vollständige presseerklärung

Michael Müller
Pressesprecher
DIE LINKE. Hessen
Landesvorstand
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Pressedienst
Frankfurt am Main, 21. März 2015
Stellungnahme des Landesvorstandes der Partei DIE LINKE. Hessen zu den BlockupyProtesten 2015
„Über 20.000 Menschen haben am Mittwoch, dem 18. März 2015 kreativ und friedlich in Frankfurt
am Main gegen die Kürzungspolitik der Troika demonstriert, die in den südeuropäischen Ländern
viele Millionen Menschen in Armut und Elend gestürzt hat. Auf der Großkundgebung auf dem
Römerberg herrschte eine solidarische Stimmung. Zahlreiche internationale Rednerinnen und
Redner kritisierten die europäische Krisenpolitik und ihre dramatischen Folgen für die Menschen im
europäischen Süden. Dieser Protest gegen die europäische Kürzungspolitik ist notwendig und mehr
als berechtigt.
Als Partei DIE LINKE. Hessen haben wir zu Protesten im Rahmen des Blockupy-Aktionskonsenses
aufgerufen. Dieser sah vor, dass von Blockupy keine Eskalation und keine Gewalt sondern
friedliche Aktionen ausgehen. Die Gewalt, die in den frühen Morgenstunden des 18. März von
wenigen Hunderten ausgegangen ist, ist nicht zu rechtfertigen und hat den Aktionskonsens massiv
verletzt. Wir sind entsetzt über die Gewalt und die Tatsache, dass u.a. Feuerwehrleute, Polizisten
und eine Unterbringung für Geflüchtete attackiert und Menschen verletzt worden sind. Jede/r
Verletzte ist eine/r zu viel, egal auf welcher Seite. Es ist mehr als bedauerlich, dass die berechtigten
Anliegen der Blockupy-Proteste hinter Bildern von Gewalt verschwinden.
Wir wehren uns dagegen, dass die Gewalttaten in Frankfurt am Main dazu benutzt werden, um die
Partei DIE LINKE und einzelne Mitglieder der Partei DIE LINKE zu kriminalisieren. Wir weisen den
Versuch, DIE LINKE in Verbindung mit Straftaten zu bringen, entschieden zurück. Die
Vertreter/innen der LINKEN haben auf der Grundlage unserer Beschlüsse gehandelt. Persönliche
Angriffe bis hin zu Morddrohungen gegenüber einzelnen Vertreter/innen zielen auch auf DIE LINKE
als Ganzes. Wir erwarten, dass im Rahmen der Aufklärung aller Straftaten, auch den Hinweisen auf
die Beteiligung rechter Gewalttäter nachgegangen wird.
Die Gewaltszenen aus Frankfurt am Main sollten aber nicht dazu führen, dass ausschließlich über
die Gewalttaten diskutiert wird und die soziale Not von Menschen in den Hintergrund tritt. Das
Blockupy-Bündnis, die Rednerinnen und Redner der Kundgebung und die 20.000
Demonstrantinnen und Demonstranten haben gegen die Verarmungspolitik der EU und der
Bundesregierung protestiert und ein Zeichen für ein friedliches und solidarisches Europa gesetzt.
Wir haben Verständnis für Wut und Empörung über unerträgliche gesellschaftliche Zustände. Aber
wir tolerieren keine Gewalt auf unseren Demonstrationen und politischen Aktionen.
DIE LINKE. Hessen bleibt dabei, dass ziviler Ungehorsam und Blockaden, wenn sie gewaltfrei und
friedlich durchgeführt werden, ein berechtigtes Mittel des politischen Protests darstellen. In diesem
Sinne werden wir uns weiterhin an Protesten gegen die Austeritätspolitik beteiligen und solche
organisieren.“