Arthur Miller: Hexenjagd

Arthur Miller: Hexenjagd
Neuinszenierung am Residenztheater
Einführungsvortrag von Hanskarl Kölsch
Ankündigung des Residenztheaters.
Vor langer Zeit an der Ostküste Amerikas. In der kleinen, streng puritanischen Stadt Salem
sind mehrere Mädchen urplötzlich krank, hysterisch, jenseitig. Reverend Parris hat sie kurz
zuvor halbnackt bei okkulten Tänzen im Wald erwischt und konsultiert Pastor Hale, den
ehrgeizigen Exorzisten der Region. Der entdeckt schnell Schauerliches: Der Teufel geht um
in Salem! Und die Mädchen, angeführt von Abigail Williams, wissen, mit wem er tanzt.
Ein Gericht wird einberufen, um die Stadt vom Bösen zu reinigen, mit den ‚Riot Girls‘ als
exklusiven Zeugen. Schnell sind die Gefängnisse überfüllt, kaum einer scheint unschuldig,
jedem kann der Galgen drohen. Der Sturkopf John Proctor macht seinen früheren Ehebruch
mit Abigail öffentlich und behauptet steif und fest, es ginge nicht um Hexerei, sondern um
niedere Rache. Und in der Stadt nimmt derweil das Chaos zu, Aufruhr droht. Wird Salem
aus den Fängen des Bösen zu retten sein?
Miller schreibt 1953 gegen die demokratische Eiszeit der McCarthy-Ära an...
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Die McCarthy-Ära (nach dem US-amerikanischen Senator McCarthy) bezeichnet eine historische Phase in der Anfangszeit des Kalten Krieges. Sie war in den USA
durch hysterischen Antikommunismus und Verschwörungstheorien geprägt. Auch
der vor Hitler geflohene Bert Brecht und der von den Nazis ausgebürgerte Thomas
Mann wurden vor dem Ausschuss zur Untersuchung unamerikanischer Umtriebe in
Washington verhört. Beide Dichter verließen die USA.
Die Regisseurin Tina Lanik befragt das Stück nach parallelen Versuchen in unserer
Gegenwart, den Rechtsstaat auszuhebeln. Am Residenztheater inszenierte sie
mehrmals erfolgreich – vor mehreren Jahren beispielhaft Grabbes als unaufführbar
geltenden Herzog von Gothland, zuletzt Tschechows Drei Schwestern.
München, 3 Minuten vom Isartor. – Details bei Anmeldung.
Termin: Freitag, 26. Februar 2016, 17:00 bis 18:30 Uhr
Teilnahme: 10.- €
Anmeldung erforderlich
Hanskarl Kölsch, Prellerweg 1, 82054 Sauerlach (08104/7824)
Email: [email protected] Homepage: www.hk-koelsch.de