War Paulus der Schlimmste der Sünder? - Gesunde

War Paulus der Schlimmste der Sünder?
(Römer 7,14-20)
Autor dieses Artikels auf Englisch: Dan Corner | Quelle: www.evangelicaloutreach.org/worst-ofsinners.htm | Übersetzung durch www.gesundelehre.tk
Paulus, Als Ein Christ, War NICHT Der Schlimmste der Sünder
Ob du es glaubst oder nicht, die Theologie einiger hat den Apostel Paulus als den schlimmsten der Sünder
gekennzeichnet! Schockierend, aber wahr! Dieses Schlimmster der Sünder-Etikett wurde manchmal auch
schon mit Römer 7,14-20 verbunden:
Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft.
Denn was ich vollbringe, billige ich nicht; denn ich thue nicht, was ich will, sondern was ich hasse,
das übe ich aus. Wenn ich aber das nicht will, was ich thue, so stimme ich dem Gesetze bei, dass es
trefflich sei. Nun aber vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt.
Denn ich weiss, dass in mir, das ist in meinem Fleische, nichts Gutes wohnt; Wollen habe ich
wohl, aber Vollbringen das Gute finde ich nicht! Denn nicht das Gute thue ich, das ich will,
sondern das Böse, das ich nicht will, übe ich aus. Wenn ich aber das thue, was ich nicht will, so
vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt. (Rom 7:14-20; Schlachter
1905)
Könnte Unaufhörlich BÖSES Tun Das Normale Christliche Leben
Sein?
Einige haben irrtümlicherweise auf diesen Abschnitt im Römerbrief hingewiesen, indem sie sagten es sei das
normale christliche Leben und ähnliches:
Paulus spricht von von [sic] dem normalen christlichen Leben. (Robert Morey)
Die Erfahrung die in Römer 7,14-25 beschrieben wird, ist die eines jeden echten Christen. (Arthur
Pink)
Diese Passage aus dem Römerbrief falsch auf Paulus anwendend, schrieben Gromacki und John MacArthur
in dieser Reihenfolge:
Paulus sagte, dass er "unter Sünde verkauft" war (Röm7,14). Sünde besass und kontrollierte ihn;
er war dessen Sklave.
Romans 7 ist der klassische Text, der den Kampf des Gläubigen mit seinem sündhaften Fleisch
beschreibt. Beachte dass während Paulus seinen eigenen Ungehorsam
anerkannte/bestätigte/eingestand [engl. acknowledged] ....
Denk daran, wir sollten immer Schrift mit Schrift vergleichen, wenn wir die Bibel studieren.
Wenn solches getan wird, so wird es klar ersichtlich, dass Paulus nicht einfach weitermachte im Tun (Rom.
7:19) von sündhaften Dingen, da er häufig dagegen lehrte; noch war er nicht geistig/fleischlich (V.14). Lass
uns im Neuen Testament herumreisen, um mehr über Röm.7,14-20 zu lernen.
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War Paulus ein Heuchler, Als Schlimmster von Allen Sündern, Oder
Heilig?
Bitte beachte was Paulus über sich selbst schrieb in seinem ersten Brief an die Korinther:
... daß er [Timotheus] euch erinnere meiner Wege, die da in Christo sind, gleichwie ich an allen
Enden in allen Gemeinden lehre. (1.Kor 4,17; Luther 1545)
Paulus' Lebensweise (oder Verhalten) stimmte mit dem überein, was er in allen Gemeinden lehrte. Was also
lehrte Paulus Christen über das Benehmen? Unter anderem lehrte er:
Unzucht aber und alle Unreinigkeit oder Habsucht werde nicht einmal bei euch genannt, wie
es Heiligen geziemt; auch nicht Schändlichkeit und albernes Geschwätz, noch zweideutige
Redensarten, was sich nicht geziemt, sondern vielmehr Danksagung. (Eph 5,3-4; Schlachterbibel
1951)
Tötet nun eure Glieder, die auf Erden sind: Unzucht [=Hurerei], Unreinigkeit, Leidenschaft, böse
Lust und die Habsucht, welche Götzendienst ist; um welcher Dinge willen der Zorn Gottes über
die Kinder des Unglaubens kommt; in welchen auch ihr einst wandeltet, als ihr darin lebtet; nun
aber leget das alles ab, Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, häßliche Redensarten aus eurem
Munde. Lüget einander nicht an: da ihr ja den alten Menschen mit seinen Handlungen
ausgezogen (Kol 3,5-9; Schlachterbibel 1951)
Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr euch der Unzucht enthaltet; daß jeder von
euch wisse, sein eigenes Gefäß in Heiligung und Ehre zu besitzen, nicht mit leidenschaftlicher
Gier wie die Heiden, die Gott nicht kennen; daß niemand zuweit greife und seinen Bruder im
Handel übervorteile; denn der Herr ist ein Rächer für das alles, wie wir euch zuvor gesagt und
bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht zur Unreinigkeit berufen, sondern zur Heiligung.
Darum also, wer sich darüber hinwegsetzt, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der
auch seinen heiligen Geist in uns gegeben hat. (1.Thes 4,3-8; Schlachterbibel 1951)
Paulus' persönliches Verhalten stimmte mit diesen Passagen überein laut 1. Kor. 4,17. Was sagte Paulus noch
über sein eigenes Verhalten?
was ihr auch gelernet und empfangen und gehöret und gesehen habt an mir, das thut; so wird
der Gott des Friedens mit euch sein. (Phil 4,9; Schlachter 1905)
Denke über diese Aussage nach! Wenn die Christen zu Philippi in die Tat umsetzen würden, was sie an Paulus
als Vorbild gesehen und gehört hatten, so würde der Friede Gottes mit ihnen sein. Könnte Paulus diese Art
von Vorbild gewesen sein, wenn er von Sünde kontrolliert gewesen/worden wäre? Lightner schrieb:
Paulus, zum Beispiel, tat oftmals was er nicht tun wollte (Röm. 7,15).
Im Kontrast dazu gab Paulus explizit kund, wie er und seine Mitarbeiter sich verhielten/benahmen:
Des seid ihr Zeugen und Gott, wie heilig und gerecht und unsträflich [=tadellos] wir bei euch,
die ihr gläubig waret, gewesen sind. (1.Thes 2,10; Luther 1545)
Was für eine Widerlegung das wirkliche Leben von Paulus zur Einmal Gerettet Immer Gerettet Interpretation
von Röm. 7,14-20 war.
Die Bibel fügt dem allem hinzu indem sie sagt, dass Paulus:
• nie Schmeichelworte oder einen Vorwand für Habsucht gebrauchte (1 Thess. 2,5)
• niemandem Anstoss gab (/niemandem einen Stolperstein in dessen Weg legte) (2. Kor. 6,3)
• rein, langmütig, freundlich war, ungeheuchelte Liebe hatte, mit dem Wort der Wahrheit, etc. (2 Cor.
6:6,7)
• nur ein Ziel hatte und das war Gott zu gefallen (2. Kor. 5,9)
• Gott fürchtete (2. Kor. 5,11)
• sein Leben riskierte für den Namen des Herrn Jesus (Apg 15,26)
• seine Pflicht gegenüber Gott mit einem guten Gewissen erfüllte (Apg 23,1)
• sein Rennen lief, um den ersten Preis zu gewinnen (1 Kor. 9,24)
• nicht das Seine suchte, sondern das Wohl anderer um ihrer Errettung willen (1 Kor. 10,24,32); etc.
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In einer weiteren bündigen Zusammenfassung seines Lebens sagte Paulus, dass er selbst wandelte in der
holiness und sincerity die von Gott sind:
Denn unser Ruhm ist der: das Zeugnis unsers Gewissens, dass wir in Einfalt [Anmerkung: dies ist
dasselbe wie Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Schlichtheit, Lauterkeit (in d. Gesinnung), Redlichkeit,
Geradheit.] und göttlicher Lauterkeit, nicht in fleischlicher Weisheit, sondern in göttlicher
Gnade gewandelt haben in der Welt, allermeist aber bei euch. (2.Kor 1,12; Schlachter 1905)
Ist es möglich, dass sich Paulus' Worte ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft (Röm7,14), auf ihn
selbst beziehen im Lichte von allen diesen Passagen über sein eigenes Verhalten? Niemals!
Neben dem heiligem und eifrigen Lebensstil von Paulus wissen wir noch auf einem anderen Weg, dass die
OSAS [Einmal-Gerettet-Immer-Gerettet] Interpretation von Röm7,14-20 falsch ist! Lass uns unsere
Aufmerksamkeit auf Verse 18 und 19 richten:
... das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht!
Denn nicht das Gute, das ich will, tue ich, sondern das Böse, das ich nicht will, übe ich aus. (Röm
7,18-19; Schlachterbibel 1951)
Mit anderen Worten, laut diesen Versen fehlt die geistliche Kraft, um ein heiliges Leben frei von der Sklaverei
der Sünde, zu leben. Ist es möglich, dass Paulus von sich selber oder dem normalen christlichen Leben spricht,
indem er solches schreibt? Wenn ja, wie konnte dann Paulus ein so konsequent heiliges Leben führen?
Paulus erörterte bezüglich des Christen Freiheit von Sünde:
Denn nun ihr frei geworden seid von der Sünde, seid ihr Knechte der Gerechtigkeit geworden.
(Röm. 6,18; Luther 1912)
Vor der Errettung ist eine Person jedoch kraftlos/schwach:
Denn Christus ist, da wir noch schwach waren, zur rechten Zeit für Gottlose gestorben. (Röm. 5,6;
Schlachter 1905)
Eine nicht erlöste Person ist ohne geistliche Kraft, unter der Kontrolle ihrer sündhaften Natur (Rom. 7,5) und
dem Bösen/Argen (1. Joh. 5,19), aber nach der Errettung, ist man frei von der Macht Satans (Apg. 26,18) und
der Sünde (Röm. 6,18; Joh. 8,36) um ein heiliges Leben zu leben (2 Tim. 1,9).
Des Weiteren, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf Röm. 7,18 richten, so sehen wir klar, dass Paulus in dieser
Passage schrieb, dass in mir/ihm nichts gutes wohnt. Könnte Paulus solches von seiner eigenen christlichen
Perspektive geschrieben haben?
Ist es nicht wahr, dass Gott in allen Christen lebt (2. Kor 6,16) und Gott gut ist (Mk. 10,18)? Weil das
wahr ist, und Paulus ein Christ war, als er seine Briefe schrieb, daher ist es unmöglich für Paulus nichts
Gutes lebt in mir aus der Perspektive eines Christen geschrieben zu haben!
Worauf bezog sich Paulus dann, als er die Singular-Pronomen Ich und mir in Röm. 7,14-20 gebrauchte?
Röm. 7,17 zeigt klar, dass die sünfhafte Natur das ich und mir ist wovon Paulus schrieb:
Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar
bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht! (Rom 7,18; Schlachterbibel
1951)
Mit andern Worten, die sündhafte Natur ist personifiziert in Röm 7,14-20 genau wie Weisheit in Sprüche 8!
Paulus schrieb also nicht von sich selbst oder dem normalen christlichen Leben, sondern von der sündhaften
Natur in dieser fest umstrittenen Passage.
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Schlimmster der Sünder Vers
Der Kontext worin Paulus auf sich selbst Bezug nimmt als Schlimmster der Sünder verweist zurück darauf
hin, bevor er Christ wurde als er einst ein Lästerer und Verfolger und gewaltsamer Mann war. Es ist NICHT
Paulus als Christ, wie wir bereits gesehen haben:
der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Frevler war. Aber mir ist Erbarmung widerfahren,
weil ich es unwissend, im Unglauben getan habe. Über alle Maßen groß aber wurde die Gnade
unsres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. Glaubwürdig ist das Wort
und aller Annahme wert, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten, von
denen ich der Erste bin. Aber darum ist mir Erbarmung widerfahren, damit an mir zuerst Jesus
Christus alle Geduld erzeige, zum Beispiel denen, die an ihn glauben würden zum ewigen Leben.
(1.Tim 1,13-16; Schlachterbibel 1951)
Zuletzt, wie könnte angegeben haben, "Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben
bewahrt" (2.Tim 4,7; Schlachterbibel 1951) ganz am Ende seines Lebens, wenn er als Schlimmster der Sünder
besessen und kontrolliert von der Sünde war? Da des Christen Kampf, zum Teil, gegen Sünde ist (Heb. 12,4),
kämpfte Paulus diesen Kampf gegen Sünde auch in seinem eigenen Leben und ging daraus als ein Überwinder
hervor. Er war nicht der schlimmster der Sünder aller Zeiten wie er von einigen verleumdet wurde!
Christi Knecht/Sklave oder Schlimmster der Sünder
Der Christ ist frei, doch gleichzeitig ist er Christi Sklave (1 Kor. 7,22) und ein Sklave der Gerechtigkeit (Röm.
6,18)! Als befreite Leute müssen wir für Jesus seine Interessen leben (2. Kor. 5,15). Tatsächlich ist Dienst für
Gott eine unverzügliche Verantwortung nach dem Abwenden von unseren Götzen, die uns in geistlicher
Finsternis und Tod hielten. (1 Thess. 1,9 vgl. Jona 2,8).
Mit diesen Versen im Hinterkopf, wie könnte die wahre Botschaft der Freiheit in Christus, gekoppelt mit der
Botschaft der wahren Gnade, zusammen mit der richtigen Interpretation von Römer 7, Raum lassen für
lauwarme, unheilige, weltliche, unterhaltungssuchende, vergnügungsuchende "Knechte" die sehr wenig oder
gar keine Furcht vor Gott als normal haben? Das Schlimmster der Sünder Etikett falsch auf Paulus als ein
Christ anzuwenden bedeutet, dem Bild eines Christen und was es bedeutet, ein an Jesus Glaubender zu
sein, viel Schaden zuzufügen.
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