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PRESSE-INFORMATION
Rekordergebnisse bei Erdbeeren und
Spargel stützen die Obst- und Gemüsebilanz
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Baden-Württembergischer
Genossenschaftsverband e. V.
26. März 2015
Auf ein erfolgreiches, aber auch herausforderndes Jahr 2014 blicken
die genossenschaftlichen Erzeugermärkte in Baden-Württemberg zurück: 280.000 Tonnen Obst und 90.000 Tonnen Gemüse haben die
zwölf Genossenschaften vermarktet und damit einen Gesamtumsatz
von 428 Millionen Euro erwirtschaftet. Dies entspricht einem Plus von
zwei Prozent oder mehr als neun Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Die mit Abstand größte Umsatzposition waren die Äpfel mit 91,2
Millionen Euro, gefolgt von Erdbeeren (34,3 Millionen Euro), Tomaten
(24,7 Millionen Euro) und Spargel (24,1 Millionen Euro). Die neun Gartenbau-Genossenschaften im Südwesten melden einen Gesamtumsatz
mit ihren Mitgliedern von 29 Millionen Euro – ein Plus von einem Prozent. Dies gab der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband
(BWGV) im Rahmen der ersten gemeinsamen Jahrespressekonferenz
der genossenschaftlichen Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft am
Donnerstag (26.03.2015) in Karlsruhe bekannt.
„Die Obst- und Gemüsesaison 2014 in Baden-Württemberg war geprägt von
einem frühen Saisonstart bei allen Kulturen, der jedoch nur teilweise – etwa
bei Erdbeeren und Spargel – einen Vorteil brachte. Denn insgesamt standen in Deutschland frühzeitig große Erntemengen zur Verfügung. Importierte
Ware weitete das ohnehin große Mengenangebot zusätzlich aus“, führte
BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser aus und ergänzte: „Dadurch war der
Vermarktungsdruck für unsere Genossenschaften permanent hoch. Auch
qualitativ sehr hochwertige Ware musste sich ihren Platz im Warenregal
über den Preis erkaufen.“ Dass trotzdem ein Umsatzplus in Höhe von zwei
Prozent oder mehr als neun Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr erzielt
werden konnte, lag am Zugewinn bei Erdbeeren und Gemüse.
Lange und erfolgreiche Spargelsaison 2014
Die Spargelvermarktung profitierte stark von der günstigen Witterung im
Frühjahr: „Durch den sehr frühen Erntebeginn war die Saison 2014 eine der
längsten“, berichtete Glaser. Die Absatzmenge lag bei 6.100 Tonnen und
verfehlte damit nur knapp den Rekordwert aus dem Jahr 2011, der bei 6.200
Tonnen lag. Gegenüber dem Jahr 2013 legte der Absatz um sieben Prozent
zu. Die Gesamterlöse mit 24,1 Millionen Euro bedeuten einen Zuwachs von
acht Prozent und stellen ein Rekordergebnis dar.
Ein absoluter Umsatzrekord wurde im vergangenen Jahr bei den Erdbeeren
erwirtschaftet: Mit 16.300 Tonnen konnte ein Umsatz in Höhe von 34,3 Millionen Euro erzielt werden. Zu verdanken ist dieser Rekord dem außergewöhnlich warmen und sonnigen Frühjahr, das einen sehr frühen Start in die
Freiland-Erdbeersaison ermöglichte. Bis Pfingsten wurden Erdbeeren aus
Baden bundesweit sehr stark nachgefragt. Danach führten große Erntemengen aus den anderen deutschen Anbauregionen zu einem beträchtlichen
Angebot und damit zu fallenden Preisen. Unter dem Strich konnte der AbSeite 1/3
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satz gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent und der Umsatz gar um rund 25
Prozent gesteigert werden. Der Durchschnittserlös lag mit 2,21 Euro pro
Kilogramm Erdbeeren um vier Prozent höher als im Vorjahr.
Große Ernte und russischer Importstopp belasteten Apfel-Erlöse
Mengen- und umsatzstärkstes Produkt waren auch im Jahr 2014 die Äpfel
mit insgesamt 224.000 Tonnen und 91,2 Millionen Euro. „Die Vermarktung
der Vorjahresernte verlief bis Juli noch zufriedenstellend. Die neue Ernte im
Herbst fiel in Deutschland und Europa sehr groß aus, und vielerorts reichten
die Langzeit-Lager-Kapazitäten nicht aus. Daher wurden bereits frühzeitig
Sonderverkaufsaktionen mit sehr attraktiven Verbraucherpreisen durchgeführt“, betonte Glaser. Zusammen mit den Auswirkungen des russischen
Importstopps drückt sich dies in einem deutlichen Umsatzrückgang um 13
Prozent bei gleichzeitiger Mengenerhöhung um 20 Prozent aus. „Bei Äpfeln
gab es einen deutlichen Umsatzrückgang. Die Erzeugererlöse sanken um
mehr als die Hälfte bis unter 25 Cent für ein Kilogramm Äpfel“, erklärte der
BWGV-Präsident. Auch aktuell sind die Preise immer noch sehr niedrig. Bei
den Zwetschgen stand die Vermarktung aufgrund hoher Mengenerwartungen ebenfalls unter Druck und führte zu deutlichen Umsatzrückgängen. Zu
kämpfen hatten die Obstbauern auch mit der Kirschessigfliege, die insbesondere bei Kirschen, Beeren und Zwetschgen zu Ausfällen führte.
Erfreulich entwickelte sich die genossenschaftliche Vermarktung von Tomaten und Paprika im Südwesten: In beiden Bereichen konnte sowohl Umsatz
als auch Menge gesteigert werden. Insgesamt wurden 17.900 Tonnen Tomaten (plus 17 Prozent) für 24,7 Millionen Euro (plus 36 Prozent) vermarktet. Paprika legte bei der Menge um 33 Prozent auf 6.500 Tonnen und beim
Umsatz um 46 Prozent auf 12,4 Millionen Euro zu.
BWGV fordert Harmonisierung der Pflanzenschutzmittelzulassung
Neben Wetter-Unwägbarkeiten, zunehmendem Wettbewerb aus dem Inund Ausland sowie dem Importstopp in Russland sehen sich die badenwürttembergischen Erzeugerorganisationen und ihre Vertriebsgesellschaften
auch zahlreichen praxisfremden Vorgaben aus Politik und Handel gegenüber. „Die Harmonisierung der Pflanzenschutzmittelzulassung, insbesondere
hinsichtlich der Bewertungsgrundlagen und der Anwendungsbestimmungen,
muss von der Politik deutlich vorangebracht werden. Die Grundsätze der
guten Agrarpraxis dürfen nicht durch fachlich unbegründete Beschränkungen ausgehebelt werden“, forderte Glaser.
Mit Unverständnis sieht der BWGV-Präsident die Auswirkungen des Mindestlohngesetzes, vor allem in den viel zu umfangreichen Dokumentationsund Nachweispflichten: „Gerade in den heimischen Betrieben des Obst- und
Gemüseanbaus ist die Umsetzung des Mindestlohns mit vielen praktischen
Problemen behaftet. Wo bisher ein Arbeitsvertrag ausreichte, sollen unsere
Gärtner und Obstbauern jetzt noch einen Mietvertrag und einen Aufbewahrungsvertrag mit ihren Saisonarbeitskräften schließen. Das verstehen weder
Arbeitnehmer noch Erzeugerbetriebe. Wir erwarten daher ausdrücklich, dass
es hier zu einer Überprüfung und praxisgerechten Anpassung kommt.“
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Für BWGV-Präsident Glaser handelt es sich bei diesen Themen um eine
grundsätzliche Fragestellung: „Angesichts der massiven Zunahme an restriktiven Vorgaben fragen sich unsere genossenschaftliche Obst- und Gemüsewirtschaft und ihre angeschlossenen Mitglieder, ob die Produktion von
gesunden Nahrungsmitteln in den Regionen vor Ort politisch und gesellschaftlich überhaupt gewünscht ist.“
Neue Struktur für Obst-, Gemüse- und Gartenbau-Genossenschaften
Mit der Jahrespressekonferenz nimmt auch der neu gegründete „Fachausschuss Obst, Gemüse, Gartenbau“ unter dem Dach des BWGV offiziell seine Arbeit auf. Als Nachfolger des bisherigen Marktkontors Baden sowie des
Marktkontors Württemberg kümmert sich der neue Fachausschuss um die
Interessen aller baden-württembergischen Obst- und GemüseGenossenschaften sowie der Gartenbau-Genossenschaften. „Gerade angesichts der zunehmenden Herausforderungen für die Genossenschaften ist
es wichtig, dass es einen landesweiten engen Austausch gibt und ihre Interessen gebündelt und einheitlich vertreten werden. Der Fachausschuss ist
die neue starke Stimme der genossenschaftlich organisierten Obst- und
Gemüseanbauer sowie Gartenbaubetriebe im Land“, betonte Glaser. Die 22
Obst-, Gemüse- und Gartenbau-Genossenschaften in Baden-Württemberg
werden von rund 7.500 Einzelmitgliedern getragen.
3,8 Millionen Genossenschaftsmitglieder in Baden-Württemberg
Der BWGV, der 2009 aus dem Badischen und dem Württembergischen
Genossenschaftsverband hervorgegangen ist, hat gut 900 Mitglieder, davon
850 Genossenschaften mit fast 3,8 Millionen Einzelmitgliedern. Sein ältester
Vorgängerverband, der „Verband der wirtschaftlichen Genossenschaften in
Württemberg und Baden“, wurde 1864 in Stuttgart gegründet. Die 213
Volksbanken und Raiffeisenbanken im Land weisen eine Bilanzsumme von
mehr als 140 Milliarden Euro aus. Die 630 ländlichen und gewerblichen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften erwirtschaften einen Umsatz von
rund 8,6 Milliarden Euro. Mehr als 34.500 Menschen in Baden-Württemberg
arbeiten für genossenschaftliche Unternehmen, darunter etwa 3.500 Auszubildende. Baden-Württemberg gilt als das „Land der Genossenschaften“.
Ihr Ansprechpartner beim Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband e.V.:
Thomas Hagenbucher, Pressesprecher
Heilbronner Straße 41, 70191 Stuttgart
Fon 0711 222 13-27 70 Fax 0711 222 13-73 77
E-Mail: [email protected] – www.bwgv-info.de
Fotos in Druckqualität zum
Download finden Sie bei uns
im Internet:
http://www.bwgvinfo.de/content/88.htm
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