jobjahr 2016 – wir kommen!

ARBEITSWELTEN
Standort
Als Unternehmen in einer Boomregion müssen
Sie sich kaum Standortsorgen machen.
Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um sich von
der zahlreichen Konkurrenz vor Ort abzuheben?
Sicherheit
Viele Absolventen belastet die Forderung nach
totaler Flexibilität stark. Welche Sicherheiten
bietet Ihr Unternehmen, um den Bedenken
der Absolventen entgegenzuwirken?
JOBJAHR 2016 – WIR KOMMEN!
Audimax hat vier wichtige Fragen an Unternehmen zu ihren
Maßnahmen in Bezug auf den Arbeitsmarkt 2016 gestellt.
Auslandserfahrung
Globalisierung ist ein Megatrend auf dem
Arbeitsmarkt. Wie gehen Sie mit Bewerbern um,
die bisher noch keine Auslandserfahrung
sammeln konnten oder wollten?
Vertrauen
Viele Unternehmen geraten aktuell durch diverse
Skandale in eine Vertrauenskrise. Was tun Sie,
um langfristig die Glaubwürdigkeit Ihres
Unternehmens als Arbeitgeber zu sichern?
20 | www.audimax.de – Die Jobbörse für Akademiker
ARBEITSWELTEN
Weder die Euro-Krise noch der
Börsen-Crash in China werden 2016
etwas daran ändern, dass Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland
weiterhin auf einem hoch potenten
Arbeitsmarkt starten.
Z
ahlen lügen nicht: Geht man nach den im Herbst von der Bundesregierung veröffentlichten Schätzungen für den Arbeitsmarkt der
kommenden drei Jahre aus, können Wirtschaftswissenschaftler entspannen, wenn sie in naher Zukunft die Hochschulen verlassen. Denn der
deutschen Wirtschaft geht es gut, und zur Stabilisierung des Status Quo
suchen Arbeitgeber nach wie vor wirtschaftswissenschaftliche Fachleute. Laut Bundesregierung wird die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland
im Jahr 2016 bei 2,769 Millionen liegen, im Jahr 2017 wird sie nur minimal zurückgehen auf 2,767, und im darauf folgenden Jahr 2018 ebenso
auf 2,765 Millionen. Damit bleibt der Arbeitsmarkt insgesamt auf einem
guten hohen Niveau im gesamteuropäischen Vergleich.Was für Wiwis
fast noch wichtiger ist: Die deutsche Wirtschaft bleibt laut Prognose der
führenden Wirtschaftsinstitute auch 2016 stabil und wenn es der Wirtschaft gut geht, finden auch Wiwis gute Jobs. Von den laut Bundesagentur für Arbeit rund 1,1 Millionen „wirtschaftswissenschaftlichen Experten in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung“ ist rund die Hälfte
im Management von Unternehmen tätig. Gut jeder sechste Ökonom übt
eine Tätigkeit im Bereich Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und
Steuerberatung aus. Das mit 13 Prozent der Beschäftigten drittwichtigste
Berufsfeld ist Einkauf, Vertrieb und Handel. Im Verkauf sind acht Prozent
tätig.Da versteht es sich von selbst, dass diese Berufsgruppen eigentlich
nur frohlocken können, wenn das Institut für Weltwirtschaft (IFW) für
2016 prognostiziert: „Die Konjunktur in Deutschland ist weiter aufwärtsgerichtet“. Für das laufende Jahr rechnen die Forscher in Kiel mit einem
Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,8 Prozent und im kommenden
Jahr dürfte sich das Expansionstempo auf 2,1 Prozent beschleunigen. Der
private Konsum expandiert laut IFW 2016 weiterhin dynamisch, auch
wenn er nicht mehr ganz so rasch zulegen wird wie in den vergangenen
Quartalen. Als wichtigste Triebkraft sehen die Forscher im kommenden
Jahr den Investitionsaufschwung. „Dieser kann sich vor dem Hintergrund der anhaltend günstigen monetären Rahmenbedingungen, allen
voran des Niedrigzinsumfeldes, verfestigen.“ Im Vergleich zum Vorjahr
ergab sich 2015 ein leichtes Beschäftigungsplus von 1,4 Prozent unter
den Wirtschaftswissenschaftlern – eine ähnliche Entwicklung ist 2016
zu erwarten, wenn man den Prognosen der Wirtschaftsforscher glaubt.
So geht auch das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI)
der Hans-Böckler-Stiftung davon aus, dass „die konjunkturelle Dynamik
hoch bleibt“. Es werde sich sogar „die Zunahme der Exporte infolge der
anziehenden Weltkonjunktur beschleunigen“. Dies strahle dann auch
positiv auf die Investitionstätigkeit aus. Treiber des Wachstums bleiben
die privaten Konsumausgaben bei abermals deutlich steigenden Realein-
Bundesverband Deutscher Arbeitgeber
Irene Seling, Stellvertretende Leiterin der Abteilung Bildung
Die Einsatzbereiche von Wirtschaftswissenschaftler sind vielfältig in
Handel, Industrie, Telekommunikation, Touristik oder Banken. Trotz
gestiegener Absolventenzahlen herrscht Vollbeschäftigung. 22 Prozent
aller Beschäftigten im Bereich Management, Finanzen, Wirtschaftswissenschaften sind
über 55 Jahre alt und scheiden damit in den nächsten Jahren aus dem Erwerbsleben
aus. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt bleiben damit gut.
Auslandserfahrung
Globalisierung ist ein Megatrend auf dem Arbeitsmarkt.
Wie gehen Sie mit Bewerbern um, die bisher noch keine
Auslandserfahrung sammeln konnten oder wollten?
Berenberg Bank
Jürgen Hauser, Leiter Bereich Personal
Für eine Nachwuchskraft, die in unserem Hause Karriere
machen möchte, ist internationale Erfahrung unabdingbar.
Daher haben wir internationale Trainee- und Weiterbildungsprogramme aufgesetzt, die den Austausch von Mitarbeitern
fördern und Einblicke in die verschiedenen Länder bieten.
McDonald’s
Gabriele Fanta, Director Human Resources
Auslandserfahrung ist kein MUSS für den Einstieg in unserem
Unternehmen. Allerdings sind längere Auslandsaufenthalte
eine sehr gute Chance, den eigenen Horizont zu erweitern,
Erfahrungen im interkulturellen Umfeld zu sammeln und
im wahrsten Sinne des Wortes Grenzen zu überschreiten.
Daher bedeutet diese Zeit für die meisten auch einen gewaltigen Sprung in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung.
Nürnberger Versicherungen
Yvonne Raschke, Personalwesen
Da wir nur im deutschsprachigen Raum aktiv sind, ist
Auslandserfahrung nicht zwingend notwendig. Absolventen
sollten sich hier nicht zu viel Druck machen. Nicht jedes
Unternehmen fordert Mehrsprachigkeit und ist international
tätig. Wir sehen Auslandserfahrung eher im Hinblick auf die
Persönlichkeitsentwicklung. Diesen Reifeprozess kann ein
Student aber auch durch studienbegleitendes Engagement
oder Praktika und Werkstudententätigkeiten erfahren.
Sicherheit
Viele Absolventen belastet die Forderung nach totaler Flexibilität stark. Welche Sicherheiten bietet Ihr Unternehmen, um
den Bedenken der Absolventen entgegenzuwirken?
Kerkhoff Group
Robin Lemke, Geschäftsführer
Wir bieten eine sichere, unbefristete Beschäftigung und
legen hohen Wert auf die Qualifizierung und Entwicklung unserer Mitarbeiter. Neben Schulungsangeboten
pflegen wir einen engen Austausch mit den Mitarbeitern, einen geregelten Feedbackprozess sowie ein
Mentoring durch erfahrene Führungskräfte. So stellen
wir eine optimale und individuelle Weiterentwicklung
unserer Mitarbeiter angelehnt an die persönlichen und
die Unternehmensziele sicher.
www.audimax.de – Die Jobbörse für Akademiker | 21
Vertrauen
Viele Unternehmen geraten aktuell durch diverse Skandale in
eine Vertrauenskrise. Was tun Sie, um langfristig die Glaubwürdigkeit Ihres Unternehmens als Arbeitgeber zu sichern?
Aldi Süd
Anja Königstein, Manager HR Marketing
Was uns einzigartig macht, ist der starke Zusammenhalt
untereinander – auf allen Ebenen. Erfahrene Kollegen
kümmern sich als Mentoren während der Einarbeitung
um alle Neueinsteiger und geben ihnen hilfreiche Tipps.
Hilfsbereitschaft, Teamgeist, regelmäßige Feedbackgespräche, ein krisensicherer Arbeitsplatz sowie eine positive
Grundstimmung auf allen Hierarchie-Ebenen zeichnen auch
später den Arbeitsalltag aus.
Rossmann
Stephan-Thomas Klose Pressesprecher
Die Verlässlichkeit, die von Mitarbeitern erwartet wird, sollte
auch das Unternehmen bieten. Die aktuelle Bewertung im Schülerbarometer 2015 (Platz 56) belegt, dass dem Unternehmen
das in den vergangenen 42 Jahren gelungen ist. Ein Familienunternehmen wie Rossmann profitiert in hohem Maße von der
Glaubwürdigkeit und der Authentizität der Inhaberfamilie.
Standort
Wie hält man in Zeiten von Landflucht und urbanen Boomregionen den eigenen Standort für Bewerber attraktiv?
Netto
Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation
Netto ermöglicht Berufseinsteigern früh, Verantwortung in
einem Team zu übernehmen – diese Karrierechance ist ein
wichtiges Kriterium bei der Berufswahl. Zudem arbeiten
wir eng mit (Hoch-)Schulen zusammen und sprechen
somit gezielt potentielle Nachwuchskräfte an. Mit unseren
Trainee-Programmen und dualen Studiengängen binden wir
handelsaffine, talentierte Absolventen an Netto.
Hansgrohe
Thomas Egenter, Vice President Human Resources
Unsere Formel lautet: Dort arbeiten, wo andere Urlaub
machen. Im Schwarzwald, einer Region mit hohem Freizeitwert, bieten wir als global tätiges Unternehmen eine
familiäre und zugleich internationale Arbeitsatmosphäre.
Individuelle Arbeitszeitmodelle, Beteiligung am Unternehmenserfolg, überdurchschnittliche betriebliche Altersvorsorge und unser Gesundheitsmanagement machen
Hansgrohe zum attraktiven Arbeitgeber.
22 | www.audimax.de – Die Jobbörse für Akademiker
kommen sowie die erneut positive Arbeitsmarktentwicklung. Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts wird laut WSI im Jahresdurchschnitt
2016 rund 2,3 Prozent betragen. Nach Angaben der DEKRA Akademie sind Wirtschaftswissenschaftler derzeit die am fünfthäufigsten
gesuchte Berufsgruppe – nach Call Center-Agenten, Krankenpflegern,
Kundenbetreuern und Programmierern. Noch vor sechs Jahren lagen
die WiWis auf Platz 29. Vor dem Hintergrund der positiven Prognosen
zur Entwicklung der deutschen Wirtschaft ist zu erwarten, dass Wirtschaftswissenschaftler auch 2016 ähnlich nachgefragt auf dem Arbeitsmarkt sein werden und ihren Platz Sechs in der Top Ten der begehrtesten Berufe verteidigen.
Im zu Ende gehenden Jahr sorgten drei Trends für zunehmende Sorge
auf dem Arbeitsmarkt: Der drohende Staatsbankrott Griechenlands
hatte eine handfeste Krise der Eurozone ausgelöst, während ein unerwarteter Einbruch des chinesischen Börsenmarktes im August 2015 für
weltweite Irritationen sorgte. Und dann lösten die Flüchtlingsströme
in Europa weitgehend irrationale Ängste über mögliche Arbeitsplatzverluste aus. Doch sämtliche Prognosen für das kommende Jahr deuten
darauf hin, dass sich gerade für Wirtschaftswissenschaftler in Sachen
Jobchancen kaum etwas ändern wird. So errechnete das Zentrum für
Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zwar einen leichten Rückgang seines Index, mit dem die Konjunkturerwartungen für Deutschland ausgedrückt werden: „Doch im Großen und Ganzen bleibt der
Konjunkturausblick für Deutschland positiv”, fasst ZEW-Präsident
Prof. Dr. Clemens Fuest zusammen.
Legt man aktuelle Statistiken der Bundesagentur für Arbeit zugrunde, werden auch im Jahr 2016 Beschäftigungsmöglichkeiten für Wirtschaftswissenschaftler in nahezu allen Branchen bestehe. Die wichtigste Branche wird nach wie vor der Einzelhandel sein, hier ist jeder zehnte
Wirtschaftswissenschaftler tätig. Es folgt der Großhandel, wo acht Prozent der wirtschaftswissenschaftlichen Experten arbeiten. Ebenfalls
acht Prozent entfallen auf unternehmensnahe Dienstleistungen wie
Unternehmensberatungen und den Betrieb von Firmenzentralen. Auch
die öffentliche Verwaltung ist ein wichtiger Arbeitgeber mit 5 Prozent.
In Maschinenbau und Autoindustrie, bei Finanz- und IT-Dienstleistungsunternehmen arbeiten auch 2016 jeweils vier Prozent der Wirtschaftswissenschaftler.
Der Arbeitsmarkt für Wirtschaftswissenschaftler steht seit Jahren unter dem Einfluss eines sich anbahnenden Generationenwechsels – eine
Entwicklung, die auch 2016 voranschreiten wird: Mehr als die Hälfte
der in den wirtschaftswissenschaftlichen Berufen Beschäftigten ist bereits heute über 45 Jahre alt. Mindestens 55 Jahre alt waren bei der letzten Erhebung der Arbeitsagentur 212.200 Personen – in dieser Größenordnung wird also die Zahl der in den nächsten zehn Jahren aus dem
Erwerbsleben ausscheidenden Wirtschaftswissenschaftler liegen – für
den Nachwuchs aus den Hochschulen ergeben sich hieraus glänzende
Einstiegsmöglichkeiten.
Laut Bundesagentur für Arbeit liegen die größten Entwicklungsmöglichkeiten für WiWis im Unternehmensmanagement, wo am häufigsten neue Stellen ausgeschrieben werden: Dieses Betätigungsfeld
umfasst unter anderem Berufe in den Bereichen Geschäftsführung und
Vorstand, Unternehmensorganisation und -strategie, sowie Personalwesen. Typische Funktionen sind zum Beispiel Geschäftsführer, Prokurist, Betriebsplaner und Personalberater, aber auch Unternehmensberater. Der jahresdurchschnittliche Bestand an gemeldeten Stellen für
das Unternehmensmanagement setzt den steigenden Trend der letzten
Jahre weiter fort und wird im Jahr 2016 voraussichtlich erneut bei gut
2.400 Stellen liegen. Eine positive Entwicklung für Wiwis ist auch in den
Bereichen Verkauf und Handel zu erwarten.
2016 wird außerdem die Akzeptanz für die Abschlüsse Bachelor und
Master der Wirtschaftswissenschaftler bei den Arbeitgebern weiter zunehmen: Eine Untersuchung des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, die sich unter anderem auf Befragungen von Unternehmen
stützt, attestiert dem Bachelor-Abschluss eine mit Master und Diplom
vergleichbare Arbeitsmarktakzeptanz. Von den Unternehmen, die
Akademiker beschäftigen, hat aktuell jedes vierte einen Bachelor-Ab-
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ARBEITSWELTEN
Vertrauen
Viele Unternehmen geraten aktuell durch diverse Skandale in
eine Vertrauenskrise. Was tun Sie, um langfristig die Glaubwürdigkeit Ihres Unternehmens als Arbeitgeber zu sichern?
Miele
Michael Bruggesser, Leiter Zentralbereich Personal
Als werteorientiertes Familienunternehmen in vierter Generation setzt Miele in besonderem Maße auf Glaubwürdigkeit und
verantwortungsbewussten Umgang mit Mitarbeitern, Kunden,
Lieferanten und der Umwelt. Dass das Unternehmen diesem
Anspruch gerecht wird, ist etwa im Miele Nachhaltigkeitsbericht nachzulesen oder auch in der Begründung zur Verleihung
des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2014 an Miele.
Metro
Ulrich Köster, Group Director Talent Management Leadership &
Change Als Arbeitgeber können wir nur dann langfristig und
auch in Zeiten von Krisen glaubwürdig sein, wenn wir eine
offene und transparente Kommunikation zwischen unseren
Führungskräften und Mitarbeiter fördern und das halten, was
wir intern und extern versprechen. Nur durch diese Konsistenz
können wir Mitarbeiter nachhaltig an uns binden. Sie sind der
wesentliche Faktor für unseren Unternehmenserfolg..
Baader Bank
Rainer Merklinghaus, Managing Director, Leiter Personal &
Betriebsorganisation
Der faire und respektvolle Umgang mit Mitarbeitern sowie
die Schaffung eines leistungsorientierten Umfeldes stehen für
uns an erster Stelle. Dabei trägt die berufliche Erfüllung und
Zufriedenheit jedes Mitarbeiters uum Erfolg des Unternehmens
bei. Transparente Kommunikation sowie funktionierende
Compliance-Strukturen vermitteln Sicherheit, wirken vertrauensbildend – nach innen und nach außen.
adidas
Georg Fuchs, Senior Manager Talent Aquistion
Unser Ziel ist es, ein attraktives, glaubwürdiges und unverwechselbares Bild eines kompetenten Arbeitgebers nach
innen und außen zu vermitteln und authentisch und auf
Augenhöhe mit unserer Zielgruppe zu kommunizieren. Ein Beispiel ist unser Unternehmensblog. Authentische Geschichten,
von unseren Mitarbeitern geschrieben, geben einzigartige
Einblicke in unser Unternehmen und stiften Vertrauen.
Deloitte
Jens Plinke, Head of Employer Branding
Integrität sowie Verlässlichkeit sind die Basis unseres
Geschäfts – und dies seit der Gründung von Deloitte 1845.
Die konsequente Beachtung von Gesetzen und ethischen
Standards sind für uns selbstverständlich und nicht zu
diskutieren. Wir stellen höchste Ansprüche an jeden unserer Mitarbeiter, bieten umfassende Schulungen an und
überprüfen die Einhaltung der Regularien immer wieder.
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Auslandserfahrung
Globalisierung ist ein Megatrend auf dem Arbeitsmarkt.
Wie gehen Sie mit Bewerbern um, die bisher noch keine
Auslandserfahrung sammeln konnten oder wollten?
RWE
Adam Templeman, Head of Group Resourcing
Wir orientieren uns immer am Anforderungsprofil einer
Stelle. Nicht alle Jobs erfordern Auslandserfahrung. Wo sie
unverzichtbar ist oder dem Kandidaten bereits besondere
Kompetenzen erworben hat, bringt sie natürlich einen erheblichen Pluspunkt im Lebenslauf des Bewerbers. Globalisierung
sehen wir als Chance zur Entwicklung. Wir ermutigen unsere
Praktikanten oder Werkstudenten, auch eine Zeit ihres Studiums im Ausland zu verbringen. Aareal Bank AG
Sebastian Sellinat, Senior Manager Human Resources Consulting
Prinzipiell ist dies für unser Haus kein Problem. Da wir Mitarbeiter aus sehr vielen Nationen beschäftigen, können neue Mitarbeiter ohne Auslandserfahrung schnell internationalen Flair
schnuppern. Persönlich empfehle ich allen Bewerbern eine Zeit
ihres Lebens im Ausland zu verbringen, da sie dadurch einen
anderen Blick auf das Leben und andere Kulturen bekommen..
Accenture Dienstleistung
Simone Wamsteker, Leiterin Recruiting
Auslandserfahrung ist nicht ausschlaggebend, schließlich
steuern wir auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
internationale Projekte. Bei uns zählen Ausbildung, Soft Skills
und technisches Interesse – Strategieberater müssen sich heute
mehr als zuvor mit Technologien auskennen, um Kunden beim
Digitalisieren von Geschäftsprozessen und dem Erschließen neuer
Geschäftsfelder zu begleiten.
Penny
Christopher Ranft, PENNY-Personalchef
Nicht für jede Stelle ist Auslandserfahrung nötig. Ein Controller
braucht solche nicht unbedingt, ein Einkäufer schon. Jeder
Bewerber sollte überdenken, welche Karriere er anstrebt und
welche Rolle Auslandserfahrung dafür spielt. Es kommt aber
immer auf das Gesamtbild an. Überzeugt ein Bewerber durch
andere Stärken oder bringt für den fehlenden Auslandaufenthaltes gute Argumente, dann muss das kein K.O.-Kriterium sein.
Galeria
Sabine Schult-Kündgen, Leiterin Personalmanagement
Obere und Mittlere Führungsebene
Unabhängig davon, ob junge Menschen Auslandserfahrungen
gesammelt haben oder nicht, suchen wir Berufseinsteiger mit
Veränderungsbereitschaft, die weltoffen, selbstständig, entscheidungsfreudig und neugierig sind. Wir sehen, dass junge
Menschen, die sich für einen Auslandsaufenthalt entschieden
haben, gerade diese besonderen Eigenschaften besitzen und
sich in dieser Hinsicht persönlich weiterwickelt haben.
ARBEITSWELTEN
Standort
Als Unternehmen in einer Boomregion müssen Sie sich kaum
Standortsorgen machen. Welche Maßnahmen ergreifen Sie,
um sich von der zahlreichen Konkurrenz vor Ort abzuheben?
Storck
Sylke Fleischhut, Direktor Personal
Insgesamt arbeiten rund 1.000 Mitarbeiter am HauptstadtStandort daran, der Welt unsere Schokoladenseite zu zeigen.
Vor allem unsere merci gehen von hier aus um die Welt.
Gleichzeitig ist Berlin auch der Sitz unserer Geschäftsleitung.
Hier werden alle globalen Entscheidungen getroffen. Wir
bieten individuelle Personalentwicklungsmaßnahmen, um
Absolventen attraktive Karrierewege zu öffnen.
Robert Half International
Sven Hennige, Senior Managing
Director Central Europe & The Netherlands
Insbesonders ist hier das attraktive Onboarding- und Trainingsprogramm bei Robert Half hervorzuheben, mit dem Absolventen auf den Job als Personalberater vorbereitet werden.
Außerdem haben wir diverse Incentive-Programme, die den
Leistungseinsatz und Erfolg honorieren. Beispielsweise laden
wir erfolgreiche Mitarbeiter jedes Jahr nach Las Vegas ein.
Zusätzlich punkten wir mit modernen, zentral gelegenen Büros
sowie konkurrenzfähigen Gehaltspaketen..
Deutsche Telekom
Marc-Stefan Brodbeck, Leiter Recruiting & Talent Acquisition
Die Telekom ist in mehr als 50 Ländern präsent, darunter in
vielen spannenden Metropolen Deutschlands, Europas und
weltweit. Viele Stützpunkte bieten neben einer Kantine auch
Kita-Betreuungsmöglichkeiten, Eltern-Kind-Büros oder kurze
Wege zu Geldautomaten, Packstation und Reinigung. Sollte
es einmal nicht passen, helfen flexible Arbeitszeitmodelle,
mobiles Arbeiten und Homeoffice-Möglichkeiten.
Ferrero
Laura Rahmann, Referentin Recruiting & Employer Branding
Uns ist es wichtig, dass insbesondere Studenten einen
guten Einblick in unser Unternehmen bekommen können
und merken, was Ferrero als Arbeitgeber auszeichnet. Hier
setzen wir vor allem auf innovative Karriereformate, wie
die ›Ferrero Uni Challenge‹ oder die ›Ferrero Case Study‹,
wo Studenten direkt in unsere Markenwelten eingebunden
werden und unsere Mitarbeiter live kennen lernen können.
ING DiBa
Kees de Knegt, Leiter HR Operations
Den Unterschied zu anderen Kreditinstituten macht die Kultur
im Unternehmen aus. Die vielen Programme für die Mitarbeiter
wie unser DiBa-Fit-Programm machen diesen Unterschied aus. In
unserem Zukunftstarifvertrag haben wir Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und zur
Arbeitsplatzsicherung tariflich festgehalten.
Sicherheit
Viele Absolventen belastet die Forderung nach totaler Flexibilität stark. Welche Sicherheiten bietet Ihr Unternehmen, um
den Bedenken der Absolventen entgegenzuwirken?
Talanx
Thomas Belker, Sprecher des Vorstands
In jedem Unternehmen gibt es Positionen, die von Mitarbeitern ein hohes Maß an Flexibilität erfordern, sowohl
was die Mobilität, die Arbeitszeit als auch die Arbeitsinhalte betrifft. Bei Talanx erwarten wir allerdings keine
absolute Flexibilität. Im Übrigen gehört der Wunsch nach
Flexibilität zu den wesentlichen geforderten Merkmalen
der Generation Y, zu der die heutigen Absolventen zählen,
zum Beispiel der Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten.
Bausparkasse Schwäbisch Hall
Nina Goeke, Leiterin Personalmarketing
Als größte deutsche Bausparkasse verfolgen wir ein langfristiges Geschäftsmodell. Das prägt auch unsere Personalarbeit.
Deshalb begleiten wir alle Mitarbeiter auf ihrem Karriereweg
bezogen auf ihre aktuelle Lebens- und Arbeitssituation. Dass
wir damit sehr erfolgreich sind, zeigt die lange Verweildauer
im Unternehmen und die äußerst geringe Kündigungsquote.
Rewe Group
Alexander Pape, HR-Experte Arbeitgebermarketing
Seit 1927 sind wir erfolgreich im Handel und in der Touristik mit unseren Marken wie Rewe, Penny, toom Baumarkt
oder DER Touristik aktiv. Intern sagen wir gerne mit einem
Zwinkern: »Gegessen wird immer und eingekauft wird bei
Rewe und Penny!« Sie sehen also, dass die Arbeitsplatzsicherheit bei uns gegeben ist.
Bayerische Landesbank
Gertrud Kuffner, Referentin Nachwuchsentwicklung
In der heutigen Arbeitswelt wird ein gewisses Maß an
Flexibilität von jedem Mitarbeiter gefordert. Das gilt auch
für die BayernLB. Uns ist dabei wichtig die von Änderungen betroffenen Mitarbeiter in die Entscheidungen
einzubinden. Z.B. hat der Trainee bei der Planung seiner
Einsatzstellen ein Mitsprache-recht. Und er wählt auch
seine Facheinheit für die Festanstellung aus.
Generali
Christoph Gloeckner, Functional Head HR Germany
Flexibilität und Sicherheit sehen wir nicht als Widerspruch:
Je breiter sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
aufstellen, desto vielfältiger sind ihre Einsatzmöglichkeiten innerhalb unserer Gruppe, und damit steigt auch die
Sicherheit. Die Mitarbeiter entscheiden selbst, ob sie sich
an ihrem Standort weiterentwickeln oder neue Erfahrungen in nationalen oder internationalen Gesellschaften der
Generali sammeln wollen. Wir unterstützen sie dabei mit
vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten.
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