95 Prozent der Tiroler Unternehmer sagen Nein zur

Innsbruck, 7. April 2016 | WKO.at/tirol/presse
95 Prozent der Tiroler Unternehmer sagen
Nein zur Abschaffung des Bargeldes
Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Tirols Wirtschaft setzt weiter auf
Bargeld: 95 Prozent der Unternehmer sprechen sich gegen die Abschaffung des
Bargeldes aus und 69 Prozent halten eine Obergrenze für nicht sinnvoll.
Hauptgrund: Angst vor Verlust der Privatsphäre.
Kampf gegen Terrorismus, Steuerhinterziehung und Geldwäsche lauten die Argumente,
wenn es um die Abschaffung des Bargeldes geht. „Das sind vorgeschobene Gründe“,
betonte Harald Mahrer, Staatssekretär im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung
und Wirtschaft, bei einer Pressekonferenz in der Wirtschaftskammer Tirol. „In Wahrheit
geht es um das Sammeln und Verwerten von Daten und darum, Staatsschulden auf Kosten
der Sparer abzubauen.“ Denn rund 30 Prozent der Bargeldmenge in Europa entfällt auf den
500-Euro-Schein. „Wird der 500er abgeschafft, haben die Banken keine Möglichkeit mehr,
größere Mengen an Bargeld einzulagern.“ Für Mahrer ist die Situation klar: „Es geht nicht
um Kriminalitätsbekämpfung, sondern um einen Eingriff in die persönliche Freiheit der
Bürger und Unternehmer. Wir setzen uns für die Wahlfreiheit beim Bezahlen ein und sind
nicht bereit, die Freiheitsrechte der Bürger auf dem Altar der Sicherheit zu opfern.“
„Es freut mich, dass die Meinung der Regierungsmannschaft mit der unserer Unternehmer
übereinstimmt“, präsentierte WK-Präsident Jürgen Bodenseer die Ergebnisse einer
Blitzumfrage. „95 Prozent der Tiroler Unternehmer sind gegen die Abschaffung des
Bargeldes und 69 Prozent finden eine Bargeldobergrenze für wenig sinnvoll.“ Die Gründe:
Verlust der Privatsphäre (82,1 Prozent), fehlende Flexibilität (69,9 Prozent) und
gesellschaftliche Gründe (53,2 Prozent). Im Moment sind in Tirol drei Milliarden an Bargeld
im Umlauf und knapp 93 Prozent der Österreicher zahlen mehrmals die Woche bar.
„Nicht der Bürger, sondern der Staat muss gläserner werden und seine Entscheidungen
transparenter machen“, waren sich Bodenseer und Mahrer einig. „Die technologische
Entwicklung macht es notwendig, dass der Fokus verstärkt auf Datenschutz und
Datensouveränität gelenkt wird.“
Rückfragen:
Peter Sidon
Wirtschaftskammer Tirol
Öffentlichkeitsarbeit
T 05 90 90 5-1468
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