Information betreffend des Besuches von vier ehemalige polnischen

Information betreffend des Besuches von vier ehemalige polnischen Kombattanten und
Kombattantinnen der 1. Polnischen Armee in Berlin.
Die Gäste sind Mitglieder der Vereinigung der KombattantInnen der Republik Polen und Ehemaliger
Politischer Häftlinge (Związek Kombatantów RP i Byłych Więźniów Politycznych – ZKRPiBWP),
und werden vom 7.-9. Mai 2015 auf Einladung der Berliner VVN-BdA anlässlich des 70. Jahrestages
des Tages des Sieges Berlin besuchen.
Kapitän zur See
Henryk L. Kalinowski,
Oberleutnant
Hanna Szelewicz,
Oberst
Eugeniusz Skrzypek,
Major
Lech Tryuk
geb. am 04.06.1925 in Krzemieniec
(6. Brückenlege-Bataillon)
geb. am 12.02.1925 in Wólka Sobieszyńska
(2. Henryk-Dąbrowski-Division)
geb. am 26.08.1923 in Brzeżany
(1. Tadeusz-Kościuszko-Division)
geb. am 08.01.1928 in Warszawa
(1. Tadeusz-Kościuszko-Division)
sowie
Tadeusz Kreps (geb. am 13.09.1940 in Łowicz)
Vorsitzender des Polnischen Sozial-Verbandes „Versöhnungs-Mission”
(Ogólnopolskie Społeczne Stowarzyszenie Misja Pojednania)
Die Biographien der Gäste spiegeln die Wirren des II. Weltkrieges, die komplizierten deutschpolnischen aber auch polnisch-russischen Beziehungen wieder.
Hania Szelewicz wurde im Winter 1940 als 14-Jährige mit mehreren Tausend anderen Polen nach
Irkutsk in Sibirien deportiert. 1943 wurde sie in die dank eines polnisch-sowjetischen Abkommens
amnestiert und in die polnische 2. Jan-Henryk-Dąbrowski-Infanterie-Division mobilisiert. Diese war
Teil der 1. Polnischen Armee, die in der Sowjetunion formiert wurde. Sie kämpfte in dieser polnischen
Formation an der Seite der Roten Armee bei Smolensk, der Befreiung des deutschen
Vernichtungslagers Majdanek bis zur Elbe wo sie das Kriegsende erlebte. Die 2. Division war an der
Befreiung des deutschen KZ Sachsenhausen beteiligt. Nach dem Krieg aktiv im Wiederaufbau des
Landes u.a. bei der Alphabetisierung auf dem Lande.
Henryk L. Kalinowski vom 6. Brückenlege-Bataillon, der 1. Polnischen Armee war einer der ersten
polnischen Soldaten, die im Frühjahr in Berlin-Tiergarten kämpften. Zeitweise der 1 und 2.
Sowjetischen Panzer-Garde-Armee unterstellt war er für den Bau von Brücken in Berlin zuständig um
den sowjetischen Panzern den Vorstoß ins Hauptstadt-Zentrum zu ermöglichen. Er war u.a. auch an
der Entminung der Bahnbrücke an der Jungfernheide und bei der Zerstörung der Panzersperren im
Tiergarten beteiligt. Nach dem Krieg im Stab der Entminung des Landes tätig (In den Jahren 19471951 wurden 12 Millionen Minen und 60 Millionen Blindgänger entschärft in Polen), Arbeit im
Generalstab, Hochschul-Lehrer an Militär-Akademien in Polen.
Eugeniusz Skrzypek, Sibirien-Verschleppter, kämpfte in der 1. Tadeusz-Kościuszko-Division der 1.
Polnischen Armee an der Charlottenburger Marchbrücke und stieß mit seinem Zug Richtung
Charlottenburger Tor vor. Dabei war er an der Befreiung der damaligen Technischen Hochschule
(heute Technische Universität) beteiligt. Nach dem Krieg Redakteur im Verlag Sport und Touristik.
Lech Tryuk nahm zunächst als 16-Jähriger in der 104. Kompanie der Syndikalisten innerhalb der
Armia Krajowa (Heimatarmee) am Warschauer Aufstand 1944 teil. Nach dem Scheitern des
Aufstandes setzte er sich an das andere Weichsel-Ufer ab und trat der 1. Tadeusz-Kościuszko-Division
bei, mit der er an den Straßenkämpfen, um den Karl-August-Platz in Berlin-Charlottenburg teilnahm.
Nach dem Krieg arbeitete er als Ingenieur in der Auto-Industrie.
Insgesamt nahmen im Frühjahr 1945 mehr als 180.000 polnische Soldaten und Frauen-Soldaten der 1.
und 2. Polnischen Armee (die in der Lausitz kämpfte), an der Ostfront an der sog. Berliner Operation
teil.
Tadeusz Kreps setzt sich seit 2002 mit der von ihm gegründeten Polnischen Sozial-Verbandes
„Versöhnungs-Mission” für die Versöhnung zwischen Deutschen und Polen ein. Hintergrund war ein
Treffen ehemaliger polnischer Verteidiger der Westernplatte und deutschen Soldaten des deutschen
Panzerkreuzers „Schleswig Holstein“. Henryk L. Kalinowski ist Vize-Vorsitzender des Verbandes
und Kanzler der des Ehrenausschusses zur Verleihung der Kommandeurkreuz „Komandoria Missio
Reconciliationis“. Für seine Arbeit wurde er 2014 mit dem Verdienstkreuz am Bande des
Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Vorläufiges Programm:
Donnerstag, 07.05.2015
15:06 Uhr
Ankunft Berlin-Ostbahnhof
Hotel-Transfer (IBIS BUDGET Berlin Alexanderplatz, Mollstr. 30, 10249 Berlin)
18:00 Uhr
„Danksagung an Polnische BefreierInnen von Charlottenburg“ - ZeitzeugInnenBegegnung im Rathaus-Charlottenburg auf Einladung der BVV-Fraktion der SPD
Charlottenburg-Wilmersdorf (Rathaus, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin)
20:00 Uhr
Abendessen
Freitag, 08.05.2015
07:00 Uhr
Frühstück im Hotel
09:00 Uhr
Teilnahme an der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages zum 70. Jahrestag des
Endes des Zweiten Weltkriegs (Plenarsaal Bundestag, Reichstagsgebäude, Platz der
Republik 1)
12:30 Uhr
Kranz-Niederlegung mit der Berliner VVN-BdA am Denkmal des Polnischen
Soldaten und Deutschen Antifaschisten im Volkspark Friedrichshain (Virchowstrasse,
10249 Berlin)
13:30 Uhr
Mittagessen im Deutschen Bundestag auf Einladung der Abgeordneten Azize Tank
(Deutscher Bundestag, Wilhelmstr. 68a, 10117 Berlin)
15:30 Uhr
Empfang und Begegnung im Berliner Abgeordnetenhaus auf Einladung der Fraktion
DIE LINKE. (Abgeordnetenhaus von Berlin, Niederkirchnerstraße 5, 10117 Berlin)
Musikalische Begleitung: Isabel Neuenfeldt
18:00 Uhr
evtl. Besuch des Deutsch-Russischen Museum (Frau Uta Mühlisch/ Frau Kloss,
Zwieseler Straße 4, 10318 Berlin-Karlshorst) oder ZeitzeugInnen-Gespräch in
Charlottenburg (z.B. Technische Universität)
20:00 Uhr
Abendessen
Samstag, 19.05.1215
08:00 Uhr
Frühstück im Hotel
13:00 Uhr
Begrüßung auf dem Fest des Sieges im Treptower Park anlässlich des 70. Jahrestages
des Sieges über des deutschen Faschismus (Berliner VVN-BdA) (Puschkinallee,
12435 Berlin)
15:32 Uhr
Abfahrt Berlin-Lichtenberg
Kontakt und Information:
Kamil Majchrzak
Berliner VVN-BdA
E-Mail:
[email protected]
Mobil:
0173 / 62 62 596