Kiesen - Trauben bringen und Wein abholen

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Kiesen - Trauben bringen und Wein abholen
Pro Kilo Trauben gibts eine Flasche Wein. Am Wochenende werden über 700 Hobbywinzer ihre
Trauben nach Kiesen bringen. Riem, Daepp & Co. AG keltert daraus die Weinsorte Nostrano.
Prost: Ueli von
Weintechnolo
Gerber und S
stossen mit …
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Gemeinsam an der Arbeit: Hobbywinzer Ueli Känel und Kellermeister Simon Riem schütten Trauben in die Pressmaschine. (Bilder: Andreas Blatter)
Der Wichtracher Ueli Känel leert eine Plastikkiste voller Trauben in die ratternde Abbeermaschine. Die Stiele
fallen vorne auf einen Haufen, und der Saft, die sogenannte Maische, fliesst durch einen Schlauch in einen
Tank. Die leeren gelben und orangen Plastikkisten kommen in ein Reinigungsgerät, wo sie mit Wasser
sauber ausgespritzt und dann zum Trocknen verkehrt hingestellt werden. Vor einem Jahr hat Ueli Känel 54
Kilo seiner Trauben in die Kellerei Riem, Daepp & Co. nach Kiesen gebracht. Dafür konnte der Hobbywinzer
in diesem Frühling 54 Flaschen Nostrano-Wein zurücknehmen, weissen und roten. Vom Weisswein gibt es
nur eine Kategorie. Der Rotwein wird in drei Kategorien unterteilt, je nach Öchslegraden. Flaschen stellt das
Weinhaus zur Verfügung, auf Wunsch auch Etiketten. Die Dienstleistungen der Kelterei bezahlen die
Hobbywinzer über den Wein: Vier Franken pro Flasche.
Gesund und ungespritzt
«Die Ernte steht an, und wir haben noch nicht alles getrunken», sagt der 58-jährige Känel. Der
kaufmännische Versicherungsangestellte wurde eher aus Zufall zum Winzer. An der Mauer des
Mehrfamilienhauses an der Bahnhofstrasse in Wichtrach ranken sich seit vielen Jahren Reben hoch. Früher
waren es die kleinen, blauen «Katzenseicherli», wie sie der Volksmund nennt. «Sie schmecken gut, eignen
sich aber schlecht für Wein», sagt Känel.
Er ersetzte vor circa fünf Jahren die alten mit neuen Reben und kann sich nun über den Ertrag freuen, der
ihm sozusagen in den Schoss fällt. Bloss die Blätter ausgelichtet habe er und nur wenige Trauben
ausgeschnitten. «Gespritzt habe ich nie», sagt er. Inwiefern die Traubenbeeren durch Schädlinge wie etwa
die japanische Kirschessigfliege befallen sind, könne er als Hobbywinzer schwer beurteilen (siehe Kasten).
Über 700 Lieferanten
Zwischen 700 und 800 Traubenproduzenten aus der Region werden am Wochenende ihre frisch geernteten
Trauben zu Riem, Daepp & Co bringen. Chefin Beatrice Riem präzisiert: «Sie müssen kurz vor dem Pressen
abgelesen werden.» Deshalb wird sich Ueli Känel am frühen Samstagmorgen in Wichtrach ans Pflücken
machen, um die Hauptmenge seiner Trauben vor dem Mittag nach Kiesen zu bringen. «Ich rechne damit,
dass ich sicher eine Stunde lang Schlange stehen muss, bis meine Trauben gepresst werden.» Aber das
mache ihm nichts aus.
Er geniesse es, sich mit anderen Hobbywinzern auszutauschen. «Beim Duft von Bratwurst und mit Musik ist
die Warterei aber nur halb so schlimm.» Seit über zehn Jahren nimmt Riem, Daepp & Co. von Kunden
Trauben entgegen und feiert mit ihnen ein kleines Winzerfest. Jeder Winzer bringt eine Menge zwischen 2
und 500 Kilo Trauben. Vinifiziert wird alles in den gleichen Tanks. Ende März 2015 werden 25 000 Flaschen
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16.02.2016
Kiesen - Trauben bringen und Wein abholen
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Nostrano-Wein bereitstehen, die die Traubenlieferanten abholen können. Aus 1 Kilo Trauben entsteht eine
7-Deziliter-Flasche Wein.
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Damit dieser auch gut ist, müssen die Trauben sorgfältig erlesen sein. «Faule und schimmlige Beeren sollte
man unbedingt aussortieren, das lohnt sich», sagt Beatrice Riem. Sie greift in eine Kiste und verkostet ein
paar dunkelblaue Traubenbeeren. Wären diese von der japanischen Kirschessigfliege befallen, würden sie
nach Essig schmecken. «Diese sind aber gut», sagt Riem. Der Probelauf mit Känels Trauben ist
abgeschlossen. Nun wird in der Firma das Winzerwochenende vorbereitet. Die Maschinen sind geputzt, und
hohe Stapel der gelben und orangen Plastikkisten stehen bereit.
[i] Läset bei Riem, Daepp & Co. AG, Kiesen: Sa und So 4./5. Oktober von 10 bis 16 Uhr. Zum BERN-OST
Veranstaltungseintrag...
www.riemdaepp.ch
[i] Schädlinge:
Die asiatische Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) setzt heuer den Trauben zu, vor allem den roten. Die
kleinen Fliegen bevorzugen alle reifen Früchte, auch Trauben. Deren Beeren stechen sie an und legen bis
fünfmal täglich Eier ins Fruchtfleisch. Darin entwickeln sich Maden, die sich von der Traube ernähren,
verpuppen und dann zu Fliegen werden. Weil sich die Kirschessigfliege erst kurz vor der Ernte an die
Trauben macht, ist eine Insektizidbehandlung schwierig, vor allem, weil der richtige Moment erwischt werden
muss. Nach dem Spritzen muss eine Wartezeit von zehn Tagen eingehalten werden, damit sich das Gift
abbauen kann, sagt Jürg Maurer von der Fachstelle für Rebbau am Inforama Oeschberg in Koppigen. Zudem
sei die Anwendung solcher Behandlungen meldepflichtig. Im Gegensatz zum Tessin und zur Ostschweiz sei
der Kanton Bern aber bisher mit einem blauen Auge davongekommen: Hier haben bis jetzt nur fünf
Traubenproduzenten zu Insektiziden gegen die Kirschessigfliege gegriffen. Andere Produzenten behelfen
sich, indem sie die Trauben bei Befallsbeginn etwas früher lesen und statt Rotwein einfach einen Rosé
produzieren.
BEGASOFT Rechenzentrum
Laura Fehlmann, Berner Zeitung BZ
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16.02.2016