
Liana Aleksanyan wurde in Jerewan, Armenien, geboren. Sie studierte bei Sergey Danielyan
am Komitas Konservatorium in Jerewan und
schloss ihr Studium im Jahr 2005 mit Auszeichnung ab. 2004 gewann sie den dritten Preis
beim Concours International de Chant in Toulouse und war 2007 Finalistin des Competizione dell’ Opera in Dresden.
Erste Bühnenerfahrungen sammelte die Sopranistin als Fiordiligi (Così fan tutte ) beim Opera
de Bauge Festival in Frankreich, in der Titelrolle
von Manon Lescaut an der Norwegischen Nationaloper in Oslo und am
Landestheater Linz sowie als Contessa (Le nozze di Figaro) an der Wiener
Volksoper.
Von 2008 bis 2010 war sie Ensemblemitglied des Staatstheaters Braunschweig, wo sie Partien wie Amelia (Simone Boccanegra), Desdemona
(Otello ), Tatjana (Eugen Onegin) und Lucia (Lucia di Lammermoor) interpretierte. Von 2010 bis 2013 war sie am Aalto-Theater Essen unter Vertrag.
Dort stand sie u. a. als Pamina (Die Zauberflöte ), Fiordiligi (Così fan tutte ),
Donna Anna (Don Giovanni ), Adina (L’elisir d’amore), Antonia (Les Contes
d’Hoffmann), Violetta Valéry (La traviata) und Amalia (I masnadieri ) auf
der Bühne.
Gastengagements führten Liana Aleksanyan u. a. als Violetta Valéry, Antonia und Mimì (La Bohème ) an die Komische Oper Berlin, in der Titelpartie
der Luisa Miller an die Oper Stuttgart, als Micaëla (Carmen) und Donna
Anna an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf, als Mimì an die Oper
Köln und als Gilda (Rigoletto), Lucia, Violetta Valéry und Micaëla an die
Hamburgische Staatsoper.
In der Spielzeit 2014/2015 führten weitere Engagements die Künstlerin
u. a. an die Oper Köln als Butterfly (Madama Butterfly) sowie wieder an
die Hamburgische Staatsoper als Micaëla (Carmen) und als Blanche in Dialogues des Carmelites.
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RAY M. WADE, JR.
Nach internationalen Wettbewerbserfolgen hat
der Tenor Ray M. Wade, Jr. in Deutschland eine
beachtliche Laufbahn gestartet. Er war von 1995
bis 1998 Ensemblemitglied des Nationaltheaters
Mannheim und sang dort zahlreiche bedeutende
Partien seines Faches. Seine ersten Bühnenerfahrungen erwarb Ray M. Wade, Jr. 1983 bei der Fort
Worth Opera.
1993 gab er sein europäisches Debüt als Don Ottavio in Mozarts Don Giovanni in Gent, danach
an der San Francisco Opera sowie am Western
Opera Theatre. Inzwischen sang Wade auch bei den Bregenzer Festspielen
in Martinůs Griechischer Passion, war als Faust in Gounods Oper in Antwerpen erfolgreich, sang anlässlich des Papst-Jubiläums im Vatikan und in
Berlin unter der Leitung von Christian Thielemann in Beethovens 9. Sinfonie, des Weiteren in Rossinis Stabat Mater im Gewandhaus Leipzig unter
Marcello Viotti. Beim SWR hat er Opern- und Operettenarien eingespielt
und in zahlreichen Rundfunkkonzerten, u. a. in der Alten Oper Frankfurt,
mitgewirkt.
Ray M. Wade, Jr. hat mit renommierten Orchestern wie dem Metropolitan Opera Orchestra New York, dem Orchester der Deutschen Oper Berlin, dem San Francisco Opera Orchestra, dem Philharmonischen Orchester
Warschau, dem Belgischen Philharmonic Orchestra, Orchestra del Teatro
dell’ Opera di Roma, St. Paul Chamber Orchestra in St. Paul, Minnesota unter der Leitung von Bobby McFerrin, den Wiener Symphonikern, dem Münchener Kammerorchester, dem Orchester des Thêàtre Royal de la Monnaie
in Brüssel und dem Gürzenich Orchester zusammengearbeitet.
Nach Engagements am Theater Basel war er von 2004 bis 2009 festes Ensemblemitglied der Oper Köln, wo er sein Repertoire erweiterte. So sang er
2005 mit großem Erfolg die Rolle des Dionysos in Henzes Bassariden und
Rosa in Antonio Gomes’ Salvator Rosa im Staatstheater Braunschweig.
2011 hatte er sein Rollendebüt als Otello in Verdis Oper am Theater Heidelberg. 2012 debütierte er an der Volksoper Wien als Canio in Mascagnis Der
Bajazzo. Desweiteren hatte er Engagements u. a. am Staatstheater Kassel,
am Stadttheater Bremerhaven und am Theater Koblenz, wo er im Frühjahr
2015 auch sein Rollendebüt als Peter Grimes in Brittens Oper mit Enrico
Delamboye gab.
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ENRICO DELAMBOYE
Der niederländische Dirigent und Pianist Enrico
Delamboye wurde 1977 in Wiesbaden geboren.
Am Konservatorium in Maastricht studierte er
Klavier bei Joop Celis und Orchesterdirigieren
bei Jan Stulen. Sein Debüt als Operndirigent hatte er im Mai 1999 während der Internationalen
Maifestspiele am Staatstheater Wiesbaden mit
The Rape of Lucretia von Benjamin Britten. Im
Jahr 2000 dirigierte er im Concertgebouw Amsterdam das Jubiläumskonzert des Opera Studio
Nederland. Engagements folgten als 2. Kapellmeister und Solorepetitor
am Hessischen Staatstheater Wiesbaden (2000-2004). Weitere Stationen
seiner Karriere als Dirigent waren: 1. Gast-Kapellmeister am Staatstheater Mainz (2003-2005) und 1. Kapellmeister an den Wuppertaler Bühnen
(Spielzeit 2004/05), anschließend 1. Kapellmeister der Oper Köln. Außerdem ist er dem Conservatorium Maastricht seit 2007 als Hauptfachdozent Orchesterdirigieren verbunden. Von 2009 bis 2015 war Enrico Delamboye Musikdirektor und Chefdirigent des Theaters Koblenz und ist dem
Theater bis heute als Gastdirigent verbunden.
Enrico Delamboye war u. a. Gastdirigent an Bühnen wie der Komischen
Oper Berlin, der Zomeropera Alden Biesen, Theater Basel, Theater Bern,
dem Königlichen Theater Kopenhagen und Teatro Sao Carlos Lissabon.
Er arbeitete mit zahlreichen deutschen und niederländischen Orchestern, darunter die Berliner Symphoniker, Rheinische/Südwestfälische und
Württembergische Philharmonie, Münchner Symphoniker, Limburgs/
Brabants/Gelders Symphonieorkest. Außerdem war er zu Gast bei der Filharmonija Artur Rubinstein in Lodz, dem Orchestre National de Montpellier Languedoc-Roussillon, der Königlichen Kapelle Kopenhagen und dem
Copenhagen Philharmonie Orchestra.
Sein Konzert-Repertoire umfasst im Wesentlichen Werke der Spätromantik und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Er hat zahlreiche abendfüllende Ballettaufführungen geleitet und mittlerweile mehr als fünfzig Opern
und Operetten im Repertoire, darunter u. a. Wagners Das Rheingold,
Verdis Un ballo in maschera, Rigoletto, La Traviata, La Forza Del Destino,
Macbeth und Puccinis La Bohème, Madama Butterfly, Fanciulla del West,
Tosca. Sein Repertoire umfasst Wozzeck, Fidelio, Carmen, The Rake´s Progress, Massenets Manon ebenso wie Die Fledermaus, Die lustige Witwe
und Orpheus in der Unterwelt. Weiter gehören die bekanntesten MozartOpern dazu wie Die Zauberflöte, Don Giovanni, Le Nozze di Figaro, Cosi
fan tutte und Die Entführung aus dem Serail.
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DEUTSCHE RADIO PHILHARMONIE SAARBRÜCKEN KAISERSLAUTERN
Die Deutsche Radio Philharmonie ist das jüngste deutsche Rundfunksinfonieorchester. Der Klangkörper entstand 2007 aus der Fusion von Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken (SR) und Rundfunkorchester Kaiserslautern (SWR). Chefdirigent ist der Brite Karel Mark Chichon. Er folgte
Christoph Poppen, der die Position seit der Gründung des Orchesters 2007
innehatte. Stanislaw Skrowaczewski ist dem Orchester seit vielen Jahren
als Erster Gastdirigent verbunden.
Programmakzente setzt das Orchester sowohl im klassisch-romantischen
Kernrepertoire wie auch an den äußeren Koordinaten des Repertoires.
Unter Leitung von Chefdirigent Karel Mark Chichon entsteht zurzeit die
Gesamtaufnahme des sinfonischen Werks von AntonĀn DvoĂák. Mit Spezialisten erarbeitete historisch-informierte Interpretationen der Vorklassik
sind genauso Bestandteil der Orchesterarbeit wie regelmäßige Uraufführungen zeitgenössischer Musik, die Vergabe von Auftragswerken oder die
„Saarbrücker Komponistenwerkstatt“, die allerjüngsten Komponisten ein
Podium zur Aufführung erster Orchesterwerke bereitstellt.
Der Aktionsraum der Deutschen Radio Philharmonie erstreckt sich über
die Orchesterstandorte Saarbrücken und Kaiserslautern hinaus auch ins
grenznahe Frankreich und Luxemburg, nach Mainz, Karlsruhe, Brüssel,
Ludwigshafen und Worms. Tourneen führten in den letzten Jahren in die
Schweiz, nach China, Japan und 2012 und 2014 nach Südkorea.
Die Konzerte des Orchesters werden in den Hörfunkprogrammen des
Saarländischen Rundfunks, des Südwestrundfunks oder über die European
Broadcasting Union gesendet sowie im SR/SWR-Fernsehen und auf ARTE.
Zu der umfangreichen Orchester-Diskographie gehören neben den Gesamteinspielungen der Sinfonien von Brahms, Mendelssohn, Tschaikowsky, Schumann und Gouvy mehrere mit internationalen Preisen ausgezeichnete CDs. Zuletzt wurde die CD „Französische Posaunenkonzerte“
(PercPro, Solist: Fabrice Millischer) und „Meditation“ (DG, Solistin: ElĀna
Garanąa) mit dem ECHO Klassik-Preis ausgezeichnet. Aktuell arbeitet das
Orchester mit Chefdirigent Karel Mark Chichon an einer Gesamteinspielung der Sinfonien von AntonĀn DvoĂák.
„Klassik macht Schule“– ein Angebot aus Kinderkonzerten, Familienkonzerten und verschiedenen Musikvermittlungsprojekten wie z.B. 2015 der
ARD Schulsinfonie „Gershwin-Experiment“ – richtet sich speziell an das
junge Publikum.
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MARKUS BROCK
Markus Brock ist Fernsehmoderator bei 3sat,
arte und SWR. Für 3sat moderiert er den „MuseumsCheck“, für arte „Die Grenzgänger“, die
„Musikalische Reise“ für SWR, MDR, RBB und
HR, sowie große Live-Sondersendungen für den
SWR. Viele Jahre hat er für den SWR die Primetime-Infotainment-Talkshow „SamstagAbend“
und das Magazin „Nachtkultur“ moderiert. Außerdem hat der gelernte Redakteur mit Politikund Soziologiestudium neben diversen weiteren
Sendungen für ARD, ZDF und SWR mehrere Jahre die „Landesschau Baden-Württemberg“ und 10 Jahre lang bei SWF 3
zahlreiche Radiosendungen moderiert.
Er moderiert darüber hinaus regelmäßig Kongresse, Diskussionsveranstaltungen, Foren und Events zu den unterschiedlichsten Themen. Gute Musik jeder Art ist seine große Leidenschaft. Fast wäre er selbst Profi-Musiker
geworden. Er moderiert heute mit besonderem Vergnügen klassische Konzerte – seit vielen Jahren auch den Musikdebüt-Wettbewerb und die Konzertreihe „Sonntags um 5“.
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DRP-AKTUELL
Echo-Klassik Preis 2015 für die CD „Meditation“ mit ElĀna Garanąa
Elīna Garanča erhält den Echo-Klassik Preis 2015 in der Kategorie „Solistische Einspielung des Jahres/Gesang“ für die mit der Deutschen Radio Philharmonie und Chefdirigent Karel Mark Chichon eingespielte CD „Meditation“. Die Sammlung geistlicher Arien u. a. von Allegri, Mozart, Gounod,
Bizet, Puccini oder Mascagni ist bei der Deutschen Grammophon erschienen. „Ein breites Spektrum traumhaft schöner geistlicher Musik“, schreibt
die Freie Presse Wien, die lettische Mezzosopranistin „auf dem Höhepunkt
ihres Könnens“. Die Verleihung des Echo-Klassik 2015 findet am Sonntag,
den 18. Oktober 2015 im Rahmen einer festlichen Gala im Konzerthaus Berlin statt und wird am selben Abend ab 22 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Durch
den Abend führen Rolando Villazón und Nina Eichinger. Die CD ist am Infostand der DRP im Foyer erhältlich!
Sinfoniekonzert mit der Geigerin Lena Neudauer in der Fruchthalle
Die Geigerin Lena Neudauer war schon mehrmals zusammen mit der
DRP in Kaiserslautern zu Gast. Auch ihre beiden bejubelten CDs sind im
SWR Studio Kaiserslautern entstanden: „Hört man sich diese Aufnahme
an“, schreibt ein Kritiker zur Einspielung der Mozart-Violinkonzerte, „so
bemerkt man, wie die langen Kantilenen glänzen, ohne zu schluchzen.
Das ist kein Mozart zum Träumen: Hier herrscht stringente, fast sportliche Streckenführung, die sich eng am Notentext, nicht an gefühligen
Befindlichkeiten abarbeitet.“ Im Sinfoniekonzert am Freitag, 9. Oktober
steht unter der Leitung des Dirigenten Joseph Swensen wiederum Mozart
auf dem Programm, außerdem Orchesterwerke von Haydn und Strawinsky. Die Konzerteinführung findet um 19.15 Uhr statt, Karten gibt es in der
Tourist-Information Kaiserslautern, Tel. 0631/365 23 17. CDs mit Lena Neudauer und der DRP gibt es am Infostand der DRP im Foyer!
Joseph Moog – Nachwuchskünstler des Jahres 2015!
Dass der junge Pianist Joseph Moog mit stupender Technik und stilistischem Raffinement fasziniert, ist bekannt. Mit seinem ausgezeichneten
Spürsinn für die Repertoirewahl nimmt er im Kreis der jungen PianistenElite eine Sonderstellung ein. Das beweist seine neueste CD mit der DRP
unter Nicholas Milton und mit Klavierkonzerten von Grieg und Moszkowski. „Alleine wegen des Moszowski Konzerts muss man diese CD haben“,
meint der Daily Telegraph. Die CD ist am DRP-Infostand im Foyer erhältlich. Mitte September wurde Joseph Moog bei den Gramophon Classical
Music Awards zum Nachwuchskünstler des Jahres 2015 gekürt!
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DIE NÄCHSTEN KONZERTE
Freitag, 9. Oktober 2015 | 20 Uhr | Fruchthalle
1. SINFONIEKONZERT KAISERSLAUTERN
Deutsche Radio Philharmonie
Dirigent: Joseph Swensen
Lena Neudauer, Violine
Werke von Igor Strawinsky, Wolfgang Amadeus Mozart
und Joseph Haydn
19.15 Uhr Konzerteinführung mit Dr. Burkhard Egdorf | Roter Saal
Achtung! Neue Anfangszeit: 17 Uhr!
Sonntag, 11. Oktober 2015 | 17 Uhr | SWR Studio, Emmerich-Smola-Saal
1. ENSEMBLEKONZERT KAISERSLAUTERN
Dreierbeziehung
Mitglieder der Deutschen Radio Philharmonie mit
Randolf Stöck, Klavier
Moderation: Gabi Szarvas
Werke von Ernst Krenek, Charles Ives , Gian Carlo Menotti,
Darius Milhaud und Aram Chatschaturjan
Mittwoch, 14. Oktober 2015 | 20 Uhr | Burghof Forbach
1. ENSEMBLEKONZERT FORBACH
Musique de Chambre au Burghof
Mitglieder der Deutschen Radio Philharmonie
Moderation: Benoît Gausse
Werke von Claude Debussy, George Crumb, Steve Reich,
Toru Takemitsu und Astor Piazzolla
Freitag, 6. November 2015 | 20 Uhr | Congresshalle
1. SOIRÉE SAARBRÜCKEN
Deutsche Radio Philharmonie
Dirigent: Stanislaw Skrowaczewski
Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 8 c-Moll
19.15 Uhr Konzerteinführung mit Roland Kunz
Wir möchten Sie höflich darauf hinweisen, dass Bild- und Tonaufnahmen während der Konzerte der DRP nicht gestattet sind!
Texte: Helmut Krausser, Dr. Beate Früh | Textredaktion: Dr. Beate Früh
Programmredaktion: Benedikt Fohr | Herausgeber: Deutsche Radio Philharmonie
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