von angst zu hoffnung

März – April 2016
Das Magazin der BewegungPlus
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Editorial
Himmel auf Erden?
Von der Angst zur Hoffnung
Die «letzten Dinge» im Überblick
Kolumne – konkret ausgelegt:
Das 1000-jährige Reich
Mit Hoffnung in die Politik
Was Asylsuchende mit
der Endzeit zu tun haben
Erlebt
MissionPlus: Ein offenes Herz
und Haus für Fremde
MissionPlus:
Berichte aus Afrika
Wuselseite
Bewegungskiosk
YouthPlus
Schlusslicht
IMPRESSUM
HERAUSGEBER BewegungPlus, zweimonatlich
erscheinende bewegungsinterne Zeitschrift
REDAKTION Christian Ringli (Chefredaktor), Brigitte
Frei, Martin Güdel, Toni Nyffenegger, Romi Riva,
Meinrad Schicker
LAYOUT A4 Agentur, Rotkreuz
FOTOS shutterstock.com
KORREKTORAT Rita Born
INSERATAN­N AHME Peter Wenk,
[email protected],
BewegungPlus Schweiz, Grabenstrasse 8A, 3600 Thun,
Telefon 033 223 11 80, Fax 033 223 17 26,
www.bewegung­plus.ch
DRUCK Druckerei Jakob AG, 3506 Grosshöchstetten
AUFLAGE 3100 Exemplare
REDAKTIONSADRESSE Redaktion online,
Burgdorfstr. 10, 3510 Konolfingen,
031 791 20 58, [email protected]
EINSENDUNGEN für die Nummer Mai – Juni 2016:
bis 1. März 2016
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«Ich wott!» – «Nei, ich!» – «Nei, ich!» Wieder einmal
endet das bis dahin so gemütliche Puzzeln mit
erhitzten Gemütern: Wer darf das letzte Teilchen
ins grosse Bild einfügen und damit das Werk
vollenden? Schon kleine Kinder ahnen etwas von
dem hehren Moment, ein solches «Zämesetzli»
zu vervollkommnen, und auch auf mich übt ein
Puzzle eine gewisse Faszination aus (solange es
nicht fünftausendteilig und mit einem Sujet à la
«Hundert Schwäne auf weissem Sandstrand» ist).
Die Vision «Mehr Himmel auf Erden» hat manche
Ähnlichkeiten mit einem Puzzle. Hier wie dort geht
es darum, dass etwas sichtbar wird, was an ziemlich
vielen Orten zerbrochen ist. Hier wie dort ist die
Sehnsucht nach dem ganzen Bild der Antreiber. Hier
wie dort ist manchmal ein fragender Blick auf die
Vorlage vonnöten – die Vorlage, die uns zeigt, wie das
Ganze am Schluss aussehen soll.
Was ist unsere Vorlage, wenn es um mehr Himmel auf
Erden geht? Wie stellen wir uns diesen Himmel vor?
Theologisch gesprochen geht es hier um «Eschatolo­
gie»: um die Frage, wie Gottes Plan am Ende aussieht
und auf welchem Weg es dazu
kommt. Lohnt es sich überhaupt,
WIR STARTEN MIT
an diesem milliardenteiligen Puzzle
DEM HIMMEL UND
herumzuschustern, oder wird am
DER FRAGE, WELCHE Ende doch sowieso alles fortgewor­
fen und mit ganz neuen Teilchen
ÄNGSTE UND HOFFaufgefahren?
NUNGEN UNS IM
BLICK AUF DIE ZUKUNFT ANTREIBEN.
Antworten auf diese Fragen können
entscheidend darüber sein, wie
wir hier und heute puzzeln. In den
kommenden onlines werden wir diesen Fragen
nachgehen. Wir starten mit dem Himmel und der
Frage, welche Ängste und Hoffnungen uns im Blick
auf die Zukunft antreiben. Ich lade herzlich dazu ein,
«mit­zupuzzeln», auch wenn das letzte Teilchen ver­
mutlich noch weit weg ist.
Christian Ringli, Redaktion online
[email protected]
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In meinen jungen Jahren war das Thema heiss. Kaum hatte ich
verstanden, dass Jesus für mich in die Welt gekommen ist, wurde ich – theologisch noch jungfräulicher als heute – schon mit seinem zweiten Kommen konfrontiert. Die Naherwartung mit den sie
begleitenden Gerichten war in Predigten, Lehren, Prophetien und
in einschlägiger Literatur unüberhörbar. Fürwahr, nicht alles war
über alle Zweifel erhaben, aber sicher die Ernsthaftigkeit der Nachfolge und die Dringlichkeit unseres Auftrags unterstreichend. Für
mich war das Ganze jedoch mehr besorgniserregend als befreiend.
Tröstend war einzig die Vorstellung, dass die Erlösten noch vor der
«grossen Trübsal» in den Himmel abberufen würden. Aber erlitten
die Millionen von Verfolgten nicht schon jetzt grosse Trübsal? Diese unbequeme Frage des Märtyrer-Pfarrers Richard Wurmbrand
brachte mein System ins Wanken. Entschlossen, zumindest ein wenig Leiden einzuüben, liess ich die Zahnbehandlungen ohne Spritzen über mich ergehen (kein Witz!).
Heute ist in der Kirche eher wenig von den letzten Dingen die Rede –
und dies, obschon sich die Auseinandersetzung mit ihnen sowohl
theologisch wie auch historisch geradezu aufdrängt. Die wunderbare Hoffnung des Evangeliums tritt in den Vordergrund: Alle Leiden
werden überwunden, alle Tränen abgewischt sein, und noch mehr
als dies: Gott wird unter uns Menschen wohnen. Alles ist erfüllt von
seinem «Schalom», dem Frieden, welcher Wohlergehen und Glück
einschliesst. Die grosse Verwandlung ist geschehen – mehr Himmel auf Erden ist zum Himmel auf Erden geworden. Menschen aus
allen Nationen und Völkern sind versöhnt, geheilt und in ihrer Würde wieder hergestellt, und die Schöpfung ist erlöst.
Das Ganze scheint durch Gewalt und Schande von Krieg und Terror noch mehr in Bewegung gebracht. Zugegeben, mich überfordern die Millionen von Flüchtenden. Statt mich lähmen zu lassen,
kann ich es auch anders sehen: die Menschen, die in ihren Breitengraden oft kaum mit dem Evangelium zu erreichen sind, werden zu uns bewegt, dass ihnen mehr Himmel wird. Der Schaden
muss zum Nutzen werden: «Tod, wo ist dein Stachel,
Hölle, wo ist dein Sieg?»
Das ist die ganz grosse Vision Gottes. Sie zu betrachten bewegt in die richtige Richtung. Angst lähmt,
Hoffnung befreit – beschäftigen wir uns also mit ihr.
Toni Nyffenegger, Präsident BewegungPlus
[email protected]
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Das neue
Jerusalem,
Beatus de
Facundus,
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Madrid,
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Gemäss Offenbarung 21,15 finden sich im quadratischen
Grundriss des himmlischen Jerusalems Christus als
Lamm, Johannes und der Engel mit dem goldenen Stab,
mit dem die Stadt mit ihren zwölf Toren vermessen wird.
Diese Handschrift des Mönchs Beatus de Facundus um
950 war u.a. eine Inspirationsquelle für Umberto Ecos
«Der Name der Rose».
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EIN NEUES VERSTÄNDNIS
Im Verlauf meines Studiums setzte ich mich immer
wieder mit der Frage auseinander, wie die ersten Leser die biblischen Texte verstanden und was sie ihnen bedeutet hatten. Bald schon realisierte ich, dass
es für die Christen im ersten Jahrhundert, welche so
wie wir auf das Kommen des Reiches Gottes warteten, wenig hilfreich gewesen wäre, wenn Johannes
ihnen in ihrer Zeit der Verfolgung von Dingen erzählt
hätte, die 2000 Jahre später passieren sollten: vom
sowjetischen Antichristen (oder wer immer es gerade war), von der EU als Zehnstaatenbund und dergleichen. Erstmals begann ich diese Texte in ihrem
historischen Kontext und als Antwort auf die Fragen
der damaligen Christen zu lesen. Erstmals machten
sie mir keine Angst mehr. Mehr noch, ich begann das
AMERIKANISCHE SCHLAFSTÖRUNGEN
Frisch verheiratet zogen wir nach Deutschland und ungemeine Potenzial dieser Texte zu entdecken – Bilwohnten zehn Kilometer vom amerikanischen Stütz- der der Hoffnung und der Orientierung.
punkt der atomaren Langstreckenraketen entfernt.
In mir breitete sich immer mehr Angst aus, und ich DAS REICH GOTTES VOR AUGEN
wollte die Offenbarung gar nicht mehr lesen. Ihre Als ich mich dann während meiner Dissertation mit
schrecklichen Bilder und die so eindeutigen Ausle- den jüdischen Erwartungen rund um die Herrschaft
gungen der Endzeitspezialisten machten mir Angst. Gottes auseinandersetzte, löste die Hoffnung die
Als treuer Christ las ich den Roman «Die sieben letz- Angst vollends ab: Gott liebt seine Schöpfung so sehr
ten Jahre»*, und dies ausgerechnet, als wir als Fami- (das hatte ich zwar schon vorher unzählige Male in
lie wegen meines Studiums in die USA zogen. Da wa- Johannes 3,16 gelesen), dass er sie nicht preisgeben,
ren wir dann, ohne jemanden zu kennen, da alle, die sondern befreien wird (auch das hatte ich schon ununs etwas bedeuteten, jenseits des Atlantiks lebten. zählige Male in Römer 8,18–30 gelesen). Seither hat
Innerlich erwartete ich jeden Moment Verfolgung, das «unser Vater» mit seiner Bitte «dein Reich komZerstörung – und irgendwann ja auch noch die Wie- me, dein Wille geschehe, wie bereits im Himmel, so
derkunft von Jesus. Doch die verblasste hinter den
lebhaft ausgeschmückten Schreckensszenarien der
damaligen Endzeittheorien. Nachts konnte ich oft nur
schlecht schlafen.
Wie schon Toni Nyffenegger (siehe Seite 3) wurde
ich als frisch bekehrter Teenager mit einem nichtchristlichen Hintergrund schon schnell mit der «Endzeit» und allen dazugehörigen Szenarien und Theorien konfrontiert. Das war in der Zeit des Kalten
Krieges und der Angst vor einer atomaren Auseinandersetzung der damaligen Supermächte. Die Grauen des 2. Weltkrieges waren vielen Menschen noch
ebenso gegenwärtig wie die Staatsgründung Israels und die Nahostkriege als Stellvertreterkriege der
Supermächte. Diese politische Weltlage bildete einen fruchtbaren Boden für unzählige Endzeit-Spekulationen.
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in damals populärer Roman, in dem die «grosse
Trübsal» und alles Grauenhafte, das in Zukunft
geschehen werde, ausführlich beschrieben wurde.
Diese Theorie entstand aus einer Kombinierung
von Daniel 9 und Matthäus 24,15-28.
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Der Wandteppich «Zyklus der Apoka­
lypse» von Angers misst in seiner
vollen Länge 103 Meter und ist der
grösste Wandteppich, der jemals in
Europa gewebt wurde. Angefertigt
wurde er zwischen 1373 und 1382 von
verschiedenen Künstlern. In diesem
Abschnitt wird Johannes das neue
Jerusalem gezeigt mit den zwei
Lebensbäumen, die zwölfmal im Jahr
Früchte tragen.
Fragment des Wandteppichs
Zyklus der Apokalypse von
Angers (F), Szene 73: Das
neue Jerusalem, fotografiert
von Kimon Berlin
DER KAMPF DER REICHE
Schliesslich haben genau diese Texte dazu geführt,
dass ich mich von einem Christentum als einem verinnerlichten, vergeistlichten, privaten Glauben endgültig verabschiedet habe. Gottes Vision für seine
Schöpfung und sein Heil ist viel grösser als mein
privates Seelenheil. Es umfasst die ganze Schöpfung. In diesem Sinn sind die Endzeittexte der Bibel
auch hochpolitische Aussagen. Im Angesicht der poSCHON JETZT DIE ZUKUNFT LEBEN
In den letzten Jahren habe ich zudem immer mehr litischen, militärischen und wirtschaftlichen Macht
realisiert, dass die grosse Vision Gottes mein Le- Roms bekannten die ersten Christen: Christus ist Köben hier und heute prägen will. Wenn es heisst, dass nig. Seither hat die Anbetung Gottes für mich einen
der Wolf und das Lamm friedlich beieinander woh- öffentlichen Charakter bekommen. Sie ist unser Benen werden, gibt mir das nicht nur Hoffnung für eine kenntnis zur Herrschaft eines gekreuzigten und aufWelt, in welcher nicht mehr jeder jeden frisst, um erstandenen Gottes – und damit auch unsere Absaselber zu überleben, sondern es prägt meinen Um- ge an alle privaten, politischen und wirtschaftlichen
gang mit anderen Menschen: Ich will schon heute Machtansprüche unserer menschlichen Klein- und
treu gegenüber Gottes Zukunft für diese Schöpfung Grossreiche. Diese Botschaft trifft mich ganz perleben. Das sind buchstäblich visionäre Texte, die mir
sönlich und ist doch immer grös­
helfen, die Gegenwart im Licht der Zukunft Gottes zu
ser als mein Leben.
sehen und mich nicht von falschen Hoffnungen oder
Ängsten um den Verlust der (westlichen) Privilegien
Matthias Wenk
bestimmen zu lassen.
BewegungPlus Burgdorf
auch hier auf Erden» einen ganz neuen Stellenwert
in meinem Leben. Die Texte, die mir früher Angst
machten, sind heute zu meinen treusten Begleitern
geworden. Sie reden von der grossen Vision Gottes
für seine Schöpfung. Sie sind Leitbild, Vision und Mission der Kirche zugleich.
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Gott hat jedoch verheissen, dass sich seine Königsherrschaft letztlich in jedem Winkel von Himmel und
Schenkst du ab und zu Rosen? So wunderschön sie Erde durchsetzen wird: Vor mir wird sich jedes Knie
sind, so rasch verblühen sie wieder. Du könntest beugen, und jede Zunge wird mich preisen.2 Jesus
auch Rosen aus Plastik schenken. Die halten ewig, wird wiederkommen, und als der Herr der ganzen
aber es wäre nicht dasselbe, denn es ist kein Leben Schöpfung wird er die Versöhnung dessen vollenden,
in ihnen. Wäre es nicht genial, wenn wir unseren Lie- was durch die Sünde und den Tod getrennt ist: Die
ben wunderbar duftende Rosen schenken könnten, Beziehung zwischen Gott und Mensch, die Beziehung
die so schön und lebendig sind, wie die echten, und der Menschen untereinander und die Beziehung zwiso lange halten, wie diejenigen aus Plastik?
schen Mensch und Schöpfung: Denn Gott wollte mit
seiner ganzen Fülle in ihm (Jesus) wohnen, um durch
ihn alles zu versöhnen.3 So wird Gott Himmel und
SEHNSUCHT NACH UNVERGÄNGLICHKEIT
Wir alle sehnen uns nach einem Leben, das nicht Erde neu schaffen, und in der neuen Schöpfung wervergeht, sondern lebendig und frisch bleibt; nach ei- den Sünde und Tod keine Macht mehr haben. Deshalb
nem Leben, das die Sünde nicht zerstören und dem wird Jesus als Richter alle Mächte und Gewalten verder Tod nichts anhaben kann: dem ewigen Leben. Mit urteilen und bestrafen (inklusive der menschlichen),
Adams Biss in den Apfel (oder war es ein Pfirsich?) die sich seiner Herrschaft widersetzen, ihre Knie nicht
ist unser Leben vergänglich geworden. Der Tod und beugen wollen und ihm die Loyalität verweigern.
die Sünde sind in die Schöpfung eingedrungen. Die
Beziehung zwischen Gott und Menschheit zerbrach, Das ist unsere Hoffnung, dass alles, was aus Gott
und der Himmel (die Dimension Gottes) und die Erde kommt und aus ihm lebt, ewigen Bestand hat, und
(die Dimension der Menschen) wurden voneinander dass alles, was von ihm getrennt ist und bleiben will,
getrennt (siehe Grafik). An unserem Leben ist nichts
mit der Sünde und dem Tod ver«Letztes» mehr, nichts Unvergängliches.
nichtet werden wird.
Durch Jesus Christus hat sich das radikal geändert.
Dank ihm sind eine Beziehung mit Gott und unzerstörbares, ewiges Leben wieder zugänglich geworden. Himmel und Erde haben sich durch ihn in der
christlichen Gemeinde wieder zu vereinen begonnen. Das Reich Gottes ist jetzt schon eine erlebbare
Realität, aber es ist noch nicht in die ganze Schöpfung durchgebrochen. Deshalb beten wir: Dein Reich
komme (...) wie im Himmel so auf Erden! 1
1 Matthäus 6,10
2 Jesaja 45,23
3 Kolosser 1,19 f
– Ort der unmittelbaren
Gegenwart und uneinge­
schränkten Herrschaft Gottes
– Paradies, Abrahams Schoss,
Wohnung im Vaterhaus als
zwischenzeitlicher Aufent­
haltsort der verstorbenen
Gläubigen
– Anbruch des Reiches Gottes
– Tod am Kreuz
– Abstieg ins Totenreich
– Auferstehung
– Himmelfahrt
– Ausgiessung des Geistes
ERLÖSUNG DURCH JESUS
HIMMEL
– Die Schöpfung
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ohnraum und
Wirkungsbereich
des Menschen
Urs Thalmann
BewegungPlus Matzingen
[email protected] – Auferstehung
– Der Tag des Herrn
– Wiederkunft Jesu
– Weltgericht / Preisgericht
– Hochzeitsmahl des Lammes
– Entrückung der Gläubigen
VOLLENDUNG
– Vollendetes Reich Gottes
– Neuer Himmel und neue Erde
– Neues Jerusalem
– Gott wohnt bei den Menschen
GOTTES NEUE SCHÖPFUNG
ERDE
TOTENREICH
– Sheol / Hades
– Zwischenzeitlicher Aufenthalts­
ort der (ungläubigen) Toten
– Ort ohne Leben
ÜBERWINDUNG DES BÖSEN
– Ewige Trennung von Gott
– Hölle (gehenna)
– Feuer und Schwefelsee
– Verderben und Verdammnis
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od und Hades im Feuersee
(zweiter Tod)
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Der als «Oberrheinischer Meister»
(un)‌bekannte Maler der Spätgotik schuf
dieses Bild auf Eichenholz zwischen
1410 und 1420. Die lesende Maria und
das Christuskind, das auf einem
Psalterium spielt, sind – umgeben von
Engeln und Heiligen – in einem Garten,
der wohl das vergangene wie auch
zukünftige Paradies darstellen soll.
Städelsches Kunstinstitut und
Städtische Galerie, Frankfurt
am Main, Inv. Nr. HM 54
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ten und getöteten Märtyrer, werden ihre Verfolger
«bei weitem» überleben und Gottes Reich wird das
römische Reich überdauern. Das Bild vom Millennium spricht somit nicht von einer buchstäblichen Zeitspanne, sondern vom Triumph der Verfolgten über
ihre Verfolger. Es fällt auf, dass Johannes hier nirgends von einer Entrückung der Gläubigen spricht
und auch kein Wort über eine grosse Trübsalzeit verliert. Wenn nachher davon die Rede ist, dass der Satan noch einmal losgelassen wird, will das ermutigen: Selbst wenn das Böse wieder einmal aufbricht,
Im Zentrum dieses Abschnitts steht der Konflikt der kommt es zu keiner Neuauflage des alten Kampfes:
Gemeinde mit dem römischen Reich, welches die das Schicksal des Bösen ist besiegelt.
Christen verfolgte, dem Tode übergab und Weltherrschaft beanspruchte. Dieser Realität auf Erden steht Matthias Wenk, BewegungPlus Burgdorf
die himmlische Vision gegenüber: Sie, die verfolg- [email protected] Die Formulierung von einem «Tausendjährigen
Reich» findet sich nur am Schluss der Johannes-Offenbarung (20,1–6). Während die Vorstellung von einem «messianischen Friedensreich» ein bekanntes
Motiv jüdischer Texte ist, kommt dort die Zahl 1000
nie vor. Das lässt vermuten, dass Johannes die Zahl
1000 symbolisch verstanden hat, ähnlich wie sie in
vielen anderen Bibelstellen für «sehr viel» oder «unendlich lang» steht.
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online: Warum hast du dich dazu entschieden,
in der Politik mitzuwirken?
Der eine Grund war das Hauptmodul «Theologie der
Armen» in meinem Masterstudium. Der andere war
Heidi, meine Frau. Sie kommt aus einer politisch engagierten Familie.
Wie erlebst du das Spannungsfeld
«Glaube und Politik»?
Unser hektischer «christlicher» Alltag lässt uns
manchmal an der Gesellschaft vorbeileben. Doch
gerade da begegnen wir Menschen und haben die
Möglichkeit, unsere Anteilnahme am Leben der Gesellschaft unter Beweis zu stellen. Sich für das Gemeinwohl einzusetzen hat sehr viel mit Nächstenliebe zu tun und öffnet nicht selten die Tür für
tiefergehende Gespräche.
Du plädierst in deiner Arbeit für ein
Mitgestalten der Kirchen an der
Gesellschaft. Wo siehst du Erfreuliches?
Mich freut es zu sehen, wie stark die Kirchen vor allem im sozialen Bereich engagiert sind. Was die politische Dimension betrifft, imponiert mir zum Beispiel
die hervorragende Arbeit der Schweizerischen Evangelischen Allianz oder von StopArmut.
Was könnten wir in den BewegungPlusGemeinden noch verbessern?
Ich wünsche mir, dass Verantwortungsträger in der
Kirche (mitunter Pastoren) für politische Verantwortungen in Kommissionen und Ämtern freigestellt
werden – und dies durchaus in verschiedenen Parteien. So vermitteln wir glaubwürdig, dass es uns letztlich nicht um Parteipolitik geht, sondern um christliches Engagement: Christus, die Hoffnung der Welt!
Das vollständige Interview befindet sich auf
Ein Leitsatz heisst für dich «Christliche Ethik ist
von Hoffnung geprägt». Was heisst das?
www.bewegungplus.ch
Was wir von der Zukunft erwarten, prägt unser gegenwärtiges Denken und Handeln. Als Christen sind
wir die zuversichtlichsten Menschen auf Erden, denn
wir wissen um die erneuerte, geheilte und trostvolle
Welt, die vor uns liegt. Gerade die Politik ist vielfach
von Angst gesteuert: Angst vor Kriminalität, Klimakatastrophen, Ausländerschwemme, Arbeitslosigkeit, Börsencrash, etc. Die Hoffnung in einen Gott,
der über unser menschliches Vermögen in das Weltgeschehen eingreift, wirkt entspannend, befreiend
und beflügelt zu verschenkender Hingabe.
Die einen erwarten von der Zukunft, dass alles
besser wird, die anderen erwarten eine Ver­
schlimmerung der Zustände. Wo siehst du dich?
Ohne Gottes Eingreifen bleibt die Welt ein trostloses
Pflaster. Da nützt kein noch so ausgeklügeltes Programm oder politisches System. Aber gerade das ist
es, was unserer Hoffnung so viel Gewicht verleiht,
dass nicht der Mensch (dem zu misstrauen wir mittlerweile gelernt haben), sondern Gott Dreh- und Angelpunkt einer Welt ohne Schmerz, Geschrei und Tod ist.
Christian Meyer
Christian Meyer arbeitet seit 2010 nebst einer
Teilzeitanstellung als Pastor der BewegungPlus
Biel bei der Evangelischen Volkspartei (EVP).
Er ist Vater von zwei Adoptiv-Töchtern aus Burkina
Faso und einer Pflegetochter aus Eritrea.
Seine Ordinationsarbeit «Begründung und
Dimension des politischen Handelns der Kirche»
über Jürgen Moltmann kann unter
[email protected] bezogen werden.
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Gerne würde ich nun sagen, dass wir mit jeder Einkaufstasche, mit jedem gelernten Wort Deutsch, mit
jeder Sitzung am runden Tisch und mit jedem Gebet sichtbar Hoffnung verteilen. Leider kann ich es
nicht. Ich sehe zwar immer wieder kleine Früchte,
aber «Ernte» wäre ein übertriebenes Wort. Somit
kommt noch ein sehr entscheidender Aspekt hinzu:
Das Warten. Wir warten darauf, dass Gott diese Erde
DER SCHÖPFUNG FOLGEN
vollendet und eine richtige Ernte gefeiert werden
Gott schuf diese Welt aus dem Chaos und ermöglichdarf. So verbinden wir das Warte Lebensraum und Ordnung. Nun warten wir darauf,
ten mit unseren Taten bis endgültig Himmel auf Erden ist.
dass er wiederkommen wird und die Schöpfung vollendet, denn wir leben noch inmitten von Unruhe. Betrachten wir die aktuellen Völkerwanderungen und
Michael Wenk
Massenströme, kommt uns im wahrsten Sinne des
BewegungPlus Hindelbank
Wortes eine grosse Unruhe entgegen. Wenn wir uns
[email protected]
als Gemeinde im Asylzentrum einbringen, haben wir
Teil an Gottes schöpferischem Handeln und erleben
schon jetzt etwas von Offenbarung 7,9.
Als Gemeinde war uns sofort klar: Wir wollen uns
aktiv engagieren. So hat sich ergeben, dass wir wöchentlich einen Einkaufsservice (siehe online 1/16)
und Deutschunterricht anbieten, am runden Tisch mit
Behörde und verschiedenen Institutionen teilnehmen
und im Gebet für das Asylzentrum einstehen. Was
uns nebst der Nächstenliebe motiviert:
WENDE STATT ENDE
Wir glauben fest daran, dass Gott einen Plan für diese Schöpfung hat. Ich sehne mich nicht nach einem
Ende unserer Zeit. Ich wünsche mir eine Wende in
unserer Zeit. Diese Sehnsucht ist uns Grund genug,
uns im Asylzentrum zu investieren. Natürlich wurden wir bei einem Einkauf auch schon beklaut, und
ein «verlorenes» Trottinett fanden wir beim Asylzentrum wieder. Doch genau darum geht es ja bei unserer Arbeit: In Erwartung der Vollendung jetzt schon
eine Wende einzuleiten und anders zu handeln.
HOFFNUNG IN DER HANDLUNG
«Hoffnung führt dem Handeln die Hand.» Deshalb
sind wir mit unserer Arbeit Hoffnungsträger. Wir
sind es, wenn ein Asylsuchender zu Besuch in die
Gemeinde kommt, und wir sind es auch, wenn Asylsuchende den Deutschunterricht schwänzen, um
anderen (immer wieder auch illegalen) Aktivitäten
nachzugehen.
XXI
Canto X
Die 1867 im malerischen Tonstich
ausgeführte Grafik zum XXXI. Gesang
in Dantes «Göttlicher Komödie» zeigt
das Auf- und Niederschweben der
Engel rings um eine «Himmelsrose».
Letztlich bleibt auch Dante sprachlos,
wenn es darum geht, die himmlische
Herrlichkeit zu beschreiben: «Wie
schwach das Wort! Wie käms dem
Denken nahe? Wie wenig – minder
noch denn wenig tut das Denken dem
genug, was mir geschahe!»
Dante und Beatrice in der ewigen Anschauung,
Gustave Doré, in einer englischsprachigen
Ausgabe der Göttlichen Komödie von Dante
Alighieri; Henry Francis (ed) (1892), London,
Paris & Melbourne: Cassell & Company.
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Nach einem Vortrag vor Studierenden vor einem Jahr haben die angehenden Theologen für mich und meine Arbeit gebetet. Nach dieser Zeit kam ein Student auf mich zu und erzählte von einem inneren Bild, das ihn während des Gebets bewegt hatte: Er sah ein
grosses Schiff vor sich auf dem Meer, das in einen Hafen einlief. Das
Schiff war übervoll mit Menschen. Dann sah der junge Christ mich
am Hafen stehen und die Brücke zum Schiff herunterlassen.
Ich hatte weder einen Vortrag zur Flüchtlingskrise noch eine Analyse der Migrationssituation präsentiert. Allerdings stand ich persönlich in dieser Zeit vor der Frage, inwiefern ich mich in der Situation zu Asylfragen engagieren sollte. Ich empfand die Dringlichkeit
mich einzusetzen, gleichzeitig musste ich mir vor Augen halten,
dass meine zeitlichen Ressourcen mehr als ausgeschöpft waren,
nicht zuletzt weil mein Präsidialjahr im Grossen Rat bevorstand.
Ich bin eher ein nüchterner Christ und hatte bisher mit dem Heiligen Geist nicht viel «am Hut» – bis zu unserer Konferenz zum Thema «Mehr Himmel auf Erden» im November hier in Burgdorf (mehr
dazu auf S. 18). Hannah Moore, die schwer behinderte Tochter des
Hauptreferenten, erzählte aus ihrem Leben, wie Gott ihr in ihrer
Zerbrochenheit jeden Tag wieder die Kraft gibt, ihre körperliche
und seelische Not und ihre Schmerzen auszuhalten. Diese Erfahrung bezeichnete sie als die Art, wie sie «Himmel auf Erden» erlebt. Das hat mich tief beeindruckt. Bisher hatte ich das Wirken des
Heiligen Geistes immer mit irgendwelchen Höhenflügen gleichgesetzt, von denen andere Leute berichteten und die mich persönlich
nicht wirklich berührten. Hier erfuhr aber jemand «Himmel auf Erden» in einer völlig anderen Situation – inmitten grösster Zerbrochenheit – und strahlte dabei eine unglaubliche Dankbarkeit, Freude und Kraft aus. In diesem Moment wurde mir ganz neu bewusst:
Der Heilige Geist ist alltagstauglich! Sein Wirken zeigt sich nicht
primär in den grossen Highlights des Lebens, sondern darin, dass
er uns die Kraft gibt, unseren Alltag durchzustehen.
Dieses wichtige Puzzleteil aus der Gebetszeit hat mich neben anderen kleinen Erlebnissen darin bestätigt, trotz allem Verantwortung Erich Long, BewegungPlus Burgdorf
angesichts der Herausforderungen der Flüchtlinge in der Schweiz
zu übernehmen und anderes zurückzustellen.
Marc Jost ist Grossrat im Kanton Bern, Generalsekretär und Leiter
Taskforce Flüchtlinge bei der Schweizerischen Evangelischen Allianz
sowie Mitglied in der BewegungPlus Thun.
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Schon länger war mein Gebet «Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden!» Diese Haltung liess mich für
einen jungen Asylsuchenden offen werden, den ich im Folgenden
enger begleitete. Ich durfte miterleben, welche neuen Perspektiven es gibt, wenn ein Analphabet lesen und schreiben lernt. Dieses Erlebnis führte dazu, dass ich mit Deutschkursen für Flüchtlinge begann, welcher auf grossen Anklang stösst.
Teilweise suchen die Leute auch darüber hinaus Hilfe, um sich hier
zurechtzufinden. Durch die Wertschätzung im Unterricht fassen
Einzelne Vertrauen zu mir: Sie zeigen mir Briefe, die sie nicht verstehen, und teilen mir ihre Sorgen mit. Ich höre zu, helfe dabei,
Briefe zu verstehen und zu schreiben, begleite sie auf Ämter (Migrationsdienst, Rückkehrhilfe, Anwalt, Flüchtlingsdienst, Sozialamt etc.) und helfe ihnen bei der Wohnungssuche. Dabei motivieren mich Fragen wie «Wo wäre ich froh um Hilfe, wenn ich in ihrer
Situation wäre?» – «Was würde ich mir für meine Kinder wünschen,
wenn sie in der Fremde wären?» Das hilft mir, innere Einwände
wie «das kann ich nicht», «das habe ich noch nie gemacht», «ich
habe keine Zeit» oder «ich bin nicht kontaktfreudig» zu überwinden.
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Eine Lebenseinstellung kann nicht bloss aus einer Motivation bestehen. Es braucht auch entsprechende Worte. Einander verstehen ohne Wortwechsel oder Erziehung ohne Worte geht nicht. Als
leidenschaftlicher Motorrad-Fahrer ergeben sich immer wieder
gute Begegnungen. Auf dem Rücken meines Gilets trage ich die
Aufschrift «ride4jesus».
In einem Restaurant sprach mich eine Frau darauf an:
«Haben Sie Jesus im Herzen?»
«Ja.»
«Haben Sie eine Biker-Bibel?»
«Ja.»
«Kann ich Ihnen eine abkaufen?»
«Nein, ich schenke sie Ihnen.»
Als ich der Person die Bibel übergab, waren wir rasch in einem
tiefen Dialog. Die Frau erzählte mir, wie sie in ihrer Jugend Missbrauch erlebt hatte. Von ihrer Geschichte tief berührt durfte ich
ihr aufzeigen, dass Jesus uns vergibt und wir einander vergeben
So versuche ich hier und jetzt etwas davon zum Ausdruck zu brin- sollen. Ich betete für sie, und wir spürten, wie Gottes Geist uns mit
gen, was Gott für die Zukunft verheissen hat: Gott wird in ihrer Mitte Freude und Kraft übergoss. Die Bibel gab ich ihr als Rüstzeug auf
wohnen; sie werden sein Volk sein – ein Volk aus vielen Völkern, und den Weg mit. Lesen, Beten und Wachsen sind unsere Aufgaben.
er selbst, ihr Gott, wird immer bei ihnen sein. Er wird alle ihre Trä­ Wenn wir unsere Gaben einsetzen, öffnen sich die Türen für Benen abwischen. (Offenbarung 21,3–4)
gegnungen.
Chantal Eggenberg, BewegungPlus Bern
Rolf Hurni, BewegungPlus Spiez, www.r4j.ch
MISSION
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len. Unsere Kapazität reicht nicht aus, um allen
nachzugehen. Bei manchen denke ich: Die sind erst
so alt wie unsere Kinder! Das bewegt mich sehr.
Was lernt ihr aus diesen Kontakten?
Sie: Eine gute Begegnung mit Muslimen hat viel mit
Respekt vor ihrem Glauben zu tun, denn auch sie
bringen unserem Glauben viel Respekt entgegen,
zum Beispiel unserem Gebet am Tisch. Sie möchten,
dass wir von unserem Glauben sprechen. Für sie ist
es normal, über Gott zu reden.
Er: Einer meiner muslimischen Freunde betet nach
dem Essen nach seiner Gewohnheit bei uns im Wohnzimmer. Ich sagte, dass ich bewundere, dass er dies
in Treue auch bei uns tut. Auch in unserer ausländischen Kleingruppe betet jeder, auch Nichtchristen,
in seiner Sprache. Dafür braucht es Offenheit und
Respekt.
* Aus Sicherheitsgründen werden weder Namen
Gibt es auch Enttäuschungen?
Er: Ja, zum Beispiel wenn ich losfahre, um Asylbe- noch Orte genannt
werber abzuholen, und niemand steht da. Herausfordernd ist es auch, wenn sie weiterziehen, zum Beispiel durch einen negativen Asyl-Entscheid. Es gilt
immer wieder loszulassen.
Sie: Wir konzentrieren uns auf die, die kommen wol-
CHF 1 043 000
paar Tage später haben wir gleich damit begonnen.
Da die Teilnehmerzahlen stark variierten, fuhr ich ins
Asylheim, um weitere Personen zu einem Film einzuladen. Drei folgten der Einladung. Als ich sie zurück
fuhr, luden sie uns zu einem feinen Essen ein, das
bis nach Mitternacht dauerte. Ich glaube, es war entscheidend, dass wir diese Einladung annahmen und
unseren Schlaf opferten. Überhaupt: Meine schweizerische Pünktlichkeit habe ich im Kontakt mit ihnen
über Bord geworfen. Der spannende Kontakt mit ihnen macht es mir leicht. Für mich ist es ähnlich wie
in der Pionierphase unserer Gemeinde: Ich erzähle
das Evangelium begeistert weiter. Gott zeigt mir jeweils gewisse Menschen, und in diese investiere ich
meine Energie und Liebe. Meine Frau und ich beten
jeweils nach dem Frühstück für diese Leute.
Sie: Diese Aufgabe mit Ausländern ist aber nicht nur
die Aufgabe von uns beiden, sondern die Familie und
weitere Leute aus der Gemeinde helfen mit. So entsteht ein tragendes Netz.
Soll bis Ende Dezember
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Dass 18 afrikanische Leiterinnen und Leiter an der
Schulung in Äthiopien teilnehmen konnten, war
nur mit deiner Spende möglich. Herzlichen Dank!
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Wie hat eure Beziehung zu Ausländern angefangen?
Er: Es war der Kontakt zu einer deutschen und ‌einer holländischen Familie, die wir beim Baden am
See mit unseren Kindern kennen gelernt hatten. Die
deutsche Familie besucht uns noch heute.
Tochter: Schon im Kindergarten habe ich mich um
ausländische «Gspändli» gekümmert. Später in der Erzählt von euren Erfahrungen!
Schule war mein Kontakt mit ausländischen Mitschü- Er: Schon bald lud ich Afghanen aus meiner Sprachlern meist besser als der mit Schweizer Kindern.
lerngruppe ein. Im Aslyzentrum mahnte man mich,
dass sie nicht arbeiten dürften. Ich zeigte ihnen Stall
Und wie ging die Geschichte weiter?
und Hof, doch schon bald sagte einer, sie müssten
Zwei Schlüsselerlebnisse mit Menschen mit musli- zurück. Ich fuhr sie zurück in die Unterkunft. Vor dem
mischem Hintergrund waren prägend. Eine muslimi- Zentrum fragte einer: «Kommst du zu uns zum Kafsche Frau fand Weihnachten mit uns so interessant. fee?» Ich nahm die Einladung an. Erst später erklärte
Da realisierte ich, dass dieses Fest auf eine Wei- mir eine Freundin, dass es in dieser Kultur unhöflich
se gefeiert werden kann, dass alle einbezogen sind. sei, gleich die erste Einladung anzunehmen.
Danach erlebte ich, wie Christen eine Muslima, die Sie: Zuerst fürchtete ich mich vor Muslimen und war
Christin geworden war, einen Monat lang versteck- skeptisch. Durch persönliche Beziehungen habe ich
ten, bis sie ausreisen konnte. Da wusste ich: Ich will gemerkt, dass meine Angst unbegründet ist. Mein
mein Leben dafür einsetzen, Muslime zu unterstüt- Mann lud ein, und ich kochte und unterstützte ihn.
zen, und sie sollen durch mich auch von Jesus hören. Ich habe auch Kontakte zu Tibeterinnen, doch haIn einem Kurs lernte ich, wie ich Moslems gut begeg- ben wir gemerkt, dass sich Gruppen mit verschiedenen kann, und begann mit anderen aus unserer Kir- nen Religionszugehörigkeiten nicht so gut vertragen,
che den Aufbau eines Deutschkurses. Beim ersten wohl aber verschiedene Nationalitäten mit derselMal warteten wir gespannt und – es kam niemand. ben Religion.
Das zweite Mal holte ich eine irakische Frau persönlich ab. Als sie eintrat, fragte sie erstaunt: «Ich allei- Ich habe von Al Massira gehört, erzählt mir davon.
ne?» Doch dann stiegen die Teilnehmerzahlen rasant. Er: Im Oktober 2013 begannen unsere Deutschkurse.
Ich bedauerte die Pause am Jahresende und lud darum alle zum Kaffee ein. Es kammen 15 bis 20 Leute. Spontan stellten wir den Kurs «Al Massira» (der
Weg) vor. Das ist vergleichbar mit einem AlphaliveKurs, einfach für einen muslimischen Kontext. Ein
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Flüchtlingsfamilie
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Eingegangen bis Ende Dezember
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Im Januar 2015 kam es nach dem Attentat auf Charlie
Hebdo in Paris auch im Niger zu gewalttätigen Übergriffen. Kirchen wurden angezündet, Pastoren verfolgt und ihre Häuser und Felder verwüstet, Menschen verloren ihr Leben. Boko Haram nutze die
Gelegenheit und tat das ihre noch dazu. Durch das
grosse Erdbeben im April in Nepal verschwand dann
diese Christenverfolgung leider schnell wieder aus
den Medien. Dank Kontakten vor Ort konnte MissionPlus trotzdem zusammen mit euren Spenden mit
rund 40 000 Franken schnell und unkompliziert helfen. Besten Dank dafür!
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Nachrichten in den Medien in mir Angst vor Muslimen geschürt
An einem Wochenende erlebten die Teilnehmer in einer «Insider hatten. Doch Gott hat mir während diesen Wochen ermöglicht, etCommunity» (Moslems, die zum christlichen Glauben übertreten was vom Erleben dieser Menschen zu fühlen. So ist meine Angst
und in ihrem muslimischen Kontext bleiben), einen wahren Augen- verschwunden, und die Liebe zu ihnen hat in meinem Herzen zu
öffner. Ein erfahrener afrikanischer Pastor drückte es so aus:
wachsen begonnen.
«Bis jetzt wollte ich die Muslime in die Kirche bringen und war jedes
Mal enttäuscht, dass sie nicht kamen. Deshalb habe ich mich nicht Am Ende des Seminars hat jeder Teilnehmer einen Aktionsplan geweiter um sie bemüht. Dabei waren diese Leute sehr offen für den macht, wie er an seinem Ort das Gelernte anwenden will. Ich selbst
christlichen Glauben. Sie waren aber in ihrem sozialen Netz so stark will mit muslimischen Freunden mit einem Entdeckerbibelstudium
verankert, dass sie sich nicht der Kirche anschliessen konnten. Jetzt beginnen. Dann liegen mir die indisch-pakistanischen Familien in
verstehe ich, dass Matthäus 28 davon spricht, zu den Menschen zu Madagaskar am Herzen. Sie sind oft reich und geben vielen Leuten
gehen und sie in ihrem Umfeld darin anzuleiten, Christen zu sein.» Arbeit – auch Christen. Ich möchte mit den Kirchen Kontakt aufnehmen und sie für dieses Anliegen sensibilisieren. Dann möchte
ich zusammen mit einem Team die Christen schulen, die bei MusEINE TEILNEHMERIN AUS MADAGASKAR SCHREIBT:
«Der Unterricht hat unsere Konzepte von Kirche, Gemeindekultur limen arbeiten. Sie sind die meiste Zeit in Kontakt mit diesen Leuund die Art und Weise, wie wir Menschen erreichen wollen, hinter- ten. Viele sind verantwortlich für die Kinder, während ihre Eltern
fragt. Gläubige mit muslimischem Hintergrund haben uns von ih- an der Arbeit sind. Mein Ziel ist es, die christlichen Angestellten
rer Sicht erzählt: wie sie argumentieren, denken und planen, die dafür zu gewinnen, dass sie für ihre muslimischen Arbeitgeber beWelt zu erobern, aber auch von ihren Sehnsüchten und Ängsten. ten, dass sie durch ihre treue Arbeit ihr Vertrauen gewinnen und
Sie zeigten uns, wie wir ihnen auf verständliche Art das Evangeli- ihnen in ihren Häusern das Evangelium weitergeben können, falls
um erklären können. Das hat mich sehr betroffen gemacht, denn sich ein geeigneter Moment dazu bietet.»
ich spürte: Hier wird mein Glaube gefordert. Gleichzeitig spürte ich
eine grosse Freude. Ich sah, dass Gott sich nicht aufhalten lässt. Wir sind gespannt darauf zu sehen und zu hören, wie Gott bei dieEr führt auf geheimnisvolle Art seinen Plan mit den verschiedenen ser Teilnehmerin und all den andern aus den verschiedenen afrikanischen Ländern sein Reich bauen wird. Vor einer Woche erfuhNationen in Afrika aus.
ren wir von einem Teilnehmer aus dem mehrheitlich muslimischen
Gott hat mich in diesen fünf Wochen ganz persönlich herausgefor- Norden Togos, dass er in der kurzen Zeit seit dem Seminar schon
dert. Zum einen musste ich meine vier Kinder ganz in Gottes Hän- drei Hausgemeinden gegründet hat.
de legen. Da das Internet nur zeitweise funktionierte, war die Kommunikation erschwert. Zum anderen habe ich realisiert, dass die Verschiedene Mitarbeiter von MissionPlus in Afrika
Bildquelle: Actu-Chretienne.Net
Die Flüchtlinge lebten Ende November teilweise
noch immer in Provisorien, Zelten oder unter Bäumen. Für die kalte Jahreszeit haben wir noch einmal
Geld für Wolldecken gespendet. Die Decken gingen
in den Südosten Nigers, nahe des Dreiländerecks
mit Tschad und Nigeria, wo Boko Haram noch immer aktiv ist.
Es haben uns bewegende Dankesbriefe von diesen
Menschen erreicht. Sie bedanken sich herzlich für
dieses Zeichen der Solidarität in Zeiten der Verfolgung. Die Kirchen sehen in dieser Hilfsaktion eine
grosse Chance, dass Türen und Herzen zu den Menschen im Osten aufgehen.
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Gemeinde
CHRISTLICH «Fröid am Läbe»
Das CLZ Spiez wurde 1963 gegründet. Nach einigen
Umzügen konnte im Jahr 2000 in Spiezwiler ein Neubau eingeweiht werden. Zurzeit besuchen an einem
Sonntag etwa 400 Leute den Gottesdienst. Das CLZ
steht zudem für ein vielfältiges, gemeinnütziges Engagement in Form von Lebensberatung, sozialem
Engagement und Entwicklungshilfe. Ein Schwerpunkt wird auf die Förderung und Stärkung von Familien sowie auf Kinder- und Jugendarbeit gelegt.
Unser Motto «Fröid am Läbe» ist in ganz Spiez bekannt.
Weil das CLZ ständig wächst, haben wir auf zwei Gottesdienste am Sonntagmorgen umgestellt. Dadurch
konnten wir auch einige Spätaufsteher erreichen.
Markus Bettler, Leiter CLZ Spiez
Spiezmärit
Am «Spiezmärit» stellen wir ein gros­
ses Zelt auf und bieten den Menschen
Kaffee und Gebet an. Die Offenheit der
Menschen für Jesus ermutigt uns. Immer wieder kommen Menschen dadurch
in einen LiFe- oder Alphalive-Kurs oder
in einen Gottesdienst und entscheiden
sich für ein Leben mit Jesus.
Am jährlichen «Läset Umzug» sind wir als CLZ
voll dabei. Unsere Worshipband spielt auf einem
Wagen und verbreitet mit einem rockigen Song
Lebensfreude. Hinter dem Wagen laufen die
CLZ-Mitglieder begeistert mit, und rund 10 000
Zuschauer können miterleben, wie wir Gott anbeten. Weil wir als CLZ aktiv an den Anlässen in
Spiez dabei sind, kennen uns die meisten Spiezer.
MinistryConference 2016
EIGENTLICH MAG ICH KEINE
KONFERENZEN ...
Für mich sind sie zu laut, zu voll, zu eng und zu viel auf einmal.
Aber die MinistryConference gehört zu den wichtigsten Terminen
in meiner Agenda. Warum?
A) Weil ich hier nicht Fremden, sondern meiner
grösseren Church-Family begegne.
B) W
eil ich hier den Puls der BewegungPlus
Schweiz hautnah erlebe.
C) W
eil ich hier durch das Gute, das in der
Bewegung geschieht, ermutigt werde.
D) W
eil ich hier immer wieder über den Tellerrand
der Bewegung hinaus sehen und hören kann,
was Gott in der Schweiz, Europa und der Welt tut.
Ich könnte noch erwähnen, dass ich an den vergangenen MinistryConferences Spass hatte, Freundschaften finden und stärken
konnte, befreit, getröstet und ausgerüstet wurde. Dass ich hier
erleben durfte, dass unsere Bewegung neues Land einnimmt
und prophetisch das Reich Gottes Gestalt annimmt.
Aber was ich wirklich sagen wollte: Die MinistryConference
vom 5.–7. Mai 2016 solltest du auf keinen Fall verpassen.
Melde dich noch heute an: www.ministryconference.ch
CU there!
Philipp Erne, BewegungPlus Dietikon
Läset Umzug
Ausbildung
Durch das Ausbildungsprogramm «Gewinnen, Festigen, Trainieren und Senden» werden ständig Menschen, die neu zum Glauben
finden, zu potenziellen Leitern ausgebildet.
Das Begeisternde am CLZ ist, dass so viele
Menschen, die Jesus nicht persönlich kannten, jetzt begeisterte Jesusnachfolger geworden sind.
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Diemtigtal / Berner Oberland:
für Sie und Ihre Gemeinde!
kurhaus-grimmialp.ch
Konferenz im CLZ Burgdorf
«MEHR HIMMEL AUF ERDEN»
Vom 30.10. – 1.11.15 führten die BewegungPlus-Gemeinden Interlaken, Biel, Hindelbank und Burgdorf gemeinsam eine Konferenz
durch. Die zerebral gelähmte Hannah Moore sprach darüber, wie
sie mitten in ihrer Zerbrochenheit die Kraft Gottes und somit «Himmel auf Erden» erlebt. Vor unseren Augen wurde das Wirken des
Geistes buchstäblich handfest: Eine von Schmerzen und Krankheit geplagte Frau berichtete voller Freude über die Erfahrung der
Herrlichkeit Gottes in ihrem Leben, ohne eine endgültige «Lösung»
ihrer Situation präsentieren zu können. Ihr Vater, Rickie Moore, verbindet eine leidenschaftliche Sehnsucht nach dem Wirken des Heiligen Geistes mit einer Begeisterung für eine generationenverbindende Gemeindearbeit. Genialer Worship sowie kreative bis hoch
originelle Beiträge machten die Plenarsessions unvergesslich. Umrahmt wurde das Ganze von Workshops, einem fägigen Kinderprogramm (u.a. einem Konzert mit Liedermacher Christof Fankhauser),
sowie einem speziellen Event für Teens. Das Fazit eines Teilnehmers lautetet denn auch: «Der Heilige Geist ist ja alltagstauglich!»
Ein anderer meinte: «Ich war noch nie nach einer Konferenz so begeistert und so geerdet zugleich.» Jung und Alt, Gross und Klein
waren im wahrsten Sinn des Wortes be-Geist-ert.
Download der Vorträge auf bewegungplus-burgdorf.ch
(unter Aktivitäten: Konferenz 2015)
Evi Bühlmann, BewegungPlus Burgdorf
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Lager sind für Kinder sehr prägend.
Rückblickend auf meine erlebten Kinderlager sehe ich, wie sie mein Leben positiv beeinflusst haben. Da es in
manchen BewegungPlus-Gemeinden
zu wenig Kinder hat, um alleine ein Lager durchzuführen, entstand die Idee,
für alle «BewegungPlus-Kinder» und
ihre Freunde ein Lager zu organisieren.
Et voilà: Kidscamp 2016!
Naemi Schaub, BewegungPlus Sissach
ENDLICH SOMMERFERIEN!
Was anfangen mit so viel Zeit? Ich verrate dir,
was Asterix und Obelix in dieser Zeit vorhaben:
Sie müssen Rom erobern und werden dabei ein
aufregendes Abenteuer erleben, bei welchem sie
verschiedenen Hindernissen ausgesetzt sind und
gefährlichen Situationen entrinnen müssen. Um
diese Schwierigkeiten zu bewältigen, brauchen
Asterix und Obelix deine Hilfe. Bist du dabei, wenn
wir zusammen Rom und die Mörlialp erobern?
Es gibt einige Herausforderungen, die zu überwinden sind, und Aufgaben, die gelöst werden müssen.
Dabei werden wir eine Menge Spass zusammen
haben und Gemeinschaft erleben. Hast du Lust?
Dann melde dich gleich an: www.youthplus.ch
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Risiken und Nebenwirkungen:
Auf der Mörlialp in Obwalden
Theologisches Profil wird geschärft,
Horizonte erweitert und Neues gewagt.
Preis: Fr. 280.– (Für jedes weitere Kind
der Familie: Fr. 250.–)
Teilnehmer: Jahrgang 2003 – 2009
Anmeldeschluss: 31. Mai 2016
für Jugendliche der grösste Zugang zur Veränderung ihrer Gottesvorstellung sind. Diese Erfahrungen müssen nicht spektakulär sein, sondern im Alltag der Jugendlichen geschehen. Themen wie Gebet
und Heiliger Geist rücken wieder mehr in den Mittelpunkt. Identifikation geschieht über das Vertrauen zu
Menschen und nicht über perfekte Bühneninszenierungen. Deshalb bleibt der Jugendbereich jeder BewegungPlus-Gemeinde vor allem Beziehungsarbeit
mit dem Jugendlichen und Gott.
www.bewegungplus-burgdorf.ch
➔Kurse / Professional
Mit der SMG nach
Afrika, Asien, Südamerika und Europa
Die SMG arbeitet weltweit mit über
100 Partnerorganisationen zusammen.
Wir suchen laufend qualifizierte, motivierte
Mitarbeitende für Langzeit- (ab 2 Jahren)
sowie Kurzzeiteinsätze in den Bereichen
Gemeinde- Sozial- und Frauenarbeit,
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www.smgworld.ch / Offene Stellen
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!
Foto: H. Zurbrügg, Tschad
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Jugendleiters
Stüfä Wenk, Leiter YouthPlus und
leidenschaftlicher Jugendleiter in Interlaken
Die Gelegenheit, sich intensiv mit
der Bibel auseinander zu setzen!
23.–30. Juli 2016
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Ich beobachte, dass die BewegungPlus-Gemeinden für
die Jugendlichen eine Art Familie ist, deren Kultur jedoch nur bedingt übernommen wird. Über den eigenen
Glauben will selbst bestimmt werden. Der Jugendliche im Jahr 2016 macht sich Gedanken über einen Gott,
sucht religiöse Erfahrungen, ist offen für neue Formen,
macht dies aber tendenziell alles mit sich selbst aus.
Der biblische Bezug nimmt jährlich ab, während die
Suche nach spiritueller Erfahrung steigt.
Früher legten wir Leitende den Schwerpunkt auf das
Programm, so dass wenig Zeit für Beziehungen blieb.
Heute sind Begegnungsräume Dreh- und Angelpunkt.
Ich stelle fest, dass die persönlichen Erfahrungen
Professional
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Jugendleiter an den
Inspirationstag «Jugend
und Glaube» in Aarau
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Jeweils 10.00 bis 16.00 h
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enger Zusammenarbeit mit dem Missionsleiter
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und dem Team ■ Zusammenarbeit mit lokalen
Hilfswerk mit
und internationalen Partnern ■ Optimierung von Aktivitäten auf vier
Prozessen und Anpassung der Organisation an
Kontinenten.
sich ändernde Gegebenheiten
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Schlus
slicht
ins Wohnzimmer: Niemand da. «Grosi? ... Vati?» Er war
etwas verunsichert. Hatte nicht vorhin Vaters Wagen
in der Einfahrt gestanden, als er nach Hause gekom­
men war. Er eilte zur Haustür und öffnete sie. Der
Wagen stand da, auch die Fahrräder seiner Brüder.
«Wo seid ihr!?», schrie er jetzt, und seine Stimme
klang ängstlich. Im Entree lag die Kindergartentasche
seiner kleinen Schwester auf dem Boden. Er spurtete
daran vorbei die Treppe hoch, hastete von Raum zu
In diesem Zusammenhang fällt mir die Geschichte ein, Raum. Niemand da. In seinem Zimmer sank er ver­
die mir neulich jemand aus meinem Bekanntenkreis
zweifelt zusammen. Jetzt war es geschehen: Er war
erzählt hat. Er wuchs, wie ich, in einer christlichen
allein zurückgeblieben. Wie sonst liess sich die Situ­
Familie auf, immer auch geplagt von Zweifeln und oft
ation erklären? Jesus war zurückgekehrt, die Ent­
in Angst, nicht zu genügen. Der dampfende Apfel­
rückung hatte stattgefunden. Ohne ihn! Er hatte es
kuchen, von dem die Geschichte handelt, roch fantas­
immer befürchtet, war insgeheim immer sicher
tisch. Seine Mutter hatte ihm am Morgen versprochen, ge­wesen, dass er nicht genügen würde. Vater, Mutter
zum Mittagessen seinen Lieblingskuchen zu backen
und seine Geschwister: Sie hatten es geschafft. Sie
und er wartete ungeduldig auf das Ende der letzten
waren gerettet. Er nicht. Es war vorbei, hier war er,
Vormittagslektion. Kaum läutete die Schulglocke, warf
allein, verloren ... allein ... verloren ...
er seinen Schulranzen um und rannte den ganzen
Weg nach Hause. Nach Atem ringend riss er die Haus­ Unten ging die Terrassentür. «Kommt, lasst uns
essen!», hörte er die Stimme seiner Mutter. «Fritz
tür auf und da war er: der leckere Duft, den er über
kommt sicher gleich von der Schule.»
alles liebte. «Mueti, ich bin da!», schrie er fröhlich und
rannte in die Küche. Hier stand er, der Apfelkuchen,
immer noch leicht dampfend, mitten auf dem säuber­
Martin Güdel, BewegungPlus Burgdorf
lich gedeckten Tisch. «Mueti, ich bin zurück!», rief
[email protected]
er noch einmal. Keine Antwort. «Mueti?» Er schaute
Als ich ein Kind war, war meine Endzeittheologie son­
nenklar: Eines schönen Tages würde Jesus wieder­
kehren, und alle Gläubigen würden in diesem Augen­
blick entrückt werden. Sonnenklar war auch, dass
nur die wirklich sündenfreien Gläubigen an der Ent­
rückung teilnehmen würden – nur die, die keinen
Flecken auf ihrem weissen Kleid haben.