Tiefzinsumfeld: Renditequellen suchen – und finden

Das Vontobel-Magazin für strukturierte Produkte
Mai/Juni 2015 – Ausgabe Deutschland
Tiefzinsumfeld:
Renditequellen
suchen – und finden
Markt im Fokus, Seite 6
Flexible Anlagelösungen –
für ein modernes Portfolio
»Roundtable«-Interview, Seite 9
Die Zahl der Gesundheitseinrichtungen steigt: die
Antwort auf wachsende
Ansprüche im Pflegebereich?
Investmentidee, Seite 14
2
mehrwert Mai/Juni 2015
Inhaltsverzeichnis
3
Editorial
4
Marktbericht
Aktuelle Entwicklungen an den
Kapitalmärkten
6
Markt im Fokus
Tiefzinsumfeld: Renditequellen
suchen – und finden
9
»Roundtable«-Interview
Flexible Anlagelösungen –
für ein modernes Portfolio
12 Charts des Monats
S&P 500® und Volkswagen AG im Fokus
13 Hebel-Kolumne
Google & Facebook: Auf zu neuen
Geschäftsfeldern
14 Investmentidee
Die Zahl der Gesundheitseinrichtungen
steigt: die Antwort auf wachsende
Ansprüche im Pflegebereich?
16 Rohstoff-Kolumne
Goldpreis läuft seitwärts
17 Antworten auf Ihre Fragen
Was sind Cash Settlement und
Physical Settlement?
18 Wussten Sie, dass …
19 News und Tipps
»Anleger sollten nicht im wertvernichtenden
Cash verharren. Wir empfehlen unseren
Kunden, in Wertpapiere zu investieren.«
Andreas Blümke, Investment Expert & Head Structured Products
im Vontobel Private Banking
3
mehrwert Mai/Juni 2015
Editorial
Liebe mehrwert-Leserinnen und -Leser,
Heiko Geiger
Head of Public Distribution
Deutschland und Österreich
viele Anleger befinden sich in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite leiden sie
unter dem Tiefzinsumfeld und auf der anderen Seite scheuen sie sich, jetzt noch
in den Aktien­markt zu investieren. Im »Markt im Fokus« auf Seite 6 lesen Sie,
welche Lösungen sich im derzeit angespannten Zinsumfeld bieten könnten. Im
»Roundtable«-Interview auf Seite 9 erfahren Sie, wie mit den aktuellen Heraus­
forderungen umgegangen werden könnte.
Um an der Entwicklung der Gesundheitsbranche zu partizipieren, muss man nicht
unbedingt in Pharmaunternehmen investieren. Im Juli 2014 wurde ein neuer Index
aufgelegt, der sich auf Gesundheitseinrichtungen fokussiert. In der »Investmentidee«
auf Seite 14 lesen Sie, dass der Healthcare Facilities Performance-Index jetzt schon
mehr als nur Akzente setzt.
Anlagethemen und Trends folgen keinem Rhythmus, unser mehrwert-Magazin jedoch
sehr wohl. Wir möchten Sie noch schneller und flexibler erreichen. Und so arbeiten
wir auf Hochtouren daran, unser Inhaltsangebot auf www.vontobel-zertifikate.de
auszubauen und die Themen künftig auch verstärkt direkt per Mail zu präsentieren.
Wie Sie daran teilhaben können, lesen Sie bei »News & Tipps« auf Seite 19 dieser
Ausgabe – das mehrwert-Magazin wird im Zuge dieser Entwicklung ab sofort alle
zwei Monate erscheinen. Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und viel
Erfolg beim Investieren.
Mit freundlichen Grüßen
Heiko Geiger
Financial Products/Public Distribution,
Vontobel Frankfurt am Main
Wir freuen uns auf Ihre
Kommentare und Ihr Feedback zum
»mehrwert«. Senden Sie uns eine
E-Mail an [email protected].
In der Rubrik »Antworten auf Ihre
Fragen« werden unsere Spezialisten
Stellung nehmen.
4
mehrwert Mai/Juni 2015
Marktbericht
Aktuelle Entwicklungen an den Kapitalmärkten
Aktienmärkte
EURO STOXX 50®
MSCI® Emerging Markets Index
4.100
1.300
11.000
3.600
1.200
9.000
7.000
5.000
2010
DAX
3.100
2.600
2.100
2011
2012
2013
2014
2015
1.100
1.000
900
800
1.600
3.000
®
Indexpunkte
13.000
Indexpunkte
Indexpunkte
DAX®
2010
2011
EURO STOXX 50
®
2012
2013
2014
2015
2010
2011
2012
2013
2014
2015
MSCI® Emerging Markets Index
Quelle: Bloomberg; Stand am 04.05.2015.
Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern und etwaige Gebühren wirken sich negativ auf die
Rendite aus.
USA1
Die US-Indizes behaupteten sich im April auf hohem Niveau. Der
Dow Jones schaffte es im Monatsverlauf, rund 300 Punkte zu gewinnen
und die Marke von 18.000 Punkten zu überwinden. Der marktbreite
S&P 500® verbesserte sich nur unwesentlich, während der Techno­logie­
index Nasdaq leicht zulegen konnte. Hintergrund der etwas verhaltenen
Zuwächse im Berichtszeitraum waren zum einen Ängste der Anleger
vor der bevorstehenden Anhebung der US-Leitzinsen durch die
US-Notenbank. Zum anderen fielen wichtige Konjunk­turdaten teils
deutlich schlechter aus als erwartet: Obwohl der US-Arbeitsmarkt sehr
kräftig angezogen hat, haben die US-Amerikaner, vor allem auch die
Mittelschicht, nicht automatisch mehr Geld in der Tasche, um es für den
Konsum auszugeben – die Einkommen stagnieren. Besonders eindrucksvoll zeigte sich die über­raschende konjunkturelle Schwäche der USA
am Brutto­inlandsprodukt des ersten Quartals. Statt um 1,0 %, wie von
Volkswirten prognosti­ziert, nahm das BIP nur um 0,2 % zu. Dennoch
rechnet die Fed mit einer Konjunkturerholung im Jahresverlauf und
hält an ihrem Ziel fest, 2015 zum ersten Mal seit 2009 ihren Leitzins
zu erhöhen.
Deutschland2
Um rund 500 Punkte ging es im DAX® im Verlauf des Monats April
nach unten. Während der deutsche Leitindex zu Monatsbeginn über
der psycho­logisch wichtigen Schwelle von 12.000 Punkten notierte,
sackte er zum Monatsende bis auf 11.500 Punkte ab. Dabei gab es
zwei starke Einbrüche: Hatten um den 15. April vor allem Sorgen um
einen überraschenden Grexit und Chinas konjunkturelle Entwicklung
den Index belastet, stand Ende des Monats der zusehends erstarkende
Euro im Fokus der Anleger. Angesichts schwacher Konjunkturdaten
aus den USA – das US-BIP war im ersten Quartal nur um 0,2 %
statt um erwartete 1,0 % gewachsen – und zugleich verbesser­ter
Wirtschafts­daten aus der Eurozone legte der Euro sehr kräftig zu.
Die Aktienkurse exportorientierter Unternehmen mussten daraufhin
Einbußen hinnehmen. Nicht zuletzt verteuert eine starke Gemeinschaftswährung die Aktienkäufe ausländischer Investoren, die in
hohem Maße im deutschen Leitindex investiert sind.
Wichtiger Hinweis
2
Dieser Beitrag wurde von GodmodeTrader (www.godmode-trader.de)
erstellt und unverändert von der Bank Vontobel Europe AG (Vontobel)
weiter­gegeben. Für den Inhalt ist ausschließlich die angegebene Drittquelle
verantwortlich. Weitere Informationen sowie die Offenlegung möglicher
Interessenkonflikte sind der aufgeführten Website der Drittquelle zu ent­
nehmen. Vontobel übernimmt für den Inhalt, die Richtigkeit, Vollständigkeit und
Aktualität der Informationen keine Gewähr. Vontobel wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht überwacht. Die in diesem Dokument
enthaltenen Informationen dienen nur Informationszwecken und sind kein
Angebot und keine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots oder zur Zeichnung, zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Sie werden außerhalb einer
etwaigen Vertragsbeziehung mitgeteilt, begründen zu keinem Zeitpunkt
ein vertragliches Beratungs- oder Auskunftsverhältnis und beinhalten keine
Anlage-, Steuer- oder sonstige Beratung. Die in diesem Dokument enthaltenen
Informationen sind keine »Finanzanalysen« im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes, genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung
der Unvoreingenommenheit der Finanzanalyse und unterliegen keinem Verbot
des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Sie können von den
von Vontobel bzw. von Unternehmen der Vontobel-Gruppe veröffentlichten
Analysen abweichen.
mehrwert Mai/Juni 2015
Marktbericht
Währungen
JPMCCI Aggregate
Euro-Bund-Future
EUR/CHF – EUR/USD
165
550
155
Prozentpunkte
600
500
450
400
350
300
Absoluter Wert (in EUR/CHF)
Zinsen
Indexpunkte
Rohstoffmärkte
145
135
125
115
2010
2011
JPMCCI Aggregate
2012
2013
2014
2015
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Euro-Bund-Future
1,60
1,60
1,50
1,40
1,40
1,30
1,20
1,20
1,10
1,00
1,00
2010
EUR/CHF
2011
2012
2013
2014
2015
Absoluter Wert (in EUR/USD)
5
EUR/USD
Quelle: Bloomberg; Stand am 04.05.2015.
Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern und etwaige Gebühren wirken sich negativ auf die
Rendite aus.
Europa2
Die europäischen Aktienmärkte sind im April in der Breite unter Druck gekommen. Befürchtungen eines plötzlichen Grexit dominierten das
Handels­geschehen und negative Konjunkturdaten aus den USA und China drückten zusätzlich auf die Kurse. Der EURO STOXX® gab zum Monatsende von 3.800 Punkten (Mitte April) auf 3.600 Punkte nach. Der CAC 40® beendete den Monat wie er ihn begonnen hatte: bei leicht über
5.000 Punkten. Aufwärts ging es beim FTSE 100®: Der britische Leitindex zog von 6.700 Zählern auf rund 7.000 Zähler an. Zum Monatsende
setzte allerdings wieder eine Aufwärtsbewegung ein, nachdem die griechische Regierung bekannt gegeben hatte, dass nicht mehr der griechische
Finanzminister Varoufakis die Verhandlungen mit den EU-Partnern und Gläubigern führen würde. In die Kurse an den europäischen Aktienmärkten
wurde um­gehend eingepreist, dass die Gespräche der Geldgeber mit Griechenland in eine deutlich konstruktivere Phase übergehen dürften. Nicht
zuletzt die Börse in Athen profitierte mit bemerkenswerten Kursgewinnen. Der Euro verzeichnete angesichts der neuen Entwicklungen ebenfalls
kräftige Zugewinne und legte zum Monatsende auf über 1,10 US-Dollar zu.
Emerging Markets1
In den USA steht ein Zinserhöhungszyklus an und die
Vergangenheit zeigt, dass steigende US-Leitzinsen für
Schwellenländerwährungen (gegenüber dem Dollar)
Risiken bergen. Gleichwohl könnten sich die Kurs­
bewegungen auch im Rahmen halten – insbesondere
wenn die Straffung der US-Geldpolitik nur moderat
ausfällt. Denn die Schwellenländer scheinen für Zinserhöhungen in den USA heute besser gewappnet zu
sein als in den 80er- und 90er-Jahren. Für eine leichte
Abwertung von »Emerging Markets«-Währungen zum
Dollar sprechen die schwachen Wachstumszahlen.
Niedrige Inflationsraten in den meisten Ländern sowie
eine den Erwartungen nach verhaltene Konjunktur
und tiefe Rohstoffpreise deuten infolgedessen auf eine
mögliche Lockerung der Geldpolitik hin. Ein solcher
Schritt könnte in Ländern wie China, Indien, Indonesien,
Ungarn, Russland und der Türkei anstehen. Gegenüber
dem Euro und dem Schweizer Franken sehen die
Vontobel-Experten gute Chancen für eine Behauptung
der Schwellenländerwährungen.
Währungsentwicklung CHF/EUR/USD 2
Die leichte Beruhigung in der griechischen Schuldenkrise und die überraschend schwache US-Konjunktur verhalfen dem Euro am Monatsende
zu unerwarteten Zugewinnen gegenüber dem Schweizer Franken. Die
Schweizerische Notenbank hingegen musste nach der Aufhebung der
Bindung des Frankens an den Euro schwere Einbußen hinnehmen. Aufgrund
des nach dem 15. Januar stark aufgewerteten Franken erlitt die SNB
im ersten Quartal in Bezug auf ihre in anderen Währungen gehaltenen
Anlagen Wechselkursverluste von insgesamt CHF 41 Milliarden. Nur
dank Kursgewinnen auf Aktien und Anleihen konnte das Minus auf
CHF 30 Milliarden begrenzt werden. Schwache Konjunkturzahlen aus den
USA, leicht verbesserte Wirtschaftsdaten aus der Eurozone und dann noch
eine Annäherung Griechenlands an seine Europartner aufgrund der Neu­
formierung des griechischen Verhandlungsteams: Der Euro setzte im April
zu einer unverhofften Erholungsrally an und legte seit Mitte des Monats
rund 7 Cent gegenüber dem US-Dollar zu. Wichtige Widerstände bei
1,1050 und 1,11 wurden mühelos überschritten.
1
2
Beitrag von Vontobel Research
Beitrag von GodmodeTrader (www.godmode-trader.de)
6
mehrwert Mai/Juni 2015
Markt im Fokus
Tiefzinsumfeld: Renditequellen suchen – und finden
Investoren stecken in der Zwickmühle: Sparzinsen gibt es kaum noch und Aktien sind nicht
mehr billig. Dabei lassen sich mittels cleverer Lösungen immer noch Renditen generieren.
Sparen lohnt nicht, investieren ist Trumpf
Klassische Sparanlagen erbringen so gut wie
keine Erträge mehr und für Barbestände werden zum Teil schon Einlagengebühren erhoben. Wie steht es eigentlich mit konventionellen Zinsanlagen wie Staatsanleihen? Ein
ernüchternder Blick auf die Renditeentwicklung zeigt auch hier: Trotz der typischerweise
langen Laufzeiten generieren sie so gut wie
keine Erträge mehr. So pendeln die Renditen
von zehnjährigen deutschen und Schweizer
Bundesanleihen beispielsweise um die Null
und die riskanteren Staatsanleihen Spaniens
und Italiens (weil geringere Bonität) zwischen
1,53 % und 1,50 % (Bloomberg; 01.05.2015).
Daher halten Anleger Ausschau nach cleveren
Alternativen zur klassischen Zinsanlage. Doch
um ansprechende Renditen zu erwirtschaften,
muss man höhere Risiken eingehen als bei
klassischen Sparformen. »Investieren« heißt
nun die Devise, denn das Eingehen von gewissen Risiken kann möglicherweise in Bezug auf
bestimmte Anlageklassen in Form von attraktiven Renditechancen belohnt werden. Zahlreiche Medien rufen bereits Dividenden als
die neuen Zinsen aus und suggerieren somit
die Aktienanlage als alternativlose – wenn
auch riskante – Sparform für Anleger (FAZ
vom 26.01.2015, Welt vom 14.04.2015).
Aktien gelten als Anlageklasse mit weiter­hin
guten Renditeaussichten. Doch wie lange wird
die Hausse noch andauern? Möglicherweise
ist das weitere Aufwärtspotenzial begrenzt.
Was, wenn der Aktienmarkt schon »zu weit
gelaufen« ist und nun Kursrückschläge drohen? Verglichen mit dem Zinsumfeld bieten
Aktien nach wie vor höhere Renditechancen,
doch stehen sie immer noch in einem adäquaten Verhältnis zu den Verlustrisiken?
Wenn Barrieren wichtig werden
Viele Investoren mit einer gewissen Risiko­
bereitschaft würden ihre Anlageziele sowie
das tolerierte Risiko vielleicht folgender­maßen
formulieren: Grundsätzlich sind mir jährliche
Erträge in mir vorab bekannter Höhe wichtig
– so wie es bei Zinsanlagen der Fall ist. Einer
Anlage in Aktien, in deutsche und europäische
Blue Chips beispielsweise, bin ich gleichzeitig
nicht völlig abgeneigt. Die Kurse sind zwar
schon kräftig gestiegen, jedoch könnte ich mir
vorstellen, dass ein weiteres Aufwärts­potenzial
in mäßigem Umfang bestehen bleibt. Es gibt
aber auch Stimmen, die sagen, der Markt
stehe vor einem Wendepunkt. Eine stärkere
Kurskorrektur von kurz- bis mittelfristig 20 %
bis 40 % möchte ich deshalb letztlich nicht
ausschließen. Folglich kommt eine Direktanlage in Aktien für mich nicht infrage; sie ist
mir zu risikobehaftet. Und so würde ich auch
auf ein hohes Renditepotenzial in Form einer
unbegrenzten Partizipation an Kurssteigerungen verzichten. Im Gegenzug hätte ich
allerdings gerne eine zusätzliche Sicherheitskomponente in Form eines mir angemessen
erscheinenden Abstandes zur Barriere. Gleichzeitig bin ich bereit, ein Emittentenausfallrisiko zu tragen.
Protect Multi Aktienanleihen
Eine Lösung, welche einerseits die beschriebene Markterwartung und andererseits die
Risikobereitschaft berücksichtigt, könnten
Anleger bei Protect Multi Aktienanleihen
finden. Das Anlageprodukt macht sich nämlich die Renditechancen des Aktienmarktes
zunutze und ist gleichzeitig mit einem Abstand
zur Barriere ausgestattet. Das Risiko fällt aufgrund der Abhängigkeit der Rückzahlung des
Nennbetrags von der Kursentwicklung mehrerer Aktien allerdings deutlich höher aus als
bei Aktienanleihen mit nur einem Basiswert.
Außerdem gibt es beides, Renditemöglichkeit und Barrierenabstand, nur bis zu einem
festgelegten Niveau. Denn letztlich gibt der
Investor über eine Protect Multi Aktienanleihe
einen Teil seiner Renditechancen der Direktanlage zugunsten einer Barriere auf.
Die aktuell zur Zeichnung aufgelegte Protect
Multi Aktienanleihe (WKN: VS1L9T) mit einjähriger Laufzeit zum Beispiel bietet attraktive
Renditechancen in Form eines von der Wertentwickung der Aktien unabhängigen Kupons
von 6 % p. a. Möglich machen es die drei
zugrunde liegenden Blue-Chip-Aktien Allianz,
Axa und Munich Re. Investoren partizi­pieren
zwar nicht an Kurssteigerungen dieser Titel,
jedoch wurde eine Barriere bei 75 % eingebaut. Möglicherweise eine interessante
Anlage für Renditejäger, die auf Sicht von
zwölf Monaten mit nur leicht steigenden oder
gar stagnierenden Kursen rechnen, gleichzeitig Kursrückschläge von bis zu 25 % bei
europäischen Versicherern nicht ausschließen
und bereit sind, das deutlich erhöhte Risiko
einer Protect Multi Aktien­anleihe in Kauf zu
nehmen.
Produkteckdaten
Protect Multi Aktienanleihe
WKN / ISIN
VS1L9T / DE000VS1L9T9
VS1L9U / DE000VS1L9U7
Nennbetrag
EUR 1.000,00
EUR 1.000,00
Ausgabepreis
100 % des Nennbetrages
100 % des Nennbetrages
Zinssatz p. a.
6,00 % p. a.
6,50 % p. a.
Kupon
6,33 %
6,86 %
Ausgabetag / Fälligkeit
01.06.2015 / 24.06.2016
01.06.2015 / 24.06.2016
Basiswerte
Allianz SE, AXA SA,
Münchener Rückversicherungs AG
Continental AG, Siemens AG,
ThyssenKrupp AG
Basispreis
100 % des Schlusskurses
des Basiswertes am Ausgabetag
100 % des Schlusskurses
des Basiswertes am Ausgabetag
Barriere
75 % des Schlusskurses
des Basiswertes am Ausgabetag
65 % des Schlusskurses
des Basiswertes am Ausgabetag
Zeichnungsfrist
bis 01.06.2015 16:00 Uhr
(Ortszeit Frankfurt am Main)
bis 01.06.2015 16:00 Uhr
(Ortszeit Frankfurt am Main)
In Zeichnung
Anleger sollten beachten, dass Verluste eintreten können, falls mindestens ein Basiswert am Laufzeitende unter dem
Basispreis schließt. Das Produkt ist nicht kapitalgeschützt; im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten
Kapitals möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten droht dem Anleger ein Geldverlust.
Weitere Informationen: Der Emittent dieser Produkte ist die Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am
Main, Garant ist die Vontobel Holding AG, Zürich. Listing im Freiverkehr der Börse Frankfurt Zertifikate Premium
und EUWAX® (Stuttgart). Weitere Informationen sowie den allein maßgeblichen Wertpapierprospekt zum Produkt
finden Sie unter www.vontobel-zertifikate.de.
7
mehrwert Mai/Juni 2015
Markt im Fokus
Wegen ihrer Vielfalt, Attraktivität und ein­
fachen Funktionsweise – performanceunabhängige Kupons und integrierter Abstand zur
Barriere – sind Protect Multi Aktienanleihen
mittlerweile zu einem sehr beliebten Anlageprodukt avanciert. Je tiefer die Barriere einer
Protect Multi Aktienanleihe angesetzt wird,
desto üppiger ist der Puffer und umgekehrt.
Dabei gilt: Je größer der Abstand zur Barriere
gewählt wird, desto kleiner ist der performanceunabhängige Kupon. Berührt oder
unterschreitet der Kurs von mindestens einem
der zugrunde liegenden Titel die Barriere während der Laufzeit (und vernachlässigt man die
Kuponzahlung), entspricht der Verlust dem
einer Direktanlage in die schlechteste der drei
Aktien. Die vorab festgelegte Anzahl dieses
Titels wird dem Investor ins Depot gebucht.
Jetzt noch in den Aktienmarkt einsteigen
Wer sich bewusst macht, dass ansprechende
Renditen nur noch über ein Aktienmarkt­
risiko generiert werden, könnte Interesse an
Protect Aktienanleihen finden. Mit Zielrenditen zwischen 5,00 % und 7,00 % bei einem
Abstand zur Barriere von 25 % können Anleger im Zeichnungsfenster von Vontobel derzeit Produkte für divergierende Risikobereitschaften finden.
Protect Aktienanleihen unterscheiden sich von
gewöhnlichen Aktienanleihen durch eine eingebaute Barriere. Auch diese Produkte könnten
sich für seitwärts tendierende Märkte eignen,
in denen kleinere Kursrücksetzer nicht ausge-
schlossen werden können. Über die Auswahl
einer bestimmten Barriere können Anleger
festlegen, welche Kursrückgänge sie maximal erwarten. Hat der Basiswert während der
Laufzeit die Barriere nicht verletzt, erhält der
Anleger am Laufzeitende den Nennbetrag.
Verletzt der Basiswert dagegen während der
Laufzeit die Barriere, verhält sich die Protect
Aktienanleihe wie eine gewöhnliche Aktienanleihe.
Die aktuell zur Zeichnung aufgelegte Protect
Aktienanleihe auf Sanofi (WKN: VS1L48) mit
einjähriger Laufzeit kombiniert einen Kupon
von 5,00 % p. a. mit einem Abstand zur Barriere von 25 %. Alternativ dazu bietet eine
Aktienanleihe mit Thyssen Krupp als Basiswert
einen Kupon von 7,00 % p. a. bei gleichem
Abstand zur Barriere (VS1L9S). Beide Protect
Aktien­anleihen sind noch bis 26.05.2015 in
Zeichnung. Parallel dazu finden interessierte
Anleger derzeit fast 1.700 verschieden Protect
Aktienanleihen. Dies ermöglicht Anlegern eine
gezielte Ergänzung Ihres Portfolios mit Protect
Aktienanleihen, die aufgrund ihres asymmetrischen Auszahlungsprofils für nahezu jede
Risiko­
bereitschaft ein interessantes Produkt
liefern.
Mit Discount investieren
Eine alte Kaufmannstugend besagt: »Im Einkauf liegt der Gewinn.« So denken auch
Anleger, die in Discount-Zertifikate investieren. Anleger die hier Positionen in Produkten
mit tiefen Basispreisen eingehen und somit
auf einen hohen Rabatt setzen (sog. Deep
Discount-Zertifikate), könnten im aktuellen
Tiefzinsumfeld immer noch erwirtschaften.
Dies funktioniert über Discount-Zertifikate
mit einem Cap, der weit unter dem aktuellen Basiswertkurs liegt. Anleger greifen hier
gerne zu Discount-Zertifikaten mit dem Basiswert DAX®. Versierte Anleger reichern ihr
Portfolio auch mit Discount-Zertifikaten auf
Einzel­aktien an. Ein Discount-Zertifikat auf
den DAX®-Index mit Fälligkeit 27.11.2015
und einem Cap bei 9.650 Indexpunkten liefert eine Maximal­rendite von 3 % p. a. (WKN:
VZ7FJK). Bei einem DAX®-Stand von 11.600
beträgt der Discount dann 17 %. Wer eine
Zielrendite von 4,00 % p. a. anstrebt, könnte
sich für ein Produkt mit einem Cap bei
10.200 Indexpunkten und Fälligkeitstag am
24.06.2016 interessieren. Hier beträgt der
Discount 15,4 %. Auf der Vontobel-Webseite
finden Anleger zahlreiche Produkte, die es
ihnen ermöglichen, individuelle Anlagestrategien abzubilden.
Diese Funktion des »Discounts« bezahlt der
Anleger mit einem Verzicht auf die Partizipation über den im Vorfeld definierten Cap.
Daher markiert der Cap zugleich den maximal
möglichen Rückzahlungsbetrag am Laufzeitende. Wichtig ist hier zu beachten, dass dieser maximale Rückzahlungsbetrag nur dann
ausgezahlt wird, wenn der entsprechende
Basiswert am Bewertungstag über dem Cap
notiert.
Produkteckdaten
Protect Aktienanleihe
WKN / ISIN
VS1L46 / DE000VS1L462
VS1L48 / DE000VS1L488
VS1L9S / DE000VS1L9S1
VS1L45 / DE000VS1L454
Nennbetrag
EUR 1.000,00
EUR 1.000,00
EUR 1.000,00
EUR 1.000,00
Ausgabepreis
100 % des Nennbetrages
100 % des Nennbetrages
100 % des Nennbetrages
100 % des Nennbetrages
Zinssatz p. a.
6,50 % p. a.
5,00 % p. a.
7,00 % p. a.
5,50 % p. a.
Kupon
6,95 %
5,34 %
7,48 %
5,88 %
Ausgabetag / Fälligkeit
26.05.2015 / 24.06.2016
26.05.2015 / 24.06.2016
26.05.2015 / 24.06.2016
26.05.2015 / 24.06.2016
Basiswerte
Infineon Technologies AG
Sanofi SA
ThyssenKrupp AG
Volkswagen AG
Basispreis
100 % des Schlusskurses des
Basiswertes am Ausgabetag
100 % des Schlusskurses des
Basiswertes am Ausgabetag
100 % des Schlusskurses des
Basiswertes am Ausgabetag
100 % des Schlusskurses des
Basiswertes am Ausgabetag
Barriere
70 % des Schlusskurses des
Basiswertes am Ausgabetag
65 % des Schlusskurses des
Basiswertes am Ausgabetag
75 % des Schlusskurses des
Basiswertes am Ausgabetag
75 % des Schlusskurses des
Basiswertes am Ausgabetag
Zeichnungsfrist
bis 26.05.2015 16:00 Uhr
(Ortszeit Frankfurt am Main)
bis 01.06.2015 16:00 Uhr
(Ortszeit Frankfurt am Main)
bis 01.06.2015 16:00 Uhr
(Ortszeit Frankfurt am Main)
bis 01.06.2015 16:00 Uhr
(Ortszeit Frankfurt am Main)
In Zeichnung
Anleger sollten beachten, dass Verluste eintreten können, falls mindestens ein Basiswert am Laufzeitende unter dem Basispreis schließt. Das Produkt ist nicht kapitalgeschützt;
im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten droht dem Anleger ein Geldverlust.
Weitere Informationen: Der Emittent dieser Produkte ist die Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main, Garant ist die Vontobel Holding AG, Zürich. Listing im
Freiverkehr der Börse Frankfurt Zertifikate Premium und EUWAX® (Stuttgart). Weitere Informationen sowie den allein maßgeblichen Wertpapierprospekt zum Produkt finden
Sie unter www.vontobel-zertifikate.de.
8
mehrwert Mai/Juni 2015
Markt im Fokus
Floored Floater mit Referenzschuldner
Auch bei der Familie der Floored Floater mit
Referenzschuldner geht es zunächst einmal
um die Rendite – das Produkt zahlt Kupons in
regelmäßigen Abständen. Dank des Mindest­
kupons fallen die Renditen zurzeit deutlich
höher aus als bei konventionellen Zins­anlagen
Dem gegenüber steht jedoch das Ausfall­
risiko des Referenzschuldners das der Anleger
zu tragen hat. Im Gegensatz zu den bereits
vorgestellten Produkten sind die Erträge allerdings nicht von vornherein in ihrer Höhe
begrenzt. Investoren, die sich die Optionen
für ein Anziehen des Zins­niveaus während der
Produktlaufzeit offen halten möchten, partizipieren zusätzlich an einem möglichen Anstieg
eines Referenzzinssatzes.
Zahlungsfähigkeit des Schuldner
ist entscheidend
Die Rückzahlung am Laufzeitende in der
Höhe von 100 % des Nennwertes ist primär
abhäng­ig von der Zahlungsfähigkeit des Referenzschuldners. Anleger sollten daher nicht
in den Floored Floater investieren, wenn sie
nicht auch in den entsprechenden Referenzschuldner investieren würden. Das Emittentenrisiko von Vontobel ist bei den COSI®besicherten Floored Floatern jedoch immer
nahezu eliminiert.
Anleger sollten beachten, dass es sich bei
Floored Floatern mit Referenzschuldner um
komplexe Produkte mit erhöhtem Risiko handelt. Diese sollten nur von Anlegern in Erwägung gezogen werden die Erfahrungen im
Umgang mit Kreditrisiken haben.
Discount Zertifikat auf DAX®, EURO STOXX®
WKN
Basiswert
Rendite max p. a.*
Basispreis / Cap
VZ7FJK
DAX®
3,05 % p. a.
EUR  9.650,00
Aktueller Briefkurs*
EUR 95,02
VZ429X
DAX®
4,06 % p. a.
EUR 10.200,00
EUR 97,75
VZ9YZ2
DAX®
4,62 % p. a.
EUR 10.800,00
EUR 99,64
VZ43B6
EURO STOXX 50®
3,62 % p. a.
EUR  2.975,00
EUR 28,63
VZ43B2
EURO STOXX 50®
4,11 % p. a.
EUR  3.050,00
EUR 29,21
VS1L8F
EURO STOXX 50®
5,19 % p. a.
EUR  3.200,00
EUR 31,33
Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind
nicht kapital­geschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auszahlungen
sind abhängig von der Zahlungs­fähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten. Frühere Wertentwick­lungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wert­entwicklung. Steuern und etwaige Gebühren wirken
sich negativ auf die Rendite aus.* Stand am 18.05.2015.
Produkteckdaten
EUR 3M-EURIBOR + Floored Floater auf EUR 3M-EURIBOR mit Referenzanleihe
WKN / ISIN
VZ8UAF / DE000VZ8UAF3
VZ48LP / DE000VZ48LP2
Basiswert
EUR 3M-EURIBOR
EUR 3M-EURIBOR
Handelswährung
EUR
EUR
Nennbetrag
EUR 1.000,00
EUR 1.000,00
Ausgabepreis
100 %des Nennbetrages
100 %des Nennbetrages
Referenzanleihe
USD 5,50 %
EUR 4,00 %
ArcelorMittal 01.03.2021, Obligationen Telecom Italia SpA 21.01.2020
Floor
2,00 % p. a.
1,35 % p. a.
Zinsperioden
Vierteljährlich
Vierteljährlich
Ausgabetag / Fälligkeitstag
04.03.2015 / 11.03.2020
04.03.2015 / 11.03.2020
Aktueller Briefkurs*
99,30 %
101,20 %
Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in dieses Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Das Produkt ist
nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten droht dem Anleger ein Geldverlust. Anleger sollten in jedem Fall
beachten, dass vergangene Wertentwicklungen und/oder Analystenmeinungen kein hinreichender Indikator für
künftige Wertentwicklungen sind. *Stand am 18.05.2015.
Weitere Informationen: Der Emittent dieser Produkte ist die Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am
Main, Garant ist die Vontobel Holding AG, Zürich. Listing im Freiverkehr der Börse Frankfurt Zertifikate Premium
und EUWAX® (Stuttgart). Weitere Informationen sowie den allein maßgeblichen Wertpapierprospekt zum Produkt
finden Sie unter www.vontobel-zertifikate.de.
Kompakt
Was sind die Alternativen im aktuellen Tiefzinsumfeld? Das kommt auf den Investor an. In
Abhängigkeit seiner Anlageziele sowie der Risikoneigung können zum Beispiel Protect Multi
Aktienanleihen, Protect Aktienanleihen, Deep Discount-Zertifikate oder Floored Floater mit
Referenzschuldner in Betracht gezogen werden.
9
mehrwert Mai/Juni 2015
»Roundtable«-Interview
Flexible Anlagelösungen – für ein modernes Portfolio
Wie können strukturierte Produkte im aktuellen Tiefzinsumfeld helfen? Welche Bedeutung kommt
ihnen in der Anlageberatung zu? Und welche Strukturen werden zurzeit eigentlich im Portfolio­
kontext genutzt? mehrwert hat drei Experten zum Gespräch geladen – und nachgefragt.
mehrwert: Das Tiefzinsumfeld stellt Anleger
und Kundenberater vor große Herausforderungen. Was empfehlen Sie Ihren Kunden?
Müller: Auf die Beratung bei Entrepreneur
Partners hat das aktuelle Umfeld keinen
direkten Einfluss und an unserem Beratungsansatz haben wir auch nichts geändert.
Auswirkungen hat das Umfeld aber selbstverständlich in Bezug auf die ausgewählten
Anlagen. Wir haben über die letzten Monate
und Jahre die Ausrichtung unserer Allokation
in den festverzinslichen Bereich verändert
und reduziert; die Aktienallokation ist
gleichzeitig größer geworden. Eine Folge
dieser Entwicklung: Wir legen heute ein noch
größeres Augenmerk auf Gefahren, die in
den Portfolios schlummern und damit auch
das Risikomanagement betreffen. Dementsprechend beobachten und beurteilen wir die
gewählten Anlagen heute viel kritischer.
Blümke: Im Auge behalten muss man eben
immer, dass es letztlich nur zwei Gründe gibt,
welche Privatpersonen zum Sparen veranlassen: Die Altersvorsorge und die Aussicht
darauf, künftig mehr Geld zur Verfügung
zu haben. Der zweite Grund fällt nun mit
den teilweise eingeführten Negativzinsen
weg. Ist also für die Vorsorge schon gesorgt,
sollte der Anleger kaum in zwar risikolosen,
jedoch auch manchmal wertvernichtenden
Barbeständen bleiben.
mehrwert: Eine gute Anlageberatung bietet
dabei gerade heute große Chancen.
Müller: Auf jeden Fall! Seriöse und gleich­
zeitig kreative Anlagelösungen sind gefragt.
Als unabhängiger Vermögensverwalter haben
wir das Privileg, das ganze Anlage­spektrum
uneingeschränkt nutzen zu können. Dieser
»Best-in-Class«-Ansatz erlaubt es uns, die
besten Anlagevehikel für unsere Kunden
zu eruieren. Dabei sollte man sicherstellen,
nicht einfach blind der allgemeinen Meinung
des Marktes zu folgen, sondern die Risiken
jederzeit unter Kontrolle zu haben. Primär
erwarten unsere Kunden, dass wir uns seriös
um ihr Geld kümmern. Sie wollen ganz einfach ruhig schlafen können. Eine gute Performance ist sicherlich sehr wichtig, das »gute
Gefühl« des Kunden jedoch noch wichtiger.
mehrwert: Dies erfordert ein ausgeklügeltes
Geschäftsmodell. Wie kann man sich von
der Konkurrenz abheben?
Blümke: Bei Vontobel verfolgen wir einen
ziemlich stringenten Anlageprozess, der
unseren Privatkunden die bestmöglichen
Anlagestrategien bietet – im diskretionären
wie im beratungsorientierten Modell.
Unsere offene Architektur wird mittels eines
»Best-in-Class«-Ansatzes bei der Portfoliokonstruktion umgesetzt. Technisch sind wir
weiter als unsere Mitbewerber – am Markt
sind wir sogar führend. Regulatorisch gehen
wir außerdem dezidiert vor. Weiter bieten wir
ein zusätzliches Service-Angebot an: Kunden
profitieren zum Beispiel von unserem weitreichenden Research bei Schweizer Aktien,
im Derivatebereich von unserer Multi-IssuerPlattform sowie von eigens entwickelten
Volatilitätsmodellen.
mehrwert: Welchen Beitrag können
strukturierte Produkte leisten?
von Wattenwyl: Aus Sicht des Branchenverbandes sehe ich konkret zwei Sachverhalte,
die Chancen für eine weitere und gleichzeitig
nachhaltige Gestaltung des Anlageprozesses
eröffnen. Zum einen handelt es sich bei
strukturierten Produkten um das einzige
Anlageinstrument, das asymmetrische
Auszahlungsdiagramme zielgenau umzusetzen vermag. Richtig eingesetzt können
strukturierte Produkte so helfen, bestimmte
Ausprägungen eines typischerweise individuell zusammengesetzten Portfolios feiner
zu steuern und sie auf systematische Art und
Weise zu verbessern. In der Folge könnte
man das gesamthafte Ertragspotenzial noch
besser ausschöpfen und einzelne Risiko­po­si­tionen optimieren.
Der zweite Punkt: Im Portfoliomanagement
eignen sich strukturierte Produkte nicht nur
für die strategische Ausrichtung, sondern
auch für den taktischen Einsatz. Das taktische
Element »lebt« letztlich von den Basisstärken,
welche die Produktgattung bietet – das sind
die Möglichkeit einer raschen Marktein­
führung sowie eine ausgeprägte Flexibilität.
Denn mit keiner anderen Anlageform kann
man so schnell und passgenau auf neue
Markttrends reagieren.
Daniel T. Müller
Mitglied der Geschäftsleitung
Entrepreneur Partners AG
Daniel T. Müller ist Teilhaber und
Gründungs­partner der 2008 gegründeten
Entrepreneur Partners AG, einem unab­­
hängigen Vermögensverwalter mit Sitz
in Zürich. Er ist seit über 15 Jahren im
Bank­geschäft aktiv; die meiste Zeit davon
widmete er sich der Anlageberatung
und Vermögensverwaltung. Bei der
Entrepreneur Partners AG verantwortet er
das Asset Management und die Auswahl
der Anlageprodukte.
Vor der Gründung der Entrepreneur
Partners AG war Daniel T. Müller lange
Zeit in verschiedenen Funktionen für Credit
Suisse tätig. Er hat seinen akade­mischen
Abschluss an der Universität St. Gallen
gemacht (lic. oec. HSG) und zeitweise in
den USA studiert.
10
mehrwert Mai/Juni 2015
»Roundtable«-Interview
mehrwert: Wie verhält es sich mit den
Chancen im aktuellen Umfeld?
von Wattenwyl: Die Rahmenbedingungen
für die Geldanlage per se sind derzeit alles
andere als vielversprechend. Dennoch:
Gerade im aktuellen Tief- beziehungsweise
Negativzinsumfeld können strukturierte
Produkte mehr denn je interessante Wege zu
attraktiven Konditionen aufzeigen. Und so
beweisen zurzeit viele Emittenten auch ihre
viel gepriesene Innovationskraft.
Eine ganze Reihe von neuen Produkten wird
derzeit lanciert, um Investoren zum Beispiel
eine bessere Absicherung zu bieten. Emittiert
wurden vor allem Lösungen, die neue
Renditequellen erschließen. Um nochmals
mit anderen Worten aufzugreifen, was die
Herren Müller und Blümke zuvor erwähnt
haben: In einem schwierigen Zinsumfeld geht
es unter anderem darum, sich die Stärke des
Aktienmarktes zunutze zu machen und das
Risiko der Anlage dabei so gut wie möglich
zu begrenzen. Strukturierte Produkte können
somit Zugang zu Anlageklassen bieten, die
als reine Direktanlage für bestimmte Risikoprofile zu risikoreich sind.
mehrwert: Sind strukturierte Produkte derzeit auch Teil Ihrer Produktpalette?
Blümke: Ja, natürlich. Strukturierte Produkte
sind ein integrierter Bestandteil eines
Portfolios. Genauso wie GPS-Systeme
bei Autos vor einigen Jahren noch als
»Optionen« bezeichnet wurden und heute
standard­mäßig eingebaut werden. Oder
würden Sie heute auf Ihren Airbag oder auf
Ihr GPS verzichten?
Müller: Strukturierte Produkte sind seit jeher
auch Teil unseres Anlageuniversums. Wir
glauben an den Mehrwert, den die Produkt­
gattung im Portfoliokontext schaffen kann,
und nutzen entsprechende Strukturen gezielt
als Ergänzung oder als Substitut für Direkt­
anlagen. Dabei ist uns schon von jeher
wichtig gewesen, dass die Strukturen für
den Kunden einfach, nachvollziehbar und
verständlich sind.
mehrwert: Welche Auszahlungsstrukturen
empfehlen Sie zurzeit am häufigsten?
Georg von Wattenwyl
Präsident des Schweizerischen Verbandes
für Strukturierte Produkte (SVSP)
Georg von Wattenwyl ist seit Oktober 2014
Präsident des Verbandes für Strukturierte
Produkte (SVSP), davor war er bereits
Vorstandsmitglied des Branchenverbandes.
Bei der Bank Vontobel leitet er zudem
die Abteilung Global Financial Products,
Advisory & Distribution. In dieser Funktion
ist er seit 2007 verantwortlich für den
globalen Vertrieb von Finanzprodukten der
Investmentbank.
Georg von Wattenwyl hat vor seiner Zeit
bei Vontobel als Fixed-Income-Spezialist
mehrere Stationen bei Credit Suisse durchlaufen. Er ist diplomierter Bankfachexperte
und Absolvent des Executive Programmes
der Swiss Banking School sowie des International Executive Program der INSEAD in Paris
Fontainebleau und Singapur.
Blümke: Im aktuellen tiefen Zinsumfeld
schlagen wir unseren Vontobel-Kunden zurzeit Alternativen vor, denn was die Anleger
suchen, ist letztlich nur eines: Rendite. Mit
gewöhnlichen Anleihen erwirtschaften sie
diese einfach nicht (mehr).
Interessant könnten daher Strukturen mit
entweder tiefer Barriere (beispielsweise
Protect Aktienanleihen auf Indizes) oder aber
mit tiefem Ausübungspreis (zum Beispiel
Protect Multi Aktienanleihen) sein. So kann
die Portfolio-Strategie (Bond/Aktien-Ratio)
stabil gehalten werden.
Müller: In unserer Vermögensverwaltung
setzen wir derzeit am häufigsten die
»normalen« Protect Multi Aktienanleihen
auf drei Aktien oder Indizes ein. Wir haben
mit diesen Barriere Reverse Convertibles vor
einiger Zeit unsere Aktienquote schrittweise
und auf »defensive« Art erhöht. Ich möchte
anmerken, dass wir bei Barrier Reverse
Convertibles ebenfalls den primären Fokus
auf die Auswahl von guten und soliden Titeln
und bei der Produktausstattung derzeit mehr
Wert auf eine tiefe Barriere – und weniger
auf einen hohen Kupon – legen.
Blümke: Bei Vontobel erleben wir gerade,
dass in vielen Kundenportfolios Anleihen
fällig werden, für die es einfach keine
deckungsgleichen Reinvestitionsmöglichkeiten gibt. Um die Portfoliostruktur nicht
zu verändern und das Aufwärtspotenzial
dennoch beizubehalten, können bestimmte
strukturierte Produkte kombiniert eingesetzt
werden.
mehrwert: Können Sie uns ein Beispiel eines
innovativen Produktes nennen?
von Wattenwyl: Herr Blümke hat schon die
Struktur der Protect Multi Aktienanleihe
erläutert. Sie ist auch als Reverse Convertible
bekannt; eigentlich handelt es sich um ein
»Standardprodukt«, das es schon lange gibt.
Jedoch gilt die Protect Multi Aktienanleihen
heute wieder als eine Art Innovation. Verantwortlich dafür ist die Ausprägung eines
bestimmten Produktmerkmales, mit dem sie
oft angeboten wird: Es handelt sich um das
tiefe Niveau der Barriere. Der Abstand zur
Barriere ist dabei in kürzester Zeit zum
wichtigsten Produktmerkmal geworden.
Starke Kursrückschläge während der Laufzeit,
die nicht über die Barriere hinausgehen,
haben daher keinen Einfluss auf die Rückzahlung zum Laufzeitende. Und selbst wenn
diese Strategie nicht aufgeht: Der Anleger
erhält die Aktie, weswegen unter Berücksichtigung der Kuponzahlung ein möglicher
Verlust geringer ausfällt als bei einer
Direktanlage.
11
mehrwert Mai/Juni 2015
»Roundtable«-Interview
mehrwert: Um die Auszahlungsszenarien
zu verstehen, muss man sich mit ihnen
auseinandersetzen. Wie kann der Verband
dabei helfen?
von Wattenwyl: Der Verband kann für gute
Rahmenbedingungen und ein entsprechendes
Anlageklima sorgen. Konkret äußert sich dies
in einem Schaffen von mehr Akzeptanz in
der Bevölkerung. Die einfache, verständliche
und zugleich umfassende Wissensvermittlung
in Bezug auf strukturierte Produkte steht
grundsätzlich im Mittelpunkt. So wollen
wir mit unserem »Ausbildungskonzept«
Interessenten zielgruppengerecht und auf
ihrem individuellen Wissensstand »abholen«,
um ihnen auf sie zugeschnittene Informationen
anzubieten.
Mehr Akzeptanz und Bekanntheit erlangt
man aber auch durch einen stärkeren
Austausch mit Vertretern aus Politik und
Wirtschaft. Durch gezieltes Lobbying möchten
wir immer noch herrschende Vorurteile
und Missverständnisse in Bezug auf die
Produktgattung aufdecken.
mehrwert: Inwiefern stoßen strukturierte
Produkte derzeit an ihre Grenzen?
Blümke: Es ist nur die Macht unserer eigenen
Gewohnheit, die uns Grenzen setzt. Ein
Anleger, der nur in Anleihen und Aktien
investiert, findet in Bezug auf 50 % seines
Portfolios kaum noch Anlagemöglichkeiten
– es sei denn, er klettert die »Kreditwürdigkeitsleiter« tief hinunter und nimmt extrem
lange Laufzeiten in Kauf. Strukturierte
Produkte kennen jedoch keine Grenzen.
Müller: Das Tiefzinsumfeld, niedrige
»Credit Spreads« und ein gesunkener Risiko­
appetit von Seiten der Emittenten haben
dazu geführt, dass viele Produktkategorien
aus unserer Sicht momentan tatsächlich nicht
attraktiv sind. Entsprechend eingeschränkt
sind unsere derzeitigen Handlungsoptionen.
Für das eingegangene Risiko erwarten wir für
unsere Kunden eine angemessene absolute
und relative Entschädigung – das ist derzeit
leider häufig nicht der Fall.
mehrwert: Welchen Tipp möchten Sie
Anlegern mit auf den Weg geben?
Blümke: Bleiben Sie Ihrer Portfoliostrategie
ganz einfach treu und vertrauen Sie Ihrem
Berater oder Anlagespezialisten. Die Welt
der Wertpapiere ist komplexer geworden
und vieles, das früher selbst gemacht werden
konnte, sollte man heute lieber dem Spezia­
listen überlassen. Einfach, weil Sie es sich
wert sind.
Müller: Bei Entrepreneur Partners legen wir
in den Beratungsgesprächen unter anderem
Wert auf zwei Aspekte. Zum einen sollten
Investoren, die auf der Suche nach Renditen
und Cash-Flows sind, niemals die Risiken
ihres Portfolios aus den Augen verlieren.
Gerade im aktuellen Umfeld darf die Gier
die Vernunft unter keinen Umständen dominieren. Zum anderen muss man sich dennoch
mit der Frage nach Anlagemöglichkeiten im
»alternativen« Bereich – zum Beispiel mit
Investments in liquide Long/Short-Strategien
– wieder intensiver beschäftigen.
von Wattenwyl: Entdecken Sie gerade im
jetzigen Umfeld das Potenzial von strukturierten Produkten. Doch beachten Sie bitte
dabei: Tätigen Sie grundsätzlich nie eine
Anlage, die Sie nicht verstehen. Sicherlich
müssen Sie keine finanzmathematischen
Modelle anwenden können, um sich für
eine Investition in strukturierte Produkte
zu »qualifizieren«.
Lassen Sie es mich anhand Herrn Blümkes
Auto-Beispiel veranschaulichen: Airbags und
GPS-Systeme werden heute serienmäßig
eingebaut. Auf diese Ausstattungsmerkmale
möchten Sie sicherlich nicht mehr verzichten.
Warum? Sie haben deren Mehrwert erkannt
und nutzen angebotene Funktionalitäten
aktiv. Dabei ist Ihnen klar, wie sich die
Attribute in den möglichen Szenarien des
Straßenverkehrs verhalten. Genauso sollten
Sie die verschiedenen Auszahlungsszenarien
eines strukturierten Produktes »durchspielen«,
bevor Sie es kaufen. Es gibt undenklich viele
Strukturen für unterschiedlichste Investorengruppen. Das Produkt muss letztlich zu Ihnen
und Ihrem Risikoprofil passen.
Andreas Blümke
Investment Expert & Head Structured
Products im Vontobel Private Banking
Andreas Blümke ist Investment Expert des
Private-Banking-Office von Vontobel sowie
Head Structured Products der PrivateBanking-Sparte der Bank. Diese Positionen
hat er seit dem Jahr 2013 inne. Zuvor war
er fünf Jahre lang Head Advisory and
Structured Products bei VP Bank und
13 Jahre lang Head Structured Products
Private Banking bei Julius Bär und bei
Cantrade.
Als ausgewiesener Anlageexperte im Bereich
der strukturierten Produkte hat Andreas
Blümke 2009 das Buch »How to invest
in structured products« (Wiley & Sons)
herausgegeben. Die Publikation umfasst
392 Seiten und stellt die Produktgattung in
einen Portfolio­kontext.
Andreas Blümke hat ein Studium an der
HEC University of Lausanne und den
Financial Analyst & Wealth Manager (AZEK)
absolviert.
12
Charts des Monats
mehrwert Mai/Juni 2015
S&P 500® und Volkswagen AG im Fokus
Kursverlauf vom 03.05.2010 – 07.05.2015
Indexpunkte
2.200
2.000
2.080,15
2.009,93
1.800
1.714,19
1.600
1.400
1.200
1.000
10
11
12
S&P 500®
13
14
15
gleitender Durchschnitt (50 Tage)
gleitender Durchschnitt (200 Tage)
Kursstand: 2.080,15 Punkte; Stand am 07.05.2015.
Mini-Futures1 auf S&P 500® Index
WKN
Basiswert
Typ
Abstand zu Hebel2
Stop-Loss2
VZ60X2
S&P 500® Index
Short
12,96 %
6,80
VZ6676
S&P 500® Index
Short
8,64 %
9,54
VS1PAZ
S&P 500® Index
Long
7,93 %
9,83
VZ7Q1U
S&P 500® Index
Long
3,26 %
18,45
Kursverlauf vom 08.03.2010 – 07.05.2015
275
225
221,25
203,79
EUR
175
167,43
125
75
10
11
12
Volkswagen AG
13
14
15
gleitender Durchschnitt (50 Tage)
gleitender Durchschnitt (200 Tage)
Kursstand: EUR 221,25; Stand am 07.05.2015.
Mini-Futures1 auf Volkswagen AG
Abstand zu Hebel2
Stop-Loss2
WKN
Basiswert
Typ
VZ8P8F
Volkswagen AG
Long
15,52 %
5,10
VZ88CF
Volkswagen AG
Long
5,53 %
9,97
VZ9REU
Volkswagen AG
Short
13,70 %
5,09
VS1V6E
Volkswagen AG
Short
4,32 %
10,17
S&P 500® – Neue Allzeithochs in Reichweite
Seit dem Ausbruch aus einer mittelfristigen
Seitwärtsbewegung zu Beginn des Jahres
2012 befindet sich der S&P-500®-Index in
einer enormen Aufwärtstrendbewegung, die
ihn in den vergangenen Monaten zunächst
auf ein neues Allzeithoch bei 2.119 Punkten
führte. Im Anschluss an diese Rekordmarke
setzte im März dieses Jahres eine leichte, seitwärts gerichtete Korrekturphase ein. In ihrem
Verlauf wurde das Februar­hoch bereits kurzzeitig überschritten und die Rekordmarke des
Index auf 2.125 Punkte geschraubt. Sollte es
der Käuferseite jetzt gelingen, die Rally fortzusetzen, könnte ein kurzfristiger weiterer
Anstieg erfolgen. Darüber stünde eine hohe
Marke auf der Agenda der Bullen. Langfristig
könnte der Index nach einem Ausbruch über
2.150 Punkte noch weiter steigen. Die laufende Aufwärtsbewegung wäre dagegen
unterbrochen, falls der S&P 500 ® unter die
Unterstützung bei 1.980 Punkten einbrechen
sollte. In diesem Fall hätte eine mittelfristige
Korrektur begonnen.
VW – Korrektur setzt sich fort
Das vergangene Jahr war bei den Aktien
von Volkswagen von einer weit reichenden
Korrek­tur geprägt, die den massiven langfristigen Aufwärtstrend des Wertes unterbrach.
Doch nach einer Bodenbildung im Oktober
2014 im Bereich von EUR 150,00 starteten die
Käufer eine starke Gegenbewegung, die sich
mit dem Bruch einer mittelfristigen Abwärtstrendlinie im Januar 2015 zu einer steilen
Rally ausweitete. In der Spitze konnten die
Aktien bereits bis EUR 262,45 haussieren, ehe
aufkommender Verkaufsdruck eine Korrektur
auslöste. Diese könnte die Aktien auch in
den kommenden Wochen im Griff haben und
zu einem Rückfall an die wichtige Unterstützung bei EUR 205,00 führen. An dieser Stelle
könnten die Bullen wieder in das Geschehen
eingreifen und den übergeordneten Aufwärtstrend fortsetzen. Ein erstes Indiz hierfür wäre
ein nachhaltiger Ausbruch über den kurz­
fristigen Widerstand bei EUR 240,00. Setzt
der Wert dagegen im weiteren Verlauf unter
die 205,00-Euro-Marke zurück, könnte sich
die Korrekturphase auf Sicht einiger Monate
ausdehnen.
Beitrag von BörseGo AG (www.boerse-go.de)
Wichtige Hinweise
Die hierin enthaltene Analyse wurde von BörseGo AG (www.boerse-go.de) erstellt und unverändert von der Bank Vontobel Europe AG (Vontobel) weitergegeben. Für den Inhalt ist ausschließlich die
angegebene Drittquelle verantwortlich. Weitere Informationen sowie die Offenlegung möglicher Interessenkonflikte sind der aufgeführten Website der Drittquelle zu entnehmen. Vontobel übernimmt
für den Inhalt, die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen keine Gewähr. Vontobel wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht überwacht. Die in diesem Dokument
enthaltenen Informationen dienen nur Informationszwecken und sind kein Angebot und keine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots oder zur Zeichnung, zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Sie
werden außerhalb einer etwaigen Vertragsbeziehung mitgeteilt, begründen zu keinem Zeitpunkt ein vertragliches Beratungs- oder Auskunftsverhältnis und beinhalten keine Anlage-, Steuer- oder sonstige
Beratung. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind keine »Finanzanalysen« im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes, genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung
der Unvoreingenommenheit der Finanzanalyse und unterliegen keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Sie können von den von Vontobel bzw. von Unternehmen der
Vontobel-Gruppe veröffentlichten Analysen abweichen.
Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapital­geschützt; im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals
möglich. Auszahlungen sind abhängig von der Zahlungs­fähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten. Darüber hinaus ist der Anleger bei Nicht-Quanto-Produkten einem Währungsrisiko ausgesetzt.
Anleger sollten zudem beachten, dass es sich bei Hebelprodukten um besonders risikoreiche Instrumente der Vermögens­anlage handelt. Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind kein verlässlicher
Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern und etwaige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus. 2 Stand am 18.05.2015.
1 13
mehrwert Mai/Juni 2015
Hebel-Kolumne
Google & Facebook: Auf zu neuen Geschäftsfeldern
Nachdem Google mit Werbung auf herkömmlichen Computern gute Geschäfte gemacht
hat, scheint der Technologiekonzern nun auch
auf Smartphones und Tablets mehr und mehr
zum Maß der Dinge zu werden. Dies spiegelt
sich in den Quartalszahlen wider: Google
setzte USD 17,3 Mrd. um und der Gewinn
stieg um 4 % auf USD 3,59 Mrd. an. Der
größte Konkurrent ist im Moment Facebook.
Um seine Nutzer auf mobilen Geräten noch
besser erreichen zu können, stellte Google
in dieser Woche seinen Suchalgorithmus um:
Internetseiten, die für Smartphones und Tablets
optimiert sind, sollen bevorzugt werden.
Während Google angibt, damit die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen, wird dem Branchenprimus von der EU-Kommission der Missbrauch seiner Marktmacht vorgeworfen.
Doch die klassische Online-Suche ist nur eines
der zahlreichen Tätigkeitsfelder von Google.
Der Konzern produziert Tablets, bietet mit
Wallet ein Bezahlsystem, mit Android ein
Betriebssystem und seit der Akquisition von
Nest Labs auch Thermostate an. Darüber
hinaus forscht er mit einem Partner am ersten
fahrerlosen Auto und an Heißluftballons,
die an entlegenen Orten der Erde für einen
Internetzugang sorgen könnten. Da all diese
Projekte sehr kapitalintensiv sind, muss das
Werbegeschäft rundlaufen.
Ein weiteres Wachstumsfeld könnte für Google
die Medienbranche sein. In den nächsten drei
Jahren sollen EUR 150 Mio. ausgegeben werden, um Innovationen im digitalen Journalismus in Europa zu fördern. Dadurch sollen
Risse in den Beziehungen zwischen Verlagshäusern und Google gekittet werden. Zahlreiche Verleger ringen mit Google darum, ob
der Technologiekonzern ihnen Geld bezahlen
muss, wenn kleine Ausschnitte ihrer Artikel
bei Google News erscheinen. Nachdem Apple
eine offene SIM-Karte vorgestellt hat, versucht jetzt auch Google in das Telekommunikationsgeschäft einzusteigen. Es offeriert
Handelspartner
einen Vertrag, der einen nahtlosen Übergang
von WLAN-geführten in aus dem Mobilfunknetz geführten Telefonaten gewährleistet,
sowie zwei Mobilfunknetze, die besten Empfang garantieren sollen. Damit könnte Google
in Zukunft den traditionellen Mobilfunkanbietern Konkurrenz machen.
Facebook ist gemessen an seinen Nutzerzahlen
und seinem Börsenwert eines der größten
Internetunternehmen der Welt. Im ersten
Quartal schossen die Erlöse um 42 % auf
USD 3,54 Mrd., was größtenteils auf das
Werbegeschäft zurückzuführen ist. Allerdings
sank der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um
ein Fünftel auf USD 512 Mio., vor allem aufgrund der hohen Investitionskosten: Es wurde
unter anderem in zahlreiche neue Rechenzentren investiert. Insgesamt nutzen monatlich 1,44 Mrd. Menschen Facebook, das sind
13 % mehr als im Vorjahr. Insbesondere die
Nutzung Facebooks auf mobilen Endgeräten
stieg auf nun 798 Mio. Mitglieder. Für den
Internetkonzern sind vor allem Smartphones
und Tablets von Bedeutung: Fast drei Viertel
aller Werbeeinnahmen wurden auf mobilen
Endgeräten erwirtschaftet. Deshalb weitet
Facebook sein Werbeangebot immer stärker
aus, zuletzt vor allem mit Videos. Täglich werden 4 Mrd. Videoclips auf Facebook angesehen und 45 Mrd. Kurzmitteilungen verschickt.
Zu Facebook gehört nach seiner Akquisition
im Jahr 2014 auch der US-Kurznachrichtendienst WhatsApp mit 800 Mio. Nutzern. Der
Kurznachrichtendienst könnte laut Branchenkennern auf Dauer die SMS ersetzen und
damit eine Vorreiterrolle im Telekommunikationsmarkt einnehmen. Seit kurzem kann man
über WhatsApp auch mit anderen Nutzern
telefonieren. Damit könnten langfristig herkömmliche Telekommunikationsanbieter wie
die Telekom in ihrem Kerngeschäft angegriffen werden. Obwohl Facebook in Bezug auf
die Nutzerzahlen immer noch die Nummer
eins ist, wird das Tochterunternehmen Instagram für den Konzern immer wichtiger.
Vor allem die junge Zielgruppe gewinnt als
Nutzerbasis der Zukunft an Bedeutung und
Werbewert.
Da der weitere Kursverlauf von Google und
Facebook von einer Vielzahl konzernpolitischer und ökonomischer Faktoren abhängig
ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen
als die Anleger es erwarten, wodurch Verluste
entstehen können.
Mini-Futures1 auf Facebook Inc.
WKN
Basiswert
Typ
Abstand zu
Stop-Loss2
Hebel2
VZ5HXQ
Facebook Inc.
Short
16,61 %
4,79
VZ85SY
Facebook Inc.
Short
6,82 %
8,71
VZ3T7S
Facebook Inc.
Long
11,42 %
5,69
VS1FYM
Facebook Inc.
Long
4,66 %
9,53
Abstand zu
Stop-Loss2
Hebel2
Mini-Futures1 auf Google Inc.
WKN
Basiswert
Typ
VZ4PZY
Google Inc.
Long
15,93 %
5,05
VZ80CJ
Google Inc.
Long
3,68 %
11,96
VZ4XN1
Google Inc.
Short
14,38 %
4,91
VS1JFD
Google Inc.
Short
4,60 %
9,81
1
Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese
Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten
Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auszahlungen sind abhängig von der Zahlungsfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten. Darüber
hinaus ist der Anleger bei Nicht-Quanto-Produkten
einem Währungsrisiko ausgesetzt. Anleger sollten zudem beachten, dass es sich bei Hebelprodukten – wie
Mini-Futures – um besonders risikoreiche Instrumente
der Vermögensanlage handelt. Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern und
etwaige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite
aus. 2Stand am 18.05.2015.
14
mehrwert Mai/Juni 2015
Investmentidee
Die Zahl der Gesundheitseinrichtungen steigt:
die Antwort auf wachsende Ansprüche im Pflegebereich?
Die infrastrukturelle Gesundheitsversorgung dürfte weiter von einem steigenden Pflegebedarf und
wachsenden Ansprüchen der kommenden Seniorengenerationen profitieren. Ein Zertifikat auf den
»Solactive Healthcare Facilities Performance-Index« macht diesen Sektor investierbar.
Den neuen Lösungen für altersgerechtes
Wohnen wird vor dem Hintergrund der alternden Gesellschaft ebenfalls eine rosige Zukunft
vorausgesagt. Konkret geht es um alternative
Wohnformen wie ambulant betreute Wohngemeinschaften und Mehrgenerationenhäuser,
aber auch Wohnungen mit Pflegedienst und
Wohngemeinschaften mit Altersgenossen. In
den USA zum Beispiel stieg die Wertschöpfung der Leistungen von Krankenhäusern
sowie Senioren- und Pflegeheimen zwischen
1998 und 2011 kontinuierlich stark an (BEA,
Annual Industry Accounts), während die Zahl
der Einrichtungen sank. Die Grafiken 1 und 2
veranschaulichen die steigende Zahl von
US-Dienstleistungsanbietern mit Spezialisierung auf Hauspflege und die wachsenden
Umsätze dieses Bereiches.
Das Geschäftsmodell: so einfach
wie aussichtsreich
Der demografische Wandel dürfte der
Gesundheitsindustrie künftig noch größere
Chancen in Form von vielen neuen Geschäftsfeldern bieten. Ryman Healthcare ist ein ein
leuchtendes Beispiel dafür: Eigentlich wirkt
In »Health Care«-Einrichtungen investieren
Um als Investor von einem potenziell wachsenden Gesundheitsmarkt zu partizipieren,
wurde im Juli 2014 ein neuer Index aufgelegt.
Im Gegensatz zu den meisten Branchen­
barometern hat der global ausgerichtete
»Solactive Healthcare Facilities PerformanceIndex« jedoch nicht Medikamentenhersteller
im Blick, sondern die Infrastruktur. Die im
Index enthaltenen Unternehmen sind entweder an Gesundheitseinrichtungen beteiligt
oder stellen solchen Einrichtungen innovative und hochwertige Lösungskonzepte und
Dienstleistungen zur Verfügung. Infrage kommen spezielle Krankenhaus- und Pflegeeinrichtungen, Seniorenresidenzen und mobile
Infrastrukturanbieter.
Grafik 1: Steigende Zahl an US-Dienst­
leistern mit Spezialisierung auf Hauspflege
Junger Index setzt Akzente
Eine erste Bestandsaufnahme nach nicht
einmal zehn Monaten zeigt: Der »Solactive
Healthcare Facilities Performance-Index«, der
jährlich angepasst wird, setzt trotz seines
naturgemäß eher defensiven Branchen­charak­
ters Akzente. Durch die Investition in das
Partizipations-Zertifikat auf den »Solactive
Healthcare Facilities Performance Index« können Anleger ohne Laufzeitbegrenzung nahezu
1 : 1 an der Kursentwicklung des Index – an
potenziellen Kurssteigerungen, aber auch an
möglichen Verlusten – teilhaben.
US-Spitalbetreiber auf Shopping-Tour
Auch der »Patient Protection and Affordable
Care Act« wirkte sich wie erwartet äußerst
positiv auf den US-Krankenhaussektor aus.
Seit der Umsetzung der im Vorfeld massiv
beworbenen amerikanischen Gesundheitsreform »Obama Care« ist die Zahl der nicht
versicherten US-Bürger deutlich gesunken,
was zu einem Margenanstieg bei den USamerikanischen Krankenhäusern führte. Und
so haben es unter anderem auch die Titel von
Tenet und Universal Health Services kürzlich in die Morningstar-Kategorie »Growth
Stocks« geschafft. Wegen des Plus auf der
Einnahmeseite steigen die Cash-Bestände
vieler amerikanischer Krankenhausbetreiber
Grafik 2: Umsatzentwicklung von
US-Hauspflegeanbietern
14.000
76
12.000
74
Einkommen in Milliarden USD
Gesundheitsleistungen konsumieren
Werden Senioren zu Schlüsselfaktoren der
Wirtschaft? Die Ergebnisse zahlreicher Umfragen und Studien beantworten diese Frage
mit einem klaren Ja. Geklärt werden muss
dabei, wie man Einrichtungen und Leistungen
künftig gestalten sollte, um letztlich der wachsenden Zahl potenzieller Kunden zu gefallen.
Gesundheitsleistungen werden aber auch
altersunabhängig zunehmend zum Konsumgut, das je nach Bedürfnis aktiv und bewusst
nachgefragt wird.
der Betreiber von Seniorenheimen eher wie
eine moderne US-Immobilienfirma. Seine
Wohnungen hat er allerdings an die speziellen
Bedürfnisse seiner (pensionierten) Kundschaft
angepasst und mit individuell zugeschnittenen Services »angereichert«. Das Wohnkonzept ist auf Gemeinschaftlichkeit ausgerichtet.
Geboten werden Lifestyle, unterschiedliche
Aktivitäten und eine adäquate gesundheit­
liche Versorgung auf hohem Niveau (seeking­
alpha; März 2015).
Anzahl Dienstleistungsanbieter
In vielen Teilen der Welt sinkt die Geburtenrate,
während die Anzahl der älteren Menschen
unaufhaltsam wächst: Die Altersstruktur verschiebt sich immer weiter. Und mit einer längereren Lebensdauer häufen sich typische Alterskrankheiten und der Pflegebedarf erhöht sich.
Auch die Anzahl von Krankenhausaufent­
halten nimmt immer weiter zu.
10.000
8.000
6.000
4.000
2.000
0
67 70 75 80 90 00 05 06 07 08 09 10 11 12
75,00
72,39
72
70
69,88
68
67,45
66
65,11
64
62,84
62
2009
Quelle: CMS, Annual Statistical Supplement to the
Social Security Bulletin (2013)
2010
Quelle: IBIS World
2011
2012
2013
2014
15
mehrwert Mai/Juni 2015
Investmentidee
und eine ganze Reihe von Gesundheitsunternehmen hat die Gelegenheit genutzt, um
Akquisitionen zu tätigen. Durch Unternehmensübernahmen läßt sich einerseits das
Risiko diversifizieren und andererseits lassen
sich lukrative Segmente schnell einverleiben
(seekingalpha; Nov 2014).
Acadia Healthcare, ein Spezialist für Psychiatrie sowie Drogen- und Medikamentenabhängigkeit, gehört zur Riege der US-Branchenprofiteure. Die jüngste Übernahme der CRC
Health Group erscheint für den weiteren Werdegang des Unternehmens vielversprechend.
So vergrößerte es sich um 30 stationäre und
16 ambulante Einrichtungen. Ein anderes Beispiel ist HCA Holdings: Die Übernahme von
CareNow hat der US-Privatklinik elf weitere
Krankenhäuser in Texas beschert und die
Unternehmensergebnisse des letzten Jahres
haben die Analystenerwartungen übertroffen
(seekingalpha; Nov 2014).
Die geografische Lage ist
ein Wettbewerbsvorteil
Ein weiterer starker Player des US-Marktes
ist LifePoint Hospitals, das Pflegeheime in
ländlichen Gebieten betreibt (seekingalpha;
Nov 2014). »Wachstum durch Akquisition«
heißt auch die Devise von Community Health
Systems (CHS), das 203 allgemeine Intensiv­
kliniken in 29 US-Bundesstaaten betreibt. In
seinen Spezialbereichen (Notfall-)Chirurgie,
innere Medizin und Entbindungsstationen
Grafik 3: Historische Entwicklung des
»Solactive Healthcare Facilities
Performance-Index« in Euro (seit Auflegung)
Auch der australische Marktführer unter den
privaten Krankenhäusern, Ramsay Health
Care, war in der letzten Zeit des Öfteren auf
Einkaufstour und hält dank einer der letzten
Zukäufe nun eine Mehrheit an seinem
französischen Partner Générale de Santé.
Ramsay ist so zu Frankreichs größtem Anbieter für psychische Gesundheitseinrichtungen
geworden – eine interessante Ausweitung
des europäischen Netzwerkes. Die Markteintrittsbarrieren für potenzielle neue Rivalen sind wegen der Kapitalintensität des
Geschäftsmodelles naturgemäß hoch und so
stehen Ramsays Aussichten auch für Asien
gut. Die wachsende Bevölkerung sowie
mögliche Synergieeffekte im Hinblick auf
Verwaltung und Know-how sprechen dafür
(seeking­a lpha; Sept 2014).
Aktuelle Indexzusammensetzung:
Unternehmen
Schwerpunkt
Acadia Healthcare
Co. Inc.
Gesundheitseinrichtungen,
USA
Brookdale Senior
Living Inc.
Seniorenresidenzen,
USA
Community Health
Systems Inc.
Krankenhausbetrieb,
USA
HCA Holdings Inc.
Krankenhausbetrieb, USA
Healthsouth Corp.
Rehabilitationseinrichtungen, USA
Korian-Medica
Seniorenresidenzen/
Rehabilitation, Frankreich
Lifepoint Hospitals Inc.
Krankenhausbetrieb, USA
Molina Healthcare Inc.
Diverses, medizinische
Kliniken, USA
Orpea
Seniorenpflegeheim/
Operationen, Frankreich
Primary Health Care Ltd. Augenkliniken, Australien
Ramsay Health Care Ltd. Krankenhausbetrieb,
Australien
Rhön-Klinikum AG
Krankenhausbetrieb,
Deutschland
Ryman Healthcare Ltd.
Seniorenresidenzen,
Neuseeland
Tenet Healthcare Corp.
Krankenhausbetrieb, USA
Universal Health
Services Inc.
Krankenhausbetrieb, USA
Quelle: Solactive, Vontobel; aktueller Stand.
Produkteckdaten
Open End Partizipations-Zertifikat auf den
»Solactive Health Care Facilities Performance-Index«
Basiswert
»Solactive Health Care Facilities Performance-Index«
Währung des Basiswerts
EUR
WKN / ISIN
VZ45HC / DE000VZ45HC4
Startkurs des Basiswerts
EUR 100,00
Bezugsverhältnis
1 : 1
Managementgebühr
1,0 % p. a.
Aktueller Briefkurs*
EUR 139,00
Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in dieses Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Das Produkt ist
nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten droht dem Anleger ein Geldverlust. Anleger sollten in jedem Fall
beachten, dass vergangene Wertentwicklungen und/oder Analystenmeinungen kein hinreichender Indikator für
künftige Wertentwicklungen sind.*Stand am 18.05.2015.
160
150
Indexentwicklung in %
ist CHS der Marktführer im ländlichen
Bereich: Ein starker Wettbewerbsvorteil,
denn Infra­
s trukturanbieter dieses Formats
gibt es in diesen Gegenden selten. Daraus
resultiert vermutlich auch der stetig wachsende Marktanteil und die nachhaltig starke
Umsatzentwicklung von CHS (seekingalpha;
März 2015).
140
130
120
110
100
90
Jul 14
Okt 14
Jan 15
Solactive Healthcare Facilities Performance-Index
Quelle: Bloomberg; Stand am 05.05.2015
Historische Daten geben keinen Hinweis auf
künftige Entwicklungen.
Apr 15
Kompakt
Wer vom Aufwind der Gesundheitsbranche profitieren möchte, denkt vielleicht nicht sofort
an eine Investition in hochwertige gesundheitliche Infrastruktur. Der im Juli 2014 aufgelegte
»Solactive Healthcare Facilities Performance-Index« hat jedoch gezeigt, dass »infrastrukturelle
Gesundheitsversorgung« längst kein Nischenthema mehr ist.
16
mehrwert Mai/Juni 2015
Rohstoff-Kolumne
Goldpreis läuft seitwärts
Mangels neuer Impulse bewegte sich der Goldpreis im Monatsverlauf seitwärts. Die physische
Nachfrage schwächte sich ab, getrieben von
geringeren Einfuhren aus Indien, dessen Bevölkerung aufgrund des schwachen Monsuns
weniger verdiente. Die Konsumausgaben auf
dem Subkontinent – auch jene für den Goldkauf – hängen stark von den Einkommen aus
dem Agrarsektor ab. Auch an der New Yorker
Terminbörse war Gold nicht gefragt. Einerseits belastete der starke US-Dollar die Kauflaune, andererseits reagierten die Goldhändler
empfindlich auf Hinweise der US-Notenbank,
zwar später aber mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in diesem Jahr an der Zinsschraube
drehen zu wollen. Das industriell im Vergleich zu Gold bedeutendere Silber sank im
Monatsvergleich um 2 %. Die zwischenzeitlichen Gewinne bis über 17 USD/Unze konnte
das Silber nicht verteidigen, weil schwache
Wirtschaftsdaten aus China zu sehr auf dem
Preis wogen. Dort stagniert die Wirtschaft;
der für den Monat April gemeldete Einkaufsmanagerindex schaffte mit 50,1 % nur knapp
den Sprung über die Marke von 50 %, deren
Unterschreiten auf eine Schrumpfung der
Wirtschaft hingedeutet hätte.
Der Palladiumpreis stieg im Monatsverlauf
um 5 %. Trotz einer allgemeinen Abschwächung der Wirtschaftskraft Chinas verzeichnen
die Zollhäfen der Volksrepublik seit Jahres­
beginn vermehrte Palladiumeinfuhren, was
neue Käufer auf der Long-Seite des Marktes
anlocken konnte. Palladium ist ein wichtiges
Metall, um Katalysatoren für saubere BenzinMotoren herzustellen, die in den Großstädten
Chinas aufgrund strengerer Abgasrichtlinien
immer stärker nachgefragt werden. Platin
sank hingegen um 1 %. Das latente Über­
angebot an Platin auf dem Weltmarkt lässt
Käufer resigniert zurück: Anfängliche Gewinne
im Platinmarkt, ebenfalls ausgelöst durch
steigende Einfuhren Chinas, wurden wieder
verkauft.
Der Preis für die amerikanische Ölsorte WTI
stieg im Monatsverlauf um 25 %, Rohöl der
Nordseesorte Brent verteuerte sich um ein
Fünftel. Anzeichen einer Konjunkturerholung
in Europa und die sich durchsetzende
Erkenntnis, dass die Stilllegung der Hälfte
der vor einem halben Jahr in Betrieb befindlichen Bohrtürme auf dem Festland der USA
bald zu einer entsprechenden Reaktion des
Angebotswachstums führen könnten, lösten
eine Rally beim Öl aus. Schneller als erwartet eingetretene Rückgänge bei den Lagerbeständen lockten auch Käufer an den Markt für
amerikanisches Erdgas. Obwohl selbiges noch
um rund die Hälfte günstiger ist als Erdgas in
Europa, hatten zu Beginn des Monats April
noch viele spekulativ orien­tierte Anleger und
Hedgefonds wegen des anhaltenden Booms
bei Fracking-Bohrungen auf weiter steigende
Lagerbestände und auf entsprechend weiter
sinkende Preise gesetzt. Als die vom Energieministerium gemeldeten Daten dieses pessimistische Szenario nicht erhärteten, führten
viele Leerverkäufer so genannte Eindeckungskäufe durch, was zu schnell steigenden Preisen in der ersten Maiwoche führte.
Kaffee verteuerte sich um 1 %. Die Erwartung einer guten Ernte in Brasilien und so
gutes Wetter, dass die Schäden der letztjäh­
rigen Dürre schon fast vergessen sind, sorgten
dafür, dass der Kaffeemarkt die zwischenzeitlich auf Monatsfrist aufgelaufenen Gewinne
von + 11 % nicht verteidigen konnte.
Eine höhere Nachfrage auf dem Weltmarkt
hat den Zuckerpreis Ende April ausgehend
von einem neuen Sechsjahrestief um 7,5 %
nach oben schnellen lassen. Der Preis für
Mais sank hingegen um 3,5 %. Die schnellere
Aussaat in den USA und Hinweise auf einen
guten Anwuchs der Pflanzen aufgrund guter
Wetterbedingungen hat zu neuen Abgaben
geführt. Der Weizenpreis sank im Monatsverlauf um 7,7 %. Der starke US-Dollar hat
die Nachfrage nach US-Weizen im Ausland
geschwächt. Sojabohnen bewegten sich mangels Impulsen seitwärts.
Der Kupferpreis stieg um 6 %. Die chinesische
Regierung gab bekannt, den Ausbau des natio­
nalen Stromnetzes in diesem Jahr schneller
voran­treiben zu wollen, was Analysten zufolge
zu höheren Kupferimporten durch die Volksrepublik führen könnte.
Baumwolle verteuerte sich im Monatsverlauf
um 5 %. Die brasilianische Ernte ist wetter­
bedingt nur von minderer Qualität und außerdem wurde in Australien in der laufenden
Saison nur halb so viel produziert wie im vorigen Jahr, was zu einer entsprechend höheren
Nachfrage nach qualitativ guter Baumwolle
aus den USA geführt hat.
Der starke Dollar belastet den Goldpreis.
Mini-Futures1 auf Gold (Troy Ounce)
Abstand zu Hebel2
Stop-Loss2
WKN
Basiswert
Typ
VZ9QTT
Gold (Troy Ounce)
Long
21,07 %
4,52
VZ4ZJC
Gold (Troy Ounce)
Long
11,38 %
7,93
VT8PWK
Gold (Troy Ounce)
Short
14,56 %
6,19
VZ8S5R
Gold (Troy Ounce)
Short
4,94 %
15,59
Mini-Futures1 auf Silver (Troy Ounce)
WKN
Basiswert
Typ
Abstand zu Hebel2
Stop-Loss2
VZ6FVK
Silver (Troy Ounce)
Long
23,61 %
3,93
VZ7THG
Silver (Troy Ounce)
Long
14,39 %
6,19
VZ53ZH
Silver (Troy Ounce)
Short
8,94 %
8,93
VZ53ZF
Silver (Troy Ounce)
Short
7,50 %
10,24
1 Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese
Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapital­geschützt, im ungünstigsten
Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auszahlungen sind abhängig von der Zahlungs­
fähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten. Darüber
hinaus ist der Anleger bei Nicht-Quanto-Produkten
einem Währungsrisiko ausgesetzt. Anleger sollten zudem beachten, dass es sich bei Hebelprodukten – wie
Mini-Futures – um besonders risikoreiche Instrumente
der Vermögens­
anlage handelt. Frühere Wertentwick­
lungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wert­entwicklung. Steuern und
etwaige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite
aus. 2Stand am 18.05.2015.
Bestellen Sie unsere regelmäßige VontobelRohstoff-Kolumne kostenlos unter
www.vontobel-zertifikate.de/services.
Weitere Informationen zu Chancen und Risiken der
Produkte finden Sie unter www.vontobel-zertifikate.de.
Beitrag von BörseGo AG (www.boerse-go.de)
Bitte beachten Sie den wichtigen Hinweis auf Seite 10.
17
mehrwert Mai/Juni 2015
Antworten auf Ihre Fragen
Was sind Cash Settlement und Physical Settlement?
Was sind Zahlung (Cash Settlement) und
(physische) Lieferung? Wovon hängt
die Abwicklungsart bei einem
Bonus-Cap-­Zertifikat ab?
Zahlung (Cash Settlement) und (physische)
Lieferung sind die möglichen Abwicklungs­
arten bei Bonus-Cap-Zertifikaten am Laufzeit­
ende für den Fall, dass es zu einer Barrie­ren­
verletzung gekommen ist und der Kurs des
Basiswertes am Bewertungstag unterhalb des
Höchstbetrages notiert. Die Abwicklungsart
wird bei Bonus-Cap-Zertifikaten bereits bei
der Emission festgelegt und ist für den Anleger
in den Endgültigen Angebotsbedingungen
nachzulesen. Im Falle der Abwicklung durch
Zahlung (Cash Settlement) wird der Emittent
an den Anleger einen Barausgleich zahlen.
Dieser errechnet sich aus dem Referenzpreis
des Basiswertes am Bewertungstag unter
Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses,
allerdings begrenzt auf den Höchstbetrag
(d. h. dem Cap unter Berücksichtigung des
Bezugsverhältnisses). Ein Beispiel: Bei einem
Bezugsverhältnis von 1:1 und einem Cap von
EUR 120,00 notiert die als Basiswert dienende
Aktie am Bewertungstag bei EUR 100,00.
Demnach würde der Barausgleich am Laufzeit­
ende ebenfalls in Höhe von EUR 100,00 erfolgen. Notiert die Aktie am Bewertungstag oberhalb von EUR 120,00, würde der Barausgleich
dem Höchstbetrag (EUR 120,00) entsprechen.
Bei (physischer) Lieferung als Abwicklungsart
wird nicht wie bei der Zahlung (Cash Settlement) der Gegenwert des Basiswertes in bar
ausgezahlt, sondern es kommt zur Lieferung
des Basiswertes. Die Anzahl der zu liefernden
Aktien hängt vom Bezugsverhältnis des BonusCap-Zertifikates ab. So würde beispiels­weise
bei einem Bezugsverhältnis von 10 : 1 der
Anleger am Laufzeitende pro Zerti­fikat zehn
Aktien zum dann aktuellen Kurs des Basiswertes erhalten.
Wir freuen uns auf Ihre Fragen rund um das
Thema Zertifikate. Senden Sie uns eine E-Mail an
[email protected] oder rufen Sie uns an.
Aktie versus Aktienanleihe, welche Vor- und
Nachteile bieten die beiden Anlageklassen?
Vor einer Kapitalanlage in eine Aktienanleihe
sollte sich ein Anleger eine konkrete Marktmeinung zum potenziellen Basiswert bilden.
Geht er von steigenden, seitwärts tendierenden oder fallenden Kursen des Basiswertes
aus? Nehmen wir an, ein Investor erwirbt die
Aktienanleihe am Laufzeitbeginn zu 100 %
des Nennbetrages und hält sie bis zur Fälligkeit. Je nach der Entwicklung des Basiswertes
kann ein Investment in die Aktienanleihe
oder in die Aktie vorteilhafter sein. Während
der Anleger bei der Aktienanleihe einen
Zins­kupon erhält, bekommt er bei der Aktie
womöglich eine Dividendenausschüttung. Bei
leicht steigenden Kursnotierungen des Basiswertes könnte die Performance der Aktien­
anleihe aufgrund der Kuponzahlung möglicher­
weise höher ausfallen aus als die der Aktie.
Steigt der Kurs des Basiswertes bis zum
Bewertungstag jedoch über eine bestimmte
Kursmarke, so könnte ein Direktinvestment in
die Aktie vorzuziehen sein. Dies liegt an der
Tatsache, dass die maximale Rendite einer
Aktienanleihe auf die Kuponzahlung begrenzt
ist, die Aktie hingegen theoretisch unbegrenzt
in ihrem Kurs steigen kann. Ihre große Stärke
besitzt die Aktienanleihe im Szenario der seitwärts laufenden Märkte. Unter der Prämisse,
dass der Kurs am Bewertungstag auf demselben Niveau notiert wie zu Beginn der Laufzeit,
wäre ein positiver Ertrag beim Direktinvestment in die Aktie ausschließlich durch eine
eventuelle Dividende möglich; ohne diese
kann der Anleger keinen Gewinn erzielen.
Bei der Aktienanleihe bekäme der Investor
aber auch bei einer Seitwärtsentwicklung des
Basiswertes bei Fälligkeit den performanceunabhängigen Kupon ausbezahlt. Somit könnte
in Bezug auf die Rendite bei Seitwärtsbewegungen die Aktienanleihe einer Direktinvesti­
tion vorzuziehen sein. Auch bei fallenden
Kursen des Basiswertes kann eine Aktien­
anleihe interessant sein. Der Grund hierfür ist
die Kuponzahlung der Aktienanleihe. Kommt
es am Ende der Laufzeit zur Aktienlieferung,
wird der Kupon unabhängig von der Entwicklung des Basiswertes ausgezahlt. Sinkt der
Kurs des Basiswertes hingegen nur geringfügig, sodass er am Bewertungstag auf oder
oberhalb des Basispreises notiert, erhält der
Anleger bei der Aktienanleihe neben der
Zinszahlung auch das eingesetzte Kapital in
Form des Nennbetrags zurück. Aktienanleihen
bieten keinen Kapitalschutz: Abgesehen von
der Kuponzahlung sind Verluste bis hin zum
Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich,
wenn der Kurs des Basiswerts am Bewertungs­
tag unter dem Basispreis liegt. Im Falle der
Zahlungsunfähigkeit des Emittenten droht
dem Anleger ein Geldverlust.
Wie erfolgt die Rückzahlung bei
­»ausgeknockten« Turbo-Optionsscheinen
und bei fälligen Optionsscheinen, die
wirtschaftlich wertlos sind?
Bei Turbo-Optionsscheinen mit begrenzter
Laufzeit sowie bei Open-End-Turbo-Optionsscheinen, bei denen es zu einem Knock-OutEreignis kommt, erfolgt eine automatische
Ausbuchung aus dem Depot des Kunden. Pro
Turbo-Optionsschein werden dem Anleger
in der Regel fünf Bankarbeitstage nach dem
Knock-Out-Ereignis EUR 0,001 gut geschrieben. Bei Optionsscheinen, die am Bewertungstag aus dem Geld notieren (d. h. bei
Call-Optionsscheinen: Kurs des Basiswertes
< Basispreis; bei Put-Optionsscheinen: Kurs
des Basiswertes > Basispreis), werden dem
Anleger ebenfalls in der Regel nach fünf
Bankarbeitstagen automatisch EUR 0,001 pro
Optionsschein gutgeschrieben. Dies bedeutet,
dass der Kunde nicht selbst aktiv werden
muss, um den Betrag von EUR 0,001 vergütet
zu bekommen.
Die Derivate-Spezialisten unseres Financial-Products-Teams stehen Ihnen bei
Fragen rund um Hebelprodukte und Zertifikate zur Verfügung. Sie erreichen
unsere Spezialisten täglich von 8:00 bis 18:00 Uhr telefonisch oder per E-Mail
unter [email protected].
Ihr Vontobel Zertifikate-Team
Bockenheimer Landstraße 24, D-60323 Frankfurt am Main
Hotline 00800 93 00 93 00, Telefax +49 (0)69 69 59 96-290
E-Mail [email protected]
18
mehrwert Mai/Juni 2015
Wissenswertes
Wussten Sie, dass …
Das Investieren in Wertpapiere wird seit jeher von Erwartungen und Verheißungen begleitet.
Wissenswertes rund um die internationalen Börsenmärkte von gestern und von heute.
Wussten Sie beispielsweise, dass…
... Frühformen der Börse schon im
13. und 14. Jahrhundert entstanden sind?
Zuerst in den größeren oberitalienischen
Städten und später, nach der Entdeckung
des Seeweges nach Ostindien, an den
Handelsplätzen der holländischen und
flandrischen Küste.
… Charles Henry Dow, der den ersten USamerikanischen Aktienindex (Dow Jones
Railroad Average) entwickelte, ursprünglich Journalist war?
Dow war 1882 Mitbegründer der
Finanznachrichtenagentur Dow Jones &
Company und gab den ersten Börsenbrief
heraus, aus dem sich das Wall Street Journal entwickelte.
… die Technische Analyse, die sich seit den
1920er-Jahren zu einem festen Bestandteil der Finanzmarktanalyse entwickelt
hat, auf Studien von Charles H. Dow
basiert?
Die Technische Analyse leitet ihre Prognosen aus Kursverläufen (Chart­analyse) und
mathematisch-statistischen Indikatoren
(Indikatorenanalyse) ab.
… Warren Buffett sein erstes Geld unter
anderem als Zeitungsbote, mit der Vermietung von Flipperautomaten und dem
Verkauf gebrauchter Golfbälle verdiente?
Heute hat der legendäre Investor ein
geschätztes Privatvermögen von
72,7 Milliarden Dollar (Forbes, März
2015); die Aktie seines Unternehmens
Berkshire Hathaway ist an der Börse die
teuerste weltweit.
… Hedgefonds-Star Steven Cohen mit einem
Verdienst von 1,3 Milliarden Dollar die
Top-10-Liste 2014 anführt?
Und dies, obwohl sich sein Verdienst im
Vergleich zum Vorjahr (USD 2,4 Milliarden) fast halbiert hat. Den zweiten Platz
teilen sich George Soros und Ray Dalio (je
USD 1,2 Milliarden).
… eine alte Börsenregel besagt, dass das
Gesamtjahr so wird wie die ersten fünf
Handelstage im Januar?
Die vor allem im angelsächsischen Raum
populäre »Fünf-Tage-Regel« erzielte in
den vergangenen 16 Jahren eine spektakuläre Erfolgsquote von 81,25 % – auch
wenn sie 2014 versagte.
… 1991 das erste strukturierte Produkt unter
dem Namen »GROI« (Guaranteed Return
of Investment) lanciert wurde?
Das Kapitalschutz-Produkt wurde vom
damaligen Schweizerischen Bankverein
emittiert.
… der Handel mit strukturierten Produkten
an der Soffex zunächst den institutionellen
Investoren vorbehalten war?
Erst 2002 erhielten auch Privatanleger an
der ersten vollelektronischen Börse für
Derivate Zugang zum Markt.
… die 16 Mitglieder des Deutschen Derivate
Verbands (DDV) gemessen am Marktvolumen mehr als 90 % des Gesamtmarkts
repräsentieren?
Der 2008 gegründete Branchenverband
vereint die führenden Emittenten derivativer Wertpapiere und ist Mitglied des
europäischen Dachverbandes EUSIPA.
Der DDV vereint die führenden Emittenten
derivativer Wertpapiere und ist Mitglied des
europäischen Dachverbandes EUSIPA.
… die Börsen in Frankfurt und Stuttgart im
März 2015 im Handel mit Anlagezertifikaten und Hebelprodukten 6,2 Milliarden
Euro umsetzten?
Das Handelsvolumen lag so hoch wie
zuletzt im August 2011.
… der europäische Börsenumsatz mit
Anlage- und Hebelprodukten im letzten
Quartal 2014 bei 30 Milliarden Euro lag?
Das entspricht einer Steigerung von 15 %
zum Vorquartal.
Der Dow Jones war der erste US-amerikanische
Aktienindex.
19
mehrwert Mai/Juni 2015
News und Tipps
Vontobel-Services im Überblick:
Newsletter
Aktienanleihen Weekly
Jede Woche präsentiert Vontobel Ihnen Aktienanleihen sowie die aktuellen Neuemissionen
in kompakter Listenform. Diesen Service
können Sie per E-Mail oder klassisch per Post
erhalten.
Rohstoff-Kolumne
Um interessierte Anleger gezielter und umfassender informieren zu können, publiziert
Vontobel wöchentlich per E-Mail die »Vontobel Rohstoff-Kolumne«. Anleger können sich
hier schnell und kompakt über aktuelle Entwicklungen am Rohstoffmarkt informieren.
Vontobel Zertifikate APP
Investmentidee und »Wallstreet Insights«
Um interessierte Anleger über die aktuellen
Marktentwicklungen informieren zu können,
publiziert Vontobel regelmäßig den E-MailNewsletter »Vontobel Investmentidee« und
»Wallstreet Insights« mit Jens Korte. Anleger
finden hier interessante Beiträge zu einzelnen
Basiswerten und Investmentthemen.
Neuemissionen
Bei Interesse senden wir Anlegern eine Mail mit
allen relevanten Informationen über aktuelle
Zeichnungsprodukte aus dem Hause Vontobel.
Melden Sie sich jetzt an unter
www.vontobel-zertifikate.de/Newsletter oder
rufen Sie uns unter der kostenlosen ServiceHotline 00800 93 00 93 00 an.
Rechtliche Hinweise
Die in dieser Publikation enthaltenen Informationen stammen aus Quellen, die wir für zuverlässig halten, jedoch keiner unabhängigen Prüfung unterzogen haben.
Sie wurden von uns nach bestem Wissen zusammengestellt. Diese Publikation ist kein Angebot und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Die in dieser Publikation enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung und keine Finanzanalyse dar, sondern dienen ausschließlich der Information und
genügen daher auch nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit der Finanzanalyse. Rechtlich verbindlich sind alleine
die Basisprospekte und die endgültigen Angebotsbedingungen, die beim Emittenten, der Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24,
60323 Frankfurt am Main, kostenlos erhältlich sind. Vor dem Erwerb eines Wertpapieres sollten Sie den Prospekt zu Chancen und Risiken lesen und etwaige Fragen
mit Ihrem Finanzberater besprechen. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Angaben und keine Verpflichtung zur
Richtigstellung etwaiger unzutreffender, unvollständiger oder überholter Angaben. Die Autoren, der Herausgeber und zitierte Quellen haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung ihrer Gedanken und Ideen entstehen. Der Leser trifft seine Entscheidungen in jedem Fall auf eigene Gefahr. Im Zusammenhang
mit dem öffentlichen Angebot und dem Verkauf der von der Vontobel Financial Products GmbH emittierten Produkte können Gesellschaften der Vontobel-Gruppe
direkt oder indirekt Provisionen in unterschiedlicher Höhe an Dritte (z. B. Anlageberater) zahlen. Solche Provisionen sind im jeweiligen Produktpreis enthalten.
Weitere Informationen erhalten Sie auf Nachfrage bei Ihrer Vertriebsstelle. In der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im
Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Die Unternehmen der Vontobel-Gruppe übernehmen daher keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit
der in dieser Publikation getroffenen Aussagen und Bewertungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass frühere Wertentwicklungen, Simulationen einer
früheren Wertentwicklung oder Prognosen einer früheren Wertentwicklung eines Finanzinstrumentes nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die zukünftige
Wertentwicklung zulassen. In dieser Ausgabe dargestellte Wertentwicklungen berücksichtigen keine etwaigen Provisionen, Gebühren und andere Entgelte, welche
sich negativ auf die Rendite auswirken.
Hinweis
Die in dieser Publikation genannten Marken und Warenzeichen sind zugunsten der jeweiligen Rechteinhaber geschützt und eingetragen.
Vontobel APP
Vontobel ist Ihr Partner für Zertifikate, Aktienanleihen und Hebelprodukte. Mit der neuen
App erhalten Sie aktuelle Zertifikate-News
von Vontobel direkt auf Ihr iPhone.
Lesen Sie die beliebten News zu den interessantesten Aktien und dazu passende Zertifikate-Ideen. Vontobel beleuchtet nicht nur die
wichtigsten DAX®-Aktien, sondern blickt auch
regelmäßig auf die Wall Street und andere
Märkte, um Ihnen interessante Investmentideen vorzustellen.
Jetzt im App Store downloaden!
Impressum
Herausgeber: Bank Vontobel Europe AG
Bockenheimer Landstraße 24
60323 Frankfurt am Main
Hotline 00800 93 00 93 00
Telefax +49 (0)69 69 59 96-290
E-Mail [email protected]
www.vontobel-zertifikate.de
Redaktion: Sandra Chattopadhyay, Torsten Metzner,
Nicole Wittmann
Marketing: Nicole Wittmann
Erscheinungsweise: monatlich
Auflage: 4.600 Exemplare
Layout: E,T&H Werbeagentur AG BSW,
Rorschach/Schweiz, www.ethcom.ch
Bestellung: Telefon 00800 93 00 93 00 (kostenlos)
www.vontobel-zertifikate.de
05-06/15
SC2015043003
Aktienanleihen
Auch an ruhigen Passagen kann
man Freude haben.
Aktienanleihen von Vontobel
Kupon p.a.
Basiswert
WKN
Anzahl Aktien
Basispreis
Bewertungstag
Preis*
8,15%
BASF SE
VS1LPU
11,36364
€ 88,00 20.05.2016 100,05%
7,65%
Bayer AG
VS1LPZ
8,00000
€ 125,00 20.05.2016 101,70%
7,90%
Daimler AG
VS1LPS
11,76471
€ 85,00 20.05.2016 100,85%
8,70%
Deutsche Bank AG
VS1LPP
35,71429
€ 28,00 20.05.2016 100,45%
5,95%
Deutsche Post AG
VS1LP9
35,71429
€ 28,00 20.05.2016
98,15%
*Stand am 19.05.2015
Diese Produkte bieten keinen Kapitalschutz. Anleger tragen das Risiko des Geldverlustes bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des
Garanten (Emittentenrisiko). Um ausführliche Informationen, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition in das Produkt
verbundenen Risiken, zu erhalten, sollten potentielle Anleger den Basisprospekt lesen, der nebst den Endgültigen Angebotsbedingungen
und etwaigen Nachträgen zu dem Basisprospekt auf der Internetseite www.vontobel-zertifikate.de veröffentlicht ist und beim Emittenten,
Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten wird.
Haben Sie Fragen zu den Produkten?
Sie erreichen uns unter der kostenlosen Kunden-Hotline 00800 93 00 93 00 oder
informieren Sie sich unter www.vontobel-zertifikate.de
Bank Vontobel Europe AG, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main
Leistung schafft Vertrauen