375 Von Männern, Muskeln und Hormonen

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Von Männern, Muskeln und Hormonen
Dr. Martin Runge
Männer sind anders, vor allem auch beim Älterwerden. Die moderne Altersmedizin hat wichtige Unterschiede
zwischen Frauen und Männer in dieser Lebensphase herausgefunden, Unterschiede, die in der Diagnostik,
Prävention und Behandlung eine wichtige Rolle spielen.
In allen Gesellschaften werden Frauen älter als Männer. Bei uns in Deutschland erreichen zur Zeit 52 Prozent der
Frauen, aber nur 33 Prozent der Männer ihren 85. Geburtstag. Frauen sind also langlebiger. Von dieser
Altersgruppe ab dem 85. Lebensjahr sind aber 42 % der Frauen, aber nur 28 % der Männer pflegebedürftig
(Pflegequote nach www.destatis.de). Wir sprechen vom „gerontologischen Paradox“. Es ist von praktischer
Bedeutung für die Prävention und Behandlung, woraus sich diese Unterschiede erklären. Fitnessziele genau zu
definieren, ist unerlässlich für effektive Verbesserungen. Lange leben und fit bleiben sind eben zwei
unterschiedliche Prozesse.
Ein Teil der Erklärung liegt sicher in der unterschiedlichen Muskelausstattung, mitbedingt durch die hormonellen
Unterschiede. Die Altersmedizin untersucht bei Männern die Andropause, analog zur Menopause bei Frauen.
Denn auch bei Männern verändern sich mit dem Alter die Hormone. Gut untersucht ist vor allem das Testosteron,
dessen Produktion mit dem Alter im Durchschnitt (!) abnimmt. Die Wirkung von Testosteron auf das
Muskelwachstum ist in der Forschung zwar nicht so deutlich bewiesen wie man in der (sportlichen) Öffentlichkeit
vermutet, ist aber ein möglicher Ansatzpunkt zur Verbesserung der körperlichen Fitness beim Älterwerden. Die
schwierigen Verhältnisse der Testosteronmedikation zum Prostatakarzinom bleiben ein aktuelles Thema, das
sorgfältige ärztliche Beratungen und Untersuchungen erfordert.
Wir haben in den letzten Jahren Neues über die Hormone gelernt: Hormonspiegel sind abhängig von aktuellen
Gefühlen und körperlichen Tätigkeiten. Muskeltraining ebenso wie Siegesstimmung – aus welchem Grund auch
immer – erhöhen z.B. den Testosteronspiegel.
Zum Thema Männergesundheit gehören auch die kardiovaskulären Risikofaktoren: Hochdruck, Zuckerkrankheit,
erhöhte Blutfette, und das Bauchfett. Fett ist nämlich nicht gleich Fett. Das Fett im Bauchinnenraum produziert
Gewebshormone, die den Blutgefäßen und Muskeln schaden. Wie kann man diese Gefahrenquelle messen?
Ganz einfach: über den Bauchumfang.
Und wie kann man ihr begegnen: durch Bewegung. Eine neu entdeckte Muskelwahrheit ist die Muskelverfettung,
die auch bei nicht-übergewichtigen Menschen auftreten kann. Ein inaktiver alternder Muskel lagert Fett ein und
verliert an PS (= Muskelleistung).
In einem Workshop zur Männergesundheit darf das Thema Sexualität, genauer: erektile Dysfunktion, nicht fehlen.
Da wir „unter uns Männern“ sind, kann hier offen diskutiert werden. Es gibt nicht nur die berühmte „blaue Pille“ zur
Verbesserung der sexuellen männlichen Leistungen. In den Gesundheitsseminaren der Privatpraxis Dr. Runge im
Geriatrischen Zentrum Esslingen-Kennenburg diskutieren und schulen wir auch übende Techniken zur
Verbesserung der erektilen Funktion.
Kontakt:
Dr. Martin Runge
Aerpah-Klinik Esslingen-Kennenburg
Kennenburger Str. 63
73732 Esslingen
[email protected]
www. privatpraxis-dr-runge.de
Tel. 0711 39 05 306